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Falls nicht in der Lieblingsbuchhandlung, sondern bei uns direkt bestellt wird, bitte die Bestellhinweise beachten!

»Gewisz ist es, dasz es den Weihnachtsmann giebt«,

so eine Bemerkung, die Nikolaus Kopernikus (1473–1543) zugeschrieben wird, »ob auch der blosze Augenschein gegen ihn sprechen moechte, wo ihn keyn Mensch bis dato wahrhafftig sehn hat. Und also kreist auch die Erd um die Sonn, wo jeder Mann vermeinet, dasz die Sonn um die Erde kreiset.« Im Zeitalter von Fake News und Zitier-Ungewissheiten darf angesichts korrekter astrologischer Angaben davon ausgegangen werden, dass der frühe Naturwissenschaftler mit dem jahreszeitlich passenden Vornamen richtige Schlüsse gezogen hat.

Gewiss ist ebenso, dass am 24. des Monats Geschenke für die Liebsten fällig sind. Deshalb wollen Kolleginnen und Kollegen aus dem VSA: Team und der Redaktion des Zeitschriftenprojektes Sozialismus.de mit den nachfolgenden Geschenktipps auch in diesem Jahr Hilfestellung leisten, neben dem aus unserem Haus immer zu empfehlenden Klassiker (im Original wie auch in einer eher kunterbunten Variante), Alternativen zu Socken, Duftstoffen oder Krawatten zu finden.

Sollte die Wahl auf ein Buch fallen, bitte die Lieblingsbuchhandlung vor Ort aufsuchen. Bei VSA: Büchern kann die Bestellung auch bei uns direkt erfolgen. Sofern sie bis zum 13. Dezember bei uns eingeht, sollte das Geschenk rechtzeitig vor dem 24. eintreffen.

Wir wünschen allen Freund*innen und Unterstützer*innen des Verlages und des Zeitschriftenprojekts bunte Festtage!

Richard Detje [Lektorat | Redaktion Sozialismus.de | WISSENTransfer]

Verwandlung der »Verwandlung«: Während Kafkas Gregor Samsa als »ungeheures Ungeziefer« erwacht, lässt Ian McEwan Kakerlaken zum britischen Premierminister (Jim Sams) und Kabinettsmitgliedern mutieren. Das per Referendum durchgesetzte politische Projekt ist so grotesk wie der Brexit: der »Reversalismus«, die Umkehrung der Geldströme mit dem Versprechen maximalen Wohlstandsgewinns: »Hotelmanager besorgen den besten Champagner, die weichsten Laken, seltene Orchideen und den besten Trompeter des besten Jazz-Orchesters der Stadt, damit sich das Hotel die Gäste leisten kann.« Wie sich diese Geschichte entwickelt und wie die letzte Kabinettssitzung vor der Re-Mutation endet, gerät zu einer satirischen, dystopischen, komischen und parodiehaften Erzählung. Ein Buch bereits für den Wahlabend des 12. Dezember.

Die reale Transformation der Verhältnisse hat Hans-Jürgen Urban in den Blick genommen: Gute Arbeit in der Transformation. Über eingreifende Politik im digitalisierten Kapitalismus ist eine luzide Untersuchung der Veränderungen und Umwälzungen im Feld der Arbeit (Leistungsdruck, psychische Belastungen etc.), der digitalen Rationalisierungsprozesse, der sozial-ökologischen Herausforderungen, der Folgen von Dekarbonisierungs- und Wachstumsstrategien sowie sozialpolitischer Umbrüche. Aber nicht nur Problemanalyse wird geliefert, sondern zugleich Lösungsperspektiven aufgezeigt: »Gute Arbeit« als Leitfaden gesteuerter Transformation und Wirtschaftsdemokratie als Transformationshebel. Eine konzentrierte Analyse und Strategiediskussion auf der Höhe der Zeit.

Tim Solcher [Abobetreuung Sozialismus.de | Lektorat]

Wie vielen Student*innen in unzähligen Seminaren und Vorlesungen bereits der Kopf mit (früh-)bürgerlichen Vertragstheorien verdreht wurde, wird wohl nie eine Statistik erfassen können. Fakt ist: Wer semesterlang gelehrt bekommt, der Staat sei per vertraglicher Übereinkunft freier und gleicher Warenbesitzer – der vereinzelten Einzelnen – schiedlich friedlich geschaffen worden, um die »bösartige Natur des Menschen« zu zivilisieren, der oder die verfällt früher oder später dem Herrschaftsfetisch. Zumindest solange kritische Theorie randständig bleibt. Jenen Studierenden, die bereits heftige »Hobbes-Schmerzen« plagen, sei als Medizin Nach-Gelesen von Ridvan Ciftci und Andreas Fisahn anempfohlen: Eine Sammlung marxistischer Klassiker zum Verhältnis von Staat, Recht und Demokratie, die den bürgerlichen Staats-Idealismus »vom Kopf auf die Füße« stellen. Enthält garantiert nicht nur Spuren von Aufklärung!

»Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden.« Nick Hornby, der diese Zeilen dem FC Arsenal widmete, war mit Sicherheit nie in Cottbus und dürfte daher keinen Begriff davon haben, in welch privilegierter Situation er sich befindet. Ich verliebte mich als Kind in den FC Energie, als der Verein, bis 2009 als »gallisches Dorf« gefürchtet, die ganz Großen in der Bundesliga ärgerte. Heute, vier Abstiege in zehn Jahren später, kämpft der »Stolz der Lausitz« um die blanke Existenz. Für die meisten Linken kein Grund zur Trauer: Der Club hängt am Tropf der Kohleindustrie und Teile der Fanszene sorgen regelmäßig für rassistische Entgleisungen. Doch schlimmer als der Schmerz über den Zustand des Vereins ist die Vorstellung, selbst darauf in Zukunft verzichten zu müssen. Für 19,66 € kann ein jeder Retter sein. Kauft Tickets für das Spiel des FC Energie Cottbus gegen die Bedeutungslosigkeit und rettet mehr als einen Verein – rettet meine Wochenenden!

Marion Fisch [Lektorat | Herstellung | Redaktion Sozialismus.de]

Auch wenn besonders zum Fest nicht gerne daran erinnert wird: Das vergehende Jahr war eines, in dem Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit hierzulande wieder Opfer forderten und Hetze das politische Klima vergiftete. Eines, in dem Hajo Funke, der seit Jahrzehnten unermüdlich vor dem Rechtsextremismus warnt, immer wieder zu aktuellen Stellungnahmen aufgefordert wurde. Solange die Anlässe dazu fortdauern, ist der »Kampf um die Erinnerung« mehr als ein Buchtitel, er bleibt eine Aufgabe für alle, die mit öffentlicher Meinungsbildung zu tun haben. Und die Analyse der Verheerungen, die »politische Religion« anrichten kann, ist gerade auch auf dem weihnachtlichen Gabentisch ein passendes Geschenk.

Der zweite Geschenktipp gibt eine Ahnung davon, dass das 19. Jahrhundert nicht in den Katastrophen des 20. hätte seine Fortsetzung finden müssen: Am 30. Dezember jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag von Theodor Fontane. Wer ihn gerne liest, bei all seiner Zeitgebundenheit, und sich wünscht, dass auch andere ihn näher kennenlernen, erhält mit der Biografie von Iwan-Michelangelo D’Aprile eine schöne Einladung. »Ein Jahrhundert in Bewegung« zeigt unterhaltsam, wie der oft einseitig für das »Preußentum« reklamierte Schriftsteller geprägt wurde von der Moderne seiner Epoche. Zum Beispiel ist darin zu lesen, was ihn mit Thomas Cook und Coca Cola verband. Manchmal wird kritisiert, wenn Schriftsteller aus der Vergangenheit zu sehr im Lichte der Gegenwart interpretiert werden. D’Apriles Verbindung von Biografie und Epochenportrait läuft nicht in diese Falle.

Bernhard Sander [Redaktion Sozialismus.de]

Das Engels-Jahr hat in seiner Heimatstadt bereits begonnen. Das ist nicht nur eine Gelegenheit, Elmar Altvaters Anregung zu folgen: Engels neu entdecken! Unter www.engels2020.de kann man das bunte Programm befragen, mit dem Wuppertal den 1849 vertriebenen Revolutionär mit dem Slogan »Denker, Macher, Wuppertaler« in die Stadt zurückholen will. Zur Tagung des Bergischen Geschichtsvereins wird der Biograf Tristram Hunt erwartet. Mit der Aktualität von Friedrich Engels befasst sich auch der große und kleine Kulturbetrieb. Ein Höhepunkt wird die Aufführung von Luigi Nonos »Intoleranza« am 13.2.2021 sein. Barmen, das deutsche Manchester, ist mit den Maschinen und Fabriken in Stadtführungen zu besichtigen. »Technik, Arbeit, Kapital« stellt die Schumpeter-School of Business in den Mittelpunkt und die Volkshochschule die unvermeidliche Frage, ob Engels »Das Kapital« verhunzt hat. Die sozialen Spannungen der Gegenwart spielen in vielen Veranstaltungen auch eine Rolle.
Willkommen in der Friedrich-Engels-Stadt Wuppertal!  

Und wenn wir schon beim »neu entdecken« sind: In der Folge eben nicht nur des Denkers und Machers, sondern auch Revolutionärs Friedrich Engels stand mit den Revolutionen von 1917 und 1918/19 in Ost- und Mitteleuropa der Sozialismus auf der Tagesordnung. Aber welcher Sozialismus? Michael Brie rekonstruiert mit seinem Vorschlag Rosa Luxemburg neu entdecken deren Sicht. Auch mehr als hundert Jahre nach ihrem gewaltsamen Tod hallen ihre Worte aus der Schrift »Zur russischen Revolution« nach, dass es um Diktatur »der Klasse, nicht einer Partei oder Clique …, d.h. in breitester Öffentlichkeit, unter tätigster ungehemmter Teilnahme der Volksmassen, in unbeschränkter Demokratie« gehe. Michael Brie stellt Luxemburgs gelebten und lebendigen Sozialismus in den Mittelpunkt und ist insofern auch ein passender Beitrag zum Engels-Jahr.

Christoph Lieber [Redaktion Sozialismus.de]

Bereits 2015 hatte der Bundestag den Antrag »Die Welt neu denken« verabschiedet, in dem es heißt: »Bis heute ist das Bauhaus in seiner internationalen Ausprägung der erfolgreichste kulturelle Exportartikel Deutschlands im 20. Jahrhundert.« Von dieser imperialen Attitüde waren auch die mit ca. 200 Millionen Euro öffentlicher Gelder geförderten Feiern zum 100. Geburtstag des Bauhauses in über 100 Städten mit drei Museumsneubauten nicht ganz frei. Wer einen kritischen (Rück)blick auf die Vermark(t)ung nicht nur des Bauhauses werfen will, dem sei der Ausstellungskatalog »bauhaus – documenta. Vision und Marke«, herausgegeben von Birgit Joos, Philipp Oswalt und Daniel Tyradellis, empfohlen. Darin werden zwei global bekannte Marken, die für ein liberales und weltoffenes, innovatives und modernes Deutschland stehen, dechiffriert. Dabei werden die Unterschiede, aber auch die übergeordnete Klammer zwischen einer Hochschule für angewandte Gestaltung und einer Ausstellungsreihe freier Kunst offenkundig. Abschließend nehmen der Architekturtheoretiker Philipp Oswalt und der Kunstwissenschaftler Wolfgang Ullrich Aufstieg und Krise der Marke Bauhaus sowie das »Branding als Weltsprache« kritisch unter die Lupe.

Mit der Französischen Revolution hatte sich in den kapitalistischen Metropolen im Grundsatz eine Trennung von Staat und Kirche durchgesetzt. Doch Säkularisierung und Laizismus der Religionen schreiten keineswegs gradlinig voran. Wer sich in den daraus entstehenden Auseinandersetzungen und den genuin linken Positionen zur Religionspolitik zurechtfinden will, dem sei »Die Linke und die Religion«, herausgegeben von Cornelia Hildebrandt, Jürgen Klute, Helge Meves und Franz Segbers, empfohlen. Während jüngst Jürgen Habermas das Verhältnis von Glauben und Wissen seit der achsenzeitlichen Tradition diskurstheoretisch nachzeichnete, wird im vorliegenden Band »die christliche Hoffnung auf eine Transzendierung der Welt« geerdet und auf vielen Feldern von Staat, Politik und Zivilgesellschaft konkret untersucht. Zu den Formen, die die Religion im Verhältnis zur gesellschaftlichen Öffentlichkeit einnehmen kann, findet sich ein hilfreicher Leitfaden, der zwischen »Staatstheologie«, »Kirchentheologie« und »prophetischer (Befreiungs-)Theologie« unterscheidet. Letztere markiert das Vermittlungsglied zwischen christlichem Glauben und antikapitalistischen sowie sozialistischen Theorien.

Julia Koppke [Lektorat, Vertrieb & Werbung]

Ab 1943 wurden im Osten Mecklenburgs über 6.000 Häftlingsfrauen aus dem Konzentrationslager Ravensbrück, vor allem aus Polen, Frankreich und der ehemaligen Sowjetunion, gezwungen, unter unmenschlichen Bedingungen in der deutschen Rüstungsproduktion zu arbeiten. Angesichts des zunehmenden Luftkrieges plante die Werkleitung der Mechanischen Werkstätten Neubrandenburg GmbH im Einverständnis mit dem Rüstungsministerium eine neue Werkstätte, die für die alliierte Luftaufklärung unsichtbar, also getarnt sein sollte. Der Platz dafür wurde südlich von Neubrandenburg in einem Waldstück gefunden. Bereits im Dezember 1944 arbeiteten in dem unter Tage liegenden Produktions- und Lagerstandort »Waldbau« ca. 1.700 weibliche Häftlinge. Eine solche Konzentration weiblicher Zwangsarbeitskräfte war im Deutschen Reich einmalig. Die Studie von Rainer Szczesiak, »Verflucht und doch beeindruckend«. Das KZ-Produktionslager »Waldbau« erfasst Entstehung, Funktion und Wirkung dieses NS-Tatorts und stellt wichtiges Material zur Erinnerung zur Verfügung.

Zu diesem Geschenktipp passt der Spendenaufruf der Kurt und Herma Römer Stiftung, die auch die Erstellung und Publikation von Rainer Szczesiaks Buch gefördert hat. Sie bittet um Spenden für humanitäre Hilfe an überlebende Opfer nationalsozialistischer Zwangsarbeit 1941-1945 und KZ-Häftlinge, insbesondere in den Konzentrationslagern Ravensbrück, Neuengamme und auf der Krim (»Sowchos Krasnyj«): Kurt und Herma Römer Stiftung
IBAN: DE56 2019 0003 0083 9005 00 | BIC: GENODEF1HH2

Emily Laquer [Presse und Öffentlichkeitsarbeit]


2019 war das Jahr, in dem das Bundesverfassungsgericht Hartz-IV-Sanktionen über 30% des Regelsatzes endlich als grundgesetzwidrig erklärte. Nur: Auch Sanktionen unter 30% gehen ans Eingemachte. Warum also nicht ein Jahr Sanktionsfreiheit verschenken? Sanktionsfrei.de setzt sich für eine angstfreie und bedingungslose Grundsicherung für alle ein: Mit einem spendenfinanzierten Solidartopf werden die Sanktionen einfach ausgeglichen und damit das stärkste Druckmittel der Jobcenter unterlaufen. Lasst Eure Lieben dieses Jahr zu Hartzbreakern werden: Mit einer einmaligen Spende in ihrem Namen oder einer Fördermitgliedschaft von nur einem Euro im Monat.

Die Welt hat sich gewaltig verändert, seit der Wissenschaftliche Beirat von Attac 2005 das »ABC der Globalisierung« bei VSA: herausgab. Aus dem Wohlfahrtsversprechen der neoliberalen Globalisierung ist eine Welt der globalen (Un)Ordnung, der Donald Trumps und Boris Johnsons geworden. Nicht nur der Siegeszug der Rechten, auch die sozialen Verschärfungen und die drohende Klimakatastrophe machen immer deutlicher: So wie es ist, darf es nicht bleiben. Am »ABC der globalen (Un)Ordnung«, herausgegeben von Claudia von Braunmühl, Heide Gerstenberger, Ralf Ptak und Christa Wichterich erneut im Auftrag des Wissenschaftlichen Beirats von Attac, haben 114 Autor*innen zu 126 Stichworten mitgeschrieben. Die Wissenschaftler*innen, Publizist*innen und Aktivist*innen sind sich einig: Eine andere Welt ist möglich. Und dringend nötig.

Gerd Siebecke [Lektorat | Herstellung | Redaktion Sozialismus.de]

Nachdem der »Bauch« 2015 schon durch Paris spazierte, lustwandelt er jetzt durch die österreichische Hauptstadt. Vincent Klinks Erkundung von Wiens Geschichte und Kultur ist wieder gespickt mit Anekdoten und ausgewählten Rezepten. Eine Kostprobe von Ersterem: »In Wien wird die Wirklichkeit gerne durch ein Gerücht ersetzt. Gerüchte werden bevorzugt als Gipfel der Erkenntnis gewertet, und man misstraut der klaren Eingebung. … Die harten Fakten werden erst mal beiseitegeschoben, um der Überprüfung zu harren, die meist nie stattfindet. Das mag für manchen irritierend sein …, für den südlich geprägten Menschen wie mich ist es ein Annäherungsversuch ans Paradies.« Nicht nur, dass man als Gast in seinem Restaurant auf der Wielandshöhe sehr gut bekocht und fast noch besser umsorgt wird (für einen Geschenkgutschein muss man etwas mehr anlegen als für das Buch), nicht nur, dass er mit der Tuba guten Jazz spielt sowie unterhaltsame Bücher verfasst – jetzt malt er auch noch: Das neue Buch enthält zahlreiche Aquarelle des Sternekochs aus Stuttgart.


In Hamburg gibt es zwar auch gelegentlich Gerüchte, die die Wirklichkeit ersetzen, allerdings werden hier die Verhältnisse präziser in den Blick genommen. »Genau hinsehen« lautet zu Recht der Titel des VSA: Buches von Ulrich Bauche, in dem der »Demokrat und Wissenschaftler« (so der Kultursenator der Freien und Hansestadt Carsten Brosda in seinem Vorwort) und ehemalige Kurator am Museum für Hamburgische Geschichte Aspekte der Stadtgeschichte aus mehreren Jahrhunderten anschaulich beschreibt. Im Mittelpunkt stehen die arbeitenden Menschen. Sein zweites großes Thema, das jüdische Leben in Hamburg, ist damit eng verbunden, weil der Beitrag von jüdischen Aktivisten in der Arbeiterbewegung und in den revolutionären Aktivitäten durch die Verfolgung und Vernichtung durch den Nationalsozialismus in Vergessenheit geraten ist.

Bernhard Müller [Lektorat | Buchhaltung | Redaktion Sozialismus.de]

In seinem Zeitroman »Ikarien« beschäftigt sich der Schriftsteller Uwe Timmmit dem Grauen der jüngeren Vergangenheit: der Genealogie der Rassenhygiene. Im Mittelpunkt steht der NS-Eugeniker Alfred Ploetz – Großvater seiner Frau – und ein Wegbereiter der nationalsozialistischen Euthanasie-Praxis. Wie konnte der überzeugte Kommunist Ploetz zum Vordenker für die Vernichtung »lebensunwerten Lebens« werden? Uwe Timm gelingt es in seinem Roman, die Vergangenheit in den Köpfen der Leser wieder virulent werden zu lassen. »Ikarien« ist ein Erinnerungsbuch, das das Bewusstsein für die Gegenwart verändert. Seine Bedeutung ist kaum zu überschätzen in einer Gesellschaft, in der gelebte Inklusion nicht nur am System, sondern täglich am Denken der Menschen scheitert.

Donald Trump, Juan und Eva Perón, Hugo Chávez, Evo Morales, um nur einige Vertreter*innen zu nennen – Populismus ist ein vielfältiges Phänomen, und die Diskussionen der Linken in den letzten Jahren befassten sich mit der Frage, ob dem rechtspopulistischen Trend ein »linker Populismus« entgegenzusetzen sei. Ursula Prutschs Buch »Populismus in den USA und in Lateinamerika« leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Die Autorin behandelt den Populismus in den USA seit dem 19. Jahrhundert, den Aufstieg des Peronismus in Argentinien bis zu den Kirchners sowie Brasilien von Getulio Vargas bis zu Jair Bolsonaro. Weitere Kapitel beschäftigen sich mit Peru, Venezuela, Bolivien und Ecuador. In allen Fällen schlägt Prutsch den Bogen von den »klassischen Populismen« nationalistischer, protektionistischer Natur der 1930er Jahre über die Nachkriegszeit bis heute. Populismus ist für die Autorin ein System der Herrschaftssicherung, das angesichts von Abstiegsängsten der Mittelschicht und deren Ohnmachtsgefühl gegenüber einer neoliberalen Wirtschaftspolitik nationale Selbstbestimmung propagiert. Populistische Wortführer gerierten sich als Außenseiter des Systems, als Auserwählte, die »für das Volk« einen Kampf gegen das Böse führten.

Katrin Reimann [Lektorat, Vertrieb & Werbung]

»Der Eigentümer der Arbeitskraft ist sterblich«, »Jeder Mensch stirbt täglich 24 Stunden ab«, »industrielles Perpetuum mobile«, »Preise, die Liebesaugen«, »Goldchrysalide«, »Zauber«, »Spuk« und »Vampir«: Das gesamte Hauptwerk von Karl Marx ist durchzogen von Metaphern, Bildern, Symbolen, Allegorien und Vergleichen, um nur einige Beispiele zu nennen. Gekonnt widmet sich Hans H. Hiebel in Die Metaphern des Karl Marx dessen wichtigstem Werk und legt eine etwas andere Einführung in das Kapital vor, bei der »die kritische Emphase des Autors« mit der bildhaften Sprache und literarischen Ausdruckskraft im Fokus steht und zugleich der gesamte Text vorgestellt wird.

Jährlich wiederholt sich bei vielen Hektik und Panik kurz vor dem Weihnachtsfest. Gestresst wird nach möglichen Gaben gefahndet. Wie wäre es da mit einem Fest ohne Geschenke?



Absurd?! Zu krass?! Es böte sich an, mal auf Gebrauchtes zurückzugreifen: Nein, nicht der ungeliebte Schrott, der geduldig am Vorplatz zum Mülleimer wartet. Stattdessen: Altes, Antikes, Vergessenes, Schönes, persönlich Wertvolles, Gebrauchtes und Geliebtes in den Blick nehmen und mit anderen teilen. So könnten die Gedanken um die Geschenke dieses Mal andere Wege gehen – man spart Geld und Müll spart man sich auch.

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