Das Flüchtlingsdrama: ein Appell zum Umsteuern. In Europa und in Deutschland

Neue Zeitschriften-Ausgaben

Kalter Staatsstreich in Brasilien? Welche Strategien braucht die Linke? Das sind zwei der Themen in Heft 5-2016. Mehr!

Heft 1-2016 zum Thema »Hart an der Grenze«: www.zeitschrift-luxemburg.de

Inzwischen als Netz-Zeitschrift: www.prager-fruehling-magazin.de.

Socialist Register

Das 52. Socialist Register richtet den Blick auf politische Kräfte und Parteien der Rechten.

Das Flüchtlingsdrama: ein Appell zum Umsteuern. In Europa und in Deutschland

Mehr als 70 Erstunterzeichner/innen haben mit einem Appell zu einem Kurswechsel in der europäischen und der deutschen Politik aufgerufen. Nach Ansicht der Unterzeichnenden des Aufrufs, darunter führende Mitglieder von Gewerkschaften, Grünen, SPD und Die Linke sowie zahlreiche Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler/innen (darunter zahlreiche unserer Autor/innen), bringe die Flüchtlingskrise politische Fehler und Versäumnisse der Vergangenheit ans Licht, die jetzt fremdenfeindlichen und rechtsnationalistischen Parteien Auftrieb geben. Der Aufruf ist u.a. auf der Website von Sozialismus dokumentiert; wir bitten unsere Leser/innen darum, ihn ebenfalls zu unterzeichnen.

38 Argumente gegen TTIP & Co.

Am 23. April eröffnen Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama die Hannover Messe. Sie wollen den Besuch in Hannover dazu nutzen, um gemeinsam für TTIP zu werben und die Verhandlungen entscheidend voran zu bringen. Deshalb ruft ein breites Bündnis zur Demononstration auf: TTIP & CETA STOPPEN! – Für einen gerechten Welthandel! Wer sich dafür noch mit den wichtigsten 38 Argumenten gegen die Freihandelsabkommen versorgen möchte, dem sei der mittlerweile in der 3. Auflage erschienene AttacBasisText empfohlen.

Eine Stadt sieht einen Film – ein Buch entdeckt die Filmstadt

Am Sonntag, den 24. April gibt es in Hamburg eine ungewöhnliche Kinotour: Dreizehn Kinos zeigen Sebastians Schippers Hamburger Kultfilm Absolute Giganten einen ganzen Tag lang mit Rahmenprogramm: Kickerturnier, Mini-Elvis-Show, Fotoausstellung zum Hafen, Filmquiz, Filmbingo und einer kleinen Retro zum früh verstorbenen Hauptdarsteller Frank Giering. Der Streifen wurde im August 2010 von den Lesern des »Hamburger Abendblatt« zum schönsten Hamburg-Film gewählt. Davon und dass es unzählige Filme gibt, die in der Hansestadt erdacht, gedreht und aufgeführt wurden, erzählt Michael Töteberg in seinem Buch Filmstadt Hamburg. Kino-Geschichten einer Großstadt: Stars, Studios, Schauplätze.

Flugschrift eines gefühlt 25-Jährigen und eine Festschrift zum 70.

Im April 1946 erschien die erste Ausgabe von »Neues Deutschland«. Bis 1989 war die Zeitung »Zentralorgan« in der DDR, pendelte zwischen SED und Alltag, Propaganda und Journalismus. Nach 1989 gründete sich »nd« neu und erscheint heute als sozialistische Tageszeitung. Der VSA: Verlag gratuliert der Zeitung mit den zwei Leben ganz herzlich zum Geburtstag. Wer wissen will, wie der aktuelle Chefredakteur Tom Strohschneider Europas Linke und den Rechtsruck beurteilt und warum er einen sozialistischen Kompromiss befürwortet, schaut in seine soeben bei uns erschienene Flugschrift What’s left?. Wer mehr über das doppelte Leben mit großen Widersprüchen, vielen Brüchen, schweren Fehlern und beharrlicher Hoffnung wissen will, sollte die Festschrift-Sonderausgabe 70 Jahre »nd« erwerben.

»Es ist einfacher, rechts als links zu sein«

Unter dieser Überschrift gibt Raul Zelik im Gespräch mit kreuzer Auskunft über fehlende kritische Lehrinhalte an Universitäten, (Links)Populismus und die Möglichkeiten einer solidarischen Alltagspolitik gegenüber rechtspopulistischer Mobilmachung seitens Pegida und der AfD. Er stellt den Leser_innen des Leipzig-Magazins damit zugleich die Intention seiner Essays in der soeben erschienenen Flugschrift Im Multiversum des Kapitals vor: »Darin versuche ich mit der Hilfe von politischer Theorie aktuelle Situationen und Konflikte besser zu verstehen, beispielsweise die islamistischen Terroranschläge und die Reaktion des Westens darauf, die Rückkehr imperialistischer Konkurrenz zwischen den kapitalistischen Staaten oder warum psychische und stressbedingte Krankheiten im Kapitalismus zunehmen.«

»Ein Gespenst geht um in Europa …

… das Gespenst des Kommunismus. Alle Mächte des alten Europas haben sich zu einer heiligen Allianz gegen dieses Gespenst verbündet …« So beginnt die berühmteste Schrift linken Denkens, das »Manifest der Kommunistischen Partei« von Karl Marx und Friedrich Engels aus dem Jahre 1848. Die allgemeine Furcht vor dem Kommunismus hat auch heute nicht nachgelassen. Dazu haben Kommunistische Parteien, die an die Macht gelangten, wesentlich beigetragen. Historisch gab es gleichwohl sehr verschiedene Ansätze, Projekte, Versuche und Utopien wie Theorien, die sich als kommunistisch bezeichneten oder als solche dargestellt wurden. In Das Kommunistische versuchen die AutorInnen Bini Adamczak, Lutz Brangsch, Michael Brie, Massimo De Angelis und Friederike Habermann, das Gemeinsame im Verschiedenen und das Verschiedene im Gemeinsamen aufzuzeigen: vom Urkommunismus bis zur PKK, von der Sowjetunion bis zur Commonsdebatte.

Vom Seelenhaushalt und seiner Bewirtschaftung

Der »leider ungebrochenen Popularität des psychologischen Denkens« schreibt der Autor es zu, dass seine Kritik der Psychologie nunmehr bereits die dritte, erweiterte und aktualisierte Auflage erlebt. Albert Krölls’ Kritik richtet sich vor allem auf den Beitrag, den psychologische »Lebenshilfe« für das Zurechtkommen in der kapitalistischen Konkurrenzgesellschaft leistet. Bei dieser Besichtigung der pluralistischen Welt psychologischer Theorien und Ansätze werden die Klassiker ebenso wenig geschont wie moderne Schulen und Autoren – und die gesellschaftlichen Verhältnisse hinterfragt, die einer solchen Wissenschaft bedürfen.

Εὐρώπη, Europe, Europa!

Selten war die Diskrepanz so groß zwischen solidarischer Vision und Realpolitik. Daher greifen zwei neue Veröffentlichungen die Zerrissenheit des europäischen Projektes im aktuellen Krisenzyklus auf. Gewerkschaften in der Eurokrise zeichnet die nationalen Traditionen und Gegenwarten der Gewerkschaftsbewegungen in Europa nach. Besondere Beachtung finden hierbei die Veränderungen der Machtressourcen sowie die Initiativen transnationaler Kooperation im Angesicht der Krise.
In diese Debatte stimmt das Jahrbuch transform! 2016 ein. Die Autor_innen weiten den Blick auf den kurzen Griechischen Frühling und den erschreckenden Aufstieg des Rechtspopulismus, aber diskutieren auch Auswege. Unter anderem erörtert Jeremy Corbyn Fragen der Demokratisierung nationaler und europäischer Strukturen und Yanis Varoufakis entwirft ein Programm der »Formierung einer fortschrittlichen europäischen Bewegung«.

Leipzig las, VSA: AutorInnen lasen mit

Vom 17. bis 20. März 2016 war der VSA: Verlag wieder mit einem Stand auf der Leipziger Buchmesse vertreten. Gleich nebenan (Stand E 406) war erneut Die Bühne, auf der linke Verlage ihre AutorInnen und Projekte vorstellten. Von unseren AutorInnen durften wir diesmal Michael Brie, Raul Zelik, Susanne Hennig-Wellsow, Benjamin-Immanuel Hoff, Tom Strohschneider, Joachim Bischoff und Herdolor Lorenz begrüßen.

VSA: Bücher schreiben hält jung: Theo Bergmann wurde 100!

Unser längjähriger Autor Theodor Bergmann feierte am 7. März seinen 100. Geburtstag. Aus diesem Anlass ist soeben seine Autobiografie in einer aktualisierten und ergänzten Auflage erschienen. Im neu hinzugefügten Kapitel schreibt der Autor: »Ohne Alternativen, ohne Widerspruch, ohne Antithese gibt es keinen Fortschritt ... Diese Überzeugung begründet meinen vorsichtigen Optimismus auch in meinem letzten Lebensabschnitt.« Bereits im 98. Lebensjahr veröffentlichte Theo unter dem Titel Sozialisten · Zionisten · Kommunisten 22 Lebensbilder von Mitgliedern seiner Familie Bergmann-Rosenzweig, die mehr durch Tiefen als in Höhen des 20. Jahrhunderts getragen wurden. Inzwischen ist Theo trotz seines hohen Alters wieder auf Tour und diskutiert über seine Bücher.

VSA: Buch auf der Shortlist

Die von Joachim Bischoff, Elisabeth Gauthier und Bernhard Müller verfasste Flugschrift Europas Rechte. Das Konzept des »modernisierten« Rechtspopulismus ist von der Jury »Das politische Buch« der Friedrich Ebert-Stiftung als eines der sechs besonders lesenswerten Bücher des Jahres 2015 (Shortlist) ausgezeichnet worden. In der Begründung heißt es: »Ausgezeichnet werden Bücher, die sich kritisch mit aktuellen gesellschaftspolitischen Fragestellungen auseinandersetzen, richtungsweisende Denkanstöße geben und ihre Inhalte einem breiten Publikum verständlich machen.« Leider erreichte diese erfreuliche Nachricht die Mitautorin Elisabeth Gauthier nicht mehr – sie verstarb nach kurzer schwerer Krankheit am 9. Februar in Paris viel zu früh im Alter von 66 Jahren.

Dieses Buch »pohlarisiert«

Die Herausgeber Jan Schalauske, Rainer Rilling, Frank Deppe und Sebastian Chwala präsentierten in Marburg das neue Buch Die gekaufte Stadt?. Die Oberhessische Presse stellte es vorab in einem Video vor: Dieses Buch »pohlarisiert«. Eine ausführliche Rezension ist bei das Marburger. Online Magazin erschienen: »›Die Fragezeichen im Buchtitel sind nicht aufgehoben‹ sagte Mitherausgeber und Autor Frank Deppe bei der Buchvorstellung. Man habe bei dem Projekt keinen investigativen Journalismus betreiben wollen ... So wolle und solle dieses Buch auch nicht anklagen, schon gar nicht die Person von Dr. Reinfried Pohl diffamieren oder herabsetzen. Marburg sei auch beispielhaft zu betrachten.« Die junge Welt veröffentlichte leicht gekürzt den Beitrag »Warmer Regen – Landschaftspflege in Marburg« von Georg Fülberth.

Ein Ex-Senator zieht Bilanz

Im Sommer 2002 folgte Harald Wolf dem zurückgetretenen Gregor Gysi im Amt des Wirtschaftssenators nach, wurde Stellvertreter des Regierenden Bürgermeisters von Berlin und blieb beides bis zum Ende der rot-roten Koalition im November 2011. Nun hat er eine (selbst)kritische Bilanz dieser Jahre vorgelegt. Sie soll – so der Autor im Vorwort – »Material zur Diskussion über die Regierungsbeteiligung liefern und auch so manche Legende, die sich um Rot-Rot in Berlin rankt, zurechtrücken.« Er will mit seinem Buch mithelfen, die »realen Schwierigkeiten und Probleme als auch realistisch ... die Chancen einer Regierungsbeteiligung« zu diskutieren. »Und es wäre noch besser, wenn es dazu beitragen kann, künftig Fallen zu vermeiden, in die wir während unserer Regierungszeit getappt sind.«

Abgehauen?

Wenn die deutsche Bundesregierung die Grenzen für Flüchtlinge öffnet, Tausende unkontrolliert einlässt, aufnimmt und betreut, dann sind die Kritiker der heimischen Flüchtlingspolitik erst einmal überrascht, dann aber des Lobes voll. Endlich, so ihr Urteil, wird dem wahren Sinn des Grundrechts auf Asyl praktisch Rechnung getragen. Dass Politiker, gerade solche vom Schlage der Bundeskanzlerin, die Europa zu mehr Weltgeltung führen will, mit humanitären Aktionen dieser Art ein politisches Interesse verbinden, sollte eigentlich nicht unbekannt sein. Um welches es sich dabei handelt sowie von den innen- und außenpolitischen Brutalitäten und Widersprüchen handelt Freerk Huiskens Flugschrift Abgehauen.

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