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DIE LINKE als sozialistische Klassenpartei
Mittwoch, 14.1.2026 | online | 18:00 Uhr.
Michael Brie,Mitglied im Vorstand der Rosa-Luxemburg-Stiftung, stellt sein im gleichnamigen Supplement zu Heft 11-2025 von Sozialismus.de veröffentlichtes Plädoyer in der strategischen Diskussion für die Programmdiskussion der Linkspartei vor. Anmeldung erfoderlich.

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Barmbek Basch | Wohldorfer Str. 30
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Donnerstag, den 15.1.2026 | 19:30 Uhr | Köln | Buchsalon Ehrenfeld, Wahlenstr. 1
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Mehr als 50 Jahre Analysen & Alternativen

Einige Kontinuitäten aus 50 Jahren Verlagsarbeit gibt es in dieser Präsentation.

Wir trauern um Rolf Becker (31.3.1935–12.12.2025)

VSA: Verlag Hamburg | Redaktion Sozialismus.de

Foto: Wikipedia – Frank Schwichtenberg, 2016 in Elmshorn

Der Schauspieler, Gewerkschafter und politische Aktivist Rolf Becker ist am Freitag im Alter von 90 Jahren in einem Hamburger Hospiz gestorben. Wir trauern mit seiner Frau Sylvia Wempner und seiner Familie um einen engagierten Kollegen und Freund, der sich bis ins hohe Alter insbesondere in Hamburg St. Georg für den Stadtteil und vor allem seine Menschen engagierte. Noch am 19. September beteiligte er sich zusammen mit seiner Frau an der Gedenkveranstaltung für den kurz zuvor verstorbenen Jürgen Wohlers; für den Erhalt von dessen Buchhandlung im Stadtteil hat Rolf zusammen mit vielen Kolleg*innen aus dem Hamburger Schauspielhaus und Bewohner*innen aus St. Georg erfolgreich gekämpft. Wir unterstreichen daher den Nachruf von Annette Matz im NDR: »Rolf Becker wird fehlen. Auf der Straße in Hamburg-Sankt Georg und anderswo.«

Geboren wurde Rolf Becker 1935 in Leipzig, zu Beginn des Zweiten Weltkriegs schickten ihn die Eltern auf den Bauernhof der Großeltern nach Schleswig-Holstein. In einem Interview erläuterte er knapp seinen Weg zur Schauspielerei: »Ich war zehn, als der Krieg zu Ende war. Dann begann mit der Bewusstwerdung, sage ich mal, so ab der Pubertät, das Bedürfnis zu kapieren, was läuft da und auch das Darübernachdenken, wie richtet man eine Welt ein, in der das nicht wieder vorkommt? Dadurch kam dann die Beschäftigung mit der Literatur, vor allem mit der ausländischen Literatur, dann die Kontakte zu Schauspielern am Bremer Theater und so bin ich dann da reingewachsen und reingeschliddert.«

Ab 1945 besuchte er das Alte Gymnasium in Bremen, machte dort Abitur und nahm von 1956 bis 1958 Schauspielunterricht an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Das notwendige Geld verdiente er sich als Bühnentechniker. 1963 ging er ans Theater Bremen, wo er auch selbst inszenierte, wechselte 1971 nach Hamburg, wo er unter anderem Ensemblemitglied am Deutschen Schauspielhaus und am Thalia Theater war und in den Jahren 1997 bis 2004 in der Speicherstadt unter freiem Himmel den »Jedermann« spielte. Seine Zuneigung zu Hamburg und dem Stadtteil St. Georg, in dem er wohnte, drückte er einmal so aus: »Ich liebe so viel an dieser Stadt, die Leute, die Tonart in einer Sprache, das Spazierengehen an der Elbe. Kein anderer Ort auf der Welt ist einfach so wunderschön.«

Bevor er einem breiteren Publikum durch diverse Rollen in TV-Serien wie »Großstadtrevier«, »Tatort« und vor allem bis zum Schluss in der ARD-Arztserie »In aller Freundschaft« bekannt wurde, spielte er Theater unter Peter Zadek und in Stücken von Thomas Bernhard sowie in zahllosen Spielfilmen. Uns besonders in Erinnerung geblieben sind sein Auftritt als Staatsanwalt in der Böll-Verfilmung »Die verlorene Ehre der Katharina Blum« von Volker Schlöndorff und Margarete von Trotta aus dem Jahr 1975, und seine Darstellung eines älteren Geschäftsmannes 1999 in »Ein Lied von Liebe und Tod – Gloomy Sunday« von Rolf Schübel, der in Budapest seiner Jugendliebe nachforscht (sein jugendliches Pendant, ein SS-Offizier, spielte übrigens sein Sohn aus der Ehe mit Monika Hansen [1943-–2025], Ben Becker).

Ein weiterer Film, der Rolf besonders am Herzen lag, war »Heinrich der Säger« von Klaus Gietinger aus dem Jahr 2001, der sich Stilllegungen von Bahnstrecken auf Grund von Profitgier mit Hilfe skrupelloser Politiker vornahm, in dem er den kauzigen Bahnhofsvorsteher Kurt Grantke gab (seine Filmtochter wurde in dieser Komödie von seiner Tochter Meret Becker verkörpert). Rolf war zudem dank seiner markanten Stimme auch ein gefragter Synchron- und Hörspielsprecher, die er auch für sein politische Engagement nutzte: So las er den ungekürzten Originaltext von 1848 des »Kommunistischen Manifest« von Marx und Engels sowie eine Interpretation dazu des englischen Historikers Eric Hobsbawms auf einem Hörbuch ein (das bei den Kollegen vom Argument Verlag noch immer erhältlich ist).

Rolf Becker machte aus seinem politischen Engagement kein Geheimnis. Er war nicht nur – für einen Schauspieler eher ungewöhnlich – Mitglied in der Gewerkschaft ver.di, sondern auch zeitweilig im Ortsvereinsvorstand Hamburg des Fachbereichs Medien aktiv. Politisch stand Rolf der »Gruppe Arbeiterpolitik« nahe, die sich in der Tradition der KPD-Opposition verstand und in der er in Hamburg mitwirkte. Zusammen mit dem Dramaturgen Claus Bremer (1924–1996) hatte er 1978 im VSA: Verlag die Erinnerungen des KPO-Aktivisten Paul Elflein unter dem Titel »Immer noch Kommunist?« herausgegeben.

Rolf war wegen seiner antimilitaristischen und gesellschaftskritischen Einstellung auch ein häufiger Redner auf Demonstrationen, engagierte sich zudem bei weitergehenden Aktionen. Im März 1999 etwa hielt er sich mit einer Gruppe von Gewerkschaftern zu Beginn des NATO-Luftkrieges gegen Jugoslawien in Belgrad auf und sprach anschließend immer wieder darüber (Franz Kafka zitierend): »Die Lüge wird zur Weltordnung gemacht«.

Als Griechenland mit einer linken Regierung unter massiven Druck der Eurozone und des IWF gesetzt wurde (zur Erinnerung: der damalige deutsche Finanzministers Wolfgang Schäuble wurde mit dem Zitat »Griechenland isch over« berüchtigt) organisierte Rolf Solidaritätsaktionen und -konzerte – so zum Beispiel am 1. April 2012 im voll besetzten Hamburger Schauspielhaus unter dem Titel »Mikis Theodorakis: Du bist Griechenland« gemeinsam mit der Sängerin Julia Schilinski, dem Komponisten, Konzertpianisten und Theodorakis-Kenner Gerhard Folkerts sowie der Hamburger Singakademie (unterstützt von der Geschichtswerkstatt St. Georg, der Kirchengemeinde St. Georg-Borgfelde und dem Einwohnerverein St. Georg). 

2016 hielt er die Laudatio für die Holocaust-Überlebende Esther Bejarano (1924–2021) bei der Verleihung des Preises für Solidarität und Menschenwürde durch das Bündnis für Soziale Gerechtigkeit und Menschenwürde. Befragt nach seiner Haltung zum Ukraine-Krieg antwortete er 2023: »Schluss mit allen Waffenlieferungen, alles tun, um Verhandlungen durchzusetzen.«

Rolf wird nicht nur in St. Georg vermisst!

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