Karl Heinz Roth / Angelika Ebbinghaus (Hrsg.)

Rote Kapellen – Kreisauer Kreise – Schwarze Kapellen

Neue Sichtweisen auf den Widerstand gegen die NS-Diktatur 1938-1945

296 Seiten | nur noch als eBook erhältlich | 2004 | EUR 19.80
ISBN 3-89965-087-5 1

Titel nicht lieferbar!

 

Nur noch als erhältlich; weite Infos auf der Seite VSA: eBooks.


Kurztext:
In diesem Buch wird nachgewiesen, dass der Widerstand gegen den Nationalsozialismus (anlässlich des 60 Jahrestages des 20. Juli 1944 breit diskutiert) in allen Gesellschaftsschichten verankert war – aber überall nur als Minderheit.


Dieses Buch bietet neue Sichtweisen auf den Widerstand gegen die NS-Diktatur. Karl Heinz Roth und Angelika Ebbinghaus beschreiben den langen Weg zum bürgerlichen Widerstand und wie schwer sich die militärische und zivile Opposition damit tat, sich zu einer kompromisslosen Gegnerschaft zum NS-Regime durchzuringen. Wohingegen, so Ludwig Eiber, Widerstand aus den Reihen der Unterschichten, der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung von Anbeginn der NS-Diktatur existierte. Ein besonderer Spannungsbogen ergibt sich zwischen den Aussagen der Zeitzeugen wie Angehörigen und der historischen Analyse. Stefan Roloff und Hartmut Schulze-Boysen dekonstruieren den Mythos "Rote Kapelle", und Freya von Moltke beantwortet Fragen zu der von Anfang an europäisch und basisdemokratisch orientierten Widerstandsgruppe "Kreisauer Kreis".

Rezensionen

"Der National-Mythos ist zerstört" Neue Sichtweisen auf den Widerstand gegen den deutschen Nationalsozialismus versprechen die bekannten linken Historiker Karl Heinz Roth und Angelika Ebbinghaus in ihrem neuen, soeben im Hamburger VSA-Verlag erschienenen Buch Rote Kapellen — Kreisauer Kreise — Schwarze Kapellen. Für die SoZ sprach Christoph Jünke mit Karl Heinz Roth über ihre Erkenntnisse und deren Relevanz für die heutige Zeit. In der umfangreichen medialen Debatte zum Hitler-Film Der Untergang spielte ein Argument derjenigen, die den Film loben, eine große Rolle: Das Argument, dass ein solcher Film zu einem verstärkten öffentlichen Interesse an Fragen der NS-Geschichte führt. Angelika Ebbinghaus und du habt soeben einen Band herausgebracht, in dem es um den vielfältigen Widerstand gegen den Nationalsozialismus geht. Habt ihr ein solches verstärktes öffentliches Interesse an eurer Arbeit und eurem Band schon festgestellt? Eigentlich nicht. Es gab bei den verschiedenen Diskussionen immer wieder Hinweise auf diesen Film, aber die kamen zumeist von Leuten, die sich schon lange mit der NS-Geschichte auseinandergesetzt haben und keineswegs repräsentativ für die Menschen wären. Wir haben sehr viel stärker den Eindruck, dass dieser Film die ganzen Ergebnisse der geschichtswissenschaftlichen Forschung sehr stark personalisiert und damit zu einer Regression führt, die letztlich sehr kontraproduktiv ist. Die Linken sehen im Allgemeinen natürlich völlig zu Recht restaurative Tendenzen, die hinter dieser medialen Verarbeitung stehen und, mit Knopp und Co., schon eine längere Tradition haben. Auch diejenigen, die historisch mehr oder weniger professionell arbeiten, sehen dies ähnlich. Ein verstärktes Interesse haben wir bisher nicht feststellen können. Euer neues Buch behandelt die breite Palette des politischen und "unpolitischen" Widerstand gegen den NS. Und ihr betont, dass es sich dabei um neue Forschungserkenntnisse und neue Sichtweisen auf diesen Widerstand handelt. Was ist dabei neu? Wir, d.h. Ludwig Eiber, Stefan Roloff, Angelika Ebbinghaus und ich, haben uns in unseren Beiträgen auf drei Aspekte konzentriert. Das eine ist der Widerstand von unten, das zweite eine Neubewertung der sog. Roten Kapelle und das dritte eine sehr breite Sichtweise auf den bürgerlichen Widerstand. Ludwig Eiber fasst in seinem Beitrag, dies zum ersten Aspekt, Forschungsergebnisse zusammen, die im Wesentlichen erst in den 90er Jahren entstanden sind. Sie sind für uns besonders spannend gewesen, weil wir uns selbst ja vor dreißig Jahren in unserem Werk Die andere Arbeiterbewegung mit diesem Widerstand auseinandergesetzt haben und sehr viele offene Fragen hatten. Diese Fragen sind durch die neueren Forschungen zu einem erheblichen Teil sehr konstruktiv beantwortet worden. Schon in den 70er Jahren war uns zwar klar, dass der Arbeiterwiderstand nach der Zerstörung der politischen Arbeiterorganisationen der Linken 1937/ 38 nicht verschwunden ist, sondern sich diffus ausgebreitet und diffus überlebt hat. Nicht klar dagegen war, dass er sich auch sehr stark, was eigentlich selbstverständlich ist, in die Armee, d.h. die Wehrmacht verlagert hat. Der Widerstand der einfachen Soldaten, von Hunderttausenden Deserteuren, bekommt so eine ganz neue Qualität. Er war zu einem erheblichen Teil informell strukturiert, aber er hatte gegen Ende des Krieges auch organisatorische Momente entwickelt, bspw. im Umfeld des Nationalkomitees Freies Deutschland (NKFD). Das war uns bisher nicht so klar. Hinzu kommt die Diffusion in andere Spektren, in den Jugendwiderstand, den Frauenwiderstand, den Widerstand von verfolgten und untergetauchten Juden, um nur einige Beispiele zu nennen. Neu war für uns auch die relativ starke Rekonstruktion des kommunistischen Widerstands seit 1942/43. Da haben wir richtig dazugelernt. Es gab parallel zum informellen Überleben der proletarischen Milieus in kleinen informellen, zumeist verwandschaftlichen Gruppen auch neue, sehr interessante Organisationsprozesse, in denen sich sozusagen das letzte Aufgebot des kommunistischen Widerstands reorganisiert hat, das sich zudem ganz explizit von der Moskauer Exilleitung distanziert und, wenn auch mit sympathisierender Nähe zum Programm des NKFD, eigene Gestaltungsansprüche deutlich artikuliert hat. Diese neuen Aspekte sind nicht nur spannend, sie eröffnen auch ein neues Terrain. Bei der Roten Kapelle, um den zweiten Schwerpunkt zu nennen, hat uns fasziniert, dass die Legende, es habe sich um eine Geheimorganisation des sowjetischen Militärdienstes gehandelt, völlig zerstört wurde. Sie war etwas ganz anderes — eine Widerstandsgruppe aus allen sozialen Schichten, ein breites Spektrum von unten bis in das Bildungsbürgertum hinein mit einer ziemlich realistischen und klaren Programmatik. Die Gruppe war nicht nur faszinierend, sondern auch ungeheuer produktiv und hat vieles, was das NKFD später propagiert hat, vorweggenommen. Sie hat auch nach allen Seiten agiert, v.a. auch nach Seiten der US-amerikanischen Botschaft bis zu deren Schließung 1941. Und genau diese Kontakte zur Roosevelt- Administration wurden später, im Kalten Krieg, fast völlig unterdrückt. Das ist eine wirklich neue Sichtweise. Über den dritten Schwerpunkt haben Angelika und ich selbst gearbeitet. In einer linken Tradition stehend, war es die zentrale Frage, ob es wirklich so etwas wie einen demokratisch-bürgerlichen Widerstand auch gegen die NS-Diktatur gegeben? Hat es hinter dem NS-Mythos überhaupt eine andere historische Realität gegeben? Das Ergebnis ist sehr differenziert. Es hat diesen bürgerlichen demokratischen Widerstand gegeben, aber er war sehr klein — ein minimales Spektrum, das eine große Wirkung entfaltet hat. Das war vor allem der Kreisauer Kreis. Dieser Kreis muss auch aus linker Perspektive neu diskutiert werden. Helmuth von Moltke war eine Lichtgestalt des deutschen Widerstands. Er hat sich mit Spinoza und mit radikaldemokratischen Entwicklungen auseinandergesetzt, er hat sich mit der US- amerikanischen Emanzipationstradition der "Federalists" beschäftigt. Der Kreisauer Kreis ging aus von einer vollständigen Zerstörung der NS-Diktatur durch eine militärische Niederlage und wollte dann einen Neuanfang starten, der jenseits des Nationalstaats in einer europäischen föderalistischen Perspektive lag. Da sind viele interessante Aspekte, die man nicht heroisieren sollte. Aber insgesamt war dies ein spannendes pluralistisch-demokratisches Spektrum. Ihr geht soweit, den Kreisauer Kreis nicht nur als "bemerkenswert fortschrittlich" einzuschätzen, sondern deutet sogar an, dass ihr ihn für fortschrittlicher haltet als Teile des kommunistischen Widerstands. Wie ist dies zu verstehen? Das wäre etwas übertrieben und ist stark zu relativieren. Aber es gibt einen Aspekt, den wir sehr faszinierend finden. Der kommunistische Widerstand in ganz Europa hatte eine Programmatik, die auf die nationale Befreiung orientiert war. Er hatte eine sehr starke jakobinisch-nationalstaatlich-demokratische Perspektive im Rahmen der Volksfrontstrategie. Wir meinen allerdings, dass dies in der damaligen Konstellation nicht genügend war, schon allein deswegen nicht, weil die wirklichen aktiven Kerne des kommunistischen Widerstands multinational waren. In Frankreich z.B. bestand der bewaffnete Arm der Resistance vor 1943, also vor ihrer Popularität, aus staatenlosen Migrantinnen und Migranten der zweiten Generation. Für diese Kämpferinnen und Kämpfer war eine nationale Perspektive ziemlich sekundär. Diese europäische und internationalistische Dimension des kommunistischen Widerstands war in Deutschland nur sehr schwach. Und in diesem Kontext haben die europäischen Föderationspläne der Kreisauer 1943/44 eine bedeutende Rolle gespielt: sie waren an diesem Punkt weiter. Und von daher müssen wir fragen, warum es diese transnationalen, antinationalistischen Tendenzen in der arbeiterkommunistischen Bewegung nicht gab, bzw. nur sehr marginalisiert. Daraus ergibt sich also auch ein neuer Blick auf den Arbeiterwiderstand. Welche Rolle spielte in diesem Oppositionsgeflecht die Aktionsgruppe des 20. Juli? Bei der Analyse des bürgerlichen Widerstands ist dies die wichtigste Gruppe. Seit 1937/38 gab es eine regimeloyale Opposition im zivilen und militärischen Bereich, die sich als Teil des faschistischen Systems verstanden hat und mit einem bürgerlich- demokratischen Aufbruch nichts zu tun hatte. Unter dem Einfluss der Kreisauer hat sich 1943/44 aus einer Minderheit der zivilen und militärischen Opposition, v.a. also der jüngeren Generalität eine Gruppierung gebildet, die wirklich zu neuen Ufern aufgebrochen ist. Das war aber eine ganz kleine, marginalisierte Gruppe: das war die Aktionsgruppe des 20.Juli, die Sozialisten, der Kreisauer Kreis auf der einen Seite. Auf der anderen Seite die jüngeren Militärs, Stauffenberg und Olbricht bspw., die eine ganz enge Verbindung hatten zu Julius Leber. Und dieser Julius Leber wurde in den letzten Monaten die treibende Kraft eines jeglichen volksfrontartigen Umbruchs. Die jungen Militärs haben dies akzeptiert trotz ihrer eigenen Verstrickungen in die Verbrechen des Regimes. Das war der Aufbruch einer kleinen Gruppe, die, gerade weil sie die Mehrheit der bürgerlichen Mitte nicht mitreißen konnte, tragisch verloren hat. Auch zum 20.Juli gab es im Sommer manche Fernsehproduktion. Habt ihr eure Erkenntnisse dort wiedererkannt? Bei den großen Dokumentar- und Fernsehfilmen gab es dieselbe Tendenz zur Personalisierung und Heroisierung militärischer Figuren. Und doch war eine Entmischung, eine Differenzierung zu bemerken, bspw. in der Subkultur der Dokumentarfilme. Auch der von Roloff über die Rote Kapelle wurde ja gezeigt. Das Panorama in den Medien war deswegen differenzierter. Die Hauptströmung, d.h. die Haupteinschaltquoten-Beiträge waren klar restaurativ. Es war deshalb auch kein Wunder, dass die Enkel Stauffenbergs bei den Feiern am 20.Juli die anwesenden Überlebenden der Roten Kapelle fragten: Was macht denn ihr hier? So etwas reproduziert sich zwar noch, kann sich aber nicht mehr ganz durchsetzen. Es gab auch für uns Interessantes. Im Gesamtkontext jedoch war es der Versuch, das alte Mythenbild zu rekonstruieren — vor allem der Militärkult um die Heeresgruppe Mitte, der sehr ärgerlich ist, wenn man sieht, was diese Offiziere gemacht und was sie nicht gemacht haben. Wir haben uns trotzdem weniger geärgert als vielmehr amüsiert. Der Nationalmythos ist zerstört und dürfte auch perspektivisch nicht restaurierbar sein. Wir sind froh, dass wir uns nach 30 Jahren zusammengerauft haben, um an dieser Dekonstruktion ein klein wenig mitzuhelfen. Es ist noch immer schwer möglich, den Widerstand gegen den NS quantitativ einzuschätzen. Deutlicher wird zwar nun, dass er umfangreicher war als früher eingeschätzt. Doch es bleibt die Tatsache, dass er ohne nennenswerten Erfolg war. Welches Licht wirft dies auf den Widerstand und den NS als Ganzen? Da die Versuche der Quantifizierung nicht sehr sicher sind, ist nur ein Teil unserer Quantifizierung ins Buch eingegangen. Doch wird klar, dass der Widerstand eine erhebliche Breite hatte. Selbst während der Kriegszeit haben immerhin 10% der Bevölkerung, und zwar von unten nach oben abnehmend, so etwas wie ein Milieu des Widerstands gebildet. Es sind immerhin fast 1 Million Menschen kurz- oder langfristig in die Fänge der Gestapo geraten, Hundertausende sind desertiert. 6000—8000 Menschen sind nicht nur desertiert, sondern auch zu den Alliierten oder in die Partisanenbewegung der Resistance übergelaufen. Es hat 30000 Todesurteile gegen Deserteure gegeben. Der Widerstand war breit, aber gleichzeitig sehr zersplittert, sehr fragmentiert. Und er weist einige bisher kaum gedeutete Phänomene auf — wie bspw. seine am europäischen Maßstab gemessene enorme Gewaltlosigkeit. Wer also über den europäischen Widerstand gegen den Faschismus reflektiert, kommt einfach nicht mehr am deutschen Widerstand vorbei. Hast du, habt ihr durch die Beschäftigung mit dem Widerstand auch etwas für heutige Politik gelernt? Ja und nein. Nein, denn der Widerstand ist ein nun 60 Jahre altes historisches Phänomen. Ja, denn erstens war für uns neu zu erkennen, wie stark auch "die Linke" bisher Vorurteile gehabt und weniger den gesamten Widerstand betrachtet hat, um zu einem Gesamtbild zu kommen. Hier ist eine Menge zu korrigieren. Das zweite ist beängstigender. Leider ist das Thema nicht ganz so inaktuell, wie wir es am Anfang unserer Forschungsarbeit gedacht haben. Es gibt, das haben wir gerade auf einer Tagung real mitbekommen, bspw. in Süd- und Südosteuropa ganz eindeutig neofaschistische Tendenzen, die eine inzwischen enorme Wirkung erzielt haben. Ein anderes Beispiel ist der Hindu-Faschismus und seine Bündnispolitik zum alten Faschismus. Wir haben es dabei mit dem bemerkenswerten Phänomen einer Internationalisierung des Faschismus zu tun. Der Faschismus ist heute ein globales Phänomen, ein Phänomen in der Globalisierung.

Leseprobe 1

Vorwort

Seit drei Jahrzehnten beschäftigen wir uns mit der Geschichte des deutschen Widerstands gegen die NS-Diktatur. Dabei hatten wir aber nie das gesamte Spektrum im Blick, sondern setzten uns fast ausschließlich mit dem Widerstand der Unterschichten und den gegen sie gerichteten Repressionen auseinander. Dass eine deutliche Minderheit der Lohnabhängigen und Zwangsarbeiter auch nach dem Untergang der organisierten Arbeiterbewegung die Zumutungen des Regimes keineswegs widerstandslos hingenommen hatte, machte uns neugierig. Der bürgerliche Widerstand und seine Überhöhung zu einem legitimationsstiftenden nationalen Mythos durch die konservative Geschichtspolitik beschäftigte uns hingegen nur am Rande. Wir lehnten seine Verzeichnungen genauso ab wie die der DDR-Historiographie, die den Arbeiterwiderstand so gut wie vollständig der Exilleitung der Kommunistischen Partei gutschrieb. Letzterer gegenüber gingen wir kritisch auf Distanz, aber eine historisch-analytische Dekonstruktion des bürgerlichen Widerstandsmythos hielten wir für unwichtig. Im Umkreis der Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts wurde unsere thematische Beschränkung in den letzten Jahren nicht mehr verstanden, zumal sich in der Widerstandsforschung seit dem Ende des Kalten Kriegs ein neuer Aufbruch vollzog. Diesseits wie jenseits des geschleiften Eisernen Vorhangs haben die alten Legitimationszwänge und Frontstellungen an Überzeugungskraft verloren. Es ist möglich geworden, mit professioneller Unbefangenheit neu an das Thema heranzugehen, ohne dafür gleich politisch abgestraft und wissenschaftlich marginalisiert zu werden. Nach der Überwindung der bisherigen antikommunistischen wie antiimperialistischen Normierungen war der Weg zu neuen Erkenntnissen offen, und entsprechend überraschend sind manche der seither erhobenen Befunde. Beispielsweise war die "Rote Kapelle" keineswegs ein Spionagenetz des sowjetischen Militärgeheimdiensts, sondern ein Zusammenschluss widerständiger Freundeskreise, der das gesamte soziale Spektrum der Gesellschaft spiegelte und in Sachen "Landesverrat" an die "Schwarzen Kapellen" der Wehrmacht-Abwehr lange nicht heranreichte. Und für die Exponenten des 1942/43 reaktivierten kommunistischen Widerstands stand außer Frage, dass sie allein und unabhängig von der Moskauer Exilgruppe über ihre politischen Perspektiven entschieden. Wie aber stand es um den bürgerlichen Widerstand? Waren nicht auch in diesem Bereich der Widerstandsgeschichte neue Ergebnisse und Sichtweisen zu erwarten, wenn man die Geschichtslegenden hinter sich ließ und sich mit dem handwerklichen Rüstzeug der historischen Analyse an die Arbeit machte? Im vorliegenden Buch haben wir versucht, diesen drei zentralen Aspekten des neuen Aufbruchs gerecht zu werden. Ludwig Eiber hat die neuen Forschungsergebnisse über den Widerstand der kleinen Leute in einem Überblicksessay zusammengefasst. Stefan Roloff hat aus der Perspektive des mittelbar Betroffenen – er ist Sohn des Pianisten und Angehörigen der "Roten Kapelle" Helmut Roloff – einen Bericht über die Geschichte der "Roten Kapelle" und ihre Deformierung während des Kalten Kriegs beigesteuert. Zusätzlich verdanken wir ihm ein aufschlussreiches Interview mit Hartmut Schulze-Boysen, dem Bruder Harro Schulze-Boysens. Wir selbst haben die Hinweise unserer Freunde ernst genommen und uns einen Überblick über die langen Wege verschafft, die die bürgerliche Opposition seit 1937/38 zurücklegte, bis im Herbst 1943 eine handlungsbereite Widerstandsgruppe entstand. Als wir die Ergebnisse dieser drei Arbeitsschwerpunkte miteinander verglichen, waren wir über einige Gemeinsamkeiten überrascht. Wir finden es erstaunlich, dass alle Strömungen des deutschen Widerstands seit dem Vorabend des zweiten Weltkriegs trotz ihrer großen sozialen Unterschiede aus informellen Netzwerken bestanden, deren Zusammenhalt vor allem durch verwandtschaftliche und freundschaftliche Beziehungen geprägt war. Es handelte sich um die noch intakten Lebenszusammenhänge der Gesellschaft, in die der Faschismus noch nicht eingedrungen war: Die proletarischen Milieus der Arbeiterwohnviertel, die großstädtische Kulturszene und die Enklaven des Bürgertums, die vor allem durch den niederen Adel, die bildungsbürgerlichen Lebenssphären und die höhere Beamtenschaft geprägt waren. Helmuth von Moltke, die Lichtgestalt des bürgerlichen Widerstands, brachte diese freundschaftlich-verwandtschaftlichen Netzwerke als "kleine Gemeinschaften" auf den Begriff und wies ihnen eine entscheidende Rolle beim demokratischen Neubeginn nach dem Untergang der NS-Diktatur zu. Sie waren – zu unserer nicht geringen Überraschung – als Basis des Widerstands in allen Gesellschaftsschichten vorhanden und bildeten eine Art klassenübergreifende "Volksbewegung" (Carlo Mierendorff) gegen die NS-Diktatur. Aber diese Netzwerke waren nur in einer kleinen Minderheit der deutschen Gesellschaft verankert. In allen Schichten gehörten höchstens zehn Prozent der Bevölkerung zu den sie tragenden sozialen Milieus. Darüber hinaus waren sie zunehmend den Folgen der sich radikalisierenden Kriegführung unterworfen: Dem barbarischen und verlustreichen Mehrfrontenkrieg sowie dem strategischen Luftkrieg der Westalliierten gegen die Großstädte und die Wirtschaftszentren. Dadurch verlagerten sich einerseits die Widerstandsspektren zunehmend in die Armee, und andererseits wurde es immer schwieriger, die Komunikationsstrukturen aufrechtzuerhalten. Aber auch eine weitere Gemeinsamkeit des Widerstandsverhaltens lässt sich aus dieser schichtenübergreifenden Erfahrung erklären: Die erstaunliche Gewaltlosigkeit des deutschen Widerstands. Die Welt, in der sich die Exponenten der widerständigen Netzwerke bewegten, war voller Gewalttätigkeit, Brutalität und starrte vor Waffen. Die Barbarei der NS-Diktatur und die Brutalisierung des Alltags machten es offenbar schwer, die bewaffnete Gegengewalt in die Widerstandsperspektive zu integrieren. Erst die Aktionsgruppe des 20. Juli 1944 durchbrach im Herbst 1943 diese Barriere erneut, nachdem der Einzeltäter Georg Elser im November 1939 gescheitert war. Ansonsten unterschieden sich die Verhaltensweisen der kommunistischen Untergrundgruppen in der Gewaltfrage nicht von denjenigen des bürgerlichen Widerstands. Die europäischen Widerstandsbewegungen hatten diese Probleme nicht und schlugen ganz andere Wege ein. Unter ihnen befanden sich auch mehrere Tausend desertierte deutsche Soldaten, die in die Armeen der Alliierten und die Partisanenbewegungen übergewechselt waren. Es gab aber auch bedeutsame Unterschiede zwischen dem Widerstand der Unterschichten und des Bürgertums. Den wichtigsten sehen wir in der Ungleichzeitigkeit seiner Entstehung. Der antifaschistische Widerstand der Unterschichten existierte von Anbeginn der NS-Diktatur. Er verlor erst 1937/38 seine organisatorischen Verankerungen und fächerte sich danach in viele Netzwerke auf. Er wurde während des Kriegs vor allem von Jugendlichen, Frauen, einfachen Soldaten sowie Fremd- und Zwangsarbeitern unterstützt und war in den unterschiedlichsten Gruppierungen präsent: Bei den Deserteuren und "Wehrkraftzersetzern", in den "wilden Cliquen" und den Helferkreisen der untergetauchten Juden, bei den Untergrundgruppen der Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen, aber auch bei den Zeugen Jehovas. Dabei gab es hin zu den Mittelschichten und den eher konservativen Strömungen des Bildungsbürgertums fließende Übergänge, zu denen vor allem die "Rote Kapelle" gehörte, die sich für ein Bündnis der Arbeiter und Soldaten mit der Intelligenzschicht zum Sturz des Regimes einsetzte. Die bürgerliche Opposition entstand hingegen sehr viel später. Sie war durch die Hypothek des Bündnisses belastet, das die traditionellen Führungsschichten und die Funktionseliten der Gesellschaft 1932/33 mit der Führung der NS-Bewegung eingegangen waren. Erst 1937/38 begannen sich einige Exponenten der Koalition des "nationalen Aufbruchs" daraus zu lösen. Sie blieben aber auch jetzt noch lange im Zustand einer regime-loyalen Opposition befangen. Die Hassell-Popitz-Gruppe und die Freiburger Kreise verstanden sich bis zuletzt als obrigkeitsstaatliche Variante des Herrschaftssystems. Der Goerdeler-Kaiser-Leuschner-Kreis strebte ein autoritäres Regime an, das am Modell der Präsidialkabinette orientiert war. Erst der Kreisauer Kreis gab seit 1943 die entscheidenden Impulse zu einer Perspektive der demokratischen Erneuerung. Das war nur möglich, weil in ihm seit 1940 Menschen zusammenarbeiteten, die sich nie mit der NS-Diktatur gemein gemacht hatten und mit großem Engagement um eine Perspektive jenseits der nationalen Machtstaatlichkeit rangen. Ohne ihn wäre die im Herbst 1943 erfolgte Konstituierung der militärisch-zivilen Aktionsgruppe des 20. Juli 1944 so nicht möglich gewesen. Zu ihr konnte nun auch die Offiziersopposition aufschließen, die sich nach dem Scheitern der Blitzkriegsstrategie formiert hatte. Hier waren es vor allem die jüngeren Stabsoffiziere, die trotz ihrer vielfältigen Verstrickungen in die Wehrmachtverbrechen zu einem politischen Bruch bereit waren und sich mit den Exponenten des Kreisauer Kreises auf einen Waffenstillstand an allen Fronten, auf eine demokratische Mitte-Links-Regierung und eine breite "Volksbewegung" unter Einschluss der Linkssozialisten und Kommunisten verständigten. Trotzdem blieben die Chancen des Umsturzes gering. Die Kluft zwischen der Offiziersopposition und den einfachen Soldaten konnte nie überbrückt werden, und dies machte die Gewinnung zuverlässiger Truppenverbände unmöglich. Aber auch das taktische Arrangement mit der Goerdeler-Kaiser-Leuschner-Gruppe, das dem Aufkommen einer neuen Dolchstoßlegende vorbeugen sollte, war problematisch. So weit die wichtigsten Ergebnisse unseres Forschungsprojekts. Wir hoffen, zum Thema "bürgerlicher Widerstand", wo es nach landläufiger Meinung nichts mehr zu entdecken gibt, neue Erkenntnisse zu Tage gefördert und Einsichten akzentuiert zu haben, die bislang zu Unrecht im Schatten standen. Indem wir uns dabei so weit wie möglich auf die – inzwischen weitgehend veröffentlichten – Primärquellen und Zeugnisse aus der Zeit vor 1945 konzentrierten, konnten wir fern vom nationalen Mythos unsere Fragen stellen, aber auch eigene Vorurteile überwinden. Nicht alle Zielprojektionen des Widerstands "von unten" waren "gut" und wegweisend für die Zeit nach dem Untergang des Faschismus, und manche konzeptionellen Neuordnungsvorstellungen des Bürgertums waren ihnen überlegen. Die kommunistischen Widerstandsbewegungen Europas kämpften ausschließlich für die "nationale Befreiung" ihrer jeweiligen Länder. Verglichen damit waren die europäischen Föderationspläne des Kreisauer Kreises und anderer bürgerlicher Widerstandsgruppen in Europa, beispielsweise der italienischen "Giustizia e Libertà", unter den damaligen Bedingungen ausgesprochen fortschrittlich und zukunftsweisend. Selten hat uns ein Forschungsvorhaben neben der damit verbundenen Anstrengung so viel Spaß gemacht wie das "Projekt Widerstand", dessen erste Ergebnisse wir hiermit vorlegen. Wir freuen uns darüber, dass sich unser Blick auf die widerständige Kehrseite der NS-Diktatur geschärft und die Neugierde sich gelohnt hat. Diese neue Sichtweise wollten wir auch durch die Wahl des Titels unterstreichen. Dabei konnten wir auf eine Erkenntnis zurückgreifen, die der Bremer Historiker und Pädagogikwissenschaftler Jörg Wollenberg schon 1994 mitgeteilt hat: Die Gestapo stilisierte nicht nur die Freundeskreise um die Ehepaare Schulze-Boysen und Harnack zur "Roten Kapelle", sondern gab auch der "Schwarzen Kapelle" der Oppositionsgruppe in der Wehrmacht-Abwehr ihren Namen.[1] Diesen "Gleichstand" der denunzierenden Zuschreibung wollten wir aufgreifen, um diese in beide Richtungen aufzuheben. Und da auch der Kreisauer Kreis unseres Erachtens keine monolithische Einheit darstellte, setzten wir auch ihn in den Plural. So entstand der Buchtitel "Rote Kapellen – Kreisauer Kreise – Schwarze Kapellen. Neue Sichtweisen auf den deutschen Widerstand gegen die NS-Diktatur". Wir danken Stefan Heesch für die Hilfe bei der Material- und Literaturbeschaffung und Christoph Lieber vom VSA-Verlag für sein Engagement, mit dem er den Weg zum fertigen Buch gefördert hat. Noch größere Freude hat uns die Einbeziehung von Zeitzeugen gemacht, die wie Freya von Moltke und Hartmut Schulze-Boysen direkt oder wie Stefan Roloff als Nachgeborener durch den Widerstand geprägt wurden. Sie wurden für uns zu wichtigen Dialogpartnern, von denen wir viel gelernt haben. Da wir mit Frau von Moltke fast von Anfang an in brieflichem Kontakt standen, hat sie uns mit ihrem erstaunlichen Gedächtnis und ihrem Scharfsinn immer wieder geholfen und vor manchen faktischen Fehlern und Fehlinterpretationen bewahrt. Gleichwohl haben uns nicht alle Argumente der Zeitzeugen überzeugt, und so wurde die Spannung zwischen Zeitzeugen und Historikern keineswegs vollständig aufgehoben. Wir danken insbesondere Frau von Moltke dafür, dass wir auf diese Weise noch einmal das kompromissorientierte Konsensprinzip nachvollziehen konnten, das den Kreisauer Kreis so intensiv geprägt und auf das gesamte Spektrum des Widerstands abgefärbt hat. Wir widmen dieses Buch Hans Deichmann, dem Bruder Freya von Moltkes, zum 97. Geburtstag. Hans Deichmann stellte zu Beginn der neunziger Jahre die Weichen für die Förderung der Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts und ihrer Zeitschrift 1999, die inzwischen "Sozial.Geschichte – Zeitschrift für historische Analyse des 20. und 21. Jahrhunderts" heißt. Er hatte sich ebenfalls gegen die NS-Diktatur engagiert, wobei sich in ihm Typisches mit Außergewöhnlichem vereinigte. Typisch war sein Weg in den Widerstand.[2] Als Italien-Spezialist des I.G. Farben-Konzerns wurde er 1942 dienstverpflichtet und zum Leiter des italienischen Büros des "Generalbevollmächtigten für Sonderfragen der chemischen Erzeugung", Carl Krauch, ernannt. In dieser Funktion war er vor allem damit beschäftigt, italienische Baufirmen vertraglich als Sub-Unternehmen für den Aufbau der oberschlesischen Hydrierwerke der I.G. Farben zu gewinnen, darunter auch das I.G. Farbenwerk in Auschwitz-Monowitz. Er war somit ein wichtiger Funktionsträger der Rüstungstechnokratie des "Dritten Reichs", zugleich aber Gegner der Nazis. Dann öffneten ihm die Dienstreisen nach Oberschlesien und Auschwitz vollends die Augen, und was er dort sah und hörte, brachte ihn zum Widerstand. Untypisch aber war der Weg, den Hans Deichmann nun einschlug: Der Schwager Helmuth von Moltkes entschloss sich zur Unterstützung der Resistenza. Er wurde seit dem Herbst 1943 zu einem Mitarbeiter von "Giustizia e Libertà", dem bewaffneten Arm der Aktionspartei (Partito d’Azione). Nach der Befreiung Norditaliens arbeitete er auch einige Monate mit dem amerikanischen Geheimdienst (Office of Strategic Services) zusammen und betrieb seine Rückkehr nach Deutschland. Dort trat er in die SPD ein und setzte sich für die Entflechtung der I.G. Farben sowie als Vorsitzer der Spruchkammer in Oberursel für die Entnazifizierungsverfahren ein. Angesichts des um sich greifenden Kalten Kriegs wurde sein Engagement jedoch bald nicht mehr benötigt, und Deichmann kehrte 1948 enttäuscht für immer dorthin zurück, wohin er während des Kriegs dienstverpflichtet worden war. In Italien wurde er ein erfolgreicher Unternehmer. Er dachte aber immer auch an Deutschland, und das brachte ihn wie seinerzeit Heinrich Heine um seinen Schlaf … Wir danken Hans Deichmann für seine jahrelange Unterstützung und Freundschaft. Karl Heinz Roth und Angelika Ebbinghaus

[1] Vgl. Jörg Wollenberg, Der zensierte Widerstand – Schwarze und Rote Kapelle, in: Ders., Den Blick schärfen – gegen das Verdrängen und Vergessen. Beiträge zur biographisch-politischen Aufklärung, Bremen 1998, S. 118-135.
[2] Vgl. zum folgenden Archiv der Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts, Bestand Sammlung Hans Deichmann; Hans Deichmann, Oggetti/Gegenstände, München 1995.

Inhalt:

Vorwort (Leseprobe)

I. Schwarze Kapellen:
Der lange Weg zum bürgerlichen Widerstand


Karl Heinz Roth
Der 20. Juli 1944 und seine Vorgeschichte
Eine Katastrophe im Juli
Jahre der Koalition: 1933-1937
Der strategische Dissens von 1937/38
Die Entstehung der bürgerlichen Opposition im ersten Kriegsjahr
Konzeptionelle Klärungsprozesse
Angelika Ebbinghaus
Neue Initiativen: Der Kreisauer Kreis
Karl Heinz Roth
Von der Offiziersopposition zur Aktionsgruppe des 20. Juli 1944
Die Entstehung der Offiziersopposition
Die Hypothek der Kriegsverbrechen und der Militärjustiz
Umsturzplanungen seit dem Sommer 1943
Vor dem Abgrund: Die Aktionsgruppe Stauffenberg-Leber-Yorck-Hofacker und ihre Kontrahenten

II. Die Geschichte des Widerstands als Erinnerung:
Angehörige und Zeitzeugen


Stefan Roloff
Die Entstehung der Roten Kapelle und die Verzerrung ihrer Geschichte im Kalten Krieg
Die Zeit des Nachkriegs
Stefan Roloff im Gespräch mit Hartmut Schulze-Boysen
Der Kreisauer Kreis – ein bemerkenswerter Widerstandskreis
Freya von Moltke antwortet Angelika Ebbinghaus

Dokument: Marion Yorck von Wartenburg und Freya von Moltke
Erster Bericht über den Kreisauer Kreis aus dem Jahr 1945

III. Der Widerstand "von unten"


Ludwig Eiber
Widerstand der "kleinen Leute" 1938/1939 bis 1945
Rahmenbedingungen des Widerstands zwischen 1938/39 und 1945
Widerstand und Widersetzlichkeit aus den Arbeitermilieus
Arbeiteropposition in den Betrieben – Widerstand im Krieg
Der Jugendwiderstand
Widersetzlichkeit und Widerstand von Frauen
Kriegsdienstverweigerer und Deserteure
Jüdischer Widerstand
Hinweise zur Bibliographie
Zu den Autorinnen und Autoren
Personenregister

Autorenreferenz

Angelika Ebbinghaus, Dr. phil. Dipl. Psych., Historikerin und Psychologische Psychotherapeutin, Vorstand der Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts (Bremen), Mitherausgeberin der Zeitschrift Sozial.Geschichte, Veröffentlichungen zur Frauengeschichte, NS- und Medizingeschichte. Ludwig Eiber, Dr. phil. habil., Historiker (München), Haus der Bayerischen Geschichte (Augsburg), Veröffentlichungen zu Arbeiterwiderstand und Arbeiterbewegung. Freya von Moltke, geb. Deichmann, Dr. jur., heiratete im Oktober 1931 Helmuth James von Moltke, mit dem sie zwei Kinder hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg Emigration nach Südafrika und anschließend in die USA, lebt in Vermont. Zahlreiche Veröffentlichungen, Quelleneditionen und Interviews zur Geschichte des Kreisauer Kreises. Stefan Roloff, Maler und Filmemacher, Sohn des Roten Kapelle Angehörigen Helmut Roloff, lebt in New York. Karl Heinz Roth, Dr. phil. Dr. med., Historiker, Mitarbeiter der Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts und Mitherausgeber der Zeitschrift Sozial.Geschichte, lebt in Bremen. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Sozial-, Wirtschafts- und Wissenschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts sowie zu Methodenfragen der historischen Forschung. Hartmut Schulze-Boysen, studierte Volkswirtschaft in Freiburg i.Br., Botschafter a.D., war von 1950 bis 1987 im deutschen Auswärtigen Dienst, zuletzt als Botschafter in Bukarest, Bruder des Rote Kapelle Angehörigen Harro Schulze-Boysen, lebt heute in Bonn.

Quelle: https://www.vsa-verlag.de/nc/detail/artikel/rote-kapellen-kreisauer-kreise-schwarze-kapellen/