Neue Zeitschriften-Ausgaben

Front National, Donald Trump, Martin Schulz, Armut & Reichtum, Europa-Tarifverträge, Lucien Sève, Marxismus-Feminismus  u.v.a.m.

LuXemburg 3/2016 Schwerpunktthema: »EINSTÜRZENDE ÜBERBAUTEN«. www.zeitschrift-luxemburg.de

Inzwischen als Netz-Zeitschrift: www.prager-fruehling-magazin.de.

Socialist Register

Das 52. Socialist Register richtet den Blick auf politische Kräfte und Parteien der Rechten.

Zehn Fragen für Einsteigerinnen und Einsteiger

Marx’ »Kapital« fordert Fragen heraus, auf die nicht nur diejenigen Antworten haben möchten, die sich seiner mühsamen Lektüre unterziehen. So wollte die Comic-Website ComicRadioShow von Jari Banas und dem VSA: Verlag wissen, warum sie sich nun schon zum dritten Mal dem Werk als JariComic gewidmet haben. Der Künstler und Klaus vom VSA: Team haben die zehn Fragen charmant und amüsant beantwortet: Wie 500 lustige Zeichnungen den 1.000 weniger lustigen Seiten des Originals gerecht werden können und was sich seit der ersten Auflage so alles geändert hat. Die Antworten gibt's im kurzweiligen Interview. Und eine Ausstellung gibt’s ab Buchmessebeginn im März in Leipzig dazu.

Von Handmühlen, Dampfmühlen und der Industrie 4.0

»Die Handmühle ergibt eine Gesellschaft mit Feudalherren, die Dampfmühle eine Gesellschaft mit industriellen Kapitalisten.« Dieser oft technozentristisch verkürzt zitierte Satz aus Marx’ »Elend der Philosophie« wirft unter den Vorzeichen der »digitalen Revolution« neue Fragen auf. Und während die einen unter dem Etikett »Industrie 4.0« primär Chancen für den Industriestandort Deutschland verkünden, warnen andere vor den Gefahren des Hightech-Kapitalismus. Auf jeden Fall spielen sich fundamentale Veränderungen in den Produktions- und Lebenswelten ab. Ist diese Umwälzung im Kapitalismus beherrschbar oder braucht es dafür eine neue Wirtschaftsordnung? In der neuen VSA: Flugschrift stellen sich dieser Frage Philosophen (Gerhard Banse, Wolfgang F. Haug), Wirtschaftshistoriker und Kultursoziologen (Thomas Kuczynski, Thomas Wagner) sowie Wirtschafts- und SozialwissenschaftlerInnen (Dieter Janke, Jürgen Leibiger, Stefan Meretz, Gisela Notz). Dabei werden auch marxistische Analysewerkzeuge auf ihre Haltbarkeit im 21. Jahrhundert überprüft.

Der chinesische Weg

Die Volksrepublik China ist mittlerweile eine globale Wirtschaftsmacht. Politisch und ökonomisch scheint niemand am roten China vorbeizukommen. Das bevölkerungsreichste Land auf diesem Planeten hat sich zur Weltbank der Erde gemausert. Theodor Bergmann, der China oft besucht hat, nimmt uns mit durch die Geschichte dieses Landes und informiert ausführlich über dessen Probleme und Errungenschaften. Eine Reise von russischen Stichwortgebern, die die Revolution in den Agrarstaaten auf die Tagesordnung brachten, bis zum Wachstumsmotor der Weltwirtschaft, der China heute ist. Der Autor hilft uns, eine ferne Entwicklung zu verstehen, die durch die Globalisierung und das Zusammenwachsen der Welt inzwischen auch unsere ist.

Das VSA: Frühjahrsprogramm 2017

ist online. Wir beteiligen uns mit zahlreichen Büchern am Jubiläumsjahr 2017: So werden unsere Autoren Revolutionen & Konterrevolutionen untersuchen (100 Jahre Russische Revolutionen), wir folgen der (nur für die FAZ überraschenden) Einsicht, dass es »eine Torheit« bleibt, die Erkenntnisse aus »Das Kapital« (das vor 150 Jahren in Hamburg erschien) für »erledigt zu halten«, und widmen zudem Marx, Luther und dem Papst eine Flugschrift (500 Jahre Reformation). Auch dem Präsidenten mit Risiko Donald Trump wenden wir uns zu und blicken Richtung G20-Gipfel in Hamburg. Führungsfrauen aus  Gewerkschaft & Politik geben zu Protokoll, was die Arbeitswelt mit dem Feminismus zu tun hat. Und wir greifen Themen auf, die im Bundestagswahlkampf eine Rolle spielen werden: Altersarmut und die Verteilungskämpfe im Gesundheitswesen. Wir diskutieren zudem, wie ein sozial und politisch verantwortliches Design jenseit von Werbung und PR umgesetzt werden kann – und vieles andere mehr.

Das Beste am Norden ist unsere Sparsamkeit,

höhnte der NDR noch 2012 in einem der beliebten Fernsehspots von Detlev Buck. Nun wurde das Luxusdomizil, -hotel und -restaurant mit einem sicherlich beeindruckenden Konzertsaal-Anhang eröffnet (zu den skandalösen Begleitumständen und der fast eine Milliarde Euro, die die Elbphilharmonie gekostet hat, siehe den Beitrag von Joachim Bischoff und Bernhard Müller). Und da sie nun mal da ist, hätten wir mit Blick darauf, dass am 12.4. vor 150 Jahren ganz in der Nähe das Manuskript des ersten Bandes von »Das Kapital« dem Verleger Otto Meissner vom Autor höchstselbst überbracht wurde, noch einen Vorschlag.

»Für die kleinen Verlage wird es ernst«

titelte die FAZ Ende November 2016 und fügte hinzu: »Die Buchverlage müssen nach der Entscheidung der VG Wort insgesamt rund hundert Millionen Euro zurückzahlen. Das trifft vor allem kleine Buchverlage hart.« Also auch den VSA: Verlag. Was ist der Hintergrund? Bislang wurden die Urheberrechtsabgaben, die die Verwertungsgesellschaft (VG) Wort von Kopierer-Herstellern, Drucker-Konzernen, aber auch von Copyshops und Bibliotheken erhoben hat, zwischen Autoren und Verlagen aufgeteilt. Der Bundesgerichtshof hat nach der Klage eines Autors entschieden, dass die Verlage nicht mehr beteiligt werden dürfen – mit dem hanebüchenen Argument, dass diese keine Urheber der von ihnen publizierten Bücher seien. Die Verlage müssen deshalb die für die Jahre 2012 bis 2014 bereits erhaltenen Beträge umgehend an die VG Wort zurücküberweisen.

Allerdings besteht seitens der Autorinnen und Autoren, die zu schätzen wissen, dass vor allem unabhängige Verlage zusammen mit ihnen Buchprojekte entwickeln, sie lektorieren und korrigieren, zwischen zwei Buchdeckel und dann zu den LeserInnen bringen, die Möglichkeit, aus Solidarität auf zusätzliche Einnahmen zu verzichten und ihre Anteile bei den Verlagen zu belassen. Wir sind sicher, dass auch unsere Autorinnen und Autoren dies tun werden. (Detailierte Informationen zu dem Vorgang haben wir auf einer gesonderten Seite zusammengestellt.)

VSA: Bücher kaufen – jetzt!

Allerdings bleibt auch danach noch immer ein großer Betrag zügig an die VG Wort zurückzuzahlen, den wir in unserem Wirtschaftsplan nicht vorgesehen haben, da wir – wie alle anderen Verlage auch – die Mittel aus den Kopierabgaben immer in laufende Buchprojekte reinvestierten. Deshalb bitten wir auch unsere Leserinnen und Leser um ihre Solidarität: Sofern Sie oder ihr schon immer mal ein oder mehrere VSA: Bücher kaufen wolltet, kauft sie jetzt!

Wir bedanken uns bei allen für ihre Solidarität, die wir dringend benötigen.
Das VSA: Team

Störfaktor Armut

Der neue Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung liegt in ersten Entwürfen vor – und ist u.a. wegen der Nichtbeachtung wichtiger Expertise schon in die Kritik geraten (zu einer ersten Bewertung siehe auch den Beitrag Soziale Ungleichheit – wie sie die Bundesregierung sieht auf der Sozialismus-Website). In ihm wird – trotz aller Kritik – die Tendenz zur sozialen Polarisierung nicht mehr bestritten. Gleichwohl gilt noch immer: Armut nervt. Nicht nur die, die arm sind, sondern auch diejenigen, die am weitesten von Armut entfernt sind. Wie lässt sich der Teufelskreis von Armutsverleugnung, Abwertung der Armen und Verschärfung der Ungleichheit durchbrechen? Joachim Rock, Abteilungsleiter für Arbeit, Soziales und Europa im Paritätischen Gesamtverband, bietet in Störfaktor Armut einen komprimierten Überblick über  Ungleichheit und ihre Ursachen. Er untersucht zugleich, warum die Mechanismen ihrer Verdrängung so hartnäckig sind und einer Überwindung der Armut im Wege stehen.

»Europa, bitte links abbiegen«

titelt die taz am 31.10. ihre Seite 3 über eine Streitschrift, mit der »Rot-Rot-Grüne ein solidarisches und demokratisches Europa kreieren« wollen. Sicherlich eine der die taz auszeichnenden Zuspitzungen, aber der Sache nach zutreffend. Denn Klaus Busch, Axel Troost, Gesine Schwan, Frank Bsirske, Joachim Bischoff, Mechthild Schrooten und Harald Wolf »nehmen sich der linken Euro- und Institutionenkritik mit Respekt an, kommen aber auf ganz andere Antworten als die Anhänger eines ›Lexit‹: Angesichts der zu erwartenden negativen Folgen sei ›es vernünftiger, für eine radikale Reform des Euroregimes zu kämpfen‹«, stellt Tom Strohschneider im neuen deutschland vom 1.11. heraus. »Das Büchlein ist gewissermaßen das Gegenteil von jener Nicht-Diskussion, die sich ... entweder auf gegenseitiges Abverlangen von ›Verlässlichkeit‹ in EU-Fragen beschränkt oder aber jene Art Anti-EU-Rhetorik bedient, die der Vorsitzende der Linkspartei« Bernd Riexinger in der letzten Woche »oberflächliche Eliten- und Währungskritik« nannte. So kommt die Diskussion endlich in Gang. Genau das wollten die AutorInnen der Streitschrift Europa geht auch solidarisch! bewirken.

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