Die Angaben zu Autor*innen, Titel, Untertitel, Umfängen und Erscheinungsterminen sowie die Umschlagabbildungen sind bis zur Veröffentlichung vorläufig, auch Änderungen der Ladenpreise müssen wir uns vorbehalten. Alle Preise enthalten die gesetzliche MwSt. Hinzu kommen ggf. Versandkosten

VSA: liefert sichere Bücher!
Unsere Informationen zur EU-Vordnung zur allgemeinen Produktsicherheit (GPSR)

Freerk Huisken

Schule, die 5. Gewalt

Die Zurichtung des Nachwuchses für Staat und Kapital
Eine Flugschrift

144 Seiten | Mai 2026 | im Warenkorb vorbestellen | EUR 14.00
ISBN 978-3-96488-269-1

 

Kurztext: Diese Flugschrift ist keine Enthüllungsstory über Prügelorgien an deutschen Schulen. Es verweist ja auch die Charakterisierung der Medienwelt als »4. Gewalt« nicht auf gewalttätige Journalisten, sondern auf die dienende Funktion der Öffentlichkeit im Staatswesen. Eine harmlose Metapher ist die Bestimmung der Schule als 5. Gewalt dennoch nicht. Sie trifft was. Was genau, das ist Gegenstand des Textes von Freerk Huisken.


Die Bestimmung der Schule als 5.Gewalt macht Front gegen die Vorstellung, dass Schule bei all ihren Mängeln doch letztlich Maß am Wohlergehen der nachwachsenden Generation nimmt. Es verhält sich umgekehrt, behauptet der Autor: Schule ist Dienstleisterin an der Räson des Staates. Sie bereitet die Jungmannschaft, schulisch sortiert nach Schulverlierern und Gewinnern, auf alle Dienste vor, die die demokratisch regierte Marktwirtschaft ihnen abverlangt.

Das Resultat sind die selbstbewussten Konkurrenzsubjekte und kritischen Untertanen, die nach der Absolvierung der Ausbildungszeit in führenden Positionen und in der Masse der einkommensabhängigen Bürger umsetzen, was die drei politischen Gewalten ihnen jeweils verpflichtend abfordern. Die Erziehung zu »gesundem Patriotismus« kommt dabei nicht zu kurz, was ein Verteidigungsminister Boris Pistorius weiß, der von freiwilliger Unterwerfung unter den Wehrdienst große Stücke hält.

Dieser Dienst der Staatsschule am nationalen Nachwuchs setzt darauf, dass sich die Auszubildenden die Staatsräson als ihre Sache zu eigen machen. Dazu gehört, dass ihnen die Lehren über alle Ideologien von Freiheit und Demokratie, über böse Feinde im Ausland und gute Herrschaft im Inland zur geistigen Gewohnheit werden. Erziehung zur Kritikfähigkeit kommt dabei nicht zu kurz. Als angehende mündige Bürger lernen sie nämlich, dass Beschwerden fast aller Art erlaubt sind, wenn sie als freie Meinungsäußerung vorgetragen und damit zurückgenommen werden.

Einen unmittelbaren Zugang zu ihren Köpfen, dem Nürnberger Trichter analog, haben die Lehrer für diese Zurichtung des Nachwuchses nicht. Dafür haben sie aber hinreichend Zeit, all das, was die im Dienst staatlicher Herrschaft operierende Schulpolitik von ihnen verlangt, als geistigen Bestand in den Hirnen selbstbewusster, resilienzgestärkter Schüler zu verankern. Und diese Zeit brauchen sie auch.


Der Autor:

Freerk Huisken ist Professor im Ruhestand an der Universität Bremen mit dem Schwerpunkt Politische Ökonomie des Ausbildungssektors. Zuletzt erschien von ihm die Flugschrift FRIEDEN. Eine Kritik. Aus aktuellem Anlass. Außerdem lieferbar ist sein Grundlagenwerk Erziehung im Kapitalismus. Von den Grundlügen der Pädagogik und dem unbestreitbaren Nutzen der bürgerlichen Lehranstalten. Weitere Texte sind als Download bei VSA und auf seiner Website zugänglich.

Zurück