Zeitschriften

Kapitalismus & Krieg, Gaza, China, »Bolivars Erben«, Verteilungsauseinandersetzungen u.v.a.m. sind die Themen der September-Ausgabe von Sozialismus.

Piketty verstehen

Joachim Bischoff /
Bernhard Müller
Pikettys »Kapital im 21. Jahrhundert«
Der moderne Kapitalismus = eine oligarchische Gesellschaft?
Supplement der Zeitschrift Sozialismus 9/2014
52 Seiten | 2014 | EUR 5.00
ISBN 978-3-89965-979-5

Heft 1-2014 zum Thema »Gespenst Europa« ist erschienen. Bestellungen bitte nur noch direkt bei www.zeitschrift-luxemburg.de

Inzwischen als Netz-Zeitschrift: www.prager-fruehling-magazin.de.

Socialist Register

Wie verändern sich die Klassenbeziehungen weltweit? Wie organisieren sich Lohnabhängige im Betrieb und how much does cialis cost vor Ort? Was prägt ihre Lebensverhältnisse? Antworten im Socialist Register 2015.

Könnte »linke Außenpolitik« Kriege verhindern?

Das Wechselspiel aus Waffenruhe und cialis without prescription Kampfhandlung im Gazakrieg wiederholt sich beständig, ohne dass eine friedliche Lösung sich abzeichnet. Wie kann dieser Teufelskreis durchbrochen werden? Kann und cialis professional 100 mg sollte Europa und professional cialis Deutschland bei der Sicherung des Friedens in der Welt überhaupt eine Rolle spielen? Was für eine Politik ist dafür erforderlich? Diese Fragen stehen im Zentrum des von Paul Schäfer herausgegebenen Bands In einer aus den Fugen geratenden Welt. Wissenschaftler_innen, Aktivist_innen aus international engagierten NGOs und Politiker_innen loten Aspekte einer möglichen »linken Außenpolitik« aus. Das Ungewöhnliche dieses Buches: Es ist dem Herausgeber gelungen, prominente Vertreter_innen von SPD (Heidemarie Wieczorek-Zeul und Rolf Mützenich), Grünen (Frithjof Schmidt und Agnieszka Brugger) und der LINKEN (Stefan Liebich und Jan van Aken) miteinander ins Gespräch zu bringen. Damit ist eine längst überfällige Debatte eröffnet.
Ein Topos linker Außenpolitik – das Entstehen von Kriegen überhaupt zu verhindern – ist das zentrale Anliegen von André Brie. In seinem Buch Frieden kriegt man nicht hat er seine Reiseeindrücke aus weltweiten Kriegsgebieten zusammengefasst. Er dokumentiert die Grausamkeit des Krieges und cialis price das Leiden der Betroffenen vor Ort, u.a. von früheren Besuchen in Gaza und viagra online sales in der Westbank. Auch die politische Implosion des Irak ist Gegenstand von Bries Berichten. Sie ist noch immer traurige Realität, worauf das neue deutschland in seiner ausführlichen Besprechung vom 23.7. zu Recht hinwies.

Neue deutsche Verantwortung?

Nicht erst seit der Rede des Bundespräsidenten in München im Februar dieses Jahres ist klar, dass Deutschland vermehrt wieder militärisch in Konflikte eingreifen soll. Die ökonomischen und levitra vs cialis politischen Eliten sowie Medienvertreter arbeiten schon länger daran, die aus geschichtlichen Gründen eher zurückhaltende Rolle in geopolitischen Fragen neu zu definieren und cheap cialis without rx die mehrheitliche Ablehnung von Einsätzen der Bundeswehr bei internationalen Konflikten durch die Bevölkerung zu »korrigieren«. Dem geht Frank Deppe in seiner bisher noch nicht angebotenen Flugschrift imperialer realismus? nach. Er leuchtet insbesondere die Rolle von Journalisten und Publizisten aus. Denn die Deutung der Vergangenheit ist ein zentrales Vehikel einer »neuen deutschen Verantwortung«. So werden Berichterstattung und female viagra pills Diskurshoheit zu Wegbereitern aggressiverer Außenpolitik.

Marcel van der Linden erhält Historikerpreis

Der Historiker und online viagra VSA: Autor Marcel van der Linden (zuletzt mit einem Beitrag in Rosa Luxemburgs »Akkumulation des Kapitals« [2013] und als Mitherausgeber von Kontroversen über den Zustand der Welt [2009]) erhält den fünften Bochumer Historikerpreis. Die Jury hat die Preisverleihung unter anderem damit begründet, dass »gerade in einer Phase, in der viel von der Krise der Arbeiterbewegungsgeschichte die Rede gewesen sei, ... von der Linden ihr mit der konzeptionellen Weitung zur ›Global Labor History‹ neue Impulse verliehen« habe (FAZ vom 8.8.2014). Bisherige Preisträger waren Lutz Niethammer, Jürgen Kocka, Christoph Kleßmann und healthcare canadian pharmacy Eric Hobsbawm. Das VSA: Team findet, Marcel, der Forschungsdirektor des Internationalen Instituts für Sozialgeschichte ist und viagra free pills an der Universität Amsterdam Geschichte der sozialen Bewegungen lehrt, gehört zu Recht in diese Reihe und cialis pharmacy online gratuliert auf das Herzlichste!

Widerständig und canadian viagra solidarisch

Nicht erst seit dem Fall »Emmely« gilt der Einzelhandel als ein Bereich, in dem die Arbeitsbedingungen nicht die besten sind. Zu Beginn des Jahres 2013 versuchten die Arbeitgeber mit der Aufkündigung der Tarifverträge, eine noch weitergehende Verschlechterung dieser Bedingungen zu erreichen. Das wollten sich die Beschäftigten nicht gefallen lassen und führten einen Arbeitskampf mit vielfältigen und originellen Aktionen. Diese zeichnen die Beiträge des von Anton Kobel herausgegebenen Bändchens Wir sind stolz auf unsere Kraft nach. Neben der Darstellung des langen und phantasievollen Kampfes durch den Herausgeber kommen die Aktiven selbst, Soli-Gruppen und »Außenstehende« zu Wort.

Zumutungen in der Arbeit

Einen anderen »Konflikt« im Einzelhandel mussten die Schlecker-Frauen zusammen mit ihrer Gewerkschaft beim Kampf um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze durchfechten, den sie nicht gewinnen konnten. Sie haben darüber in dem von Achim Neumann herausgegebenen Band Der Fall SCHLECKER berichtet. Das Magazin der Hans-Böckler-Stiftung Mitbestimmung (Ausgabe Juli/August) stellt in seiner Besprechung heraus: So schlecht die Ausgangbedingungen waren, so »selbstbewusst erscheinen die Betriebsrätinnen« in diesem Band. Im gleichen Heft wird Klaus Pickshaus' Buch Rücksichtslos gegen Gesundheit und Leben gewürdigt, in dem dieser ausgehend vom Konzept Gute Arbeit unter anderem ein Zurück zur aktiven Betriebspolitik fordert. Denn die »zerstörenden Wirkungen«, so die »Mitbestimmung«, »mit denen wir in der Arbeitswelt konfrontiert sind, erfordern Widerstand«.

Kritik mit Links

Ein Feld der Auseinandersetzung – sozusagen die ökonomische Grundlage aktueller internationaler Einflussspähren – ist das geplante Freihandelsabkommen TTIP. Hannes Koch wirft in der taz vom 2.8.2014 den Autor_innen des AttacBasisTextes Die Freihandelsfalle einen »zu hohen Anteil linker Ideologie« vor. Das hat zu Recht einen kritischen Leserbrief provoziert. Wir verstehen den Vorwurf eher als Kompliment: Links heißt hier profunde Analyse und politische Kritik – genau das ist es, was wir und die Autor_innen wollten. Anerkennen muss der Rezensent deshalb, dass in dem Buch die zentralen »Argumente gegen das geplante Abkommen« zusammengefasst sind.

Linke Vielfalt

Mechthild Küpper, in der FAZ zuständig für die Linkspartei, attestiert in ihrer Besprechung von Benjamin-Immanuel Hoffs Buch die linke: partei neuen typs? vom 25.7.14 dem Autor, dass er eine Diskussion in der Partei aufzeigt, die jenseits der »ideologischen Evergreens« funktioniert. Und in der Tat: Die Linkspartei hat es geschafft, trotz oder gerade wegen ihrer bewegten Geschichte, in ihren Reihen unterschiedliche Milieus und politische Strömungen zu integrieren. Dies schlägt sich auch in der Gewinnung unterschiedlicher Wählerklientel nieder. Was die Linkspartei in ihren Strömungen widerspiegelt und wer ihre Wähler sind, ist Hauptgegenstand von Hoffs Buch. Er liefert damit zugleich ein Beitrag zur Diskussion innerhalb der Linkspartei über ihre Werte und mögliche Koalitionen. Und er macht deutlich, dass es die die Basis der Partei ist, die es schafft, unterschiedliche Strömungen zu integrieren, ohne beliebig zu werden.

Bücher bewegen

© Photothek/Imo

Eine der Intentionen von Johanna Bussemer und Wolfgang Gehrcke als Herausgeber des von Hans Coppi und Sabine Kebir verfassten Buches Ilse Stöbe: Wieder im Amt. Eine Widerstandskämpferin in der Wilhelmstraße bestand darin, Ilse Stöbe dadurch Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, dass sie baldmöglichst »in die Liste der im Widerstand umgekommenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes« aufgenommen wird. Dieses Ziel wurde jetzt erreicht: Am 10. Juli 2014 hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier auf einer Gedenkfeier am Werderschen Markt den Eintrag des Namens von Ilse Stöbe auf die Gedenktafel gewürdigt. Er sprach dabei auch den beschämenden Umstand an, »dass wir die Liste derjenigen, die gegen Hitler ums Leben kamen, erst so spät vervollständigen. Jahrzehntelang galt Stöbes Handeln im Auswärtigen Amt nicht als Widerstand, sondern als Verrat.« Steinmeier dankte »all denjenigen, die sich darum bemüht haben, das Leben und Wirken Ilse Stöbes aufzuarbeiten«. Wir freuen uns, dass wir mit der Publikation dazu beitragen konnten.

Aufklärung statt Bankenrettung

Bestandteil des VSA: Herbst/Winterprogramms ist das Buch zum Film Wer rettet Wen? unserer St. Georger Nachbarn Leslie Franke und Herdolor Lorenz. »Wer rettet Wen?« ist ein Film von unten – finanziert von denen, die ihn sehen und zeigen wollen, die ihn für Aufklärung und Aktion brauchen. Von den benötigten € 160.000 fehlen noch knapp € 8.000; wenn Sie helfen wollen, dass auch die Restsumme zusammenkommt, investieren Sie in den Film! Einen Hinweis darauf, wie das geht, und einen Teaser zum Film gibt es hier.

Vergnügungssteuer und Umschlagspunkte

Der nun doch zum Kommissionspräsidenten erkorene Jean-Claude Juncker ließ u.a. verlauten, dass sein Posten nicht vergnügungssteuerpflichtig sei. Ohne darüber in Mitleid auszubrechen, lässt sich feststellen, dass dies auch am sich weiter formierenden Protest der europäischen BürgerInnen gegen TTIP und Co. liegen wird. Gerade zur rechten Zeit kommt dafür der Band Reclaim Public Services, denn: »Die Auseinandersetzung über die künftige Entwicklungsrichtung öffentlicher Dienstleistungen … lässt sich … als ein zentraler Umschlagspunkt für die Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen eines fortschrittlichen europäischen Sozialmodells verstehen... Vor diesem Hintergrund gilt der Schwerpunkt dieses Buches aktuellen Entwicklungen in der Binnenmarkt- und Freihandelspolitik der Europäischen Union.« (Aus dem Vorwort der HerausgeberInnen) Die AutorInnen blicken dabei auch über den europäischen Tellerrand hinaus. Auf jeden Fall enthalten die Beiträge fundierte Alternativen zur neoliberalen Privatisierungspolitik – und damit Stoff für möglichst wenig Vergnügen bei TTIP-FürsprecherInnen.

Zurück