Aktuelle Lesungen, Diskussionsveranstaltungen & Termine
An dieser Stelle informieren wir über Lesungen und Buchvorstellungen sowie über Diskussionsveranstaltungen, an denen Autorinnen und Autoren des Verlages beteiligt sind. Außerdem machen wir auf andere interessante Termine aufmerksam, die zu den Themen der Verlagsarbeit passen.
Informationen und Anregungen dafür bitte rechtzeitig per E-Mail an eine der folgenden Adressen schicken: maren.schlierkamp[at]vsa-verlag.de | gerd.siebecke[at]vsa-verlag.de.
28. Februar 2012
Freerk Huisken: Wie man die Neonazis kritisieren sollte – und wie besser nicht
Demokraten aus Politik und Öffentlichkeit können den (Neo-)Faschismus nicht kritisieren. Wie sollen sie auch den Nationalismus angreifen, auf dem der Faschismus gründet, wenn der für sie doch eine zentrale Produktivkraft ihrer demokratischen Herrschaft darstellt. Dafür grenzen sie ihn aus, kriminalisieren und verbieten ihn. Die auch bei den Bürgern verbreitete Ausländerfeindlichkeit wird dadurch nicht ausgeräumt. Auch die linke Antifa tut sich schwer mit der Kritik. Sie schließt sich der Enttarnung von Nazis-Codes, Nazi-Kleidung und ihrer Musik an, als würde sich jedermann von den neuen Nationaldemokraten sofort abwenden, wenn er sie nur identifizieren könnte. Besonders dann, wenn neue Faschisten ihre Kapitalismuskritik vortragen, fällt vielen Antifaschisten oft nur ein, dass diese »Wölfe« sich mit »Schafspelzen« verkleidet hätten. Das ist schlecht. Denn es gibt auch eine faschistische Kritik am Kapitalismus.
15. März 2012
Solidarische Bildung
Buchvorstellung und Diskussion der ersten Buchpublikation des Instituts Solidarische Moderne zu Experimenten selbstorganisierter Wissensproduktion mit Andrea Ypsilanti, Sprecherin des ISM und SPD Landtagsabgeordnete Hessen, Prof. Fabian Kessl, Kuratorium ISM und Universität Duisburg-Essen, Dr. Sonja Buckel, Sprecherin Kuratorium ISM und Institut für Sozialforschung Frankfurt. Eine gemeinsame Veranstaltung des Instituts Solidarische Moderne und des VSA: Verlag.
15. März 2012
Yves Müller und Benjamin Winkler: Gegen Nazis sowieso
Das Agieren rechter Parteien und Organisationen bedroht das Zusammenleben der Menschen in der Kommune. Doch welche Strategien verfolgen die Rechten dort? Wie nutzen sie kommunale Gremien, Vereine, Jugendeinrichtungen und öffentliche Orte? Und was können wir dagegen tun? Die Kommunen haben für NPD, DVU und Republikaner besondere Bedeutung. Rechtspopulistische Akteure versuchen zudem, lokale Konflikte für ihren Rassismus und die Kulturalisierung sozialer Zustände zu vereinnahmen. Mit freien Kameradschaften und unter dem Label »Autonome Nationalisten« werden Kinder- und Jugendliche nicht nur in strukturschwachen Regionen angesprochen. Die Zivilgesellschaft darf den Rechten nicht das Feld überlassen und muss Gegenstrategien entwickeln. In diesem Buch wird das Handwerkszeug für lokale Strategien gegen rechts bereitgestellt.
Die Autoren stellen den 6. Band der Reihe »Crashkurs Kommune« vor. Eine Kooperationsveranstaltung der Kommunalakademie der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen und des VSA: Verlags.
15. März 2012
Freerk Huisken: Das Elend der Kritik am (Neo-)Faschismus
Verfassungsschutz, Bundeszentrale für politische Bildung, viele der Volksparteien, aber auch Gewerkschaften und einige Antifa-Bündnisse stellen bei ihrem Kampf gegen Neonazis deren Kleidung vor, decodieren Zahlencodes und benennen rechtsextreme Musiklabels. Es wird enttarnt, was sie offen zeigen, wenn sie sich präsentieren. Diese Art der »Auseinandersetzung« lebt von der Vorstellung, Jugendliche würden sich abwenden, wenn sie nur erkennen könnten, wie Neonazis sich kleiden und welche Mucke sie hören. Weit gefehlt, denn diese sind vor allem enttäuschte Nationalisten, die die Verschwendung nationaler Ressourcen durch undeutsche Unternehmenspolitik anprangern, am globalen Kapitalismus gerade nicht den weltweiten Siegeszug eines Ausbeutungssystems kritisieren, sondern beklagen, dass sich gute deutsche Unternehmen in internationale Konzerne verwandeln. Damit kommen gute Demokraten in Schwierigkeiten, entdecken sie doch bei der unerwünschten Konkurrenz Einvernehmen mit dem eigenen höchsten politischen Ziel: Dem Erfolg der Nation, um Deutschland ökonomisch und politisch voran zu bringen. Und so verkommen Verbotsdebatten, Enttarnungen und Steckbriefe sowie die Warnung, dass der Schoss noch fruchtbar sei, zu einer Ehrenrettung von Nationalbewusstsein – zum Segen des demokratisch regierten Kapitalismus. Daran sollte man sich wirklich nicht beteiligen.
Freerk Huisken trägt seine Thesen vor und stellt sie zur Diskussion. Eine gemeinsame Veranstaltung des Interkulturellen Konversationscafé und des VSA: Verlag Hamburg.
19. April 2012
Gerd Riehm: »Wie kann man hier bloß wohnen?«
In Hamburg wird zunehmend Kritik an einer nur am Profit orientierten Stadtentwicklungspolitik laut. Auch um die zukünftige Nutzung des ehemaligen Bahngeländes in Altona gibt es seit Monaten Diskussionen und Auseinandersetzungen. Viele Menschen setzen sich dafür ein, dass die Pläne für die Bebauung nicht über ihre Köpfe hinweg nur zu einer Steilvorlage für die Interessen von Investoren werden. Naturgemäß drehen sich die aktuellen Diskussionen und Auseinandersetzungen zuerst um den Istzustand und um die Perspektiven für das Quartier. Aber, es geht auch darum, einen Stadtteil zu schaffen, der seine Vergangenheit nicht leugnet und in dem ehemalige Bahngebäude erhalten und neu genutzt werden. Gerd Riehm, Autor von »Wie kann man hier bloß wohnen?«, liest aus seinem Buch, das die Geschichte des Quartiers in den 50er- und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts im Kontext der damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse beleuchtet. Die mit Augenzwinkern erzählten Geschichten lassen die Menschen, ihre Lebensumstände und ihre Freuden und Probleme wieder lebendig werden. So entsteht ein Eindruck davon, wie die arbeitenden Menschen im sogenannten Wirtschaftswunder lebten und welchen geschichtlichen Hintergrund das Areal hat, um das sich die aktuellen Auseinandersetzungen drehen.
Eine Veranstaltung im Rahmen von Lesetage selber machen – Vattenfall tschüss sagen.
23. April 2012
Antje Kosemund: Sperlingskinder
Antje Kosemund, geboren in Hamburg 1928, liest aus ihrem bei VSA: erschienenen Buch Sperlingskinder. Faschismus und Nachkrieg: Vergessen ist Verweigerung der Erinnerung! Die Autorin ist seit mehr als 20 Jahren im Landesvorstand Hamburg der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V. aktiv, erzählt die Geschichte ihrer Familie. Ihre Erinnerungen und ihr Wirken bis in die Gegenwart sind Zeugnis für ein widerständiges Leben – gegen die Verdrängung der Wunden, die Faschismus, Kriegszeit und Nachkriegszeit bei vielen Opfern und ihren Angehörigen hinterlassen haben.
Eine Veranstaltung im Rahmen von Lesetage selber machen – Vattenfall tschüss sagen.
24. April 2012
Linke Verlage in Hamburg – was geht?
Das politische Buch hat in Hamburg tradierte Adressen mit bewegter Geschichte. Lutz Schulenburg von der Edition Nautilus, Gerd Siebecke vom VSA: Verlag und Else Laudan von Argument/Ariadne erzählen von ihren Gratwanderungen zwischen Idealismus und Professionalität, sprechen über Spezialisierung und Wandel und diskutieren aktuelle Optionen des Publizierens und Vernetzens. Ein geschichtsbewusster Austausch über Gegenwart und Zukunft des linken Büchermachens in dieser Stadt.
Eine Veranstaltung im Rahmen von Lesetage selber machen – Vattenfall tschüss sagen.
25. April 2012
Gerd Siebecke: Kinos | Klaviere | Körperkultur
Kultur in der Schanze selber machen! Ein Spaziergang durch das Szeneviertel zu Orten von Film, Literatur, Musik und Fußball mit Gerd Siebecke, Autor des Buches Die Schanze: Galão-Strich oder Widerstandskiez? Streifzug durch ein klammheimliches Klavierviertel. Mit dabei, wenn auch nicht mitlaufend: Fatih Akin, Willi Bredel, Julianne Steinway, Carl von Ossietzky, Wolfgang Borchert, Yvonne Trübger und die Fußball-Legenden des FC St. Pauli.
Eine Veranstaltung im Rahmen von Lesetage selber machen – Vattenfall tschüss sagen.
26. April 2012
Armes Reiches Hamburg
»Hammonia, oh wie so herrlich stehst du da«, heißt es in der Hymne der Hansestadt. Kann davon wirklich die Rede sein? Denn Hamburg ist die Stadt mit den meisten Millionären in Deutschland. Zugleich nimmt die Zahl der armen Menschen zu. So ist die Stadt immer stärker geprägt durch eine Kluft zwischen Reichtum und Armut. Dies machen die Herausgeber – Klaus Wicher, Vorsitzender des Sozialverbands Deutschland (SoVD) in Hamburg und Gerd Pohl – gemeinsam mit Autor_innen an diesem Abend und im Buch deutlich: Die Fehlentwicklungen sind mit dem Ethos des »Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg« nicht vereinbar, sondern ein sozialer Skandal.
Eine Veranstaltung im Rahmen von Lesetage selber machen – Vattenfall tschüss sagen.

