Albert Krölls

Kritik der Psychologie

Das moderne Opium des Volkes
Erweiterte Neuauflage

192 Seiten | 2007 | vergriffen, eine aktualisierte und erweiterte Neuauflage erschien im Februar 2016 | EUR 13.80
ISBN 978-3-89965-273-4 1

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Inhalt & Leseprobe:

VSA_Kroells_Psychologie.pdf149 K

Kurztext: Albert Krölls untersucht die Welt psychologischer Theorien darauf hin, welche Beiträge sie zur Anpassung des bürgerlichen Konkurrenzsubjektes an seine gesellschaftliche Heimat erbringen, worin ihr legitimatorischer Gehalt besteht und auf welchen systematischen Fehlern der Theoriebildung ihre gesellschaftliche Nützlichkeit gründet.

Mit Hilfe der psychologischen Weltanschauung bewerkstelligt der moderne Mensch die Selbstmanipulation des schwierigen Willens zum Glück in einer Gesellschaft, die für die große Mehrheit die wenig lohnende Lebensperspektive der abhängigen Arbeit vorsieht. Die Kunst der Glücksfindung besteht darin, seine Erwartungen an die Welt an deren harte Realitäten anzupassen, ihre Anforderungen als Bewährungsprobe zu betrachten und in der Erfüllung der gesellschaftlichen Pflichten seine Selbstverwirklichung zu suchen. Wer von der Gesellschaft den Wert der eigenen Person bestätigt erhalten will, ist vom grundsätzlichen Verständnis für die Zumutungen erfüllt, die der demokratische Kapitalismus ihm auferlegt. Die Wissenschaft der Psychologie liefert für dieses selbstbewusste Unterwerfungsbedürfnis die passende Theorie. Danach ist das Handeln des Menschen keinesfalls das einfache Resultat seiner Absichten und Beschlüsse. Vielmehr ist er determiniert durch innere und äußere Bedingungen: Triebe, Reiz-Reaktions-Mechanismen, Dispositionen, Verhaltensmuster, Umwelteinflüsse etc.

Mit dieser Bestimmung des Willens als abhängiger Variable erteilt die Psychologie zugleich einen umfassenden Steuerungsauftrag. Eben noch als Spielball psychischer Impulse definiert, soll derselbe Mensch nunmehr als Konfliktmanager der widersprüchlichen Anforderungen fungieren, welche seine innere Motivationslage und die äußere Welt an ihn richten. Er soll im Kampf mit sich selbst ein seelisches Gleichgewicht herstellen, ein Programm, das seit Freud unter dem Namen einer gelungenen Ich-Bildung bekannt ist.

Inhaltsübersicht (ein ausführliches Inhaltsverzeichnis sowie Leseproben gibt es in der pdf-Datei)

Vorwort zur 2. Auflage

Einleitung
Der Psycho-Boom – Zur Karriere einer mächtigen Ideologie
Beweisziel, Inhalt und Gang der Darstellung

Kapitel 1
Das Leitmotiv einer Wissenschaft: Herrschaftsdienliche Sehnsucht nach einem gesetzmäßig funktionierenden Staatsbürger-Willen

Kapitel 2
Psychoanalyse: Vom Kampf zweier Prinzipien und dreier Instanzen

Kapitel 3
Die Kritische Theorie des Subjekts: Ein triebökonomisches Produkt des Frankfurter Psychomarxismus

Kapitel 4
Skinner: Psychologie im Dienste der Steuerung des unbotmäßigen Staatsbürgerverhaltens

Kapitel 5
Sozialpsychologische Fehlerklärungen der Ausländerfeindlichkeit

Kapitel 6
Die gesellschaftsnützlichen Leistungen der Psychotherapie: Geistige Hilfen für das Zurechtkommen des bürgerlichen Konkurrenzsubjekts

Diskussion

Die Antwort des Faches auf die Kritik der Psychologie: Selbstdiskreditierung ist die beste Form der Verteidigung! / Auf der Suche nach der idealen psychologischen Erklärung des Untertanenbewusstseins / Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewusstsein – Argumente gegen ein gängiges Fehlverständnis / Zum Verhältnis von Erfahrung und politischer Bewusstseinsbildung / Aber: die Psychologie hilft doch dem Menschen! Fragt sich nur wozu? / Religion und Psychologie: Vom alten und neuen Opium des Volkes / Kritik des Frankfurter Psychomarxismus: ein Verstoß gegen die antifaschistische political correctness? / Eine verkehrte bestechungstheoretische Ergänzung der Faschismuserklärung / Rationelle Psychologie – was ist das?

Literatur

Der Autor:
Albert Krölls, Dr. jur., Diplom-Sozialwissenschaftler, Professor für Recht und Verwaltung an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit Hamburg. Zahlreiche Veröffentlichungen insbesondere auf den Gebieten Verfassungsrecht, Privatisierungspolitik, Ökonomisierung der Sozialen Arbeit. Hauptwerk: Grundgesetz und kapitalistische Marktwirtschaft 1994, zuletzt: Freiheit, Gleichheit, Eigentum, Sozialstaat – So gut wie ihr Ruf? Neuauflage 2002.

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