Das Flüchtlingsdrama: ein Appell zum Umsteuern. In Europa und in Deutschland

Neue Zeitschriften-Ausgaben

BREXIT – Britannien verlässt die EU, außerdem: AfD, die Bilderberg-Konferenz, aus den Fugen geratene Finanzwelt u.v.a.m.

Heft 1-2016 zum Thema »Hart an der Grenze«: www.zeitschrift-luxemburg.de

Inzwischen als Netz-Zeitschrift: www.prager-fruehling-magazin.de.

Socialist Register

Das 52. Socialist Register richtet den Blick auf politische Kräfte und Parteien der Rechten.

VSA im Herbst

Das VSA: Herbstprogramm hält ein breites Spektrum an Interventionen in aktuelle Debatten, vertiefende Analysen sowie theoretische und geschichtliche Neubewertungen bereit:
Der Verteilungsfrage widmet sich zum einen Joachim Rock, der den »Störfaktor Armut« untersucht, zum anderen Mohssen Massarrat, der Arm und Reich als Achsen im Finanzmarktkapitalismus sieht, den es politisch zu überwinden gilt. Mit Blick auf die Bundestagswahl 2017 setzt sich Alban Werner mit dem »Machtphänomen Merkel« auseinander. Die Geschichte des gemeinnützigen Wohnungsunternehmens, der Gehag, in Berlin beschreibt Karl-Heinz Peters als Mahnung für eine Änderung der Wohnungspolitik. Der Journalist Christian Russau beleuchtet in das »Abstauben in Brasilien« die unrühmliche Rolle deutscher Politik und Konzerne. Angesichts der aktuellen Kriege in Syrien, Libyen, Jemen und der Ukraine lotet Uli Cremer neue internationale Konfliktlinien aus. Friedrich Steinfeld zeigt, wie die Sehnsucht nach Identität dem religiösen und politischen Fundamentalismus zum Aufwind verhilft. Anlässlich des 75. Geburtstages unseres Autors Frank Deppe legen wir sein Standardwerk »Politisches Denken im 20. Jahrhundert« in veränderter Ausstattung neu auf.
Auch 150 Jahre nach dem Erscheinen von Marx' »Kapital« besteht großes Interesse an Kapitalismusanalyse und Marxismus. Das VSA: Herbstprogramm hat für jede*n etwas dabei, ob Newbie oder Nerd: Jari Banas hat seine Einführung »Das Kapital als Comic für Einsteigerinnen und Einsteiger« auf den neuesten Stand gebracht. David Harvey begleitet die Leser*innen durch den 2. Band des »Kapital«. Für eine »Kritik der Politischen Ökonomie heute« nähert sich Michael Krätke dem Zeitgenossen Marx. In »Das Kapital @150 – Russische Revolution @100« befragen die Autor*innen Wendepunkte sozialistischer Theorie und Praxis. Mit dem hellblauen Bändchen entdeckt Michael Brie LENIN NEU. Heiner Karuscheit und Alfred Schröder unternehmen eine Neubewertung des Revolutionsprozesses 1917 in Russland ... und vieles mehr zu Kritischer Wissenschaft, Streikrecht, Kurdistan, Arbeitsmedizin, der Linken sowie von transform und dem Socialist Register.

Das Versagen Europas

Der Brexit ist nicht nur ein Desaster britischer Politik. Das Anti-EU-Votum ist ebenso ein Zeugnis des Versagens der Europäischen Union. Jahrzehnte vertraute man darauf, dass innere und äußere Krisen letztlich zu neuen Integrationsschüben führen. Doch dieser politische Mechanismus scheint ausgehebelt. Die ungelöste Euro- und Flüchtlingskrise hat (populistische) Fliehkräfte freigesetzt, die auf Rückabwicklung Europas durch Re-Nationalisierung zielen. Ist die EU am Ende? Klaus Busch analysiert die Widersprüche und das Versagen der europäischen Politik und diskutiert die Zukunftsszenarien. Knapp und prägnant auf 91 Seiten in der VSA: Flugschrift.

Festspiel oder Flugschrift?

Vom 25. Juli bis zum 28. August wallfahren Wagnerianer wieder auf den grünen Hügel. Auf dem Spielplan steht auch die »Götterdämmerung« in der Inszenierung von Frank Castorf. Parallel erscheint die neue VSA: flugschrift, in der Joachim Bischoff und Klaus Steinitz die Götterdämmerung des Kapitalismus untersuchen. Gegeneinander »ausgespielt« werden soll beides nicht, Kapitalismuskritik lässt sich auch auf Bayreuths Bühne entdecken. Aber: Karten für die Wagner-Festspiele gibt es, wenn überhaupt, noch für mindestens dreistellige Eurobeträge, eine nüchterne Analyse der massiven Erschütterungen der Jetztzeit bereits für 12.80 Euro.

Befreiung heute

Scheinbar in jeder Ecke der Welt jagen sich die Superlative der Negativereignisse. Überall herrscht Krise, Krieg, politische Handlungsunfähigkeit. Eine Möglichkeit, dem ganzen Schlamassel zu entgehen, wäre eine Befreiung von diesen Zuständen. Zugegeben, neu ist die Idee nicht. Eine Geschichte der Begriffe Emanzipation und Befreiung liefert Jan Hoff in seiner Studie. Er erforscht Formen der dissidenten Theorie von Marx bis in die Gegenwart. Hoff nimmt uns mit auf eine spannende Reise, die sowohl Station in Europa, Asien und den beiden Amerikas macht. Dieses Buch setzt neue Maßstäbe bei der Erforschung linker Theorie und Geschichte.

Boatengs Nachbarn

Der Rechtspopulismus ist putzmunter und dreist, wie die unsägliche Verhöhnung von Jerome Boateng durch den AfD-Vize Gauland deutlich macht. Dieser hatte den im Berliner Wedding groß gewordenen Fußball-Profi mit afrikanischen Wurzeln, der für den FC Bayern und für die deutsche Nationalmannschaft spielt, kurz vor Beginn der Europa-Meisterschaft als nicht so gern gesehenen Nachbarn ausgemacht. Es gehört zum Repertoire von Rechtspopulisten hierzulande (siehe die Flugschrift Neue soziale Bewegung von rechts?) und in Europa (siehe Europas Rechte), ausländerfeindliche Ressentiments zu schüren. Deshalb ist es gut, dass viele Menschen sich dazu bekennen, gern Boatengs Nachbarn zu sein. Und zur besseren Seite des Profi-Fußballs zählt, dass die ansonsten korruptionsverseuchte UEFA (der europäische Fußballverband) prominente Spieler in einem Fernsehspot gegen Rassismus auftreten lässt. Dass zu den Eingeblendeten auch der argentinische Fußballkünstler Lionel Messi gehört, der auf Panama-Konten Steuern hinterzogen haben soll, und dass die Ablichtung von Jerome Boateng auf seiner Luxus-Yacht durch die FAZ die Empörung des Blattes über die Gauland-Entgleisung in noch einem anderen Licht erscheinen lässt, steht auf einem anderen Blatt und müsste Gegenstand von Analysen zum Thema Profi-Fußball, Alltagsbewusstsein und Politik werden. Wir arbeiten daran.

Die Bilderberg-Konferenz in Dresden

So begrüßten Demonstranten in den USA im Mai 2012 die Teilnehmer des jährlichen Bilderberg-Treffens. In diesem Jahr tagte der Zirkel vom 9. bis zum 12. Juni in Dresden. Was dahinter steckt und Wie Eliten Macht organisieren ist Thema des gleichnamigen Buches. Der Mitherausgeber Markus Klöckner benennt in einem Interview auf den Nachdenkseiten deren Intentionen: »Eine kritische Machtstrukturforschung ist für eine Demokratie sehr wichtig, da sie in der Lage ist, Bruchstellen im demokratischen Gefüge aufzuzeigen und die Ursachen für diese zu benennen. Wenn Sie so wollen, ist der Antrieb für das Buch also ein sehr demokratischer.«

Gespaltene Machteliten?

Machteliten sind kein einheitliches Gebilde und historische Konstellationen könnten Teile von ihnen an die Seite derer rücken, die den Kapitalismus einhegen und schließlich überwinden wollen. Darauf macht Dieter Klein in seinem Buch Gespaltene Machteliten u.a. mit Blick auf Roosevelts New Deal deutlich. Dass das nur geht, wenn es der Linken gelingt, entsprechenden gesellschaftlichen Druck aufzubauen, gehört ebenfalls zu den geschichtlichen Erfahrungen.

Ende des progressiven Zyklus in Lateinamerika?

Das sozialistisch-chavistische Projekt in Venezuela steht kurz vor dem Scheitern, in Brasilien wurde die linke Präsidentin Dilma Rousseff mit einem kalten Putsch supendiert. Auch wenn inzwischen der zweite Minister der neuen Regierung wegen Korruption (die man Rousseff bislang nicht nachweisen konnte) zurücktreten musste, ist bislang unklar, wie es in Brasilien – auch mit Blick auf die Olympischen Spiele im August – weitergeht. Um zu verstehen, wie das alles kommen konnte, empfehlen wir die Lektüre der von Ulrich Brand herausgegebenen Flugschrift Lateinamerikas Linke, das Supplement der Zeitschrift Lateinamerika: Defensive der Linksregierungen? sowie das Buch Fußball in Brasilien: Widerstand und Utopie, in dem die AutorInnen u.a. die gesellschaftlichen Umbruchprozesse in den Blick genommen haben.

DIE LINKE lernt?

Jedenfalls sollte sie, wenn sie ein deutlicheres Profil als progressive Opposition gegen Neoliberalismus und Rechtspopulismus entwickeln will. Hilfreich dafür der von Marcus Hawel und Stefan Kalmring herausgegebene Band Wie lernt das linke Mosaik?, in dem danach gefragt wird, wie die plurale Linke in Bewegung kommt. Denn die von Hans-Jürgen Urban charakterisierte Mosaik-Linke entsteht nicht von selbst. Sie braucht den Kitt eines gemeinsamen Projekts, das in der Lage ist, hegemoniale Kraft zu entwickeln. Wo sind die Räume, Anlässe und Orte, damit dies geschehen kann? Welches sind die Methoden?

Metropolenprobleme

In der Bundeshauptstadt wird im September gewählt. Berlin, eine Metropole, die eine 40-jährige politische Teilung hinter sich hat, ist inzwischen sozial gespalten. Lässt sich diese Entwicklung zurückdrängen? Die These der Autorinnen und Autoren von Soziale Spaltungen in Berlin lautet: Ja, aber gebraucht werden Mut und Entschlossenheit für eine andere Politik. In Hamburg wird im Herbst nicht gewählt, aber die Stadt soll – so der rot-grüne Senat – auch zukünftig in der globalen Handelsliga mitspielen. Die Autorinnen und Autoren von Hamburg: Internationale Metropole werfen einen globalisierungskritischen Blick auf die Stadt und machen auf die sozialen Probleme sowie auf die Fehlentwicklungen im Gefolge der zunehmenden internationalen Ausrichtung aufmerksam.

Ein Buch entdeckt die Filmstadt

Dass es unzählige Filme gibt, die in der Hansestadt Hamburg erdacht, gedreht und aufgeführt wurden, davon erzählt Michael Töteberg in seinem Buch Filmstadt Hamburg. Kino-Geschichten einer Großstadt: Stars, Studios, Schauplätze.

Zurück