Neue Zeitschriften-Ausgaben

BREXIT – Britannien verlässt die EU, außerdem: AfD, die Bilderberg-Konferenz, aus den Fugen geratene Finanzwelt u.v.a.m.

Heft 1-2016 zum Thema »Hart an der Grenze«: www.zeitschrift-luxemburg.de

Inzwischen als Netz-Zeitschrift: www.prager-fruehling-magazin.de.

Socialist Register

Das 52. Socialist Register richtet den Blick auf politische Kräfte und Parteien der Rechten.

Neu im Programm: Kleine Weltküche

Als erstes Kochbuch im VSA: Verlag erscheinen Ende September 59 illustrierte Rezepte von Geflüchteten und Freunden – auf 160 Seiten im Großformat, durchgängig in Farbe gedruckt, mit einem Festeinband zum Preis von 19.80 Euro (bislang noch nicht angekündigt). »Liebe geht durch den Magen«, sagt bekanntlich der deutsche Volksmund. Aber auch andere Kulturen kennen die Redensart. Die beiden HerausgeberInnen, Ulrike Hinrichs und Günther Spiegel, haben diese Lebensweisheit beim Wort genommen und einen gemeinsamen Austausch von Kochen und Essen als gelebte Kultur organisiert, die verbindet und in der Begegnung aus Fremden Freunde macht. Entstanden ist ein künstlerisch-kulinarischer Leckerbissen mit spannenden Rezepten aus Afghanistan, Albanien, Bosnien, Deutschland, Ghana, Griechenland, Kolumbien, Irak, Mali, Peru, Senegal, Serbien, Syrien und der Türkei. Guten Appetit beim Nachkochen und Essen! Erlöse aus dem Verkauf kommen ehrenamtlichen Flüchtlingsprojekten in Hamburg-Harburg zugute. Weitere Infos zu diesem Projekt: www.heimat-harburg.de.

»Kein Fußball den Faschisten« erhielt DFB-Preis

Der Deutsche Fußball Bund (DFB), sonst eher mit Korruptionsvorwürfen in den Schlagzeilen, trifft auch mal richtige Entscheidungen. Gerade hat er dem Fanladen des FC St. Pauli den Julius Hirsch Preis 2016 verliehen. Der Fanbeauftragte des Kiez-Clubs, Justus Peltzer, sagte dazu: »Wir freuen uns sehr über ... die Auszeichnung unserer beständigen Arbeit gegen Diskrimierung jedweder Art. Unsere Veranstaltungen zum internationalen Holocaust-Gedenktag haben durch die Auszeichnung eine besondere Anerkennung erhalten.« Bereits zum achten Mal beging der Fanladen in diesem Jahr den Gedenktag, zum ersten Mal mit einer Veranstaltungsreihe. Als Abschluss der Reihe spielten die Profis des FC St. Pauli beim Heimspiel gegen Leipzig (am 12.2.2016, 1:0 gewonnen!) mit dem Schriftzug »Kein Fußball den Faschisten« anstelle des Sponsorenschriftzugs. DFB-Präsident Reinhard Grindel begründete die Preisverleihung: »Mit dem Julius Hirsch Preis würdigen wir die vorbildliche Arbeit von vielen Menschen im und um den Fußball, die klar Position gegen jede Form von Diskriminierung, auch gegen Homophobie oder Antisemitismus, beziehen.« Weiter so DFB! Und dem Fanladen gratuliert das VSA: Team mit einem lauten »Forza St. Pauli!«

Wir trauern um Herbert Schui (1940-2016)

Am 14.8.2016 ist im Alter von 76 Jahren der Ökonom und Linkenpolitiker Herbert Schui verstorben. Die Linke verliert einen profilierten Wissenschaftler und Hochschullehrer sowie einen Mitstreiter für Arbeit und soziale Gerechtigkeit. Der VSA: Verlag und die Zeitschrift Sozialismus werden einen wichtigen Autor vermissen. Wir trauern mit seiner Familie zudem um einen äußerst sympathischen Menschen (siehe auch die ausführlichere Würdigung auf der Website von Sozialismus). Herbert Schui war dem Verlag durch zahlreiche Buchpublikationen verbunden, bereits im Jahr 2002 veröffentlichte er gemeinsam mit Stephanie Blankenburg den Band Neoliberalismus: Theorie, Gegner, Praxis, 2009 erschien Gerechtere Verteilung wagen! Mit Demokratie gegen Wirtschaftsliberalismus und 2014 seine letzte Buchveröffentlichung Politische Mythen & elitäre Menschenfeindlichkeit. Halten Ruhe und Ordnung die Gesellschaft zusammen? Herbert Schuis Analysen und politische Interventionen werden uns fehlen.

Das Ende des Kapitalismus denken

Klaus Dörre schreibt in seinem Beitrag »Grenzen der Landnahme« in dem von Aaron Tauss herausgegebenen Band Sozial-ökologische Transformationen: »Der Kapitalismus stirbt nicht von allein, doch wir können ihn überwinden«. Wie das erreicht werden könnte und was dabei zu beachten ist, darüber diskutieren in diesem Buch außerdem Ulrich Brand, Alex Demirović, Friederike Habermann, Horacio Machado Aráoz, César Rendueles, Aaron Tauss/Tamara Ehs und Christa Wichterich. Ihr gemeinsamer »Ausgangspunkt ist, dass der Kapitalismus kontinuierlich Möglichkeiten seiner Überwindung hervorbringt: Die Herausforderung lautet, diese Möglichkeiten sichtbar zu machen«.

Götterdämmerung

Bislang hatten wir auf der Website anstelle der überteuerten Karten für Castorfs Ring-Inszenierung von Wagners »Götterdämmerung« in Bayreuth die Flugschrift Götterdämmerung des Kapitalismus? von Joachim Bischoff und Klaus Steinitz empfohlen. Das war voreilig – denn Bayreuth war schneller, aber nicht unbedingt besser, denn in den Schlussapplaus am Sonntag, den 31.7. mischte sich deutlich hörbarer Protest. Möglicherweise stieß sich ein Teil des zahlungskräftigen Publikums an Teilen des Bühnenbilds: Hinter dem nach dem Vorbild von Christo verhüllten Reichstag erscheint die New Yorker Börse, geht es im »Ring« doch auch um die Gier. Um Gier geht es in der Flugschrift, die inzwischen erschienen ist, allerdings weniger. Im Mittelpunkt stehen grundsätzlichere Fragen: Sind die aktuellen Krisensymptome die apokalyptischen Reiter, die das Ende des Kapitalismus ankündigen? Und wenn ja, was wird an dessen Stelle treten?

Was folgt auf den Brexit?

Die Frage, was der Austritt Britanniens aus der EU bedeutet, beschäftigt weiterhin die Gemüter. Eine kompakte Darstellung möglicher Folgen und eine kompakte Analyse über Das Versagen Europas liefert die Flugschrift von Klaus Busch. Dieser ist auch einer der Herausgeber des Bandes Gewerkschaften in der Eurokrise, der sich u.a. der Frage widmet »Wie steht es um die Macht der Gewerkschaften in Europa? ... Außerdem fragen Beiträge im Band nach einem gemeinsamen Handeln der Gewerkschaften in der Krise.« (ver.di news 11/2016)

Wohnen als Ware?

Eklatanter Mangel an bezahlbaren Wohnungen und explodierende Mitpreise sind zentrale Themen im Wahlkampf zum Berliner Abgeordnetenhaus im September. »Gerade angesichts der aktuellen Wohnungskrisen ...  zunehmend auch in Berlin ... fehlen die Stimmen der Gemeinnützigkeit und der sozialen Orientierung«, schreibt Andrej Holm im Vorwort des Buches von Karl-Heinz Peters Von der Gemeinnützigkeit zum Profit. Karl-Heinz Peters – »Der Mann, der Gropius nach Berlin holte« (Der Tagesspiegel) – »stand und steht noch heute für den Verzicht auf Gewinnmaximierung, für die Kostendeckung als Grundsatz des Wohnungsbaus und für moderne Wohnanlagen zu leistbaren Mietpreisen.« Seine Geschichte der Gehag, eines beispielhaften gemeinnützigen Wohnungsunternehmens in Berlin und seines Untergangs ist eine eindrucksvolle Mahnung für eine Änderung der Wohnungspolitik zugunsten der BewohnerInnen.

Die lockerste Einführung in »Das Kapital« seit seinem Erscheinen

Und das jährt sich im Jahr 2017 immerhin bereits zum 150. Mal. Doch Marx' Opus Magnum lehrt nicht nur Kapitalisten das Fürchten. Sondern oft auch jene, die es verstehen wollen, vielen ist die Lektüre von »Das Kapital« zu mühselig – und das nicht zu Unrecht. Allerdings gibt es nun keine Ausreden mehr, denn JARI hat seine Einführung in ersten Band des »Kapital« auf den neuesten Stand gebracht: ein größeres Comic-Format und zahlreiche neue Seiten, die die neuen Probleme des alten Kapitalismus aufspießen – wieder voller Wort- und Bild-Witz, Kreativität und Eingängigkeit. Schwer verdauliche »Kost« als unterhaltsame Angelegenheit.

Stehen wir vor einer Refeudalisierung?

Diese scheint das Zukunftsszenario zu sein. Damit steht die Rückabwicklung der Demokratie auf dem Programm. Forcierte neoliberale Globalisierung verstärkt soziale Spaltungsprozesse. Die Konflikte im Westen, Osten und Süden Europas zeugen von einem auseinanderdriftenden Kontinent. Kriegs- und Armutsmigration legen die Unfähigkeit des herrschenden Politikbetriebs offen. Rechtspopulistische und rechtsradikale Bewegungen erhalten stürmischen Zulauf. Und wir sind Zeugen von zunehmend auch politischen Refeudalisierungsprozessen – nicht als Wiederkunft einer historisch längst vergangenen Epoche, sondern als Ausdruck des Epochenbruchs, den Helmut Martens in seinem Buch Refeudalisierung oder Überwindung des Kapitalismus? untersucht.

VSA im Herbst

Der Verteilungsfrage widmet sich zum einen Joachim Rock, der den »Störfaktor Armut« untersucht, zum anderen Mohssen Massarrat, der Arm und Reich als Achsen im Finanzmarktkapitalismus sieht, den es politisch zu überwinden gilt. Mit Blick auf die Bundestagswahl 2017 setzt sich Alban Werner mit dem »Machtphänomen Merkel« auseinander. Der Journalist Christian Russau beleuchtet in das »Abstauben in Brasilien« die unrühmliche Rolle deutscher Politik und Konzerne. Friedrich Steinfeld zeigt, wie die Sehnsucht nach Identität dem religiösen und politischen Fundamentalismus zum Aufwind verhilft. Anlässlich des 75. Geburtstages unseres Autors Frank Deppe legen wir sein Standardwerk »Politisches Denken im 20. Jahrhundert« in veränderter Ausstattung neu auf. Auch 150 Jahre nach dem Erscheinen von Marx' »Kapital« besteht großes Interesse an Kapitalismusanalyse und Marxismus: David Harvey begleitet die Leser*innen durch den 2. Band des »Kapital«. Für eine »Kritik der Politischen Ökonomie heute« nähert sich Michael Krätke dem Zeitgenossen Marx. In »Das Kapital @150 – Russische Revolution @100« befragen die Autor*innen Wendepunkte sozialistischer Theorie und Praxis. Mit dem hellblauen Bändchen entdeckt Michael Brie LENIN NEU. Heiner Karuscheit und Alfred Schröder unternehmen eine Neubewertung des Revolutionsprozesses 1917 in Russland ... und vieles mehr zu Kritischer Wissenschaft, Streikrecht, Kurdistan, Arbeitsmedizin, der Linken sowie von transform und dem Socialist Register.

Befreiung heute

Scheinbar in jeder Ecke der Welt jagen sich die Superlative der Negativereignisse. Überall herrscht Krise, Krieg, politische Handlungsunfähigkeit. Eine Möglichkeit, dem ganzen Schlamassel zu entgehen, wäre eine Befreiung von diesen Zuständen. Zugegeben, neu ist die Idee nicht. Eine Geschichte der Begriffe Emanzipation und Befreiung liefert Jan Hoff in seiner Studie. Er erforscht Formen der dissidenten Theorie von Marx bis in die Gegenwart. Hoff nimmt uns mit auf eine spannende Reise, die sowohl Station in Europa, Asien und den beiden Amerikas macht. Dieses Buch setzt neue Maßstäbe bei der Erforschung linker Theorie und Geschichte.

Ein Buch entdeckt die Filmstadt

Dass es unzählige Filme gibt, die in der Hansestadt Hamburg erdacht, gedreht und aufgeführt wurden, davon erzählt Michael Töteberg in seinem Buch Filmstadt Hamburg. Kino-Geschichten einer Großstadt: Stars, Studios, Schauplätze.

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