|  | »Nun mögen […] die Zeiten gewendet sein – an bis dato geltenden sozial-ökonomischen General-Analysen hat sich grundsätzlich nichts geändert – und damit auch nichts an den historischen Notwendigkeiten in den Kämpfen der Lohnabhängigen. Dennoch bzw. gerade deshalb ist es unverzichtbar, die Fein-Analyse in der konkreten Situation immer wieder nachzujustieren. Genau das ist Ingar Solty in seinem neuen Buch ›Innere Zeitenwende“ – wie sicher nicht nur ich meine – hervorragend gelungen.« (GEW Bayern)
»Besonders stark ist das Buch dort, wo es die benannte Verschiebung konkret und anschaulich macht. Etwa wenn Solty beschreibt, wie Bundeswehrwerbung längst den öffentlichen Raum durchdringt – bis hin zu Brötchentüten und Pizzakartons, die kostenlos an Bäckereien und Lieferdienste verteilt werden. Oder wenn er zeigt, wie Jugendliche gezielt adressiert werden: mit ›70 Gründen‹, sich zu verpflichten, mit Versprechen von Kameradschaft, Sinn und sozialem Aufstieg für Kinder aus der Arbeiterklasse. […] Die ›innere Zeitenwende‹ bringt das Rechte an die Macht, bevor die Rechte an die Macht kommt. Wer verstehen will, warum Militarisierung heute nicht gegen, sondern durch den liberalen Block vorangetrieben wird, findet hier eine treffende und aktuelle Analyse.« (Matthias Rude in der jungen Welt)
»Sprachmächtig und faktenreich: Dieses Buch garantiert spannende Lektüre. Erhellend, weil sie Licht in dunkle Machenschaften bringt. Sie öffnet einem die Augen und geht unter die Haut. Man liest mit gezücktem Stift, um sich Zitate anzustreichen und manches auch herauszuschreiben. Dabei stammen die Tatsachen und Meinungen, welche der Autor zusammengetragen hat, aus allgemein zugänglichen Quellen, sind hier aber durch eine Recherche verbunden, die in ihrer Gründlichkeit ihresgleichen sucht.« (Irmtraud Gutschke auf den NachDenkSeiten)
Zudem gibt es eine ausführliche Rezension von Hans Otto Rößler auf dem Blog der Republik. |  |
Im neuen Buch von Freerk Huisken »Schule, die 5. Gewalt« geht es ebenfalls im Teil 4 um »Erziehung zur Kriegstüchtigkeit?«. Insgesamt rechnet der Autor darin jedoch hart mit dem Bildungssystem ab und macht deutlich, dass Schule im Endeffekt nichts weiter als eine Dienstleisterin der Staatsräson ist, die Kinder und Jugendliche (aus-)sortiert und sie zu ausbeutbaren Konkurrenzsubjekten erzieht (ausführlicher hat Huisken das in seinem Grundlagentext »Erziehung im Kapitalismus« behandelt). Im neuen Buch greift er aktuelle Themen wie die Talkshow-Auftritte von Ole Nymoen oder die Schulstreikbewegung gegen die Wehrpflicht auf. Dazu schreibt Johannes Schillo, der es bereits besprochen hat: »Man kann es also im Grunde als das Buch zum Schulstreik bezeichnen – auch wenn sich seine Zustimmung zur Bestreikung dieser allgemein anerkannten Einrichtung auf viel mehr richtet als auf die Notwendigkeit, der gegenwärtigen Einbeziehung in die gesellschaftliche Militarisierung mit punktuellen Maßnahmen zivilen Ungehorsam zu begegnen; und auch wenn es an zentralen Parolen der Streikbewegung wie ›Geld für die Bildung statt für die Rüstung« (die etwa von der Bildungsgewerkschaft GEW gerne aufgegriffen werden) entschieden Kritik übt.« |  | In immer mehr Ländern selbst des »demokratischen Westens« nehmen autokratische Regierungsformen zu. Eine Folge: Anstelle des humanitären Völkerrechts, das als Lehre aus den Erfahrungen mit den Schrecken des Zweiten Weltkriegs und des Faschismus entstand, zählt inzwischen bei internationalen Konflikten vor allem das Recht des Stärkeren. Mit dem Vormarsch der neoliberalen Agenda hatte sich der Wind gedreht. Märkte wurden immer wichtiger als soziale und demokratische Grundrechte. Insbesondere in der letzten Zeit geht diese Abkehr von sozialer Verantwortung über den Neoliberalismus hinaus und nimmt autoritäre und mitunter faschistische Züge an. Wie kann diese Entwicklung gestoppt werden?
Roland Süß beschreibt in »Den Abstieg ins Autoritäre stoppen!« die aktuellen handels- und geopolitischen Entwicklungen. Thema ist der Aufstieg der Volksrepublik China, aber auch deren Auswirkungen auf den globalen Kapitalismus. Er fragt danach, warum eine globalisierte Welt an der Klimakrise und anderen drängenden Krisen und Herausforderungen dieser Zeit scheitert. Und warum gerade jetzt autoritäre und faschistische Verheißungen Hochkonjunktur haben. Zugleich macht er deutlich: Ein anderer Weg bleibt möglich, diese Entwicklungen können aufgehalten und letztendlich gestoppt werden. Dafür müssen Gegenstrategien diskutiert und eine demokratisch-antifaschistische humanistische Perspektive verbreitet werden. |  |
Seit bald zwei Monaten arbeitet eine neue Praktikantin im VSA: Team mit: Isa hat im April das Politikwissenschaftsstudium beendet und ist seitdem bei uns. Hier stellt sie sich selbst vor:
»Ich habe mich schon im Teenager-Alter stark für Politik interessiert, damals aber vor allem auf internationaler Ebene und in der Theorie. Um diesem Interesse zu folgen, habe ich nach dem Abi ein Studium der Politik- und Nachhaltigkeitswissenschaften begonnen. Dort habe ich mich dann viel mit der extremen Rechten, aber auch mit Fragen von Geschlecht und Sicherheit auseinandergesetzt. Das hat mich weiter politisiert und dabei meinen Fokus auf die lokale und praktische Ebene gelenkt. Ich war dabei in unterschiedlichen antifaschistischen, antimilitaristischen und antikapitalistischen Kontexten ehrenamtlich und/oder aktivistisch tätig, mit zunehmend feministisch-klassenkämpferischem Anspruch. Diese politische Praxis fußt nicht nur auf Begegnungen und gemeinsamen Kämpfen mit Freund*innen und Genoss*innen, sondern auch maßgeblich auf politischer Bildung, die ich mir aneignen durfte. Bücher sind schon lange Teil meines Lebens, das Lesen seit Kindertagen mein Hobby. Bücher spielten in meiner Politisierung eine tragende Rolle – ohne sie wäre ich nicht, wer ich heute bin. Dementsprechend bin ich sehr froh und dankbar, gerade Teil von Prozessen sein zu dürfen, die eben diese Bücher und dieses Wissen zugänglich machen.
Ansonsten bin ich gerne mit Freund*innen unterwegs, erkunde Hamburg und seine Theater, Parks und Museen, die auch nach einiger Zeit in der Stadt noch immer viel Neues für mich bereithalten, höre eine Platte, während ich vom Bett aus den Himmel beobachte, schaue Dokus, zeichne oder schreibe. In der letzten Ausgabe der Zeitschrift Sozialismus.de lässt sich einer meiner Texte zu feministischer Arbeit gegen den Krieg lesen.« |  | In der aktuellen Ausgabe des Magazins Mitbestimmung der Hans-Böckler-Stiftung hat Dirk Manten gleich zwei VSA: Bücher besprochen.
Unter dem Titel »Streiken gegen DuMont« stellt er zunächst den Band »Streik doch einfach mit!« vor: »Ein Unternehmen ist eng mit dem Staat verbunden, doch gegenüber seinen Beschäftigten handelt es fernab von dessen Grundwerten. Wie kann das sein? Darum geht es in diesem Buch. Es ist dem Arbeitskampf beim Bundesanzeiger Verlag vor zwei Jahren gewidmet, einem Verlag, der überwiegend von öffentlichen Aufträgen lebt und zum DuMont-Konzern gehört. 138 Tage dauerte der Streik. Er fand aber kaum öffentlichen Widerhall, da die zu DuMont gehörenden, marktbeherrschenden Tageszeitungen die Auseinandersetzung im eigenen Haus totschwiegen. Letztlich wurde der Ausstand von ver.di unterbrochen. Einen Tarifvertrag gibt es weiter nicht. Das Buch zeichnet die Ereignisse nach und fragt, wie der Kampf weitergeführt werden kann.« |  | Danach geht er mit der Überschrift »Kapitalismus und Natur« auf die von Hans-Jürgen Urban herausgegebene Ausgabe 2025 der Reihe Arbeitspolitik: Theorie, Praxis, Strategie »Arbeit Klima Transformation« ein:
»Der Theorieband des Herausgebers Hans-Jürgen Urban soll Probleme analysieren, ›die auftreten, wenn die Produktions- und Lebensweise der kapitalistischen Gegenwartsgesellschaften mit den Reproduktionserfordernissen der Natur in Übereinstimmung gebracht werden sollen‹. So weit der Kladdentext. In den Beiträgen geht es um ›grünen Stahl‹, das Fachkräftepotenzial im Klimahandwerk oder die Herausforderungen für den Arbeitsschutz durch den Klimawandel. Der Band enthält ein Interview mit der VW-Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Daniela Cavallo zur Transformationspraxis beim größten deutschen Automobilkonzern. Viele Branchen, um die es hier geht, stecken in der Krise. Die Theorie muss sich hier an der Praxis messen lassen.« |  | |  | Im Mai und bislang im Juni sind erschienen:
Freerk Huisken: Schule, die 5. Gewalt Die Zurichtung des Nachwuchses für Staat und Kapital 152 Seiten | € 14.00 | ISBN 978-3-96488-269-1
Ingar Solty: Innere Zeitenwende Die Militarisierung des Alltags, von Wissenschaft und Kultur. Eine Flugschrift 120 Seiten | € 12.00 | ISBN 978-3-96488-259-2
Jürgen Lichey/Gottfried Meyer-Thoss/Wolfgang Schilling Ökonomische, politische und mediale Macht Verschränkung von Wachstumszwang und instrumenteller Vernunft 240 Seiten | € 19.80 | ISBN 978-3-96488-274-5
Ulrich Peter/Franz Segbers (Hrsg.): Nicht wie Feuer und Wasser Religion und Sozialismus: Was wir von der Weimarer Zeit lernen können Mit einem Geleitwort von Bodo Ramelow 120 Seiten | € 14.80 | ISBN 978-3-96488-270-7
Für die zweite Junihälfte und im Juli erwarten wir:
Ulrich Bochum/Jeffrey Butler/Stephanie Odenwald/Klaus Kohlmeyer Berlin: L(i)ebenswert, innovativ, rebellisch Die wachsende Stadt muss für alle bezahlbar gemacht werden 228 Seiten | € 14.00 | ISBN 978-3-96488-271-4
Roland Süß: Den Abstieg ins Autoritäre stoppen! Über den Neoliberalismus hinaus zu Autoritarismus und Faschismus AttacBasisTexte 65 | 88 Seiten | € 8.50 | ISBN 978-3-96488-273-8
Stephan Krüger: Mit Marx zum Verständnis des aktuellen Kapitalismus Zu bisher ungelösten Fragen der Kritik der politischen Ökonomie 240 Seiten | € 24.80 | ISBN 978-3-96488-268-4
Paul Singer: Eine militante Utopie Den Sozialismus neu denken: Solidarische Ökonomie gegen den Neoliberalismus 176 Seiten | Mit einem Vorwort von Michael Löwy | € 16.80 | ISBN 978-3-96488-267-7
Peter Müller: Strategische Betriebsräte Ein Praxisbuch für erfolgreiche Interessenvertretung von Beschäftigten 160 Seiten | € 16.80 | ISBN 978-3-96488-264-6
Joachim Rock: Armut? Abschaffen! Wege zur Überwindung von Ausgrenzung in einem reichen Land Fakten, Hintergründe, Vorschläge | 160 Seiten | EUR 14.80 | ISBN 978-3-96488-249-3 |  | |  | Streik doch einfach mit! 17.6.2026 | Berlin | 18:00 Uhr | Rotes Antiquariat, Rungestr. 20 Die Vorstellungstour der beiden Herausgeber Jan Schulze-Husmann und Peter Trinogga sowie Kolleg*innen aus dem Aktivenkreis Bundesanzeiger über die Erfahrungen von 138 Tagen Streik beim Kölner Bundesanzeiger Verlag geht weiter. Veranstalter ist diesmal die VVN-VdA.
Der Allesfresser – Wie der Kapitalismus seine eigenen Grundlagen verschlingt 17.6.2026 | Wedel | 19:30 Uhr | AWO Tagesstätte, Rudolf-Breitscheid-Str. 40a Anne Rieger wird die Ideen von Nancy Fraser, einer der renommiertesten US-amerikanschen feministischen Marxistinnen und Philosophinnen, zur Ausplünderung außerökonomischer Stützen des Kapitalismus wie Natur und unterworfener Bevölkerung, Care Arbeit, öffentlichen Gütern sowie zur Kreativität der arbeitenden Menschen vorstellen.
Antifaschistische Allianzen gegen den Faschismus 23.6.2026 | Leipzig | 19:00 Uhr | Capa-Haus, Jahnallee 61 Kann uns das historische Bündnis einer antifaschistischen Volksfront während des Faschismus, z.B. des Front populaire in Frankreich, politische Ansatzpunkte für aktuelle politische Herausforderungen bieten? Bernard Schmid (Autor und Anwalt) und Kerstin Köditz (ehemalige MdL Die LINKE, VVN-BdA Sachsen e.V.) diskutieren mit historischem Bezug mögliche antifaschistische Strategien – auch mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit einer drohenden AfD-Regierung.
75 Jahre Hannah Arendt: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft 26.6.2026 | Berlin | 19:00 Uhr | Helle Panke, Kopenhagener Str. 9 Zum Jubiläum von Hannah Arendts monumentaler Studie erscheint in der Hannah Arendt Edition eine kritische Neuausgabe. Die Herausgeber*innen stellen diese vor, präsentieren den Mehrwert einer kritischen Edition und beleuchten das Spektrum von Arendts politischem Denken. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf Arendts Verhältnis zu Rosa Luxemburg gelegt. Eintritt 2 €.
Antiquarische Buchwoche 29.6. bis 5.7.2026 | Berlin | Jeweils 10:00 bis 17:00 Uhr, Kopenhagener Str. 9 Seit über 30 Jahren bietet Helle Panke e.V. antiquarische Bücher aus Spenden und Nachlässen an. Der Bücherkeller ist voll. Während der Buchwoche gibt es Sonderangebote und Mengenrabatte, vor allem für: DDR-Literatur, Krimis, Weltliteratur, Bildbände, Kunstbücher, Philosophie, Geschichte, Marxismus und Leninismus, Klassensätze, Buchreihen, Wörterbücher u.v.m.
Verschwundene Verlage: Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte (1945–1990) 29.6.2026 | Berlin | 19:00 Uhr | Kopenhagener Str. 9 Zum Auftakt der antiquarischen Buchwoche führt Helle Panke mit dem langjährigen Verleger und Publizisten Christoph Links ein Gespräch über die Verlagslandschaft der DDR. Der Verlagshistoriker hat die Geschichte von 150 verschwundenen Verlagen recherchiert und geht in seinem Buch der Frage nach, warum und wie sie verschwanden. Eintritt 2 €.
SPD im Existenzkampf 3.7.2026 | Frankfurt a.M. | 19:00 Uhr | Club Voltaire, Kleine Hochstr. 5 Die Lage der ältesten deutschen Partei SPD ist daramatisch. Schon die 16,4% bei der Bundestagswahl 2025 waren ein Negativrekord, in jüngsten bundesweiten Umfragen ist die SPD bei 12% angekommen. Die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg brachten weitere Niederlagen, im September stehen Wahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern an, die Prognosen sind auch dort für die SPD sehr schlecht. Was sind die Ursachen? Gibt es noch eine Chance auf eine Wende? Oder ist die SPD am Ende ihrer langen Geschichte angekommen? Darüber spricht im Rahmen der Reihe »Göpferts Gäste« der Historiker Peter Brandt mit dem Autor Claus-Jürgen Göpfert. Thema wird auch Brandts Autobiografie sein, die im Juli erscheinen wird. Seine Lebensgeschichte ist zugleich eine politische Geschichte der Bundesrepublik - bis hin zum Kampf des Friedensaktivisten in der Gegenwart. Eine Veranstaltung des Club Voltaire und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen |  | |  | Sie erhalten diese E-Mail, weil Sie sich für den kostenlosen Bezug eines Newsletters des VSA: Verlags angemeldet haben (siehe Punkt 8. unserer Datenschutzerklärung). Sie können Ihr Abonnement jederzeit beenden, dazu bitte hier klicken und die Hinweise zur weiteren Vorgehensweise beachten. |  |
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