Wie in diesen schwierigen Zeiten unsere Arbeit charakterisieren? Eine Zeile aus Pablo Nerudas »Ode an das Buch« hilft.

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Gine Elsner

Schattenseiten einer Arztkarriere

Ernst Wilhelm Baader (1892-1962): Gewerbehygieniker & Gerichtsmediziner

160 Seiten | Hardcover | 2011 | EUR 12.80 | sFr 19.90
ISBN 978-3-89965-466-0

 

Kurztext: Anhand der Karriere von Ernst Wilhelm Baader deckt Gine Elsner auf, wie zögerlich sich auch die Arbeitsmedizin den un­bequemen Seiten ihrer Vergangenheit in der NS-Zeit öffnet.

Inhalt & Leseprobe:

www.vsa-verlag.de-Elsner-Schattenseiten-einer-Arztkarriere-Baader.pdf202 K

Am 14. Mai 1925 wurde am Kaiserin-Auguste-Viktoria-Krankenhaus im Arbeiterviertel Berlin-Lichtenberg eine Station für Gewerbekrankheiten unter der Leitung E.W. Baaders eingerichtet - das angebliche Gründungsdatum der modernen Arbeitsmedizin in Deutschland. Mit seiner Auffassung von der Bedeutung der Gewerbemedizin für die »wirtschaftliche und gesundheitsmäßige Rassenentwicklung« kann Baader schon 1930 in der ideologischen Nähe der späteren Machthaber verortet werden. 1933 profitierte er von der Vertreibung jüdischer Ärzte: Er wurde Chefarzt im Städtischen Krankenhaus Berlin-Neukölln, wo er nach 1934 als außerordentlicher Professor das neu eingerichtete Universitäts-Institut für Berufskrankheiten leitete.

Gine Elsner hinterfragt das Selbstbild der Arbeitsmedizin, in dem deren weitgehende Kontinuität unabhängig vom politischen System behauptet wird. Ihr Fazit: Baader ist nicht geeignet, den Posten eines »Altmeisters« der deutschen Arbeitsmedizin zu übernehmen.

Die Autorin:
Gine Elsner, Prof. Dr., geboren 1943 in Hamburg, bis 2009 Direktorin des Instituts für Arbeitsmedizin des Fachbereichs Medizin der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. 2009 gab sie bei VSA das Buch von Fanny Englard, "Vom Waisenhaus zum Jungfernhof. Deportiert von Hamburg nach Riga: Bericht einer Überlebenden" heraus.

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