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Mehr als 50 Jahre Analysen & Alternativen

Einige Kontinuitäten aus 50 Jahren Verlagsarbeit gibt es in dieser Präsentation.

Das neue Jahr

hat nicht nur bereits einen halben Monat hinter sich, sondern wurde gleich zu Beginn auch mit neuen »Aktivitäten« und Begehrlichkeiten des aktuellen US-Präsidenten eröffnet (siehe die Kurzanalysen dazu auf Sozialismus.de). Dennoch wollen wir noch einmal auf die gemeinsamen Grüße und Wünsche zum Jahreswechsel seitens der Redaktion Sozialismus.de und des VSA: Teams verweisen. Wir unterstreichen vor allem die Hoffnung, dass möglichst Viele uns als Leser*innen gewogen und erhalten bleiben. Sie stützt sich auch auf neuere Untersuchungen, dass selbst jüngere Menschen inzwischen wieder häufiger zwischen zwei Buchdeckel anstelle beständig aufs Smartphone schauen. Wir werden in den nächsten Wochen auf der Website und in den Newslettern mitteilen, was wir Neues im Frühjahr anzubieten haben. Vorerst jedoch arbeiten wir das ab, was bereits bislang angekündigt war.

Kommt weiter gut durch winterliche Wetterlagen!

Gewerkschaft, ja bitte!



Rechtzeitig zu den anstehenden Betriebsratswahlen zwischen März und Mai dieses Jahres erscheint Ende Januar die inzwischen 5. aktualisierte Ausgabe des Handbuchs für Betriebsräte, Vertrauensleute und Aktive »Gewerkschaft, ja bitte!« In ihrem Vorwort schreiben Garnet Alps, Carsten Maaß und Uwe Stoffregen: »Die Idee, Konzeption und Umsetzung eines Handbuches für aktive Metaller*innen stammt von Hartmut Meine, dem ehemaligen IG Metall-Bezirksleiter in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. [Wir] haben mit der vorliegenden Ausgabe eine Aktualisierung und Weiterentwicklung [...] vorgenommen, das von Meine erstmalig 2018 herausgegeben wurde.« Und Ralf Reinstädtler, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, notiert in seinem Geleitwort: »Dieses Buch ist ein praktischer Leitfaden für Betriebsratsmitglieder, Vertrauensleute, Jugend- und Auszubildendenvertreter*innen sowie neugewählte Kolleg*innen. Es behandelt die Grundlagen der Mitbestimmung, Betriebs-, Tarif- und Gesellschaftspolitik und bietet praxisnahe Tipps zur aktiven Interessenvertretung, Beschäftigungssicherung, Mitgliedergewinnung sowie zur betrieblichen Gestaltung von Transformation und Digitalisierung. Damit bietet [es] dauerhaft wertvolle Impulse, um die anstehenden Herausforderungen aktiv zu gestalten und die betriebliche Mitbestimmung nachhaltig zu stärken.«

Homeoffice, New Work und Agilität

»Betriebe sind nicht nur ökonomische Organisationseinheiten, in denen Beschäftigte gemeinsam Güter produzieren und Dienstleistungen erbringen. Sie sind zugleich soziale Räume, in denen fachliche Interaktion, kollektive Identitätsbildung und informelle Kommunikation stattfinden«, notiert Claus Zanker, Geschäftsführer von INPUT Consulting in Stattgart, in seinem Vorwort zu dem Band »Der Betrieb als sozialer Ort im Umbruch«, der als Band 3 der INPUT-Schriftenreihe erscheint. Denn die internetbasierte Wertschöpfung und die weite Verbreitung von Homeoffice und hybriden Arbeitsformen führen zu zunehmendem Druck auf die Beschäftigten. Die Autor*innen des Bandes beleuchten Aspekte der betrieblicher Sozialintegration aus unterschiedlichen Perspektiven. »Damit leisten sie nicht nur einen Beitrag zur Weiterentwicklung der arbeitssoziologischen Forschung, sondern geben auch praxisorientierte Impulse für die Gestaltung des Betriebs als sozialer Ort in Zeiten von Remote Work und Homeoffice« durch die gewerkschaftliche Inteessenvertretung.

138 Tage Arbeitskampf beim DuMont-Konzern

Warum das gemeinsame Agieren von Beschäftigten und ihren Gewerkschaften insbesondere in »Konfliktfällen« besonders wichtig ist, haben die Kolleg*innen des Aktivenkreis Bundesanzeiger aufgeschrieben, die gemeinsam mit dem ver.di-Gewerkschaftssekretär Jan Schulze-Husmann und dem ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden beim Bundesanzeiger Verlag in Köln, Peter Trinogga, den Band »Streik doch einfach mit!« herausgegeben haben. Von 138 Tagen Streik im Kölner Bundesanzeiger Verlag wird in dem Buch erzählt, und von der Weigerung des Unternehmens – das zum DuMont-Konzern gehört und mit hoheitlichen Aufgaben zum Betreiben u.a. eines Transparenz- und Unternehmensregisters von der Regierung beauftragt ist –, über einen Haustarifvertrag zu verhandeln, von den Repressalien, mit denen die Streikenden zu kämpfen hatten und den Versuchen, deren Willen mit allen Mitteln zu brechen. Kaum erschienen, hat es Ayse Tekin in der Januar-Ausgabe der Sozialistischen Zeitung Soz ausführlich besprochen: »Das Buch ist handlich und hat nur 165 Seiten, erzählt aber eine Geschichte wie aus dem Lehrbuch des Klassenkampfs gegen den Kapitalismus. Die Erzählung liest sich wie ein Krimi. [...] Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass es gut für Seminare zur Tarifarbeit und für Betriebs- und Personalräteschulungen passt. [...] Ein Buch als Dokumentation eines betrieblichen Kampfes mit allen Facetten vor allem aus Sicht der Beteiligten«.

Erkenntnisse und Positionen zur Wohlfahrtspflege

hat Rolf Rosenbrock, der seit 40 Jahren zum Zusammenhang von Armut und Gesundheit forscht und von 2012 bis 2024 ehenamtlicher Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbands war, in dem Band »Selbstgestaltung und Soziale Arbeit« zusammengestellt. Am Schluss des Eröffnungsbeitrags schreibt er: »Vor vielen Jahren hieß es, dass wertorientierte gemeinnützige Soziale Arbeit keine Zukunft habe und die Wohlfahrtsverbände ein Auslaufmodell seien. Solche Annahmen sind grandios widerlegt. Der Paritätische [...] ist präsent und wirkt, auf Bundesebene in Politik, Verwaltung und Medien, aber auch und vor allem durch das lebendige, tätige Engagement vor Ort, durch professionelles Handeln und freiwilliges Engagement, durch Ideen und Taten – für mehr Chancengleichheit und gleichen Respekt für jeden Menschen.« Gleichwohl bleibt die wachsende Armut ein zentrales Thema der Verbände der Wohlfahrtspflege. Auch deshalb hat der Autor seine Positionen zu allen Facetten im Kampf gegen Armut und Opferschelte aufgeschrieben.

Frisch besprochen

Johannes Schillo hat auf gewerkschaftsforum.de das im Dezember erschienene Buch »Kampfblatt des autoritären Liberalismus. Die Frankfurter Allgemeine als Wegbereiterin von ›Kriegstüchtigkeit‹« von Klaus Weber besprochen: »Die FAZ als Aushängeschild des deutschen Qualitätsjournalismus, das sich sogar ein nicht ganz linientreues Feuilleton (redaktionsintern: eine ›Spielwarenabteilung‹) leistet, ist der Vorreiter der Kriegspropaganda und der Einschwörung auf die nationalen Notwendigkeiten, die alle Klagen über soziale Kosten und Notlagen ihrer Irrelevanz überführen sollen. Weber fasst das Programm, das hier propagiert und exekutiert wird, treffend zusammen: ›In Deutschland wird Krieg vorbereitet – Vorkrieg herrscht. Pflicht, Gehorsam und Untertanengeist werden tagtäglich von Wissenschaft, Journaille und Politik beschworen. Möglich ist er geworden, weil eine 'Zeitenwende' ausgerufen wurde und damit die Notwendigkeit, deutsche Geschichte endlich vergessen zu dürfen.‹ Und Weber rückt dazu ein knapp hundertseitiges ›FAZ-Tagebuch‹ in den Mittelpunkt seiner Studie, das minutiös den Jahrgang 2023 durchgeht.«

In Mehring 1, einem Blog der Rosa-Luxemburg-Stiftung, stellt Herbert Klemisch den von Klaus Dörre, Anna Melis, Stephan Humbert und Bruno Saar herausgegebenen Band »Sozialismus von unten?« vor: »Was verschiedene politische und gesellschaftliche Initiativen von unten leisten, dieser Frage gehen die Beiträge von Studierenden und Wissenschaftler*innen der Friedrich-Schiller-Universität Jena anhand von Fallstudien nach. [...] Dabei werden so unterschiedliche Prozesse wie die Berliner Kampagne ›Deutsche Wohnen und Co. enteignen‹, die gemeinsame Initiative von Gewerkschaften und Klimaaktivist*innen am Beispiel von ›#wirfahrenzusammen‹ genauso unter die Lupe genommen, wie internationale Bewegungen, Netzwerke oder erfolgreiche parteipolitische Initiativen wie die KPÖ PLUS in Österreich. [...] Die dargestellte Fülle der Beispiele für die Entfaltung einer Gegenmacht von unten ist lehrreich, gibt Anregungen und macht Mut.«

Auf H|Soz|Kult stellt Johann Henningsen vom Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien in Potsdam den Band »Hamburgs ›Baseballschlägerjahre‹« ausführlich vor, sein Fazit: »Anhand des Beispiels Hamburg gelingt es Felix Krebs und Florian Schubert eindrücklich, die vergessene Konjunktur rechter Gewalt im westdeutschen Kontext der 1980er-Jahre darzustellen und zu zeigen, dass 1989/90 für die Geschichte der radikalen Rechten nur bedingt eine Zäsur darstellte. Alltägliche Gewalt im öffentlichen Raum, pädagogisierende und entpolitisierende Reaktionen sowie parallele Forderungen nach Verschärfungen der Migrationsregelungen prägten nicht erst das Ostdeutschland der Transformationszeit, sondern bereits ein Jahrzehnt zuvor eine westdeutsche Großstadt. Dass diese Befunde sowohl Inspiration für zeithistorische Projekte bieten als auch den Anstoß geben für einen Wandel des öffentlichen Blicks auf die ›Baseballschlägerjahre‹, bleibt zu hoffen.«

Wir trauern um Rolf Becker (31.3.1935–12.12.2025)

VSA: Verlag Hamburg | Redaktion Sozialismus.de

Foto: Wikipedia – Frank Schwichtenberg, 2016 in Elmshorn

Der Schauspieler, Gewerkschafter und politische Aktivist Rolf Becker ist am Freitag im Alter von 90 Jahren in einem Hamburger Hospiz gestorben. Wir trauern mit seiner Frau Sylvia Wempner und seiner Familie um einen engagierten Kollegen und Freund, der sich bis ins hohe Alter insbesondere in Hamburg St. Georg für den Stadtteil und vor allem seine Menschen engagierte. Noch am 19. September beteiligte er sich zusammen mit seiner Frau an der Gedenkveranstaltung für den kurz zuvor verstorbenen Jürgen Wohlers; für den Erhalt von dessen Buchhandlung im Stadtteil hat Rolf zusammen mit vielen Kolleg*innen aus dem Hamburger Schauspielhaus und Bewohner*innen aus St. Georg erfolgreich gekämpft. Wir unterstreichen daher den Nachruf von Annette Matz im NDR: »Rolf Becker wird fehlen. Auf der Straße in Hamburg-Sankt Georg und anderswo.« (Die vollständige Würdigung)

Neu im Programm

haben wir auf Bitten des DGB Frankfurt am Main die zweite Auflage der »Antifaschistschen Stadtrundgänge« durch die Mainmetropole, die die AG Stadtgänge bei DGB ausgearbeitet hat. Der Bitte kommen wir gern nach, denn wir teilen das Ansinnen der Gruppe, die die Aussage »Nie wieder ist jetzt!« angesichts eines erstarkenden Antisemitismus und Rassismus, angesichts des Erstarkens extrem rechter Parteien, Organisationen und Gedanken zum Ausgangspunkt ihres Textes machte. Der Kern des Buches sind Texte zu Orten in der Stadt, an denen sich die Geschichte des Wegs in den Nationalsozialismus, der Vertreibung und Ermordung, aber auch der Gegenwehr und des Widerstands zeigen lässt. Zudem wird die Geschichte der Stadt auch danach befragt, was sie für politisches und gesellschaftliches Handeln heute bedeutet. Ein spannendes Buch für Frankfurter und die zahlreichen Gäste der Stadt.

Was wir von Corona lernen sollten

Es ist einiges schief gelaufen in der Pandemie. Auch deshalb ­beschloss der Bundestag die Einsetzung einer Enquete-Kommission, die unter anderem Lehren für die Zukunft ziehen soll. Aber was genau ist schiefgelaufen? Neben dem die Öffentlichkeit vor allem beschäftigenden »Maskenproblem« – der damalige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) orderte ­Masken, die deutlich zu teuer waren, zudem steht der Verdacht der Begünstigung einzelner Lieferanten im Raum – finden viele Menschen, dass sie während der Pandemie unzureichend informiert wurden. Die Bevölkerung sah, wie Akteure gegeneinander entschieden: der eine so und der andere so. Politiker in Bund und Ländern argumentierten widersprüchlich,Wissenschaftler und Experten stritten über Ursachen und Maßnahmen. Die schlecht informierte Bevölkerung blieb auf der Strecke und machte sich teilweise eigene verschwörerische Gedanken. Die Pandemie ist zwar vorbei, nicht aber die Diskussion über sie, begleitende Aufklärung ist erforderlich. Gine Elsner stellt in ihrem Buch die Probleme der Corona-Pandemie, des Expertenwissens, der Entscheidungsstrukturen, der Parteienpolitik, des Verhältnisses von Wissenschaft und Politik und der staatlichen Maßnahmen dar und diskutiert die Folgen. Ausgewertet hat sie Buch­veröffentlichungen von »Experten«, vor allem aber gedruckte Medien wie die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« (FAZ), die Wochenzeitschrift »Der Spiegel« und das »Deutschen Ärzteblatt«. 

Ausgezeichnet!

VSA: Autor Wilfried Weinke wurde für sein langjähriges, außergewöhnliches Engagement in der Erinnerungskultur vom Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet. Dazu gratulieren auch wir ganz herzlich! Verdienstkreuz und Urkunde überreichte Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda am 14.11. im Rathaus: »Wilfried Weinke holt durch seine wissenschaftlichen Arbeiten und kuratorischen Tätigkeiten die Biografien aus Hamburg vertriebener Jüdinnen und Juden, deren Geschichten lange vergessen waren, wieder ins Licht der Öffentlichkeit. Seine Arbeiten sind richtungsweisend für die Erinnerungskultur und die wissenschaftliche Aufarbeitung der Exilgeschichte in Hamburg. Wilfried Weinke leistet damit einen unverzichtbaren Beitrag für das kulturelle Gedächtnis unserer Stadt. Diese hochverdiente Ehrung unterstreicht die große gesellschaftliche Bedeutung seiner Forschung für die Aufarbeitung unserer Geschichte.« Im VSA: Verlag gab er 2023 den Band »Die Erinnerung wachhalten« heraus, in dem Freunde, Kollegen und Weggefährten das aktive Engagement für eine aufklärende Erinnerungskultur in Hamburg des Volkskundlers und Historikers Ulrich Bauche (1928–2020) würdigten.

Damit nicht alle Hoffnung auf eine friedlichere Welt dahinfährt

starteten am Dienstag, den 25.11. in der voll besetzten Pfarrkirche »Zu den vier Evangelisten« in Berlin-Pankow die Autorinnen und Autoren der Flugschrift »Lasst alle Hoffnung fahren. Zornige Blicke« in die Diskursräume der Gegenwart. Unter anderen Daniela Dahn, Petra Erler, Alexander Rahr, Peter Brandt, Dieter Klein und Marco Bülow von der Gruppe »Neubeginn« (zu der auch Ingo Schulze und Michael Brie gehören) lasen aus ihren Texten. Die politische Situation, Vorkriegsszenarien und das sich zunehmend verschärfende kulturelle Klima geben Anlass zu diesen zornigen Blicken. Die Pankower Kirche, ein Ort der Offenheit seit vielen Jahren, bot der Gruppe wie schon im vergangenen Jahr zur Premiere der der Erinnerung an Antje Vollmer gewidmeten Flugschrift »Den Krieg verlernen« Obdach – Raum, der benötigt wird, um sich über Krisen und mögliche Auswege zu verständigen.

Wir trauern um Micha Brumlik (4.11.1947–10.10.2025)

Aus dem gerade veröffentlichen Nachruf von Julius H. Schoeps in der »Jüdischen Allgemeinen« haben wir die traurige Nachricht entnommen, dass unser Autor Micha Brumlik nach langer schwerer Krankheit im Alter von 78 Jahren am 10.11. verstorben ist. Noch im Jahr 2023 hatte er auf der Buchmesse in Leipzig die 2. aktualisierte Auflage seines Buches Postkolonialer Antisemitismus? gemeinsam mit dem damaligen Thüringischen Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff vor- und zur Diskussion gestellt. Wir trauern mit seiner Familie um einen – wie Schoeps zu Recht herausstellt – »öffentlichen Intellektuellen mit streitbaren Ansichten«, der nun fehlen wird.

Rechtem Kulturkampf widerstehen!

Selbst eher konservative Medien fanden, dass Wertkonservative, Rechte und Rechtsextreme sich unter dem Vorwand der Kultur während der als »Buchmesse« titulierten Veranstaltung »Seitenwechsel« in Halle an der Saale am vergangenen Wochenende in den Armen lagen. Die taz berichtet, die »Esoterikdichte« sei hoch gewesen: »Einzelne Personen verkaufen Gemälde, die anscheinend Energien bündeln sollen oder bereits gebündelt haben, selbstgemachte Ketten und Armbänder. Obskurste Bücher werden angeboten, den ›Antichristen‹ wähnt man nahe, Geschichtsklitterung gehört zum guten Ton.« Anhand des Begleitprogramms wurde deutlich, weshalb es unklug wäre, den Kulturkampf von Rechts zu unterschätzen: Alexander Gauland trat auf, Uwe Tellkamp, Gloria von Thurn und Taxis und auch Götz Kubitschek, Verleger des als »gesichert rechtsextrem« ausgewiesenen Antaios-Verlags, der die Messe als Dammbruch feierte. Schon Wochen vorher hielten in der Innenstadt Halles viele Mesnchen auf einem »Demokratiefest« mit Lesungen, Workshops und auch Tanzabenden dagegen. Auch wir leisten mit dem Verlagsprogramm »Widerstand« gegen Rechts, wie unserem aktuellen Prospekt entnommen werden kann, der zudem »linke Vorschläge mit Flugschriften & Büchern für mehr« enthält und gern zur Unterstützung unserer Arbeit hier angefordert werden kann.

Die zunehmende Militarisierung des Alltags

– von der aktuellen Debatte über die Wiedereinführung der Wehrpflicht bis hin zu den Investitionen in die Rüstungsindustrie – ist auch eine Herausforderung für die Friedensbewegung und insbesondere auch die Gewerkschaften. Denn die aktuelle Kriegsvorbereitungspolitik ist verbunden mit enormen Angriffen auf die Arbeits- und Lebensbedingungen der Beschäftigten und ihrer Familien: Abbau von existenziellen Sicherheiten und sozialer Sicherheiten mit der Gefahr auch massiver Eingriffe in Arbeits- und Gewerkschaftsrechte. Darauf haben Gewerkschafter*innen aus unterschiedlichen Organisationen in dem Band Gewerkschaften in der Zeitenwende aufmerksam gemacht und unterstreichen dies auf zahlreichen Veranstaltungen. So zum Beispiel am Mittwoch, den 19.11. in München ab 19:00 Uhr zum Thema »Kanonen oder Butter?« mit Dierk Hirschel (ver.di-Chefökonom) im Rahmen der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit der GEW München und des ver.di Bezirks München und Region, der in seinem gleichnamigen Beitrag in dem Buch deutlich macht, dass Aufrüstung kein Wachstumstreiber ist.

Spenden

Für alle diejenigen, die das können und die Arbeit des Verlages durch eine finanzielle Zuwendung unterstützen möchten, gibt es folgendes Spendenkonto:

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