Arno Klönne / Karl A. Otto / Jörg Wollenberg

Freiheit, Wohlstand, Bildung für alle!

Vom Ortsverein Bielefeld des Deutschen Buchdruckerverbandes zur Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di
Ein Lese-Bilder-Buch
Herausgegeben von Ortsvereinsvorstand Bielefeld, ver.di Fachbereich 8 Medien, Kunst und Industrie

240 Seiten | 2004 | EUR 14.80 | sFr 26.60
ISBN 3-89965-083-2

 

Vorwort

Das vorliegende Buch soll Einblicke in die wechselhafte Geschichte des Ortsvereins Bielefeld der IG Druck und Papier geben. Sie begann vor über 125 Jahren mit der Gründung des Ortsvereins im Deutschen Buchdruckerverband und setzte sich über mehrere Stationen und Zusammenschlüsse fort – bis zum heutigen Fachbereich 8, Medien, Kunst und Industrie in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.

Das Buch war gedacht als Festschrift zum 125-jährigen Bestehen des Ortsvereins, das nach der bis dahin bekannten Gründung im Jahre 2002 gebührend begangen werden sollte. Der Ortsverein bildete dafür bereits ab dem Jahre 1993 Rücklagen.

Heinrich Hollmann begann, eifrig die Geschichte der IG Druck und Papier von 1945 bis 1989 und später die der Vorläuferorganisationen aufzuarbeiten. Das Ergebnis sind bis heute fünf große Alben, in denen die wesentlichen Dokumente festgehalten wurden. Diese Dokumente werden nach Abschluss der Arbeiten dem Bielefelder Stadtarchiv übergeben und dort gelagert.

Im Rahmen der ver.di-Gründung verzögerte sich das Projekt und wurde nun in Verbindung mit dem 50jährigen Jubiläum der Bildungsstätte Hörste zu Pfingsten 2004 verwirklicht.

Das vorliegende Buch ist keine Chronologie und auch keine rein wissenschaftliche Aufarbeitung, sondern soll exemplarisch Stationen aus der Geschichte am Beispiel der wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Lebensverhältnisse der Buchdrucker, Schriftsetzer und Papierverarbeiter von der Zeit der Gewerkschaftsgründung bis heute darstellen.

Die Autoren haben das Buch in sieben Kapitel gegliedert, die jeweils Schwerpunkte der Gewerkschaftsgeschichte und gewerkschaftlicher Arbeit darstellen. Die Geschichte des Ortsvereins wird dabei in den Zusammenhang der Verbandsgeschichte insgesamt gestellt, weil sie nur in diesem Zusammenhang zu verstehen ist.

Die Darstellung ist problemorientiert und durch leitende Fragestellungen strukturiert. Das Buch ist eine illustrierte Geschichte mit vielen Fotos und Originalquellen, die zum Anschauen, Blättern und Lesen animiert.

Der Ortsverein bedankt sich bei den Autoren Prof. Jörg Wollenberg, Prof. Karl A. Otto und Prof. Arno Klönne für ihre zeitlich sehr aufwendige und intensive Arbeit.

Unser besonderer Dank gilt dem Kollegen Heinrich Hollmann, der mit seinen immerhin 83 Jahren akribisch das Material gesammelt, archiviert und damit die Grundlage für dieses Buch geschaffen hat.

Auch den weiteren "Mittätern" Hans-Dietmar Hölscher, Peter Reinold, Frank Werneke, Wolfgang Benning und Dirk Toepper wird hiermit der Dank der Organisation ausgesprochen.

Besonders bedanken wir uns auch bei den Spendern, die im Anhang dieses Buches genannt werden. Mit dem Erwerb der Bausteine oder mit großen Einzelspenden, ermöglichten sie die Finanzierung dieses Buches.

Dank sagen wir zudem dem VSA-Verlag, Gerd Siebecke sowie den Beschäftigten der Druckerei und der Buchbinderei, die trotz unserer nicht immer ganz unchaotischen Arbeitsweise ein vorzeigbares schönes Buch gestaltet haben.

Wir wünschen allen Lesern viel Spaß bei der Lektüre und natürlich neuen Erkenntnisgewinn. Denn nur mit dem Wissen über die Vergangenheit und die Entstehung der Verhältnisse kann man die Arbeits- und Lebensbedingungen, die Zukunft für alle Menschen positiv gestalten. Dieses Buch soll seinen Beitrag dazu leisten.

Der Ortsvereinsvorstand Bielefeld,
ver.di Fachbereich 8
Medien, Kunst und Industrie

Leseprobe 1

Frank Werneke
Zum 125. Jubiläum des Ortsvereins Bielefeld


Jubiläen sind dazu da, gefeiert zu werden – und nach meinen ja durchaus hautnahen Erfahrungen konnte man das in Bielefeld schon immer ganz gut. Sie sind auch Anlass, zurück zu schauen, auf Erreichtes, auf Erfolge, auch auf Misserfolge. Sie bieten Anlass, Lehren zu ziehen.

Das Gründungsjahr des Ortsvereins Bielefeld ist bemerkenswert. Es bildet den Abschluss einer ersten, durchaus erfolgreichen, Aufbauphase der grafischen Gewerkschaftsbewegung – im Jahr 1866 fand die Gründung des deutschen Buchdruckerverbandes in Leipzig statt. In den Jahren danach: Streiks und das Aushalten von Aussperrung, um im Jahre 1873 den ersten Tarifvertrag in der deutschen Sozialgeschichte überhaupt für das Gewerbe durchzusetzen; der Beginn einer weltweiten Wirtschaftskrise nach dem Börsenkrach in Wien im April 1873, erste Tarifverschlechterungen, die hingenommen werden mussten, Widerstand dagegen bis hin zum Zeitungssetzerstreik im Jahre 1876.

Es wurde also höchste Zeit, dass in Bielefeld eine lokale Organisation des deutschen Buchdruckerverbandes das Licht der Welt erblickte. Höchste Zeit auch deshalb, weil im Jahre 1878 mit dem Beginn der Sozialistengesetze der Verband verboten wurde und in den Folgejahren nur als Unterstützungsverein überleben konnte. Die Gewerkschaften des grafischen Gewerbes hatten in den darauf folgenden Jahren bis in die heutige Zeit viele Herausforderungen zu überstehen; neben politischen Einschnitten, Krieg und Faschismus mussten die Gewerkschaften im grafischen Gewerbe immer wieder auf die Veränderung der Branchen, insbesondere die z.T. rasanten technischen Veränderungen, reagieren und versuchen, diese zu gestalten.

Eine Entwicklung, die in der Tat bis in die heutige Zeit der Digitalisierung aktuell ist. Schaut man zurück in die 70er Jahre des vorletzten Jahrhunderts, dann fand auch dort eine solche technische Zäsur statt. Im Jahre 1878 wurde in den USA von Mergenthaler die Linotype erfunden, 1898 gab es in Deutschland 31 Setzmaschinen, 1900 bereits 130. Der "Eiserne Kollege", so die Formulierung der damaligen Zeit, hielt Einzug. Dem Verband Deutscher Buchdrucker gelang es nach der Rückkehr in die Legalität 1890, im Jahre 1900 den ersten Setzmaschinentarif durchzusetzen. Das war insbesondere deshalb ein Erfolg, weil er für die Setzer den Facharbeiterschutz an den neuen Maschinen regelte, ein tarifpolitisches Prinzip, das bis heute in den Anhängen zum Manteltarifvertrag der Druckindustrie wirkt und das die Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde zum Manteltarifvertrag aushebeln wollen.

Vom Verband Deutscher Buchdrucker über die IG Druck und Papier zur IG Medien und heute zu ver.di haben sich die Bedingungen für gewerkschaftliches Handeln stetig verändert. Auch fiel die politische Bilanz durchaus unterschiedlich aus. Die wesentlichen Grundprinzipien für gewerkschaftliche Arbeit, wie der Kampf für mehr Gerechtigkeit und die Förderung von Kollegialität und Solidarität, sind jedoch damals so aktuell wie heute.

Die Ortsvereine spielen seit der Gründung der Gewerkschaften im grafischen Gewerbe bei der Willensbildung und Durchsetzung von politischen Zielen immer eine herausgehobene Rolle. Das ist kein Zufall, denn sie bündeln bis heute wirtschaftliche und soziale Interessen von Beschäftigten für eine Region, sie sind überbetrieblich – eine notwendige Voraussetzung dafür, solidarisches Handeln über die Grenzen einzelner Betriebe hinaus zu organisieren und Tarifmacht zu erlangen.

In den Jahren und Jahrzehnten nach der Gründung des Ortsvereins im Jahre 1877 hat sich Ostwestfalen und erst recht Bielefeld zu einem Zentrum der grafischen Industrie entwickelt – mit allen Auf- und Abwärtsbewegungen, bis hin zur Strukturkrise, von der Teile der Druckindustrie betroffen sind. Diese Entwicklung geht auch an Bielefeld nicht spurlos vorbei.

Mit diesem Anwachsen der Bedeutung der grafischen Industrie wuchs auch die Kraft, die Bedeutung und das Selbstbewusstsein des Ortsvereins Bielefeld. Vor allem Dingen in der Zeit seit Beginn der 1970er Jahre, also ab dem Zeitpunkt, ab dem sich die zuvor eher berufsständische und wohlsituierte IG Druck und Papier zu einer kampforientierten Gewerkschaft entwickelt hat, war Bielefeld ein wichtiges Streikzentrum. Bis in die Tarifauseinandersetzungen der letzten Jahre hinein ist Bielefeld und die Region um Bielefeld herum eine verlässliche Größe, wenn es um die Durchsetzung von Arbeitnehmerinteressen durch Arbeitskämpfe geht. Insbesondere ist hervorzuheben, dass es in ganz überdurchschnittlicher Weise gelingt, auch Kolleginnen und Kollegen aus kleineren und mittleren Betrieben in Tarifauseinandersetzungen einzubeziehen. Auch das spricht für eine aktive und lebendige Gewerkschaftsarbeit vor Ort.

Zum Stichwort Selbstbewusstsein ist zu sagen, dass sich der Ortsverein, erst recht, da er in der Doppelstruktur als Ortsverein und Bezirk existiert hat, seines Einflusses in der Gesamtorganisation immer bewusst war. Er war regelmäßig in allen Führungsgremien, bis hin zum Hauptvorstand der IG Druck und Papier und dann der IG Medien, vertreten. Einer meiner bleibenden Eindrücke aus der Zeit, in der ich aktiv in dem Ortsverein mitarbeiten durfte – es muss im Jahre 1984 oder 1985 gewesen sein –, ist die Tatsache, dass die Bielefelder Vorstandssitzungen davon geprägt waren, dass im großen Stil über Bundespolitik der damaligen IG Druck und Papier diskutiert, kräftig am Personalkarussell gedreht wurden und die Stärken und Schwächen der Mitglieder des Geschäftsführenden Hauptvorstandes gerne in aller Breite bewertet wurde – mit Vorliebe übrigens die Schwächen.

Nun würde es mich nicht wundern, wenn heute noch Ähnliches auf der Tagesordnung steht, aber eher mit Blick auf die Verhältnisse beim ver.di-Bundesvorstand in Berlin – dieses zu vertiefen würde allerdings den Rahmen eines Grußwortes sprengen.

Ziemlich genau zehn Jahre lang, im Zeitraum von 1983 bis 1993, war ich selbst Mitglied und in erster Linie Jugendfunktionär in Bielefeld. Eine Zeit, die mich ohne Zweifel geprägt hat, in der ich im überschaubaren Miteinander eines Ortsvereins gelernt habe, wie Gewerkschaften von innen funktionieren, wie schwer es manchmal ist, Arbeitskämpfe in Gang zu bringen, und welche Dynamik sie dann dennoch entfalten. Für diese Zeit bin ich ausgesprochen dankbar – ich erinnere mich gerne an sie zurück, insbesondere wegen der vielen menschlichen Erfahrungen, die es gegeben hat. Und um auf das Feiern zurück zu kommen: Ich bin mir sicher, anlässlich des Jubiläums wird dieses in Bielefeld in bewährter Manier gelingen.

Der Ortsverein besteht heute als Teil von ver.di, d.h. in einer großen, heterogenen Gewerkschaft, die – bei allen Schwierigkeiten, die mit dem Aufbau dieser neuen Organisation verbunden sind – erste Bewährungsproben bestanden hat. Angesichts des massiven Angriffs auf über Jahre und Jahrzehnte erkämpfte Standards und Arbeitnehmerrechte sowie tarifvertraglichen Bestand ist es gut, dass die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter heute Teil einer durchsetzungsfähigen Gewerkschaft mit politischem Gewicht sind. Gleichzeitig kann eine Gewerkschaft wie ver.di nur dann dauerhaft erfolgreich sein, wenn sie Vielfalt widerspiegelt und nah am Menschen organisiert ist. Deshalb benötigt diese große Gewerkschaft erst recht ein vitales Organisationsleben. Ortsvereinen, Betriebs- und Fachgruppen kommt dabei eine wesentliche Rolle zu.

In diesem Sinne hoffe ich, dass der Ortsverein Bielefeld noch möglichst lange ein möglichst lebendiger Bestandteil dieser Organisation bleibt. All den Kolleginnen und Kollegen, die heute in Verantwortung für diesen Ortsverein stehen, wünsche ich Erfolg und Kraft für die bevorstehenden Aufgaben.

Frank Werneke
Stellvertretender ver.di-Vorsitzender


Inhalt:

Zum 125. Jubiläum des Ortsvereins Bielefeld (Frank Werneke) (Leseprobe)

Vorwort

"Vereint sind wir alles, vereinzelt nichts"
Vom Buchdruckerverband zur Dienstleistungsgewerkschaft
(Jörg Wollenberg)

Der Trümmerhaufen als Aussichtsturm – Gewerkschaftsgründung im Speisesaal der Oetker-Werke
"Hier hilft kein Bitten, hilft kein Flehn" – Zu den Arbeits- und Lebensverhältnissen der Buchdrucker, Schriftsetzer und Buchbinder
"Die Gegenwart meistern – die Zukunft sichern" – Zur Organisationsgeschichte des Ortsvereins im "Demokratennest" Bielefeld
Zukunft braucht Herkunft – Organisationsreform und sozialer Kahlschlag

"Mit uns zieht die neue Zeit"
Tarifpolitische Weichenstellungen auf dem Weg zur modernen Arbeitsgesellschaft – mit einer Chronik der Arbeitskämpfe
(Karl A. Otto)

1873: Buchdrucker erkämpfen Tarifvertrag, der Geschichte macht
Tarifgemeinschaft oder Klassenkampf? – Ein Alleingang auf ideologischem Scheideweg
Der "Flächentarifvertrag" – die am härtesten umkämpfte Errungenschaft
Chronik der Arbeitskämpfe in Bielefeld (1948-2004)
"Lehrlingszüchterei" – wenig Aktivitäten zu einem lange Zeit "heißen" Thema
"Acht Stunden Arbeit, Erholung, Schlaf, hält Leib und Seele gesund und brav"
Von der "frechen gierigen Hand, welche das Weib den Fabriken überantworten will", zum Prinzip "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit"
Warum 1976 "eine Sechs vor dem Komma" sein musste – "Lohnleitlinien" untergraben die Tarifautonomie
Die "stille Revolution" frisst ihre Kinder – Rationalisierungsschutz durch Tarifpolitik

"Pflanzt auf den Freiheitsbaum"
Die bleibende Aufgabe: Kampf um Demokratie und Demokratisierung
(Karl A. Otto)

"Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts"Die friedenspolitische Verantwortung – eine widerspruchsvolle Geschichte
(Karl A. Otto)

"Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren"
Ein "Federblitz", der auch im Lokalfunk einschlug
(Karl A. Otto)

"Und habt am Tag ihr gekämpft, gerungen, genießet in vollen Zügen euer Leben"
Bildung, Kultur, Freizeit und Jugend
(Jörg Wollenberg)

Gründung des ersten "Bielefelder Arbeiter-Vereins" vor 155 Jahren
Feiern und Feste
Graphischer Gesangverein Bielefeld
Vereinsbibliothek und "Zentral-Arbeiter-Bibliothek"
Weiterbildung – Graphische Bildungsarbeit
"Wir schaffen alle Hand in Hand" – Die Graphische Jugend Bielefeld

"Das weiche Wasser bricht den Stein"
Vor neuen Herausforderungen

Gewerkschaft ist auch jugendlich (Stefanie Heinemann/Kirsten Heinig/Amelie Wargenau)

Skizze einer anderen Zukunft (Arno Klönne)

Literatur, aus der zitiert wurde
Autorinnen und Autoren

Anhang
Zeittafel
Mitgliederentwicklung Vorsitzende, Ortsvereinssekretäre und Bezirkssekretäre 1877-2004
Entwicklung der Löhne und Arbeitszeit
Liste der Spenderinnen und Spender

Autorenreferenz

Heinrich Hollmann, geb. 1921 in Lemgo, Volksschule (1927-1935), Schriftsetzerlehre (1935-1939) bei F. L. Wagener in Lemgo. Schriftsetzer/Maschinensetzer von 1939 bis 1950 (unterbrochen durch Wehrdienst von 1940 bis 1945) bei W. Bertelsmann Verlag KG Bielefeld. 1947 gewerkschaftlicher Vertrauensmann. 1948-1950 Betriebsratsvorsitzender bei W. Bertelsmann Verlag KG Bielefeld. Januar 1950 bis Juni 1950 2. Vorsitzender des Ortsvereins Bielefeld der IG Druck und Papier. Juni 1950 bis Februar 1951 1. Vorsitzender des Ortsvereins Bielefeld der IG Druck und Papier. Oktober 1950 bis August 1965 Sekretär des Ortsvereins Bielefeld der IG Druck und Papier. Juni 1965 bis Mai 1983 2. Vorsitzender der IG Druck und Papier, Landesbezirk NRW, danach Rentner.

Hans-Dietmar Hölscher, geb. 1951 in Enger. Realschule, Schriftsetzerlehre (1967-1970), Jugendvertreter. 2. Bildungsweg (1971-1973), Westfalen-Kolleg Bielefeld. Studium an der Päd. Hochschule Westfalen-Lippe, Abt. Bielefeld (1973-1977), 1. Staatsprüfung Lehramt Grund- und Hauptschule, AStA-Vorsitzender. Referendariat in Dorsten (1978-1979). Arbeit als Schriftsetzer in der Druckerei Schwarze in Bielefeld (1979-2002), Betriebsrat, gewerkschaftlicher Vertrauensmann. Durch Insolvenz des Betriebes seit Oktober 2002 arbeitslos.

Arno Klönne, geb. 1931 in Bochum. Nach dem Abitur Studium der Sozialwissenschaften, Promotion bei Wolfgang Abendroth; Professor für Soziologie, zuletzt an der Universität Paderborn, jetzt im Ruhestand. Seit Jahrzehnten aktiv in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit. Seinerzeit einer der Sprecher der Ostermarschbewegung, Mitbegründer der Zeitschrift "Links". Jetzt Mitherausgeber der Zeitschrift "Ossietzky".

Karl A. Otto, geb. 1934 in Bielefeld. Maschinenschlosser, Journalist; 1. und 2. Staatsprüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen, Diplom in Erziehungswissenschaft (Dipl. päd.), Promotion in Bielefeld, Habilitation in Osnabrück. Von 1982 bis 1999 Prof. für politische Soziologie und Didaktik der Sozialwissenschaften an der Universität Bielefeld. Nach 1994 Lehraufträge an der Staatsuniversität St. Petersburg/Russland. Forschungsschwerpunkte: Soziale Bewegungen, Arbeitsverhältnisse/Arbeitszeit, Didaktik der Politischen Bildung. Mitglied der Gewerkschaft seit 1950. Von 1962 bis 1969 Chefredakteur der Monatsschrift "Sozialistische Hefte" und Vorstandsmitglied der Deutschen Journalistenunion (1964-1969) im Bezirk Ostwestfalen-Lippe.

Peter Reinold, geb. 1952 in Bielefeld. Hauptschule, Buchdruckerlehre (1967-1971), Rotationsdrucker beim Westfalen-Blatt in Bielefeld. Gewerkschaftlicher Vertrauensmann, Betriebsratsmitglied, seit 1997 freigestellter Betriebsratsvorsitzender. Verschiedene gewerkschaftliche Funktionen im Fachgruppenvorstand Druckindustrie und Verlage auf Orts-, Bezirks- und Landesebene. Vorsitzender des Ortsvereins Bielefeld, ver.di, Fachbereich 8, Medien, Kunst und Industrie.

Dirk Toepper, geb.1959 in Bielefeld, nach der Hauptschule (Gutenberg-Schule) Berufsausbildung zum Industrie-Buchbinder bei E. Gundlach KG in Bielefeld (1973-1976). Abendrealschule 1976-1978. Jugendvertreter von 1976 bis 1978 bei Gundlach. Aufbau der Jugendgruppe IG Druck und Papier von 1976 an. 1978-1982 Vorsitzender DGB-Kreisjugendausschuss und Mitglied im DGB Kreisvorstand Bielefeld. 1978-1989 BR-Mitglied ( ab 1982 freigestellt, ab 1987 Vorsitzender) bei Gundlach Bielefeld. 1980-1983 Mitglied im Sprecherrat der Bielefelder Friedensinitiative. 1982-1988 Landesbezirksjugendleiter der IG Druck und Papier NRW und von 1986-88 Vertreter des Hauptjugendausschuss im Gewerkschaftsrat. Ab dem 1. April 1989 gewählter Bezirkssekretär der IG Druck und Papier in Bielefeld. 1995 bis 2002 ehrenamtlicher Beisitzer im Hauptvorstand der IG Medien. Seit 2002 Fachsekretär Fachbereich 8 im verdi Bezirk Bielefeld/Gütersloh, zuständig für den OV Bielefeld, die Fachgruppen Papierverarbeitung und Industrie und für die Bildungsarbeit.

Frank Werneke, 1967: geboren in Schloss Holte-Stukenbrock. 1983: nach Besuch der Realschule Berufsausbildung zum Verpackungsmittelmechaniker bei der Firma Graphia in Bielefeld. 1985 bis 1988: Bezirksjugendleiter der IG Druck und Papier in Ostwestfalen. 1988 bis 1993: Landesbezirksjugendleiter der IG Druck und Papier in Nordrhein-Westfalen. Mitglied des nordrhein-westfälischen Landesbezirksvorstands der IG Druck und Papier bzw. später der IG Medien. 1993 bis 1998: Bundessekretär beim Hauptvorstand der IG Medien, zuständig für die Fachgruppe Druckindustrie und Zeitungsverlage. 1998 bis 2001: Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG Medien, zuständig für die Bereiche Gewerkschaftliche Betriebsarbeit, Berufliche Bildung, Branchenarbeit Verlage, Druckindustrie und Papierverarbeitung. 2001: Mitglied im Bundesvorstand der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft – ver.di, Bundesfachbereichsleiter des Fachbereichs Medien, Kunst und Industrie - FB 8. 2002: stellvertretender Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft – ver.di. Am 21. Oktober 2003 in Berlin auf dem ver.di-Bundeskongress erneut zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

Jörg Wollenberg, geb. 1937 in Ahrensbök/Ostholstein. Studium an den Universitäten Hamburg, Göttingen und Paris. Nach dem Studium Lehrtätigkeit an Heimvolkshochschulen, pädagogischer Mitarbeiter bei den Landesarbeitsgemeinschaften für ländliche Erwachsenenbildung und bei "Arbeit und Leben" in Hannover und Göttingen (1965-1971), Leitung der Volkshochschule der Stadt Bielefeld (1971-1978), der Heimvolkshochschule Heinrich Hansen e.V. in Lage-Hörste (1974/75) und des Bildungszentrums der Stadt Nürnberg (1985-1992). Seit 1978 Professor für Weiterbildung mit dem Schwerpunkt politische Bildung an der Universität Bremen – bis zum Ruhestand am 1. Mai 2002. Mitglied der IG Metall und der GEW.

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