In Kooperation mit

Dossier zum Masterplan Migration, Geopolitik, Mexiko, Labours Vision einer alternativen Ökonomie, Frankreich, Italien, China, Digitalisierung der Arbeit, Imperiale Lebensweise u.v.a.m.

Ein extra-Heft zu Marx’ 200. Geburtstag!

Socialist Register

Gibt es zur liberalen kapitalistischen Demokratie keine Alternative mehr? Ist Sozialismus der Feind der Demokratie? Oder kann mit ihm die Demokratie weiterentwickelt und bereichert werden? Diesen Fragen geht das Socialist Register 2018 nach.

VSA: Programm Herbst/Winter 2018/2019

Das Herbstprogramm ist online. Die Zeiten sind sowohl international (Stichworte: Trump und die Handelskriege, Brexit und die Folgen) wie auch in diesem Land (Stichworte: Rechtsruck in der Asylpolitik, NSU-Urteil und Tendenzen zur weiteren Zersplitterung der Linken) so turbulent, dass wir in der Verlagsarbeit, die Vorlauf benötigt, bevor unsere Autor*innen diese Entwicklungen aufbereiten und deuten können, kaum hinterherkommen (einige waren Themen im Frühjahrsprogramm – und wir verweisen auf Kurzanalysen und Kommentare der Zeitschrift Sozialismus.de). Es ist also durchaus möglich, dass wir neben den vorgestellten Buchprojekten im Laufe des Jahres weitere in das Programm aufnehmen – wir informieren auf dieser Website zeitnah. Gleichwohl greifen wir Aktuelles auf (so z.B. Ulrich Maurers Nachruf auf die SPD und Tobias Müllers Reportagen zur repressiven Elendsverwaltung auf europäischen Fluchtrouten), diskutieren die im nächsten Frühjahr anstehenden Europawahlen und damit die Frage, ob ein anderes Europa möglich ist, und stoßen Bücher zu grundsätzlichen innengesellschaftlichen (Gewerkschaften ja, bitte!) wie historischen Fragestellungen (100 Jahre Novemberrevolution 1918) an. Dass Leser*innen unsere Arbeit als Bereitstellung »geistiger Grundnahrungsmittel« würdigen, bestärkt uns, in diesem Sinne weiter zu arbeiten.

Das Urteil im NSU-Prozess: Kein Schlusswort

Der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts in München unter Vorsitz von Richter Manfred Götzl hat am Mittwoch, den 11. Juli, das Urteil gegen Beate Zschäpe und andere verkündet: »Lebenslänglich« für die Hauptangeklagte und Haftstrafen für die anderen. Zahlreiche Initiativen sind auf die Straße gegangen und das Presseecho lautet nahezu einhellig »Die Aufklärung über die Morde darf nicht enden« (taz). Denn das Ende des Prozesses ist nicht das Ende der Auseinandersetzung mit dem NSU und der Gesellschaft, die ihn möglich machte. Vier vom NSU-Terror Betroffene und acht Nebenklagevertreter*innen hatten bereits in ihren Plädoyers im Prozess deutlich gemacht, dass zahlreiche bohrende Fragen unbeantwortet blieben: Wie erfolgte die Auswahl der Opfer? Wie groß war das Unterstützernetzwerk? Was wussten die Sicherheitsbehörden – insbesondere der Verfassungsschutz – und warum wurde seitens des Staates nicht eingegriffen? Sie sind ihnen in dem Buch Kein Schlusswort nachgegangen und haben eine eindrucksvolle Gegenerzählung zum staatlichen Narrativ im NSU-Komplex geliefert. Dass die Bundeskanzlerin, die einst den Angehörigen der Opfer »umfassende Aufklärung« versprochen hatte, nun schweigt, ist Teil dieses staatlichen Narrativs.

Sommerdämmerung?

»Die Mannschaft« – für weniger Fußballkundige: die deutsche Männer-Fußball-Nationalmannschaft – ist bei der Weltmeisterschaft in Russland bereits in der Vorrunde als letzte in ihrer Gruppe ausgeschieden.

Ob und wie die Parteien der Großen Koalition den als »Regierungskrise« umschriebenen Streit über den Umgang mit den Schutzsuchenden überstehen und ob dabei auch noch jemand ausscheidet, ist noch unklar. Die SPD-Führung will noch »viele Fragen« klären, nachdem die »Fiktion einer Einigung« (SpiegelOnline) der unchristlichen Unionsparteien den Ball in die Hälfte der Sozialdemokraten gespielt hat. Welche Verlaufsform auch immer das Chaos annimmt: Fakten statt Fakes zum Thema bietet das Dossier zum Masterplan Migration in der Sommer-Ausgabe der Zeitschrift Sozialismus.

Finanzcrash 2.0?

Zehn Jahre nach der Krise sind die Finanzmärkte wieder brandgefährlich. Woran das liegt und welche Schlussfolgerungen daraus gezogen werden müssen, beschreibt Isabelle Bourboulon im AttacBasisText Kommt der Finanzcrash 2.0?. In vier Kapiteln – »Es war einmal - vor zehn Jahren«, »Was ist in den letzten 10 Jahren passiert?«, »Zehn Jahre danach - business as usual« und »Ein Finanzsystem im Interesse der Vielen« – geht die Journalistin, Buchautorin und Radioproduzentin u.a. für France Culture und Le Monde Diplomatique in allgemeinverständlicher Form den Ursachen der Krise nach, untersucht das Krisenmanagement und die Wirkungen und Nebenwirkungen der »Reformen«. Ausführlich stellt sie emanzipatorische Alternativen zum großen Kasino dar und plädiert für ein Finanzsystem, das im Interesse der Allgemeinheit funktioniert. Der Band ist ein internationales Gemeinschaftsprojekt der Zivilgesellschaft und versteht sich als Teil einer politischen Mobilisierung zum zehnten Jahrestag des Crashs, er erscheint in Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch.

Kapitalismus aufheben

Alternativen sind auch das Thema von Simon Sutterlütti und Stefan Meretz in ihrem Buch Kapitalismus aufheben, mit dem sie dazu einladen, über Utopie und Transformation neu nachzudenken. Denn für sie kann Utopie zeigen, was Menschen möglich ist, und Transformation, wie das Mögliche wirklich werden kann. Sie fragen danach, ob wir Menschen zu einer freien Gesellschaft fähig sind und wie diese grundlegend organisiert sein könnte. Dabei geht es ihren weniger um die Frage, wie wir politisch-staatliche Macht gewinnen können, sondern darum, wie sich überhaupt freie Formen der Vergesellschaftung herausbilden. Denn eine freie Gesellschaft entsteht weder spontan, noch ist sie Ergebnis eines Entwurfs am Reißbrett. Sie kann nur von sich befreienden Menschen selbst geschaffen werden.

Die 68er

Was von dem, was die »Studentenbewegung der 68er« vor 50 Jahren kritisiert und gefordert hat, ist auch heute noch aktuelll? Was ist aus heutiger Sicht obsolet oder falsch? Und was ist im Lichte neu-rechter Kritik an »68« auf neue Weise herausgefordert? Welche Wirkungen lassen sich auf die Beteiligten, die Hochschule, die Öffentlichkeit, auf Parteien und Verbände, auf Staat und Gesellschaft feststellen? Und was sind positive Effekte, welches negative? Diesen Fragen gehen in dem von Knut Nevermann herausgegebenen Band Die 68er mit Hajo Funke, Wolfgang Kraushaar, Birgit Mahnkopf, Gesine Schwan, Jutta Müller-Tamm, Wulf Hopf, Nikolai Wehrs, Ulf Kadritzke, Ingrid Gilcher-Holtey, Rudi Schmidt, Norbert Frei, Antje Vollmer und Wolfgang Thierse viele damals direkt oder indirekt Beteiligte nach.

Gewerkschaft, ja bitte!

Die Zeitschrift der DGB-Jugend »soli aktuell« gibt in ihrer aktuellen Ausgabe folgenden Lesetipp: »An Betriebsräte, Vertrauensleute und Jugendvertreter_innen richtet sich Hartmut Meines Handbuch ›Gewerkschaft, ja bitte!‹. Grundlagen, Schutz- und Gestaltungsfunktion von Gewerkschaften, praktische Gewerkschaftsarbeit im Betrieb: Zahlreiche Praxistipps machen Handlungsfelder wie Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen anschaulich.« Recht haben die Kolleg_innen! Denn Harmut Meines Buch bietet auch für die in diesem Frühjahr neu gewählten Kolleginnen und Kollegen nützliche Hilfestellungen und enthält Anregungungen für gemeinsames, solidarisches Handeln im Betrieb, um eine hohe Beteiligung der gesamten Belegschaften zu erreichen.

Sommerlektüre: Für Fernreisen – auch ohne Flugschein

Von Algier mit Marx und Marcello Musto über China mit Uwe Höring bis nach Zürich mit Leo Trotzki und Jürg Ulrich – zu diesen und vielen anderen realen und gedanklichen Reisezielen gibt es noch jede Menge Anregungen auf vsa-verlag.de. Dort werden wir innerhalb der nächsten Wochen auch das VSA: Herbstprogramm 2018 vorstellen.

Ein Blitz und gelebte Nähe zur Arbeitswelt

»Ein ›Blitz‹ schlägt bei DEKRA ein, ein Buch wird mit gelebter Nähe zur Arbeitswelt vorgestellt und Bezirksleiter Roman Zitzelsberger erklärt, warum es für die IG Metall ohne GEP nicht geht: Eigentlich sollte am 14.6. ja ›nur‹ ein Buch vorgestellt werden: aufrecht gehen – erste Zwischenbilanz und tiefer Einblick in die Arbeit des ›Gemeinsamen Erschließungsprojektes‹ (GEP) der IG Metall Baden-Württemberg. Das Buch lag druckfrisch auf den Tischen der Badener Halle in Rastatt. Darin berichten betriebliche Aktive, OrganizerInnen und GewerkschaftsekretärInnen aus Geschäftsstellen und Bezirksleitung von den Erfahrungen, die sie mit dem heutigen gewerkschaftlichen Organizing gemacht haben.« So beginnt der Bericht, den die IG Metall Gaggenau auf ihre Website gestellt hat. Was es mit dem »Blitz« auf sich hat und vor welchen gewaltigen Herausforderungen die IG Metall aus der Sicht ihres Bezirksleiters in Baden-Württemberg steht, kann dort nachgelesen werden.

Italiens Krise, Europas Verantwortung

Es wird eine 65. Nachkriegsregierung in Italien geben. Wie lange das riskante Regierungsexperiment von Rechtspopulisten und der 5-Sterne-Bewegung hält und in welcher Geschwindigkeit die Zerstörung der italienischen Republik weitergeht, ist offen. Zum besseren Verständnis gerade auch der italienischen Situation und ihrer Bedeutung angesichts der wachsenden politischen Instabilität in Europa verhilft das soeben bei VSA: erschienene Buch Rechtspopulistische Zerstörung Europas? Klaus Busch, Joachim Bischoff und Hajo Funke untersuchen systematisch die Entwicklung des Rechtspopulismus in fünf EU-Staaten: Italien, Frankreich, den Niederlanden, Österreich und Deutschland. Und sie umreißen Grundzüge einer Kehrtwende zur Stabilisierung von Euro und EU. Im Italien gewidmeten Abschnitt »Variantenreichtum des Populismus« wird nachvollziehbar, wie die sozioökonomischen Probleme des Landes und die Krise des alten Fünfparteiensystems zum rasanten Vormarsch des Populismus geführt haben.
Die Autoren stellen das Buch am Montag, den 11. Juni auf einer Pressekonferenz in Berlin vor.

Digitale Demagogie

Der US-Präsident zündelt, wo er kann, gerade eben treten die von Donald Trump beschlossenen Strafzölle für Stahl und Aluminium aus der EU in Kraft – ausnahmsweise mal nicht verkündet in seinen oft wenig diplomatischen Tweets, die die Welt in Schrecken versetzen. Trumps Kommunikationsstrategie über das »soziale« Medium folgt dabei dem Muster eines sich nach rechts verschiebenden, autoritären Kapitalismus, der sich überall auf der Welt zeigt. Christian Fuchs spürt in seinem Buch Digitale Demagogie den Wurzeln des Autoritarismus nach und zieht besorgniserregende Parallelen zu Trump, dessen Tweets und sein autoritär geprägtes Weltbild er analysiert. Die Befunde werfen kein gutes Licht auf die digitale Aufmerksamkeitsökonomie, die den autoritären Kapitalismus und Trumps Regierungsstil prägen.

Besiegt der Ostwind den Westwind?

fragt Uwe Hoering im Vorwort seines Buches Der Lange Marsch 2.0. Chinas Neue Seidenstraße als Entwicklungsmodell. Denn die »Belt and Road«-Initiative knüpft an die einstige weltpolitische Bedeutung des »Reichs der Mitte« an und entwirft gleichzeitig einen Bauplan zukünftiger Größe. Durch den Ausbau von Verkehrsinfrastruktur, Energieversorgung und Wirtschaftskorridoren zwischen Asien, Afrika und Europa soll ein »neues Goldenes Zeitalter der Globalisierung« eingeleitet werden. Uwe Hoering zeichnet in elf Kapiteln zentrale Aspekte des Projektes nach und hinterfragt, ob diese Entwicklungsstrategie mit demokratischen Verhältnissen, sozialer und ökologischer Gerechtigkeit, der Wahrung von Menschen- und Minderheitsrechten und dem Abbau von Konflikten vereinbar ist.

Der späte Marx

Zuletzt gab Mario Adorf in dem Doku-Drama »Karl Marx – Der deutsche Prophet« einen gealterten Marx – allerdings wenig erhellend. Demgegenüber liefert Marcello Musto in seiner intellektuellen Biografie der Jahre 1881 bis 1883 Der späte Marx deutlich mehr Tiefgang. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit Marx' letzten Forschungsarbeiten, die seine Kapitalismuskritik um neue Dimensionen erweiterten, gelingt es Musto vor allem auch, uns bar filmisch-dramaturgischer Übertreibungen und inszenatorischer Hinzudichtungen den Menschen Marx näherzubringen.

Warum 68?

Die mediale Bearbeitung des 50-jährigen Jubiläums von »1968« geschieht hierzulande vor allem in der Beschäftigung mit den alt gewordenen oder bereits verstorbenen »Helden der Revolution« – und es werden Bilder von spektakulären Aktionen, Gewalt und Gegengewalt aufgerufen. Die weltpolitischen und ökonomischen Strukturveränderungen rücken oft in den Hintergrund. Diese sind Thema von Frank Deppes Buch 1968: Zeiten des Übergangs. Das Ende des »Golden Age«, Revolten & Reform­bewegungen, Klassenkämpfe & Eurokommunismus. Denn Mitte der 1960er Jahre erodiert die Nachkriegsordnung, antiimperialistische Bewegungen in der »Dritten Welt« feiern Erfolge, Che Guevara wird zur Kultfigur. Die Bewegungen der Jugend revoltieren gegen autoritäre Herrschaft und patriarchale Herrschaftsverhältnisse zwischen den Geschlechtern. Und schließlich steht 1968 für die Niederschlagung der letzten Chance einer Demokratisierung des »real existierenden Sozialismus«. Frank Deppe geht zudem auf das ungebrochene Bedürfnis rechtsradikal-nationalkonservativer und christlich-fundamentalistischer Kräfte nach einer »Revanche für ’68« ein.

»En Speukels geiht üm ...

in Europa ...«, hätte Karl Marx formuliert, wenn er des Plattdeutschen mächtig gewesen wäre. Weniger als »kommunistisches Gespenst«, denn als »großen Gelehrten«, Philosophen und manchmal auch »Revolutionär« feierte seine Geburtsstadt Trier den bedeutenden Sohn anlässlich seines 200. Geburtstags. Dass er jedoch vor allem mit seinem Hauptwerk »Das Kapital« die Kritik der Politischen Ökonomie fundiert hat und damit bis heute Elemente von Kapitalismuskritik liefert, machen unsere Autor*innen in ihren Büchern deutlich (z.B. David Harvey in Marx’ 2. Band des »Kapital« lesen), die wir auf einer gesonderten Seite zusammengestellt haben. Die Redaktion der Zeitschrift Sozialismus hat ihm ein 48-seitiges extra gewidmet, das gegen eine Spende erhältlich ist. Wie heißt es doch am Schluss von »De Kommunistische Partei ehr Manifest«? (Marx las und schrieb in vielen Sprachen, ins Plattdeutsche jedoch musste Hans-Joachim Meyer nachhelfen – Exemplare sind noch erhältlich über aj@fraujansen.de) »Schüllt doch de herrschen Klassen vör de kommunistische Revolutjoon bävern. De Proletariers hebbt in ehr nix to verleren as jümehr Käden. Se hebbt en Welt to winnen.«

Das Kapital in Farbe und als Ausstellung!

Den JARIComic für Einsteiger*innen und Fortgeschrittene gibt es nun auch in Knallbunt. Und als besonderes Geburtsgeschenk zu Charleys 200. haben wir Zeichnungen daraus auf 15 DIN A1-Plakate gebracht und bieten sie als Ausstellung an. Dieses Angebot wird dankbar angenommen, bislang wird sie u.a. in Heideruh in der Nordheide, im Bildungszentrum Kirkel im Saarland, in Leipzig, Weimar, Chemnitz, Offenbach und natürlich auch in Trier gezeigt (Details auf der Ausstellungsseite).

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