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Wir haben bereits im letzten Newsletter über den unsäglichen Vorgang berichtet, dass Kulturstaatsminister Wolfram Weimer unter Bezug auf Berichte des Verfassungsschutzes drei Buchhandlungen den Deutschen Buchhandelspreis verwehrt hat. Inzwischen wurde bekannt, dass auch die Kolleg*innen der »Buchhandlung im Schanzenviertel« auf abenteuerliche Weise in dessen Visier geraten sind. Wie Andreas Speit auf taznord am 23.4. berichtet. Eine Antwort vom Weimers Staatssekretärs Christoph de Vries, der aus der Hamburger CDU kommt, auf eine Anfrage der AfD, die bereits im letzten Herbst wissen wollte, ob die Buchhandlung aus Bundesmitteln gefördert werde, enthält den bezeichnenden Satz »Wegen der dem Bundesamt für Verfassungsschutz vorliegenden Erkenntnisse wird die ›Buchhandlung im Schanzenviertel‹ keine weiteren Bundesmittel erhalten.« Zu Recht sagte eine Kollegin aus dem Buchhandelskollektiv gegenüber der taz: »Diese Vorgänge sind mehr und mehr ein rechter Kulturkampf«. Deshalb nochmal der Hinweis auf die Solidaritäts-Kampagne »Lesen hilft« mit betroffenen Buchhandlungen. |
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Zum Kulturkampf gehört auch die zunehmende Militarisierung von Deutschlands Gesellschaft und Alltagskultur, zuletzt unerstrichen von Verteidigungsminister Boris Pistorius, der die Bundeswehr zur »konventionell stärksten Armee Europas« machen will. Die Innere Zeitenwende ist Thema des neuen Buches von Ingar Solty. Er beschreibt deren ganzes Ausmaß: Die Umstellung auf »Kriegswirtschaft« bindet gesellschaftliche Ressourcen, Infrastrukturausgaben werden dem Ziel untergeordnet, auch Bahn und Autobahnbrücken kriegstüchtig zu machen. Krankenhäuser, Rotes Kreuz und Technisches Hilfswerk werden auf zukünftige Kriege vorbereitet, Hochschulen sollen mit der Bundeswehr und Rüstungskonzernen kooperieren. Die Bundeswehr lässt nicht nur bei Schauveranstaltungen Menschen auf Panzern herumklettern, sondern wird auch in Schulen zugelassen, um gezielt Kinder und Jugendliche früh mit Militärischem vertraut zu machen. Pizzakartons, Bäckertüten in Supermärkten tragen das Militärische auf die Tische von Familien. Die Sorge des Autors ist, das damit Geister hervorgerufen werden, die Deutschland nicht mehr los wird. Er wird das Buch am Montag, den 4. Mai 2026 ab 18:00 Uhr im Münzenberg-Forum (Salon, Franz-Mehring-Platz 1) in Berlin vorstellen.
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Dass dem so sei, geht zurück auf ein Zitat von August Bebel aus dem Jahr 1873, das lange zum geflügelten Wort der religionskritischen Einstellung in der sozialistischen Bewegung werden sollte: »Christentum und Sozialismus stehen sich gegenüber wie Feuer und Wasser.« Aber schon für die Weimarer Republik traf das nicht mehr zu. Religiöse Sozialisten kämpften damals gegen den aufkommenden Faschismus und wurden im NS-Regime wegen ihres Widerstandes verfolgt. Wichtige Dokumente zum Thema Religion und Sozialismus haben Ulrich Peter und Franz Segbers in dem von ihnen herausgegebenen Band Nicht wie Feuer und Wasser zusammengestellt und unter der Fragestellung, was wir von der Weimarer Zeit lernen können, kommentiert. Bodo Ramelow schreibt dazu in seinem Geleitwort: »Religiosität und Glaube können Bausteine sein, um die ›Koalition der Solidarischen‹ größer werden zu lassen. Daran sollten wir gemeinsam arbeiten – und dazu dient auch dieses Buch.« Er wird das Buch im Rahmen des Katholikentags vom 13. bis 17. Mai in Würzburg vorstellen (genauer Ort und Termin später auf www.vsa-verlag.de). |
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Die Herausgeber von Streik doch ein einfach mit touren weiter mit dem Buch durch die Republik. Am 18./19. April stellten sie es auf der Bundeskonferenz der SPD-Arbeitsgemeinschaft-für-Arbeitnehmerfragen (AfA) in Duisburg vor. Die AfA-Vorsitzende und Berliner Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, Cansel Kiziltepe, hielt es in die Kamera. |
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Prof. Ulrich Brinkmann von der TU Darmstadt stellt in einer ausführlichen Besprechung in den WSI-Mittelungen 2/2026 den von Hans-Jürgen Urban herausgegebenen Band Arbeit Klima Transformation vor, sein Fazit lautet: »Herausgeber Urban hat mit dem vorliegenden Sammelband einen bedeutenden Beitrag zur aktuellen Debatte über die Verbindung von sozial-ökologischer Transformation vorgelegt, der sich durch die Kombination von theoretisch fundierten Analysen und praxisnahen Stimmen aus Gewerkschaften und Betrieben auszeichnet – der Band ist damit für Wissenschaft und Praxis relevant. Die Auswahl der Autor*innen ist ausgesprochen sinnvoll.« |
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In der Ausgabe 2-2026 des Magazins »Mitbestimmung« der Hans-Böckler-Stiftung bespricht Kay Meiners die aktuelle Ausgabe des Buches von Garnet Alps, Carsten Maaß und Uwe Stoffregen: »Jetzt, wo überall Betriebsratswahlen stattgefunden haben, ist das Buch ›Gewerkschaft, ja bitte!‹ die perfekte Lektüre für alte und neue Betriebsratsmitglieder. Seit Januar gibt es das Werk in der fünften, aktualisierten Auflage. Es behandelt die politischen Grundlagen und die praktische Arbeit im Betrieb – von Kleinunternehmen bis zum Großkonzern. Die gesetzlichen, tariflichen und statistischen Angaben im Buch wurden aktualisiert. Auch die Texte zu Transformation, Digitalisierung sowie zur Mobilitäts- und Energiewende wurden überarbeitet. Neu sind ausführliche Erörterungen zum Thema künstliche Intelligenz. Hier wird ausführlich von den Erfahrungen mit der neuen Technik berichtet – aus der Perspektive von Betriebsräten, Vertrauensleuten und Gewerkschaften.« |
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In der Ausgabe Nr. 15 von »mittendrin«, der Zeitschrift von ver.di im Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Bildung und Wissenschaft, findet Daniel Behruzi, dass Kalle Kunkel mit seinem Buch vom Juni 2026 Langer Atem – keine Geduld mehr eine lesbare Studie vorgelegt hat: »Die Tarifbewegungen für Entlastung an Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen und Berlin sind das Thema der Doktorarbeit von Kalle Kunkel. Der Pressesprecher im ver.di-Landesbezirk Berlin-Brandenburg zeigt darin auf, in welchem Verhältnis die Tarifkämpfe zu Auseinandersetzungen und Entwicklungen auf politischer Ebene stehen. Zum Beispiel zur Einführung des sogenannten Pflegebudgets, mit dem die Pflege am Bett voll refinanziert und aus dem System der Fallpauschalen herausgelöst wird. Das trotz seines wissenschaftlichen Anspruchs gut lesbare Buch gibt spannende Einblicke in die Arbeitskämpfe für mehr Personal und Entlastung, mit denen ver.di in vielerlei Hinsicht Neuland betreten hat.« |
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Im März ist erschienen:
David Harvey: Marx’ »Grundrisse« lesen Ein Begleiter für Einsteiger und Fortgeschrittene 432 Seiten | € 29.80 | ISBN 978-3-96488-187-8
Für April und Mai erwarten wir:
Ingar Solty: Innere Zeitenwende Die Militarisierung des Alltags, von Wissenschaft und Kultur. Eine Flugschrift 120 Seiten | € 12.00 | ISBN 978-3-96488-259-2
Joachim Rock: Armut? Abschaffen! Wege zur Überwindung von Ausgrenzung in einem reichen Land Fakten, Hintergründe, Vorschläge | 160 Seiten | EUR 14.80 | ISBN 978-3-96488-249-3
Ulrich Peter/Franz Segbers (Hrsg.): Nicht wie Feuer und Wasser Religion und Sozialismus: Was wir von der Weimarer Zeit lernen können Mit einem Geleitwort von Bodo Ramelow 144 Seiten | € 14.80 | ISBN 978-3-96488-270-7
Peter Müller: Strategische Betriebsräte Ein Praxisbuch für erfolgreiche Interessenvertretung von Beschäftigten 160 Seiten | € 16.80 | ISBN 978-3-96488-264-6
Manfred Weißbecker/Mario Keßler/Christoph Kopke/Fabian Virchow: Aufrüstung, Krieg, Faschismus Die Bedeutung der DDR-Faschismusforschung für heute 80 Seiten | Eine Veröffentlichung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen | EUR 12.00 | ISBN 978-3-96488-261-5
Stephan Krüger: Mit Marx zum Verständnis des aktuellen Kapitalismus Zu bisher ungelösten Fragen der Kritik der politischen Ökonomie 240 Seiten | € 24.80 | ISBN 978-3-96488-268-4
Ulrich Bochum/Jeffrey Butler/Stephanie Odenwald/Klaus Kohlmeyer Berlin: L(i)ebenswert, innovativ, rebellisch Die wachsende Stadt muss für alle bezahlbar gemacht werden 176 Seiten | € 12.00 | ISBN 978-3-96488-271-4
Freerk Huisken: Schule, die 5. Gewalt Die Zurichtung des Nachwuchses für Staat und Kapital Eine Flugschrift | 144 Seiten | € 14.00 | ISBN 978-3-96488-269-1 |
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