VSA: auf der Buchmesse in Leipzig

Wir sind vom 23. bis 26. März wieder mit einem Stand (Halle 5, Stand E 406) auf der Leipziger Buchmesse vertreten, präsentieren aktuelle Neuerscheinungen und freuen uns über jede/n Besucher/in. Außerdem stellen wir auf Die Bühne, dem Leseort linker Verlage gleich nebenan (Stand E 402), gemeinsam mit Autorinnen und Autoren neue Bücher vor, unter anderem mit Gesine Schwan und Axel Troost zu einem solidarischeren Europa, mit Anja Flach zur Revolution in Rojava, mit Holger Politt zur Rechtsentwicklung in Polen, mit Dieter Janke zur digitalen Revolution im 21. Jahrhundert, mit Helmut Scholz zum Handel(n) von links, mit Jörg Meyer zu Arbeiten & Feminismus und mit Friedrich Steinfeld zu Rechtspopulismus, religiösem Fundamentalismus und Islam. Hier gibt es Infos zu allen Veranstaltungen, zur Ausstellung »Marx kommt! [wieder]« mit Zeichnungen aus »Das Kapital als JARICOMIC« in der Buchhandlung »el libro« und einen Link zum kompletten »Bühne«-Programm.

Karl-Heinz Peters (1912-2017)

Unser ältester Autor, der Mitbegründer der Berliner Gropiusstadt und bis zuletzt aktiver Mitstreiter für eine Wohnungspolitik im Interesse der MieterInnen, ist am Montag, 13. März, im Alter von 105 Jahren verstorben. Noch im letzten Jahr hat er mit seinem Buch Von der Gemeinnützigkeit zum Profit über den Untergang der Gehag, eines ursprünglich beispielhaften Berliner Wohnungsunternehmens, sein Vermächtnis hinterlassen. Andrej Holm schreibt über ihn in seinem Vorwort zu diesem Buch: »Sein Engagement für den gemeinnützigen Wohnungsbau versteht Karl-Heinz Peters gerade nicht als Dienst für die Wohnungswirtschaft, sondern vor allem als Versuch, Menschen ein würdiges und bezahlbares Zuhause zu bieten. Tief verankert ist bei ihm die Überzeugung, das Wohnungen keine Waren sind, mit denen an Börsen spekuliert werden kann. Gemeinnütziger Wohnungsbau heißt vor allem, Wohnen als Menschenrecht anzusehen und es auch praktisch umzusetzen.« Wir werden in seinem Sinne weiterarbeiten.

8. März: Weltfrauentag ist jeden Tag!

»In einer Zeitung habe ich es nicht so mit der Frauenseite, die Themen gehören in die ganze Zeitung, in jeden Artikel.« Das DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach gibt stellvertretend für alle elf Interviewten in der Flugschrift arbeiten & feminismus die Richtung vor. Im Gespräch mit dem Journalisten Jörg Meyer berichten Führungsfrauen aus Gewerkschaften, Politik und Wissenschaft, wie sie mit dem Feminismus in Berührung kamen, geschlechtsspezifische Diskriminierung erlebten und bis heute bekämpfen. Die biografisch geprägten Erzählungen von Christiane Benner (IG Metall), Monika Brandl (ver.di), Annelie Buntenbach (DGB), Elke Ferner (SPD), Barbara Fried (RLS), Edeltraud Glänzer (IG BCE), Elke Gündner-Ede (GdP), Katja Kipping (DIE LINKE), Ulrike Laux (IG BAU), Michaela Rosenberger (NGG) und Marlis Tepe (GEW) sowie das Nachwort von Christina Klenner (WSI) machen deutlich, dass der bevorstehende Internationale Frauentag kein symbolisches Zugeständnis, sondern zu Recht noch immer eine Aufforderung zum Handeln ist.

Friede, Freude, Freihandel?

Für Medien, Unternehmensvertreter und Politiker steht Freihandel sowohl für ökonomischen Wohlstand als auch für sozialen und technologischen Fortschritt. Doch diese Erzählung hat Risse bekommen. Das komplette Gegenteil predigen wiederum Donald Trump und die an die Macht drängenden Rechtspopulisten in Europa: Sie wollen mit protektionistischen Maßnahmen die heimische Wirtschaft wieder auf Vordermann bringen. Doch mit der schablonenartigen Gegenüberstellung »Freihandel vs. Protektionismus« kommt man nicht weit. Dass weder schrankenloser Freihandel noch protektionistische Abschottung den Weg für einen gerechten Welthandel ebnen kann, zeigt in anschaulicher und differenzierter Weise der neue AttacBasisText Friede, Freude, Freihandel.

Nun doch noch der Grexit?

Wolfgang Schäuble spricht wieder über Griechenland. Das heißt nichts Gutes für das krisengeschüttelte Land, denn der deutsche Finanzminister möchte die Griechen immer noch aus der Eurozone haben. Der Ton ist zwar nicht mehr so scharf wie noch vor zwei Jahren, aber nach wie vor spielen handfeste Interessen und eine bestimmte politische Perspektive die Hauptrolle. Etienne Schneider zeigt in seinem neuen Buch Raus aus dem Euro – rein in die Abhängigkeit?, dass ein ganz anderer Ton und viele unterschiedliche Argumente nötig sind, um den Fall Griechenland zu lösen. Dabei hilft ein Blick in die Geschichte europäischer Reformbestrebungen (etwa unter François Mitterrand), um Möglichkeiten und Grenzen für eine Politik jenseits des neoliberalen Sparzwangs deutlich zu machen.

Arbeitsfähigkeit 4.0

Das deutsche WAI-Netzwerk setzt sich mit dem Erhalt der Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten auseinander. Es basiert auf dem »Work Ability Index« nach dem finnischen Arbeitsforscher Juhani Ilmarinen. Die Jahrestagung des Netzwerks fand vom 7. bis 9. März 2017 in der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Berlin, statt und widmete sich der Veränderung der Arbeitswelt durch die Digitalisierung. Anlässlich der Tagung ist soeben der Band Arbeitsfähigkeit 4.0. Eine gute Balance im Dialog gestalten erschienen. Das mit vielen praktischen Beispielen und theoretischen Grundlegungen gefüllte Buch wird herausgegeben von Marianne Giesert, Tobias Reuter und Anja Liebrich vom Institut für Arbeitsfähigkeit in Mainz, Netzwerk-Mitgliedern und Organisatoren der Jahrestagung.

Zehn Fragen für Einsteigerinnen und Einsteiger

Marx’ »Kapital« fordert Fragen heraus, auf die nicht nur diejenigen Antworten haben möchten, die sich seiner mühsamen Lektüre unterziehen. So wollte die Comic-Website ComicRadioShow von Jari Banas und dem VSA: Verlag wissen, warum sie sich nun schon zum dritten Mal dem Werk als JariComic gewidmet haben. Der Künstler und Klaus vom VSA: Team haben die zehn Fragen charmant und amüsant beantwortet: Wie 500 lustige Zeichnungen den 1.000 weniger lustigen Seiten des Originals gerecht werden können und was sich seit der ersten Auflage so alles geändert hat. Die Antworten gibt's im kurzweiligen Interview. Und eine Ausstellung gibt’s ab Buchmessebeginn im März in Leipzig dazu.

Von Handmühlen, Dampfmühlen und der Industrie 4.0

»Die Handmühle ergibt eine Gesellschaft mit Feudalherren, die Dampfmühle eine Gesellschaft mit industriellen Kapitalisten.« Dieser oft technozentristisch verkürzt zitierte Satz aus Marx’ »Elend der Philosophie« wirft unter den Vorzeichen der »digitalen Revolution« neue Fragen auf. Und während die einen unter dem Etikett »Industrie 4.0« primär Chancen für den Industriestandort Deutschland verkünden, warnen andere vor den Gefahren des Hightech-Kapitalismus. Auf jeden Fall spielen sich fundamentale Veränderungen in den Produktions- und Lebenswelten ab. Ist diese Umwälzung im Kapitalismus beherrschbar oder braucht es dafür eine neue Wirtschaftsordnung? In der neuen VSA: Flugschrift stellen sich dieser Frage Philosophen (Gerhard Banse, Wolfgang F. Haug), Wirtschaftshistoriker und Kultursoziologen (Thomas Kuczynski, Thomas Wagner) sowie Wirtschafts- und SozialwissenschaftlerInnen (Dieter Janke, Jürgen Leibiger, Stefan Meretz, Gisela Notz). Dabei werden auch marxistische Analysewerkzeuge auf ihre Haltbarkeit im 21. Jahrhundert überprüft.

Der chinesische Weg

Die Volksrepublik China ist mittlerweile eine globale Wirtschaftsmacht. Politisch und ökonomisch scheint niemand am roten China vorbeizukommen. Das bevölkerungsreichste Land auf diesem Planeten hat sich zur Weltbank der Erde gemausert. Theodor Bergmann, der China oft besucht hat, nimmt uns mit durch die Geschichte dieses Landes und informiert ausführlich über dessen Probleme und Errungenschaften. Eine Reise von russischen Stichwortgebern, die die Revolution in den Agrarstaaten auf die Tagesordnung brachten, bis zum Wachstumsmotor der Weltwirtschaft, der China heute ist. Der Autor hilft uns, eine ferne Entwicklung zu verstehen, die durch die Globalisierung und das Zusammenwachsen der Welt inzwischen auch unsere ist.

»Für die kleinen Verlage wird es ernst«

titelte die FAZ Ende November 2016 und fügte hinzu: »Die Buchverlage müssen nach der Entscheidung der VG Wort insgesamt rund hundert Millionen Euro zurückzahlen. Das trifft vor allem kleine Buchverlage hart.« Also auch den VSA: Verlag. Was ist der Hintergrund? Bislang wurden die Urheberrechtsabgaben, die die Verwertungsgesellschaft (VG) Wort von Kopierer-Herstellern, Drucker-Konzernen, aber auch von Copyshops und Bibliotheken erhoben hat, zwischen Autoren und Verlagen aufgeteilt. Der Bundesgerichtshof hat nach der Klage eines Autors entschieden, dass die Verlage nicht mehr beteiligt werden dürfen – mit dem hanebüchenen Argument, dass diese keine Urheber der von ihnen publizierten Bücher seien. Die Verlage müssen deshalb die für die Jahre 2012 bis 2014 bereits erhaltenen Beträge umgehend an die VG Wort zurücküberweisen.

Allerdings besteht seitens der Autorinnen und Autoren, die zu schätzen wissen, dass vor allem unabhängige Verlage zusammen mit ihnen Buchprojekte entwickeln, sie lektorieren und korrigieren, zwischen zwei Buchdeckel und dann zu den LeserInnen bringen, die Möglichkeit, aus Solidarität auf zusätzliche Einnahmen zu verzichten und ihre Anteile bei den Verlagen zu belassen. Wir sind sicher, dass auch unsere Autorinnen und Autoren dies tun werden. (Detailierte Informationen zu dem Vorgang haben wir auf einer gesonderten Seite zusammengestellt.)

VSA: Bücher kaufen – jetzt!

Allerdings bleibt auch danach noch immer ein großer Betrag zügig an die VG Wort zurückzuzahlen, den wir in unserem Wirtschaftsplan nicht vorgesehen haben, da wir – wie alle anderen Verlage auch – die Mittel aus den Kopierabgaben immer in laufende Buchprojekte reinvestierten. Deshalb bitten wir auch unsere Leserinnen und Leser um ihre Solidarität: Sofern Sie oder ihr schon immer mal ein oder mehrere VSA: Bücher kaufen wolltet, kauft sie jetzt!

Wir bedanken uns bei allen für ihre Solidarität, die wir dringend benötigen.
Das VSA: Team

Quelle: http://www.vsa-verlag.de/nc/news_tipps/