In Kooperation mit

Machtfaktor China; Europa in Auflösung?; der Mord an Walter Lübcke; DIE LINKE nach Wahl-Rückschlägen; Gewerkschaften in Polen; Karol Modzelewski u.v.a.m.

Das aktuelle Supplement von Sozialismus.de (dort im Abo enthalten) Politische Kultur in Lateinamerika ist auch separat erhältlich.

Socialist Register

Steht die Welt auf dem Kopf? Was lassen die jüngsten sozialen und politischen Umwälzungen erwarten? Nüchterne Analysen für eine Linke in hektischen Zeiten sind gefragt. Das Socialist Register 2019.

Das VSA: Herbstprogramm 2019

ist online. Das ABC der globalen (Un)Ordnung erscheint im August, ebenso wie das posthum veröffentlichte Vermächtnis von Erik Olin Wright zu linkem Antikapitalismus im 21. Jahrhundert und das Buch von Hans-Jürgen Urban zu Guter Arbeit in der Transformation. Dem aktuellen Erstarken der Rechten tragen wir mit dem Band von Cornelia Koppetsch zu Rechtspopulismus als Protest Rechnung. Konkrete Vorschläge zur programmatischen Erneuerung der Linken und zu Gegen-Hegemonie sind Themen mehrerer Herbsttitel, darunter eine Flugschrift, die nachhaltige Alternativen für Wohnen und Stadtentwicklung diskutiert. Ein weiterer Schwerpunkt sind absehbare Veränderungen in der Arbeitswelt (z.B. durch das Vordringen von Künstlicher Intelligenz) und Überlegungen, wie Gewerkschaften in Verbindung mit dem progressiven Teil der Arbeitswissenschaften darauf reagieren könnten. Titel zu einer anderen Lektüre der linken Klassiker Karl Marx und Rosa Luxemburg, zur Profitratenentwicklung in der Weltwirtschaft, zu linker Kommunalpolitik und zur Erinnerungskultur runden das Programm ab.

Vom Leben auf Kosten anderer zum guten Leben für alle!

Unter diesem Motto organisiert die globalisierungskritische Bewegung Attac ihre diesjährige Sommerakademie vom 31. Juli bis zum 4. August in Bochum. Im Fokus stehen Ansätze für eine sozialökologische Transformation sowie die Themenkomplexe Migration, Rechtsruck, autoritäre Herrschaftsformen und Demokratie. Zahlreiche VSA: Autor*innen (insbesondere der letzten gemeinsamen Veröffentlichungen mit Attac: Ein anderes Europa ist möglich, Wohnen ist ein Menschenrecht, Eine andere Digitalisierung ist möglich) beteiligen sich an den Workshops und Diskussionen, »denn für Veränderung braucht es Wissen, Aktion und Strategie gleichermaßen!« Infos zum Programm, zur Organisation und eine Anmeldemöglichkeit gibt es unter www.attac.de/sommerakademie/startseite/

Rechte Morde

Nach dem Geständnis von Stephan E., den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) getötet zu haben, wacht auch der Bundesinnenminister auf und stellt Aufklärung über mögliche Verbindungen des Täters zur rechtsextremen Szene in Aussicht (siehe dazu auch die Bewertung von Maximilian Pichl in der aktuellen Ausgabe von Sozialismus.de). Ähnliches hatte die Bundeskanzlerin den Angehörigen bereits bei der Trauerfeier für die NSU-Opfer versprochen – die Angehörigen warten bis heute vergeblich. Denn Aufklärung hieße auch, die Rolle von Polizei, Geheimdiensten, V-Männer etc. zu beleuchten, was nachweislich nicht geschieht. Wir verweisen an diesem Zusammenhang auf den von Antonia von der Behrens herausgegebenen Band Kein Schlusswort mit den Plädoyers von Nebenklägeranwält*innen  im NSU-Prozess, auf das Buch Rückhaltlose Aufklärung? (herausgegeben von Benjamin-Immanuel Hoff, Heike Kleffner, Maximilian Pichl und Martina Renner) sowie auf Hajo Funkes Veröffentlichung Sicherheitsrisiko Verfassungsschutz. Staatsaffäre NSU: das V-Mann-Desaster und was daraus gelernt werden muss.

Der Rechte Rand

Mit dem Mord an Walter Lübcke, den Ergebnissen der Europawahlen und mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in drei ostdeutschen Bundesländern rückt das Thema Rechtspopulismus und die insbesondere von der AfD befeuerte Verschiebung des politisch-kulturellen Koordinatenkreuzes nach rechts erneut in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Unsere Autorinnen und Autoren haben sich seit längerem dieses Themas angenommen und dazu Untersuchungen vorgelegt, auf die wir auf einer Extra-Seite aufmerksam machen.

»Rückhaltlose Aufklärung« im MDR-Thüringen Journal

Am 1. Juli 2019 stellten im Thüringer Landtag der Mitherausgeber Benjamin-Immanuel Hoff (Chef der Staatskanzlei und Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Thüringen), die Autorin Katharina König-Preuss (MdL DIE LINKE) und die Mitherausgeberin Martina Renner (MdB DIE LINKE und stellvertretende Parteivorsitzende der Linkspartei) das Buch Rückhaltlose Aufklärung? NSU, NSA, BND – Geheimdienste und Untersuchungsausschüsse zwischen Staatsversagen und Staatswohl vor. Das MDR Thüringen Journal berichtete in seiner Sendung vom 2. Juli ausführlich.

Facetten Hamburger Erinnerungskultur – in einer Person und einem Buch vereint

Demokrat und Wissenschaftler, Wegbereiter eines modernen historischen Stadtmuseums, Pionier der Gedenkstättenarbeit, Forscher und Vermittler, Förderer der deutsch-jüdischen Beziehungsgeschichte in Hamburg – die Eigenschaften des 1928 geborenen ehemaligen Hauptkustos am Museum für Hamburgische Geschichte, Ulrich Bauche sind überaus vielfältig. Seine in jahrzehntelanger Arbeit für Bücher, Kataloge und Broschüren entstandenen Texte haben Freunde und Wegbegleiter (unter ihnen VSA: Autor Jürgen Bönig) in dem durchgehend mit vierfarbigen Illustrationen ausgestatteten opulenten Band Genau hinsehen kondensiert und zu Themenblöcken gebündelt. Eine seiner jüngsten Interventionen ist der Einsatz für eine würdige Gedenkstätte im »Stadthaus«, der ehemaligen Gestapozentrale Hamburgs.

Post behindert Buch-Versand

Die Deutsche Post AG hat mit ihren erheblichen Portoerhöhungen den Versand von Büchern deutlich verteuert. Zu Recht hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels (VSA: ist Mitglied dieses Verbands) dagegen beim Bundeskartellamt Beschwerde eingelegt, weil die Post damit nicht nur ihr marktbeherrschende Stellung beim Versand von Büchern missbraucht, sondern faktisch eine »Quasi-Abschaffung der Büchersendung« durchsetzt. »Zudem diskriminiere der Versanddienstleister Buchhandlungen und Verlage, indem er Großkunden wie Amazon deutlich bessere Konditionen beim Versand von Büchern einräume«. Wir bieten unseren Leser*innen und Autor*innen aus Protest gegen diese Maßnahme an, sämtliche Direktbestellungen über die Website (bitte bei der Bestellung in dem Feld »Bemerkungen zur Bestellung« ausdrücklich »portofrei« angeben), die bis zum 31. Juli bei uns eingehen, ohne Portoberechnung zu liefern. Anschließend wird man abwarten müssen, ob der Beschwerde stattgegeben wird.
Apropos Börsenverein: Der Verband der Buchhändler*innen und Verleger*innen hat auf den diesjährigen Buchhändlertagen eine Frau zur Vorsteherin gewählt (erst zum zweiten Mal in seiner Geschichte seit 1825). Wir gratulieren Karin Schmidt-Friderichs und dem gesamten neuen Vorstand zur Wahl, erhoffen uns den angekündigten frischen Wind im Verband und vor allem eine stärkere Beachtung unabhängiger Verlage.

Tektonische Verschiebungen

in den geopolitischen Entwicklungen werden trotz der Erfolge von Nationalisten die europäische Integration stärker vorantreiben. Die spannende Frage wird sein, welche Rolle die deutsche Regierung dabei spielen wird. Insofern ist ein Blick auf die und eine schonungslose Kritik der deutschen Außenpolitik seit 1990 wichtig. Den unternimmt Erhard Crome in seinem Buch Deutschland auf Machtwegen. Moralin als Ressource für weltpolitische Ambitionen. Im letzten Kapitel behandelt er »Die Crux mit der EU«. Aufgedeckt werden zudem die Interessen, die hinter den salbungsvollen Reden stehen, und diskutiert wird die Frage, wie wirksame friedenspolitische Alternativen aussehen könnten.

Verlags-Stadtteil St. Georg!

Der Hamburger Stadtteil St. Georg ist jetzt endgültig ein veritabler Verlags-Standort. Nachdem bereits der VSA: Verlag bei seinem Umzug aus Westberlin nach Hamburg 1979 dort seinen Sitz nahm und inzwischen seit mehr als 25 Jahren wieder in dem Kiez (»Kein Ort für anständige Leute«, klagte einst ein Hausbesitzer) zu Hause ist, hat nun auch der Rowohlt-Verlag seinen Verlagssitz von Reinbek ins Bieberhaus in St. Georg verlegt (»Rowohlts bewegte Umzugsgeschichte« erzählt kurzweilig der langjährige Leiter der Rowohlt-Medienagentur und VSA: Autor Michael Töteberg). Auch wenn es bei der Einweihungsfeier im Hamburger Schauspielhaus ob der Ansprachen des neuen Verlagsleiters und des Vertreters der Konzernoberen der Holtzbrinck-Gruppe »viele rätselnde Mienen gab« (so die FAZ), werden die Buchmenschen eines der bedeutendsten Verlage Deutschlands sicherlich den Stadtteil beleben. Das VSA: Team aus dem St. Georgs Kirchhof 6 begrüßt ganz herzlich die Rowohlt-Kolleginnen und -Kollegen im Stadtteil.

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