Neue Zeitschriften-Ausgaben

USA nach der Wahl, Hoffnungsloser Fall Italien?, Rot-Rot-Grün in Berlin, Bob Dylan u.v.a.m.

Heft 2-2016 erscheint als Koproduktion mit der US-Zeitschrift Jacobin zum Thema »Klasse verbinden«: www.zeitschrift-luxemburg.de

Inzwischen als Netz-Zeitschrift: www.prager-fruehling-magazin.de.

Socialist Register

Das 52. Socialist Register richtet den Blick auf politische Kräfte und Parteien der Rechten.

Freitag, 9.12.2016 | Hamburg | 19:00 Uhr | Uni, Allende-Platz 1, Raum 250

Frank Deppe spricht über maßgebliche politische Denkrichtungen im 20. Jahrhundert und ihre gesellschaftlichen Bedingungen, die er in seinem gerade in einer Neuausgabe erschienenen Standardwerk Politisches Denken im 20. Jahrhundert (4 Bände in 5 Büchern) ausführlich dargelegt hat. Eine gemeinsame Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg in Kooperation mit Professor Olaf Asbach, Institut für Politikwissenschaft, Universität Hamburg und dem VSA: Verlag.

Um alle 24 Türchen des Adventskalenders zu füllen,

mögen die VSA: Geschenktipps nicht ausreichen. Das eine oder andere Weihnachtspräsent mag sich darunter aber finden lassen. Die MitarbeiterInnen der Redaktion Sozialismus und des VSA: Verlags empfehlen jeweils ein Buch, an dem sie in diesem Jahr mitgewirkt haben, und ein Geschenk, das auf ihrer Wunschliste steht oder das sie selbst verschenken werden. Wieder gilt: Wenn die Wahl auf ein VSA: Buch fällt, sollte dieses bei der Lieblingsbuchhandlung bestellt werden, ist aber auch bei uns zu haben. Bestellungen, die uns bis zum 16. Dezember erreichen, verschicken wir noch rechtzeitig zum Heiligabend.

Wir wünschen allen FreundInnen des Verlags ein buntes Fest!

Schon der Geruch von Büchern mache ihn müde,

sagt der zukünftige US-Präsident – so die Wochenzeitung »Die Zeit«. Ähnlich wie diese empfinden wir das eher als Ansporn. Jedenfalls wollen wir auch weiterhin versuchen, in schwieriger gewordenen Zeiten mit bedrucktem Papier zu Analyse und Aufklärung beizutragen. Allerdings weht nicht nur von jenseits des Atlantiks heftiger Gegenwind.

»Für die kleinen Verlage wird es ernst«

titelte in der vergangenen Woche die FAZ und fügte hinzu: »Die Buchverlage müssen nach der Entscheidung der VG Wort insgesamt rund hundert Millionen Euro zurückzahlen. Das trifft vor allem kleine Buchverlage hart.« Also auch den VSA: Verlag. Was ist der Hintergrund?

Bislang wurden die Urheberrechtsabgaben, die die Verwertungsgesellschaft (VG) Wort von Kopierer-Herstellern, Drucker-Konzernen, aber auch von Copyshops und Bibliotheken erhoben hat, zwischen Autoren und Verlagen aufgeteilt und an beide jährlich ausgezahlt. Der Bundesgerichtshof hat nach der Klage eines Autors entschieden, dass die Verlage nicht mehr beteiligt werden dürfen – mit dem hanebüchenen Argument, dass diese keine Urheber der von ihnen publizierten Bücher seien. Daraus folgt zugleich, dass die für die Jahre 2012 bis 2014 an die Verlage bereits ausgezahlten Beträge umgehend an die VG Wort zurücküberwiesen werden müssen, die diese dann an die Autorinnen und Autoren, die Verträge mit ihr abgeschlossen haben, weiterleitet.

Nun besteht allerdings seitens der Autorinnen und Autoren, die zu schätzen wissen, dass vor allem unabhängige Verlage zusammen mit ihnen Buchprojekte entwickeln, sie lektorieren und korrigieren, zwischen zwei Buchdeckel und dann zu den LeserInnen bringen, die Möglichkeit, aus Solidarität auf zusätzliche Einnahmen zu verzichten und ihre Anteile bei den Verlagen zu belassen. Wir sind sicher, dass auch unsere Autorinnen und Autoren, wenn sie von der VG Wort zu Beginn des kommenden Jahres dazu befragt werden, sich für eine Abtretung ihrer Ansprüche an uns entscheiden werden. Das hilft und wir bedanken uns für die Solidarität im voraus.

VSA: Bücher kaufen – jetzt!

Allerdings bleibt auch danach noch immer ein großer Betrag zügig an die VG Wort zurückzuzahlen, den wir in unserem Wirtschaftsplan nicht vorgesehen haben, da wir – wie alle anderen Verlage auch – die Mittel aus den Kopierabgaben immer in laufende Buchprojekte reinvestierten. Deshalb bitten wir auch unsere Leserinnen und Leser um ihre Solidarität: Sofern Sie oder ihr schon immer mal ein oder mehrere VSA: Bücher kaufen wolltet, kauft sie jetzt! Und da das Fest der Geschenke unmittelbar bevorsteht: Unter ihnen sind Bücher für jeden Geldbeutel, die sich für die Lieben besonders eignen – wir führen eine Auswahl schon mal unten auf (die beliebten Geschenktipps des VSA: Teams sind inzwischen online).

Wir bedanken uns auch bei den Leserinnen und Lesern für ihre Solidarität, die wir dringend benötigen. Mit vorweihnachtlichen Grüßen
das VSA: Team

Eine kleine Auswahl an möglichen Geschenkbüchern

Ulrike Hinrichs und Günther Spiegel (Hrsg.): Kleine Weltküche
Kochrezepte von Geflüchteten und Freunden
160 Seiten | Großformat | Hardcover | farbig illustriert | EUR 19.80 | ISBN 978-3-89965-742-5

Michael Töteberg: Filmstadt Hamburg
Kino-Geschichten einer Großstadt: Stars, Studios, Schauplätze
368 Seiten | viele Farbfotos | Hardcover | EUR 19.80 | ISBN 978-3-89965-578-0

Frank Deppe: Politisches Denken im 20. Jahrhundert
Das Paket: 4 Bände in 5 Büchern
2184 Seiten | Statt Euro 170.00 nur EUR 125.00 | ISBN 978-3-89965-726-5

Jari Banas: »Das Kapital« als Comic
Für Einsteigerinnen und Einsteiger
160 Seiten | EUR 12.00 | ISBN 978-3-89965-715-9

Friedrich Steinfeld: Religiöser und politischer Fundamentalismus im Aufwind
Die Sehnsucht nach Identität
208 Seiten | EUR 16.80 | ISBN 978-3-89965-722-7

Torsten Müller/Thorsten Schulten/Guy Van Gyes (Hrsg.):
Lohnpolitik unter europäischer »Economic Governance«
Alternative Strategien für inklusives Wachstum
328 Seiten | EUR 29.80 | ISBN 978-3-89965-704-3

Klaus Busch / Axel Troost /Gesine Schwan / Frank Bsirske /Joachim Bischoff /
Mechthild Schrooten / Harald Wolf: Europa geht auch solidarisch!
Streitschrift für eine andere Europäische Union
88 Seiten | EUR 7.50 | ISBN 978-3-89965745-6

Freerk Huisken: Erziehung im Kapitalismus
Von den Grundlügen der Pädagogik und dem unbestreitbaren Nutzen der bürgerlichen Lehranstalten
Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe
472 Seiten | EUR 29.80 | ISBN 978-3-89965-691-6

Kochbuch von Geflüchteten und Freunden

Das erste VSA: Kochbuch mit 59 Kochrezepten von Geflüchteten und Freunden Kleine Weltküche zielt auf eine Interaktion von Menschen in einer kulturell bunten Gesellschaft. Alle können von den kulinarischen Impulsen profitieren und die Kultur des anderen kennen- und schätzen lernen. Das gemeinsame – auch künstlerische – Schaffen zum Thema Essen förderte den interkulturellen Dialog. Denn ganz nebenbei haben sich die Beteiligten Geschichten erzählt, über das Essen, die Heimat, das Bekannte und das Unbekannte. Das Buch wurde von den Beteiligten selbst illustriert, sie schufen ein Gesamtkunstwerk, mit dem neben den Rezepten auch gemeinsame Erlebnisse, Bilder und Geschichten in die Welt gehen.

Ein Buch entdeckt die Filmstadt

Michael Töteberg erschließt in seinem Buch Filmstadt Hamburg. Kino-Geschichten einer Großstadt: Stars, Studios, Schauplätze eine Kulturgeschichte, die weitgehend unbekannt und oft kurios ist. »Dass die Geschichten über die Filme manchmal interessanter sein können als die in den Filmen, beweist dieses Buch.« (Hamburger Abendblatt

»Europa, bitte links abbiegen«

titelt die taz am 31.10. ihre Seite 3 über eine Streitschrift, mit der »Rot-Rot-Grüne ein solidarisches und demokratisches Europa kreieren« wollen. Sicherlich eine der die taz auszeichnenden Zuspitzungen, aber der Sache nach zutreffend. Denn Klaus Busch, Axel Troost, Gesine Schwan, Frank Bsirske, Joachim Bischoff, Mechthild Schrooten und Harald Wolf »nehmen sich der linken Euro- und Institutionenkritik mit Respekt an, kommen aber auf ganz andere Antworten als die Anhänger eines ›Lexit‹: Angesichts der zu erwartenden negativen Folgen sei ›es vernünftiger, für eine radikale Reform des Euroregimes zu kämpfen‹«, stellt Tom Strohschneider im neuen deutschland vom 1.11. heraus. »Das Büchlein ist gewissermaßen das Gegenteil von jener Nicht-Diskussion, die sich ... entweder auf gegenseitiges Abverlangen von ›Verlässlichkeit‹ in EU-Fragen beschränkt oder aber jene Art Anti-EU-Rhetorik bedient, die der Vorsitzende der Linkspartei« Bernd Riexinger in der letzten Woche »oberflächliche Eliten- und Währungskritik« nannte. So kommt die Diskussion endlich in Gang. Genau das wollten die AutorInnen der Streitschrift Europa geht auch solidarisch! bewirken.

Kritische Wissenschaft im 21. Jahrhundert

Kritische Wissenschaft braucht Vorkämpfer, Mitstreiter und Vordenker. Christoph Scherrer gehört zu diesen umtriebigen Politikwissenschaftlern, die jenseits akademischer Universitätsausbildung Räume für Debatte und Austausch schaffen, aber auch neue Wege gehen. Zu seinem 60. Geburtstag wurde Christoph Scherrer ein Buch geschenkt. Unter dem Titel Globalisierung analysieren, kritisieren und verändern enthält es unter anderem Beiträge von Elmar Altvater, Ulrich Brand, Brigitte Young zu dem Projekt Global Labor University und zu weiteren Themen zwischen Arbeit, Globalisierung und internationaler Gewerkschaftspolitik.

Abstauben in Brasilien

Die größte deutsche Außenhandelskammer der Welt, die AHK São Paulo, begeht am 23. November dieses Jahres eine große Gala zu ihrer 100-Jahr-Feier. In einer zu diesem Anlass erstellten Publikation geht die AHK auf die Dienste ihres langjährigen Präsidenten João Baptista Leopoldo Figueiredo mit lobenden Worten ein, der während seiner 19 Jahre währenden Präsidentschaft (1948-1967) »mit großem Erfolg« die Arbeit der AHK São Paulo geleitet habe. Unberücksichtigt bleibt dabei dessen Rolle während der brasilianischen Militärdiktatur, wie Christian Russau auf Basis der Recherchen zum Buch Abstauben in Brasilien. Deutsche Konzerne im Zwielicht herausgefunden hat (siehe dazu auch amerika 21)
Auf der Frankfurter Buchmesse stellte der Journalist im Gespräch mit Stefan Thimmel von der Rosa-Luxemburg-Stiftung die zentralen Aussagen seines Buches vor. Dabei ging er den Fragen nach der Doppelmoral deutscher Konzerne nach, die sich stellen, wenn beispielsweise BASF und Bayer in Brasilien Pestizide mit Wirkstoffen verkaufen, die in der EU verboten sind (siehe dazu taz.blogs).

Revolution in Rojava: Schon in 3. Auflage!

Seit der 1. Auflage von »Revolution in Rojava« im Jahr 2014 hat sich viel getan. Leider nicht im positiven Sinne. Zwar kann sich das radikaldemokratische Projekt im Westen Kurdistans bis heute behaupten, doch spätestens seit dem gescheiterten Militär-Putsch im Sommer (Erdogan: ein »Geschenk Gottes«) nimmt die AKP-Regierung immer resoluter die Zügel in die Hand, um, flankiert von zahlreichen Säuberungsaktionen gegen oppositionelle Kräfte (jüngstes Opfer: die Zeitung »Cumhuriyet«), die territorialen Machtinteressen der Türkei in der Region mit allen Mitteln durchzusetzen. Die nun erschienene, umfassend aktualisierte 3. Auflage reflektiert den aktuellen Stand in der Region: »Das Buch ist eine große Hilfe ... Die sorgfältige und detaillierte Darstellung, angereichert mit persönlichen Erlebnisberichten, ist gut zugänglich und sehr informativ.« (John Holloway)

»Ein Kommunist jammert nicht«

Foto: Sven Cichowicz (SZ)

Unter diesem Titel hat die Süddeutsche Zeitung am 14. Oktober im Wirtschaftsteil ein Interview veröffentlicht (leider nur mit Testzugang im Netz lesbar), das Franziska Augstein mit Theodor Bergmann geführt hat. »Der Agrarwissenschaftler hat einen guten Überblick über die Zeitläufte: Er ist 100 Jahre alt. Als Jugendlicher musste er Deutschland wegen der Nazis verlassen, in Israel schlug er sich als Tagelöhner durch. Ein Gespräch über Kapitalismus, eine gerechtere Gesellschaft und Geldnot.« Zur Sprache kommt auch Theos neues Buch über China: »Ich glaube, der Kapitalismus ist so schlecht, dass wir eine andere Gesellschaft brauchen... Frage: Mit Fünfjahresplänen? Antwort: Pläne sind gut, aber man muss sie ein bisschen locker machen: Nach einem Jahr wird kontrolliert und nachjustiert. In China gibt es jetzt Sozialversicherung, Alphabetisierung aller, Hochschulausbildung auch für die Kinder vom Dorf... Ich finde, die Chinesen machen das ganz gut.« Wer mehr dazu lesen will, kann das demnächst in dem Buch Der chinesische Weg, in dem Bergmann sich kritisch und solidarisch mit der Entwicklung der VR China auseinandersetzt. Seit 1978 hat er in 14 Studienreisen das Land besucht. Und wer mehr über Theos bewegtes Leben wissen will, greife zu seiner Autobiografie Im Jahrhundert der Katastrophen.

Quadratur des Kreises gelöst: Marx’ Kapital endlich verständlich

Ein Schreckgespenst geht um in Lesekreisen. Denn »Das Kapital« von Karl Marx lehrt nicht nur die Kapitalisten das Fürchten, sondern auch jene, die es sich aneignen und gemeinsam verstehen wollen. Nach einer fast 150-jährigen Periode rauchender Köpfe und zerraufter Haare springt Letzteren nun der ultimative Gespensterjäger zur Seite: »Das Kapital« in seiner definitiven Version! Mit vielen ergänzten Szenen zu den neuen Problemen des alten Kapitalismus und einem etwas größeren Format hat JARI Banas seinem Comic für Einsteigerinnen und Einsteiger eine gehörige Frischzellenkur verpasst: Nie war es unterhaltsamer als jetzt, Marx' Magnus Opus zu studieren.

Profit, Profit, Profit

Wellen geschlagen hat in der Hauptstadt eine VSA: Neuerscheinung zur Wohnungsbaupolitik. Eine interessante Mutation erfuhr dabei die Titelzeile von der Online-Ausgabe der Berliner Zeitung (»Kritik des Ex-Gehag-Chefs: Es geht nur noch um Profit, Profit, Profit«) zur gedruckten Fassung (»Die Abrechnung eines 104-Jährigen. Der ehemalige Vorstandschef der Wohnungsbaugesellschaft Gehag, Karl-Heinz Peters, fordert eine sozialere Wohnungsbaupolitik«). Der Band enthält für Betroffene der Mietenexplosion in den Metropolen »Prinzipien eines fortschrittlichen Wohnungsbaus« (Andrej Holm in seinem Vorwort).

»Kein Fußball den Faschisten« erhielt DFB-Preis

Der Deutsche Fußball Bund (DFB), sonst eher mit Korruptionsvorwürfen in den Schlagzeilen, trifft auch mal richtige Entscheidungen. Gerade hat er dem Fanladen des FC St. Pauli den Julius Hirsch Preis 2016 verliehen. Der Fanbeauftragte des Kiez-Clubs, Justus Peltzer, sagte dazu: »Wir freuen uns sehr über ... die Auszeichnung unserer beständigen Arbeit gegen Diskrimierung jedweder Art. Unsere Veranstaltungen zum internationalen Holocaust-Gedenktag haben durch die Auszeichnung eine besondere Anerkennung erhalten.« Bereits zum achten Mal beging der Fanladen in diesem Jahr den Gedenktag, zum ersten Mal mit einer Veranstaltungsreihe. Als Abschluss der Reihe spielten die Profis des FC St. Pauli beim Heimspiel gegen Leipzig (am 12.2.2016, 1:0 gewonnen!) mit dem Schriftzug »Kein Fußball den Faschisten« anstelle des Sponsorenschriftzugs. DFB-Präsident Reinhard Grindel begründete die Preisverleihung: »Mit dem Julius Hirsch Preis würdigen wir die vorbildliche Arbeit von vielen Menschen im und um den Fußball, die klar Position gegen jede Form von Diskriminierung, auch gegen Homophobie oder Antisemitismus, beziehen.« Weiter so DFB! Und dem Fanladen gratuliert das VSA: Team mit einem lauten »Forza St. Pauli!«

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