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Die schwierigen Zeiten halten an. Pablo Nerudas »Ode an das Buch« hilft weiterhin.

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Der Krieg und die Linken

4.3.2024 | Frankfurt a.M. | 19:00 Uhr
Kleine Hochstr. 5
Der Ukraine-Krieg hat die gesellschaftliche Linke tief gespalten. Inzwischen hat der neue Krieg im Nahen Osten weitere Spaltungslinien hervorgerufen, z.T. quer zu jenen beim Ukraine-Krieg. Was sind die zentralen  Kontroversen? Welche Argumentationsmuster stehen dahinter? Gibt es gemeinsame Perspektiven für die Nachkriegszeit? Peter Wahl stellt sein neues Buch vor und beantwortet diese Fragen.

Ein AfD-Masterplan | Landtagswahlen Thüringen 2024 | Die Bauern-Proteste | Wem gehört die Stadt? | Düstere Zukunft der Ökonomie | Südafrika | Israel-Palästina | Wendemarke der Berliner Republik Arbeitskampf osteuropäischer Lkw-Fahrer | Blicke auf neue Literatur und ein Nachruf u.v.a.m.

50 Jahre Analysen & Alternativen

Einige Kontinuitäten aus 50 Jahren Verlagsarbeit gibt es in dieser Präsentation.

Socialist Register

Im 59. Band des Jahrbuchs der Internationalen Linken, Socialist Register 2023, werden das Wachstum der Unternehmensmacht und andere wichtige organisatorische Trends im globalen Kapitalismus untersucht.

Die Ankündigung des VSA: Frühjahrsprogramms 2024 ist online

Wir präsentieren an dieser Stelle insgesamt zwölf bislang noch nicht angebotene Titel zu aktuellen Themen wie Rechtsextremismus und AfD-Masterplänen, der schwierigen Situation der Linken und der Entzauberung eines Kanzlers, nach wie vor erforderlicher Vorschläge zu gemeinsamer Sicherheit und der Notwendigkeit, den Krieg zu verlernen, dem Jubiläum des Grundgesetzes im Mai und den bevorstehenden Europawahlen im Juni. Ganz besonders freuen wir uns, dass wir den Leser*innen die bedeutendeste und lange Zeit nicht erhältliche Biografie »Das Leben des Antonio Gramsci« von Giuseppe Fiori wieder zugänglich machen können. Texte zur psychischen Gesundheit im Arbeitsleben und zu den Verbrechen von Ärzten in der NS-Zeit runden das Programm ab. Außerdem bringen wir bereits für den Herbst angebotene Titel, die erst im Frühjahr fertig werden, noch einmal in Erinnerung. Informationen zu den einzelnen Büchern gibt es, wenn auf die jeweiligen Buchtitel geklickt oder die Buchhandels-Vorschau als pdf-Datei heruntergeladen wird.
Bestellt möglichst viele Bücher vor (das erleichtert uns die Planung) oder kauft die bereits erschienenen. Wir können das dringend gebrauchen (siehe dazu auch weiter unten in diesem Newsletter)!

Die zentralen Themen der Verlagsarbeit insgesamt

Falls jemand dazu aktuelle und bereits früher erschienene Bücher sucht:
Wir haben einige davon unter den Rubriken
Der Krieg und die Linken
»Neue« Sozialismus-Debatten
Transformationen der Arbeitswelt
Von Klassiker*innen lernen
Gegen Rechts argumentieren und
Niemand & Nichts wird vergessen
zusammengestellt.

Zum Vermächtnis einer Pazifistin

Am 25. Februar 2023 erschien Antje Vollmers letzter Artikel »Vermächtnis einer Pazifistin« in der Berliner Zeitung. Er endete mit den Worten: »Wer die Welt wirklich retten will, diesen kostbaren einzigartigen wunderbaren Planenten, der muss den Hass und den Krieg gründlich verlernen. Wir haben nur diese eine Zukunftsoption.« Ein Jahr später, da die politischen Eliten einig sind, kriegstüchtig sein zu müssen, hat dieser Aufruf an Dringlichkeit noch gewonnen. Aus Anlass des ersten Todestages greifen Weggefährtinnen und -gefährten die Idee »Den Krieg verlernen« auf und diskutieren darüber, wie ihr Vermächtnis als Pazifistin weitergetragen werden kann. Schon in der Flugschrift im Jahr 2022 hat die von ihr mitbegründete Gruppe »Neubeginn« unter diesem Titel gegen Krise und Krieg aufbegehrt. Zu Antje Vollmers Vermächtnis gehört ihr ausdrücklicher Wunsch, die Gruppe möge für dieses Ziel weiter streiten. Das hat die Gruppe getan und stellt das Ergebnis am Donnerstag, den 15. März, ab 19:00 Uhr in der Alten Pfarrkirche »Zu den vier Evangelisten«, Breite Straße 37 in Berlin Pankow vor.

Wir trauern um unseren Autor Wolfgang Harsch (15.10.1942–13.2.2024)

Am 13. Februar verstarb im Alter von 81 Jahren in Berlin Dr. Wolfgang Harsch. Nach dem Studium der Medizin in Erlangen und Heidelberg absolvierte er in Berlin die Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Neurologie. 1980 promovierte er an der FU Berlin mit einer Arbeit über den »Begriff der psychischen Struktur in der Psychoanalyse«. Bereits gegen Ende seiner Studienzeit 1968 lernte er erstmals Texte von Marx und Freud kennen, dann entschied er sich für eine psychoanalytische Ausbildung. Von 1981 bis 2007 praktizierte er als Psychoanalytiker in Karlsruhe, begann wieder Marx  zu lesen und entdeckte in ihm viel »Psychoanalytisches«. Die Verbindung von Psychoanalyse und gesellschaftlichen Verhältnissen griff er in seinem Buch 2022 bei VSA: erschienenen Buch »Kindheit, Kapitalismus, Kommunismus« erneut auf und arbeitete heraus, wie die Entwicklung kommunistischer bzw. kapitalistischer Ziele in Verbindung steht mit den individuellen und gesellschaftlichen frühkindlichen Entwicklungsbedingungen.

AfD-Masterplan »Remigration«

Das von den Journalistinnen und Journalisten von CORRECTIV öffentlich gemachte Treffen von Rechtsextremen in Potsdam bewegt zu Recht nicht nur Funk und Fernsehen.

Aus Sorge um die Demokratie haben inzwischen Hunderttausende in verschiedenen Städten gegen Rechts und insbesondere die AfD demonstriert. Es ist wichtig, dass gründlich über die Pläne dieser Partei aufgeklärt wird. Denn der Vorgang macht auch deutlich, wie wenig die politischen Kräfte und die Medien sich um den gesellschaftlichen und theoretischen Hintergrund der massiven Rechtswende in Europa und eben auch hierzulande bislang gekümmert haben. Wir haben schon bisher versucht, an der Erklärung von Rechtspopulismus und -extremismus mitzuwirken. Zusätzlich wird unser Autor Hajo Funke das Thema in seiner im März erscheinenden Flugschrift AfD-Masterpläne ausführlich behandeln. Und Thomas Bollmann wird ebenfalls im Frühjahrsprogramm darüber aufklären, was Rechtsextremismus ist und was gegen ihn getan werden kann. Wir hoffen, damit zur Verstetigung der breiten zivilgesellschaftlichen Protestbewegung beizutragen.

Leipziger Buchmesse: Wir sind dabei – auch ohne »Bühne«

Die Messeleitung verkündete in einer Pressemitteilung zur Buchmesse 2024 zwar die »essenzielle Rolle [...] unabhängiger Verlage«, handelt jedoch ganz anders. Denn die seit 2012 praktizierte kostenlose Bereitstellung eines 4 x 4 Meter großen Stands für unabhängige progressive Verlage wurde ersatzlos und ohne Begründung gestrichen. Der Stand erlaubte es diesen, jährlich auf »Die Bühne« gesellschaftlich engagierten Autor*innen und ihren Büchern ehrenamtlich kuratierte halbstündige Auftritte zu ermöglichen (das Programm von 2023). Der Brief, den Dietz Berlin auch in unserem Namen und dem vom Argument- und Büchner Verlag an die neue Messedirektorin mit der Bitte schrieb, die Entscheidung zu überdenken,  ist trotz Nachhakens unbeantwortet geblieben. Dafür haben wir kein Verständnis und machen ihn hiermit öffentlich.

Wir haben uns, wie die meisten an der »Bühne« beteiligten Verlage, entschieden, die vor der Entschiedung der Messeleitung erfolgte Anmeldung dennoch nicht zurückzuziehen. Wir werden also vom 21. bis zum 24. März in Halle 5, Stand E507 unser Programm präsentieren, aber nur wenige Autor*innen am Stand vorstellen können. Und wir haben das Angebot angenommen, am Samstag, den 23. März, drei Veranstaltungen unter dem Motto »Bühne-Verlage im Haus der Demokratie« (Bernhard-Göring-Straße 152 in Leipzig-Connewitz) anzubieten:
Ab 14:00 Uhr stellen Margareta Steinrücke und Beate Zimpelmann das von ihnen herausgegebene Buch »Weniger Arbeiten, mehr Leben« vor.
Um 15:00 Uhr informiert Claus-Jürgen Göpfert über Arbeitskampfgeschichten der Gewerkschaft NGG: »Wer nicht hören will, wird bestreikt!«.
Und ab 16:00 Uhr diskutiert Peter Wahl zum Thema seiner Flugschrift »Der Krieg und die Linken«.

Psychische Gesundheit im Arbeitsleben


Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) ist ein wichtiger Bestandteil moderner Personalpolitik, insbesondere wenn es um den Umgang mit psychischen Beeinträchtigungen bzw. Erkrankungen am Arbeitsplatz geht. Psychische Erkrankungen können erhebliche Auswirkungen auf die Arbeitsleistung, das Betriebsklima und die langfristige Bindung für Mitarbeitende haben. Ein offener und vertrauensvoller Umgang mit psychischen Erkrankungen ist eine wichtige Voraussetzung für ein gelingendes Eingliederungsmanagement. Dies kann dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und das Verständnis für die Bedürfnisse betroffener Kolleginnen und Kollegen zu fördern. Vor diesem Hintergrund wurde das u.a. vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte Projekt BEMpsy (www.bempsy.de) initiiert und umgesetzt – mit dem Ziel, eine digitale Plattform und Instrumente zur Verfügung zu stellen. Die in diesem Projekt gesammelten Erkenntnisse und entwickelten Instrumente sind Thema dieses von Marianne Giesert, Tobias Reuter und Anja Liebrich herausgegebenen Buches.

Weniger Arbeiten, mehr Leben!

Wer würde dieser Forderung des Buchtitels nicht zustimmen wollen! Arbeitszeitverkürzung war lange Zeit kein dominierendes Thema. Inzwischen ist sie wieder in aller Munde: Viele Unternehmen führen die Viertagewoche ein, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, die IG Metall fordert für die Stahlindustrie die Viertage-/32-Stundenwoche mit vollem Lohnausgleich. Und immer mehr junge Leute wollen einfach nicht mehr so viel arbeiten, dafür aber sinnvoll, und mit einer geschlechtergerechten Verteilung auch von Haus- und Sorgearbeit. Diesem Neustart der Debatte um Arbeitszeitverkürzung gehen die Autor*innen aus Gewerkschaft, Wissenschaft und sozialen Bewegungen in dem von Margareta Steinrücke und Beate Zimpelmann herausgegebenen Band nach.

Gold für ein Team-Mitglied!

Unserem Kollegen Harald Heck wurde im Rahmen einer sonntäglichen Kulturmatinee des Einwohner*innenvereins St. Georg – dem Stadtteil, in dem auch der Verlag seit mehr als 25 Jahren aktiv ist – im ehrwürdigen Spiegelsaal des Museums für Kunst und Gewerbe zusammen mit Liane Lieske und Eberhard Marold der 18. Goldene Drache verliehen. Sie erhielten den im Zweijahrestakt vergebenen »wichtigsten St. Georger Stadtteilkultur[wander]preis« für das von ihnen veranstaletete »Literarische Menü« im Rahmen der Geschichtswerkstatt vor Ort. Das letzte Programm, immer eine gelungene Mischung von Literatur und einem gastronomischen Buffet, wurde am 28.10.2023 aufgeführt: »Ihre Schatten fielen ins Leere … und ihre Bücher wurden verbrannt«. Laudator*innen der Preisverleihung für das nunmehr 22-jährige Engagement der Preisträger*innen waren die im Stadtteil wohnenden Schauspieler*innen Sylvia Wempner und Rolf Becker. Das Team des Verlages schließt sich ihren Glückwünschen an.

VSA: Bücher frisch besprochen

Herbert Klemisch hat in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift »Alternative Kommunalpolitik« Gine Elsners Buch »Vom Abseits in die Mitte: die Gesundheitsämter« rezensiert: Die Autorin, ehemalige Direktorin des Instituts für Arbeitsmedizin in Frankfurt a.M. lege »mit ihrem Buch eine fundierte Geschichte der Gesundheitsämter in Deutschland vor. Sie liefert Argumente, warum Gesundheitsämter nicht nur zur Eindämmung der Corona-Pandemie ausgebaut werden sollten, sondern weist ihnen eine Vorsorgefunktion zu. [...] Der Band liefert Argumente für eine Aufwertung der Öffentlichen Gesundheitsdienste und ist damit für Kommunalpolitiker*innen eine wichtige Diskussionsgrundlage.«

In der Schweizer Zeitschrift »Das Denknetz« vom November 2023 hat Pascal Zwicky in einer Sammelbesprechung unter dem Titel »Zeit für einen Wandel« auch das Buch »Erhalten und Erneuern« von Fritz Reheis besprochen. Darin schreibt er u.a.: »Wirkliche Nachhaltigkeit entsteht gemäss Reheis erst im Dreiklang: im klugen Umgang mit der natürlichen Umwelt, der sozialen Mitwelt und der individuellen Innenwelt [...] Jeder dieser Dimensionen widmet er ein Kapitel [...] Entscheidend ist jedoch nicht nur der Bezug auf diese drei miteinander verbindenen ›Welten«, sondern die umfassende Berücksichtigung der Zeitdimension«.

In der Januar-Ausgabe von »express« setzt sich Robin Mohan ausführlich unter dem Titel »Widerstand will gelernt sein« mit dem Buch von Richard Detje und Dieter Sauer »Solidarität in den Krien der Arbeitswelt« auseinander. Auch wenn er bemängelt, dass »alltägliche und eher verdeckte Formen von Solidarisierung und Widerstand [...] ausgeklammert« bleiben, stellt das Buch für ihn »insgeamt einen wichtigen Beitrag zur Schärfung des Solidaritätsbegriffs und ihren Grenzen in der gegenwärtigen Arbeitswelt dar.«

Christiane Schneider gibt in der Februar-Ausgabe von »Sozialismus.de« unter der Überschrift »Für Frieden und Menschenrechte« eine Leseempfehlung für das Buch von Jörn Schutrumpf »Deusche mit Anstand«: Der Autor »erinnert an das in Deutschland fast gänzlich in Vergessenheit geratene Engagement des Bundes Neues Vaterland bzw. der Deutschen Liga für Menschenrechte und ihrer Mitglieder. Nur wenige Namen – Albert Einstein, Carl von Ossietzky, Kurt Tucholsky, Heinrich Mann, Kurt Eisner, Gustav Landauer, Magnus Hirschfeld und einige andere – sind heute noch bekannt. Die allermeisten, die die Arbeit maßgeblich mittrugen, sind allgemein vergessen. [...] Dem Verfasser ist zu danken, dass er an deren Beitrag erinnert. Heute ist ihr Vermächtnis wichtiger denn je.«

Zeitenwende bei Zeitfracht

Das neue Jahr beginnt mit einer schlechten Nachricht: Auch wir sind von der Zeitenwende des inzwischen als »Zeitfracht« fungierenden Großhändlers (ehemals Barsortiment Koch, Neff und Oetinger/Volckmar) betroffen. Nur durch besorgte Anrufe von Buchhändler*innen erfuhren wir, dass das Unternehmen unsere Titel mit »MN 17 – führen wir nicht mehr« meldet. Erst eine telefonische Nachfrage ergab, dass ihre Listung »wegen schlechter Umsatzentwicklung« eingestellt wurde. Diese einseitige fristlose Kündigung der Geschäftsbeziehung wurde noch dadurch getoppt, dass erstens falsche Umsatzzahlen zugrunde gelegt und zweitens keine drei Tage später ohne Vorankündigung der komplette Lagerbestand an VSA: Büchern zurückgeschickt wurde. Es ist wenig tröstlich, dass auch andere kleinere Verlage davon betroffen sind. Besonders zynisch ist das von Zeitfracht-Geschäftsführer Thomas Raff in einem Interview mit dem Börsenblatt des deutschen Buchhandels gepriesene und auch uns unterbreitete Angebot: »Im Übrigen ist auch jeder Verlag eingeladen, unabhängig von unseren Titelentscheidungen das Print-on-Demand-Angebot zu nutzen.« Wir werden das nicht nutzen, prüfen, ob die einseitige Vertragskündigung überhaupt rechtens ist, und verweisen Buchhändler*innen auf andere Barsortimente und die Möglichkeit, bei uns direkt zu bestellen. Letzteres gilt natürlich auch für unsere Leser*innen, die – sofern sie nicht den lokalen Buchhandel stützen wollen – die Bücher direkt über unsere Internetseite kaufen können.

Die soziale Herkunft von Nazi-Ärzten

Es waren Ärzte, die während des »Dritten Reichs« Menschen bei Experimenten im KZ Dachau im Dienst der Luftwaffe töteten, indem sie sie ins Eiswasser legten, um zu experimentieren, wie lange abgeschossene Piloten im Meerwasser überleben könnten. Und es waren Ärzte, die die Ventile der Kohlenmonoxyd-Gasflaschen in den Euthanasie-Anstalten öffneten. Die Initiative zur Euthanasie ging nicht von ihnen aus, aber sie machten bereitwillig mit. Wie kam es dazu? In ihrem neuesten Buch »Freikorps, Korporationen und Kolonialismus« geht Gine Elsner der Frage nach, ob es eine Kontinuität von der medizinischen Praxis der Kolonialärzte bis hin zu den Nazi-Ärzten gab. Ihre Untersuchung zu mehr als 100 Euthanasie-Ärzten und mehr als 100 KZ-Ärzten zeigt deren biografische Herkunft auf. Verglichen wird sie mit der von ärztlichen NS-Widerständlern. Alle Ärzte kamen aus der gesellschaftlichen Oberschicht. Weshalb wurden die einen Widerständler und die anderen NS-Täter? Welche biografischen Merkmale unterschieden sie?

Steuer-Revolution!

Wie kann der Reichtum wieder rückverteilt werden, um die Gesellschaft gerechter und demokratischer zu machen und die bevorstehende Transformation in eine klimaneutrale Gesellschaft zu finanzieren? Wieviel Ungleichheit und Armut sind mit einer reichen Demokratie verträglich? Wie finanzieren wir unsere Schulen, Verkehrswege, unser Gesundheitssystem und die Kosten für die Energiewende? Und was kann ein Steuersystem zu einer sozialen und nachhaltigen Gesellschaft beitragen? Die Antwort ist ganz einfach: Durch eine Steuer-Revolution, deren Eckpunkte Spitzensteuersätze über 90% wie in den 1950er-Jahren sind, außerdem Maximaleinkommen und Maximalvermögen für die Superreichen sowie ein faires Sozialsystem für alle Bürger*innen. Karl-Martin Hentschel und Alfred Eibl haben nachgerechnet, wie ein Steuersystem aussehen müsste, dass diesen Anforderungen genügt und kamen genau zu diesem Ergebnis. Das klingt radikal, wer aber zurückblickt, stellt verblüfft fest, dass solche Sätze keineswegs neu sind.

Der Krieg und die Linken

Kaum hatte der Autor das Manuskript zu »Der Krieg und die Linken« mit dem Ukraine-Krieg als Thema abgegeben, war mit dem neuen Krieg im Nahen Osten eine weitere Herausforderung entstanden. Wir hatten uns mit dem Autor verständigt, dass er auch dazu Stellung nimmt. Inzwischen ist der Band erschienen, den Peter Wahl mit folgenden Sätzen einleitet: »Der Krieg in der Ukraine hat die gesellschaftliche Linke in Deutschland tief gespalten. Inzwischen hat der neue Krieg im Nahen Osten weitere Spaltungslinien hervorgerufen, z.T. quer zu jenen beim Ukraine-Krieg. Das trifft die gesamte Linke in einer Situation, in der sie ohnehin schon seit längerem in einer schweren Krise steckt. Der Niedergang und die Spaltung der Partei DIE LINKE sind nur die Spitze des Eisbergs.«

Der alter und der neue Kalte Krieg

Frank Deppe fragt in »Zeitenwenden? Der ›neue‹ und der ›alte‹ Kalte Krieg«: Ist die von Bundeskanzler Olaf Scholz proklamierte »Zeitenwende« eine Wiederholung des »alten« Kalten Krieges und seiner Gefahren? Was ist ähnlich, wo liegen die Unterschiede? Welche Gefahren lauern in den Großkonflikten einer absteigenden (USA) und einer aufsteigenden Großmacht (China)? Und haben wir es mit einem Epochenbruch zu tun, der mit anderen Verwerfungen der Weltökonomie zurechtkommen muss als nach 1945? Was bedeutet es, wenn wir diesmal keinen Sieger wie im »alten« Kalten Krieg sehen? Und was heißt das für die progressiven Kräfte hier und in aller Welt?

Deutsche mit Anstand

gab es auch in der Weimarer Zeit, die sich in der »Deutschen Liga für Menschenrechte« engagiert hatten. Zu ihnen gehörte auch – neben u.a. Lilli Jannasch, Albert Einstein, Kurt Tucholsky und Carl von Ossietzky – Emil Julius Gumbel. Diesem ist die Ausstellung »Emil Julius Gumbel (1891–1966): Statistiker, Pazifist, Publizist« gewidmet. Es gehört zu den Kuriositäten der gegenwärtigen Zeit, dass eine Ausstellung, die Leben und Werk des dezidierten Pazifisten würdigt, ausgerechnet in der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr gezeigt wird. Gumbel ist neben Albert Einstein auch auf dem Umschlag des Buches »Deutsche mit Anstand« von Jörn Schütrumpf zu sehen, in dem dieser die Geschichte des »Bunds Neues Vaterland« hin zur »Deutschen Liga für Menschenrechte« und ihre Einbindung in die »Internationale Liga für Menschenrechte« nachzeichnet, diverse Dokumente ihres Wirkens aufbereitet und Kurzbiografien der wichtigsten Akteure liefert. Eine englische Ausgabe wird zusätzlich im Dezember erscheinen.

Spenden

Für alle diejenigen, die das können und die Arbeit des Verlages durch eine finanzielle Zuwendung unterstützen möchten, gibt es folgendes Spendenkonto:

VSA: Verlag Hamburg | GLS Bank Bochum
IBAN: DE 0343 0609 6720 2812 4100
BIC: GENODEM1GLS

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