Stephan Krüger

Profitraten und Kapitalakkumulation in der Weltwirtschaft

Arbeits- und Betriebsweisen seit dem 19. Jahrhundert und der bevorstehende Epochenwechsel

344 Seiten | durchgehend mit farbigen Abbildungen | 2019 | EUR 24.80
ISBN 978-3-96488-023-9

 

Kurztext: Ist mit der Etablierung von internationalen Netzwerkstrukturen bereits eine neue gesellschaftliche Betriebsweise und damit das Ende des Kapitalismus in Sicht? Eine Studie von Stephan Krüger im Rahmen des »Instituts für Geschichte und Zukunft der Arbeit« (IGZA) versucht Antworten zu geben.

Inhalt & Leseprobe:

www.vsa-verlag.de-Krueger-Profitraten-Kapitalakkumulation.pdf430 K

Bisher hat es zwei verschiedene Betriebsweisen und internationale Akkumulationsregimes gegeben: die Ära Großbritanniens mit ihrer Hochzeit im 19. Jahrhundert und die Ära der USA nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach dem Ende der Nachkriegsprosperität Mitte der 1970er Jahre begann ein Suchprozess zur Überwindung der Überakkumulationssituation: Zunächst scheint die Orientierung auf einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess in der Produktion (»Lean Production«) als eine auf dem Fordismus aufbauende Problemlösung, danach dominieren Deregulierung der Arbeitsmärkte und Privatisierung öffentlicher Wirtschaftsbereiche; sie gehen über in eine zunehmende Finanzialisierung der Unternehmenssteuerung mit dem Ziel einer Optimierung des Aktienkurses (»Shareholder-value«) sowie einer Neukompo­sition der Unternehmenseinheiten (Konzentration auf Kernkompetenzen).

Zwar scheint sich inzwischen ein neues Rationalisierungsparadigma mit der Etablierung von Netzwerkstrukturen zwischen rechtlich selbstständigen Unternehmenseinheiten herauszubilden. Doch eine neue Betriebsweise und ein neues internationales Akkumulationsregime ist noch nicht in Sicht, weil finanzkapitalistische Imperative die neuen Produktivkräfte überlagern und von einer hegemo­nialen Einbindung der Mehrheit der Bevölkerung in eine neue soziale und politische Konstellation keine Rede sein kann.

Daran schließt sich die Frage an: Kann sich eine neue Betriebsweise überhaupt noch innerhalb des Kapitalismus entwickeln und verallgemeinern? Welche politischen Regulierungen sind notwendig, um die Mindestschwelle zur Nutzung der Potenziale der neuen Produktivkräfte zu erschließen? Und ist damit bereits die »Systemgrenze« erreicht oder überwunden? Die Analyse der Entwicklungen der nationalen Profitraten sowie ihre zukünftigen Entwicklungsperspektiven können darüber Auskunft geben.


Der Autor:

Stephan Krüger arbeitet als Unternehmensberater für Belegschaften, Betriebsräte, Arbeitnehmervertreter*innen in Aufsichtsräten und Gewerkschaften. Bislang erschienen von ihm in der Reihe »Kritik der Politischen Ökonomie und Kapitalismusanalyse«: Allgemeine Theorie der Kapitalakkumulation (Band 1, 2010); Politische Ökonomie des Geldes (Band 2, 2012); Wirtschaftspolitik und Sozialismus (Band 3, 2016); Keynes und Marx (Band 4, 2012) und Soziale Ungleichheit (Band 5, 2017). In Vorbereitung ist Band 6 zum Thema Weltmarkt und Weltwirtschaft.

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