Die schwierigen Zeiten halten an. Pablo Nerudas »Ode an das Buch« hilft weiterhin.

Preisangaben inkl. gesetzlicher MwSt. und ggf. zzgl. Versandkosten


Das VSA: Team stellt sich vor

Gerd Siebecke [Geschäftsführung | Lektorat | Herstellung]

Im Jahr 1967 hatte mich – ich bereitete mich auf Abitur und Soziologie-Studium in Westberlin vor – Klaus Wagenbach eingeladen, an dem »Lesebuch der 60er Jahre« mitzuwirken. Dies hat mein Interesse am Büchermachen geweckt.

Ich gehöre seit 1972 zum VSA: Team. Als sich abzeichnete, dass es für linkspluralistische Ansätze kaum mehr Veröffentlichungsmöglichkeiten gab, gründeten Menschen aus dem Projekt Klassenanalyse [viele sind noch bei Sozialismus.de aktiv] den VSA: Verlag. Ein Ziel war die Erneuerung marxistischer Theorie und die Entwicklung nicht-sektiererischer linker Politik, die unterschiedliche Positionen nicht nur respektiert, sondern Debatten um konkrete Alternativen befördert. Dieses Anliegen verfolge ich bis heute und entwickle gern neue Buchprojekte zusammen mit unseren Autor*innen.

Besonderen Spaß machen mir zudem die Gestaltung von VSA: Buchtiteln, der Umschläge von Sozialismus.de, des Auftritts von WISSENTransfer, von vorortLINKS sowie die grafische Realisierung der Webseiten aller vier Projekte.

Ich gehöre der Redaktion von Sozialismus.de an, habe das Netzprojekt LinksNet mitbegründet und bin Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Attac

Als Bewohner des Schanzenviertels in Hamburg, über dessen Geschichte & Gegenwart ich ein Buch veröffentlicht habe, bin ich unbedingter Fan des FC St. Pauli. Mitglied des Vereins, gehe ich bei Heimspielen mit einer Dauerkarte ins Stadion am Millerntor und bei Auswärtsspielen mit Freunden in die Kneipe: Hamburg ist braun-weiß und immer mal wieder rot [Rückwarts = TOR!].

Auch den Eisernen aus Köpenick, dem ebenfalls etwas anderen Verein aus dem Berliner Osten, bin ich in Sympathie und mit einem Fanschal verbunden.

Entspannung finde ich bei der Anspannung an Kochtopf & Herd beim Ausprobieren neuer Risotto-Rezepte oder dem Nachkochen der Kochanregungen von Vincent Klink. Die von ihm gemeinsam mit Wiglaf Droste [†] herausgegebene Zeitschrift »Häuptling Eigener Herd« vertrat die korrekte These »Ohne Hirn kein Schmack«.

Wenn ich richtig abschalten will, schneide ich ins Holz und konnte bislang die Ergebnisse in Büchten im Aller-Leine-Tal auf der großen Andruckpresse auch aufs Papier bringen – gemeinsam mit meinem Freund und Holzschnittlehrer Artur Dieckhoff, einem Jünger der Schwarzen Kunst, der alle Worte dieser Welt druckte, und leider viel zu früh am 21.11.2020 verstorben ist (siehe auch den Nachruf des VSA: Autors Jürgen Bönig). In Zukunft werde ich das hoffentlich mit seinem langjährigen Partner Klaus Raasch weiterführen können.

Mit Angela Jansen, einer Grafikdesignerin, die viele gute Infografiken entwickelt hat, drucke ich zusammen in Witzwort auf Eiderstedt gelegentlich geringe Auflagen mit der Holzkelle. Mit ihr verfolge ich zudem das Projekt, alle 18 Dorfkirchen der Halbinsel an der Westküste ins Holz zu schneiden und zu drucken. »Dazu erklären wir, dass es Gott nicht gibt, verachten zutiefst die Obrigkeit und lehnen auch die Kirchen mitsamt allen Priestern ab.« (Matthias Knutzen, geb. 1646 in Oldenswort, gest. nach 1674).

Außerdem haben wir über die Entwicklung von Grafik-Design im Anschluss an interessante historische Vorbilder nachgedacht und uns im Jahr 2013 [zusammen mit Christian Gotthardt und Gert Hautsch] an einem Wettbewerb der Zeitschrift ARCH+ und des Bauhauses Dessau zum Thema »Out of Balance – Information Design nach Otto Neurath« beteiligt. Unser Beitrag Die Entwicklung der regionalen Tagespresse in Deutschland erhielt ein »Honorable Mention«.

Um in Grafik-Design nicht einzurosten, entstehen gelegentlich neue Montagen. Außerdem verfolge ich, wie u.a. im Bauhaus entstandene Design- und Architekturkonzepte weiterentwickelt werden und was sich Neues in Typografie, Architektur, Design tut. Viel zu selten lese ich Romane moderner Klassiker nach [z.B. von Uwe Johnson, Alfred Andersch & Christa Wolf]. Auch Texte jüngerer Schriftsteller*innen kommen leider oft zu kurz. Beim Musikhören bevorzuge ich noch immer Freejazz sowie klassische Klavier- & Klarinettenkonzerte.

Zurück