IG Metall Projekt Gute Arbeit (Hrsg.)

Handbuch "Gute Arbeit"

Handlungshilfen und Materialien für die betriebliche Praxis

352 Seiten | 2007 | EUR 19.80 | sFr 35.10
ISBN 978-3-89965-255-0 1

Titel nicht lieferbar!

 

Kurztext: Was gehört zu guter Arbeit? Und wie lässt sie sich im Betrieb durchsetzen? Welche Instrumente und guten Praxisbeispiele gibt es? Darum geht's in diesem neuen Handbuch vom Projekt "Gute Arbeit" beim Vorstand der IG Metall.

Inhalt & Leseprobe:

VSA_IG_Metall_Gute_Arbeit.pdf329 K

Gute Arbeit ist ein Markenzeichen geworden. Nicht nur für die IG Metall und andere Gewerkschaften. Auch Politiker treten neuerdings mit dem Leitbild "Gute Arbeit" an. Das zeigt, dass sich immer mehr Menschen für qualifizierte und humane Arbeit einsetzen – gegen Niedriglöhne, überlange Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen, die krank machen.

Die IG Metaller haben drei Jahre lang mit Betriebspraktikern, Experten und Wissenschaftlern diskutiert, die in diesem Buch enthaltenen Instrumente entwickelt und erprobt. Fazit: Gute Arbeit ist machbar! Kein Nischenthema für Spezialisten, sondern eine Aufgabe für alle – vom Arbeits- und Gesundheitsschützer bis zu Betriebs- und Tarifpolitikern.

Die Schwerpunkte:
– "Der Arbeit ein gesundes Maß geben – Arbeitszeit und Leistungsdruck begrenzen"
– "Alternsgerechte und lernförderliche Gestaltung der Arbeit"
– "Prekäre Beschäftigung eindämmen – Belastungen und Risiken verringern".

Das Handbuch richtet sich an Betriebsräte, Vertrauensleute und alle Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, die gegen den arbeitspolitischen Rollback und das Diktat einer Shareholder-Ökonomie menschengerechte Arbeitsgestaltung wieder stärken wollen.

Was in diesem Handbuch vorgestellt wird, wurde in der Praxis erfolgreich ausprobiert. Wie – das zeigen die über 20 Beispiele aus den Betrieben.

Die beigefügte CD enthält sämtliche Tools, Handlungshilfen und Materialien des Projekts Gute Arbeit.

Die AutorInnen:
Christoph Ehlscheid, Ressortleiter Strategische Planung im Funktionsbereich Grundsatzfragen / Gesellschaftspolitik / Strategische Planung beim Vorstand der IG Metall; Werner Feldes, Mitarbeiter im Projekt Gute Arbeit beim Vorstand der IG Metall; Andrea Fergen, Mitglied des Ressorts Arbeits- und Gesundheitsschutz und Mitarbeiterin des Projekts Gute Arbeit beim Vorstand der IG Metall; Günter Kasch, Mitarbeiter im Projekt Gute Arbeit beim Vorstand der IG Metall; Klaus Pickshaus, Leiter des Projekts Gute Arbeit und des Ressorts Arbeits- und Gesundheitsschutz beim Vorstand der IG Metall; Hilde Wagner, Leiterin des Ressorts Grundsatzfragen im Funktionsbereich Tarifpolitik und Mitarbeiterin im Projekt Gute Arbeit beim Vorstand der IG Metall.

Redaktion der CD:
Frank Walensky-Schweppe, Journalist, Hamburg

Inhaltsübersicht (ein ausführliches Inhaltsverzeichnis und Leseproben gibt es in der pdf-Datei).

Vorwort von Jürgen Peters und Wolfgang Rhode

1. Was ist gute Arbeit? (Klaus Pickshaus)

2. Schlechte Zeiten für gute Arbeit? Gesellschaftliche und betriebliche Handlungskonstellationen (Klaus Pickshaus / Hilde Wagner)

3. Menschengerechte Gestaltung der Arbeit als Kern von Arbeitspolitik (Klaus Pickshaus)

4. Beschäftigte als Experten guter Arbeit – Mitbestimmungs- und Beteiligungsrechte (Klaus Pickshaus)

5. Schwerpunkte guter Arbeit (Klaus Pickshaus)

6. Der Arbeit ein gesundes Maß geben – Arbeitszeit und Leistungsdruck begrenzen (Andrea Fergen / Hilde Wagner / Christoph Ehlscheid)

7. Alternsgerechte und lernförderliche Gestaltung der Arbeit (Werner Feldes)

8. Prekäre Beschäftigung eindämmen – Belastungen und Risiken verringern (Günter Kasch)

9. Gute Arbeit als Querschnittsaufgabe der betrieblichen Interessenvertretung (Günter Kasch)

10. Gute Arbeit als gesellschafts-, sozial- und tarifpolitischer Auftrag (Klaus Pickshaus / Hilde Wagner)

11. Gute Arbeit als strategisches Feld der Gewerkschaftspolitik (Klaus Pickshaus)

Rezensionen

Widerstandskonzept
IG Metall macht Durchsetzung besserer Arbeitsbedingungen zum Schwerpunkt. Handbuch gibt Praxisbeispiele und Tipps für betriebliche Akteure Von Marcus Schwarzbach Der Markt wird heute – radikaler als je zuvor – in den Betrieben als Steuerungsinstrument genutzt. Die Zunahme von Unsicherheit wird zum Dreh- und Angelpunkt im Betrieb. Die Spaltungslinie verläuft zwischen einer kleiner werdenden Stammbelegschaft und befristeten, schlecht bezahlten Beschäftigten sowie Leiharbeitern. Arbeitszeitverlängerung, steigende Belastung, Streß und das ständige Gefühl der Überforderung bis hin zu Gesundheitsschäden wegen Überarbeitung bestimmen den Alltag vieler Beschäftigter. Hintergrund ist unter anderem die Dominanz der Finanzmärkte. Kurzfristige Aktionärsinteressen diktieren die Politik der Unternehmen. Der Marktdruck wird direkt an die Beschäftigten weitergeleitet. "Eine solche Ökonomie der kurzen Fristen trägt eine neue Maßlosigkeit in die Unternehmen mit all den negativen Folgen für die Arbeitsbedingungen", so der langjährige IG-Metall-Vorsitzende Jürgen Peters kürzlich. Es zähle in erster Linie der "gesunde Aktionär", nicht der "gesunde Mitarbeiter". Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen den Trend steigender Belastungen im Arbeitsleben. Die "Vermarktlichung" der Arbeitsbedingungen erfolgt letztendlich nach dem Prinzip, den Druck der Finanzmärkte "herunterzubrechen auf jeden einzelnen Mitarbeiter", wie es der Vorsitzende des Unternehmerverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, ausdrückte. Mit dem Konzept "Gute Arbeit" will die IG Metall dem etwas entgegensetzen. In einem Sammelband zum Thema werden die bisherigen Ergebnisse der Aktivitäten vorgestellt. "Gute Arbeit ist unter den gegenwärtigen Handlungskonstellationen zuallererst ein Widerstandskonzept. Es gilt, schlechter Arbeit Grenzen zu setzen und Widerstandslinien aufzubauen", betont Projektleiter Klaus Pickshaus einleitend. Gute Arbeit ist hierzulande mittlerweile die Ausnahme. Lediglich zwölf Prozent der Beschäftigten bewerten ihre Arbeitsbedingungen als gut. Das belegen die Ergebnisse des repräsentativ erhobenen "DGB-Index Gute Arbeit" aus dem vergangenen Jahr. Er gibt ausdrücklich nicht den ökonomischen Wert der Arbeit wieder, sondern nimmt deren soziale Dimension in den Blick. Schließlich sei Arbeitsqualität auch Lebensqualität. Wer eine humane Gesellschaft wolle, müsse die Ansprüche der Beschäftigten an ihre Arbeitswelt ernst nehmen und sich mit ihrem Urteil über die Arbeitsbedingungen auseinandersetzen, betont Pickshaus. Der Begriff "Gute Arbeit" tauchte erstmals Anfang der 1990er Jahre in den Diskussionen der IG Metall um eine »Tarifreform 2000« auf, um das Aufgabenfeld einer humanen Gestaltung der Arbeitsbedingungen zu beschreiben. Die Frage soll nun zu einem Querschnittsthema der Betriebs- und Tarifpolitik gemacht werden. Wie schwer dies in der Praxis ist, zeigt die Umsetzung der »Tarifreform« ERA in der Metall- und Elektroindustrie. In vielen Betrieben wird die neue Eingruppierung der Beschäftigten dazu benutzt, drastische Lohnkürzungen durchzusetzen. Pickshaus entwickelt in dem Band eine Interventionsstrategie, mit der die IG Metall in der Gestaltung von Arbeitsbedingungen betriebspolitisch handlungsfähig werden soll. Besonders positiv an dieser Neuerscheinung ist der Praxisbezug: Das Handbuch enthält auch auf CD-Rom Praxistipps, mit denen das Thema "Gute Arbeit" konkret angegangen werden kann. Ein Beispiel ist die Gestaltung der Arbeitsplätze unter Ergonomie-Gesichtspunkten. Dazu gehören nicht nur die Ausstattung des Arbeitsplatzes, sondern auch psychische Belastungen, die Streß verursachen. Auch die Kriterien, nach denen das Leistungsentgelt verteilt wird, sind bedeutsam. Betriebsräte müssen hier die Leistungsanforderungen definieren und in Betriebsvereinbarungen Schutzmechanismen festschreiben, mit denen eine Überlastung der Beschäftigten verhindert wird. Auch die Qualifizierung ist sicherzustellen. Weiterbildungsmaßnahmen dürften nicht nur unter Kostengesichtspunkten gesehen werden, so die Forderung der Autoren. Mit dem Konzept "Gute Arbeit" und der es begleitenden Publikation macht die IG Metall deutlich, daß sie eine Alternative zum neoliberalen Credo "Hauptsache Arbeit" vertritt. Junge Welt 29.01.2008 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15 Leistungsdruck richtig begegnen
Handbuch "Gute Arbeit" Gute Arbeit ist, wenn es mir sonntags nicht vorm Montag graust, ich Mittwochabend nicht schon beim Vorabendprogramm einschlafe und Freitagnachmittag Zeit und Geld für den Wochenendeinkauf habe." - "Gute Arbeit ist eine Arbeit, die mir Freude macht und die ich ohne gesundheitliche Probleme bis zur Rente ausführen kann." Diese Aussagen zeigen, wovon das "Handbuch Gute Arbeit" handelt, das aus einem dreijährigen Projekt der IG Metall hervorgegangen ist und jüngst veröffentlicht wurde. Leistungsdruck, demografischer Wandel und prekäre Arbeit sind die Hauptfelder, für deren Bearbeitung das.Buch "Handlungshilfen und Materialien für die betriebliche Praxis" liefert, wie derUntertitel ausweist. "Gute Arbeit ist machbar". sagt Projektleiter Klaus Pickshaus. Was gute Arbeit ist und wie sie gestaltetwerden kann, machen gute Beispiele von über 20 Betrieben anschaulich, in denen Modelle zur Humanisierung der Arbeit entwickelt und erprobt wurden. Unter dem Motto "Runter mit denn Dauerstress, der Arbeit eingesundes Maß" geben, wird etwa aufgezeigt, wie das Instrument der Gefährdungsanalyse auch für psychische Belastungen angewandt werden kann und was getan werden kann, wenn der Leistungsdruck zu groß wird. Weitere Beispiele zielen darauf, Arbeit altersgerecht und lernförderlich zu gestalten und Belastungen und Risiken durch prekäre Beschäftigung einzudämmen. Zu dem Handbuch gehört eine CD, die alle im IGM-Projekt entwickelten Werkzeuge und Handlungshilfen sowie Folien-Präsentationen und Checklisten enthält. rüg Frankfurter Rundschau vom 24.11.2007

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