Lesungen, Buchvorstellungen & Diskussionsveranstaltungen

an denen Autor*innen des Verlages beteiligt sind, sowie interessante Termine, die zu den Themen der Verlagsarbeit passen. Infos bitte rechtzeitig an klaus.schneider[at]vsa-verlag.de oder gerd.siebecke[at]vsa-verlag.de.

25. Juni 2019Hamburg | 19:00 Uhr | Hörsaal der Uni Hamburg, Von-Melle-Park 9

Frank Deppe: 100 Jahre Sozialpartnerschaft. Ein Modell mit Zukunft?

100 Jahre Novemberrevolution nahm der »Deutsche Gewerkschaftsbund« (DGB) auf Bundesebene leider nicht zum Anlass einer Würdigung der damaligen Kämpfe und kritischen Betrachtung ihrer Niederlage. Stattdessen feierten DGB und die »Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände« (BDA) zusammen mit weiteren Vertreter*innen aus Politik und Wirtschaft den 100. Jahrestag des Stinnes-Legien-Abkommens und damit den Jahrestag der deutschen Sozialpartnerschaft. Zu Unrecht, findet Frank Deppe (ehemaliger Professor am Institut für Politikwissenschaften der Universität Marburg) und kritisierte in einem Text dieses Manöver, welches die Entwicklungen der letzten 40 Jahre, wie Beispielsweise die Zunahme prekärer Beschäftigung und das Sanktionierungsregime Hartz IV, bewusst ignoriert. In der Veranstaltung soll sich den Ursprüngen der deutschen Sozialpartnerschaft gewidmet werden, sowie die strukturellen Veränderungen der industriellen- und arbeitsweltlichen Beziehungen seit ihrer Entstehung, genauer analysiert werden. Anhand dieser historischen Betrachtung wollen wir uns der Frage widmen, ob die Sozialpartnerschaft gegenwärtig in Anbetracht von Machtverschiebungen zwischen Kapital und Arbeit, sowie einer zunehmenden Globalisierung noch eine Zukunft hat? Oder ob sie durch die Standortkampagne Industrie 4.0, sowie der ökologischen Transformation (insb. der deutschen Aufomobilbranche), aktuell kurz vor einer Renaissance steht.
Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft für gewerkschaftliche Fragen (AgF) Hamburg (gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

1. Juli 2019Erfurt | 18:00 Uhr | Thüringer Landtag, Raum F065

Benjamin-Immanuel Hoff, Katharina König-Preuss und Martina Renner: Rückhaltlose Aufklärung?

Der Untersuchungsausschuss gilt als »scharfes Schwert« der Opposition, kann er doch durch Beweisanträge beispielsweise die Vorlage von Akten verlangen und Zeugen vernehmen. Doch wie scharf ist dieses Schwert wirklich bei parlamentarischer Kontrolle und Aufklärungsbemühungen? Diese Frage untersuchen die Autor*innen in einem (selbst-)kritischen Resümee in dem Buch Rückhaltlose Aufklärung? NSU, NSA, BND – Geheimdienste und Untersuchungsausschüsse zwischen Staatsversagen und Staatswohl in den drei Geheimdienstskandalen seit der Jahrtausendwende. Dabei geht es um den NSU-Komplex und die massenhafte Kommunikations-Überwachung durch BND und NSA. Im Fokus stehen die NSU-Untersuchungsausschüsse im Bundestag und in ausgewählten Landesparlamenten sowie der NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages. Aber auch der BND-Untersuchungsausschuss des Bundestages zum Fall Murat Kurnaz wird in die Betrachtungen einbezogen. Die Journalist*innen, Jurist*innen und Parlamentarier*innen füllen mit ihren Texten eine wichtige Lücke, um die Hintergründe des offenkundigen Staatsversagens aufzuhellen. Sie stärken damit denjenigen den Rücken zu stärken, die das Anliegen rückhaltloser Aufklärung mit einem langen Atem weiter verfolgen. Das Buch wird vorgestellt von dem Mitherausgeber Benjamin-Immanuel Hoff (Chef der Staatskanzlei und Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Thüringen), der Autorin Katharina König-Preuss (MdL DIE LINKE, Obfrau in den thüringischen Untersuchungsausschüssen 5/1 und 6/1 zur Aufarbeitung des NSU) und der Mitherausgeberin Martina Renner (MdB DIE LINKE und stellvertretende Parteivorsitzende der Linkspartei, Obfrau im Untersuchungsausschuss zum Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz und zuvor im NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages sowie ehemalige stellvertretende Vorsitzende im thüringischen Untersuchungsausschuss 5/1 zur Aufarbeitung des NSU).

3. Juli 2019Berlin | 19:00 Uhr | Werkstatt der Kulturen, Seminarraum 1, Wissmannstr. 32

Feindbild Islam und institutioneller Rassismus

Das 2018 im VSA: Verlag erschienene gleichnamige Buch von Eberhard Schultz ist nach wie vor brennend aktuell. Dies zeigen nicht nur Anschläge und Überfälle auf Moscheen und (mutmaßliche) Moslems, sondern auch die Vorgänge um den Rücktritt des BND-Chefs Maaßen, zahlreiche Gerichtsentscheidungen und Fälle von Behördenwillkür sowie die schleppenden Ermittlungen wegen mutmaßlicher Terroristen in der Bundeswehr und Polizei – Jahre nach der problematischen »Aufarbeitung« der NSU-Mordserie. Der Autor stellt das Buch auf Einladung von »Reachout, Opferberatung und Bildung gegen rechte, rassistische und antisemitische Gewalt« und in Kooperation mit der Werkstatt der Kulturen vor.

4. Juli 2019Dresden | 18:00 Uhr | Johannstädter Kulturtreff, Elisenstr. 35

Eberhard Schultz: Feindbild Islam und institutioneller Rassismus

Der Autor liest aus und diskutiert über sein Buch im Rahmen der Gedenktage an die im Landgericht Dresden vor 10 Jahren ermordete Marwa El-Sherbini.

8. Juli 2019Köln | 18:00 Uhr, Uni, Gronewaldstr. 2

Neosozialismus

Auf Seiten der Neuen Rechten wird die »Systemfrage« z.T. offen thematisiert. Irritierenderweise tut sich Mitte-Links damit schwerer, wie die Debatte um Kollektivierung/Sozialismus des Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert gezeigt hat. Aus SPD-Reihen wurde mit Beißreflexen reagiert: Sozialismus sei als System doch grundlegend gescheitert und Umverteilung erschrecke die eigene Klientel. Klaus Dörre hält dagegen die Öffnung einer sozial-ökologischen Transformationsperspektive für entscheidend. Seine Thesen hat er in einem gemeinsam mit Christine Schickert herausgegeben Buch zur Diskussion gestellt: »Neosozialismus – Solidarität, Demokratie und Ökologie vs. Kapitalismus« (oekom 2019). Vortrag mit Debatte über alte und neue sozialistische Perspektiven.

9. Juli 2019Tübingen | 20:00 Uhr | Club Voltaire, Haaggasse 26b

Bilanz der Syriza-Regierung

Am 7. Juli 2019 wird das griechische Parlament neu gewählt. Damit endet voraussichtlich die Amtszeit von Syriza. Ihre Regierungsübernahme Anfang 2015 war von hohen Erwartungen begleitet. Syriza startete im Widerstand gegen die neoliberalen »Memoranden«, wurde dann jedoch massiv unter Druck gesetzt, die »Sparprogramme« und Privatisierungsvorgaben der Troika zu exekutieren. Die Einschätzungen über diese Politik, die ihr unterliegenden Restriktionen, verpassten Chancen und Perspektiven gehen auseinander. Darüber berichtet Athanasios Marvakis, Sozialwissenschaftler an der Aristoteles-Universität in Thessaloniki.

10. Juli 2019Hamburg | 19:00 Uhr | Uni, Von-Melle-Park 9, Hörsaal

Gewerkschaft als soziale Bewegung

Im »Social Movement Unionism« wird dafür geworben, dass sich die Gewerkschaftsbewegung als soziale Bewegung oder zumindest als Teil davon verstehen sollte. Arbeitskämpfe im öffentlichen Dienst, im Care-Bereich, in Handel und Industrie stehen vor der Herausforderung, politisch geführt werden zu müssen gegen staatliche Sparpolitik und private Kapitalmacht. Mag Wompel, Industriesoziologin, aktiv bei LabourNet Germany, diskutiert Ansätze einer Politisierung von Gewerkschaftsarbeit.

13. Juli 2019Frankfurt a.M. | 13:00 Uhr | Medico-Haus Osthafenforum, Lindleystr. 15

50 Jahre Sozialistisches Büro

Gefeiert wird das »Sozialistische Büro« – gegründet 1969 u.a. von Andreas Buro, Klaus Vack, Gert Schäfer, Christel Beilmann, Oskar Negt, Edgar Weick, Elmar Altvater, Heinz Brakemeier, Herbert Stubenrauch, Egon Becker. Auf der Tagesordnung steht kein »VeteranInnen-Treff«, sondern das Erinnern und Rekonstruieren der Frage nach der Wirkungsgeschichte, der Aktualität und dem Unabgegoltenen dieses für die Veränderung der Bundesrepu­blik nicht unwichtigen Versuchs einer »organisierten Nicht-Organisation« jenseits von Partei, Staat und »Nürnberger Trichter«. »Exemplarisches Lernen« und »Nicht nach Köpfen, sondern nach Interessen organisieren« (Oskar Negt) – was hieß das, zu was führte das, und was kann es heute heißen?

31. Juli 2019bis 4. August 2019 | Bochum | Erich-Kästner-Gesamtschule, Markstr. 189

Vom Leben auf Kosten anderer zum guten Leben für alle!

Unter diesem Motto findet die diesjährigen Attac-Sommerakademie statt, die das vorbereitende Team wie folgt ankündigt: »Auf der Wir leben in einer Zeit des Umbruchs – die neoliberale Dominanz in der Ökonomie und anderen Lebensbereichen trifft sich mit einem überall spürbaren gesellschaftlichen und kulturellen Rechtsruck. Linke und emanzipatorische Ideen und Kräfte dringen in dieser Situation noch schwerer durch, dabei haben globalisierungskritische Forderungen angesichts der globalen Krisen mehr denn je ihre Berechtigung. Doch die herrschenden Eliten sind weiterhin sehr erfolgreich darin, ihre Agenda durchzusetzen – und zwar schneller, raffinierter und durchschlagskräftiger denn je.« Wer sich dem entgegenstellen will, »findet bei der Attac-Sommerakademie Anfang August in Bochum viele Gelegenheiten zu lernen und zu diskutieren. In fast 100 Seminaren, Workshops und Foren setzen sich die Teilnehmer*innen mit der neoliberalen Globalisierung auseinander, entwickeln Alternativen weiter und diskutieren neue Positionen. Im Fokus der Debatte stehen dabei Ansätze für eine sozialökologische Transformation sowie die Themenkomplexe Migration, Rechtsruck, autoritäre Herrschaftsformen und Demokratie. Dazu kommen Workshops, die politisches Handwerkszeug vermitteln, denn für Veränderung braucht es Wissen, Aktion und Strategie gleichermaßen!« Weitere Infos zum Programm zur Organisation und eine Anmeldmöglichkeit gibt es unter www.attac.de/sommerakademie/startseite/

27. August 2019Köln | 19:30 Uhr | Der andere Buchladen, Weyertal 32-34

1949-1989: Transformation und politische Linke

Ist es möglich, in einer Zeit der »Großen Regression« aus den eigenen Lebenserfahrungen, die ja Vergangenes spiegeln, zu lernen für Entscheidungen, die zukünftig anstehen? Wie kann umgesteuert werden, und was lässt sich aus der ostdeutschen Transformation lernen? Dieter Segert analysiert in seinem soeben erschienenen VSA: Buch Transformation und politische Linke ostdeutsche und osteuropäische Umbrüche. Er entwickelt Ideen für einen Weg in eine solidarische Gesellschaft und partizipatorische Demokratie. Seine Schlussfolgerung: Die politische Linke sollte sich wieder auf die Kraft sozialer Utopien besinnen.

Quelle: https://www.vsa-verlag.de/nc/lesungen_termine/