Neu im Team: Herzlich Willkommen, Emily und Tim!

Wir begrüßen Emily Laquer und Tim Solcher neu im VSA: und Sozialismus.de Team.

Emily wird die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in die Hand nehmen, um unsere Bücher stärker ins Gespräch zu bringen und das Netz- und Zeitschriftenprojekt Sozialismus.de auf den Social-Media-Känälen präsenter machen. (Presseanfragen und Rezensionsexemplarbestellungen bitte ab sofort an  emily.laquer@vsa-verlag.de; folgt ihr auch auf Twitter: twitter.com/emilylaquer)

Emily kommt aus den sozialen Bewegungen und setzt sich u.a. für offene Grenzen, Geschlechtergerechtigkeit und radikalen Klimaschutz ein. Seit dem G20-Gipfel ist sie in Hamburg für ihre angriffslustigen Pressestatements und Interviews bekannt. Die 32jährige bringt auch zu uns ein aktivistisches Verständnis von Verlagsarbeit mit: »Ob auf der Straße oder mit politischen Büchern: verändern wir die Welt. Sie braucht es!«

Tim kam 2017 als Student im Rahmen eines Praktikums im Verlags- und Zeitschriftenbereich zu uns und unterstützt seitdem regelmäßig unsere Arbeit im Vertrieb und Lektorat, bei Veranstaltungen und auf der Buchmesse in Leipzig. Seit April 2019 ist er für den Vertrieb der Zeitschrift »Sozialismus.de« verantwortlich (Heftbestellungen, Abos und Nachfragen ab sofort direkt an tim.solcher@vsa-verlag.de).

Sein Antrieb: »Publizistische Aufklärungsarbeit allein kann den derzeitigen allgemeinen Rechtsruck vielleicht nicht stoppen, aber bleibt ein unverzichtbares Werkzeug, um linke Gesellschaftskritik aus der Krise zu führen.«

Ordnung in die globale (Un)Ordnung bringen

Im Jahr 2005 erschien das »ABC der Globalisierung«. Inzwischen zeigen sich die Auswirkungen der neoliberalen Globalisierung in aller Deutlichkeit: Aus dem Wohlfahrtsversprechen ist eine Welt der globalen ­(Un)Ordnung ­geworden.

114 Autorinnen und Autoren greifen in 126 Stichwörtern – von »Anthropozän« über »Europäische Union«, »Gender«, »Klimawandel«, »Rassismus« und »Sozial-ökologische Transformation« bis hin zu »Ziviler Ungehorsam« und »Zivilgesellschaft« – die aktuellen Entwicklungen im ABC der globalen (Un)Ordnung auf, erarbeiten politische Orientierungspunkte und zeigen Alternativen.

Auch für das neue, ­ab dem 22. August erhältliche Standardwerk der ­Globalisierungskritik gilt: »Eine andere Welt ist möglich«.

Was es bedeutet, demokratischer Sozialist zu sein

Der im Januar verstorbene Erik Olin Wright, marxistischer Soziologe, Klassentheoretiker und Professor für Soziologie an der Universität von Wisconsin, USA, hat sein Leben der Suche nach einem zeitgemäßen Sozialismusverständnis gewidmet. Postum ist soeben bei uns sein letztes Werk noch vor dem englischen Original (Herbst 2019) erschienen: Linker Antikapitalismus im 21. Jahrhundert. Was es bedeutet, demokratischer Sozialist zu sein vervollständigt sein Lebenswerk der »Realen Utopien«, mit denen er nach konkreten Alternativen im Kapitalismus sucht, um ihn zu überwinden.

Transformation der Arbeit

Im Feld der Arbeit finden rasante Umbruchprozesse statt – angestoßen durch global vernetzte Wertschöpfungsketten und Digitalisierungsprozesse, aber auch durch die dringenden Erfordernisse umweltschonender Produktion und Konsumtion. Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, beleuchtet in seinem neuen Buch die Restrukturierung der Unternehmen unter dem Druck der Finanzmärkte, die psychischen Belastungen einer entgrenzten Arbeitswelt, die verschiedenen Gesichter prekärer Arbeit, die demografischen Herausforderungen, die Rationalisierungsschübe in der Industrie 4.0, die Herausforderungen einer neuen Leistungs- und Arbeitszeitpolitik, die Ökologie der Arbeit. Die zentrale Frage lautet: Wie können die Machtverhältnisse so gedreht werden, dass Gute Arbeit gestärkt wird? Es bedarf eines neuen Anlaufs der Demokratisierung der Wirtschaft: Einflussnahme auf Investitionen, Produktentscheidungen, Standortplanungen in sozialem, gesellschaftlichem und umweltpolitischem Interesse.

Genau hinsehen!

Am Mittwoch, den 21. August feiern wir ab 15:00 Uhr im Lokal »Bastion« im Museum für Hamburgische Geschichte gemeinsam mit dem Autor, den Herausgebern und Vertreter*innen der Hamburger Museen und Museumsvereinen, in denen Ulrich Bauche Spuren hinterlassen hat, das Erscheinen seines Buches. Nach wenigen unvermeidlichen Kurzreden und der Lesung von zwei kurzen Auszügen durch die Herausgeber wird der Autor das Buch signieren.

VSA: auf INDIECON 2019

Für alle Leser*innen aus dem hohen Norden und solche, die Anfang September Hamburg besuchen wollen (lohnt immer): Wir beteiligen uns als Bestandteil von »LUV – Liste unabhängiger Verlage Hamburg« am 7. und 8. September im Oberhafen am Independent Publishing Festival, zeigen Bücher vor und freuen uns auf viele Besucher*innen (Details im September-Newsletter). »LUV« ist ein vom Referat »Literatur und literarisches Leben« der Hamburger Kulturbehörde unterstütztes Netzwerk, das die unabhängigen Verlage der Hansestadt in der Öffentlichkeit sichtbarer machen will.

Erinnerung an Ágnes Heller (1929-2019)

Am 19. Juli 2019 verstarb im Alter von 90 Jahren die Philosophin und marxistische Autorin Ágnes Heller. 1929 in Budapest geboren und in einem jüdischen Elternhaus aufgewachsen, entging sie Deportation und Ermordung durch die Nazis – im Unterschied zu ihrem Vater. Mitte der 1950er Jahre studierte sie bei Georg Lukács, wurde von ihm promoviert und schließlich seine Assistentin. Nach der Niederschlagung des Volksaufstands 1956 ging sie auf kritische Distanz zum System. Sie verließ Ungarn 1977 und ging zunächst nach Melbourne, später nach New York, wo sie den Hannah-Arendt-Lehrstuhl innehatte. Ende der 1970er Jahre und zu Beginn der 1980er entwickelte sich eine intensive publizistische Zusammenarbeit mit dem VSA: Verlag, es erschienen insgesamt sieben Bücher (u.a. »Theorie der Bedürfnisse«, »Theorie der Gefühle«, »Der sowjetische Weg«). Nach ihrer Emeritierung pendelte sie zwischen New York und Budapest, sie gehörte zu den entschiedendsten Gegnerinnen des 2010 wiedergewählten Viktor Orbán. Eine ausführlichere Würdigung ihrer Arbeit ist auf der Website von Sozialismus.de nachzulesen (außerdem wird ihr Beitrag Frauen, bürgerliche Gesellschaft und Staat aus Heft 6-1980 der Zeitschrift dokumentiert).

Das VSA: Herbstprogramm 2019

ist online. Das ABC der globalen (Un)Ordnung erscheint im August, ebenso wie das posthum veröffentlichte Vermächtnis von Erik Olin Wright zu linkem Antikapitalismus im 21. Jahrhundert und das Buch von Hans-Jürgen Urban zu Guter Arbeit in der Transformation. Dem aktuellen Erstarken der Rechten tragen wir mit dem Band von Cornelia Koppetsch zu Rechtspopulismus als Protest Rechnung. Konkrete Vorschläge zur programmatischen Erneuerung der Linken und zu Gegen-Hegemonie sind Themen mehrerer Herbsttitel, darunter eine Flugschrift, die nachhaltige Alternativen für Wohnen und Stadtentwicklung diskutiert. Ein weiterer Schwerpunkt sind absehbare Veränderungen in der Arbeitswelt (z.B. durch das Vordringen von Künstlicher Intelligenz) und Überlegungen, wie Gewerkschaften in Verbindung mit dem progressiven Teil der Arbeitswissenschaften darauf reagieren könnten. Titel zu einer anderen Lektüre der linken Klassiker Karl Marx und Rosa Luxemburg, zur Profitratenentwicklung in der Weltwirtschaft, zu linker Kommunalpolitik und zur Erinnerungskultur runden das Programm ab.

Rechte Morde

Nach dem Geständnis von Stephan E., den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) getötet zu haben, wacht auch der Bundesinnenminister auf und stellt Aufklärung über mögliche Verbindungen des Täters zur rechtsextremen Szene in Aussicht (siehe dazu auch die Bewertung von Maximilian Pichl in der aktuellen Ausgabe von Sozialismus.de). Ähnliches hatte die Bundeskanzlerin den Angehörigen bereits bei der Trauerfeier für die NSU-Opfer versprochen – die Angehörigen warten bis heute vergeblich. Denn Aufklärung hieße auch, die Rolle von Polizei, Geheimdiensten, V-Männer etc. zu beleuchten, was nachweislich nicht geschieht. Wir verweisen an diesem Zusammenhang auf den von Antonia von der Behrens herausgegebenen Band Kein Schlusswort mit den Plädoyers von Nebenklägeranwält*innen  im NSU-Prozess, auf das Buch Rückhaltlose Aufklärung? (herausgegeben von Benjamin-Immanuel Hoff, Heike Kleffner, Maximilian Pichl und Martina Renner) sowie auf Hajo Funkes Veröffentlichung Sicherheitsrisiko Verfassungsschutz. Staatsaffäre NSU: das V-Mann-Desaster und was daraus gelernt werden muss.

Der Rechte Rand

Mit dem Mord an Walter Lübcke, den Ergebnissen der Europawahlen und mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in drei ostdeutschen Bundesländern rückt das Thema Rechtspopulismus und die insbesondere von der AfD befeuerte Verschiebung des politisch-kulturellen Koordinatenkreuzes nach rechts erneut in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Unsere Autorinnen und Autoren haben sich seit längerem dieses Themas angenommen und dazu Untersuchungen vorgelegt, auf die wir auf einer Extra-Seite aufmerksam machen.

»Rückhaltlose Aufklärung« im MDR-Thüringen Journal

Am 1. Juli 2019 stellten im Thüringer Landtag der Mitherausgeber Benjamin-Immanuel Hoff (Chef der Staatskanzlei und Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Thüringen), die Autorin Katharina König-Preuss (MdL DIE LINKE) und die Mitherausgeberin Martina Renner (MdB DIE LINKE und stellvertretende Parteivorsitzende der Linkspartei) das Buch Rückhaltlose Aufklärung? NSU, NSA, BND – Geheimdienste und Untersuchungsausschüsse zwischen Staatsversagen und Staatswohl vor. Das MDR Thüringen Journal berichtete in seiner Sendung vom 2. Juli ausführlich.

Tektonische Verschiebungen

in den geopolitischen Entwicklungen werden trotz der Erfolge von Nationalisten die europäische Integration stärker vorantreiben. Die spannende Frage wird sein, welche Rolle die deutsche Regierung dabei spielen wird. Insofern ist ein Blick auf die und eine schonungslose Kritik der deutschen Außenpolitik seit 1990 wichtig. Den unternimmt Erhard Crome in seinem Buch Deutschland auf Machtwegen. Moralin als Ressource für weltpolitische Ambitionen. Im letzten Kapitel behandelt er »Die Crux mit der EU«. Aufgedeckt werden zudem die Interessen, die hinter den salbungsvollen Reden stehen, und diskutiert wird die Frage, wie wirksame friedenspolitische Alternativen aussehen könnten.

Verlags-Stadtteil St. Georg!

Der Hamburger Stadtteil St. Georg ist jetzt endgültig ein veritabler Verlags-Standort. Nachdem bereits der VSA: Verlag bei seinem Umzug aus Westberlin nach Hamburg 1979 dort seinen Sitz nahm und inzwischen seit mehr als 25 Jahren wieder in dem Kiez (»Kein Ort für anständige Leute«, klagte einst ein Hausbesitzer) zu Hause ist, hat nun auch der Rowohlt-Verlag seinen Verlagssitz von Reinbek ins Bieberhaus in St. Georg verlegt (»Rowohlts bewegte Umzugsgeschichte« erzählt kurzweilig der langjährige Leiter der Rowohlt-Medienagentur und VSA: Autor Michael Töteberg). Auch wenn es bei der Einweihungsfeier im Hamburger Schauspielhaus ob der Ansprachen des neuen Verlagsleiters und des Vertreters der Konzernoberen der Holtzbrinck-Gruppe »viele rätselnde Mienen gab« (so die FAZ), werden die Buchmenschen eines der bedeutendsten Verlage Deutschlands sicherlich den Stadtteil beleben. Das VSA: Team aus dem St. Georgs Kirchhof 6 begrüßt ganz herzlich die Rowohlt-Kolleginnen und -Kollegen im Stadtteil.

Quelle: https://www.vsa-verlag.de/nc/news_tipps/