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Die schwierigen Zeiten halten an. Pablo Nerudas »Ode an das Buch« hilft weiterhin.

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DIE LINKE in kriegerischen Zeiten; Klimawandel im Vormarsch (u.a. über Klimaziele in der VR China); die Welt in tückischen Gewässern (u.a. über die EU, die Globalökonomie, das »globale Britannien«), FORUM GEWERKSCHAFTEN (u.a. über Mitbestimmung, den DGB-Kongress und Betriebsratswahlen im IG Metall-Bezirk Mitte) u.v.a.m.

Socialist Register

Das weithin anerkannte internationale Phänomen der »neuen Polarisierung bei alten Widerssprüchen« verdient den genaueren Blick. Socialist Register 2022.

50 Jahre Analysen & Alternativen

Da sich die Übernahme des Verlags 1972 über mehrere Monate erstreckte (einiges dazu hatten wir anlässlich des 40-jährigen Jubiläums notiert), gibt es auch keinen konkreten 50. »Jahrestag« der Verlagsgründung. Und da wir ähnlich wie Bertolt Brechts Herr Keuner »nicht für Jahrestage« sind, sondern eher »für kritische Arbeit, für tätige Vernunft«, haben wir »wenig Zeit zum Feiern«, halten »den Fortgang des Lebens für wichtiger als die Zelebration des Erreichten« und stellen uns »den Problemen der Zeit«. Etwas aus 50 Jahren Erreichtem zu Problemen der Zeit mit linken Büchern zelebieren wir in einer Präsentation auf der VSA: Geschichtsseite.

Den Geburtstag begehen wir vor allem mit den gerade erschienenen fünf hellroten Bändchen – aus jedem Jahrzehnt der Verlagsarbeit ein vergriffener Text neu aufgelegt. Im Detail sind das: Louis Althussers »Krise des Marxismus«, Ágnes Hellers »Theorie der Bedürfnisse bei Marx«, Pierre Bourdieus »Die Intellektuellen und die Macht«, Harald Neuberts »Einführung Gramsci« und David Harveys »Die urbanen Wurzeln der Finanzkrise«.

Auch Emma Neuhaus ist für kritische Arbeit – im Praktikum

und begründet dies wie folgt: »Ich habe gerade mein Bachelorstudium in Soziologie und Slavistik beendet. Gesellschaftspolitische Themen begeistern mich nach wie vor, nur möchte ich mich diesen nun aus einer neuen Perspektive nähern: die der Literaturwissenschaft. Durch mein Nebenfach Slavistik habe ich diese näher kennengelernt und mich direkt verguckt. Literaturwissenschaften ermöglichen einen meiner Meinung nach sehr besonderen Zugang zur Gesellschaft, in der sich Schriftsteller*innen und Lesende bewegen. Aus diesem Grund habe ich mich für den Master nun auf Angewandte Literaturwissenschaften beworben, welcher neben der Theorie auch die Berufspraxis mit einbezieht. Verlagsarbeit als Haupt-Berufsfeld in der Literaturarbeit war deshalb auch ein naheliegendes Praktikum zur Vorbereitung auf mein weiteres Studium. Zudem lese ich wahnsinnig gerne und interessiere mich für linke politische Themen, was mich dem VSA: Verlag nahegebracht hat.
Diesen habe ich durch einen glücklichen Zufall über die ›Liste unabhängiger Verlage (LuV)‹ gefunden und mich auch direkt beworben. Das Praktikum ist sehr vielseitig und ich habe die Möglichkeit, in verschiedenste Bereiche der Verlagsarbeit reinzuschnuppern. Ich kann selbstbestimmt arbeiten und mir Aufgaben suchen, auf die ich Lust habe, erfahre aber gleichzeitig bei Fragen und Problemen viel Unterstützung durch die vielen netten Kolleginnen, welche meinen Praktikumsalltag mit Humor und ihrer liebevollen Art versüßen.«

Enteignungskonferenz in Berlin – So heißt diese Zusammenkunft wirklich!«

berichtete immer noch ein wenig ungläubig der »Berliner Kurier« über die am Wochenende vom 27.-29. Mai abgehaltene Konferenz der Initiative DW-Enteignen. Völlig zu unrecht, denn »es gibt mehrere unabhängige juristische Gutachten, die die Rechtszulässigkeit des Volksentscheides bestätigen« (Heise.de, 14. November 2021). Daran hat auf der Konferenz auch niemand gezweifelt, auf der diese Fragen behandelt wurden: Zu welchem Preis kann die Enteignung, die eigentlich eine Vergesellschaftung ist, von allen Berliner Immobilienkonzernen mit über 3.000 Wohnungen nun, entgegen den blockierenden SPD-Senat, erstritten werden? Und wie muss es weitergehen, auch über Berlin hinaus? Auch VSA: Autor und Stadtsoziologe Andrej Holm hat dort gesprochen und sein mit Kolleg*innen entwickeltes »Faire-Mieten-Modell« diskutiert. Klar ist, dass sich niemand auf dem erfolgreichen Volksbegehren ausruhen kann, sondern dass die Kämpfe auf vielen Ebenen geführt werden, und auch mit etwa der tarifpolitischen Bewegung für höhere Löhne verbunden werden müssen. Für die gesamtgesellschaftlichen Zusammenhänge empfehlen wir das von Andrej Holm herausgegebene Handbuch »Wohnen zwischen Statt, Markt und Gesellschaft«.

Amazon in der schwankenden Weltkugel

Amazon ist aus dem Alltag vieler Menschen kaum noch wegzudenken. Es zählt mittlerweile zu den umsatzstärksten Unternehmen weltweit, mit kräftigem Wachstum im Corona-Jahr 2021. Seit seiner Gründung in den USA 1994 reorganisierte das Unternehmen die Verkaufsarbeit technisch und organisatorisch, vorrangig als digital taylorisierte Einfacharbeit in Verkaufsfabriken. Vom Wandel der Verkaufsarbeit und der Frage nach dem Bewusstsein der Beschäftigten des Versandriesen handelt das Buch »Prinzip Amazon« von VSA: Autorin Sabrina Apicella, die ihr Buch am Freitag, den 10. Juni ab 19:30 in einem Gespräch mit Selana Tzschiesche im Buchladen zur schwankenden Weltkugel (welch passender Name!) in der Berliner Kastanienallee 85 vorstellen wird. Im Mittelpunkt steht die Auswertung empirischer Studien über das Bewusstsein von Amazon-Arbeiter*innen in den Distributionszentren. Ein Abend für alle, die sich für arbeitssoziologische, gewerkschaftliche und gesellschaftspolitische Fragen interessieren, veranstaltet vom Buchladen zur schwankenden Weltkugel und dem Café Morgenrot. Der Eintritt ist frei.

Wie weiter mit der LINKEN?

Die Linkspartei steht nach dem schlechten Bundestagswahlergebnis und den katastrophalen Ergebnissen bei den Landtagswahlen im Saarland, in Schleswig-Holstein und zuletzt in Nordrhein-Westfalen sowie dem Rücktritt von Susanne Hennig-Wellsow und den öffentlichen Vorwürfen gegenüber der verbliebenen Parteivorsitzenden Janine Wissler vom 24.-26. Juni in Erfurt vor einem Parteitag, dessen Verlauf und Ergebnisse eine Überlebensfrage für die Partei sein dürften. »Der Parteitag Ende Juni hat eigentlich eine einzige Aufgabe: die Wahl eines Führungspersonals, das in der Lage ist, ein strategisches Zentrum aufzubauen, und das mit allen Konsequenzen.« (So VSA: Autor Michael Brie unlängst in einem Interview mit Jacobin) Wir ergänzen: Zu einem strategischen Zentrum mit allen Konsequenzen gehören auch ein wenig Wissen und Theorie. Wir können dazu das soeben erschiene Buch »Regulation in einer solidarischen Gesellschaft. Wie eine sozial-ökologische Transformation funktionieren könnte« von Dieter Klein und den im letzten Herbst erschienenen Band des Bundesschatzmeisters der Partei Harald Wolf »(Nicht)Regieren ist auch keine Lösung« anbieten.

Weltflüchtlingstag

Mit diesem soll jährlich am 20. Juni darauf aufmerksam gemacht werden, wie viele Menschen auf der Flucht sind - aktuell sind es über 100 Millionen Menschen, so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Sie fliehen vor gewaltsamen Konflikten, Menschenrechtsverletzungen sowie politischer, ethnischer oder religiöser Verfolgung. Aber auch extreme Naturereignisse sind Ursache für Fluchtbewegungen. Statt schutzsuchende Menschen zu unterstützen, wird ihre Flucht oft kriminalisiert und die Festung Europa weiter ausgebaut. Und dieses Agieren geschieht vor dem Hintergrund, dass der Westen eine historische Verantwortung für diverse Fluchtursachen trägt. So zeigt Reinhold Gütter in seinem Buch »Fluchtursachen. Fremd- und Selbstbestimmung Afrikas seit 1960«, dass die Gegenwart Afrikas das Ergebnis von 500 Jahren eurafrikanischer Geschichte ist, die seit 60 Jahren afrikanischer Unabhängigkeit fremd- und selbstbestimmte Einflüsse vermengt. Seine koloniale Vergangenheit spiegelt sich in vermeintlich modernen Webmustern wider: Afrika hatte keine Chance, an den politischen und technischen Revolutionen seiner Kolonialmächte teilzunehmen. Gütter bleibt nicht bei der Ursachenanalyse stehen, sondern fasst unterschiedliche Vorschläge zur Lösung heutiger Probleme Afrikas zusammen.

»Unternehmen Barbarossa«

Unter diesem Decknamen erfolgte am 22. Juni 1941 der Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion, der Beginn des Eroberungs- und Vernichtungskrieges. Hannes Heer und Christian Streit machen in ihrem Buch »Vernichtungskrieg im Osten« deutlich, dass dieser Krieg als »Hitlers immer geplanter, sein eigentlicher Krieg« bezeichnet werden kann. Ihm ging es um die »totale Unterwerfung der Sowjetunion und gewalttätige Verfügbarmachung ihrer Bevölkerung, um dort eine autarke, auf Agrarprodukte und Rohstoffe orientierte Großraumwirtschaft zu etablieren, die Deutschlands Unabhängigkeit von der Weltwirtschaft garantieren sollte«. Es sollte sogenannter Lebensraum für die weiße, deutsche Bevölkerung geschaffen und der »jüdisch-bolschewistische Feind« vernichtet werden. Circa 30 Millionen Menschen in der Sowjetunion, sechs Millionen Pol*innen, zwei Millionen Jugoslaw*innen und 350.000 Tschechoslowak*innen fielen diesem Genozid zum Opfer – davon ungefähr 5 Millionen Jüdinnen und Juden. Hinzu kommen die in diesen Ländern ermordeten 500.000 Sinti und Roma.

»Stets gern für Sie beschäftigt…« Beteiligung privater Unternehmen am Holocaust

Private Unternehmen waren maßgeblich am Ausbau des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau beteiligt. Die Erfurter Firma Topf & Söhne konstruierte Verbrennungsanlagen und Belüftungstechnik für die Gaskammern; das Hamburger Unternehmen Tesch & Stabenow lieferte Zyklon B. Wie kam es zu dieser Beteiligung am Massenmord? Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit der SS? Darüber informieren am 23. Juni 2022 ab 19:30 Uhr im Ökumenischen Forum HafenCity (Shanghaiallee 12, 20547 Hamburg) Annegret Schüle (Erinnerungsort Topf & Söhne) und Martin Werner, der zu Tesch & Stabenow geforscht hat (siehe auch das von ihm gemeinsam mit Jürgen Kalthoff verfasste VSA: Buch »Die Händler des Zyklon B«). Anschließend diskutieren die Gäste mit Juliane Podlaha (KZ-Gedenkstätte Neuengamme) über unternehmerische Verantwortung damals und heute. Die Veranstaltung wird organisiert von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Stoppt den Krieg! Nieder mit den Waffen!

Das Thema Krieg beschäftig uns weiterhin. Dazu haben Antje Vollmer, Daniela Dahn, Dieter Klein, Gabriele Zimmer, Ingo Schulze, Michael Brie und Peter Brandt in ihrer Flugschrift »Neubeginn. Aufbegehren gegen Krise und Krieg« bei der berechtigten Forderung, den Überfall der russischen Armee auf die Ukraine zu verurteilen, aus unserer Sicht zu Recht gemahnt: »Der ständigen Produktion von globalen Feindbildern – sei es nun Russland, China oder der Islam – muss Einhalt geboten werden.«

Dass in Russland bei aller positiven Bedeutung, die die Revolution von 1917 und die Rolle der Bolschewiki für die Entwicklung des riesigen Landes hatte, schon in den ersten Jahren Diverses falsch gelaufen ist, darauf haben sowohl Rosa Luxemburg als auch Paul Levi bereits früh hingewiesen, wie aus der Neuauflage der viel zitierten, aber selten gelesenen Schrift »Die Russische Revolution« hervorgeht.

Unterstützungsmöglichkeit für Journalist*innen

Da in Kriegen die Wahrheit bekanntlich immer als erstes unter die Räder kommt, haben wir auf einer Extra-Seite Unterstützungsmöglichkeiten und Netzwerke für kritische Journalist*innen aus der Ukraine und Russland zusammengestellt.

Viel zitiert, selten gelesen

»Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden« ist sicherlich einer der am häufigsten zitierten Sätze Rosa Luxemburgs. Zugleich ist das von Paul Levi1922 erstmals herausgegebene, 1918 im Gefängnis geschriebene, Fragment über »Die Russische Revolution« selten komplett gelesen worden. Deshalb diese von Jörn Schütrumpf herausgegebene und eingeleitete Neuausgabe, ergänzt um bisher ebenfalls nahezu vergessene Texte des damaligen Herausgebers. »Die russische Revolution ist das gewaltigste Faktum des Weltkrieges.« Mit diesen Worten leitet Rosa Luxemburg ihre Schrift ein – würdigt die Rolle der Bolschewiki in der Revolution. Neben den anerkennenden Worten übt sie zugleich scharfe Kritik an den Seiten ihrer Politik, die aus ihrer Sicht dem Ziel des Sozialismus zuwiderlaufen.

Nulltarif statt »Neun-Euro-Ticket«!

Das fordert eine Mehrheit der Verkehrsminister*innen von der Bundesregierung, die mit einer entspechenden Initiative die Verbraucher*innen wegen der rasant steigenden Spritpreise entlasten sowie Bus und Bahn attraktiver machen will. Abgesehen von der Kritik am Verwaltungsaufwand wird die Initiative der Regierung breit begrüßt und kann voraussichtlich schon ab Mai umgesetzt werden, ob für 9 Euro im Monat oder umsonst ist noch offen. Schnelles Handeln und günstige Fahrkarten im Öffentlichen Nahverkehr sind offensichtlich möglich, wenn politischer Wille und entsprechender Druck da sind. Dass es langfristig bei einer nur zeitlich begrenzten Fahrpreissenkung nicht bleiben kann, wird in der neuen Studie »Fahren wir zusammen?«, herausgegeben von Steffen Liebig und Kim Lucht, deutlich. Darin wird erstmals die neue Allianz zwischen Beschäftigten im ÖPNV und den Klimaaktivist*innen von Fridays for Future untersucht.

Vom Abseits in die Mitte

Die Pandemie ist keineswegs vorbei, die Gesundheitsämter haben eine neue Bedeutung erhalten. Doch warum ist die Institution, die in der Weimarer Republik eine Blütezeit erlebte, ins Abseits geraten? Dem geht Gine Elsner in ihrer Studie »Vom Abseits in die Mitte: die Gesundheitsämter. Kreisärzte, Medizinalräte, Amtsärzte: Geschichte und Aktualität einer Institution« nach, stellt die Funktion dieser Institution dar und zeichnet vor allem ihre Geschichte nach. Der öffentliche Gesundheitsdienst begann im 19. Jahrhundert in Preußen mit den Kreisärzten und der Cholera. Schließlich standen den staatlichen Kreisärzten kommunale Gesundheitsamtsärzte der Gemeinden gegenüber. Der Nazistaat vereinheitlichte das Gesundheitswesen, alle Gesundheitsämter wurden staatlich. Sie dienten nun der eugenischen »Ausmerzung«. Die Alliierten ließen die Gesundheitsämter weitgehend ungeschoren, denn sie brauchten sie gegen Seuchen und unzureichende Hygienebedingungen. Im Kalten Krieg wurden kollektive Gesundheitseinrichtungen als »kommunistisches Teufelswerk« angesehen und selbstständige Artzpraxen ­favorisiert. Gesundheitsämter gerieten ins Abseits. Bis Corona kam.

Wir haben regelmäßig darüber informiert, warum und in welchem Ausmaß Corona auch unsere Arbeit beeinträchtigt, und um Unterstützung gebeten. Dieser Bitte sind Autor:innen, Freund:innen und viele Leser:innen gefolgt.


Ein großer Dank an alle, die geholfen haben. Wir sind auch weiterhin auf Unterstützung angewiesen. Deshalb bei der Lieblingsbuchhandlung vor Ort bestellen, die ebenfalls Zuspruch benötigt, oder auf der VSA: Website.

Spenden

Für alle diejenigen, die das können und die Arbeit des Verlages durch eine finanzielle Zuwendung unterstützen möchten, gibt es folgendes Spendenkonto:

VSA: Verlag Hamburg | GLS Bank Bochum
IBAN: DE 0343 0609 6720 2812 4100
BIC: GENODEM1GLS

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