Neue Zeitschriften-Ausgaben

Deutschland im Krisenmodus; Rechtspopulismus; Labours Wirtschafts- und Sozialpolitik, der Umbau Chinas, Radikalumbau bei Siemens, Wolfgang Abendroth & u.v.a.m.

LuXemburg Spezial zu Neuer Klassenpolitik: www.zeitschrift-luxemburg.de

Inzwischen als Netz-Zeitschrift: www.prager-fruehling-magazin.de.

Socialist Register

Gibt es zur liberalen kapitalistischen Demokratie keine Alternative mehr? Ist Sozialismus der Feind der Demokratie? Oder kann mit ihm die Demokratie weiterentwickelt und bereichert werden? Diesen Fragen geht das Socialist Register 2018 nach.

Alle Jahre wieder! Ihr wisst schon ...

Wie in jedem Jahr gibt es auch diesmal Geschenktipps von Mitgliedern des VSA: Teams und von Sozialismus-Redakteur*innen: Empfohlen werden Bücher und anderes, was diese selber gerne hätten oder mit Freuden verschenken würden. Wir verbinden dies mit guten Wünschen für eine angenehme Zeit und ein buntes Fest!

Karl Marx, Das Kapital

Im letzten Newsletter (kann gern hier abonniert werden – kostenlos) hatten wir die von Thomas Kuczynksi herausgegebene neue Textausgabe von Marx’ Kapital, Band 1, für Anfang Dezember avisiert. Der 11.12. ist im strengen Sinne nicht mehr Anfang, aber dann kommt das Buch definitiv von der Druckerei – und damit rechtzeitig, um noch auf den Gabentisch gelegt zu werden. Apropos Gabentisch: Am Nikolaustag gibt es an dieser Stelle die beliebten Geschenke-Tipps des VSA: Teams und der Sozialismus-Redaktion zum Fest: Alle Jahre wieder! Ihr wisst schon ...

Sicherheitsrisiko Verfassungschutz

Die Kette an Vertuschungen, Blockaden, Schwärzungen und bewussten Vernichtungsaktionen von zentralem Archivmaterial macht nicht nur den Umgang mit dem Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) zu einem Skandal des Verfassungsschutzsystems in der Bundesrepublik. Die Kette setzt sich bis in die Gegenwart fort, weshalb der Berliner »Tagesspiegel« unlängst titelte: »Der Bericht zum Fall Amri [Attentat 2016 auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche] ist eine Chronik des Versagens.« Hajo Funke geht diesem Staatsversagen in dem Band Sicherheitsrisiko Verfassungsschutz. Staatsaffäre NSU: das V-Mann-Desaster und was daraus gelernt werden muss auf den Grund. Und er fragt zu Recht nach der Kontinuität: der Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback im April 1977, das Oktoberfestattentat 1980, die Mordserie des NSU, das Attentat von Anis Amri am 19. Dezember 2016 – What’s next?

Dialektik der Bombe

Nordkorea hat nach eigenen Angaben einen neuen Raketentyp erfolgreich getestet, der nicht nur das Territorium der USA erreichen, sondern vermutlich auch mit Atomsprengköpfen bestückt werden könnte. US-Präsident Trump hatte bereits im September Kim Jong Un mit »völliger Zerstörung« gedroht. Die amerikanische UN-Botschafterin Haley erklärte nun, das »nordkoreanische Regime« habe die »Welt näher an einen Krieg herangeführt«. Insofern ist die Dialektik der Bombe – so der Titel des Buches von Matthias van der Minde – leider aktueller als je zuvor. Der Autor legt einen kritischen Kommentar der Jahre zwischen 1938 und 1979 vor und zeigt, aus welchen historischen Umständen, Entscheidungen und Denkweisen die jetzige atomare Situation entstanden ist. Davon, dass die atomare Bedrohung tatsächlich Sicherheit und Stabilität schaffen würde, kann nicht die Rede sein. Insofern stellt die Bombe nach wie vor die größte Bedrohung für die Fortexistenz der Menschheit dar. Zumal wenn Politiker auf der Welt am Drücker sitzen wie in den USA ein gewisser Donald Trump.

Zukunftmodell Grundeinkommen?

Robotik, Automatisierung, Digitalisierung: Das sind wohl einige der wichtigsten Schlagwörter, die der heutigen Arbeitswelt und den Beschäftigten Beine machen und die Angst vor der Wegrationalisierung des eigenen Arbeitsplatzes schüren. Doch keiner weiß so genau, wie schlimm es wirklich wird. Trotzdem muss die Gesellschaft natürlich vorbereitet sein. Und ist vor allem die Politik angesprochen, deren Aufgabe es sein sollte, unsere sozialen Sicherungssysteme für die Zukunft zu wappnen. Könnte das bedingungslose Grundeinkommen dabei eine Lösung darstellen? Und wie könnte ein solches konkret aussehen? Dies und mehr diskutieren Dagmar Paternoga und Werner Rätz im neuen AttacBasisText Zukunftsmodell Grundeinkommen?

Hartnäckige Erinnerungsarbeit

Ulla Suhling, Tochter des »999ers« Carl Suhling, veröffentlichte 2014 bei VSA: eine »unbequeme Schrift« über Hamburger Antifaschisten in Wehrmachtsuniform, die vom Hannoverschen Bahnhof zwischen 1942 und 1944 zum »Bewährungseinsatz« abtransportiert wurden. Vom selben Bahnhof wurden mehr als 8.000 Juden, Roma und Sinti in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Über Ulla Suhlings Anliegen eines würdigen Gedenkens an die 999er am Lohseplatz in der heutigen HafenCity hat sich eine Auseinandersetzung entwickelt, die sie in ihrem neuen, umfangreicheren Buch Wer waren die 999er? Strafsoldaten in Wehrmachtsuniform – deportiert vom Hannoverschen Bahnhof aufgreift und erwidert. Detlef Garbe, Leiter der KZ Gedenkstätte Neuengamme, würdigt die Arbeit der Autorin in seinem Vorwort: »Ursula Suhling ist zu danken, dass sie auf das Schicksal der wegen politischer Regimegegnerschaft vorbestraften und anschließend in die Wehrmacht gepressten Bewährungssoldaten, auf diese Fehlstelle im öffentlichen Gedenken, aufmerksam gemacht hat. Die vom Hannoverschen Bahnhof zum Kriegseinsatz zwangsrekrutierten Antifaschisten zählen unstrittig zum Kreis der Verfolgten, weshalb im Dokumentationszentrum am ehemaligen Hannoverschen Bahnhof auch das Schicksal dieser Gruppe angemessen dargestellt werden sollte.«

Etienne Schneider erhält den Jörg-Huffschmid-Preis

Unser Autor Etienne Schneider wird am 9. Dezember für sein Buch Raus aus dem Euro – rein in die Abhängigkeit? den Jörg-Huffschmid-Preis 2017 erhalten. Der Preis wird seit 2011 alle zwei Jahre zu Ehren des 2009 verstorbenen Wirtschaftswissenschaftlers und Autors Jörg Huffschmid verliehen und prämiert Studienabschlussarbeiten, die thematisch im Bereich der Ökonomie der Finanzmärkte angesiedelt sind. Schneiders Buch ist ein wichtiger Debattenbeitrag zum richtigen Zeitpunkt, greift er darin doch die gerade auch in linken Kreisen heiß diskutierten Fragen auf, ob ein Austritt aus dem Euro den Weg zu einer alternativen Wirtschaftspolitik ebnen und ob ein linker Ausweg aus der Austeritätspolitik aus Sicht der südeuropäischen Peripherie außerhalb des Euros gelingen könnte.

»Hier stehe ich, ich kann nicht anders«

Der dem Columbus-Zitat zugrundeliegenden Auffassung und ihren theologisch-ökonomischen Folgen widersetzte sich wiederum Martin Luther, dessen »Thesenanschlag« am 30. Oktober diesmal bundesweit gedacht wurde – jedoch weniger der kapitalismuskritischen Dimension der Reformation. Denn für Luther war der Frühkapitalismus ein »weiter Stall von großen Dieben« und diese Diebe sind Mörder, weil sie den Menschen die Nahrung rauben. Eine Million Mal, wie die Playmobilfigur des Reformators, wurde die VSA: flugschrift von Ulrich Duchow zwar (noch) nicht verkauft – aber dafür behandelt sie gleich drei Figuren: Marx, Luther & den Papst.

Gewerkschaft statt Rechtsruck

Eine der ersten Maßnahmen des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland war die Zerschlagung der Gewerkschaften. Aus dieser historischen Erfahrung haben sich die Gewerkschaften in Deutschland eine klare Kante gegen Rechts auf die Fahnen geschrieben. Doch was passiert, wenn Gewerkschaftsmitglieder selber zu den Wählern rechter Parteien werden? Und vor allem: Was kann dagegen getan werden? Analysen und Gegenstrategien von Aktiven aus der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit bietet die Neuerscheinung Von Biedermännern und Brandstiftern. Dank fundierter sozial- und politikwissenschaftlicher Analysen wird darin Rüstzeug für einen breiten gewerkschaftlichen Diskurs gegen Rechts bereitgestellt. Denn auch gewerkschaftliche Grundwerte wie Solidarität und kulturelle Vielfalt sind durch die Rechtsentwicklung in Gefahr.

Widerstand lohnt sich!

Am 20. November wurde im Festsaal der Bremischen Bürgerschaft das Buch Widerstand lohnt sich! Die Geschichte der Bremer Hütte oder: Warum wird heute noch in Bremen Stahl produziert? vorgestellt. Darin schildert der Historiker Karl Lauschke – unter Mitwirkung der ehemaligen Betriebsräte Peter Sörgel und Eike Hemmer – die langjährigen Aktivitäten der Belegschaftsvertretung für die erst in den 1950er Jahren errichtete Hütte und ihre dramatische Rettung Anfang der 1990er Jahre. Nach einer Talkrunde mit denen dreien las Peter Lüchinger (Bremer Shakespeare Company) Textpassagen und anschließend diskutierten Volker Stahmann (Geschäftsführer IG Metall Bremen), Rainer Blaschek (ArcelorMittal Bremen) und Bremens Bürgermeister Carsten Sieling über die Zukunft der Stahlindustrie.

Verteilung & Soziale Ungleichheit

Die Verteilungs-Frage war eines der im Wahlkampf nur unzureichend behandelten Themen, obwohl soziale Benachteilung mit Sicherheit einer der Faktoren war, die das Wahlergebnis mitbestimmt haben. Wer mittel- und langfristig die Kräfteverhältnisse im Land wieder verändern will, kann sich damit – und mit der daraus entstehenden sozialen Ungleichheit – nicht abfinden. Das neue Buch von Stephan Krüger enthält umfassende Analysen und Daten zur Sozialen Ungleichheit. Der Autor untersucht die marktgesteuerte Umverteilung über den Kredit und die private Vermögensbildung ebenso wie die Umverteilungsprozesse über den Sozialstaat. Darüber hinaus entwickelt er ein wirtschafts- und sozialpolitisches Instrumentarium für die Eroberung der Hegemonie durch die Linke.

»Karl-Marx-Stadt Hamburg«

So übertitelte das »Hamburger Abendblatt« ein Interview mit unserem Autor Jürgen Bönig zu dessen neuem Buch. Manche fanden das etwas übertrieben. Nicht so die Besucherinnen und Besucher, die der Einladung der Linksfraktion in der Bürgerschaft in den überfüllten »Kaisersaal« des ehrwürdigen Hamburger Rathauses gefolgt und über viele neue Erkenntnisse erstaunt waren, die der Autor aus seinem Buch Karl Marx in Hamburg präsentierte. Und auch nicht das Nachrichtenmagazin »DER SPIEGEL«, in dem sich Barbara Supp unter der Überschrift »Dieses Saubuch« mit Jürgen Bönig als Reisebegleiter auf die Spuren von Karl Marx und seines »wirkmächtigen« Hauptwerks in Hamburg begab.

Wo Sorge-Arbeiter_innen selbst zu Wort kommen

Die Arbeitskämpfe in Kindertagesstätten und Krankenhäusern haben mit neuen engagierten Strategien für Furore gesorgt. Sie werfen zugleich Schlaglichter auf unzumutbare Arbeitsbedingungen auch in der Altenpflege und Behindertenbetreuung. »Sorge-Arbeit«, dominant von Frauen getragen, ist damit endlich zu einem Konfliktfeld in der Auseinandersetzung mit dem neoliberalen Umbau von Staat und Wirtschaft geworden. »Sorge-Kämpfe« reflektieren hohe arbeitsinhaltliche Interessen der Beschäftigten und verweisen auf grundlegende Veränderungen der Geschlechterarrangements. Es werden in ihnen Ansätze einer alternativen, emanzipatorischen Entwicklung sichtbar. In dem Buch Sorge-Kämpfe werden diese Entwicklungstendenzen unter die Lupe genommen. Und: Die Sorge-Arbeiter_innen kommen in ihm selbst zu Wort.

Braucht die Welt den Finanzsektor?

Für Mohssen Massarrat ist der gegenwärtige Finanzsektor für die wachsende Einkommensungleichheit und viele anderen Miseren in der Welt maßgeblich verantwortlich. Deshalb fragt er in seinem neuen Buch: Hat er überhaupt positive Funktionen für die Menschheit? Und er zeigt Auswege auf: Wie kann der Finanzmarktkapitalismus überwunden werden, welche Voraussetzungen müssen postkapitalistische Verhältnisse erfüllen, damit sie den kapitalistischen eindeutig überlegen sind, und welche Wege bieten sich für gewaltfreie Veränderungen an? Die Antworten sind spannend.

Die Tücken des Privateigentums

Nichts scheint so unverrückbar in dieser Gesellschaft wie das Privateigentum. Ein Nachdenken über Alternativen ist mit weitgehenden Tabus belegt. Das Ausbleiben einer Diskussion ist aber nicht nur aufgrund der wenig durchsetzungsstarken Kritiker des Privateigentums so beständig. Der Sozialpsychologe Gerhard Vinnai analysiert in Die Tücken des Privateigentums, welche psychologischen Muster es in dieser Gesellschaft gibt, die Alternativen zum privaten Eigentum erschweren. Der Autor lädt ein, diese Denkblockaden abzulegen und auszuloten, mit welchen alternativen Eigentumsformen sie überwunden werden können.

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