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Joachim Bischoff
KI, »Muskismus« und Umwälzung der kapitalistischen Betriebsweise

Mittwoch, 11. November 2026 | 18:00 Uhr | Online
Elon Musk hat sich selbst zum »Technoking« ernannt. Joachim Bischoff hat in der Juni-Ausgabe von Sozialismus.de seine Rolle als personifizierten Träger einer neuen kapitalistischen Betriebsweise (»Plattform-Kapitalismus«) dargestellt. Was das bedeutet diskutiert er im Gespräch mit Hartmut Obens.
Zugangsdaten über https://us06web.zoom.us/j/86153893271.

USA auf dem Weg zur Oligarchie und China zur KI-Nation? | Weichenstellungen in Spanien und Frankreich | Berliner Republik: Schwarz-Rot – wie weiter? Von der Wohnungs- zur Sozialstaats- und zur Demokratiekrise | Die Linke als Partei der Vielen | Forum Gewerkschaften: Audi-Chef als »Trump-Marionette«, Gewerkschaftliche Erneuerung in Krisen? | Clara Zetkin als Kritikerin des Stalinismus, Vor 100 Jahren wird Gramsci verhaftet, Peter Brandts Erinnerungen u.v.a.m.

Mehr als 50 Jahre Analysen & Alternativen

Einige Kontinuitäten aus mehr als 50 Jahren Verlagsarbeit gibt es in dieser Präsentation.

Die Jugend macht mobil: unsere Angebote

In Frankreich gehen die Proteste vor allem vieler Jugendlicher gegen die auch für sie unzumutbaren Lebensumstände und fehlende Zukunftsperspektive weiter und finden Unterstützung unter anderem bei Gewerkschaften. Auch hierzulande hat ein erster Protesttag der Gen Z viele auf die Straßen gebracht. Dass die herrschende Politik vor allem einige gewaltsame Aktionen von Wenigen wie in Frankfurt a.M. skandalisiert, für die inhaltlichen Anliegen der Mehrheit aber keine Angebote hat, spricht Bände.

Auch die Gründe für Frust und Hoffnungslosigkeit der jungen Generationen werden nur selten ausgeleuchtet. Wir verweisen zum einen auf bereits erschienene Buchprojekte (siehe etwa unten die Besprechung zu »Schule, die 5. Gewalt« von Freerk Huisken oder den Band »Innere Zeitenwende« von Ingar Solty, in dem unter  anderem die Militarisierung in Schulen Thema ist). Zum anderen stellen wir gerade neu erschienene und demnächst kommende Bücher vor, mit denen wir die Alphabetisierung nicht nur jüngerer Aktiver befördern wollen.

All diese Bücher eignen sich übrigens auch als Geschenke, was wir am Nikolaustag im Dezember noch einmal aufgreifen werden. Bis dahin einen angenehmen Spätherbst wünscht das VSA: Team aus Hamburg

Wen und was sollten Linke kennen oder kennenlernen?

Wer die zukünftige Gesellschaft gestalten will, sollte auch wissen, was vorherige Generationen vorhatten. Grund genug für den ehemaligen Bezirksleiter der IG Metall in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt Hartmut Meine ein »ABC zu Menschen, die Linke kennen sollten« zusammenzustellen. Darin werden auf jeweils einer Buchseite wichtigste Lebensstationen und Ansichten von Sozialisten, Sozialdemokraten und Kommunisten, Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter vorgestellt, aber auch unabhängige Personen, einschließlich Schreibende und künstlerisch Aktive porträtiert, die im Kampf für Frieden, gegen Rassismus und Sexismus sowie gegen verkrustete konservative Gesellschaftsstrukturen Impulse gesetzt haben. Die durchaus überraschende Liste der Vorgestellten gibt es in der Leseprobe, in der es auch einen Link bzw. einen QR-Code zu einem »Quiz zum Buch« gibt, mit dem auf spielerische Art der jeweilige Kenntnisstand getestet werden kann, was es mit den Menschen auf sich hat, die Linke kennen sollten.

Ein weiteres ABC ist etwas später zu erwarten, das als Wegweiser durch den Begriffsdschungel für moderne Linke führen wird. Marius J. Brey, Benjamin-Immanuel Hoff, Daphne Weber und Paul Wellsow haben Autor*innen aus veschiedenen Spektren der gesellschaftlichen Linken gebeten, wichtige Begriffe von »Von Agitprop bis Zivilgesellschaft« zu erläutern.

Armut? Abschaffen!

Armut ist mitten unter uns, sie wächst und die Armen werden immer ärmer. In einem der reichsten Länder der Welt ist sie für immer mehr Menschen ein riesiges Problem. Aber was genau ist Armut? Und mit welcher Größenordnung haben wir es zu tun? Von einer »Dramatisierung« der Armutszahlen kann keine Rede sein. Armut ist verbreiteter und tiefgreifender, als die bloße Betrachtung der Einkommen erkennen lässt. Zugleich sind Einkommen und Vermögen in Deutschland höchst ungleich verteilt: 10% der Erwachsenen verfügen über mehr als zwei Drittel der Vermögen, 60% haben kein oder kaum Vermögen. Armut wird unterschätzt, in ihrem Ausmaß und in ihren Auswirkungen. Sie schränkt Handlungsmöglichkeiten ein, erschwert gesellschaftliche Teilhabe und schwächt die Demokratie. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen ­Wohlfahrtsverbandes – Gesamtverband Joachim Rock zeigt in »Armut? Abschaffen!«, dass wir uns mit Armut nicht abfinden müssen und welche Möglichkeiten es gibt, sie zu überwinden. Er liefert Fakten, klärt Zusammenhänge auf und macht konkrete Alternativen deutlich.

Was hat »Kritische Arbeitsforschung« bewirken können?

Das ist die Frage, die den Arbeitssoziologen Wilfried Kruse bereits seit Beginn seiner langjährigen Beschäftigung mit den Arbeitenden. Es ging ihm immer nicht nur darum, die Zusammenhänge von Arbeitsumständen, Wissen und Bildung sowie Würde und deren Lebenswelten aufzudecken, sondern auch darum, eine andere Sichtweise auf deren Subjektivität zu ermöglichen. Es sollte so versucht werden, blinde Flecken zu vermeiden und gewerkschaftsnahe kritische Arbeitsforschung als kooperative gemeinschaftliche Aufgabe stark zu machen. Denn die Geschichte der Arbeitsforschung in Deutschland ist auch eine Geschichte des Vergessens und des Reklamierens neuer Einsichten, ohne deren Vorgeschichte ausreichend zu berücksichtigen. Das hat oft zur Folge, dass ihre wertvollen Ergebnisse nicht oder nur wenig im akademischen Mainstream aufscheinen. Der Reichtum an empirischen Einblicken in arbeitsweltliche Entwicklungen, die durch Praxisbezug möglich sind, bleibt deshalb häufig untergenutzt. Dem will der Autor mit seinem Buch »Arbeit, Wissen, Würde, Lebenszusammenhänge« entgegenwirken.

Darf man Vergesellschaften?



Der bloße Hinweis darauf, dass für Produktionsmittel und Grundbesitz Art. 15 des Grundgesetzes die Möglichkeit der Vergesellschaftung erlaubt, wird aktuell als sozialistisches Schreckgespenst an die Wand gemalt und verfassungswidrige Gesetzentwürfe dagegen mobilisiert. Stattdessen soll wieder das Credo der Neoliberalen in den 1990er-Jahren gelten: Der Markt wird es schon richten, wenn man ihn nur lässt. Der Rückzug des Staates und die Ökonomisierung der öffentlichen Dienste hat vor allem deren Qualität verschlechtert und zu einem Verlust an demokratischer Gestaltungsfähigkeit insbesondere in den Kommunen geführt. Im neuen AttacBasisText »Gemeinwirtschaft demokratisch gestalten« liefern Andrea Dieck, Silke van Dyk, Thomas Eberhardt-Köster, Holger Oppenhäuser und Werner Schmidt einen Überblick über die Funktion öffentlich bereitgestellter Güter in modernen kapitalistischen Gesellschaften. An Beispielen aus den Bereichen Energie, Abfallentsorgung und Wasser werden Möglichkeiten und Grenzen öffentlicher Betriebe dargestellt. Und die Autor*innen wagen einen Blick über das Bestehende hinaus: Wie könnten öffentliche Betriebe so organisiert werden, dass auch Beschäftigte, Nutzer*innen und Akteure aus der Zivilgesellschaft in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden?

Frisch besprochen

In der Zeitschrift der Friedensbewegung »FriedensForum«, Ausgabe 6/2026, bespricht Johannes Schillo das neue Buch von Freerk Huisken »Schule, die 5. Gewalt«: »Mit der Schulstreikbewegung, die vor einem Jahr in der BRD entstanden ist, hat sich die öffentliche Aufmerksamkeit auf ein wichtiges und umkämpftes Feld der mentalen Militarisierung gerichtet: Auf die Bildungseinrichtungen, in denen die Politik – wie in allen gesellschaftlichen Bereichen seit der  ›Zeitenwende‹ – das Erfordernis der ›Kriegstüchtigkeit‹ geltend macht. [...] Freerk Huisken hat passend zum Schulstreik ein Buch vorgelegt, das schon im Titel die Gewaltproblematik anspricht. [...] Huiskens Analyse betont [...], dass die Staatsschule die fundamentale Leistung erbringt, den gewaltbasierten hoheitlichen Zugriff auf den Nachwuchs sicherzustellen, also eine Inanspruchnahme des Staatsvolks, die gerade nicht mit der üblichen Idealisierung vom selbstlosen Dienst zu fassen sei. ›Schule ist Dienstleisterin an der Räson des Staates‹ (S. 9), heißt sein Fazit, das auch einen kritischen Blick auf das übliche Lob der Gewaltenteilung wirft. Zugleich kündigt sich hier an, dass der Autor der Vermittlung der Demokratieideale an die Schuljugend mit deutlicher Ideologiekritik begegnet.«

Schon im Juni hatte Jakob Heyer in der Ausgabe 727 von ak – »analyse & kritik« unter dem Titel »Progressive Kämpfe« den von Klaus Dörre, Anna Mehlis, Stephan Humbert und Bruno Saar herausgegebenen Band »Sozialismus von unten?« gewürdigt: »Die Autor*innen des Sammelbandes [...] wollen sich nicht auf eine distanzierte Zeitdiagnose beschränken. Im Sinne der öffentlichen Soziologie suchen sie den Austausch mit außerakademischen Akteur*innen und versuchen, zur politischen Selbstverständigung sozialer Bewegungen beizutragen. Der Band untersucht auf Grundlage der Thesen des Soziologen Erik Olin Wright, wie sozialistische Handlungsfähigkeit heute in konkreten Kämpfen und Organisationsformen angelegt ist – ohne dass explizit auf ›Sozialismus‹ Bezug genommen wird. Untersucht werden Mieter*innenbewegungen, gewerkschaftliche Kämpfe, Allianzen zwischen Klima- und Arbeiter*innenbewegung sowie Parteien und solidarökonomische Initiativen. [...] Der Band überzeugt durch wissenschaftlich fundierte und zugleich engagierte empirische Sozialforschung, die sozialistische Praxis in ihrer konkreten, vielschichtigen Ausprägung erfasst. Er leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Selbstverständigung und Weiterentwicklung emanzipatorischer Politik im 21. Jahrhundert.«

In »Soziale Psychiatrie«, Ausgabe 4/26 bespricht Patrick Nieswand aus Köln das im Frühjahr 2026 erschienene Buch von Rolf Rosenbrock: »Rolf Rosenbrock ist vielen als langjähriger Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbands bekannt. Was ihn neben seinem Wissen und seinem stetigen Kampf gegen Armut und für gleiche Gesundheitschancen auszeichnet, ist seine Herzlichkeit, sein Humor und seine positive Ausstrahlung. Wenn ich die DGSP in Paritätischen Gremien vertreten und ihm persönlich begegnen durfte, trug er immer wesentlich zu einer gastfreundlichen und angenehmen Atmosphäre bei. Nach seinem Abschied von der Verbandsarbeit im Jahr 2024 hat er seine Erkenntnisse und Positionen zur Wohlfahrtspflege als eine Art Vermächtnis und Auftrag für uns in diesem klugen und lesenswerten Werk zusammengestellt.«

Auch PD Dr. med. Nicolai Savaskan hat sich in der November-Ausgabe des »Brandenburgischen Ärzteblattes« des Buches angenommen. Sein Resümee lautet: »Rosenbrock zeigt auf, wie mühsam es ist, präventive Gesundheitspolitik institutionell zu verankern. Die Lektüre lässt sich als moralische Ökonomie der Sozialarbeit verstehen. Die eigentlichen Innovationen, so seine These, entstehen häufig in zivilgesellschaftlichen Netzwerken freiwilligen Engagements, die weder ökonomisch noch bürokratisch vollständig erklärbar sind. Die Stärke dieses Werkstattberichts liegt insbesondere für Ärztinnen und Ärzte in der Klarheit seines normativen Kompasses. Rosenbrock erinnert, dass soziale Arbeit letztlich von Werten mit direktem Impact für die Gesellschaft lebt. Und vielleicht liegt die eigentliche Pointe hierin: Dass die wichtigste Infrastruktur moderner Gesellschaften nicht aus Straßen, Netzen oder Märkten besteht, sondern aus Beziehungen, Vertrauen und Solidarität.«

In der »jungen Welt« wurden zuletzt gleich zwei VSA: Bücher rezensiert. In der Ausgabe vom 12. Oktober 2026 bespricht Susanne Knittler den Band »Streik doch einfach mit!«: »Im Jahr 2024 haben Beschäftigte des Bundesanzeigers mit einem 138 Tage dauernden Streik Geschichte geschrieben. Der Sammelband [...] bilanziert nicht nur diesen Streik, sondern auch die jüngere Geschichte des DuMont-Konzerns, zu dem der Bundesanzeiger gehört. Das Buch vermittelt, warum die Tarifbewegung trotz schwieriger Bedingungen gestartet, wie sie vorbereitet und umgesetzt worden ist. [...] Wie die Geschäftsführung vorging, beschreibt das Buch ausführlich (Diffamierung, Suggestion, Bestechung, Drohungen, Abmahnungen, Entlassungen, systematischer Einsatz von Leiharbeitern). Und auch, wie sich die Streikenden wehrten. Sie gewannen ein paar Prozesse, zum Teil mit Präzedenzcharakter. Der nordrhein-westfälische CDU-Arbeitsminister bot an, zu vermitteln. Doch die Geschäftsführung ließ sich nicht einmal zu Gesprächen herab. Bei den aktiven Kollegen stellte sich die Erkenntnis ein, dass der ›Gesetzgeber diejenigen, die ihr Recht in Anspruch nehmen, nicht schützen kann‹ – und es auch gar nicht will. Im damals FDP-geführten Bundesjustizministerium rührte niemand auch nur einen Finger.«

Am 19. Oktober 2026 widmete sich dann Matthias Rude dem Band »Aufrüstung, Krieg Faschismus« mit den drei Beiträgen zur Relevanz der DDR-Faschismusforschung für die Gegenwart: »Krieg und Faschismus sind untrennbar miteinander verbunden – davon ist der Historiker Manfred Weißbecker überzeugt. In der heutigen Faschismusforschung werde dieser Zusammenhang jedoch vernachlässigt. Der schmale Band [...] versammelt drei überarbeitete Vorträge, die im Mai 2025 anlässlich des 90. Geburtstags des in Jena lebenden Weißbecker gehalten wurden: neben dessen eigenem Beitrag eine Würdigung seines Lebenswerks durch Mario Keßler und eine Skizze der DDR-Faschismusforschung von Christoph Kopke. Weißbecker verfolgt die Verbindung von Militarismus und Faschismus bis in die Zeit vor dem Aufstieg der NSDAP zurück, etwa anhand des Konzeptes vom »totalen Krieg«, das bereits in den frühen 20er Jahren von Offizieren der Reichswehr entwickelt wurde. [...] Keßler zeichnet den wissenschaftlichen und politischen Lebensweg Weißbeckers nach. Die DDR habe Menschen wie Weißbecker, der nicht aus dem Bildungsbürgertum kam, den Weg zur Universität und zur wissenschaftlichen Arbeit ermöglicht. [...] Eine Übersicht über die Faschismusforschung in der DDR bietet Christoph Kopkes Beitrag. Er wendet sich gegen die »wohlfeil vorgetragene pauschale Denunzierung« der DDR-Geschichtswissenschaft als reine Legitimations- oder Herrschaftswissenschaft und erinnert an Arbeiten von bleibendem wissenschaftlichem Wert. [...] Das sind durchaus neue Töne, denn an die Leistungen der Faschismusforschung der DDR haben jahrzehntelang fast allein die ›abgewickelten‹ Forscher wie eben Weißbecker erinnert. Auch in der linken Publizistik wurde dieser riesige Fundus an Wissen nach 1990 oft ignoriert oder abgewertet. Völlig frei ist davon auch dieser Band nicht. [...] Trotz dieser Einwände ist der Grundgedanke wichtig: Faschismus lässt sich nicht verstehen, wenn man Aufrüstung, Krieg, Kapitalinteressen und rechte Demagogie jeweils isoliert betrachtet.«

Das neue Programm komplett online

Den Newsletter ausgerechnet vor dem Buchmonat Oktober mussten wir ausfallen lassen und auch dieser erschien erst nach Ende der Frankfurter Buchmesse (an der wir schon länger nicht mehr teilnehmen, stattdessen im März 2027 wieder in Leipzig). Am Bemerkenswertesten fanden wir gleichwohl die Dankesrede des diesjährigen Preisträgers des Friedenspreises des deutschen Buchhandels, des französisch-britischen Juristen und Schriftstellers Philippe Sands, dessen Eltern Überlebende des Holocausts sind, anlässlich der Preisübergabe in der Paulskirche. Er warf darin Deutschland »unanständiges Schweigen« im Umgang mit Israel vor, Völkerrechtsverletzungen müssten klar benannt werden, gerade unter Freunden. »Es ist nicht antisemitisch. Es ist nicht Anti-Israel. Es ist die Wahrheit.«

Der Grund für den Ausfall unseres September-Newsletters bestand darin, dass wir endlich die Ankündigung unseres Herbstprogramms beenden wollten. Nun liegt es vor, sämtliche für den Herbst und den Winter vorgesehenen Titel werden auf der Website vorgestellt. Wir möchten einmal mehr darauf hinweisen, dass wir immer und jederzeit für unsere Arbeit auf die Unterstützung unserer Leser*innen angewiesen sind. Wie diese gehen kann, ist hier nachzulesen.

Aus der Praxis – für die Praxis: zukunftsorientierte Betriebsratsarbeit

Nicht nur wirtschaftlich erleben wir zurzeit einen tiefgreifenden Wandel: Technologische Umbrüche, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, geopolitische Krisen, der globale Wettbewerb und unberechenbare Märkte verändern die Arbeitswelt in bisher unbekanntem Ausmaß – mit großen Auswirkungen auf Mitbestimmung, Betriebsrats- und Gewerkschaftsarbeit in den Betrieben. Peter Müller bietet mit »Strategische Betriebsräte. Ein Praxisbuch für erfolgreiche Interessenvertretung von Beschäftigten« Grundwissen für Betriebsräte und Vertrauensleute, die unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen handlungsfähig bleiben und der verbreiteten Sparlogik der Unternehmen eine überzeugende Alternative entgegensetzen wollen. Ausgehend von konkreten betrieblichen Problemen beschreibt der Autor, wie es gelingen kann, Beschäftigte so zu beteiligen, dass sie sich hinter den Betriebsrat stellen und so eine erfolgreiche Betriebsratsarbeit möglich machen. Der Autor bietet zudem Strategieklausuren für Betriebsräte und Vertrauensleute sowie Betriebsratsseminare an (www.mueller-brc.de).

Wenn der Wind von vorne kommt

Der dritte Band der Reihe »Arbeitspolitik: Theorie, Praxis, Strategie« setzt sich mit menschengerechter Arbeit in immer menschenfeindlicherer Umgebung auseinander. Es geht in dem von Hans-Jürgen Urban herausgegebenen Buch »Gute Arbeit vor dem Aus?« um Dekarbonisierung, Transformation, Digitalisierung sowie antidemokratische Entwicklungen, welche die gesamte Wirtschaftsweise verändern. Arbeitsplätze gehen verloren oder werden unsicher. Aspekte guter Arbeit und humaner Arbeitsbedingungen geraten aus dem Blickfeld. Hier sind betriebliche und gewerkschaftliche Arbeitspolitik gefordert. Arbeitspolitik in diesem Sinne muss schützend, eingreifend, nachhaltig und demokratisch ausfallen. In diesem Band wird direkt auf die aktuellen Prozesse der Restrukturierung geschaut: die Krise des Entwicklungsmodells des Deutschen Kapitalismus, der Frontalangriff auf den Sozialstaat insgesamt sowie insbesondere die Arbeits- und Leistungsbedingungen in der Arbeitswelt.

Clara Zetkin und der deutsche Stalinismus

Laut Leo Trotzki hätten diese Briefe niemals existieren dürfen, denn nach seiner Auffassung fehle Clara Zetkin die »geistige Selbstständigkeit«, ihre Stärke liege vielmehr in ihrem Temperament. Letzteres mag zwar zutreffen. Ersteres ist aber eine offenkundige Fehleinschätzung. Denn von geistig-politischer Souveränität zeugen gerade jene beiden Briefe, die Zetkin 1929 und 1930 an Stalin und seine Paladine schreibt, um auf 150 Seiten die selbstmörderische Politik der KPD unter Thälmann zu kritisieren, die Jörn Schütrumpf als Herausgeber dieses bislang wenig beachteten Dokuments im Vorwort in den historischen Zusammenhang stellt. Mit analytischer Schärfe wendet sich Clara Zetkin gegen die Aufkündigung innerparteilicher Demokratie, die Delegitimierung abweichender Positionen und eine Politik, die organisatorische Disziplin zu jedem Preis über politische Debatte stellt. Mit ihrer politischen Abrechnung sind zugleich grundsätzliche Fragen nach dem Verhältnis von Demokratie, Organisation und Emanzipation angesprochen, die gerade heute brandaktuell sind.

Versuch einer linken Zukunftserzählung

Große Erzählungen haben zu allen Zeiten Orientierung und Hoffnung gegeben – auch in denen der Hoffnungslosigkeit. Höchste Zeit, aus Sicht einer modernen Linken eine emanzipatorische Erzählung für das 21. Jahrhunderts zu wagen, die nun Dieter Klein in seinem neuen Buch »Hoffnung in dunklen Zeiten« vorgelegt hat, mit der er die Suche nach strategischen Antworten und möglichen Lösungen befördert. Denn alles bisher Gültige befindet sich im Umbruch: geopolitische Bündnisse, die Auswirkungen moderner Informations- und Kommunikationsmittel, die Manipulationsmacht von IT- und Tech-Unternehmen und die gewachsene Bedeutung psychologischer Kriegsführung. Zu der ihn leitenden Frage, was der besondere Beitrag der Linken zu einem neuen humanistischen Narrativ sein kann, gab es erste Antworten bei der Vorstellung des Buches des inzwischen 95-Jährigen zusammen mit der Ko-Vorsitzenden der Partei Die Linke, Ines Schwerdtner am 20. Oktober in der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Spenden

Für alle diejenigen, die das können und die Arbeit des Verlages durch eine finanzielle Zuwendung unterstützen möchten, gibt es folgendes Spendenkonto:

VSA: Verlag Hamburg | GLS Bank Bochum
IBAN: DE 0343 0609 6720 2812 4100
BIC: GENODEM1GLS

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