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Robert Hinke

Gegenmacht erneuern!

Impulse für die gewerkschaftliche Praxis

136 Seiten | November/Dezember 2026 | im Warenkorb vorbestellen | EUR 14.80
ISBN 978-3-96488-286-8

 

Kurztext: Ein engagiertes Plädoyer für eine gewerkschaftliche Praxis, die aus der konkreten Analyse ihrer Handlungsfelder neue strategische Orientierung gewinnt.


Gewerkschaftliche Gegenmacht muss unter veränderten Bedingungen immer wieder neu errungen werden. Doch die Voraussetzungen dafür unterscheiden sich erheblich. Gewerkschaften bewegen sich in diversen Handlungsfeldern, deren historisch gewachsene Strukturen, institutionelle Regeln und betriebliche Machtverhältnisse jeweils eigene Anforderungen an die Aktivierung, Organisierung und Mobilisierung von Belegschaften stellen. Wer gewerkschaftliche Stärke nachhaltig auf- und ausbauen will, muss diese Unterschiede verstehen und strategisch bearbeiten.

Robert Hinke verbindet die Analyse kapitalistischer Umbrüche und gewerkschaftlicher Krisen mit industriesoziologischen Analysen der Handlungsfelder und Erfahrungen gewerkschaftlicher Praxis. Er spannt den Bogen von der Krise des Fordismus, dem Veränderungsdruck auf Tarifautonomie und Mitbestimmung bis zu postdemokratischen Repräsentationsproblemen und sich hieraus ergebende Folgen für die Gewerkschaften. Im Zentrum stehen Branchen und Beschäftigtengruppen, deren Arbeitsbedingungen und Interessen häufig schwer zugänglich bleiben: Gebäudereinigung, Krankenhausservice, Altenpflege und kirchliche Wohlfahrtsverbände sowie Hochschulen. Befunde aus Ostdeutschland verdeutlichen zudem, wie auch regionale Umbrüche neue Möglichkeiten für Lohnkonflikte und gewerkschaftliche Erneuerung eröffnen.

Gewerkschaftliche Handlungsfelder erschließen sich nicht allein über die Branchenzugehörigkeit: Eigentums- und Trägerstrukturen, staatliche Regulierung, unterschiedliche Rechte betrieblicher Interessenvertretungen, Arbeitsorganisation, Arbeitsmarktlagen, Personalpolitik, betriebliche Sozialbeziehungen und Erfahrungen der Beschäftigten prägen die Möglichkeiten kollektiver Interessenvertretung. Sie bestimmen mit, wie Konkurrenz und Abhängigkeit Solidarität blockieren können, welche Konflikte aufbrechen und wo gewerkschaftliche Strategien ansetzen müssten.


Der Autor:

Dr. Robert Hinke ist Landesfachbereichsleiter für Gesundheit, Soziale Dienste, Bildung und Wissenschaft bei ver.di Bayern. Vor seiner hauptamtlichen Gewerkschaftstätigkeit war er als Arbeits-, Betriebs- und Industriesoziologe am Institut für Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena tätig.

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