Neue Zeitschriften-Ausgaben

K. Dörre/H.-J. Urban (Hrsg.)
Kapitalismuskritik auf der Höhe der Zeit
Frank Deppe zum 75. Geburtstag
Supplement der Zeitschrift Sozialismus 10/2016
68 Seiten | EUR 7.00 | ISBN 978-3-89965-872-9

Türkei, Spanien, Österreich, Trump contra Clinton, China, im Supplement: »Marxismus-Feminismus« u.v.a.m.

Heft 2-2016 erscheint als Koproduktion mit der US-Zeitschrift Jacobin zum Thema »Klasse verbinden«: www.zeitschrift-luxemburg.de

Inzwischen als Netz-Zeitschrift: www.prager-fruehling-magazin.de.

Socialist Register

Das 52. Socialist Register richtet den Blick auf politische Kräfte und Parteien der Rechten.

Frank Deppe wurde 75

Foto: Godula Linde

Unser Autor Frank Deppe feierte am 23. September seinen 75. Geburtstag. Das Team des VSA: Verlag und die Redaktion Sozialismus gratulierten zusammen mit zahlreichen FreundInnen und Weggefährtinnen auf der Geburtstagsfeier in Frankfurt a.M. Hans-Jürgen Urban übergab aus diesem Anlass das ihm gewidmete Supplement 10-2016 der Zeitschrift Sozialismus. Und auch wir konnten die ersten Exemplare seines in neuer Ausstattung erschienenen Grundlagenwerks über das Politische Denken im 20. Jahrhundert überreichen. Frank war bis zum Sommer 2006 Professor für Politikwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg. Wer seine Abschiedsvorlesung mit dem Schwerpunkt »Krise und Erneuerung marxistischer Theorie« nachhören möchte, kann die mp3-Datei hier anhören bzw. (allerdings ist sie 34 MB groß) herunterladen.

Wir können auch anderes: Kleine Weltküche

Das erste Kochbuch im VSA: Verlag: 59 illustrierte Rezepte von Geflüchteten und Freunden – auf 160 Seiten im Großformat, durchgängig in Farbe gedruckt, mit einem Festeinband zum Preis von nur 19.80 Euro. Die beiden HerausgeberInnen, Ulrike Hinrichs und Günther Spiegel, haben die Lebensweisheit »Liebe geht durch den Magen« beim Wort genommen und einen gemeinsamen Austausch von Kochen und Essen als gelebte Kultur organisiert. Entstanden ist ein künstlerisch-kulinarischer Leckerbissen mit spannenden Rezepten aus Afghanistan, Albanien, Bosnien, Deutschland, Ghana, Griechenland, Kolumbien, Irak, Mali, Peru, Senegal, Serbien, Syrien und der Türkei. Guten Appetit beim Nachkochen und Essen! Erlöse aus dem Verkauf kommen ehrenamtlichen Flüchtlingsprojekten in Hamburg-Harburg zugute. Weitere Infos zu diesem Projekt: www.heimat-harburg.de.

Bücher verlängern unseren Lebensweg

Eine Langzeitstudie von Forschern der Yale-Universität hat herausgefunden: Menschen, die viele Bücher lesen, lebten im Durchschnitt zwei Jahre länger als diejenigen, die nie Bücher lesen. Ihre kurz zusammengefasste Erklärung: Bücherlesen stimuliere unsere Gehirnzellen und dies steigere die Lebensdauer. Dass dies auch fürs Bücherschreiben zutrifft, bestätigen zwei VSA: Autoren: Theodor Bergmann hat in seinem 101. Lebensjahr sein nächstes Buch fast fertig und Karl-Heinz Peters’ im 105. Lebensjahr erschienene Kritik an der Profitgier der privatisierten Wohnungsbauunternehmen macht gar im Berliner Wahlkampf Furore (siehe unten). Ein langes Leben wünscht das VSA: Team!

Quadratur des Kreises gelöst: Marx’ Kapital endlich verständlich

Ein Schreckgespenst geht um in Lesekreisen. Denn »Das Kapital« von Karl Marx lehrt nicht nur die Kapitalisten das Fürchten, sondern auch jene, die es sich aneignen und gemeinsam verstehen wollen. Nach einer fast 150-jährigen Periode rauchender Köpfe und zerraufter Haare springt Letzteren nun der ultimative Gespensterjäger zur Seite: »Das Kapital« in seiner definitiven Version! Mit vielen ergänzten Szenen zu den neuen Problemen des alten Kapitalismus und einem etwas größeren Format hat JARI Banas seinem Comic für Einsteigerinnen und Einsteiger eine gehörige Frischzellenkur verpasst: Nie war es unterhaltsamer als jetzt, Marx' Magnus Opus zu studieren.

Profit, Profit, Profit

Wellen geschlagen hat in der Hauptstadt eine VSA: Neuerscheinung zur Wohnungsbaupolitik. Eine interessante Mutation erfuhr dabei die Titelzeile von der Online-Ausgabe der Berliner Zeitung (»Kritik des Ex-Gehag-Chefs: Es geht nur noch um Profit, Profit, Profit«) zur gedruckten Fassung (»Die Abrechnung eines 104-Jährigen. Der ehemalige Vorstandschef der Wohnungsbaugesellschaft Gehag, Karl-Heinz Peters, fordert eine sozialere Wohnungsbaupolitik«). Zusammenhänge zum aktuellen Wahlkampf um die Sitze im Berliner Abgeordnetenhaus sind durchaus beabsichtigt. Zudem enthält der Band auch für andere Betroffene der Mietenexplosion in den Metropolen »Prinzipien eines fortschrittlichen Wohnungsbaus« (Andrej Holm in seinem Vorwort). Weitere spannende Seiten für Berlin-Interessierte bieten Rot-Rot in Berlin von Harald Wolf und Soziale Spaltung in Berlin von Uli Bochum u.a.

Neu im Programm: Kampf ums Recht

»Wer das Recht auf seiner Seite fühlt, muß derb auftreten«, sagt Goethe in seinen »Maximen und Reflexionen«. Doch treten die Menschen, insbesondere als Beschäftigte, tatsächlich derb auf, wenn sie sich im Recht fühlen? Viele nehmen ihre Rechte gar nicht wahr. Sie fürchten um den Verlust ihres Arbeitsplatzes, um die Kosten und Risiken eines gerichtlichen Verfahrens oder befürchten Sanktionen nach einem möglichen Erfolg. Rolf Geffken geht in seinem noch nicht angekündigten Band Kampf ums Recht dem komplizierten Verhältnis von Politik, Arbeit und Justiz auf die Spur. Sein nüchternes Resümee: Juristen werden zu politischen Akteuren und Politik wird immer stärker verrechtlicht. Das erschwert auch den Zugang zu Alternativen.

»Kein Fußball den Faschisten« erhielt DFB-Preis

Der Deutsche Fußball Bund (DFB), sonst eher mit Korruptionsvorwürfen in den Schlagzeilen, trifft auch mal richtige Entscheidungen. Gerade hat er dem Fanladen des FC St. Pauli den Julius Hirsch Preis 2016 verliehen. Der Fanbeauftragte des Kiez-Clubs, Justus Peltzer, sagte dazu: »Wir freuen uns sehr über ... die Auszeichnung unserer beständigen Arbeit gegen Diskrimierung jedweder Art. Unsere Veranstaltungen zum internationalen Holocaust-Gedenktag haben durch die Auszeichnung eine besondere Anerkennung erhalten.« Bereits zum achten Mal beging der Fanladen in diesem Jahr den Gedenktag, zum ersten Mal mit einer Veranstaltungsreihe. Als Abschluss der Reihe spielten die Profis des FC St. Pauli beim Heimspiel gegen Leipzig (am 12.2.2016, 1:0 gewonnen!) mit dem Schriftzug »Kein Fußball den Faschisten« anstelle des Sponsorenschriftzugs. DFB-Präsident Reinhard Grindel begründete die Preisverleihung: »Mit dem Julius Hirsch Preis würdigen wir die vorbildliche Arbeit von vielen Menschen im und um den Fußball, die klar Position gegen jede Form von Diskriminierung, auch gegen Homophobie oder Antisemitismus, beziehen.« Weiter so DFB! Und dem Fanladen gratuliert das VSA: Team mit einem lauten »Forza St. Pauli!«

Wir trauern um Herbert Schui (1940-2016)

Am 14.8.2016 ist im Alter von 76 Jahren der Ökonom und Linkenpolitiker Herbert Schui verstorben. Die Linke verliert einen profilierten Wissenschaftler und Hochschullehrer sowie einen Mitstreiter für Arbeit und soziale Gerechtigkeit. Der VSA: Verlag und die Zeitschrift Sozialismus werden einen wichtigen Autor vermissen. Wir trauern mit seiner Familie zudem um einen äußerst sympathischen Menschen (siehe auch die ausführlichere Würdigung auf der Website von Sozialismus). Herbert Schui war dem Verlag durch zahlreiche Buchpublikationen verbunden, bereits im Jahr 2002 veröffentlichte er gemeinsam mit Stephanie Blankenburg den Band Neoliberalismus: Theorie, Gegner, Praxis, 2009 erschien Gerechtere Verteilung wagen! Mit Demokratie gegen Wirtschaftsliberalismus und 2014 seine letzte Buchveröffentlichung Politische Mythen & elitäre Menschenfeindlichkeit. Halten Ruhe und Ordnung die Gesellschaft zusammen? Herbert Schuis Analysen und politische Interventionen werden uns fehlen.

Stehen wir vor einer Refeudalisierung?

Diese scheint das Zukunftsszenario zu sein. Damit steht die Rückabwicklung der Demokratie auf dem Programm. Forcierte neoliberale Globalisierung verstärkt soziale Spaltungsprozesse. Die Konflikte im Westen, Osten und Süden Europas zeugen von einem auseinanderdriftenden Kontinent. Kriegs- und Armutsmigration legen die Unfähigkeit des herrschenden Politikbetriebs offen. Rechtspopulistische und rechtsradikale Bewegungen erhalten stürmischen Zulauf. Und wir sind Zeugen von zunehmend auch politischen Refeudalisierungsprozessen – nicht als Wiederkunft einer historisch längst vergangenen Epoche, sondern als Ausdruck des Epochenbruchs, den Helmut Martens in seinem Buch Refeudalisierung oder Überwindung des Kapitalismus? untersucht.

Das Ende des Kapitalismus denken

Klaus Dörre schreibt in seinem Beitrag »Grenzen der Landnahme« in dem von Aaron Tauss herausgegebenen Band Sozial-ökologische Transformationen: »Der Kapitalismus stirbt nicht von allein, doch wir können ihn überwinden«. Wie das erreicht werden könnte und was dabei zu beachten ist, darüber diskutieren in diesem Buch außerdem Ulrich Brand, Alex Demirović, Friederike Habermann, Horacio Machado Aráoz, César Rendueles, Aaron Tauss/Tamara Ehs und Christa Wichterich. Ihr gemeinsamer »Ausgangspunkt ist, dass der Kapitalismus kontinuierlich Möglichkeiten seiner Überwindung hervorbringt: Die Herausforderung lautet, diese Möglichkeiten sichtbar zu machen«.

Götterdämmerung

Bislang hatten wir auf der Website anstelle der überteuerten Karten für Castorfs Ring-Inszenierung von Wagners »Götterdämmerung« in Bayreuth die Flugschrift Götterdämmerung des Kapitalismus? von Joachim Bischoff und Klaus Steinitz empfohlen. Das war voreilig – denn Bayreuth war schneller, aber nicht unbedingt besser, denn in den Schlussapplaus am Sonntag, den 31.7. mischte sich deutlich hörbarer Protest. Möglicherweise stieß sich ein Teil des zahlungskräftigen Publikums an Teilen des Bühnenbilds: Hinter dem nach dem Vorbild von Christo verhüllten Reichstag erscheint die New Yorker Börse, geht es im »Ring« doch auch um die Gier. Um Gier geht es in der Flugschrift, die inzwischen erschienen ist, allerdings weniger. Im Mittelpunkt stehen grundsätzlichere Fragen: Sind die aktuellen Krisensymptome die apokalyptischen Reiter, die das Ende des Kapitalismus ankündigen? Und wenn ja, was wird an dessen Stelle treten?

Was folgt auf den Brexit?

Die Frage, was der Austritt Britanniens aus der EU bedeutet, beschäftigt weiterhin die Gemüter. Eine kompakte Darstellung möglicher Folgen und eine kompakte Analyse über Das Versagen Europas liefert die Flugschrift von Klaus Busch. Dieser ist auch einer der Herausgeber des Bandes Gewerkschaften in der Eurokrise, der sich u.a. der Frage widmet »Wie steht es um die Macht der Gewerkschaften in Europa? ... Außerdem fragen Beiträge im Band nach einem gemeinsamen Handeln der Gewerkschaften in der Krise.« (ver.di news 11/2016)

Ein Buch entdeckt die Filmstadt

Dass es unzählige Filme gibt, die in der Hansestadt Hamburg erdacht, gedreht und aufgeführt wurden, davon erzählt Michael Töteberg in seinem Buch Filmstadt Hamburg. Kino-Geschichten einer Großstadt: Stars, Studios, Schauplätze.

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