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Socialist Register

Den kapitalistischen Marktdystopien zum Trotz – wie können wir eine Zukunft errichten, die vom Respekt für die Menschen und die Umwelt geprägt ist? Socialist Register 2020.

Mehrwertsteuer-Reduzierung = Buchpreissenkung?

Wir wissen nicht, wann und wie die Corona-Pandemie enden wird. Viele Regierungen haben mit riesigen Anti-Krisen-Paketen reagiert. Auch in Deutschland will die große Koalition mit Überbrückungszahlungen, Krediten und Bürgschaften gegensteuern, zuletzt wurde ein 130 Mrd. Euro schweres Konjunkturpaket geschnürt. Selbst wenn wir uns zusätzlich direkte Maßnahmen vor allem zur Stabilisierung der Einkommensverhältnisse von gering verdienenden Menschen gewünscht hätten, bleibt die politische Intervention zur Sicherung der Massenkaufkraft und der Lebensverhältnisse großer Teile der Bevölkerung richtig.

Ein zentraler Baustein ist die Senkung der Mehrwertsteuer für ein halbes Jahr, verbunden mit der Aufforderung, diese an die Kund*innen weiterzugegeben. Dies gilt auch für den VSA: Verlag. Im Unterschied zu den anderen Waren des täglichen Bedarfs, Haushaltsgeräten oder Autos haben Bücher jedoch gebundene Ladenpreise. Preisänderungen für einen begrenzten Zeitraum unterliegen besonderen Regelungen und sind in einem komplizierten Verfahren mit dem Buchhandel und den Kund*innen zu kommunizieren. Hinzu kommt, dass aufgrund der Herabsetzung des für Bücher geltenden Satzes von 7% auf 5% etwa ein Buch, das bisher 16,80 Euro kostet, für ein halbes Jahr für 16,50 Euro angeboten werden könnte – eine sehr überschaubare Ladenpreissenkung.

Gleichwohl sehen wir uns als linker Verlag in der Verantwortung, einen Beitrag im Sinne des Konjunkturpakets zu leisten. Statt jedoch unsere im eher niedrigen Preissegment liegenden Ladenpreise für ein halbes Jahr zu senken, werden wir bis zum Jahresende bei allen Bestellungen aus dem Inland keine Porto- und Versandkosten berechnen. Zugleich bitten wir diejenigen, die nicht bei ihrer Lieblingsbuchhandlung vor Ort einkaufen, sondern auf unseren Service im Netz zurückgreifen, bei ihrer Bestellung ein SEPA-Lastschriftmandat zu erteilen. Wir hoffen für diese Regelung auf das Verständnis unserer Leserinnen und Leser, von denen wir in den vergangenen Wochen viel Solidarität erfahren haben.

Für beides bedankt sich mit den besten sommerlichen Grüßen
das VSA: Team aus Hamburg

Das Engels-Jahr nimmt Fahrt auf

Die Engels-Ausstellung, die das Historische Zentrum seiner Geburtstadt unter dem Titel Friedrich Engels – Ein Gespenst geht um in Europa bis zum 20. September in der Kunsthalle Barmen/Haus der ­Jugend, Geschwister-Scholl-Platz 4-6, 42275 Wuppertal zeigt, kann inzwischen mit Masken und Abstand besucht werden. Die Ausstellung wird in der Presse ganz unterschiedlich beurteilt: Für Max Florian Kühlem von der taz ist »die Ausstellung in Wuppertal allerdings nicht in erster Linie darauf angelegt, in Engels’ Denkgebäude einzusteigen«, für Thomas Thiel von der FAZ legt die »große Schau ... den Kommunismus zu den Akten«, er stellt die Schwerpunktsetzung auf der Familiengeschichte heraus, denn schließlich sei die »Firma Engels & Ermen das finanzielle Rückgrat des frühen Kommunismus« gewesen. Allerdings hätte auch er sich eine  »stärkere Integration von [Engels]-Texten in die Ausstellung« gewünscht. Alexander Menden von der Süddeutschen dagegen hat zwar die Materialfülle beeindruckt, deren Zusammenhang man sich aber »zusammenreimen« müsse, sie kranke zudem »an spärlichen Erläuterungen«. Allen dreien – und auch den zukünftigen Besucher*innen – kann geholfen werden. Mit zwei im VSA: Verlag im Juli neu erscheinenden Büchern und einem Titel aus dem lieferbaren Programm:
»Die Natur ist die Probe auf die Dialektik«. Friedrich Engels kennenlernen
mit Elmar Altvater, Joachim Bischoff, Michael Brie, Georg Fülberth, Eike Kopf, Thomas Kuczynski und Marcel van der Linden
– Reiner Rhefus: Friedrich Engels im Wuppertal. Auf den Spuren des Denkers, Machers und Revolutionärs im »deutschen Manchester« (der Autor ist Mitarbeiter im Historischen Zentrum Wuppertal, zu dem das Engels-Haus gehört, und bietet zusammen mit anderen im 2. Halbjahr 2020 Stadtführungen zu den Themen des Buches an – Infos zu allen Engels2020-Stadtführungen gibt es hier).
– Elmar Altvater: ENGELS neu entdecken. Das hellblaue Bändchen zur Einführung in die »Dialektik der Natur« und die Kritik von Akkumulation und Wachstum.

Und wenn wir schon bei Klassiker*innen sind:


Gerade erschienen David Harveys Marx’ »Kapital« lesen, JARIs »Das Kapital« in Farbe in Neuauflagen, immer noch aktuell ist Marx’ Original in der von Thomas Kuczynski bearbeiteten und herausgegebenen neuen Textausgabe und höchst spannend zu lesen der Blick aus familiärer Perspektive auf den Lebensweg der wohl berühmtesten Frau in der europäischen Arbeiterbewegung: Rosa Luxemburg: Spurensuche. Weitere Klassiker aus dem VSA: Programm haben wir hier zusammengestellt.

Vor »beinharten Verteilungskämpfen«

Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall und VSA: Autor, sieht in einem Interview mit der Tageszeitung junge Welt vom 17. Juni 2020 vor allem die Beschäftigten von den Folgen der durch Corona beförderten Krise betroffen: »Ich befürchte ..., das wir in eine Phase beinharter Verteilungskämpfe geraten. Früher oder später stellt sich die Frage: Wer kommt für die Krisenmilliarden auf, mit denen die Ökonomie gerettet wird?« Auf die Frage, wie er »gegensteuern« wolle, verweist er auf eine »durchgreifende Demokratisierung der Ökonomie«, die Milliardenhilfen müssten verbunden werden »mit Beschäftigungszusagen, der Ausweitung von Mitbestimmung und der Einflussnahme auf die Produktentwicklung in Richtung ökologischer Verträglichkeit«. Weiterhin seien »öffentliche Investitionen dringend notwendig«, was schon vor Corona absehbar war. Was das im Einzelnen heißt, hat er in seinem letzten Buch Gute Arbeit in der Transformation. Über eingreifende Politik im digitalisierten Kapitalismus ausgeführt. 

Die IG Metall Bezirksleitung Küste

sieht Verteilungskämpfe vor allem im deutschen Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder auf sich zukommen. Hier droht aktuell der Abbau von fast 5.000 Arbeitsplätzen. Die IG Metall Küste – so Bezirksleiter Daniel Friedrich – appelliert an den Bund, die gesetzliche Kurzarbeit von derzeit zwölf auf 24 Monate zu verlängern und die noch vorhandene Arbeit auf möglichst viele Schultern zu verteilen, damit im Gegenzug die Arbeitszeit für alle verkürzt wird.

Neben dieser aktuellen Herausforderung hat die Organisation immer auch die eigene Geschichte im Blick. In dem Band Matrosenaufstand und Novemberrevolution 1918 stellt sie sich der Frage, was »Republik und Demokratie für Gewerkschaften bedeuten«. Denn, so Dominique Lembke für die IG Metall Küste im Vorwort: »Aufgabe der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit ist es, sprach- und handlungsfähig zu machen«. Klaus Kuhl widmet sich aus der Perspektive der arbeitenden Menschen den Herrschaftsverhältnissen in der Monarchie, die zur Novemberrevolution führten. Lothar Wentzel fragt, ob diese Ereignisse die Chance zu einer sozialistischen Revolution boten und was daraus für die aktuelle gewerkschaftliche Strategiedebatte zu lernen ist. Ute Gerhard untersucht Parallelen heutiger Gleichstellungspolitik mit der Situation der Arbeiter*innen in und nach der Novemberrevolution, und Chaja Boebel veranschaulicht die Bedeutung der Demokratie in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit.

Inhärenter Rassismus in den USA

Wir geben an dieser Stelle gern den Hinweis von Ulf Kadritzke, Hochschullehrer i.R. und einer der Autoren des von Knut Nevermann herausgegebenen VSA: Bands Die 68er, auf den Dokumentarfilm von Raoul Peck I am not your Negro weiter, »der in eindrucksvollen Bildern die Deutung der US-amerikanischen Gesellschaft und deren inhärenten Rassismus durch James Baldwin präsentiert, dessen Texte fast durchgängig dem Film zugrundeliegen. Die Aktualität dieses Films liegt auf der Hand, er ist zudem ein wichtiges Dokument der Zeitgeschichte über die afro-amerikanische Protestbewegung in den USA, im Spektrum von Martin Luther King bis Malcolm X.« Der Film ist seit kurzem kostenlos in der Mediathek der »Bundeszentrale für politische Bildung« zu sehen – ein kraftvoller Appell, der bis zur heutigen »Black Lives Matter«-Bewegung reicht.

Die Ankündigung des VSA: Herbstprogramms kommt ...,

aber mit leichten Verzögerungen gegenüber den Vorjahren – Corona hat leider auch da Spuren hinterlassen. Zum einen haben wir gemeinsam mit einigen Autor*innen verabredet, dass für bereits für den Frühjahr/Sommer angekündigte Titel mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen eine Aktualisierung notwendig ist (das gilt u.a. die Texte von Wolfgang Müller über China, von Klaus Busch über die EU und von Reinhold Gütter über Fluchtursachen). Zum anderen wollen wir Themen aufgreifen, die zur Aufklärung über mögliche Folgen dieser Entwicklung beitragen, was gut bedacht sein will. Innerhalb der nächsten Wochen werden wir das Herbsprogramm 2020 auf der VSA: Website vorstellen. Unsere Leser*innen werden sich auf Bücher z.B. zu der Frage, was aus dem New Deal der 1930er Jahre für heute gelernt werden kann, zur Geschichte der »Treuhand« aus der Sicht der Betroffenen, zu Nazis im neuen Gewand und ihren publizistischen Hintermännern (in Kooperation mit der Zeitschrift »der rechte rand. Das Antifaschistische Magazin«) und zur Entwicklung linker Parteien in Europa freuen können. Hinzu kommen Neuerscheinungen, die politisch-ökonomische Hintergründe ausleuchten, sowie Bücher, in denen die Erinnerung an die Überlebenden des Holocaust bewahrt wird.

Dem Rechtsruck entgegentreten

Vor einem Jahr wurde der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke (CDU) von den hessischen Neonazis Stephan Ernst und Markus Hartmann ermordet, die sich inzwischen wechselseitig der Täterschaft bezichtigen. Als Tatmotiv nannte Ernst in einem mittlerweile widerrufenen Geständnis Lübckes Haltung während der Flüchtlingskrise 2015, als dieser sich für die Aufnahme von Flüchtlingen einsetzte und der Hetze gegen diese öffentlich entgegentrat.

Zu Recht weist Frank Jansen im »Tagesspiegel« vom 1.6.2020 darauf hin: »Der Mord an Lübcke war eine Zäsur. Siebeneinhalb Jahre nach dem Ende des NSU begann die nächste Serie tödlicher Attentate. Im Oktober 2019 attackierte der schwer bewaffnete Judenhasser Stephan Balliet die Synagoge in Halle (... und) erschoss zwei Passanten. Im Februar 2020 feuerte in Hanau der Rassist Tobias Rathjen in zwei Shishabars auf Menschen mit Migrationshintergrund. Acht Männer und eine Frau starben.« Und der Journalist ergänzt: »Die Sicherheitsbehörden bekommen es offenbar mit einem wachsenden Potenzial möglicher Gewalttäter und Terroristen zu tun. Der nächste Attentäter vom Typ Tobias Rathjen könnte ein hochgradig erregter Impfgegner sein, bei dem sich die Wut auf Angela Merkel und den Staat mit der Dämonisierung von Bill Gates zu explosivem Wahn vermischt.« Dem Rechtsruck entgegenzutreten, sehen wir als eine Herausforderung, der wir uns mit unseren Publikationen schon bisher gestellt haben und die wir mit einer aktuellen Flugschrift erneut aufgreifen.

Kalbitz, Höcke und der Triumph der radikalen Rechten in der AfD

Der Tabubruch mit der inzwischen wieder rückgängig gemachten Wahl von Thomas Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten war ein einschneidendes Ereignis, das inzwischen in den Hintergrund getreten ist, seitdem die Corona-Pandemie die Medien beherrscht. Doch die rechte Gefahr bleibt ungebrochen. Umso wichtiger ist es, ein Licht auf die aktuellen Entwicklungen der AfD zu werfen. Der Politikwissenschafter Hajo Funke nimmt Die Höcke-AfD in den Blick und zeigt, wie Höcke und Kalbitz die Partei immer weiter radikalisiert haben – vom »gärigen Haufen« zur rechtsextremen »Flügel«-Partei. Schließlich geht es um eine Einschätzung, wie Gesellschaft und Politik den Nährboden für rechtsextreme Parteien austrockenen können.

Zeit, Partei zu ergreifen

Ohne soziale Gerechtigkeit scheitert der Klimaschutz und ohne radikalen Klimaschutz gibt es keine soziale Gerechtigkeit, argumentiert Bernd Riexinger, Ko-Vorsitzender der Partei DIE LINKE, in seiner neuen Flugschrift: SystemChange. Manifest für eine verbindende und organisierende Partei. Die zusammenhängenden Krisen sind ohne eine radikale Umverteilung von Reichtum, wirtschaftlicher und politischer Macht nicht zu überwinden. Riexinger entwirft eine konkrete Utopie für eine moderne sozialistische Mitgliederpartei, die eine verbindende Klassenpolitik vorantreibt. Denn wir stehen vor einer grundlegenden Weichenstellung: autoritäre Entwicklung des Kapitalismus oder ein sozialer und ökologischer Systemwechsel? Es ist Zeit, Partei zu ergreifen.

Ein rot-rot-grüner Vordenker

Als Bodo Ramelow zum ersten Ministerpräsidenten der LINKEN in einem Bundesland gewählt wurde, war Dieter Strützel (1935-1999) schon 15 Jahre verstorben. Doch für die Debatten um die Strategie der Thüringer Linkspartei sollten seine Überlegungen noch lange eine wichtige Rolle spielen. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen hat dem Sokrates der DDR nun ein Buch gewidmet: Einem Kultur- und Literaturwissenschaftler, Lektor beim Mitteldeutschen Verlag, Kultursoziologen an den Universitäten Leipzig und Jena, stellvertretenden Landesvorsitzenden der PDS Thüringen. Schließlich trieb Dieter Strützels Wirken das »linke Reformprojekt« für Thüringen voran, das in der ersten rot-rot-grünen Landesregierung sichtbar und Realität wurde.

Auf dem Weg in einen Corona-Kapitalismus?

»Wie lässt sich im März und April 2020 die Einleitung für ein Buch verfassen, in dem es um ein Verständnis jüngerer gesellschaftspolitischer Entwicklungen, mögliche Zukunftsvorstellungen und emanzipatorische Handlungsmöglichkeiten geht?« Diese Frage, die in ähnlicher Weise derzeit viele Autor*innen umtreibt, stellt sich Ulrich Brand in seinem Buch Post-Wachstum und Gegen-Hegemonie. Und er stellt die These auf: »Der Umgang mit sozial-ökologischen Krisen wird eine entscheidende Konfliktlinie der kommenden Jahre sein. Die Corona-Pandemie ist ›nur‹ ein, wenn auch sehr dramatischer Teil dieser Krise – in kritischen Begriffen: der tiefen Krise gesellschaftlicher Naturverhältnisse.« Nach wie vor gilt: Ulrich Brands Überlegungen zielen auf (Rahmen-)Bedingungen für ein Gutes Leben für alle.

ÖPNV zum Nulltarif!

Mobilität ist nicht nur ein menschliches Grundbedürfnis, sondern ein gesellschaftliches Kampffeld, das Fragen der sozialen Gerechtigkeit, ökologische Zerstörung und Demokratie umfasst. In dem Band Nulltarif. Luxus des Öffentlichen im Verkehr: Widersprüchlicher Fortschritt einer Idee im ÖPNV werfen die Herausgeber*innen Judith Dellheim und Michael Brie einen Blick auf historische und globale Kämpfe, um den Nahverkehr als öffentlichen Raum und Gegenstand des Gemeinwohls zu begreifen. Vom Roten Bologna der 1970er Jahre nach Tallinn, der ersten europäischen Hauptstadt mit kostenfreiem Nahverkehr, zur finnischen Initiative »Planka.nu«, die aus Protest über Kontrollschranken springt: »Der ÖPNV mit Nulltarif ist nicht das ›Hauptkettenglied‹ im Kampf für eine Gesellschaft der Freien und Gleichen in gesunder Biosphäre. Aber ein ÖPNV mit Nulltarif kann eine sinnvolle Orientierung sein, damit es nicht so weitergeht – damit also die gesellschaftspolitischen Kräfteverhältnisse so verändert werden, dass soziale, ökologische und globale Probleme demokratisch, solidarisch, gerecht und nachhaltig gelöst werden.«

Marx’ »Humanismus der Praxis« als Losung unserer Zeit

Die aktuell auffälligste Bedrohung für die Menschen auf unserem blauen Planeten geht vom Corona-Virus aus. Dabei gerät schnell eine andere Bedrohung in den Hintergrund: die Klimakatastrophe. Die aber – so Franz J. Hinkelammert in seinem Buch Die Dialektik und der Humanismus der Praxis – haben wir uns selbst eingebrockt – u.a. mit einem religiös anmutenden Wachstumswahn. Bereits Marx hatte das in seiner Kapitalismuskritik erkannt, die von bürgerlicher Seite seither immer wieder zu widerlegen versucht wird. Der Autor legt eine umfangreiche Analyse und kluge Entlarvung dieser Marxkritiken vor und zeigt, dass marxistisches Denken ein Gegenmittel gegen die Marktreligion bereithält, das derzeit dringender denn je ist: ein Humanismus der Praxis.

75 Jahre nach den Todesmärschen, 75 Jahre nach der Befreiung

Im April 2020 jährte sich der Todesmarsch von etwa 800 Häftlingen vom Polizeigefängnis Fuhlsbüttel in Hamburg (»Kolafu«) zum »Arbeitserziehungslager Nordmark« am Rande Kiels zum 75. Mal. An ihn sollte mit einer Gedenkveranstaltung am 19. April in Kiel erinnert werden. Wie alle geplanten Gedenkfeiern nach der Befreiung vom Nationalsozialismus musste auch diese Veranstaltung abgesagt werden. Das aus diesem Anlass von Thomas Käpernick und Dietlind Kautzky herausgegebene Buch Mein Schicksal ist nur eins von Abertausenden ist Anfang Mai erschienen. Es enthält neun ausgewählte Lebensbeschreibungen von Teilnehmer*innen des Todesmarschs. Der reich bebilderte Band macht deutlich, wie noch in den letzten Wochen des »Dritten Reiches« das sinnlose Morden betrieben wurde. Er zeigt aber auch, wie durch das Gedenken vor Ort Brücken zur Gegenwart und zu den heute Lebenden geschlagen werden können. In seinem Geleitwort bekräftigt der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther: »In der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit erwächst ein Erkenntnisprozess, der Geschichte in ihrer menschlichen Tiefe erfasst und unmittelbar in unser praktisches Handeln hineinwirkt. Angesichts der schrecklichen rassistischen Taten der jüngsten Zeit ist dies wichtiger denn je.«

Mobilität der Zukunft nicht Konzernen überlassen

Auch wenn derzeit wegen erhöhter Ansteckungsgefahr der Öffentliche Nah- und Fernverkehr möglichst vermieden werden sollte: Ihm muss – neben dem Fahrrad – die Zukunft gehören. Wir stehen noch ganz am Anfang einer Mobilitätswende, die aus vielerlei Gründen früher oder später kommen wird. Viele Wege dorthin zeigt der neue AttacBasisText Klimagerechte Mobilität für alle auf, dessen Autoren für eine konsequent emanzipatorische, ökologische und für jeden erschwingliche (Nulltarif! ist ein weiteres VSA: Buch zu diesem Thema) Verkehrspolitik plädieren. Dazu gehört weder die von deutschen Autobauern gepriesene E-Mobilität noch die Deutsche Bahn, wie wir sie heute kennen. Worauf es wirklich ankommt, das zeigt der spannend zu lesende Basistext.

Liebe Autor*innen, liebe Freund*innen, liebe Leser*innen des VSA: Verlags,

wir haben hier regelmäßig darüber informiert, warum und in welchem Ausmaß Corona auch unsere Arbeit beeinträchtigt, und um Unterstützung gebeten. Dieser Bitte sind Autor*innen, Freund*innen und viele Leser*innen gefolgt.


Deshalb ein großer Dank an alle, die bisher durch Spenden, Bestellungen und Zuspruch geholfen haben. Sie tragen mit dazu bei, dass wir an der Fertigstellung des Frühjahrsprogramms, an der Auslieferung bestellter Bücher und auch an der Vorberitung eines Herbstprogrammes weiter arbeiten können.

Denn auch wenn Amazon »bis April bei den Verlagen keine Bücher mehr bestellt, sondern sich nur noch auf den Vertrieb von Haushaltswaren, Sanitätsartikeln oder anderen Produkten mit hoher Nachfrage konzentrieren wolle«, wie Julia Encke in der FAZ am Sonntag vom 29.3.2020 berichtet – man könnte auch sagen: Klopapier statt Kulturgut –, wollen wir, dass unsere Bücher weiterhin zu den Leser*innen kommen. Das geht auch ohne Amazon: Auf der Internetseite der Lieblingsbuchhandlung vor Ort bestellen, die ebenfalls Zuspruch benötigt, oder auf der VSA: Website Lieferung via Brief- und Paketzusteller*innen, die ebenfalls (trotz miserabler Bezahlung) mithelfen.

Spenden

Für alle diejenigen, die das können und die Arbeit des Verlages durch eine finanzielle Zuwendung unterstützen möchten, gibt es folgendes Spendenkonto:

Richard Detje-Euscher
IBAN: DE 2820 0505 5012 6812 0977
BIC: HASPDEHHXXX

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