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Die schwierigen Zeiten halten an. Pablo Nerudas »Ode an das Buch« hilft weiterhin.

VSA: ist Mitglied des Freundes-
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1,5 Grad-Ziel kaum zu halten; umgepflügte Parteienlandschaft nach der Wahlen und Themen für die »Ampel«: Mindeslohn, Gesundheitspolitik; Klaus Dörre: Bonapartismus, Nachhaltigkeit und die Zukunft der Linken; Joachim Bischoff: 2020 – Krisenjahr des Neoliberalismus; Forum Gewerkschaften: 50 Jahre IG Metall Bildungszentraum Sprockhövel; Micha Brumlik: Rassismus und Antisemitismus u.v.a.m.

Socialist Register

Wie gestaltet sich das (Über-)Leben mit den neuen Technologien im 21. Jahrhundert? Lässt sich gegen, mit oder jenseits von ihnen eine postkapitalistische Perspektive entwickeln? Socialist Register 2021.

Das Chaos entwirren

Live-Buchvorstellungen sind angesichts wieder zunehmender Corona-Zahlen schwierig, zumal wenn die Autor:innen aus unterschiedlichen Regionen anreisen müssten. Deshalb bieten wir zu dem Band Das Chaos verstehen. Welche Zukunft in Zeiten von Zivilisationskrise und Corona? insgesamt vier Video-Konferenzen über Zoom an (jeweils von 19:00 bis 20:30 Uhr). Die erste fand am 16.11. zum Einleitungstext des Buches statt – mit Alex Demirović, Ingar Solty und Alexandra Strickner, moderiert von Peter Wahl. Sie wurde aufgezeichnet und kann auf unserer YouTube-Seite nachgeschaut werden.


EINLADUNG ZUM WEBINAR



Die zweite Videokonfererenz findet statt am

Dienstag, den 23. November 2021, erneut von 19:00 bis 20:30 Uhr, diesmal zu

DIE LINKE – SUBJEKT DER TRANSFORMATION?

Diskussion mit:
– Andreas Fisahn, Uni Bielefeld
– Andrea Ypsilanti, Institut Solidarische Moderne
– Andreas Nölke, Uni Frankfurt a.M.
Moderation: Friederike Benda

Gegenstand des Webinars ist das von Andreas Fisahn und Peter Wahl verfasste Schlusskapitel des Bandes.

Einwahldaten:
https://zoom.us/j/97162292206?pwd=dW5mMTFmemR6eHZZTmpsNzNnUFN1QT09
Meeting-ID: 971 6229 2206
Kenncode: 052630

Auch dieses Webinar wird aufgezeichnet und kann anschließend auf der VSA: YouTube-Seite nachgeschaut werden.


Eine dritte wird im Dezember zu »Krieg und Frieden in der multipolaren Welt-Un-Ordnung« veranstaltet – mit einem Input von Peter Wahl und Kommentaren u.a. von Claudia Haydt; diese wird moderiert von Gabi Bieberstein (Attac-AG Globalisierung & Krieg) und die vierte ebenfalls noch im Dezember zu »Grüner Kapitalismus – geht das?« (mit voraussichtlich Birgit Mahnkopf, Frank Bsirske und Heike Walk). Die genauen Termine und die Zugangsdaten werden ebenfalls demnächst hier mitgeteilt. Also immer mal wieder reinschauen.

Ein Neuanfang der Linkspartei

wird von den Partei- und den Fraktionsführungen von DIE LINKE angekündigt. Wir haben dazu aktuelle Termin- und Diskussionsvorschläge:

In seinem neuen Buch diskutiert Harald Wolf – auch mit Blick in die Geschichte und auf die bisherigen Erfahrungen der Linkspartei – Chancen, Risiken und Nebenwirkungen, wenn Linke sich an Regierungen beteiligen. Dieter Klein hat in einem Vortrag anlässlich seines 90. Geburtstags im neuen Haus der Rosa-Luxemburg-Stiftung am 25. Oktober der Linkspartei in seiner humorvallen Art einiges ins Pflichtenbuch geschrieben – nachzulesen ausführlich in seinem demnächst erscheinenden Buch Regulation in einer solidarischen Gesellschaft. Was von den bisherigen rot-rot-grünen Erfahrungen in Thüringen zu lernen wäre, ist in dem von Paul Wellsow herausgegeben Band Es ist eben nicht egal, wer regiert zu finden. Und was das für konkrete Transformationsprojekte heißen könnte, werden die Autor:innen in dem von Mario Candeias und Stephan Krull herausgegebenen Buch Spurwechsel, Studien zu Mobilitätsindustrien, Beschäftigungspotenzialen und alternativer Produktion darstellen.

Juliane Deppe neu im VSA: Team

»Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen. Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.« (Primo Levi)

Es sind diese Worte des Ausschwitz-Überlebenden, die mich mit Blick auf die deutsche nationalsozialistische Vergangenheit wie auf aktuelle Entwicklungen darin bestärken, für eine Gesellschaft jenseits von Unterdrückung wie auch Ausbeutung einzutreten. Deshalb bin ich seit vielen Jahren auch in der politischen Bildungsarbeit tätig. Ich freue mich, dass ich nun im VSA: Verlag als Mitglied des Teams ebenfalls einen politischen Beitrag leisten kann. Und ich bin gespannt auf das, was mich erwartet!

Jan Dreier: spannendes Praktikum?

Ich studiere aktuell an der Uni Osnabrück im Master Wirtschafts- und Sozialgeographie und widme mich dabei am liebsten den Themen der politischen Ökonomie und Ökologie globaler Ungleichheiten, den Kontinuitäten des Kolonialismus sowie der Analyse von Machtasymmetrien und dem Widerstand dagegen. In meinem Studium war ich bisher sehr frei in der Auswahl der Themen meiner Texte und hatte daher viel Freude am Recherchieren und entwickelte immer mehr Lust für das Schreiben. Bei der Überlegung, wie es nach meinem Studium weitergehen könnte und wie ich nach dem Studium auch weiterhin an gesellschaftskritischen Texten arbeiten könnte, dachte ich an den Spaß, den ich am Schreiben habe und fasste den kühnen Gedanken, mich auf ein Praktikum beim VSA: Verlag zu bewerben. Tatsächlich hatte ich meine Bachelorarbeit schon mit großer Hilfe eines Buches von David Harvey geschrieben, welches im VSA: Verlag erschienen ist. So bestand bereits eine indirekte Verbindung zum Verlag, bevor ich überhaupt anfing. Als VSA: mir dann für das Praktikum zusagte, war ich sehr froh (und bin es immer noch).
Meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit den mir lieben Menschen oder mit einem Buch. Aber ich bin auch ein großer Fan von spannenden Dokus - von denen ich vermutlich viel zu viele schaue. Da ich auch Gedichte mag, will ich mit einem Zitat des Dichters W.H. Auden schließen, das für mich in simplen aber wahren Worten den Weg zu einer besseren Gesellschaft weist und gleichzeitig aufzeigt, was passiert, wenn wir alles beim Alten belassen…: »Love each other or perish.«

Wir brauchen eine Renaissance des Gemeinwohls!

Eine wichtige Erkenntnis der Pandemie beschreibt der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke: »Nach dieser Krise brauchen wir: mehr soziale Sicherheit für alle, mehr Investitionen in Krankenhäuser, in die Schulen und in die Menschen. Und wir wollen eine Klimawende, die sozial gerecht ist. Wir wollen nicht weitermachen mit einem Kapitalismus, der sozial und ökologisch blind ist.« Wenn die Pandemie etwas Positives bewirkt hat, dann die Erkenntnis, dass deren Folgen für die Menschen ohne den Sozialstaat noch schlimmer ausgefallen wären. Von der Besinnung auf Daseinsvorsorge und Gemeinwohl, von einer Neujustierung des Verhältnisses von demokratischer Politik und gewinnorientierter Wirtschaft ist in den bislang bekannten Überlegungen der Ampel-Koalitionäre nurmehr am Rand die Rede. Mit dem von Frank Werneke und Claus Zanker herausgegebenen Band Renaissance des Gemeinwohls? sollen die frühen Erkenntnisse aus der Pandemiezeit wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden.

Über den Umgang mit rechten Verlagen

Thema Nummer eins während der Frankfurter Buchmesse 2021 war die Absage einzelner Autor:innen – begründet mit der Befürchtung, rechten und rassistischen Übergriffen ausgesetzt zu sein, da auch extrem rechte Verlage vertreten waren.

Die Sorge kam nicht von ungefähr. So sah sich die Autorin Jasmina Kuhnke, die regelmäßig rassistisch beleidigt und bedroht wird, nach der Veröffentlichung ihrer Adresse gezwungen, mit ihrer Familie den Wohnort zu wechseln. Wer sich jedoch sicher fühlen konnte, waren rechte Verlage. Noch während der Messe wurden im Podcast des Jungeuropa Verlags Gewaltfantasien gegenüber politischen Gegner:innen geäußert. Explizit genannt wurden die beiden Journalist:innen Andrea Röpke und Andreas Speit. Letzterer bräuchte einen »Friseur«, um einen kahlrasierten Kopf wie die klassischen Skinheads zu erhalten. Das könnte »auch am Stand« mit »so einer Schermaschine« gemacht werden. Und obendrein dann noch ein Gesichtstattoo, »[s]o ein richtig cooles Fraktur-Tattoo machen – Deutschland ganz groß«. Alles nur Spaß? Nein, vielmehr eine Strategie, um Vernichtungsvorstellungen zu relativieren. Und ein Interesse am Diskurs haben Rechte mit ihrer Teilnahme an Buchmessen nicht, eher kommt eine Raumergreifungsstrategie zum Tragen. Denn wie schrieb der rechte Verleger Götz Kubitschek: »Unser Ziel ist nicht die Beteiligung am Diskurs, sondern sein Ende als Konsensform.« Im Widerspruch dazu steht die Aussage der Frankfurter Messeveranstalter, die Buchmesse sei »seit jeher ein Ort des Diskurses«. Wer so etwas von sich gibt, verschließt angesichts der Ereignisse Augen und Ohren. Nach der Buchmesse in Frankfurt, ist vor der Buchmesse in Leipzig und dann im Herbst wieder in Frankfurt. Diese Zeit muss genutzt werden, um die Debatte über rechte Verlage weiterzuführen – und Entscheidungen zu treffen, die nicht nur die »Meinungs«freiheit, sondern neben der körperlichen auch die psychische Unversehrtheit berücksichtigen. Sie sollte mit all jenen geführt werden, die tatsächlich an einem Diskurs interessiert sind.

Antikapitalistische Revolution von rechts?

Die Neue Rechte will der »Querfront« aus Kapital und Antifaschismus eine kapitalismuskritische Analyse »auf der Höhe der Zeit« gegenüberstellen. Was es damit auf sich hat, analysiert Norbert Wohlfahrt in seiner Streitschrift Revolution von rechts? Der Antikapitalismus der Neuen Rechten und seine radikalpatriotische Moral. Der Autor arbeitet heraus, dass die Fixpunkte neurechter Kapitalismuskritik Staat und Nation sind, im Kern auf die »Befreiung des Staates« von »eigensüchtigen und eigensinnigen« gesellschaftlichen Interessen abgezielt wird. Die neurechte Kritik des Neoliberalismus mündet in dem vermeintlichen Verlust von Kollektivität und Gemeinschaftlichkeit und einer völkisch-nationalen Orientierung. Ohne konsequent den Nationalismus des rechten Antikapitalismus offenzulegen, bleibt der Kampf gegen rechts zahnlos. Wer Rechte mit einer alternativen Moral nur dafür kritisiert, dass sie nicht zum demokratischen Spektrum zählen und eine rassistische Weltsicht haben, wird wenig erfolgreich sein. Erforderlich ist eine Kritik ihrer patriotischen Grundlagen und der ihr zugehörigen Wirtschaftsweise.

Man hätte es früher lesen können

Zehn Jahre nach der »Selbstenttarung des NSU« räumt selbst der – inzwischen nurmehr geschäftsführende – Bundesinnenminister Horst Seehofer ein, dass »man« lange Zeit auf dem rechten Auge blind war. Fakt ist: Rassistische Denkstrukturen verhinderten Ermittlungen in die richtige Richtung. Auch wenn es anmaßend klingt: Behörden und Politiker:innen hätten es in unseren Bücher früher nachlesen können.

Bereits 2012 und 2013 wurden in den von Bodo Ramelow (damals erst Ministerpräsident in spe) herausgebenen Bänden Made in Thüringen? Nazi-Terror und Verfassungsschutz-Skandal und Schreddern, Spitzeln, Staatsversagen. Wie rechter Terror, Behördenkumpanei und Rassismus aus der Mitte zusammengehen dieser Skandal thematisiert. Es folgte 2017 das Buch von Hajo Funke Sicherheitsrisiko Verfassungsschutz. Staatsaffäre NSU: das V-Mann-Desaster und was daraus gelernt werden muss und 2018 der von Antonia von der Behrens herausgegebene Band Kein Schlusswort. Nazi-Terror | Sicherheitsbehörden | Unterstützernetzwerk mit Plädoyers von zwei Nebenklägern und acht Rechtsanwält:innen der Nebenklage im sogenannten NSU-Prozess. Die Bücher waren erfolgreich, sind inzwischen vergriffen, auf der VSA: Website jedoch downloadbar. Fakt ist bis heute: Es ist noch längst nicht alles aufgeklärt. Darüber informieren die Autor:innen in dem von Benjamin-Immanuel Hoff, Heike Kleffner, Maximilian Pichl und Martina Renner herausgegeben Band Rückhaltlose Aufklärung? NSU, NSA, BND – Geheimdienste und Untersuchungsausschüsse zwischen Staatsversagen und Staatswohl. Das Buch ist lieferbar.

Chinas Sozialismus verstehen

Die aktuellen Debatten um China leben von Gegenüberstellungen: Sozialismus vs. Kapitalismus oder Demokratie vs. Autoritarismus. Mit dem Aufstieg Chinas sind politische und ökonomische Grundsatzfragen neu aufgerufen: zu Form, Gestalt und Vision eines dynamischen und wohlhabenden Sozialismus, zu politischer Teilhabe, Freiheit und Demokratie. Allerdings kommen chinesische Autor:innen bislang kaum zu Wort. Das ist in diesem von Yang Ping und Jan Turowski herausgegebenen Buch anders. Der erste Band der Reihe »LinkerChinaDiskurs« Sozialismusdebatte chinesischer Prägung widmet sich zentralen Orientierungspunkten der innerchinesischen Sozialismusdebatte. Die Autor:innen tragen dazu bei, ökonomische Entwicklungen, Entscheidungsoptionen und Problemlösungen aus chinesischer Logik, Geschichte und Entwicklungsprozesse einschließlich der daraus folgenden Spannungen im Land besser zu verstehen.

Frank Deppes neues Buch

mit dem einfachen, aber aussagekräftigen Titel SOZIALISMUS wurde am 19. Oktober im Frankfurter Club Voltaire vom Autor im Gespräch mit dem früheren FR-Redakteur Claus-Jürgen Göpfert vorgestellt, auch wenn aufgrund von Lieferkettenproblemen beim Druckpapier auf der Veranstaltung vorerst nur ein Blindband gezeigt werden konnte. Inzwischen ist das Buch erschienen, in dem Frank Deppe seine Sichtweise auf den Sozialismus anschaulich erläutert. Drei Jahrzehnte nach der welthistorischen Wende 1989 und zehn Jahre nach dem großen Crash von 2008 formieren sich weltweit sehr unterschiedliche neue Protestbewegungen. Mit der krisenhaften Erosion des Neoliberalismus konstatierte der Londoner »Economist« eine Renaissance des Sozialismus in den Zentren des Kapitalismus, und die Neue Zürcher Zeitung empörte sich über die »neue Lust am Sozialismus«.

Herzlichen Glückwunch zum 90sten!

VSA: Autor Dieter Klein feierte am 15. Oktober seinen 90. Geburtstag. Dazu gratulierten wir herzlich und wünschten alles Gute, vor allem Gesundheit und weiterhin Schaffenskraft. Letzterer Wunsch war möglicherweise unangebracht, hat er doch bereits das Manuskript seines neuesten Buches Regulation in einer solidarischen Gesellschaft an den Verlag übergeben. Es macht deutlich, was Michael Brie – ebenfalls VSA: Autor – in seiner Würdigung auf Sozialismus.de als Titel gewählt hat: »Ist das nicht der, der genau weiß, dass es nicht geht, und es trotzdem tut?« Mit diesem Zitat, mit dem Hermann Hesse den chinesischen Moralphilosophen Konfuzius charakterisierte, endet Dieters neues Buch, das im November erscheinen soll.

Geschichtsbücher helfen bei der Bewältigung von Zukunftsanforderungen

Auf der Delegiertenversammlung der IG Metall Hannover am 2. Oktober wurde allen Teilnehmer:innen ein Exemplar des soeben erschienen Bands »Streiten und gestalten. Die IG Metall Hannover von 1945 bis 2010«, der von dem Mitglied des Redaktionsteams Hartmut Meine vorgestellt wurde, übergeben. Denn für die Bewältigung der Zukunftsanforderungen – so der Erste Bevollmächtigte Dirk Schulze – kann und muss aus der Vergangenheit gelernt werden. Deshalb sei es wichtig, das in diesem Buch »unsere Geschichte, die Geschichte der Beschäftigten in der Metallindustrie und im Handwerk sowie ihrer gewerkschaftlichen Interessenvertrer:innen« festgehalten wurde.

Mut zum Wandel

Das Mantra der bereits angelaufenen Koalitions-Sondierungen ist »Veränderung«; während der Wahlausgang viele eher am Gelingen eines grundlegenden Wandels zweifeln lässt, wird die ökologische und digitale Transformation als Gebot der Stunde gehandelt. Diese müsse vor allem schnell voranschreiten, da sind sich nicht mehr nur noch die Grünen einig. »Es muss jetzt schnell gehen« zitiert die »Zeit« Marcel Fratzscher vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Dass ein schneller Wandel möglich ist – und, dass man davor keine Angst haben dürfe, vor allem nicht, wenn man auch die soziale Frage stellt, dafür argumentiert Michael Brie in seiner Flugschrift »Transformation heißt Mut, das Ganze wagen«. Der Autor sucht nach Chancen und Fallstricken für eine sozial-ökologische Transformation. Wie schnell eine Wirtschaft umgestellt werden kann, wenn es die Umstände gebieten, hat für ihn der Übergang der US-Wirtschaft vor dem Zweiten Weltkrieg zur Kriegswirtschaft gezeigt. Was können wir von dieser Umstellung lernen, ohne auf Kriege hinzusteuern, sondern auf eine Friedenswirtschaft, die auf globaler Solidarität beruht?

Krise der Lieferketten

Wie fragil die globalen Lieferketten sind, hat sich während der Pandemie und durch die Blockade des Suezkanals besonders deutlich gezeigt. Auch aktuell spricht die FAZ von einem »drohenden Lieferkettenkollaps«, etwa in Sachen Chips für die Autoindustrie, die auf deren Knappheit mit Werksschließungen und Kurzarbeit reagiert. Zugleich sind Lieferketten »Ausbeutungsketten«, deren Machtbeziehungen und tagtägliche, systeminhärente Menschenrechtsverletzungen schon vor Corona als krisenhaft galten. Das legt Christoph Scherrer in seiner Flugschrift »Macht in weltweiten Lieferketten« dar. Der Autor zeigt darin unter anderem am Beispiel kleinbäuerlicher Betriebe, wer am wenigsten von der Arbeitsteilung im Global Sourcing profitiert, wer daran gewinnt – und wie es dazu kommen kann.

Tarifrunde 2021 für die Beschäftigten der Länder

Zu Recht weist ver.di auf eine sich bereits abzeichnende harte Tarif-Auseinandersetzung hin: »Die rund 2,2 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder halten den Laden am Laufen: Sie sichern mit ihrer Arbeit die Infrastruktur, die wir brauchen, um gut und sicher durch die Pandemie zu kommen.« Die Zeichen stehen auf Sturm: »Die Arbeitgeber der Tarifgemeinschaft deutscher Länder haben schon jetzt angekündigt, dass sie den Arbeitsvorgang aufrufen wollen bei den Verhandlungen und damit einen Angriff auf das gesamte Eingruppierungssystem starten. In vielen Bereichen würden künftig schlechtere Eingruppierungen drohen. Sieht so der Dank für den Einsatz in der Corona-Krise aus?« Gelernt werden für solche harten Tarifkonflikte kann aus den Erfahrungen erfolgreichen Organizings in den USA, die Jane McAlevey in ihrem neuen Buch (gemeinsam herausgegeben von Stefanie Holtz, Bundesjugendsekretärin der IG Metall, und Florian Wilde, Referent in der Rosa-Luxemburg-Stiftung) darstellt: Macht. Gemeinsame Sache!

Und gelernt werden kann auch aus den Erfahrungen, die die Beschäftigten von Amazon in ihren Kämpfen um gewerkschaftliche Organisation in dem extrem gewerkschaftsfeindlichen Versandriesen gesammelt haben. Sabrina Apicella hat sie in ihrem Buch Das Prinzip Amazon über den Wandel der Verkaufsarbeit und Streiks im transnationalen Versandhandel dargestellt.

Das Trauerspiel von Afghanistan

Das vom Westen zu verantwortende Debakel in Afghanistan, das erneut die Taliban an die Macht brachte und das Land nah an den Rand eines neuen Bürgerkriegs führt, macht deutlich: Von »Stabilität, Wohlstand und einer regelbasierten, multilateralen Ordnung«, die der Westen laut Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer weltweit schaffen will, kann keine Rede sein. Stattdessen drohen neue Fluchtursachen und kriegerische Auseinandersetzungen bis hin zur neuerlichen Bedrohung durch einen Atomkrieg, wie Erhard Crome in seinem neuen Buch Ungeliebte Alternative deutlich macht. Er plädiert deshalb für eine Rückbesinnung auf die friedliche Koexistenz, wie die Welt sie in den 1970er und 1980er Jahren kannte. Der Autor befragt die damaligen Analysen, Konzepte und Strategien neu, um diese Erfahrungen des 20. Jahrhunderts für eine zeitgemäße Friedenspolitik fruchtbar zu machen.

Sage niemand, man hätte es nicht wissen können. Bereits in der Monitor-Ausgabe des Ersten Deutschen Fernsehens vom 8. November 2001 sprach der damalige Moderator Klaus Bednarz (1942-2015) nicht nur über die »US-Militärpropaganda mit falschen Bildern« aus Afghanistan, sondern kam am Schluss der Sendung noch einmal darauf zurück, dass nicht nur die Sowjetunion mit ihrer Intervention dort gescheitert sei, sondern das »mächtige englische Königreich« bereits sehr viel früher. Er ließ zum Abschluss den Schauspieler Otto Sander (1941-2013) das von Theodor Fontane verfasste Gedicht »Das Trauerspiel von Afghanistan« vortragen. Diesen Hinweis verdanken wir unserem Autor Hartmut Meine.

Augustes Töchter, Enkelinnen und Urenkelinnen

Gine Elsner hat bereits in vielen VSA: Büchern (zuletzt erschien Die aufrechte Haltung. Orthopädie im Nationalsozialismus) die Geschichte der Arbeitsmedizin im Nationalsozialismus kritisch aufgearbeitet. Mit ihrem neuesten Buch geht sie einen anderen Weg: Für Augustes Töchter hat sie 150 Jahre Frauenleid und -kämpfe in mehreren Generationen der eigenen Familie erforscht. Hierzu konnte sie aus reichhaltigen Quellen schöpfen, vor allem von Auguste, der Urgroßmutter im Oderbruch, die zahlreiche Briefe hinterließ, und von den umfangreichen Tagebuchaufzeichnungen und autobiografischen Zeugnissen ihrer Mutter Ilse Elsner (1910-1996). Auf deren Geschichte liegt ein besonderer Schwerpunkt: Sie kam aus einfachen Verhältnissen und befreite sich kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aus einer schwierigen Ehe, bevor sie als SPD-Politikerin im Hamburger Senat und im Bundestag sowie im Europäischen Parlament gegen viele Widerstände selbst soziale Reformen mit in die Wege leiten konnte. Anders als in konventionellen Familienbiografien ordnet die Autorin die individuellen Geschichten in die zeitgeschichtlichen Hintergründe ein. Ein Buch nicht nur für »Augustes Töchter«, sondern für alle Enkelinnen und Urenkelinnen, bis heute.

Weltmarkt und Weltwirtschaft

Die weltwirtschaftliche Entwicklung ist zunehmend von internationaler Ungleichheit – noch verstärkt durch die Folgen der Pandemie – geprägt. Die wirtschaftliche Spaltung der Welt und die durch Menschen verursachte Klimaveränderungen vom Untergang bedrohten Länder setzen neue Herausforderungen auf die Agenda auch der industriellen Metropolen und entwickelten Länder. Um dies zu verstehen und gegen die Verarmung wirksame Maßnahmen in die Wege zu leiten, liefert Stephan Krüger mit seinem neuen Buch eine zusammenfassende Darstellung der kapitalistischen Weltwirtschaft. Er veranschaulicht mit zahlreichen Abbildungen ihre modernen Globalisierungstendenzen, die Herausbildung neuer industriell sich entwickelnden Länder (Schwellenländer) sowie den Einbezug auch der unterentwickelten Staaten, die zwar rund die Hälfte der Erdbevölkerung beheimaten und wichtige Lager- und Produktionsstätten für industrielle und landwirtschaftliche Rohprodukte besitzen, auf der Landkarte des Weltmarkts jedoch nur einen Randbereich ausmachen. Damit liefert er wesentliche Eckpunkte einer Wirtschafts- und Sozialgeschichte der entwickelten kapitalistischen Produktionsweise unter den Blickpunkten von Weltmarkt, Weltwirtschaft und Weltpolitik zusammen. Wie in seiner vorherigen Arbeiten basiert diese auf einer von Marx’ Kritik der Politischen Ökonomie angeleiteten Interpretation des empirisch-statistischen Materials.

Wir haben regelmäßig darüber informiert, warum und in welchem Ausmaß Corona auch unsere Arbeit beeinträchtigt, und um Unterstützung gebeten. Dieser Bitte sind Autor:innen, Freund:innen und viele Leser:innen gefolgt.


Ein großer Dank an alle, die geholfen haben. Wir sind auch weiterhin auf Unterstützung angewiesen. Deshalb bei der Lieblingsbuchhandlung vor Ort bestellen, die ebenfalls Zuspruch benötigt, oder auf der VSA: Website.

Spenden

Für alle diejenigen, die das können und die Arbeit des Verlages durch eine finanzielle Zuwendung unterstützen möchten, gibt es folgendes Spendenkonto:

VSA: Verlag Hamburg | GLS Bank Bochum
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