Zeitschriften

Der Konflikt um die Ukraine und die geschichtspolitischen Deutungskämpfe um 1914ff. sind die Schwerpunktthemen der April-Ausgabe von Sozialismus.

GewerkschafterInnen für ein anderes Europa

Annelie Buntenbach / Frank Bsirske / Andreas Keller / Wolfgang Lemb / Dietmar Schäfers / Hans-Jürgen Urban
Ist Europa noch zu retten?
Analysen und Forderungen für eine offensive Europa-Politik
Supplement der Zeitschrift Sozialismus 4 / 2014
56 Seiten | EUR 4.20
ISBN 978-3-89965-976-4

Heft 3/4 erscheint als Doppelheft zum Thema »Die Kampfzone ausweiten!« Mehr Infos unter www.zeitschrift-luxemburg.de

Inzwischen als Netz-Zeitschrift: www.prager-fruehling-magazin.de.

Socialist Register

Klassenverhältnisse im Licht
der kapitalistischen Sozial-
beziehungen rund um den Globus sind das Thema der 50. Ausgabe von Socialist Register.

»Linke Mehrheit« in der Debatte

Nach ersten Besprechungen von Benjamin-Immanuel Hoff in der freitag und André Brie im neuen deutschland geht die Debatte um Tom Strohschneiders Flugschrift linke mehrheit? weiter. In der FAZ vom 15. April notiert Mechthild Küppers: »Er warnt davor, auf das eine ›gemeinsame Projekt‹ zu setzen, das SPD, Grüne und Linkspartei zu einem funktionierenden Regierungsbündnis zusammenführen könnte. Stattdessen wirbt er für eine ›drastische Entideologisierung von Rot-Grün-Rot‹ – dafür, als ›linksreformerisch‹ in einer Mitte-links-Regierung solche Projekte zu verfolgen, ›in denen 'Utopie wohnt'‹«. Und Paul Wellsow stellt in der Zeitung der Linkspartei in Thüringen die Aktualität heraus: »Gerade mit Blick auf die Thüringer Landtagswahlen und die möglichen Optionen ist das schmale Buch eine lohnende Lektüre.«

Gedenken und Erinnern beginnt in der Nachbarschaft!

Von Mitte April bis Mitte Mai 2014 findet erstmals in Hamburg-Eimsbüttel ein Monat des Gedenkens an die Opfer des NS-Regimes statt. Einen ganzen Monat lang präsentieren Initiativen, Kultureinrichtungen, Kirchengemeinden, Stadtteilvereine, Schulen, Gruppen und Institutionen Projekte der lokalen Eimsbütteler Erinnerungskultur: ein buntes Spektrum der Gedenkarbeit, in der (auch) ehrenamtlich geforscht und vergessene, an den Rand gedrängte Geschichte der lokalen Aufmerksamkeit (wieder) zugänglich gemacht wird.

Auch VSA: Autorinnen und Autoren sind beteiligt:

  • Am Freitag, den 25. April 2014, um 19:00 Uhr stellt Ulla Suhling gemeinsam mit Marion Fisch, Christiane Chodinski, Georg Chodinski und Hans Matthaei ihr neues Buch über Hamburger Antifaschisten in Wehrmachts-Uniform in der Galerie Morgenland, Sillemstraße 79, vor: 999er Strafsoldaten – deportiert vom Hannoverschen Bahnhof.

Druckerschwärze statt Pulverdampf!

Als im Mai 1914 in Leipzig die erste Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik eröffnet wurde, sprach deren Präsident Ludwig Volkmann die Hoffnung aus, »in Zukunft werde Druckerschwärze statt Pulverdampf die Welt regieren«. Leider irrte Volkmann. Zwar zog die Ausstellung bis zum 31. Juli mehr als zwei Millionen Besucher an, einen Tag später jedoch brach der Erste Weltkrieg aus, die eigens für sie errichteten Bauten mussten bereits im Oktober 1914 einem Exzerzierfeld weichen. Daran erinnert die bis zum 24. August 2014 im Deutschen Buch- und Schriftmuseum Leipzig gezeigte Ausstellung »Die Welt in Leipzig: Bugra 1914«. Gleichwohl darf und muss Volkmanns Hoffnung mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine, in Syrien und anderswo heute als Forderung verstanden werden.

In diesem Sinne verweisen wir auf drei bisher noch nicht angekündigte Bücher:

  • Benjamin-Immanuel Hoff fragt in seiner Flugschrift über die Milieus, Strömungen und Parteireform, ob DIE LINKE wirklich eine Partei neuen Typs werden kann. Die Parteivorsitzende Katja Kipping steuert statt eines Vorworts ein Brief an den Autor bei.
  • Theodor Bergmann, der im Jahr 2016 seinen 100. Geburtstag feiern wird, hat in einem schmalen Bändchen die Geschichte seiner Familie im 20. »Jahrhundert der Extreme« aufgeschrieben: Sozialisten · Zionisten · Kommunisten. Er berichtet zugleich über die Umbrüche, Krisen und Katastrophen, in denen diese Generation sich zurechtfinden und handeln musste.
  • Der Historiker L. Joseph Heid hat eine umfangreiche Biografie des Hamburger Sozialdemokraten mit jüdischen Wurzeln Peter Blachstein (1911-1977) verfasst, in der er dessen vielfältiges Wirken anschaulich in den zeitgeschichtlichen Zusammenhang einbettet.

Mark Fisher auf Lesereise in Deutschland

Unter dem Begriff »Kapitalistischer Realismus« macht Mark Fisher die dominante Ideologieform der Gegenwart kenntlich: die Reduktion des Vorstellungsvermögens im Hinblick auf eine alternative Gesellschaftsform, ein tief sitzendes Gefühl von Alternativlosigkeit und dem Verlust der Zukunft. Fischer zeigt, wie dieser ideologische Komplex in so unterschiedlichen Bereichen wie der Erwachsenenbildung, dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen, der Populärkultur (Film, Popmusik, Literatur) oder in der Programmatik der Labour Party seine Spuren hinterlassen hat. Sein Text Kapitalistischer Realismus ohne Alternative? wurde in Deutschland breit rezipiert. In seinen aktuellen Vorträgen fragt er vor allem nach dem Potenzial für eine Re-Politisierung des Alltags. Fisher ist Dozent für Musikkultur, Medien und Kommunikation an der University of East London, er publiziert u.a. im Guardian sowie sowie auf seinem Blog k-punk.
Nach Lesungen in Köln, Berlin, Offenbach und Hamburg liest und diskutiert Mark Fisher ein weiteres Mal in DÜsseldorf:
Dienstag, 29.4. | Düsseldorf | 18:30 Uhr | FFT Kammerspiele, Jahnstraße 3
im Anschluss Gudrun Langes Tanzstück »Wirtschaftsdepression« (Eintritt frei)

Was durfte Frank Bsirske nicht sagen?

Nachdem Warnstreiks in den vergangenen Wochen vielerorts den Verkehr lahmlegten, ist nun im öffentlichen Dienst eine Einigung erreicht. Dass solche konfliktreichen Tarifrunden zu einem erhöhten Zustrom neuer Gewerkschaftsbeitritte führen, ist erfreulich und Thema des Buches Organisieren am Konflikt, das u.a. die stellvertretende Vorsitzende von ver.di, Andrea Kocsis, herausgegeben hat. Detlef Esslinger findet in der Süddeutschen Zeitung vom 15.3.2014, es sei »in einer Offenheit geschrieben, die geradezu sensationell ist«. Das finden wir auch. Aber nicht, wie Esslinger meint, weil darin das steht, »was Bsirske nicht sagen darf« – nämlich dass ver.di mit der 100-Euro-Forderung »offensichtlich vor allem unter Geringverdienern Mitglieder werben« wolle –, sondern weil es erstmals verschiedene innovative Ansätze zu Tarifpolitik und Mitgliederentwicklung zusammenführt und analysiert. 

Die Universität Frankfurt wird 100

Im Oktober 2014 jährt sich die Gründung der Frankfurter Universität zum einhundertsten Mal. In den offiziellen Verlautbarungen wird diese Gründung, die sich einer kommunalen Initiative und privaten Spenden verdankt, als Ausdruck des »Bürgersinns« gefeiert, der sich erfolgreich gegen den preußischen Staat durchgesetzt habe. Jürgen Schardt weist dagegen in dem Buch Mythos Bürgersinn nach, dass sich die bürgerlichen Momente dieser Universitätsgründung im Wesentlichen auf die bourgeoisen Interessen des Industrie- und Handelskapitals beschränkten. Darüber hinaus wird gezeigt, dass die staatliche Souveränität keineswegs infrage gestellt wurde, denn die Institutionalisierung als Universität war vielmehr einer gemeinsamen Schnittmenge des Frankfurter Bürgertums mit dem preußischen Staat geschuldet, als einem Gegensatz. Der Autor stellt das Buch am 15. April 2014 um 19 Uhr im KOZ, Mertonstr. 26, in Frankfurt a.M. vor und zur Diskussion.

Micha Brie wurde 60!

Die Redaktion der Zeitschrift Sozialismus und das Team des VSA: Verlags gratulierten ihrem Autor und Partner bei diversen Publikationsprojekten zum 60. Geburtstag. Alles Gute, vor allem Gesundheit und Schaffenskraft! (Zum kompletten Geburtstagsgruß gehts hier)

VSA: auf Chinesisch!

Inzwischen ist das erste VSA: Buch auch in chinesischer Sprache erschienen: Renate Dillmann hat ihr Buch »CHINA – Ein Lehrstück über alten und neuen Imperialismus, einen sozialistischen Gegenentwurf und seine Fehler, die Geburt einer kapitalistischen Gesellschaft und den Aufstieg einer neuen Großmacht« nun auch als chinesische Ausgabe unter dem veränderten Titel »Mao und seine Erben auf ihrem langen Marsch zur Weltmacht – alternative Überlegungen zu China« veröffentlicht. Wer chinesisch lesen kann oder chinesische FreundInnen darauf aufmerksam machen möchte, findet in der Ankündigung mehr Informationen.

VSA: las mit in Leipzig

Viele Leser_innen haben uns an unserem Stand auf der Leipziger Buchmesse besucht. Und ebenso viele Gäste konnten unsere Autor_innen Harald Klimenta, Koray Yılmaz-Günay und Freya-Maria Klinger, Tom Strohschneider, Frank Deppe, Hans Thie, Heiner Karuscheit und Christian Frings bei ihren Lesungen im Rahmen des Leseprogramms linker Verlage auf Die Bühne begrüßen. Wir bedanken uns für das große Interesse und insbesondere bei unseren Autor_innen für ihren Einsatz ganz herzlich! Einige Fotoimpressionen gibt es hier.

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