Attac hat gemeinsam mit Medico international, dem Institut Solidarische Moderne und Publik-Forum die Initiative Flüchtende aufnehmen und Fluchtursachen beseitigen! gestartet. Auch die Redaktion Sozialismus gehört zu den Unterstützer*innen.

Zeitschriften

Beiträge in Heft 2-2015 sehen Europa Linke in Bewegung, fragen danach, wer die gesellschaftliche Mitte ist, und diskutieren Industrie 4.0 und vieles andere mehr.

Heft 3-2015 zum Thema »Smarte neue Welt« ist im Druck: www.zeitschrift-luxemburg.de

Inzwischen als Netz-Zeitschrift: www.prager-fruehling-magazin.de.

Socialist Register

Das 52. Socialist Register, das ab Mitte November ausgeliefert wird, richtet den Blick auf politische Kräfte und Parteien der Rechten.

Abgehauen?

Wenn die deutsche Bundesregierung die Grenzen für Flüchtlinge öffnet, Tausende unkontrolliert einlässt, aufnimmt und betreut, dann sind die Kritiker der heimischen Flüchtlingspolitik erst einmal überrascht, dann aber des Lobes voll. Endlich, so ihr Urteil, wird dem wahren Sinn des Grundrechts auf Asyl praktisch Rechnung getragen. Dass Politiker, gerade solche vom Schlage der Bundeskanzlerin, die Europa zu mehr Weltgeltung führen will, mit humanitären Aktionen dieser Art ein politisches Interesse verbinden, sollte eigentlich nicht unbekannt sein. Um welches es sich dabei handelt sowie von den innen- und außenpolitischen Brutalitäten und Widersprüchen handelt Freerk Huiskens Flugschrift Abgehauen.

Ein Jahrhundertleben

Am 7. März 2016 vollendet unser langjähriger Autor Theodor Bergmann sein 100. Lebensjahr. Aus diesem Anlass veröffentlichen wir seine Autobiografie Im Jahrhundert der Katastrophen in einer um die Kapitel »Nachdenklich auch im 21. Jahrhundert« und »100 Jahre Oktoberrevolution« ergänzten Neuausgabe. »Theodor Bergmanns Biografie steht exemplarisch für jene Linke, die von der antidemokratischen Rechten verfolgt, von den pseudodemokratischen Spießern gemieden und von den Stalinisten in Acht und Bann getan worden ist.« (Mario Keßler)

Großes Geld und bürgerliche Ordnung

Kann in Deutschland ein Milliardär eine Stadt »kaufen«? Und wurde ausgerechnet Marburg mit seiner jahrzehntelang als »links« geltenden Universität zur »Pohl-City«? Das untersuchen prominente Vertreter der Marburger Linken wie Frank Deppe, Georg Fülberth und Jan Schalauske und Neoliberalismuskritiker von »außen« wie Jürgen Nordmann. In der Tat hat der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Vermögensberatung (DVAG), Reinfried Pohl (1928-2014), ein ganzes Stadtviertel in Marburg gekauft. Mit »Steuerkraft« und Spenden prägte er die Stadtgeografie und Politik »seiner« Stadt. Brisant ist der Fall, weil er die Spaltung widerspiegelt, die zwischen boomenden Regionen auf der einen und dem Niedergang ganzer Regionen und Gemeinden auf der anderen Seite stattfindet. Der Band erscheint nicht nur rechtzeitig zu den Kommunalwahlen in Hessen am 6. März, sondern auch für den Rest der Republik, der politische Gestaltung nicht von der Gunst reicher »WohltäterInnen« abhängig machen will.

VSA: Frühjahrsprogramm 2016

»Then you better start swimmin’ or you’ll sink like a stone / For the times they are a-changin’« – unser neues Verlagsprogramm nimmt sich Bob Dylans Mahnung zu Herzen. War Pegida 2014 noch ein innerdeutsches Menetekel, so eskaliert die humanitäre Lage seitdem. Drei neue Publikationen gehen den Migrationsbewegungen, der neuen deutschen Flüchtlingspolitik sowie – als deren Folge? – neuen sozialen Bewegungen von rechts nach. Angesichts der dramatischen Entwicklungen in der Weltwirtschaft mehren sich die Anzeichen einer Götterdämmerung des Kapitalismus. Trotz aller Dominanz internationaler Elitennetzwerke deutet doch Einiges auf gespaltene Machteliten hin. Geht der Blick über den bundesdeutschen Tellerand hinaus, so zeigen Polen und die Ukraine beunruhigende Tendenzen eines Rechtsrucks. Ulrich Brandts Erörterung linker Perspektiven in Lateinamerika sowie Studien zur europäischen Lohnpolitik, kapitalistischer Erziehung und Kritik der Psychologie runden das Programm ab.

Auf nach Leipzig!

Für alle die, die Sonderpreise der Deutschen Bahn für Frühbucher nutzen möchte, hier schon mal ein Reisetipp für den März: Vom 17. bis 20. ist der VSA: Verlag wieder mit einem Stand auf der Leipziger Buchmesse vertreten (Halle 5, Stand E 410). Und wir beteiligen uns erneut an den Veranstaltungen auf Die Bühne, auf der linke Verlage ihre Projekte präsentieren. BesucherInnen können sich auf unsere AutorInnen Michael Brie, Raul Zelik, Susanne Hennig-Wellsow, Benjamin-Immanuel Hoff, Tom Strohschneider, Joachim Bischoff sowie Herdolor Lorenz und Leslie Franke freuen.

VSA: Bücher wirken – »999er«-Erforschung in Hamburg

2014 erschien von Ulla Suhling der Band 999er Strafsoldaten – deportiert vom Hannoverschen Bahnhof. Hamburger Antifaschisten in Wehrmachts-Uniform. Die Autorin forderte darin, die Deportierten des »Bewährungs«-Bataillons 999 in Hamburg in die offizielle Gedenkeinrichtung aufzunehmen. Inzwischen wurde beschlossen, in Hamburg für die ca. 2.000 »wehrunwürdigen« politischen Gegner der NS-Herrschaft, die ab Oktober 1942 in die Bewährungsbataillone gepresst wurden, einen würdigen Erinnerungsort zu schaffen. Mit der wissenschaftlichen Erforschung wurde der Historiker Hans Peter Klausch beauftragt. Untersucht werden sollen u.a. die genauen Umstände der Einberufung, die Unterbringung in der Kasernen an der Hamburger Bundesstraße (auch hierzu erschien bereits ein VSA: Band), der Weg von dieser Kaserne zum Hannoverschen Bahnhof durch das Hamburger Stadtgebiet, die Transportlisten der vier Deportationszüge von Hamburg nach Stetten bzw. Thiergarten und Storzingen in Baden-Württemberg. Auftraggeberin ist die Stiftung Auschwitz-Komitee. Diese sammelt nun Spenden für die Erstellung des Gutachtens. Wer dieses fördern möchte und/oder sich näher informieren will, findet hier die Kontaktdaten.

VSA: Bücher wirken – Erinnerung an Ilse Stöbe

Bereits im Juli 2014 wurde die Gedenktafel im Auswärtigen Amt um den Namen von Ilse Stöbe ergänzt, deren Zusammenarbeit mit dem sowjetischen Geheimdienst GRU dort jahrzehntelang »als Verrat« behandelt wurde, worauf Außenminister Frank-Walter Steinmeier in dem Festakt aus diesem Anlass hinwies. Seit Mitte November letzten Jahres wird nun auch mit einer Gedenktafel an ihrem früheren Wohnort in der heutigen Frankfurter Allee 233 in Berlin-Lichtenberg an die mutige Frau (sowie ihren Bruder und ihre Mutter) erinnert (siehe auch den Bericht in der Berliner Woche). »Damit erfährt sie eine würdigende Beachtung«, sagte Kulturstadträtin Kerstin Beurich (SPD) bei deren Enthüllung in Anwesenheit von Hans Coppi und Sabine Kebir. Diese haben in ihrem kürzlich in Neuauflage erschienenen Buch Ilse Stöbe: Wieder im Amt unter Bezugnahme auf zahlreiche bisher nicht bekannte Quellen deren Beteiligung am Widerstand gegen das Naziregime neu bewertet und damit maßgeblich dazu beigetragen, dass ihr nun ein würdiges Andenken zuteil wird.

Eine linke Regierung in Deutschland?

Bei der Debatte um linke Alternativen hierzulande, die VSA: Autor Michael Brie zuletzt mit seinem Beitrag Für eine linke Regierung in Deutschland in der Zeitschrift Sozialismus konkretisiert hat, steht die Auseinandersetzung mit dem »Hier und Jetzt« sowie mit längerfristigen, über den Kapitalismus hinausreichenden gesellschaftsverändernden Vorstellungen häufig zusammenhanglos nebeneinander. Diesem Mangel versucht Stephan Krüger mit seinem Buch Wirtschaftspolitik und Sozialismus durch eine Integration aktueller wirtschaftspolitischer Gegenmaßnahmen in eine moderne und nachhaltige Sozialismus-Konzeption abzuhelfen. Er umreißt die Elemente eines Sozialismus im 21. Jahrhundert auf Grundlage einer sozialistischen Marktwirtschaft im Rahmen eines europäischen Gesamtreproduktionsprozesses.

Deshalb: Lasst uns endlich über Alternativen reden!

Die politische und gesellschaftliche Linke wirbt immer für einen alternativen Entwicklungspfad für die Gesellschaft. Doch was sind diese Alternativen und wer setzt sie um? Dieser Frage widmet sich der von Michael Brie herausgegebene Band Lasst uns über Alternativen reden. Die AutorInnen zeigen staatliche und zivilgesellschaftliche Praktiken, die nicht mehr der Logik des Neoliberalismus folgen, zu etablieren. Aber auch die Prämissen einer alternativen Entwicklung werden beleuchtet und gegenwärtige alternative Projekte aufgegriffen. Es ist Zeit zu handeln!

EZB und Arbeitsmedizin im »Dritten Reich«?

Im hessischen Frankfurt wurde 2015 das neue Gebäude der Europäischen Zentralbank (EZB) eingeweiht. Direkt neben der Währungszentrale befindet sich die ehemalige Markthalle, in deren Keller die jüdischen Bürger zusammengetrieben wurden, die ab 1941 in mehreren Deportationszügen in die Ghettos und Vernichtungslager des Ostens gebracht wurden – etwa 10.000 von ihnen kamen dabei um. Der dort kürzlich neu eröffnete Gedenkort ist nur über eine flughafenartige Sicherheitskontrolle zugänglich, die Führungen werden vom Jüdischen Museum veranstaltet. Einer der von hier aus Deportierten und in Litzmannstadt (Lódz) Umgekommenen war der jüdische Sozialhygieniker Ludwig Ascher. In Gine Elsners neuem Buch Als Betriebsarzt bei Adler, Opel oder Hoechst. Arbeitsmediziner während der NS-Zeit in Hessen ist ihm ein Kapitel gewidmet. Der Band geht (mit vielen neuen Forschungserkenntnissen) dem System von staatlichen Gewerbe- und Betriebsärzten nach, das während der NS-Zeit die Leistungssteigerung der Beschäftigten und die Ausbeutung der Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge in den Fabriken ermöglichte.

Wieder lieferbar: Arbeitsleben 2025

Der Ratgeber von Jürgen Tempel und Juhani Ilmarinen ist wieder verfügbar und gibt Antworten auf die Frage: Was können Beschäftigte und Unternehmen tun, damit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer so lange wie möglich und so gesund wie möglich im Arbeitsleben verbleiben können? Hierzu äußerte sich Jürgen Tempel am 24. November in der Frankfurter Rundschau: »›Man muss die Arbeit neu gestalten.‹ Wie aber lässt sich Gesundheitsförderung in die Unternehmen tragen? ... Dazu gehört ... die Einsicht, dass von einem betrieblichen Gesundheitsmanagement alle Seiten profitieren. Und die Bereitschaft der Chefetage, ihre Perspektive zurechtzurücken: ›Wir brauchen Sie, was brauchen Sie‹ müsse die Frage lauten... Das sind Botschaften, die Tempel und die Barmer GEK künftig verstärkt in die Firmen tragen wollen.«

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