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Die Staats- und Verfassungskrise im UK, Mit Mao-Zitaten und US-Flaggen gegen China, Nachhaltigkeitsrevolution und Green New Deal, »Altersarmut wird uns mit Wucht überrollen«, Woran ist der Sozialismus in der DDR gescheitert?, 100 Jahre Rotes Wien, Forum Gewerkschafen u.v.a.m.

Das aktuelle Supplement von Sozialismus.de (dort im Abo enthalten) Machtressourcen für eine progressive Transformation. Was können Gewerkschaften einbringen? ist auch separat erhältlich.

Socialist Register

Steht die Welt auf dem Kopf? Was lassen die jüngsten sozialen und politischen Umwälzungen erwarten? Nüchterne Analysen für eine Linke in hektischen Zeiten sind gefragt. Das Socialist Register 2019.

Frank Bsirske: Überzeugt, authentisch, kämpferisch

Am Mittwoch, den 16. Oktober, hatte ver.di zur Verabschiedung ihres langjährigen Vorsitzenden Frank Bsirske ins TIPI am Kanzleramt eingeladen. Gekommen sind viele Freund*innen, nationale wie internationale Gewerkschaftskolleg*innen sowie zahlreiche Gäste aus Politik (u.a. Kanzleramtsminister Helge Braun, der Grüße der Bundeskanzlerin und der Bundesregierung übermittelte), Verbänden und Wirtschaft. Als Überraschungsgeschenk überreichte der neue ver.di-Vorsitzende Frank Werneke ein erstes Exemplar des von ihm gemeinsam mit seinen beiden Stellvertreterinnen Christine Behle und Andrea Kocsis im VSA: Verlag herausgegebenen Bandes Überzeugt, authentisch, kämpferisch. ver.di und ihr Vorsitzender Frank Bsirske 2001 bis 2019.

Im Vorwort schreiben die Herausgeber*innen u.a.: »Frank ist präsent gewesen bei den Menschen im Arbeitskampf, bei Demonstrationen und Kundgebungen, auf zahllosen Betriebs- und Personalversammlungen, auf großen Konferenzen ebenso wie bei Versammlungen einer Arbeitsloseninitiative. Er hat überzeugt und sich auch überzeugen lassen. Im September 2019 verabschiedete er sich von seiner Aufgabe. Das ist ein guter Zeitpunkt, um innezuhalten und einen Blick zurück zu wagen: einen Blick auf die Geschichte von ver.di, einen Blick auf ihre vielfältigen gewerkschafts- und gesellschaftspolitischen Handlungsfelder und auf Frank Bsirske, sein Wirken, seine Leistungen, auf die Herausforderungen, denen er sich gestellt hat und wie er darauf reagiert hat, einen Blick auf sein Bild in der Öffentlichkeit, in der Politik, in der Wissenschaft und bei ver.di.«
Das aus naheliegenden Gründen bislang nicht angekündigte Buch kann ab sofort im Buchhandel oder direkt bei uns bestellt werden.

Globale (Un)Ordnung in der taz-Kantine

Am Dienstag, den 15. Oktober wurde in der taz-Kantine das Buch ABC der globalen (Un)Ordnung – Von »Anthropozän« bis »Zivilgesellschaft« vorgestellt. Auf dem Podium diskutierten Jochen Steinhilber (Leiter des Referats Globale Politik und Entwicklung der Friedrich-Ebert-Stiftung, Autor des Stichworts »Transnationale Konzerne«), Christian Jakob (taz-Redakteur, Autor der Stichworte »Flucht« und »Grenzregime«), Moderator Wilhelm Vogelpohl (taz-Werbeleitung), Claudia von Braunmühl (Wissenschaftlicher Beirat von Attac und eine der Herausgeber*innen des Buches) sowie Birgit Mahnkopf (Prof. i.R. an der HWR Berlin und Autorin des Stichworts »Anthropozän«) über die Klimakatastrophe, Fluchtbewegungen, die Rolle von Konzernen und demokratischen Einflussmöglichkeiten sowie über die Frage, wie politische Handlungsmöglichkeiten wieder zurückgewonnen werden können.

Wolf-Dieter Narr (1937-2019)

Wir trauern um unseren Autor Wolf-Dieter Narr, der am 12. Oktober 2019 nach langer schwerer Krankheit verstorben ist. In einem Nachruf im Tagesspiegel würdigt Peter Grottian ausführlich Narrs hochschul- und auch sonstiges politisches Engagement und schreibt: »Leider hat sein letztes Buch zur Niemandsherrschaft zu wenig Aufmerksamkeit erhalten. Er diagnostizierte das, was man ›Blackrock-Kapitalismus‹ nennen könnte: 4,3 Billionen Euro Anlagekapital in den 30 DAX-Unternehmen mit fünf bis zehn Prozent Vertretern von New York aus gesteuert, bester Kenner der Branchen, aber auf keiner Aktionärsversammlung sichtbar. Die Gefahr für die soziale Marktwirtschaft und die Demokratie, die von dieser Schattenbank zwischen den Linien ausgeht, hat Narr trefflich auf den Punkt gebracht.«

Nachgebohrt: Rechtspopulismus als Protest

Der Zenit der AfD ist keineswegs überschritten. Die parteiinternen Querelen schaden den Rechtsextremen nicht, was zuletzt die Wahlerfolge in Brandenburg und Sachsen dokumentieren. Beim aktuellen Politbarometer des ZDF legt die AfD bundesweit zu und überholt mit 14% inzwischen sogar die SPD (deren Zukunft ist ein anderes Thema ...). Die Gründe dafür, dass die Rechte massiv Stimmungen und Stimmen mobilisieren kann, analysiert Cornelia Koppetsch in Rechtspopulismus als Protest. Die gefährdete Mitte in der globalen Moderne. Ihre These: »Die neuen Rechtsparteien sind vor allem dort besonders erfolgreich, wo es ihnen gelingt, emotionspolitische (Zorn auf die Eliten und Ressentiments gegenüber Einwanderern), symbolpolitische (Bewahrung nationaler Traditionen und Werte) und realpolitische Anliegen (Schutz der einheimischen Wirtschaft vor ausländischen Investoren oder Finanzkonglomeraten, Zurückdrängung der EU) aufzugreifen und in ein Antiglobalisierungs-Narrativ zu integrieren.«

Soziologisch nachgebohrt im öffentlichen Interesse

Aufstieg rechter Parteien, Zuspitzung der Konflikte um Klimagerechtigkeit, wachsende soziale Ungleichheiten und nachhallende Effekte der letzten großen Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/9 – diesen Themen stellen sich Klaus Dörre und seine Mitherausgeber*innen in dem Band Im gesellschaftlichen Interesse. Potenziale einer Öffentlichen Soziologie.

Nach-Gelesen und weitergedacht: die Linke und der Staat

Kenntnisse über den Staat sind in der Linken durchaus ausbaufähig und der Siegeszug national-autoritärer Parteien führt die Brisanz des Themas vor Augen. Jetzt gibt es eine Einstiegshilfe mit Texten zur materialistischen Theorie von Staat, Demokratie und Recht. Ridvan Ciftci und Andreas Fisahn haben – basierend auf eigenen Lehrerfahrungen – »klassische« und jüngere Texte zusammengestellt. Nach-Gelesen ist geeignet für das Selbststudium ebenso wie für organisierte Lesekreise und Uni-Seminare, kurzum ein Lesebuch, dessen Lektüre aktuelle Entwicklungen erfasst, sie kritisch würdigt und in der Praxis des Studiums und der politischen Aktion hilft, neueren Entwicklungen gerecht zu werden. Zu Wort kommen Eugen Paschukanis, Hermann Heller, Ernst Bloch, Nicos Poulantzas, ­Pierre Bourdieu, Frank Deppe, Joachim Hirsch, Franz Neumann, Josef Esser, Hans Kelsen, Johannes ­Agnoli, Andreas Fisahn und Heide Gerstenberger.

Nachgedacht: Linke und Religion

Kirche und Linke hatten von Anbeginn ein schwieriges Verhältnis. Und heute? Wie wird das Verhältnis von Kirche und Staat gesehen, z.B. beim Streit um Kopftuch oder Religionsunterricht? Und was sind die Maßstäbe für eine linke Religionspolitik? Die Autor*innen des Buches Die Linke und die Religion stellen sich diesen Fragen. Ihre Schlussfolgerungen lauten: Die politische, kulturelle und soziale Linke muss sich den emanzipatorischen Impetus der marxschen Religionskritik wieder aneignen. Deshalb blieben die Religionen ein umkämpfter Ort beim Unterfangen, »alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist« (Marx). Damit ist ein Maßstab von Gesellschaftsveränderung formuliert, der eine Grundlage für die Allianz von säkular oder religiös motivierten Emanzipationsbewegungen bildet.

Nachgefragt: Hat der Kapitalismus eine Zukunft?

Je tiefer die Krisenprozesse, die den Kapitalismus ergreifen, je mehr die Welt aus den Fugen gerät, desto mehr gewinnt der Diskurs darüber, ob diese Gesellschaftformation noch eine Zukunft hat oder bereits ans Ende gekommen ist, an Bedeutung. Dieter Klein fragt in seiner neuen Buchveröffentlichung im Rahmen der Publikationen der Rosa-Luxemburg-Stiftung mit dem VSA: Verlag Zukunft oder Ende des Kapitalismus? In kritischer Diskursanalyse von Texten prominenter Autoren zeichnet er auch Konturen einer solidarischen Gesellschaftsalternative nach.

Nachgeschaut: die Metaphern von Marx

Eine Verständnishilfe der etwas anderen Art zur Einführung in »Das Kapital« liefert Hans H. Hiebel mit seinem Buch Die Metaphern des Karl Marx. Er entschlüsselt das epochale Werk über die zahlreichen bildhaften Ausdrücke – z.B. Ware als »Gallerte«, »Geldkristall«, »Chrysalide«, »Fetischcharakter der Ware«, Kapital als »Fetisch«, »Vampir«, »Moloch«, zinstragendes Kapital als »fetischartigste« Form, das als Ware »verkleidete« Kapital, Zins und Grundrente als ­»Mystifikationen«, »Phantasmagorie«, »Spuk«, »Zauber« usw. –, die bei genauerer Betrachtung interessante Aufschlüsse geben über zentrale Gedanken und Argumente von Marx. Denn dieser war nicht nur ein genialer Ökonom, sondern auch ein brillanter Schriftsteller und Poet, dessen Werk aus einer völlig neuen Perspektive beleuchtet wird.

Nachgedruckt

Kaum erschienen, müssen wir bereits nachdrucken, denn das neue Buch von Hans-Jürgen Urban Gute Arbeit in der Transformation löst kurz vor dem IG Metall-Gewerkschaftstag Debatten aus. So diskutierte das geschäftsführende Vorstandsmitglied der IGM in der letzten Ausgabe der Wochenzeitung der Freitag unter anderem über Vergesellschaftung. Die Besprechung des neuen Buches in der jungen Welt führte zu einer heftigen Kontroverse in den Social-Media-Netzwerken.

Nachzugucken: Organizing online

Das im Frühjahr erschienene Buch Keine halben Sachen. Machtaufbau durch Organizing wird Gegenstand eines globalen, vierteiligen Onlinekurses, an dem sich weltweit über 1.000 Menschen beteiligen werden. Die US-amerikanische Autorin und Gewerkschafterin Jane McAlevey wird in vier aufeinander aufbauenden »Global Lectures« vom 29. Oktober bis zum 26. November die wesentlichen Elemente ihrer Organizing-Methoden vorstellen. Der Crashkurs richtet sich an politische Aktivist*innen und Gewerkschafter*innen, die sich für neue Organisierungspraktiken und gezielten Machtaufbau interessieren. Eine Anmeldung ist zwingend erforderlich, denn Voraussetzung für die Teilnahme an den »Global Lectures« ist die Teilnahme an allen vier Sitzungen – nur so kann ein kontinuierlicher und kollektiver Lernprozess möglich sein.

Nachgeforscht mit einem Appell für die Zukunft

Regen Zuspruch fand am Donnerstag, 26. September, im Kulturhaus Serrahn in Hamburg-Bergedorf die Vorstellung von Ausplünderungen: Bergedorfer Juden und das Finanzamt. Der Autor Bernhard Nette und der Vorwort-Autor Jaromír Balcar gaben einen Einblick in die Vorgehensweise der Behörden bei der Ausplünderung ehemals wohlhabender jüdischer Familien während der NS-Zeit. Durch den lokalgeschichtlichen Hintergrund wurde es besonders anschaulich: Namen wie die Lavys, Franks, Tichauers, Rosendorffs erhalten nunmehr ein Gesicht und eine Geschichte. Bernhard Nette stellte zudem seinen offenen Brief an den Hamburger Finanzsenator Dr. Andreas Dressel vor, der von vielen Anwesenden unterzeichnet wurde. Er enthält u.a. den Appell: »Bringen Sie eine Ausstellung über die Hamburgische Finanzverwaltung während der NS-Terrorherrschaft und in den Zeiten danach auf den Weg!«

Zur Nachlektüre empfohlen

Die Ergebnisse des zweiten Thüringer NSU-Untersuchungsausschusses sind eindeutig: Die Polizei hat gravierende Fehler gemacht, dem Verfassungsschutz wird mangelnde Sach- und Fachkompetenz attestiert, was zu Fehleinordnungen von Veranstaltungen, Strukturen sowie Akteur*innen der rechten Szene führte. Das trifft auch für die Justiz zu. Der Informationsaustausch zwischen verschiedenen Landes- und Bundessicherheitsbehörden sei höchst ungenügend gewesen, einschließlich Datenverlusten und -vernichtung. Deutlich werden die Bedeutung, aber auch die Grenzen parlamentarischer Untersuchungsausschüsse für eine Rückhaltlose Aufklärung, die bereits die Autoren unseres gleichnamigen Buches untersucht hatten. Und deutlich wird, was die Nebenklageanwälte in ihren Plädoyers im Münchener NSU-Prozess forderten: Kein Schlusswort! Es sind noch immer viele der brennenden Fragen unbeantwortet.

Anlässlich der Wahlergebnisse in Österreich empfehlen wir zudem einen erneuten Blick in den Band Rechtspopulistische Zerstörung Europas?. Das Kapitel über Österreich hilft, die Entwicklung in der Alpenrepublik zu verstehen, und die Autoren bietet insgesamt sozioökonomische, politische und kulturelle Analysen der rechten Offensive, mit der versucht wird, Europa zu zerstören.

Künstliche Intelligenz

Ein schmales Bändchen zu einem Thema, das vielen Beschäftigten zu Recht Sorgen bereitet, haben Lothar Schröder, auf dem Gewerkschaftstag von ver.di aus dem Bundesvorstand ausgeschieden, aber weiter in der Enquete-Kommission »Künstliche Intelligenz« des Deutschen Bundestags aktiv, und der Journalist Markus Franz vorgelegt: Eine warme Stimme schleicht sich in dein Ohr. Darin geht es um gewerkschaftliche Antworten auf Fluch und Segen von Künstlicher Intelligenz – eingängig geschrieben, anschaulich illustriert und ermutigend für die – nach wie vor – in menschlicher Gestalt wirkenden Interessenvertreter*innen!

Emily Laquer und Tim Solcher neu im VSA: und Sozialismus.de Team.

Emily wird die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in die Hand nehmen, um unsere Bücher stärker ins Gespräch zu bringen und das Netz- und Zeitschriftenprojekt Sozialismus.de auf den Social-Media-Känälen präsenter machen. (Presseanfragen und Rezensionsexemplarbestellungen bitte ab sofort an  emily.laquer@vsa-verlag.de; folgt ihr auch auf Twitter: twitter.com/emilylaquer)

Emily kommt aus den sozialen Bewegungen und setzt sich u.a. für offene Grenzen, Geschlechtergerechtigkeit und radikalen Klimaschutz ein. Seit dem G20-Gipfel ist sie in Hamburg für ihre angriffslustigen Pressestatements und Interviews bekannt. Die 32jährige bringt auch zu uns ein aktivistisches Verständnis von Verlagsarbeit mit: »Ob auf der Straße oder mit politischen Büchern: verändern wir die Welt. Sie braucht es!«

Tim kam 2017 als Student im Rahmen eines Praktikums im Verlags- und Zeitschriftenbereich zu uns und unterstützt seitdem regelmäßig unsere Arbeit im Vertrieb und Lektorat, bei Veranstaltungen und auf der Buchmesse in Leipzig. Seit April 2019 ist er für den Vertrieb der Zeitschrift »Sozialismus.de« verantwortlich (Heftbestellungen, Abos und Nachfragen ab sofort direkt an tim.solcher@vsa-verlag.de).

Sein Antrieb: »Publizistische Aufklärungsarbeit allein kann den derzeitigen allgemeinen Rechtsruck vielleicht nicht stoppen, aber bleibt ein unverzichtbares Werkzeug, um linke Gesellschaftskritik aus der Krise zu führen.«

Verlags-Stadtteil St. Georg!

Der Hamburger Stadtteil St. Georg ist jetzt endgültig ein veritabler Verlags-Standort. Nachdem bereits der VSA: Verlag bei seinem Umzug aus Westberlin nach Hamburg 1979 dort seinen Sitz nahm und inzwischen seit mehr als 25 Jahren wieder in dem Kiez (»Kein Ort für anständige Leute«, klagte einst ein Hausbesitzer) zu Hause ist, hat nun auch der Rowohlt-Verlag seinen Verlagssitz von Reinbek ins Bieberhaus in St. Georg verlegt (»Rowohlts bewegte Umzugsgeschichte« erzählt kurzweilig der langjährige Leiter der Rowohlt-Medienagentur und VSA: Autor Michael Töteberg). Auch wenn es bei der Einweihungsfeier im Hamburger Schauspielhaus ob der Ansprachen des neuen Verlagsleiters und des Vertreters der Konzernoberen der Holtzbrinck-Gruppe »viele rätselnde Mienen gab« (so die FAZ), werden die Buchmenschen eines der bedeutendsten Verlage Deutschlands sicherlich den Stadtteil beleben. Das VSA: Team aus dem St. Georgs Kirchhof 6 begrüßt ganz herzlich die Rowohlt-Kolleginnen und -Kollegen im Stadtteil.

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