Preisangaben inkl. gesetzlicher MwSt. und ggf. zzgl. Versandkosten

VSA: bei Facebook
VSA: bei Twitter
VSA: bei Instagram
VSA: bei YouTube

Die schwierigen Zeiten halten an. Pablo Nerudas »Ode an das Buch« hilft weiterhin.

VSA: ist Mitglied des Freundes-
kreises der Kurt Wolff Stiftung

VSA: arbeitet mit bei

50 Jahre Analysen & Alternativen

Einige Kontinuitäten aus 50 Jahren Verlagsarbeit gibt es in dieser Präsentation.

In Kooperation mit

Brücken bauen für das Klima? | Bidens Rettung | Austerität als Markenzeichen der Tory-Regierungen | 20. Parteitag der KP Chinas | Russlands Ökonomie vor dem Kriegswinter | Die AfD: vom »gärigen Haufen« zur rechtsextremen Partei | DIE LINKE braucht einen Klassenkompass | Cum Ex: Eine Hydra mit vielen Köpfen |
IG Metall-Abschluss in der Metall- und Elektroindustrie | Gewerkschaften als Treiber der Transformation | Niedergang von Galeria Karstadt Kaufhof | Der ver.di-Digitalisierungstarifvertrag bei H&M u.v.a.m.

Socialist Register

Das weithin anerkannte internationale Phänomen der »neuen Polarisierung bei alten Widerssprüchen« verdient den genaueren Blick. Socialist Register 2022.

Wie in jedem Jahr ...

... hat das VSA: Team, wie bereits angekündigt, zu Nikolaus auch diesmal gemeinsam mit der Redaktion von Sozialismus.de an Geschenk-Tipps gearbeitet, damit die Liebsten am 24.12. nicht in die Röhre gucken müssen. Hier könnt ihr ihnen folgen.

Ermutigungen nach 50 Jahren VSA

Der Dezember ist der letzte Monat unseres Jubiläumsjahres. Aus diesem Anlass haben wir u.a. fünf hellrote Bändchen aus jedem Jahrzehnt der Verlagsarbeit wieder zugänglich gemacht und eine Präsentation zu 50 Jahren Analysen & Alternativen zusammengestellt, da wir ähnlich wie Bertolt Brechts Herr Keuner bereits ahnten, dass wir »wenig Zeit zum Feiern« haben würden.

Umso mehr haben wir uns über die zahlreichen Ermunterungen gefreut, die uns von unseren Leser*innen erreichten, aber auch von »offizieller« Seite. Die Vorsteherin des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, Karin Schmidt-Friderichs, schrieb uns, dass »50 Jahre ein beachtlich langer Zeitraum« sind, den der Geschäftsführes des Landesverbands Nord des Börsenvereins, Volker Petri, als »ein Grund zum Feiern« ansieht. Dagmar Enkelmann und Daniela Trochowski von der Rosa-Luxemburg-Stiftung notierten, dass sich unsere Mühe und »der Aufwand gelohnt hat [...] Und, wir sind auch ein wenig stolz, dass wir in der Zusammenarbeit zwischen RLS und VSA schon über 50 Publikationen herausgebracht haben, [die] ihre Spuren hinterlassen [haben]. Und wir hoffen auf eine Fortsetzung.«

Last, but not least schrieb uns der Kultursenator der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Carsten Brosda, der den VSA: Stand auf der letzten Buchmesse in Leipzig 2019 besucht hatte, am 3. November 2022 einen Brief, aus dem wir ausführlich zitieren dürfen:



»2022 war und ist für die unabhängigen Verlage zweifellos ein sehr aufreibendes Jahr. Für den VSA: Verlag war es aber auch ein Jahr mit Anlass zur Freude, selbst wenn die Geburtstagsfeier Anfang September der Arbeit am Herbstprogramm zum Opfer fiel, wie ich hörte. Seit 50 Jahren bereichert der VSA: Verlag mit Verve und Engagement den Diskurs über Gesellschaft und Politik. Dazu meine allerbesten Glückwünsche! Sie, lieber Herr Siebecke, haben auf die Frage, was den Unterschied zu anderen Verlagen ausmacht, in einem Interview geantwortet: ›Nicht so zu tun, als habe die Linke schon immer gewusst, wo es langgeht.‹ Im Jahr 1972 gründeten Sie Ihren Verlag in einer politisch und gesellschaftlich bewegten Zeit. Fünfzig Jahre ist das nun her: Jahre, die ebenfalls unruhig und spannend waren. Der VSA: Verlag ordnet die Diskurse der Zeit ein, widerspricht, trägt zu Debatten bei oder lässt diese erst entstehen. Es freut mich, dass Sie Ihren Autorinnen und Autoren eine geeignete Bühne bieten, auf der eine Vielfalt von Meinungen und Ansichten ihren Platz hat. Wir Leserinnen und Leser profitieren so alle davon. Die Informationen, Analysen und Denkanstöße, die in den Büchern Ihres Verlags stecken, sind ein wichtiger Beitrag, um unsere Gesellschaft offener zu gestalten, Widersprüche auszuhalten und miteinander zu reden. Zum 50-jährigen Bestehen Ihres Verlags möchte ich Ihnen gratulieren und wünsche mir, dass Sie auch in den kommenden Jahren Ihren Prinzipien treu bleiben und sich Ihren Kampfgeist, Ihre Lust an Debatten und den Mut zum Widerspruch bewahren.«

Wir werden uns bemühen, allen Wünschen nachzukommen.

Noch ein »Buch des Monats« und ein Tipp der DGB-Jugend

Die Redaktion von »soli aktuell«, dem Monatsmagazin der DGB-Jugend, hat das hellrote Bändchen »Die Intellektuellen und die Macht« von Pierre Bourdieu zum Buch des Monats Dezember gekürt. Ihre Begründung: »›Ich bin dazu da, die Intellektuellen nicht in Ruhe zu lassen‹: Für den französischen Soziologen Pierre Bourdieu (1930–2002) war paradoxerweise die Kommunikation die größte Hürde für eine Verständigung zwischen Bücherwürmern und Arbeiter*innen. In seinem Buch geht der Theoretiker dieser Problematik auf den Grund.« Zusätzlich empfiehlt die Redaktion die Lektüre des soeben von Silvia Habekost und anderen herausgegebenen Bands der Berliner Krankenhausbewegung »Gebraucht, beklatscht – aber bestimmt nicht weiter so«: »Aktive der Berliner Krankenhausbewegung beschreiben, wie sie bessere Arbeits- und Tarifbedingungen erkämpft haben.«

Rosa-Luxemburg-Stiftung und VSA: »Eine Fortsetzung«

Dem Wunsch von Dagmar Enkelmann und Daniela Trochowski von der Rosa-Luxemburg-Stiftung nach einer Fortsetzung der Zusammenarbeit kommen wir bereits jetzt nach: Auf dem Weg in die Druckerei ist zum einen der Band von Krzysztof Pilawski und Holger Politt zu Russlands Überfall auf die Ukraine aus Sicht unmittelbarer Nachbarn: »Ein Krieg, der keiner sein sollte«. Die Autoren suchen – auch aus der Sicht Polens, des unmittelbaren Nachbarns der Ukraine und des russischen Kaliningrad – nach geeigneten Perspektiven, die sich aus dieser dramatischen Zuspitzung der Verhältnisse im Osten Europas ergeben. Dabei sparen sie die vielfach verquickten historischen Linien nicht aus, die oft genug wie ein böser Fluch über diesem Raum zu liegen scheinen.

Zum anderen wird im Dezember die inzwischen 12. Ausgabe des Jahrbuchs der Doktorand*innen der Rosa-Luxemburg-Stiftung »WORK IN PROGRESS. WORK ON PROGRESS« erscheinen – so frisch und frech, so frank und frei wie im ersten Jahr. Schwerpunktthema diesmal: Räume Um_Denken. Fortgesetzt wird damit eine Erfolgsgeschichte kritischer Nachwuchswissenschaften, die sich – gefördert durch eine linke Stiftung – an den Hochschulen und Universitäten gegen den neoliberalen Main­stream behauptet hat.

Zum Abschluss noch zwei ZWISCHENRUFE

Zum Jahresende runden die beiden letzten Bände der von Malte Maier, Richard Rohnert und Petra Wolfram herausgegebenen ZWISCHENRUFE die Publikationen anlässlich des 50jährigen Bestehens des IG Metall Bildungszentrums Sprockhövel ab. In Band 3 mit dem Titel »Menschen für Veränderungen gewinnen!« schreibt Joachim Beerhorst über Gesellschaftskritik und Bildungsarbeit, Petra Wlecklick und Petra Wolfram stellen Tafelbilder zum Kapitalismus vor, Nicole Mayer-Ahuja fragt »Von Marx lernen?«, Klaus Dörre macht deutlich, was emanzipatorische Bildungsarbeit heute bedeuten könnte und Tamara Hübner und Susanne Kim diskutieren das Thema des Bandes am Beispiel des Geschäftsstellenprozesses der IG Metall. Band 4 hat den Titel »Vorwärts und nichts vergessen! Aus der Geschichte lernen«. Darin bezieht Frank Deppe die Geschichte der Gewerkschaften auf die krisenhafte Entwicklungsgeschichte des Kapitalismus, Ralf Hoffrogge vergleicht die deutschen Metall-Gewerkschaften in den 1920er- und 1970er-Jahren, Stefan Müller beschäftigt sich mit den Debatten um die »Qualität des Lebens« auf dem internationalen Kongress der IG Metall 1972, Clemens Schimmele erinnert an die »Genossenschaften: das vergessene Standbein der Gewerkschaften«, und für Annette Schnoor und Petra Wolfram bedeutet das Nachdenken für eine solidarische Gesellschaft auch die Befassung mit »realistischen Utopien«.

Mit revolutionären Grüßen!

Menschen aus der Hamburg-Altonaer-Harburger Arbeiter*innenbewegung versandten zwischen 1900 und 1945 vielfach Grüße – auf Postkarten. Die Geschichten, die diese preisgeben, haben 38 Autorinnen und Autoren in dem von René Senenko herausgegebenen Band »Mit revolutionären Grüßen« zu einem Episodenbuch zusammengefügt. Und viele Kartengrüße finden nach 80 bis 100 Jahren nun erstmals ein Publikum. Auch darin liegt der Reiz des Buches.

Eine Buchvorstellung wird am 12.12. ab 18:00 Uhr in der LAB-Begegnungsstätte St. Georg, Hansaplatz 10 in 20099 Hamburg stattfinden. Neben dem Herausgeber werden Autorinnen und Autoren anwesend sein. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Dringende Bitte um Unterstützung

Auf der Frankfurter Buchmesse war die Krise des Buchmarkts ein zentrales Thema. Sie bedrohe – so die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Karin Schmidt-Friderichs – die Vielfalt der Literatur und damit auch literarische und politische Standpunkte. Die FAZ titelte ihren Bericht »Verlage schlagen wegen der Kosten Alarm«. Auch der VSA: Verlag und die Zeitschrift Sozialismus.de sind als kleine unabhängige Projekte von der immer größer werdenden Schere zwischen einer Explosion der Druckpreise und sonstiger Kosten bei einer zugleich erheblichen Einschnürung der Nachfrage aufgrund steigender Lebenhaltungskosten massiv betroffen.

Deshalb: Kauft unsere Bücher, informiert auch Bekannte und Freund*innen über unser Programm (Exemplare unseres gedruckten Prospektes schicken wir auf Anforderung gern zu). Und wir bitten die Leser*innen und die Besucher*innen der Webseiten, unser politisches Projekt zusätzlich durch Spenden zu unterstützen. Wir können unsere Informationsarbeit nur mit eurer Solidarität fortsetzen. Weitere Informationen zur Lage auf dem Buch- und Zeitschriftenmarkt und die Möglichkeiten der Unterstützung haben wir auf www.vsa-verlag.de bzw. www.Sozialismus.de zusammengestellt.

Wir hoffen auf eure Solidarität und bedanken uns zugleich für die Unterstützung.
Das Team des VSA: Verlags und die Redaktion Sozialismus.de

Böhmermann: NSU-Akten gratis

Seit Jan Böhmermanns ZDF-Sendung vom 28.10. ist auf der Website NSU-Akten gratis nachzulesen, was der Verfassungsschutz 120 Jahre geheim halten wollte: »Die Geschichte des NSU ist auch eine Geschichte der jahrelangen Vertuschung beim Verfassungsschutz. ›FragDenStaat‹ und das ›ZDF Magazin Royale‹ veröffentlichen jetzt Geheimdokumente, die vielleicht nur deshalb geheim sind, weil sie ein schlechtes Licht auf den Verfassungsschutz werfen.« Damit holen sie nach, was die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel 2012 den Angehörigen der NSU-Opfer zwar versprochen, aber nie eingelöst hatte: »bedingungslose Aufklärung«. Auch ihr Nachfolger sieht keinen Anlass, sich an das damalige Versprechen zu halten, scholzte stattdessen den mutigen Vorstoß von Böhmermann in bekannter Manier ab: »Dieses Vorgehen soll keine Schule machen.« Und dass nun auch noch eine Strafanzeige gegen die Veröffentlichung erfolgte, passt in das Bild, das die Autor*innen in dem von Benjamin-Immanuel Hoff, Heike Kleffner, Maximilian Pichl und Martina Renner herausgegebenen Band Rückhaltlose Aufklärung? bereits 2019 herausgearbeitet haben: Der Schutz des vermeintlichen Staatswohls hat die Oberhand vor der rückhaltlosen Aufklärung gewonnen.

Die Zukunft des »System Putin«

Ein Ende des im Februar 2022 begonnenen Krieges gegen die Ukraine ist auch nach 250 Tagen Krieges nicht in Sicht. Das »System Putin« – eine Autokratie, die sich auf eine rohstoffbasierte Wirtschaft und auf die Macht der repressiven Staatsdienste stützt – wird trotz Sanktionen und Teilmobilmachung von einem Großteil der Bevölkerung akzeptiert. Was ist der Hintergrund? Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 beschloss die Regierung von Boris Jelzin den Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft. Mit der Nachfolge durch Putin lief der Prozess der Überwindung der sowjetischen Planökonomie hin zum Kapitalismus weiter. Die Russen erinnern sich an Putins erste Amtszeit als erfolgreiche Jahre. Von einer sich zunächst nur verschärfenden Ungleichzeitigkeit driftet das russische Regime inzwischen immer mehr in eine reine Retropolitik ab. Hinzu kommt, dass die Repression mit dem Krieg ein neues Ausmaß erreicht. Es gibt nur noch rudimentäre Ansätze einer Zivilgesellschaft. Felix Jaitner hat seine 2014 zuerst veröffentlichte Analyse auf den aktuellen Stand gebracht: »Russlands Kapitalismus«.

Der lange Weg zur Gleichstellung

Jedes Jahr berechnet das Weltwirtschaftsforum (WEF) in seinem Global Gender Gap Report, wie es um die Gleichstellung von Mann und Frau steht. Im Jahr 2022 ist die weltweite Kluft zwischen den Geschlechtern demnach zu erst 68,1% geschlossen. In dem Report wird schließlich auch ein Blick in die Zukunft gewagt: Die weltweite Geschlechtergleichheit wird zwar vier Jahre früher als noch 2021 prognostiziert, sie soll nun in 132 Jahren erreicht sein. In Deutschland dürfte es Dank dem hartnäckigen Engagement vieler Frauen nicht mehr ganz so lange dauern. Gleichwohl bleibt auch hier noch viel zu tun. Christine Morgenstern hat ein Vierteljahrhundert in diesem Bereich gearbeitet, reichlich Erfahrungen mit Desinteresse und Ignoranz gemacht, mit Missverständnissen und mit den berühmten Mühen der Ebene – aber auch mit großem Engagement, mit innovativen Ideen und spannenden Debatten. Die zentrale Botschaft ihres Buches Gleichstellung lautet: Nachhaltige Erfolge in der Frauen- und Gleichstellungspolitik lassen sich nur dann erreichen, wenn man auch die soziale Frage insgesamt in den Blick nimmt.

Was erhalten und wie erneuern?

»Wir kaufen Öl und Gas, wo es am billigsten ist, verkaufen Autos und Maschinen, wo sie am meisten Geld bringen.« Mit diesem Satz eröffnet Fritz Reheis sein neues Buch »Erhalten und Erneuern«, in dem er deutlich machen will, dass nur Kreisläufe nachhaltig sind, Durchläufe dagegen nicht. In Krisenzeiten zeigt sich besonders deutlich, dass wir uns verlaufen haben mit unserem »Fortschritt«. Deshalb ist eine neue Perspektive  hilfreich, ein größerer Ausschnitt, um die Fragen zu beantworten: Wo sind wir eigentlich? Wo kommen wir her? Wo wollen wir hin? Sein Buch ist ein Orientierungsangebot: »In einer Situation, in der uns der alte Kompass unübersehbar immer mehr in die Irre führt, geht das Angebot zur Neuorientierung von einer ebenso häufig beanspruchten wie längst zur Floskel verkommenen Leitidee aus: der Idee der ›Nachhaltigkeit‹. In drei Kapiteln wird die Zeitdimension, die diesem Begriff zugrunde liegt, ernst genommen und nach und nach konkretisiert. So entstehen Konturen einer Alternative zum perspektivlosen ›Weiter so‹ – eine Vision, die mit guten Gründen beanspruchen kann, konservativ und revolutionär zugleich zu sein.«

Den SOZIALISMUS neu entdecken?

In »SOZIALISMUS neu entdecken« beleuchtet Michael Brie dessen ideengeschichtliche Entwicklung zwischen Liberalismus und Kommunismus, betont die Notwendigkeit einer Analyse des Kapitalismus und diskutiert die Ratio einer sozialistischen Wirtschaftsordnung als Gegenmodell. Wichtig ist ihm das Verhältnis von Individuen und Gesellschaft und deren konfligierende Entwicklung. Und: Die erforderliche zivilisatorische Transformation hin zu einer solidarischen, demokratischen und pluralen Lebens- und Wirtschaftsweise, also die Neuentdeckung des Sozialismus, ist zudem ohne die Bearbeitung seiner Widersprüche sowie der bisherigen gescheiterten Versuche nicht zu haben.

Waren Sozialisten immer gegen Judenfeindschaft?

Zur Befreiung der Menschen von Unterdrückung, Ausbeutung und Völkerhass hatte sich die sozialistische Bewegung im 19. Jahrhundert gebildet. Dennoch war das Verhältnis sozialistischer Persönlichkeiten und Bewegungen zum Antisemitismus niemals einfach, judenfeindliche Vorurteile gab und gibt es auch in der Linken. In den letzten Jahren rückten Forschung und Öffentlichkeit von der Ansicht ab, Sozialismus und Antisemitismus seien gegensätzlicher Natur, teilweise wurde der politischen Linken eine allgemeine Judenfeindschaft unterstellt. Ohne die problematischen Aspekte dieser Beziehung, angefangen von Karl Marx’ umstrittener Schrift von 1844, zu leugnen, sucht Mario Keßler in seinem Band zur Judenfeindschaft und ihrer Bekämpfung (1844-1939) die historischen Proportionen wieder herzustellen.

Neu im Team: Rebecca Schmidt

»Politisches Wissen bricht die Fesseln der Sklaverei.« Schon in meiner Jugend interessierte ich mich für Politik und sozialökonomische Strukturen – das System, in dem ich lebe, oder besser gesagt überlebe, begann ich aber erst durch die Lehre in meinem politikwissenschaftlichen Studium zu entmystifizieren. Sich politisches Wissen anzueignen und damit die Ketten der Sklaverei zu brechen, heißt für mich ein Stückchen mehr Gerechtigkeit, ein Stückchen mehr Freiheit, eine kleine Revolution jeden Tag. Der VSA: Verlag trägt mit seinen Büchern maßgeblich dazu bei, politisch linksorientierte Menschen weiterzubilden, leistet auch in der aktuellen Krise einen unverzichtbaren Beitrag für die Aufklärung politischer Missstände und gibt uns mit zahlreichen Büchern zu sozialistischen Umgestaltungsideen Zuversicht für eine Alternative. Die Arbeit als Lektorin macht mir riesigen Spaß und ich hoffe einen sinnvollen Beitrag zur Verlagsarbeit leisten zu können.

Neu im Team: Luke Tapé (unterstützt uns zunächst in einem Praktikum)

Ich bin seit Oktober im Verlag und konnte bisher vor allem im Lektorat aushelfen. Zuvor absolvierte ich meinen Bachelor in Politikwissenschaft und Philosophie in Göttingen und studiere dort derzeit im Master Sozialwissenschaftliche Diversitätsforschung. Neben dem Studium befasste ich mich in den letzten Jahren als Werkstudent beim Institut für Demokratieforschung mit der Erforschung Sozialer Bewegungen, subkultureller Milieus und Gegenöffentlichkeiten. Darüber hinaus gilt mein Interesse der Zukunft gewerkschaftlicher Organisation. Meine freie Zeit ist zu großem Teil für Musik reserviert: Ich spiele seit Jahren autodidaktisch Klavier und besuche regelmäßig Konzerte wie Jamsessions. Am liebsten höre ich so gut wie alles und die Jazzpianisten Thelonious Monk und Elmo Hope. An ruhigeren Abenden ist Kochen und Lesen angesagt. Falls jemand einen Tipp aus den mir im vergangenen Jahr untergekommenen Büchern haben möchte, könnte ich empfehlen: »Le nouvel esprit du capitalisme« von Luc Boltanski und Eve Chiapello, »Trotz alledem. 200 Jahre deutsche Radikale« von Bernt Engelmann sowie »The Magus« von John Fowles.

Was erhalten und wie erneuern?

»Wir kaufen Öl und Gas, wo es am billigsten ist, verkaufen Autos und Maschinen, wo sie am meisten Geld bringen.« Mit diesem Satz eröffnet Fritz Reheis sein neues Buch »Erhalten und Erneuern«, in dem er deutlich machen will, dass nur Kreisläufe nachhaltig sind, Durchläufe dagegen nicht. In Krisenzeiten zeigt sich besonders deutlich, dass wir uns verlaufen haben mit unserem »Fortschritt«. Deshalb ist eine neue Perspektive  hilfreich, ein größerer Ausschnitt, um die Fragen zu beantworten: Wo sind wir eigentlich? Wo kommen wir her? Wo wollen wir hin? Sein Buch ist ein Orientierungsangebot: »In einer Situation, in der uns der alte Kompass unübersehbar immer mehr in die Irre führt, geht das Angebot zur Neuorientierung von einer ebenso häufig beanspruchten wie längst zur Floskel verkommenen Leitidee aus: der Idee der ›Nachhaltigkeit‹. In drei Kapiteln wird die Zeitdimension, die diesem Begriff zugrunde liegt, ernst genommen und nach und nach konkretisiert. So entstehen Konturen einer Alternative zum perspektivlosen ›Weiter so‹ – eine Vision, die mit guten Gründen beanspruchen kann, konservativ und revolutionär zugleich zu sein.«

Gesellschaftliche Verhältnisse psychoanalytisch deuten

Mit dem Untergang der Sowjetunion schien der Konflikt zwischen Kommunismus und Kapitalismus zugunsten des letzteren entschieden. Aber Kommunismus ist kein einmaliges geschichtliches Ereignis, seine Wurzeln reichen über das 19. Jahrhundert weit zurück. Bereits in der Antike gab es bei Platon und Sokrates kommunistische Vorstellungen. So ist auch in Zukunft zu erwarten, dass Gemeinschaften, Gesellschaften, Traditionen und Gesetzgebungen das Gemeinsame – communis – über das Einzelne stellen. Kommunismus ist also zugleich eine zukunftsoffene Konzeption, die immer in Absetzung zu kapitalistischen Strukturen zu betrachten ist. Wolfgang Harsch unternimmt in seinem Buch Kindheit, Kommunismus, Kapitalismus den Versuch, die historische Entwicklung kommunistischer bzw. kapitalistischer Ziele und Gesellschaften in Verbindung mit den individuellen und gesellschaftlichen frühkindlichen Entwicklungsbedingungen zu deuten, und greift dabei auf seine Erfahrung als Psychoanalytiker zurück.

Unterstützungsmöglichkeit für Journalist*innen

Da in Kriegen die Wahrheit bekanntlich immer als erstes unter die Räder kommt, haben wir auf einer Extra-Seite Unterstützungsmöglichkeiten und Netzwerke für kritische Journalist*innen aus der Ukraine und Russland zusammengestellt.

Wir haben regelmäßig darüber informiert, warum und in welchem Ausmaß Corona auch unsere Arbeit beeinträchtigt, und um Unterstützung gebeten. Dieser Bitte sind Autor:innen, Freund:innen und viele Leser:innen gefolgt.


Ein großer Dank an alle, die geholfen haben. Wir sind auch weiterhin auf Unterstützung angewiesen. Deshalb bei der Lieblingsbuchhandlung vor Ort bestellen, die ebenfalls Zuspruch benötigt, oder auf der VSA: Website.

Spenden

Für alle diejenigen, die das können und die Arbeit des Verlages durch eine finanzielle Zuwendung unterstützen möchten, gibt es folgendes Spendenkonto:

VSA: Verlag Hamburg | GLS Bank Bochum
IBAN: DE 0343 0609 6720 2812 4100
BIC: GENODEM1GLS

Zurück