Karl Marx kommt, bleibt und jetzt auch in Farbe!

Die Aufmerksamkeit auf Leben und Werk des Begründers der Kritik der politischen Ökonomie hält im Jahr seines 200. Geburtstags an. Die FAZ bringt im Feuilleton eine Kolumne »Was sagt Karl Marx?«, das Leipziger Stadtparlament hat eine Gedenktafel am Haus beschlossen, an dem »Das Kapital« gesetzt und gedruckt wurde, und dazu in kurzer Zeit mehr als 5.500 Euro Spenden eingesammelt. Die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Rosa-Luxemburg-Stiftung stellen ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm vor – und auch wir setzen unsere Aktivitäten fort: Am 5.3. wird Thomas Kuczynski seine Neue Textausgabe des »Kapital« in Berlin ein weiteres Mal vorstellen. Anfang März erscheint ebenfalls Marx’ Opus Magnum zum ersten Mal in Farbe – als Einführungs-Comic von JARI, zu dem es außerdem eine Ausstellung gibt, die bis zu Marx’ Geburtstag am 5. Mai im Liebknecht-Haus gezeigt wird und auch für andere Orte gebucht werden kann. Elmar Altvaters Büchlein MARX neu entdecken ist wieder lieferbar und es erscheinen weitere Bücher aus diesem Anlass!

»Das Kapital«: Nicht nur aktuell, sondern auch nagelneu!

Warum gilt der erste Band des »Kapital« als unvollendet, der doch von Karl Marx selbst veröffentlicht wurde? Woraus ergibt sich die Notwendigkeit, im Jahr 2017 eine neue Textausgabe dieses Bandes herauszubringen und worin unterscheidet sie sich von denen, die wir sonst kennen? Über diese und andere Fragen werden am 5. März 2018 um 19:00 Uhr im Münzenbergsaal der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin (Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin) Anne-Kathrin Krug und Antonella Muzzupappa mit Thomas Kuczynski ins Gespräch kommen, der im VSA: Verlag Hamburg eine nagelneue Textausgabe des ersten Bandes des »Kapital« herausgebracht hat.

Kein Schlussstrich unter die Aufklärung über rechten Terror!

Fatih Akin hat für »Aus dem Nichts« einen »Golden Globe« und den »Critics' Choice Award« für den besten nicht-englischsprachigen Film erhalten, mit dem er die Aufmerksamkeit auf den Terror des Nationalsozialistischen Untergrundes gelenkt hat, der zehn Menschen das Leben kostete. Natürlich ist das ein Spielfilm (wer mehr über den Regisseur erfahren möchte, schaue in das ihm gewidmete Kapitel in Michael Tötebergs Filmstadt Hamburg) und keine Dokumentation dessen, was Hajo Funke in seinem Buch Sicherheitsrisiko Verfassungsschutz herausstellt: Staatsversagen und teilweise -beteiligung ohne Ende. Zu Ende gehen wird im Frühjahr voraussichtlich der Münchner NSU-Prozess. Dass darin die bohrenden Fragen der Angehörigen der Opfer vor allem türkischer Herkunft nicht beantwortet wurden, machen diese und die Anwält*innen der Nebenkläger*innen in ihren Plädoyers deutlich: Wie groß war das Unterstützer*innennetzwerk? Was wussten die Sicherheitsbehörden und warum wurde seitens des Staates nicht eingegriffen? Wie konnte der NSU überhaupt entstehen? Die Plädoyers erscheinen unter dem Titel Kein Schlusswort nun als Buch.

»Hoch die nationale Solidarität«

titelte die FAZ ihren Bericht über Initiativen der Rechten und der AfD zu den bevorstehenden Betriebsratswahlen. Auch der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann räumt ein, dass etwa 15% der Gewerkschaftsmitglieder bei der letzten Bundestagswahl für die AfD gestimmt haben. Auf den Rechtspopulismus in Betrieb und Gesellschaft hatten die Herausgeber des Bandes Von Biedermännern und Brandstiftern bereits im Herbst aufmerksam gemacht und erste gewerkschaftliche Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt. Nun sind Dieter Sauer, Ursula Stöger, Joachim Bischoff, Richard Detje und Bernhard Müller in ihrer auf qualitativen Befragungen beruhenden Studie Rechtspopulismus und Gewerkschaften dem Nährboden des Rechtspopulismus nachgegangen: Worin besteht dieser und vor allem, wie wirkt er? Die Rolle der AfD nach ihrem Einzug in den Bundestag machen Hajo Funke und Christiane Mudra in der Flugschrift Gäriger Haufen zum Thema und liefern damit zugleich Handreichungen zum demokratischen Widerstand. Dem insbesondere durch die AfD bewirkten Rechtsruck in Deutschland insgesamt gehen die Autor*innen in dem von Alexander Häusler herausgegebenen Band Völkisch-autoritärer Populismus nach und nehmen die ideologischen Grundlagen des Rechtspopulismus in den Blick, analysieren Wähler*innenpotenziale und gehen Vorbildern und Kooperationspartner*innen der AfD sowie deren rechtspopulistischem Mediennetzwerk nach.

»Wir brauchen Aufklärung«

Das, was geschehen sei, könne nicht einfach mit einem Schlussstrich ausgelöscht werden, mahnte die Auschwitz-Überlebende Anita Lasker-Wallfisch bei der Holocaust-Gedenkstunde im Deutschen Bundestag. Bereits zuvor hatte die 93-jährige Holocaust-Überlebende Esther Bejarano bei »Anne Will« darüber berichtet, was in Auschwitz geschah und wie sie das Grauen überleben konnte. Die Musikerin engagiert sich bis heute gegen Antisemitismus und Rassismus.

Zuvor hatte sie in einem Interview mit der Stadionzeitung des FC St. Pauli – der beim Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 in einer Choreografie unter dem Motto »Kein Vergessen, kein Vergeben« und mit einer Schweigeminute der Opfer des Nazi-Terrors gedachte – ihre Sorge über die aktuelle Entwicklung zum Ausdruck gebracht: »Die politische Situation ist beängstigend. ...  Wir sagen, wir helfen Ländern, indem wir Waffen verschicken und verkaufen. Menschen, die heute zu uns kommen, fliehen aus Gebieten, in die wir Waffen verkaufen, und wir wollen sie nicht haben.« Und sie mahnte an, dass die Menschen aus der Geschichte lernen müssten: »Aufklärung. Wir brauchen Aufklärung.« Zu dieser Aufklärung und Bewahrung von Erinnerungskultur vor Ort trägt auch die Willi-Bredel-Gesellschaft – Geschichtswerkstatt e.V. in Hamburg bei. Sie gibt den Band DenkMal Friedhof Ohlsdorf heraus, einen historisch-politischen Friedhofsführer, in dem 33 Orte der Erinnerung und Mahnung vorgestellt werden, von denen viele an Kriegsopfer und den Terror der Nazis, aber auch an den antifaschistischen Widerstand erinnern.

Das VSA: Frühjahrsprogramm 2018 im Netz!

US-Präsident Donald Trump prägt den Jahresbeginn einmal mehr durch seine Pöbeleien via Twitter. Was sich dahinter an Digitaler Demagogie verbirgt, damit beschäftigt sich eines der Bücher unseres Frühjahrsprogramms. Auch hierzulande sind die politischen Verhältnisse instabiler geworden – nicht zuletzt durch den Einzug von 92 Neu- und Altrechten in den Bundestag. Dem Rechtsruck mit der Ausbreitung eines völkisch-nationalen Populismus, der Entwicklung der AfD zu einem Gärigen Haufen, dem Rechtspopulismus in der Arbeitswelt und der Gefahr der Zerstörung Europas widmen wir mehrere Bücher. Und im Frühjahr wird das Urteil im Müncher NSU-Prozess erwartet – nach Auffassung vieler Anwälte der Nebenkläger*innen darf das Kein Schlusswort, sondern muss der Auftakt zu mehr Aufklärung des offenkundigen Staatsversagens und der Rolle der Geheimdienste sein. Auch dazu wollen wir beitragen. Das Jahr 2018 ist erneut durch Jahrestage geprägt: den 200. Geburtstag von Karl Marx am 5. Mai und das 50-jährige Jubiläum der 68er-Bewegung. Zu beiden Jahrestagen haben unsere Autor*innen interessante Neuerscheinungen beizusteuern – einschließlich des erstmaligen Erscheinens von »Das Kapital« in Farbe! Abgerundet wird das Frühjahrsprogramm mit Büchern zu Chinas Neuer Seidenstraße, zu Moderner Klassenpolitik und Arbeiten in Selbstverwaltung, einem AttacBasisText zur Wohnungsfrage sowie Veröffentlichungen zu Geschichte und Gesundheit. Ein Blick auf die Neuerscheinungsseite lohnt also allemal.

Neue Textausgabe von Marx’ Kapital vorgestellt

Foto: Heinz Winter, Schwarzenbek

Vor mehr als 150 Zuhörer*innen hat Thomas Kuczynski die von ihm herausgegebene neue Textausgabe von Marx’ Kapital, Band 1 am 8. Januar 2018 im Gespräch mit Joachim Bischoff im Rahmen des Ausstellung über Das Kapital im Hamburger Museum der Arbeit vorgestellt und zugleich erläutert, was ihn bewogen hat, Marx’ Opus magnum in einer neuen Textfassung zu veröffentlichen. Ein Mitschnitt des aufschlussreichen und amüsanten Gesprächs kann als mp3-Datei hier heruntergeladen werden.

Widerstand lohnt sich!

Am 20. November wurde im Festsaal der Bremischen Bürgerschaft das Buch Widerstand lohnt sich! Die Geschichte der Bremer Hütte oder: Warum wird heute noch in Bremen Stahl produziert? vorgestellt. Darin schildert der Historiker Karl Lauschke – unter Mitwirkung der ehemaligen Betriebsräte Peter Sörgel und Eike Hemmer – die langjährigen Aktivitäten der Belegschaftsvertretung für die erst in den 1950er Jahren errichtete Hütte und ihre dramatische Rettung Anfang der 1990er Jahre. Nach einer Talkrunde mit denen dreien las Peter Lüchinger (Bremer Shakespeare Company) Textpassagen und anschließend diskutierten Volker Stahmann (Geschäftsführer IG Metall Bremen), Rainer Blaschek (ArcelorMittal Bremen) und Bremens Bürgermeister Carsten Sieling über die Zukunft der Stahlindustrie.

»Karl-Marx-Stadt Hamburg«

So übertitelte das »Hamburger Abendblatt« ein Interview mit unserem Autor Jürgen Bönig zu dessen neuem Buch. Manche fanden das etwas übertrieben. Nicht so die Besucherinnen und Besucher, die der Einladung der Linksfraktion in der Bürgerschaft in den überfüllten »Kaisersaal« des ehrwürdigen Hamburger Rathauses gefolgt und über viele neue Erkenntnisse erstaunt waren, die der Autor aus seinem Buch Karl Marx in Hamburg präsentierte. Und auch nicht das Nachrichtenmagazin »DER SPIEGEL«, in dem sich Barbara Supp unter der Überschrift »Dieses Saubuch« mit Jürgen Bönig als Reisebegleiter auf die Spuren von Karl Marx und seines »wirkmächtigen« Hauptwerks in Hamburg begab.

Quelle: http://www.vsa-verlag.de/nc/news_tipps/