Den Leser*innen und Freund*innen des Verlages,

wünschen wir für das neue Jahr 2024 alles Gute! Ein ausführlicher Gruß zum Jahreswechsel mit dem Dank des Verlagsteams und der Redaktion von Sozialismus.de an alle Unterstützer*innen des Publikationsprojektes knüpft diesmal an ein Zitat des Schriftstellers Arno Schmidt aus dem Jahr 1958 an, in dem dieser von »Schicksal« und »Politik« spricht.

Dem Schicksal wollen wir uns auch im 52. Jahr unserer Arbeit nicht ergeben, sondern weiter Analysen und Alternativen zu Politik und anderen gesellschaftlichen Feldern publizieren. Trotz des Gegenwinds von »Zeitenwenden« und anhaltenden Kriegen, zu denen noch der Gegenwind aus Zeitenwenden in der Buchbranche hinzukommt, über die wir gleich noch informieren müssen, wollen wir in den nächsten Wochen auf der Website des Verlages ein Frühjahrsprogramm 2024 nach und nach vorstellen. Um dies trotz der vielfältigen Gegenwinde auch zu möglichst vielen Leser*innen bringen zu können, brauchen wir im neuen Jahr noch mehr tatkräftige Solidarität unserer Sympathisant*innen. Kauft und empfehlt unsere Bücher! Einige von denen, die demnächst erscheinen werden, präsentieren wir in diesem Newsletter noch einmal knapp und bedanken uns schon jetzt für die Unterstützung ganz herzlich.

Das Team des VSA: Verlags aus Hamburg

Aktuelles

Zeitenwende bei Zeitfracht

Das neue Jahr beginnt mit einer schlechten Nachricht: Auch wir sind von der Zeitenwende des inzwischen als »Zeitfracht« fungierenden Großhändlers (ehemals Barsortiment Koch, Neff und Oetinger/Volckmar) betroffen. Nur durch besorgte Anrufe von Buchhändler*innen erfuhren wir, dass das Unternehmen unsere Titel mit »MN 17 – führen wir nicht mehr« meldet. Erst eine telefonische Nachfrage ergab, dass ihre Listung »wegen schlechter Umsatzentwicklung« eingestellt wurde. Diese einseitige fristlose Kündigung der Geschäftsbeziehung wurde noch dadurch getoppt, dass erstens falsche Umsatzzahlen zugrunde gelegt und zweitens keine drei Tage später ohne Vorankündigung der komplette Lagerbestand an VSA: Büchern zurückgeschickt wurde. Es ist wenig tröstlich, dass auch andere kleinere Verlage davon betroffen sind. Besonders zynisch ist das von Zeitfracht-Geschäftsführer Thomas Raff in einem Interview mit dem Börsenblatt des deutschen Buchhandels gepriesene und auch uns unterbreitete Angebot: »Im Übrigen ist auch jeder Verlag eingeladen, unabhängig von unseren Titelentscheidungen das Print-on-Demand-Angebot zu nutzen.« Wir werden das nicht nutzen, prüfen, ob die einseitige Vertragskündigung überhaupt rechtens ist, und verweisen Buchhändler*innen auf andere Barsortimente und die Möglichkeit, bei uns direkt zu bestellen. Letzteres gilt natürlich auch für unsere Leser*innen, die – sofern sie nicht den lokalen Buchhandel stützen wollen – die Bücher direkt über unsere Internetseite kaufen können.

Zeitenwende auch bei der Leipziger Buchmesse?

Die zusätzlich eingeschränkte Sichtbarkeit kleinerer Verlage aufgrund der Entscheidung von Zeitfracht droht nun auch auf der Leipziger Buchmesse. Diese hatte unter Leitung des Direktors Oliver Zille seit 2012 unabhängigen progressiven Verlagen einen 4 x 4 Meter großen Stand zur Verfügung gestellt, der jährlich als »Die Bühne« gesellschaftlich engagierten Autor*innen und ihren Büchern ehrenamtlich kuratierte halbstündige Auftritte gab, um so im schwieriger werdenden Feld der Buchbranche sichtbar zu werden.

Ende Oktober wurde mitgeteilt, dass das in Zukunft entfallen soll – zu einem Zeitpunkt, als die meisten Verlage sich schon für die Messe im März 2024 angemeldet hatten. Wir haben die neue Messe-Direktorin gebeten, diese Entscheidung zu überdenken und entsprechend der in der Pressemitteilung für 2024 herausgestellten »essenziellen Rolle [...] unabhängiger Verlage« weiterhin Veranstaltungen auf »Die Bühne« möglich zu machen. Wir werden in den nächsten Newslettern darüber informieren, ob dieser Bitte nachgekommen wird. Zugleich haben wir gemeinsam mit den Kolleg*innen vom Argument-Verlag, vom Büchner Verlag und von Dietz Berlin das Angebot angenommen, am Samstag, den 23. März, zwei Veranstaltungen unter dem Motto »Bühne-Verlage im Haus der Demokratie« in Leipzig anzubieten. Mehr dazu dann ebenfalls demnächst.

Erste Texte von Nachwuchs-Wissenschaftler*innen

Das Jahrbuch der Doktorand*innen der Rosa-Luxemburg-Stiftung ist ein Raum, der nicht bloß zur Präsentation von Promotionsarbeiten, sondern auch zur Verständigung und Diskussion dient, und um Zusammenhänge sichtbar zu machen. Dazu braucht es, wie am Beispiel der gerade dargestellten bzw. drohenden Zeitenwende auf dem Buchmarkt auch zu lernen ist, »subalterne Öffentlichkeiten [...], um in der bürgerlichen Öffentlichkeit unterschlagenen Erfahrungen zu teilen und gemeinsam soziale Veränderungen anzustreben, das heißt ihre gemeinsamen Interessen zu erkennen und Handlungsstrukturen aufzubauen«, wie Marcus Hawel und Sara Khorshidi in ihrem Beitrag in WORK IN PROGRESS. WORK ON PROGRESS, Ausgabe 2023 notieren. Hierzu gehören eben auch Publikationen, in denen progressive Nachwuchs-Wissenschaftler*innen diese Erfahrungen machen und verbreiten können.

Die soziale Herkunft von Nazi-Ärzten

Es waren Ärzte, die während des »Dritten Reichs« Menschen bei Experimenten im KZ Dachau im Dienst der Luftwaffe töteten, indem sie sie ins Eiswasser legten, um zu experimentieren, wie lange abgeschossene Piloten im Meerwasser überleben könnten. Und es waren Ärzte, die die Ventile der Kohlenmonoxyd-Gasflaschen in den Euthanasie-Anstalten öffneten. Die Initiative zur Euthanasie ging nicht von ihnen aus, aber sie machten bereitwillig mit. Wie kam es dazu? In ihrem neuesten Buch »Freikorps, Korporationen und Kolonialismus« geht Gine Elsner der Frage nach, ob es eine Kontinuität von der medizinischen Praxis der Kolonialärzte bis hin zu den Nazi-Ärzten gab. Ihre Untersuchung zu mehr als 100 Euthanasie-Ärzten und mehr als 100 KZ-Ärzten zeigt deren biografische Herkunft auf. Verglichen wird sie mit der von ärztlichen NS-Widerständlern. Alle Ärzte kamen aus der gesellschaftlichen Oberschicht. Weshalb wurden die einen Widerständler und die anderen NS-Täter? Welche biografischen Merkmale unterschieden sie?

Weniger Arbeiten, mehr Leben!

Wer würde dieser Forderung des Buchtitels nicht zustimmen wollen! Arbeitszeitverkürzung war lange Zeit kein dominierendes Thema. Inzwischen ist sie wieder in aller Munde: Viele Unternehmen führen die Viertagewoche ein, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, die IG Metall fordert für die Stahlindustrie die Viertage-/32-Stundenwoche mit vollem Lohnausgleich. Und immer mehr junge Leute wollen einfach nicht mehr so viel arbeiten, dafür aber sinnvoll, und mit einer geschlechtergerechten Verteilung auch von Haus- und Sorgearbeit. Diesem Neustart der Debatte um Arbeitszeitverkürzung gehen die Autor*innen aus Gewerkschaft, Wissenschaft und sozialen Bewegungen in dem von Margareta Steinrücke und Beate Zimpelmann herausgegebenen Band nach.

Steuer-Revolution!

Wie kann der Reichtum wieder rückverteilt werden, um die Gesellschaft gerechter und demokratischer zu machen und die bevorstehende Transformation in eine klimaneutrale Gesellschaft zu finanzieren? Wieviel Ungleichheit und Armut sind mit einer reichen Demokratie verträglich? Wie finanzieren wir unsere Schulen, Verkehrswege, unser Gesundheitssystem und die Kosten für die Energiewende? Und was kann ein Steuersystem zu einer sozialen und nachhaltigen Gesellschaft beitragen? Die Antwort ist ganz einfach: Durch eine Steuer-Revolution, deren Eckpunkte Spitzensteuersätze über 90% wie in den 1950er-Jahren sind, außerdem Maximaleinkommen und Maximalvermögen für die Superreichen sowie ein faires Sozialsystem für alle Bürger*innen. Karl-Martin Hentschel und Alfred Eibl haben nachgerechnet, wie ein Steuersystem aussehen müsste, dass diesen Anforderungen genügt und kamen genau zu diesem Ergebnis. Das klingt radikal, wer aber zurückblickt, stellt verblüfft fest, dass solche Sätze keineswegs neu sind.

Kompaktes ökonomisches Wissen


Im Unterschied zur Lehrbuchökonomie muss die progressive Statistik die empirischen Daten in einen Zusammenhang bringen, der der Wirklichkeit verpflichtet ist und den Gesamtzusammenhang von Produktion, Verteilung, Umverteilung und Verwendung des Nationaleinkommens verdeutlicht. Deshalb geht Stephan Krüger in seinem neuesten Buch »Der deutsche Kapitalismus 1950–2023« detailliert den Auswirkungen von Inflation, Beschäftigung, Umverteilung, Profitraten, Finanzkrisen, Weltmarkt sowie den Ukraine-Kriegsfolgen nach. Er behandelt zudem die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und stellt die deutsche Nachkriegsentwicklung in den Zusammenhang von Ansätzen einer neuen Betriebsweise von Digitalisierung und Dekarbonisierung.

Neue Bücher

Im Dezember 2023 sind erschienen:

Frank Deppe: Zeitenwenden?
Der »neue« und der »alte« Kalte Krieg
176 Seiten | EUR 14.80 | ISBN 978-3-96488-197-7

Tania Mancheno (Hrsg.): Dekoloniale Perspektiven
Widerständige nicht-weiße Erinnerungskultur
184 Seiten | EUR 16.80 | ISBN 978-3-96488-153-3

Jörn Schütrumpf: Deutsche mit Anstand
Der »Bund Neues Vaterland« wird »Deutsche Liga für Menschenrechte«
Eine Veröffentlichung der Rosa-Luxenburg-Stiftung
176 Seiten | EUR 14.80 | ISBN 978-3-96488-185-4

Felix Jaitner: RUSSLAND: Ende einer Weltmacht
Vom autoritär-bürokratischen Staatssozialismus mit Ressourcenextraktivismus
und Kriegswirtschaft in die Zukunft?
296 Seiten | Hardcover | EUR 29.80 | ISBN 978-3-96488-190-8

Marcus Hawel & Sara Khorshidi sowie das Herausgeber*innenkollektiv: WORK IN PROGRESS. WORK ON PROGRESS.
13 Jahre Beiträge kritischer Wissenschaft: Schwerpunktthema: Erfahrung und (Gegen)Hegemonie | Doktorand*innen-Jahrbuch 2023 der Rosa-Luxemburg-Stiftung
356 Seiten | EUR 19.80 | ISBN 978-3-96488-194-6

Im Januar/Februar 2024 erwarten wir:

Karl-Martin Hentschel/Alfred Eibl: Steuer-Revolution!
Ein Konzept zur Rückverteilung von Reichtum, zu mehr Gerechtigkeit und Klimaschutz
AttacBasisText 59 | 196 Seiten | EUR 16.80 | ISBN 978-3-96488-201-1

Margareta Steinrücke/Beate Zimpelmann (Hrsg.): Weniger Arbeiten, mehr Leben!
Die neue Aktualität von Arbeitszeitverkürzung
176 Seiten | EUR 16.80 | ISBN 978-3-96488-196-0

Gine Elsner: Freikorps, Korporationen und Kolonialismus
Die soziale Herkunft von Nazi-Ärzten
228 Seiten | Hardcover | EUR 24.80 | ISBN 978-3-96488-195-3

Thomas Eberhardt-Köster: Globalisierungskritik neu denken!
Eine andere Welt ist noch immer möglich!
Wie wir sie ändern müssen in Zeiten der großen (Un)Ordnung
AttacBasisText 60 | 96 Seiten | EUR 8.50 | ISBN 978-3-96488-200-4

Stephan Krüger: Der deutsche Kapitalismus 1950–2023 | Inflation, Beschäftigung, Umverteilung, Profitraten, Finanzkrisen, Weltmarkt, Ukraine-Kriegsfolgen
220 Seiten | zahlreiche farbige Abbildungen | EUR 24.80 | ISBN 978-3-96488-189-2

Termin-Tipps

Chinas Sozialismus neu entdecken
Ab 9.1.2024 | Hamburg
Lesekreis der RLS Hamburg zu Michael Bries im VSA: Verlag erschienenen Buch, vierzehntäglich jeweils Dienstags von 18:30 bis 20:00 Uhr, LAB Hamburg, Hansaplatz 10
Die Volksrepublik China verkörpert einen Entwicklungsweg, der unter dem Primat des Kommunistischen starke liberale Elemente integriert. Alle Gesellschaften stehen vor der Notwendigkeit einer großen Transformation im globalen Maßstab. Welche Fragen stellt die Entwicklung in China an die westliche Linke? Und was kann sie von China lernen? Die schwerste Herausforderung besteht zudem in der Frage der Demokratie. Teamer: Joachim Bischoff. Anmeldung an: anmeldung@rls-hamburg.de.

Sozialismus im 21. Jahrhundert?
Ab 10.1.2024 | Online
Online-Lesekreis des Rosa-Luxemburg-Club Heilbronn zu dem gleichnamigen, von Kim Lucht, Frank Deppe und Klaus Dörre herausgegeben Band (erschienen im VSA: Verlag), vierzehntäglich jeweils am Mittwoch von 20:00 bis 22:00 Uhr.
Die Autor*innen diskutieren in dem Band folgende Fragen, die im Lesekreis ebenfalls behandelt werden: Hat der Sozialismus im 21. Jahrhundert eine Zukunft? Hält er Lösungen für die drängenden Gegenwartsprobleme bereit? Welche sozialen Kräfte könnten neue sozialistische Projekte tragen? Und: Gibt es Ansätze für erfolgreiche sozialistische Politik? Zugangsdaten nach Anmeldung: heinzdeininger@t-online.de.

Vom Rechtsterrorismus zur rechtsradikalen Gewalt
11.1.2024 | Hamburg | 18:30 Uhr | Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg (FZH), Beim Schlump 83
In den 1980er-Jahren wurden verstärkt rassistisch motivierte Gewalttaten registriert. Begleitet von einer aufgeladenen Asyl- und Migrationsdebatte hatte sich die rechtsradikale Szene umorientiert und agierte zunehmend mit einer rassistischen Agenda. Dies ging mit einer Veränderung militanter Szenestrukturen einher, die nun attraktiver für Skinheads, Fußballfans und »Rocker« geworden waren. Barbara Manthe thematisiert im Rahmen der Vortragsreihe »Mehr als eine Randnotiz. Die extreme Rechte nach 1945« einerseits diesen Wandel rechtsradikaler Gewalt, andererseits fragt sie nach gesellschaftlichen und staatlichen Reaktionen darauf. Moderation: Alyn Šiši. Eine hybride Teilnahme ist möglich. Die Vortragsreihe findet in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen (SHGL) statt.

China: Unser neuer Hauptfeind?
15.1.2024 | München | 19:00 Uhr | EineWeltHaus, Gr. Saal E01, Schwanthalerstr. 80
Wolfgang Müller stellt sein im Frühjahr 2023 im VSA: Verlag erschienenes Buch »China: neuer Hauptfeind des Westens« vor und seine Thesen zur Diskussion. Die Beschäftigung mit der Entwicklung in der Volksrepublik China kann dazu beitragen, aufzuklären und der reaktionären Frontstellung gegenüber dem Land entgegenzutreten. Eine Veranstaltung des Instituts für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung München e.V. (www.isw-muenchen.de) in Kooperation mit »marxistische linke«.

30 Jahre EZLN-Revolution in Mexiko
16.1.2024 | Berlin | 19:00 Uhr | Helle Panke, Kopenhagener Str. 9
Die Zapatistas in Chiapas sind seit den 1990er-Jahren eines der spannendsten linken Autonomieprojekte, auch für die internationale Solidarität. Die immer offener zu Tage tretende Verstrickung zwischen Politik, Wirtschaft und organisierter Kriminalität führt jedoch zu einem gravierenden Anstieg an Gewalt, die besonders indigene ländliche Gemeinden in Bedrängnis bringt. Die EZLN hat als Antwort darauf zum Jahreswechsel einige Neuigkeiten angekündigt. Zur Geschichte und Gegenwart der politischen Situation in Chiapas und der der zapatistschen Bewegung gibt die Autorin und Menschenrechtsaktivistin Anne Haas Auskunft. Den Abend moderiert Gerold Schmidt (Büroleiter Mexiko der RLS). Eine Kooperationsveranstaltung von CAREA e.V., Helle Panke und der RLS. Kosten: 2,00 Euro.

»Krankenhausschließungen gefährden Ihre Gesundheit«
18.1.2024 | Buchholz | 19:00 Uhr | Hotel Achat, Lindenstr. 21
Das deutsche Krankenhauswesen steckt tief in der Krise: Unterfinanzierung, hohe Arbeitsbelastung und Personalflucht, zahlreiche Insolvenzen und Klinikschließungen sind auf der Tagesordnung. Der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat eine »Revolution« ausgerufen und Entökonomisierung versprochen. Was ist davon zu halten? Laura Valentukeviciute, Sozialwissenschaftlerin und Geschäftsführerin der privatisierungskritischen Organisation Gemeingut in BürgerInnenhand (GiB) referiert auf dieser Kooperationsveranstaltung des RLS-Club Nordheide und der RLS Niedersachsen.

Die extreme Rechte in Niedersachen und Europa
19./20.1.2024 | Celle | Bildungszentrum Heimvolkshochschule Hustedt, Zur Jägerei 81
Der autoritäre Populismus der extremen Rechten richtet sich längst nicht mehr nur gegen Migrant*innen, sondern gegen eine offene und demokratische Gesellschaft. Gewerkschaften zählen ebenso zu den Feindbildern, wie zivilgesellschaftliche Initiativen. Darüber referieren und diskutieren auf dieser Vernetzungstagung zur Förderung der zivilgesellschaftlichen Bündnis- und Netzwerkarbeit: Gesa Lonneman, Gerd Wiegel, Martin Schirdewan, Bernd Lange, Viola von Cramon-Taubadel, Fabian Virchow, Andrea Röpke, Benjamin Schreiber und Cornelia Hildebrandt. Nähere Infos zum Programm: bit.ly/4at3rYD. Erforderliche Anmeldung per E-Mail an: info@hvhs-hustedt. Es stehen in begrenztem Umfang Einzelzimmer zur Verfügung. Eine Kooperation von DGB Region Nord-Ost-Niedersachsen, RLS Niedersachsen, IG Metall Wolfsburg, IG Metall Celle-Lüneburg, DGB Region Süd-Ost-Niedersachsen, DGB Region Niedersachsen-Mitte, Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Nds. Ost gGmbH und Bildungszentrum HVHS Hustedt e.V.

In Rosas Schatten
26.1.–28.6.2024 | Halle (Saale) | Volkshochschule Adolf Reichwein, Oleariusstraße 7
Ausstellung zur Familiengeschichte Rosa Luxemburgs. Die wohl berühmteste Vertreterin der europäischen Frauenbewegung wurde am 5. März 1871 in Zamo geboren. In der Sonderausstellung werden viele bisher unbekannte Einzelheiten auch aus dem Leben der Familie und der Geschwister von Rosa Luxemburg gezeigt. Die Zeugnisse ihrer Familiengeschichte lesen sich wie eine Dokumentation jüdischen Lebens in Ost-Polen. In ihrer Familie gab es Rabbiner, Industrielle, Ärzte, und Anwälte. Angehörige waren betroffen von beiden Weltkriegen, dem Massenmord in Katyn, den Vernichtungslagern Auschwitz und Majdanek sowie den Arbeitslagern in der Sowjetunion, aber auch von Emigration. Die Ausstellung wurde von Holger Politt und Krzysztof Pilawski auf Grundlage ihres im VSA: Verlag erschienenen Buches »Rosa Luxemburg: Spurensuche. Dokumente und Zeugnisse einer jüdischen Familie« konzipiert. Eine Veranstaltung der RLS Sachsen-Anhalt in Kooperation mit der VHS Halle.

Die Belegschaft der Frankfurter Rundschau kämpft
29.1.2024 | Frankfurt a.M. | 19:00 Uhr | Club Voltaire, Kleine Hochstr. 5
Gegründet am 1. August 1945 ist die Frankfurter Rundschau (FR) nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die drittälteste deutsche Tageszeitung. Nach zahlreichen Wechseln im Eigentum gehört das linksliberale Blatt seit 1. April 2018 zur Zeitungsholding Hessen des Verlegers Dirk Ippen. Die Arbeitsbedingungen für die Redaktion haben sich immer weiter verschlechtert. Die Gehälter liegen weit unter Tarifvertrag, gerade junge Journalistinnen und Journalisten können von ihrem Lohn im teuren Rhein-Main-Gebiet kaum leben. Seit acht Monaten kämpft die Belegschaft um bessere Bedingungen und höhere Löhne, es gab »aktive Mittagspausen« und einen Warnstreik. Doch der Arbeitgeber reagierte nicht mit Verbesserungen, sondern beendete die Arbeitsverträge von drei jungen Kolleginnen und Kollegen. Eine Eskalation. Der Autor Claus-Jürgen Göpfert, der selbst 35 Jahre lang FR-Redakteur war, spricht mit Anja Willmann von der Gewerkschaft ver.di und mit Mitgliedern des FR-Aktivenausschusses über die Situation und die Zukunft der traditionsreichen Zeitung. Zuvor gibt Gert Hautsch einen Überblick über die Lage auf dem deutschen Pressemarkt insgesamt. Der Eintritt ist frei.

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