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Die schwierigen Zeiten halten an. Pablo Nerudas »Ode an das Buch« hilft weiterhin.

VSA: ist Mitglied des Freundes-
kreises der Kurt Wolff Stiftung

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Erinnerung an Axel Troost

Wir erinnern an unseren viel zu früh verstorbenen Mitstreiter, Autor und Freund mit einem ihm gewidmeten Supplement in der Februar-Ausgabe 2023 der Zeitschrift Sozialismus.de. Der von ihm als Herausgeber noch auf den Weg gebrachte Band Soziale Kipppunkte, bedrohte Existenzen, wachsende Armut wird in Mit-Herausgeberschaft von Rudolf Hickel und Norbert Reuter ebenfalls in Erinnerung an ihn im Frühjahr erscheinen.

50 Jahre Analysen & Alternativen

Einige Kontinuitäten aus 50 Jahren Verlagsarbeit gibt es in dieser Präsentation.

In Kooperation mit

Olaf Scholz als politischer Visionär | Weltunordnung und Krieg | Sand im deutsch-französischen Getriebe | Globaler Pakt gegen das Artensterben | US-Chip-Sanktionen gegen China | Wirtschaft »im Kriechgang« | DIE LINKE – Hoffen auf ein Licht am Ende des Tunnels | Geschichte der Gewerkschaften | Bürgergeld: neuer Namen, altes Denken | WSI-Verteilungsbericht 2022 | Konflikte und Anerkennungskämpfe der Migration u.v.a.m.

Socialist Register

Das weithin anerkannte internationale Phänomen der »neuen Polarisierung bei alten Widerssprüchen« verdient den genaueren Blick. Socialist Register 2022.

Das VSA: Programm im Frühjahr 2023

Über die Schwierigkeiten linken Publizierens gerade im letzten Jahr (massive Preiserhöhungen auf der einen Seite, Kaufzurückhaltung auf der anderen) haben wir immer mal wieder informiert. Dass sie nicht nur uns betreffen, ist ein schwacher Trost, die Folgen zu lindern, nimmt Kraft, Kapazitäten und vor allem Zeit in Anspruch. Auch deshalb werden wir neue Titel unseres Frühjahrsprogramms 2023 erst nach und nach vorstellen, die bereits angekündigten, aber noch nicht erschienenen Bücher haben wir auf die entsprechenden Seite geschoben. Mit deren regelmäßigem Besuch bleibt ihr, bleiben Sie bestens informiert.

Kämpferisches Leben für den demokra­ti­schen Rechtstaat & für Sozialismus

Erinnerung an Heinrich Hannover (31.10.1925–14.1.2023)

Heinrich Hannover ist am 14. ­Januar 2023 im Kreis seiner Familie im Alter von 97 Jahren verstorben. Der VSA: Verlag verliert mit ihm einen langjährigen Freund, Mitstreiter und Autor.

Zu seinem 60. Geburtstag hatten wir ihn mit einem Jubiläumsband überrascht, zu dem er indirekt den Titel selbst beisteuerte: »Eine Zeit, in der die Falschen verurteilt wurden«. Die Beiträge von Freunden, Mandanten und Weggefährten – unter anderem Wolfgang Abendroth, Christoph Butterwegge, Gine Elsner, Erich Fried, Klaus Hübotter, Friedrich Karl Kaul, Ingo Müller, Karl-Heinz Roth, Günter Schwarberg und Peter-Paul Zahl – verdeutlichten bereits damals sein Eintreten für eine Demokratisierung von Recht und Justiz.

F.K. Waechter hatte die Titelzeichnung beigesteuert, F.W. Bernstein das Frontispiz, in dem er Heinrich ein Langohr in den Arm malte, und Jutta Bauer einen Comic zu Heinrichs oft erzähltem Lieblingswitz (»Wie heißt der Leuchtturmwärter von Neuwerk?«). Allein das macht schon deutlich, dass nicht nur ein hartnäckiger Kämpfer für Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Sozialismus uns verlassen hat, sondern ein engagierter, liebenswerter Zeitgenosse und Freund.

Heinrich hatte sich im VSA: Verlag bereits früh als Autor, eine Zeitlang sogar als einer der Gesellschafter*innen und Initiator der Kinderbuchreihe »Der Große Bär«, engagiert. Auch nach Beendigung dieses publizistischen Engagements blieb er dem Verlag freundschaftlich verbunden. Eine ausführliche Erinnerung und Würdigung seines anwaltlichen und politischen Wirkens durch das Team-Mitglied Gerd Siebecke erscheint in der Februar-Ausgabe von Sozialismus.de.

Wir trauern um unseren Autor und Freund Axel Troost (1.9.1954–6.1.2023)

der am 6. Januar in Leipzig nach kurzer schwerer Krankheit verstorben ist. Mit ihm verliert die gesellschaftliche Linke der Berliner Republik eine wichtige Stimme und einen großartigen Organisator. Wir trauern mit seiner Familie um einen langjährigen Mitstreiter, Autor des Verlages und lieben Freund.

Zu seinen wissenschaftlichen wie politischen Schwerpunkten gehörten zum einen die Arbeit gegen die neoliberale Ausrichtung der Ökonomie in Theorie und Praxis, zum anderen der Kampf gegen die Folgen der gesellschaftspolitischen Deformationen durch die von der Sozialdemokratie mit auf den Weg gebrachten Hartz-IV-Gesetze. Gleichwohl setzte er sich immer dafür ein, dass es innerhalb der gesellschaftlichen Linken und auch der Linkspartei einen Pluralismus von Positionen und Debatten geben muss, um an der Seite der Gewerkschaften Angriffe auf die Lebendbedingungen der Menschen abzuwehren und zugleich fortschrittliche Lösungen zu erstreiten. Wir haben gemeinsam mit der Redaktion von Sozialismus.de versucht, Axels wissenschaftliche, politische und publizistische Arbeit ausführlich zu würdigen und verweisen an dieser Stelle darauf.

Die Zukunft des »System Putin«

Ein Ende des im Februar 2022 begonnenen Krieges gegen die Ukraine ist auch zu Beginn des Jahres und nach mehr als 300 Tagen nicht in Sicht. Das »System Putin« – eine Autokratie, die sich auf eine rohstoffbasierte Wirtschaft und auf die Macht der repressiven Staatsdienste stützt – wird trotz Sanktionen und Teilmobilmachung von einem Großteil der Bevölkerung akzeptiert. Was ist der Hintergrund? Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 beschloss die Regierung von Boris Jelzin den Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft. Mit der Nachfolge durch Putin lief der Prozess der Überwindung der sowjetischen Planökonomie hin zum Kapitalismus weiter. Die Russen erinnern sich an Putins erste Amtszeit als erfolgreiche Jahre. Von einer sich zunächst nur verschärfenden Ungleichzeitigkeit driftet das russische Regime inzwischen immer mehr in eine reine Retropolitik ab. Hinzu kommt, dass die Repression mit dem Krieg ein neues Ausmaß erreicht. Es gibt nur noch rudimentäre Ansätze einer Zivilgesellschaft. Felix Jaitner hat seine 2014 zuerst veröffentlichte Analyse auf den aktuellen Stand gebracht: »Russlands Kapitalismus«.

Sozialdemokratische, kommunistische und ­konservative Zeitzeugen erinnern sich

Der längst vergessen geglaubte Krieg ist in den Osten Europa zurückgekehrt. Die lange Welle der Geschichte holt uns ein und wir sollten zur Kenntnis nehmen, welche Ruinen unter den Wassern des bis vor kurzem noch so stillen Erinnerungssees auf uns warten. Das ist der Grund, warum der ehemalige Lehrer in Hamburg-Bergedorf und Mitglied des Landesvorstands der GEW Hamburg, Bernhard Nette, eine Befragung von Zeitzeugen aus dem Jahr 1978 durch junge Leute einer 10. Gymnasialklasse zum Thema deutsche Revolution 1918 und die Folgen für die Geschichte im Jahr 2023 in dem Band 1918/19: Eine deutsche Revolution und ihre Folgen zugänglich macht. Die vier Befragten waren kenntnisreiche und kontroverse »Zeitzeugen«: Dr. Elsbeth Weichmann (Jg. 1900), ehemalige SPD-Bürgerschaftsabgeordnete in Hamburg, Prof. Herbert Weichmann (Jg. 1896), jüdischer Herkunft, ehemaliger SPD-Bürgermeister in Hamburg, Dr. Kurt Sieveking (Jg. 1897), ehemaliger CDU-Bürgermeister in Hamburg, Harry Naujoks (Jg. 1901), KPD, 1933 bis 1945 KZ-Häftling, zeitweise Lagerältester im KZ Sachsenhausen, stellvertretender Vorsitzender des Internationalen Sachsenhausen-Komitees, und Hans Gebauer (Jg. ca. 1896), Berufsoffizier, zuletzt Oberst der Wehrmacht, Pressesprecher des konservativen Verbandes Deutscher Soldaten. Ihre Sicht auf die Geschehnisse folgte völlig unterschiedlichen Perspektiven. Sie standen vielfach auf verschiedenen Seiten der Barrikaden. Ihr familiärer Hintergrund spielt eine wesentliche Rolle, vor allem aber die unterschiedlichen politischen Ansichten. Die Texte laden zum Vergleich ein, zwischen den Antworten der 80-Jährigen untereinander und dem Unterschied zu den Ansichten der jungen Leute damals. Die Texte werden ergänzt durch eine ausführliche Einleitung, viele Anmerkungen, historische Informationen und Illustrationen.

Ein Film über die Krankenhausbewegung und eine Buchvorstellung

Gewerkschaftlich Aktive in den Kliniken haben Geschichte geschrieben: In Berlin erstreikten Kolleg*innen der Berliner Krankenhausbewegung im Rahmen einer außergewöhnlichen Kampagne 2021 bessere Arbeits- und Tarifbedingungen bei der Charité, Vivantes und deren ausgegliederten Töchtern und damit eine bessere Patient*innenversorgung. Ihre Erfahrungen und die Erkenntnis, dass sich etwas erreichen lässt, wenn möglichst viele mitgenommen werden und auch die restliche Stadt einbezogen wird, sind in dem im Dezember erschienenen, von Silvia Habekost, Dana Lützkendorf, Sabine Plischek-Jandke und Marie-Luise Sklenar herausgegebenen Band Gebraucht, beklatscht – aber bestimmt nicht weiter so! dokumentiert. Aber nicht nur in Berlin haben die gewerkschaftlich Aktiven große Erfolge erzielt, sondern auch in Nordrhein-Westfalen. Anzuschauen in der filmischen Dokumentation von Jonas Alter »Höchstens vier Wochen – Die Geschichte des größten Streiks im Deutschen Gesundheitssystem«. Sie begleitet die Beschäftigten der Kliniken, die Krankenschwestern und Pfleger durch die Höhen und Tiefen, die Gerichtsprozesse und Landtagsbeschlüsse und die komplizierten letzten Tage des Streiks für den Tarifvertrag »Entlastung«.

Wir erinnern an Werner Röhr (27.9.1941–29.12.2022)

Wie wir erst jetzt erfahren haben, ist unser Autor, der Historiker Werner Röhr, bereits am 29. Dezember 2022 im Alter von 81 Jahren in Berlin verstorben. Er hatte an der Berliner Humboldt-Universität Philosophie und Geschichte studiert, promovierte dort auch und arbeitete anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Philosophie der Akademie der Wissenschaften der DDR. 1981 gehörte er zu einem Gesprächskreis um den Philosophen Peter Ruben, der für einen modernisierten Marxismus eintrat. Er solidarisierte sich mit politisch gemaßregelten Kollegen, wurde aus der SED ausgeschlossen und an das Zentralinstitut für Geschichte der Akademie versetzt. Dort war er bis 1991 als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig und forschte unter anderem zum sudetendeutschen Separatismus und zur deutschen Besatzungsherrschaft in Polen. Von 1994 bis 1996 nahm er eine Gastprofessur in Zielona Góra wahr. Auch als nach der Wende viele Zeithistoriker der DDR »abgewickelt« wurden, gehörte Werner Röhr zu denjenigen, die weiter wissenschaftlich publizierten, gründete 1992 zusammen mit anderen die Berliner Gesellschaft für Faschismus- und Weltkriegsforschung. In seinem eigenen Verlag »Edition Organon« erschien 2011/2012 eine umfangreiche zweibändige Studie zur Zerstörung der DDR-Geschichtswissenschaft.
Im VSA: Verlag veröffentlichte er bereits im Jahr 2001 gemeinam mit Brigitte Berlekamp und Karl Heinz Roth als Herausgeber den Band Der Krieg vor dem Krieg. Politik und Ökonomik der »friedlichen« Aggressionen Deutschlands 1938/39. Im Jahr 2015 erschien dann seine Monografie Hundert Jahre deutsche Kriegsschulddebatte. Vom Weißbuch 1914 zum heutigen Geschichtsrevisionismus. Außerdem steuerte er insgesamt vier Supplements zu der Zeitschrift Sozialismus bei: im Jahr 2001 zu Heft 10 »Faschismus und Weltkrieg«, es folgten dann in der Ausgabe 11-2012 »Ein Schritt vor und drei zurück. Der Krieg Hitlerdeutschlands gegen die Sowjetunion 1941-1945 in der bundesdeutschen Historiographie«, in der Ausgabe 11-2013 »Volksregierung in Chile 1970-73. Streitfragen chilenischer Sozialisten zur Unidad Popular« und zuletzt im Jahr 2015 in Heft 4 »Der türkische Völkermord an den Armeniern 1915/16. Zur Kasuistik seiner Leugnung in der Gegenwart«.
Wir behalten Werner Röhr in angenehmer Erinnerung.

Tastend den Fluss überqueren

Die Volksrepublik China, im Westen gern als unbewegliche Diktatur dargestellt, ist immer für Überraschungen gut: Nach einer langjährigen und restriktiven Null-Covidpolitik erfolgt eine spektakuläre Kehrtwende mit noch nicht absehbaren Folgen für das Gesundheitssystem und die Wirtschaft des Landes. Das chinesische Entwicklungsmodell veränderte sich in den letzten Dekaden immer wieder. Die Volksrepublik ist noch immer inmitten eines ­rasanten Wandlungs- und Suchprozesses, dessen Resultate kaum vorhersehbar sind. Dies alles macht es für Beobachter*innen im Westen wie auch in China schwierig, die polit-ökonomische Transformation zu fassen und zu bewerten. Die chinesische, durchaus kontroverse Debatte zum eigenen Modell und seiner inneren Logik und möglichen Entwicklungsrichtung, seiner Normen und Zwänge ist im Westen meist unbekannt. Dem soll mit dem zweiten Band der Reihe LinkeChinaDiskurse Immer noch tastend den Fluss überqueren abgeholfen werden, in dem chinesische Politökonom*innen und Sozialwissenschaftler*innen zentrale Aspekte des marktsozialistischen Entwicklungsmodells diskutieren. Über die von ihm herausgegebene Reihe diskutiert Jan Turowski, Leiter des RLS-Büros in Beijing, in einer Zoom-Veranstaltung am Samstag, den 7. Januar ab 11:00 Uhr.

Ein nicht mehr ganz neues Team-Mitglied stellt sich vor: Harald Heck

»Vereinsmeierei ist der Ausweg der an sich selbst verzweifelnden Dummheit, die erst in der Bestätigung des Ebenbildes ihren Halt findet und erst in der Übereinstimmung gleicher Eigenschaften ihres individuellen Wertes bewußt wird.« [Karl Kraus: Die chinesische Mauer]

Niemals hatte ich vor, einem Verein beizutreten. In meinem 30. Lebensjahr begab es sich, dass ich Kleingärtner wurde. Damals suchte ich mit meiner Kleinfamilie die Spielplätze St. Georgs nach HIV-verseuchten Spritzen ab und da wir den Stadtteil nicht verlassen wollten, musste eine Alternative gefunden werden. Und wenn du einmal damit angefangen hast, kannst du dich auch gleich der Vereinsmeierei widmen. Folgerichtig gehörte ich im gleichen Jahr zur Schar derer, die im bereits erwähnten Stadtteil eine Geschichtswerkstatt gründeten. Daraus ergaben sich vielerlei Vernetzungen & Verknüpfungen. Wie wir seit Karl Kraus wissen, ist der Verein die Fortsetzung der Familie: Mal besorgst du die Wäsche, den Kompost, den Einkauf, dann machst du Theater (Vorstadtbühne), eine Stadtteilzeitung (Der lachende Drache), baust Regale, damit deine Bücher eine Heimstatt finden, trägst sie in die überschaubare Welt (Literarisches Menü), machst Plakate & Flyer, damit’s ein Publikum gibt.

Und weil diese Welt so übersichtlich ist und der Zufall jene Regel, die die Notwendigkeit flankiert, steigst du fußläufig seit einem Jahr in jene dunkel verzweigten Kammern des Verlags, bei dem du all deine angehäuften Leidenschaften & Folgelosigkeiten in der Produktion von Büchern bündeln kannst, die der an sich selbst verzweifelnden Dummheit mit Gegenworten Paroli bieten soll. Insofern bildet die Verlagsmeierei, nach 30 Jahren selbstständiger Agenturleitung zum Behufe des Vertriebs der »Kinder-faz« (Hermann L. Gremliza), einen Ausweg, dies mit andren Meiereien zu verbinden. Dies zur Mehrung des Familien- und Weltenglücks, auf dass »der Reichtum der Gesellschaften« (der andre Karl) in neuer Elementarform erscheint.

Ermutigungen nach 50 Jahren VSA

Der Dezember ist der letzte Monat unseres Jubiläumsjahres. Aus diesem Anlass haben wir u.a. fünf hellrote Bändchen aus jedem Jahrzehnt der Verlagsarbeit wieder zugänglich gemacht und eine Präsentation zu 50 Jahren Analysen & Alternativen zusammengestellt, da wir ähnlich wie Bertolt Brechts Herr Keuner bereits ahnten, dass wir »wenig Zeit zum Feiern« haben würden.

Umso mehr haben wir uns über die zahlreichen Ermunterungen gefreut, die uns von unseren Leser*innen erreichten, aber auch von »offizieller« Seite. Die Vorsteherin des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, Karin Schmidt-Friderichs, schrieb uns, dass »50 Jahre ein beachtlich langer Zeitraum« sind, den der Geschäftsführes des Landesverbands Nord des Börsenvereins, Volker Petri, als »ein Grund zum Feiern« ansieht. Dagmar Enkelmann und Daniela Trochowski von der Rosa-Luxemburg-Stiftung notierten, dass sich unsere Mühe und »der Aufwand gelohnt hat [...] Und, wir sind auch ein wenig stolz, dass wir in der Zusammenarbeit zwischen RLS und VSA schon über 50 Publikationen herausgebracht haben, [die] ihre Spuren hinterlassen [haben]. Und wir hoffen auf eine Fortsetzung.«

Last, but not least schrieb uns der Kultursenator der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Carsten Brosda, der den VSA: Stand auf der letzten Buchmesse in Leipzig 2019 besucht hatte, am 3. November 2022 einen Brief, aus dem wir ausführlich zitieren dürfen:



»2022 war und ist für die unabhängigen Verlage zweifellos ein sehr aufreibendes Jahr. Für den VSA: Verlag war es aber auch ein Jahr mit Anlass zur Freude, selbst wenn die Geburtstagsfeier Anfang September der Arbeit am Herbstprogramm zum Opfer fiel, wie ich hörte. Seit 50 Jahren bereichert der VSA: Verlag mit Verve und Engagement den Diskurs über Gesellschaft und Politik. Dazu meine allerbesten Glückwünsche! Sie, lieber Herr Siebecke, haben auf die Frage, was den Unterschied zu anderen Verlagen ausmacht, in einem Interview geantwortet: ›Nicht so zu tun, als habe die Linke schon immer gewusst, wo es langgeht.‹ Im Jahr 1972 gründeten Sie Ihren Verlag in einer politisch und gesellschaftlich bewegten Zeit. Fünfzig Jahre ist das nun her: Jahre, die ebenfalls unruhig und spannend waren. Der VSA: Verlag ordnet die Diskurse der Zeit ein, widerspricht, trägt zu Debatten bei oder lässt diese erst entstehen. Es freut mich, dass Sie Ihren Autorinnen und Autoren eine geeignete Bühne bieten, auf der eine Vielfalt von Meinungen und Ansichten ihren Platz hat. Wir Leserinnen und Leser profitieren so alle davon. Die Informationen, Analysen und Denkanstöße, die in den Büchern Ihres Verlags stecken, sind ein wichtiger Beitrag, um unsere Gesellschaft offener zu gestalten, Widersprüche auszuhalten und miteinander zu reden. Zum 50-jährigen Bestehen Ihres Verlags möchte ich Ihnen gratulieren und wünsche mir, dass Sie auch in den kommenden Jahren Ihren Prinzipien treu bleiben und sich Ihren Kampfgeist, Ihre Lust an Debatten und den Mut zum Widerspruch bewahren.«

Wir werden uns bemühen, allen Wünschen nachzukommen.

Rosa-Luxemburg-Stiftung und VSA: »Eine Fortsetzung«

Dem Wunsch von Dagmar Enkelmann und Daniela Trochowski von der Rosa-Luxemburg-Stiftung nach einer Fortsetzung der Zusammenarbeit kommen wir bereits jetzt nach: Auf dem Weg in die Druckerei ist zum einen der Band von Krzysztof Pilawski und Holger Politt zu Russlands Überfall auf die Ukraine aus Sicht unmittelbarer Nachbarn: »Ein Krieg, der keiner sein sollte«. Die Autoren suchen – auch aus der Sicht Polens, des unmittelbaren Nachbarns der Ukraine und des russischen Kaliningrad – nach geeigneten Perspektiven, die sich aus dieser dramatischen Zuspitzung der Verhältnisse im Osten Europas ergeben. Dabei sparen sie die vielfach verquickten historischen Linien nicht aus, die oft genug wie ein böser Fluch über diesem Raum zu liegen scheinen.

Zum anderen wird im Dezember die inzwischen 12. Ausgabe des Jahrbuchs der Doktorand*innen der Rosa-Luxemburg-Stiftung »WORK IN PROGRESS. WORK ON PROGRESS« erscheinen – so frisch und frech, so frank und frei wie im ersten Jahr. Schwerpunktthema diesmal: Räume Um_Denken. Fortgesetzt wird damit eine Erfolgsgeschichte kritischer Nachwuchswissenschaften, die sich – gefördert durch eine linke Stiftung – an den Hochschulen und Universitäten gegen den neoliberalen Main­stream behauptet hat.

Zum Abschluss noch zwei ZWISCHENRUFE

Zum Jahresende runden die beiden letzten Bände der von Malte Maier, Richard Rohnert und Petra Wolfram herausgegebenen ZWISCHENRUFE die Publikationen anlässlich des 50jährigen Bestehens des IG Metall Bildungszentrums Sprockhövel ab. In Band 3 mit dem Titel »Menschen für Veränderungen gewinnen!« schreibt Joachim Beerhorst über Gesellschaftskritik und Bildungsarbeit, Petra Wlecklick und Petra Wolfram stellen Tafelbilder zum Kapitalismus vor, Nicole Mayer-Ahuja fragt »Von Marx lernen?«, Klaus Dörre macht deutlich, was emanzipatorische Bildungsarbeit heute bedeuten könnte und Tamara Hübner und Susanne Kim diskutieren das Thema des Bandes am Beispiel des Geschäftsstellenprozesses der IG Metall. Band 4 hat den Titel »Vorwärts und nichts vergessen! Aus der Geschichte lernen«. Darin bezieht Frank Deppe die Geschichte der Gewerkschaften auf die krisenhafte Entwicklungsgeschichte des Kapitalismus, Ralf Hoffrogge vergleicht die deutschen Metall-Gewerkschaften in den 1920er- und 1970er-Jahren, Stefan Müller beschäftigt sich mit den Debatten um die »Qualität des Lebens« auf dem internationalen Kongress der IG Metall 1972, Clemens Schimmele erinnert an die »Genossenschaften: das vergessene Standbein der Gewerkschaften«, und für Annette Schnoor und Petra Wolfram bedeutet das Nachdenken für eine solidarische Gesellschaft auch die Befassung mit »realistischen Utopien«.

Mit revolutionären Grüßen!

Menschen aus der Hamburg-Altonaer-Harburger Arbeiter*innenbewegung versandten zwischen 1900 und 1945 vielfach Grüße – auf Postkarten. Die Geschichten, die diese preisgeben, haben 38 Autorinnen und Autoren in dem von René Senenko herausgegebenen Band »Mit revolutionären Grüßen« zu einem Episodenbuch zusammengefügt. Und viele Kartengrüße finden nach 80 bis 100 Jahren nun erstmals ein Publikum. Auch darin liegt der Reiz des Buches.

Dringende Bitte um Unterstützung

Auf der Frankfurter Buchmesse war die Krise des Buchmarkts ein zentrales Thema. Sie bedrohe – so die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Karin Schmidt-Friderichs – die Vielfalt der Literatur und damit auch literarische und politische Standpunkte. Die FAZ titelte ihren Bericht »Verlage schlagen wegen der Kosten Alarm«. Auch der VSA: Verlag und die Zeitschrift Sozialismus.de sind als kleine unabhängige Projekte von der immer größer werdenden Schere zwischen einer Explosion der Druckpreise und sonstiger Kosten bei einer zugleich erheblichen Einschnürung der Nachfrage aufgrund steigender Lebenhaltungskosten massiv betroffen.

Deshalb: Kauft unsere Bücher, informiert auch Bekannte und Freund*innen über unser Programm (Exemplare unseres gedruckten Prospektes schicken wir auf Anforderung gern zu). Und wir bitten die Leser*innen und die Besucher*innen der Webseiten, unser politisches Projekt zusätzlich durch Spenden zu unterstützen. Wir können unsere Informationsarbeit nur mit eurer Solidarität fortsetzen. Weitere Informationen zur Lage auf dem Buch- und Zeitschriftenmarkt und die Möglichkeiten der Unterstützung haben wir auf www.vsa-verlag.de bzw. www.Sozialismus.de zusammengestellt.

Wir hoffen auf eure Solidarität und bedanken uns zugleich für die Unterstützung.
Das Team des VSA: Verlags und die Redaktion Sozialismus.de

Böhmermann: NSU-Akten gratis

Seit Jan Böhmermanns ZDF-Sendung vom 28.10. ist auf der Website NSU-Akten gratis nachzulesen, was der Verfassungsschutz 120 Jahre geheim halten wollte: »Die Geschichte des NSU ist auch eine Geschichte der jahrelangen Vertuschung beim Verfassungsschutz. ›FragDenStaat‹ und das ›ZDF Magazin Royale‹ veröffentlichen jetzt Geheimdokumente, die vielleicht nur deshalb geheim sind, weil sie ein schlechtes Licht auf den Verfassungsschutz werfen.« Damit holen sie nach, was die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel 2012 den Angehörigen der NSU-Opfer zwar versprochen, aber nie eingelöst hatte: »bedingungslose Aufklärung«. Auch ihr Nachfolger sieht keinen Anlass, sich an das damalige Versprechen zu halten, scholzte stattdessen den mutigen Vorstoß von Böhmermann in bekannter Manier ab: »Dieses Vorgehen soll keine Schule machen.« Und dass nun auch noch eine Strafanzeige gegen die Veröffentlichung erfolgte, passt in das Bild, das die Autor*innen in dem von Benjamin-Immanuel Hoff, Heike Kleffner, Maximilian Pichl und Martina Renner herausgegebenen Band Rückhaltlose Aufklärung? bereits 2019 herausgearbeitet haben: Der Schutz des vermeintlichen Staatswohls hat die Oberhand vor der rückhaltlosen Aufklärung gewonnen.

Der lange Weg zur Gleichstellung

Jedes Jahr berechnet das Weltwirtschaftsforum (WEF) in seinem Global Gender Gap Report, wie es um die Gleichstellung von Mann und Frau steht. Im Jahr 2022 ist die weltweite Kluft zwischen den Geschlechtern demnach zu erst 68,1% geschlossen. In dem Report wird schließlich auch ein Blick in die Zukunft gewagt: Die weltweite Geschlechtergleichheit wird zwar vier Jahre früher als noch 2021 prognostiziert, sie soll nun in 132 Jahren erreicht sein. In Deutschland dürfte es Dank dem hartnäckigen Engagement vieler Frauen nicht mehr ganz so lange dauern. Gleichwohl bleibt auch hier noch viel zu tun. Christine Morgenstern hat ein Vierteljahrhundert in diesem Bereich gearbeitet, reichlich Erfahrungen mit Desinteresse und Ignoranz gemacht, mit Missverständnissen und mit den berühmten Mühen der Ebene – aber auch mit großem Engagement, mit innovativen Ideen und spannenden Debatten. Die zentrale Botschaft ihres Buches Gleichstellung lautet: Nachhaltige Erfolge in der Frauen- und Gleichstellungspolitik lassen sich nur dann erreichen, wenn man auch die soziale Frage insgesamt in den Blick nimmt.

Was erhalten und wie erneuern?

»Wir kaufen Öl und Gas, wo es am billigsten ist, verkaufen Autos und Maschinen, wo sie am meisten Geld bringen.« Mit diesem Satz eröffnet Fritz Reheis sein neues Buch »Erhalten und Erneuern«, in dem er deutlich machen will, dass nur Kreisläufe nachhaltig sind, Durchläufe dagegen nicht. In Krisenzeiten zeigt sich besonders deutlich, dass wir uns verlaufen haben mit unserem »Fortschritt«. Deshalb ist eine neue Perspektive  hilfreich, ein größerer Ausschnitt, um die Fragen zu beantworten: Wo sind wir eigentlich? Wo kommen wir her? Wo wollen wir hin? Sein Buch ist ein Orientierungsangebot: »In einer Situation, in der uns der alte Kompass unübersehbar immer mehr in die Irre führt, geht das Angebot zur Neuorientierung von einer ebenso häufig beanspruchten wie längst zur Floskel verkommenen Leitidee aus: der Idee der ›Nachhaltigkeit‹. In drei Kapiteln wird die Zeitdimension, die diesem Begriff zugrunde liegt, ernst genommen und nach und nach konkretisiert. So entstehen Konturen einer Alternative zum perspektivlosen ›Weiter so‹ – eine Vision, die mit guten Gründen beanspruchen kann, konservativ und revolutionär zugleich zu sein.«

Den SOZIALISMUS neu entdecken?

In »SOZIALISMUS neu entdecken« beleuchtet Michael Brie dessen ideengeschichtliche Entwicklung zwischen Liberalismus und Kommunismus, betont die Notwendigkeit einer Analyse des Kapitalismus und diskutiert die Ratio einer sozialistischen Wirtschaftsordnung als Gegenmodell. Wichtig ist ihm das Verhältnis von Individuen und Gesellschaft und deren konfligierende Entwicklung. Und: Die erforderliche zivilisatorische Transformation hin zu einer solidarischen, demokratischen und pluralen Lebens- und Wirtschaftsweise, also die Neuentdeckung des Sozialismus, ist zudem ohne die Bearbeitung seiner Widersprüche sowie der bisherigen gescheiterten Versuche nicht zu haben.

Waren Sozialisten immer gegen Judenfeindschaft?

Zur Befreiung der Menschen von Unterdrückung, Ausbeutung und Völkerhass hatte sich die sozialistische Bewegung im 19. Jahrhundert gebildet. Dennoch war das Verhältnis sozialistischer Persönlichkeiten und Bewegungen zum Antisemitismus niemals einfach, judenfeindliche Vorurteile gab und gibt es auch in der Linken. In den letzten Jahren rückten Forschung und Öffentlichkeit von der Ansicht ab, Sozialismus und Antisemitismus seien gegensätzlicher Natur, teilweise wurde der politischen Linken eine allgemeine Judenfeindschaft unterstellt. Ohne die problematischen Aspekte dieser Beziehung, angefangen von Karl Marx’ umstrittener Schrift von 1844, zu leugnen, sucht Mario Keßler in seinem Band zur Judenfeindschaft und ihrer Bekämpfung (1844-1939) die historischen Proportionen wieder herzustellen.

Unterstützungsmöglichkeit für Journalist*innen

Da in Kriegen die Wahrheit bekanntlich immer als erstes unter die Räder kommt, haben wir auf einer Extra-Seite Unterstützungsmöglichkeiten und Netzwerke für kritische Journalist*innen aus der Ukraine und Russland zusammengestellt.

Spenden

Für alle diejenigen, die das können und die Arbeit des Verlages durch eine finanzielle Zuwendung unterstützen möchten, gibt es folgendes Spendenkonto:

VSA: Verlag Hamburg | GLS Bank Bochum
IBAN: DE 0343 0609 6720 2812 4100
BIC: GENODEM1GLS

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