Neue Zeitschriften-Ausgaben

Die Welt in 2017: USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Österreich, Italien, Niederlande, Griechenland u.v.a.m.

Heft 2-2016 erscheint als Koproduktion mit der US-Zeitschrift Jacobin zum Thema »Klasse verbinden«: www.zeitschrift-luxemburg.de

Inzwischen als Netz-Zeitschrift: www.prager-fruehling-magazin.de.

Socialist Register

Das 52. Socialist Register richtet den Blick auf politische Kräfte und Parteien der Rechten.

Das VSA: Frühjahrsprogramm 2017

ist online. Wir beteiligen uns mit zahlreichen Büchern am Jubiläumsjahr 2017: So werden unsere Autoren Revolutionen & Konterrevolutionen untersuchen (100 Jahre Russische Revolutionen), wir folgen der (nur für die FAZ überraschenden) Einsicht, dass es »eine Torheit« bleibt, die Erkenntnisse aus »Das Kapital« (das vor 150 Jahren in Hamburg erschien) für »erledigt zu halten«, und widmen zudem Marx, Luther und dem Papst eine Flugschrift (500 Jahre Reformation). Auch dem Präsidenten mit Risiko Donald Trump wenden wir uns zu und blicken Richtung G20-Gipfel in Hamburg. Führungsfrauen aus  Gewerkschaft & Politik geben zu Protokoll, was die Arbeitswelt mit dem Feminismus zu tun hat. Und wir greifen Themen auf, die im Bundestagswahlkampf eine Rolle spielen werden: Altersarmut und die Verteilungskämpfe im Gesundheitswesen. Wir diskutieren zudem, wie ein sozial und politisch verantwortliches Design jenseit von Werbung und PR umgesetzt werden kann – und vieles andere mehr.

Das Beste am Norden ist unsere Sparsamkeit,

höhnte der NDR noch 2012 in einem der beliebten Fernsehspots von Detlev Buck. Nun wurde das Luxusdomizil, -hotel und -restaurant mit einem sicherlich beeindruckenden Konzertsaal-Anhang eröffnet (zu den skandalösen Begleitumständen und der fast eine Milliarde Euro, die die Elbphilharmonie gekostet hat, siehe den Beitrag von Joachim Bischoff und Bernhard Müller). Und da sie nun mal da ist, hätten wir mit Blick darauf, dass am 12.4. vor 150 Jahren ganz in der Nähe das Manuskript des ersten Bandes von »Das Kapital« dem Verleger Otto Meissner vom Autor höchstselbst überbracht wurde, noch einen Vorschlag.

Wir trauern um Mark Fisher (1968-2017)

Am 13. Januar ist der Kulturjournalist, Kapitalismuskritiker und unser Autor Mark Fisher im Alter von 48 Jahren verstorben. Wie kein Zweiter verstand er es, die Widersprüche des Neoliberalismus zu sezieren und seinen negativen Widerschein in der modernen Popkultur dingfest zu machen. Mark Fisher, der selbst viele Jahre an einer Depression litt, beschrieb besonders eindringlich die Effekte, die der heutige Kapitalismus auf das seelische Wohlbefinden der Menschen hat: »Wie konnte es zur Normalität werden, dass so viele Menschen, und insbesondere so viele junge Menschen, als psychisch krank angesehen werden? Die ›Pest der psychischen Krankheiten‹ in kapitalistischen Gesellschaften weist darauf hin, dass der Kapitalismus eben nicht die einzige funktionierende Gesellschaftsordnung ist, sondern dass er inhärent dysfunktional ist und die Kosten für die Illusion seiner Funktionsfähigkeit sehr hoch ist.« (Mark Fisher: Kapitalistischer Realismus ohne Alternative?, S. 27f.). Seinen Kampf gegen die Depression hat Mark Fisher nun verloren (siehe auch den lesenswerten Nachruf von Christian Werthschulte, einem der Übersetzer von Fishers Buch, in der taz vom 15.1.).

Kostprobe aus »Kleine Weltküche« Online

Foto: SpiegelOnline

Die Kochrezepte in dem VSA: Buch Kleine Weltküche stammen von Flüchtlingen und ihren Freunden. Auf S. 80 etwa präsentiert die 15jährige Razia Hussaini, die vor zwei Jahren aus Afghanistan geflohen ist, »Ashak«, d.h. Spinattaschen mit Hackfleischsoße und Joghurt. Das hat den Redakteuren von SpiegelOnline so gut gefallen, dass sie Razia und Zeinab Alipour (28, ebenfalls aus Afghanistan, deren Rezept »Bolan« auf S. 38 zu lesen ist) gebeten haben, das Rezept der afghanischen Variante von Maultaschen nachzukochen. Enstanden ist ein Video mit dem Titel »Für den Teig muss man sportlich sein«, in dem Razia zudem erzählt, was sie mit dem Essen verbindet.

»Für die kleinen Verlage wird es ernst«

titelte die FAZ Ende November 2016 und fügte hinzu: »Die Buchverlage müssen nach der Entscheidung der VG Wort insgesamt rund hundert Millionen Euro zurückzahlen. Das trifft vor allem kleine Buchverlage hart.« Also auch den VSA: Verlag. Was ist der Hintergrund?

Bislang wurden die Urheberrechtsabgaben, die die Verwertungsgesellschaft (VG) Wort von Kopierer-Herstellern, Drucker-Konzernen, aber auch von Copyshops und Bibliotheken erhoben hat, zwischen Autoren und Verlagen aufgeteilt. Der Bundesgerichtshof hat nach der Klage eines Autors entschieden, dass die Verlage nicht mehr beteiligt werden dürfen – mit dem hanebüchenen Argument, dass diese keine Urheber der von ihnen publizierten Bücher seien. Die Verlage müssen deshalb die für die Jahre 2012 bis 2014 bereits erhaltenen Beträge umgehend an die VG Wort zurücküberweisen.

Alleserdings besteht seitens der Autorinnen und Autoren, die zu schätzen wissen, dass vor allem unabhängige Verlage zusammen mit ihnen Buchprojekte entwickeln, sie lektorieren und korrigieren, zwischen zwei Buchdeckel und dann zu den LeserInnen bringen, die Möglichkeit, aus Solidarität auf zusätzliche Einnahmen zu verzichten und ihre Anteile bei den Verlagen zu belassen. Wir sind sicher, dass auch unsere Autorinnen und Autoren dies tun werden. (Detailierte Informationen zu dem Vorgang haben wir auf einer gesonderten Seite zusammengestellt.)

VSA: Bücher kaufen – jetzt!

Allerdings bleibt auch danach noch immer ein großer Betrag zügig an die VG Wort zurückzuzahlen, den wir in unserem Wirtschaftsplan nicht vorgesehen haben, da wir – wie alle anderen Verlage auch – die Mittel aus den Kopierabgaben immer in laufende Buchprojekte reinvestierten. Deshalb bitten wir auch unsere Leserinnen und Leser um ihre Solidarität: Sofern Sie oder ihr schon immer mal ein oder mehrere VSA: Bücher kaufen wolltet, kauft sie jetzt! Eine kleine Auswahl von im Jahr 2016 erschienenen Texten haben wir unten aufgeführt.

Wir bedanken uns bei allen für ihre Solidarität, die wir dringend benötigen.
Das VSA: Team

Die sehr kleine Auswahl

Ulrike Hinrichs und Günther Spiegel (Hrsg.): Kleine Weltküche
Kochrezepte von Geflüchteten und Freunden
160 Seiten | Großformat | Hardcover | farbig illustriert | EUR 19.80 | ISBN 978-3-89965-742-5

Michael Töteberg: Filmstadt Hamburg
Kino-Geschichten einer Großstadt: Stars, Studios, Schauplätze
368 Seiten | viele Farbfotos | Hardcover | EUR 19.80 | ISBN 978-3-89965-578-0

Frank Deppe: Politisches Denken im 20. Jahrhundert
Das Paket: 4 Bände in 5 Büchern
2184 Seiten | Statt Euro 170.00 nur EUR 125.00 | ISBN 978-3-89965-726-5

Jari Banas: »Das Kapital« als Comic
Für Einsteigerinnen und Einsteiger
160 Seiten | EUR 12.00 | ISBN 978-3-89965-715-9

Friedrich Steinfeld: Religiöser und politischer Fundamentalismus im Aufwind
Die Sehnsucht nach Identität
208 Seiten | EUR 16.80 | ISBN 978-3-89965-722-7

Torsten Müller/Thorsten Schulten/Guy Van Gyes (Hrsg.):
Lohnpolitik unter europäischer »Economic Governance«
Alternative Strategien für inklusives Wachstum
328 Seiten | EUR 29.80 | ISBN 978-3-89965-704-3

Klaus Busch / Axel Troost /Gesine Schwan / Frank Bsirske /Joachim Bischoff /
Mechthild Schrooten / Harald Wolf: Europa geht auch solidarisch!
Streitschrift für eine andere Europäische Union
88 Seiten | EUR 7.50 | ISBN 978-3-89965745-6

Freerk Huisken: Erziehung im Kapitalismus
Von den Grundlügen der Pädagogik und dem unbestreitbaren Nutzen der bürgerlichen Lehranstalten
Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe
472 Seiten | EUR 29.80 | ISBN 978-3-89965-691-6

Der marktgerechte Mensch

Unter diesem Titel nehmen Leslie Franke und Herdolor Lorenz die desaströsen Folgen der neoliberalen Wirtschaftspolitik ins Visier. Auch das neue Projekt unser St. Georger NachbarInnen entsteht als »Film von unten« – finanziert von denen, die ihn sehen und zeigen wollen. Bereits ihre letzten Filme wie »Wer Rettet Wen?« (zum erneut aktuellen Thema »Banken-Rettung«, zu dem das Begleitbuch bei VSA: erschien), »Water Makes Money« und »Bahn unterm Hammer« haben gezeigt, wie mit Aufklärung und Mobilisierung Gegenöffentlichkeit geschaffen werden kann. Deshalb unterstützen wir gerne ihren Aufruf: Helfen Sie mit, dass »Der marktgerechte Mensch« zustande kommt, der über Ursachen aufklärt und die Solidarität stärkt! Mehr Infos unter www.der-marktgerechte-mensch.org. Einen Teaser gibt es bei Youtube.

Störfaktor Armut

Der neue Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung liegt in ersten Entwürfen vor – und ist u.a. wegen der Nichtbeachtung wichtiger Expertise schon in die Kritik geraten (zu einer ersten Bewertung siehe auch den Beitrag Soziale Ungleichheit – wie sie die Bundesregierung sieht auf der Sozialismus-Website). In ihm wird – trotz aller Kritik – die Tendenz zur sozialen Polarisierung nicht mehr bestritten. Gleichwohl gilt noch immer: Armut nervt. Nicht nur die, die arm sind, sondern auch diejenigen, die am weitesten von Armut entfernt sind. Wie lässt sich der Teufelskreis von Armutsverleugnung, Abwertung der Armen und Verschärfung der Ungleichheit durchbrechen? Joachim Rock, Abteilungsleiter für Arbeit, Soziales und Europa im Paritätischen Gesamtverband, bietet in Störfaktor Armut einen komprimierten Überblick über  Ungleichheit und ihre Ursachen. Er untersucht zugleich, warum die Mechanismen ihrer Verdrängung so hartnäckig sind und einer Überwindung der Armut im Wege stehen.

Zum Tod von Eckart Spoo (19.12.1936-15.12.2016)

An 15. Dezember verstarb in Berlin der Journalist und Publizist Eckart Spoo kurz vor seinem 80. Geburtstag. Um die Jahrtausendwende hatte er im VSA: Verlag gemeinsam mit Rainer Butenschön zwei Bücher herausgegeben, die er als »Jahrhundertbilanzen« verstand: Der lange Abschied vom Sozialismus. Eine Jahrhundertbilanz der SPD (1999; dritter Herausgeber war der ebenfalls inzwischen verstorbene Arno Klönne) und Der Mensch & der Plan. Eine Jahrhundertbilanz des Kommunismus (2000). Im Oktober 2001 hatte dann die von Eckart Spoo mitbegründete »Bürgerinitiative für Sozialismus« nach Hamburg in die Hochschule für Wirtschaft und Politik (HWP) eingeladen, wo gemeinsam mit der Wochenzeitschrift »Ossietzky« und der Monatszeitschrift »Sozialismus« sowie HWP-HochschullehrerInnen ein Kongreß stattfand, auf dem die staatlichen Reaktionen auf die Terroranschläge vom 11. September diskutiert wurden. Die überarbeiteten Referate erschienen 2002 unter dem Titel des Kongreses Demokratie – wo und wie? im VSA: Verlag als Buch, herausgegeben von Norman Paech, Eckart Spoo und Rainer Butenschön.
Mit Eckart Spoo verlieren wir einen Mitstreiter für Menschenrechte und Frieden, der ein Journalistenleben lang der Aufklärung verpflichtet war.

Wir dokumentieren in Auszügen die Pressemitteilung der Zeitschrift Ossietzky anlässlich Eckart Spoos Tod; eine ausführliche Würdigung von Rainer Butenschön gibt es auf der Website der Zeitschrift Sozialismus.

»Europa, bitte links abbiegen«

titelt die taz am 31.10. ihre Seite 3 über eine Streitschrift, mit der »Rot-Rot-Grüne ein solidarisches und demokratisches Europa kreieren« wollen. Sicherlich eine der die taz auszeichnenden Zuspitzungen, aber der Sache nach zutreffend. Denn Klaus Busch, Axel Troost, Gesine Schwan, Frank Bsirske, Joachim Bischoff, Mechthild Schrooten und Harald Wolf »nehmen sich der linken Euro- und Institutionenkritik mit Respekt an, kommen aber auf ganz andere Antworten als die Anhänger eines ›Lexit‹: Angesichts der zu erwartenden negativen Folgen sei ›es vernünftiger, für eine radikale Reform des Euroregimes zu kämpfen‹«, stellt Tom Strohschneider im neuen deutschland vom 1.11. heraus. »Das Büchlein ist gewissermaßen das Gegenteil von jener Nicht-Diskussion, die sich ... entweder auf gegenseitiges Abverlangen von ›Verlässlichkeit‹ in EU-Fragen beschränkt oder aber jene Art Anti-EU-Rhetorik bedient, die der Vorsitzende der Linkspartei« Bernd Riexinger in der letzten Woche »oberflächliche Eliten- und Währungskritik« nannte. So kommt die Diskussion endlich in Gang. Genau das wollten die AutorInnen der Streitschrift Europa geht auch solidarisch! bewirken.

Kritische Wissenschaft im 21. Jahrhundert

Kritische Wissenschaft braucht Vorkämpfer, Mitstreiter und Vordenker. Christoph Scherrer gehört zu diesen umtriebigen Politikwissenschaftlern, die jenseits akademischer Universitätsausbildung Räume für Debatte und Austausch schaffen, aber auch neue Wege gehen. Zu seinem 60. Geburtstag wurde Christoph Scherrer ein Buch geschenkt. Unter dem Titel Globalisierung analysieren, kritisieren und verändern enthält es unter anderem Beiträge von Elmar Altvater, Ulrich Brand, Brigitte Young zu dem Projekt Global Labor University und zu weiteren Themen zwischen Arbeit, Globalisierung und internationaler Gewerkschaftspolitik.

Quadratur des Kreises gelöst: Marx’ Kapital endlich verständlich

Ein Schreckgespenst geht um in Lesekreisen. Denn »Das Kapital« von Karl Marx lehrt nicht nur die Kapitalisten das Fürchten, sondern auch jene, die es sich aneignen und gemeinsam verstehen wollen. Nach einer fast 150-jährigen Periode rauchender Köpfe und zerraufter Haare springt Letzteren nun der ultimative Gespensterjäger zur Seite: »Das Kapital« in seiner definitiven Version! Mit vielen ergänzten Szenen zu den neuen Problemen des alten Kapitalismus und einem etwas größeren Format hat JARI Banas seinem Comic für Einsteigerinnen und Einsteiger eine gehörige Frischzellenkur verpasst: Nie war es unterhaltsamer als jetzt, Marx' Magnus Opus zu studieren.

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