Lesungen, Buchvorstellungen & Diskussionsveranstaltungen

an denen Autor*innen des Verlages beteiligt sind, sowie interessante Termine, die zu den Themen der Verlagsarbeit passen. Infos bitte rechtzeitig an klaus.schneider[at]vsa-verlag.de oder gerd.siebecke[at]vsa-verlag.de.

22. Oktober 2019Hamburg | 19:00 Uhr | Tschaikowsky-Saal, Tschaikowskyplatz 2

Aspekte des neuen Rechtsradikalismus

Am 6. April 1967 hielt Theodor W. Adorno an der Wiener Universität einen Vortrag über die Gründe für den Zuspruch rechtsextremer Bewegungen damals. Heute lesen sich Adornos Aspekte des Neuen Rechtsradikalismus wie eine Flaschenpost an die Zukunft, deren Wert für unsere Gegenwart Volker Weiß in seinem Nachwort der Neupublikation von Adornos Vortrag herausgearbeitet hat; er leitet die Veranstaltung ein.

23. Oktober 2019Wien | 19:30 Uhr | Fachbereichsbibliothek Soziologie & Politikwissenschaft, Rooseveltplatz 2

Der Kapitalismus muss radikal verändert werden, wie aber soll das gehen?

Ulrich Brand (geschäftsführender Leiter des Instituts für Politikwissenschaft an der Universität Wien) und Dieter Segert (Professor i.R. in Berlin, Prag und Wien) diskutieren über dessen neues Buch Transformation und politische Linke: Eine ostdeutsche Perspektive. Seit 200 Jahren zumindest existiert »die Moderne«. Eine Zeit der Umbrüche und des immer wieder Neuen. Jetzt scheint es aber so, als ob sich diese noch einmal übersteigern wollte. Die Informationsrevolution hat seit den 1980er Jahren eine bisher unbekannte Dimension der Beschleunigung des technischen Fortschritts erreicht, die im letzten Jahrzehnt in eine neue Qualität umschlägt. Ein grundlegender Umbruch findet statt. Utopien und Dystopien werden wieder nachgefragt. Warum aber war das bis jetzt die Stunde der rechten Populisten? Weshalb sind wir so wenig zum radikalen Umsteuern in der Lage? Unter anderem darüber wird es in dem Gespräch zwischen Dieter Segert  und Ulrich Brand gehen. Zur Sprache wird auch kommen, was aus der Transformation Osteuropas und Ostdeutschlands nach 1989 zu lernen ist. Moderiert wird die Veranstaltung von Clara Moder (Politikwissenschaftlerin und Sozioökonomin im Bereich Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik).
Eine Veranstaltung der Universitätsbibliothek Wien.

24. Oktober 2019Alsfeld | 19:30 Uhr | Hotel Klingelhöffer, Hersfelder Str. 47

Staat, Recht, Demokratie

Marx gilt als Ökonom, vielleicht noch als Soziologe. »Von Haus aus« war Marx jedoch Jurist. Andreas Fisahn (Universität Bielefeld) hat es sich zur Aufgabe gemacht, die vielen einschlägigen Passagen zu systematisieren und Unstimmigkeiten »auszubügeln«. Damit bietet er einen Überblick über das staatstheoretische Denken von Marx und Engels.

28. Oktober 2019Frankfurt a.M. | 19.00 Uhr | Club Voltaire, Kleine Hochstr. 5

Dieter Boris: Politische Kultur in Lateinamerika

Der Lateinamerika-Experte Dieter Boris, Professor für Soziologie im Ruhestand an der Philipps Universität Marburg, stellt seine Thesen zu Hintergründen, Wirkungen und Perspektiven Lateinamerikas aus dem Supplement zur Print-Ausgabe von Sozialismus.de 7-8/2019 vor und zur Diskussion. »Der Niedergang der verschiedenen Linksregierungen in Lateinamerika hat ... keine grundsätzliche Neubesinnung der politischen und wissenschaftlichen Analyse ausgelöst, weder bei konservativen, konventionellen ­Autor*innen noch bei linken, kritischen Sozialwissenschaftler*innen. ... Die Machenschaften der konservativen Eliten im jeweiligen Land und die unermüdliche Wühlarbeit des Imperialismus [werden] in den Vordergrund gestellt. ... Die Stärke der konservativen bzw. imperialistischen Beharrungs- und Interventionskräfte hängt immer auch vom Agieren der fortschrittlichen Seite ab. Deren Analyse von Rückschlägen und Niederlagen muss also auch eigene Fehler oder strukturelle Defizite einschließen.« Dies versucht Dieter Boris und präsentiert erste Ansätze und ­Anregungen für der komplexen Thematik angemessene Untersuchungen. Moderieren wird die gemeinsam vom Club Voltaire und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen getragene Veranstaltung Jürgen Hinzer.

29. Oktober 2019Online | jeweils 18:30 Uhr

Wie wir lernen Kämpfe zu gewinnen

Mit den Global Lectures gibt Jane McAlevey einen vierteiligen Crashkurs zu Organizing-Methoden. Sie wird in vier aufeinander aufbauenden Sitzungen deren wesentlichen Elemente vorstellen. Dabei stützt sie sich auf die Ideen aus ihrem bei VSA: erschienenen Buch Keine halben Sachen. Die Lectures beginnen am 29. Oktober und finden immer dienstags von 18:30 bis 20:00 Uhr mitteleuropäische Zeit statt; weitere Termine sind der 12., 19. und 26. November. Bitte unbedingt bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung anmelden. Dort gibt es auch weitere Informationen.

31. Oktober 2019bis 2.11.2019 | Berlin | 18:30 Uhr | Rosa-Luxemburg-Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1

Neosozialistische Klassenpolitik

Die Umwälzungen der Klassengesellschaften finden in einer »ökonomisch-ökologischen Doppelkrise« statt. Globale Ungleichheit hat nie gekannte Ausmaße erreicht, mit dramatischen Folgen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie. Dazu treten die Folgen kapitalistischen Wachstums, die zu einer planetarischen ökologischen Krise geführt haben. Und auch die Frage der globalen Migration ist zu einer nicht mehr hintergehbaren Herausforderung geworden. Es geht nicht einfach um die Verteidigung des Sozialstaates, die Rückkehr zu einem nationalstaatlich regulierten Kapitalismus, dessen ökologische Einhegung. Es geht auch um eine Perspektive, die Klaus Dörre »Neosozialismus« nennt. Schwerpunkte der Tagung: a) Diskussion des Forschungsberichts des Projekts Klassenanalyse Jena (PKJ); b) klassenanalytische Fragestellung in der »Doppelkrise«; c) Ansätze einer neosozialistischen und ökologischen Klassenpolitik. Informationen und Anmeldung: uta.tackenberg@rosalux.org.

Quelle: https://www.vsa-verlag.de/nc/lesungen_termine/