Wir trauern um Marco Bülow

der plötzlich und unerwartet im Januar 2026 im Alter von 54 Jahren viel zu früh verstorben ist. Noch am 25. November 2025 hatte er gemeinsam mit Daniela Dahn, Petra Erler, Alexander Rahr, Peter Brandt, Dieter Klein und Ingo Schulze von der Gruppe »Neubeginn« (zu der auch Michael Brie gehört) in der Pfarrkirche »Zu den vier Evangelisten« in Berlin-Pankow die Flugschrift »Lasst alle Hoffnung fahren. Zornige Blicke« vorgestellt. Er erläuterte dort in einer Rede seinen Beitrag (»Mut statt Hoffnung«) und begründete, warum angesichts massiv gestiegener Rüstungsausgaben Demokratie und Frieden einer permanenten Revolte bedürfen. Marco war Journalist und Politiker, von 2002 bis 2021 gehörte er als direkt gewählter Abgeordneter (erst Mitglied der SPD-Fraktion, seit Ende 2018 fraktionslos) dem Deutschen Bundestag an. Das ZDF bezeichnete ihn einst als »wohl lauteste Stimme gegen den Profitlobbyismus«, was die Titel seiner letzten Bücher unterstreichen: »Lobbyland – Wie die Wirtschaft unsere Demokratie kauft« (2021, Das Neue Berlin) und »Korrumpiert. Wie ich fast Lobbyist wurde und jetzt die Demokratie retten will« (2025, Westend). Ines Schwerdtner schrieb in einem Nachruf auf Jacobin zu Recht: »Die gesellschaftliche Linke verliert mit Marco einen streitbaren, leidenschaftlichen Kopf. Vor allem aber verliert sie jemanden, der es wie kein anderer verstand, politische Menschen aus unterschiedlichsten Richtungen zusammenzubringen. [...] Sein Antrieb wird uns fehlen.«
Widerständiges nicht nur gegen Lügen
Auch wenn immer wieder Trump viele bereits nervt: Es muss erneut der US-Präsidenten bemüht werden. Der verkündete in Davos unter anderem: »Ich habe noch keinen Windpark in China finden können«, und verbreitete seine »Wut auf die Windräder« (FAZ am 21.1.2026) mit weiteren Lügen, die die FAZ teilweise mit Fakten widerlegte. Wir können ergänzen und schlagen vor, sich die Flugschrift von Michael Brie »Projekt ›Schönes China‹. Die ökologische Modernisierung der Volksrepublik« zu beschaffen, in der der Autor die aktuelle Umwelt- und Klimapolitik des Landes und dessen Strategie der ökologischen Modernisierung (»Klares Wasser und grüne Berge sind wie Gold und Silber!«) ausführlich darstellt.
Mitunter heißt es, in den USA gebe es kaum Widerstand gegen Trumps Innenpolitik. In der Tat kritisieren viele Vertreter*innen der Demokratischen Partei die Trump-Administration eher zurückhaltend. Entschiedenerer Protest kommt jedoch aus der Zivilgesellschaft (»No-Kings«-Bewegung) und insbesondere von Künstler*innen. Jüngste Beispiele: Rapper Bad Bunny bei der Grammy-Verleihung bzw. in der Pause des »Super Bowl« und »Boss« Bruce Springsteen,
der mit »Streets of Minneapolis« an die Protestlieder-Tradition von Joan Baez und dem frühen Bob Dylan anknüpft. Darin heißt es unter anderem: »Oh, our Minneapolis, I hear your voice | Singing through the bloody mist | We'll take our stand for this land | And the stranger in our midst.« Dem FAZ-Kommentator Jürgen Kaube fällt nichts besseres ein, als Bad Bunnys Auftritte zu einem bloßen »Cha-Cha-Cha in Rap-Version« zu denunzieren. Wir dagegen halten es mit Bertolt Brecht, der in seinem Gedicht »An die Nachgeborenen« angesichts »finsterer Zeiten« sich dafür aussprach, »selber nicht freundlich« zu sein, selbst wenn »wir den Boden bereiten wollten für Freundlichkeit«.
Nicht unbedingt Freundliches
für diejenigen, die die gesellschaftlichen Strukturen unverändert lassen wollen, haben wir natürlich auch im Verlagsprogramm des Frühjahrs und Sommers 2026 anzubieten. Wir stellen in den nächsten Tagen nach und nach die Bücher vor, die wir bislang noch nicht neu ankündigt haben, die anderen stehen bereits im Netz. Ein regelmäßiger Besuch auf unserer Website und der Klick auf »Das neue Programm« lohnt also allemal.
Ganz freundlich werden wir alle diejenigen begrüßen, die uns vom 19. bis 23. März an unserem Stand K 408 in Halle 5 auf der Leipziger Buchmesse besuchen. Also gern bereits jetzt günstige Bahn-Tickets in die Messe-Stadt buchen.
Was lange währt, wird endlich gut
Bereits im Frühjahr 2023 hatten wir signalisiert, dass wir die Rechte an David Harveys in den USA erschienenen Band Marx' »Grundrisse« lesen erworben haben. Denn nach der Veröffentlichung von Marx »Kapital« lesen und Marx 2. Band des »Kapital« lesen wollten wir auch dessen »Begleitung« der eher schwierigen »Grundrisse« möglichst rasch zugänglich machen. Allerdings hatten wir den Aufwand unterschätzt, die vom Autor häufig in seinen Text eingebauten auch kürzeren Zitate von Marx, die nicht einfach aus dem Englischen rückzuübersetzen waren, in der MEW-Ausgabe ausfindig zu machen. So hat die Übersetzungsarbeit deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen und wir mussten den Erscheinungstermin immer wieder verschieben. Jetzt aber sind wir damit durch, der Text ist bereits gesetzt und wir werden ihn allerspätestens im März ausliefern können. Und wir können nur unterstreichen, was Nancy Frazer (»Harveys Werk ist für erfahrene Leser ebenso erhellend wie hilfreich für diejenigen, die sich zum ersten Mal mit Marx’ großem Text auseinandersetzen«) und Naomi Klein (»Lesen Sie dieses Buch!«) zur englischen Ausgabe schrieben.
Übrigens werden Mareike Borger und Leo Koch, die gemeinsam mit Klara Steenken sich der Mammutaufgabe der Übersetzung gewidmet haben, am Mittwoch, den 18. Februrar ab 19:00 Uhr in der Staats- und Universitätsbibliothek Carl-von-Ossietzky in Hamburg (Von-Melle-Park 3), über ihre Übersetzungserfahrungen berichten.
Die Militarisierung des Alltags, von Wissenschaft und Kultur
schreitet nach der noch von Olaf Scholz im Februar 2022 anlässlich des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine ausgerufenen »Zeitenwende« immer weiter fort, so dass sich Ingar Solty, Referent für Friedens- und Sicherheitspolitik am »Zentrum für Gesellschaftsanalyse und politische Bildung« der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin, die Innere Zeitenwende genauer angeschaut hat. Die Umstellung auf »Kriegswirtschaft«, samt der medienwirksamen Eröffnung neuer Munitionsfabriken, bindet gesellschaftliche Ressourcen, zudem werden Ausgaben für Infrastruktur von der Bahn bis zu Autobahnbrücken dem Ziel untergeordnet, diese kriegstüchtig zu machen. Hochschulen sollen mit der Bundeswehr und Rüstungskonzernen kooperieren. Die Bundeswehr lässt nicht nur bei Schauveranstaltungen Menschen auf Panzern herumklettern und Kinder früh mit Gewehren Schießübungen veranstalten. Pizzakartons, Bäckertüten in Supermärkten tragen das Militärische auf die Tische von Familien. Der Autor beschreibt das ganze Ausmaß der inneren Zeitenwende, seine berechtigte Sorge ist, dass damit die endgültige Akzeptanz des Kriegerischen in den Alltag gelangt, die Deutschland nicht mehr loswerden wird. Übrigens wird Ingar Solty die zentralen Ergebnisse seiner Flugschrift am 19.3. zwischen 12:30 und 13:00 auf dem Sachbuchforum der Leipziger Buchmesse vorstellen.
Der Sozialstaat ist unter Druck
seitdem Bundeskanzler Friedrich Merz, Carsten Linnemann und andere Scharfmacher der Unionsparteien überall Missbräuche, zu wenig Leistungsbereitschaft oder Lifestyle-Teilzeitarbeit ausgemacht haben. Der sozialdemokratische Koalitionspartner widerspricht zwar zaghaft, setzt dem politisch aber nur wenige Alternativen entgegen. Ganz im Unterschied zu den Gewerkschaften und den Sozalverbänden. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, macht in seinem Buch deutlich, dass in dieser Debatte ein drängendes und bedrückendes Problem gern in den Hintergrund gedrängt wird: Armut ist mitten unter uns, sie wächst und die Armen werden immer ärmer. In einem der reichsten Länder der Welt ist sie für immer mehr Menschen ein riesiges Problem. Um das zu ändern, legt er in Armut? Abschaffen! die Fakten ungeschminkt auf den Tisch, denn Armut ist verbreiteter und tiefgreifender, als die Einkommensarmutszahlen belegen. Und das Ausmaß der Vermögensungleichheit und der Einkommensarmut ist nochmal viel größer. 60% der Bevölkerung haben kein oder kaum Vermögen, 10% haben Schulden. Und er plädiert für eine Gesellschaft, die frei von Armut möglich und dringend erforderlich ist.
Über die Aufforderung »Streik doch einfach mit«
der Kolleg*innen des Aktivenkreis Bundesanzeiger haben wir bereits an dieser Stelle berichtet. Das von ihnen herausgegebene gleichnamige Buch erfreut sich großer Beliebtheit und ist bereits in der 2. Auflage, was auch eine Folge davon ist, dass die beiden Herausgeber Jan Schulze-Husmann und Peter Trinogga es unermüdlich auf diversen Veranstaltungen und Lesungen vorstellen (siehe auch unten unter Veranstaltungen) – so auch beim Besuch einer japanischen Delegation in der ver.di-Bundesverwaltung in Berlin. Kolleginnen des Industrial and Labour Affair Bureau in Tokio informierten sich u.a. anhand des Buches über das deutsche Tarifrecht und brachten ihre Wertschätzung dafür beeindruckend zum Ausdruck.
Die Buchvorstellung des Bändchens im Buchcafé im gleichen Haus nutzt Peter Novak zu einer ausführlichen Besprechung in der ver.di-Medienzeitschift MMM Menschen machen Medien, auf die wir an dieser Stelle gern verlinken. Im nd vom 3.2.2026 hat Nowak den Band ebenfalls besprochen: »Warum soll man ein Buch über einen monatelangen Streik lesen, der letztlich ergebnislos blieb? Diese Frage beantworten der ver.di-Gewerkschaftssekretär Jan Schulze-Husmann und der langjährige Betriebsvorsitzende bei der Bundesanzeiger Verlag GmbH, Peter Trinogga, im Vorwort: ›Wir versuchen eine Analyse der Vorgänge und richten dabei den Fokus auf besondere Aspekte dieser Auseinandersetzung.‹«
Frisch besprochen
In der Februar-Ausgabe von contraste. zeitschrift für selbstorganisation bespricht Herbert Klemisch den Band Sozialismus von unten: »Ziel des von Klaus Dörre und Kolleg*innen herausgegebenen Bandes ist es, der Frage nachzugehen, ob emanzipatorische Projekte Elemente einer sozialistischen Utopie aufweisen und einen Beitrag zur Überwindung des Kapitalismus darstellen. Denn Sozialismus wird, so der Konsens der Autor*innen, immer noch als Kategorie für eine anstrebenswerte Utopie definiert. Was verschiedene politische und gesellschaftliche Initiativen von unten leisten, zeigen die Beiträge von Studierenden und Wissenschaftler*innen der Friedrich-Schiller-Universität Jena anhand von Fallstudien.« Sein Fazit lautet: »Die dargestellte Fülle der Beispiele für die Entfaltung einer Gegenmacht von unten ist lehrreich, gibt Anregungen und macht Mut.«

Die Zeitschrift gegenwind. Politik und Kultur in Schleswig-Holstein & Hamburg hat in ihrer Februar-Ausgabe Ingar Soltys Flugschrift Trumps Triumph? besprochen. Günther Stamer schreibt unter dem Titel »Trump räumt auf« in seiner ausführlicen Rezension unter anderem:»Der Politikwissenschaftler [...] hat zur Beantwortung der Frage, warum Trump gewählt wurde, die Politik und Ökonomie der USA der letzten zehn Jahre unter die Lupe genommen. Daran anknüpfend analysiert er die Gründe für das Scheitern des Vorgängers Joe Biden und der Präsidentschaftkandidatin der Demokraten Kamala Harris. Solty beschreibt die USA als Gesellschaft des beschleunigten sozialen Abstiegs, bedingt durh eine starke Deindustrialisierung, den fundamentalen Sieg des Kapitals über die Gewerkschaften und die Finanzierung von Studien- und Ausbildungsgängen durch immens steigende Gebühren.« Sein abschließendes Urteil: »Insgesamt ist Soltys Buch eine profunde Hilfe, um zu verstehen, unter welchen politischen und ökonomischen Bedingungen Trump erneut zur Macht gelangte.«
Das Argument erscheint seit der Ausgabe 344 in neuer Herausgeberschaft und in neuer Aufmachung. Beibehalten wurde der umfangreiche Besprechungsteil. Dort rezensiert der Politikwissenschaftler und Redaktionsassistent de Zeitschrift Sebastian Neumann die Flugschrift Die rechte Mitte von Klaus lang: »Das Buch hat dort seine Stärken, wo es programmatische Neuerungen, Widersprüche [sowohl programmatische als auch gegenüber dem konservativem Handeln], Leerstellen oder Unzulänglichkeiten benennt und aufzeigt, inwiefern Diskrepanzen zu einer progressiven Auffassung bestehen. Insofern spricht Rudolf Walther in seine Rezension vom 26.2.2025 auf links-netz.de zurecht von einer soliden Programmanalyse. Bei wenigen Andeutungen bleibt es hingegen, wenn Antworten auf die zu Beginn aufgeworfenen Frage des Umgangs mit der radikal-rechten Konkurrenz [...] gegeben werden. Zugegebenermaßen ist diese Entwicklung noch stark im Fluss, was auch die im Buch aufgegriffene gemeinsame Bundestags-Abstimmung von Union und AfD Ende Januar 2025 zeigte.«
Gleich zwei VSA: Bücher werden in der Januar-Ausgabe der WSI-Mitteilungen besprochen. Auf den Seiten 82 und 83 geht Robin Mohan, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Frankfurter Institut für Sozialfuschung auf die Studie von Kalle Kunkel über den Kampf um die Krankenhäuse als politischer Tarifkonflikt »Langer Atem – keine Geduld mehr« ein: Br der »Entlastungsbewegung [...] an den Krankenhäusern [...] handelt [es] sich um eine Tarifbewegung, die sich im Kern nicht um Lohn und Arbeitszeiten, sondern um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch bedarfsgerechte Personalbemessung dreht [...]. Zugleich ging es aber immer auch darum, mit den Arbeitskämpfen von der betrieblichen Ebene aus Druck auszuüben und die Bundespolitik dazu zu bewegen, eine allgemeingültige Personalbemessung per Gesetz einzuführen. Kalle Kunkel hat nun die erste ausführliche Studie über diese Bewegung vorgelegt [...]. Der Fokus liegt dabei auf den Kämpfen für Entlastungstarifverträge: 2015 und 2021 an der Charité und 2021 bei Vivantes in Berlin, 2018 an den Unikliniken in Düsseldorf und Essen und 2022 in ganz NRW.« Das Gesamturteil des Rezensenten fällt differenziert aus: Kunkel »arbeitet die ambivalenten Auswirkungen der tariflichen Institutionalisierung derartiger Eingriffe auf die Beschäftigten heraus und bezieht dabei die Sicht der gewerkschaftlichen Basis mit ein. [...] Was sich allerdings konstatieren lässt, ist eine Zuspitzung der Studie auf das Problem der ›strategischen Handlungsmöglichkeiten der Gewerkschaft‹ (S. 14), die dazu führt, dass einige interessante Fragen allenfalls gestreift oder ganz ausgespart werden [...] Dennoch handelt es ich um eine empfehlenswerte Studie für alle strategisch Interessierten, denn sie bietet nicht nur einen kenntnisreichen und ›intimen‹ Einblick in die Entlastungsbewegung, sondern eine konkrete Analyse von Kräfteverhältnissen, die auch für die Untersuchung von Kämpfen in anderen Sektoren Modellcharakter haben kann.«
Auf den Seiten 84 und 85 der WSI-Mitteilungen hat sich Johannes Scholten, freigestelltes Personalratsmitglied an der Philipps-Universität Marburg den von Ann-Kathrin Hoffmann und Marvin Hopp herausgegebenen Sammelband Arbeitskämpfe an die Hochschulen! Beschäftigungsbedingungen und Strategien gewerkschaftlicher Gegenmacht angeschaut: »Dieses Buch steckt voller Ausrufezeichen. Ein Band über Hochschulen ist dies, der sich nicht mit akademischer Seminarprosa begnügt, sondern als Aufruf zur Tat daherkommt: ›Schluss mit Frust!‹, ›Gegen Outsourcing und Leistungsverdichtung!‹, ›Aufstand der Töchter!‹, ›Ein überfälliger Aufbruch!‹, so lauten einige der Kapitelüberschriften. Gewerkschaften machen das seit eh und je vor, jüngst wieder zu besichtigen bei Protesten, die sich gegen Kürzungen an den hessischen Hochschulen richteten. [...] Marvin Hopp und Ann-Kathrin Hoffmann haben Autor*innen aus der Hochschulforschung und aus der gewerkschaftsnahen Praxis gewonnen, die das Thema aus vielfältigen Blickwinkeln beleuchten. [...] Das Ergebnis lässt sich, diesseits einer sozialwissenschaftlichen Rezeption, als Handreichung für den Alltag von Betriebsgruppen in wissenschaftlichen Einrichtungen lesen: An vielen Punkten werden die gewerkschaftlich Aktiven Anknüpfungspunkte erkennen, eigene Erfahrungen bestätigt sehen und Anregungen finden. Womit wir bei den Ausrufezeichen angelangt wären. Das Buch bleibt nicht bei trockenen Feststellungen stehen, sondern steckt voller emphatisch vorgetragener Skandalisierungen sowie Aufforderungen, aktiv zu werden [...] Wer künftig Arbeitskämpfe an Hochschulen führt, kann dank dieses Sammelbandes auf einen soliden Erfahrungsschatz zurückgreifen, der Konflikte und Niederlagen ebenso wenig ausspart wie die Mühen der Ebene und die oftmals sehr individuellen Befindlichkeiten, ohne die kein politisches Handeln zu denken ist. Und ja, oftmals bereiten Arbeitskämpfe sogar Spaß. Ausrufezeichen!«
Gewerkschaft, ja bitte!

Rechtzeitig zu den anstehenden Betriebsratswahlen zwischen März und Mai dieses Jahres erscheint Ende Januar die inzwischen 5. aktualisierte Ausgabe des Handbuchs für Betriebsräte, Vertrauensleute und Aktive »Gewerkschaft, ja bitte!« In ihrem Vorwort schreiben Garnet Alps, Carsten Maaß und Uwe Stoffregen: »Die Idee, Konzeption und Umsetzung eines Handbuches für aktive Metaller*innen stammt von Hartmut Meine, dem ehemaligen IG Metall-Bezirksleiter in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. [Wir] haben mit der vorliegenden Ausgabe eine Aktualisierung und Weiterentwicklung [...] vorgenommen, das von Meine erstmalig 2018 herausgegeben wurde.« Und Ralf Reinstädtler, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, notiert in seinem Geleitwort: »Dieses Buch ist ein praktischer Leitfaden für Betriebsratsmitglieder, Vertrauensleute, Jugend- und Auszubildendenvertreter*innen sowie neugewählte Kolleg*innen. Es behandelt die Grundlagen der Mitbestimmung, Betriebs-, Tarif- und Gesellschaftspolitik und bietet praxisnahe Tipps zur aktiven Interessenvertretung, Beschäftigungssicherung, Mitgliedergewinnung sowie zur betrieblichen Gestaltung von Transformation und Digitalisierung. Damit bietet [es] dauerhaft wertvolle Impulse, um die anstehenden Herausforderungen aktiv zu gestalten und die betriebliche Mitbestimmung nachhaltig zu stärken.«
Homeoffice, New Work und Agilität
»Betriebe sind nicht nur ökonomische Organisationseinheiten, in denen Beschäftigte gemeinsam Güter produzieren und Dienstleistungen erbringen. Sie sind zugleich soziale Räume, in denen fachliche Interaktion, kollektive Identitätsbildung und informelle Kommunikation stattfinden«, notiert Claus Zanker, Geschäftsführer von INPUT Consulting in Stattgart, in seinem Vorwort zu dem Band »Der Betrieb als sozialer Ort im Umbruch«, der als Band 3 der INPUT-Schriftenreihe erscheint. Denn die internetbasierte Wertschöpfung und die weite Verbreitung von Homeoffice und hybriden Arbeitsformen führen zu zunehmendem Druck auf die Beschäftigten. Die Autor*innen des Bandes beleuchten Aspekte der betrieblicher Sozialintegration aus unterschiedlichen Perspektiven. »Damit leisten sie nicht nur einen Beitrag zur Weiterentwicklung der arbeitssoziologischen Forschung, sondern geben auch praxisorientierte Impulse für die Gestaltung des Betriebs als sozialer Ort in Zeiten von Remote Work und Homeoffice« durch die gewerkschaftliche Inteessenvertretung.
Erkenntnisse und Positionen zur Wohlfahrtspflege
hat Rolf Rosenbrock, der seit 40 Jahren zum Zusammenhang von Armut und Gesundheit forscht und von 2012 bis 2024 ehenamtlicher Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbands war, in dem Band »Selbstgestaltung und Soziale Arbeit« zusammengestellt. Am Schluss des Eröffnungsbeitrags schreibt er: »Vor vielen Jahren hieß es, dass wertorientierte gemeinnützige Soziale Arbeit keine Zukunft habe und die Wohlfahrtsverbände ein Auslaufmodell seien. Solche Annahmen sind grandios widerlegt. Der Paritätische [...] ist präsent und wirkt, auf Bundesebene in Politik, Verwaltung und Medien, aber auch und vor allem durch das lebendige, tätige Engagement vor Ort, durch professionelles Handeln und freiwilliges Engagement, durch Ideen und Taten – für mehr Chancengleichheit und gleichen Respekt für jeden Menschen.« Gleichwohl bleibt die wachsende Armut ein zentrales Thema der Verbände der Wohlfahrtspflege. Auch deshalb hat der Autor seine Positionen zu allen Facetten im Kampf gegen Armut und Opferschelte aufgeschrieben.
Damit nicht alle Hoffnung auf eine friedlichere Welt dahinfährt
starteten am Dienstag, den 25.11. in der voll besetzten Pfarrkirche »Zu den vier Evangelisten« in Berlin-Pankow die Autorinnen und Autoren der Flugschrift »Lasst alle Hoffnung fahren. Zornige Blicke« in die Diskursräume der Gegenwart. Unter anderen Daniela Dahn, Petra Erler, Alexander Rahr, Peter Brandt, Dieter Klein und Marco Bülow von der Gruppe »Neubeginn« (zu der auch Ingo Schulze und Michael Brie gehören) lasen aus ihren Texten. Die politische Situation, Vorkriegsszenarien und das sich zunehmend verschärfende kulturelle Klima geben Anlass zu diesen zornigen Blicken. Die Pankower Kirche, ein Ort der Offenheit seit vielen Jahren, bot der Gruppe wie schon im vergangenen Jahr zur Premiere der der Erinnerung an Antje Vollmer gewidmeten Flugschrift »Den Krieg verlernen« Obdach – Raum, der benötigt wird, um sich über Krisen und mögliche Auswege zu verständigen.
Spenden
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