Hans-Jürgen Bieling / Klaus Dörre / Jochen Steinhilber / Hans-Jürgen Urban (Hrsg.)

Flexibler Kapitalismus

Analysen – Kritik – Politische Praxis
Frank Deppe zum 60. Geburtstag

400 Seiten | 2001 | EUR 20.40 | sFr 36.00
ISBN 3-87975-830-1 1

Titel nicht lieferbar!

 

Einiges deutet darauf hin, dass der Kapitalismus am Beginn des 21. Jahrhunderts sukzessive sein »neues Gesicht« zu erkennen gibt. Jedenfalls werden die Konturen eines flexiblen, finanzmarktgetriebenen Entwicklungsmodells sichtbar, das über ansehnliche Wachstumsdynamiken, aber auch über erhebliche Desintegrations- und Krisenpotenziale verfügt.

Leseprobe 1

Hans-Jürgen Bieling / Klaus Dörre / Jochen Steinhilber / Hans-Jürgen Urban / Klaus-Peter Weiner
Am Beginn einer neuen Epoche?
Anmerkungen zur Debatte über den »flexiblen Kapitalismus« »Wenn wir die Gesamtheit dieser Veränderungen – einschließlich der Veränderungen der Weltpolitik nach dem Ende der Systemkonkurrenz – vor dem Hintergrund der Schwächung der gewerkschaftlichen und politischen Linken in der Tradition der sozialistischen und kommunistischen Arbeiterbewegung betrachten, drängt sich in der Tat die Schlussfolgerung auf, dass wir in eine neue Epoche der Weltgeschichte längst eingetreten sind. Ein deutliches Merkmal dieser Epoche ist die scheinbar unumschränkte Herrschaft des Kapitalismus und seiner Funktionslogiken. Dem korrespondiert die Marginalität von sozialen und politischen Kräften, die nicht nur die Kritik des Kapitalismus als Eckpunkt und Identitätsmerkmal einer sozialistischen Programmatik vertreten, sondern auch an den Visionen von der Möglichkeit und Notwendigkeit einer humanen Gesellschaft jenseits des Kapitalismus festhalten.« I. Das einleitende Zitat stammt von unserem Lehrer und Freund Frank Deppe (2001: 61). Ihm ist der vorliegende Band gewidmet. Im September 2001 ist Frank Deppe 60 Jahre alt geworden. Häufig sind solche »runden« Geburtstage Anlass für akademische Festschriften, die im Rückblick wichtige intellektuelle Leistungen des Jubilars würdigen und Stationen seines akademischen Werdegangs Revue passieren lassen. Wer Frank Deppe kennt, weiß, dass er derartigen Projekten, zumal wenn es um ihn selbst geht, mit einer gehörigen Portion Skepsis begegnet. Dabei wäre es keineswegs schwierig, sein wissenschaftliches Oeuvre mit dem gebührenden akademischen Lob zu verzieren. Sicherlich hätte es größere Probleme bereitet, die Vielfalt der Themen, die Frank in seinen Studien, Büchern und Aufsätzen bearbeitet hat, auch nur annähernd repräsentativ in einem Band zu versammeln, ohne den üblichen Umfang zu sprengen. Doch ein rein akademischer Blick zurück passt weder zum parteinehmenden Intellektuellen noch zum Wissenschaftler Frank Deppe. Als Forscher und Hochschullehrer wehrt er sich bis heute gegen eine überzogene, gültige Standards wissenschaftlicher Analyse unterschreitende Politisierung der Wissenschaft. Nicht minder konsequent lehnt er jedoch jenes akademische Gockelgehabe ab, das Distinktionskämpfe um Meriten im virtuellen Ranking des Wissenschaftssystems gelegentlich mit Wahrheitssuche verwechselt. Der schwierige Balanceakt zwischen einem häufig genug um sich selbst kreisenden Wissenschaftssystem und einer politischen Praxis, deren Träger er – ganz in der Tradition seines Lehrers und Förderers Wolfgang Abendroth – im Umfeld des linken Flügels der Arbeiterbewegung verortet(e), hat Frank wohl mehr belastet, als er nach außen zu erkennen gab. Dass er diesen Spagat dennoch bis heute durchgehalten hat, zeichnet ihn aus. Wir haben – als Studenten, einige von uns auch als Doktoranden und Assistenten – von seinem Selbstverständnis profitiert. Früh hat er uns gedrängt, mit intellektueller Neugier zu lesen und vor allem selbst zu schreiben. Unsere ersten Versuche kommentierte er mit Nachsicht, Toleranz und Ermutigungen. Wir konnten uns an ihm reiben, ohne jedoch inhaltliche Interventionen fürchten zu müssen. An kritiklosen Bannerträgern der »Marburger Schule« hatte Frank Deppe niemals Interesse. Und eine Ausbeutung seiner Mitarbeiter wäre ihm nie in den Sinn gekommen. Er erwartet Mut zu unkonventionellen Gedanken, Belesenheit, Diskussionsbereitschaft und vor allem Eigenständigkeit bei der wissenschaftlichen Produktion. Uns und andere hat er immer wieder ermutigt, den Elfenbeinturm Universität zu verlassen, um die Diskussion in Gewerkschaften und in Arbeitszusammenhängen der politischen Linken zu suchen. Was ein solch hohes Maß an Autonomie wert ist, weiß man häufig erst richtig zu würdigen, wenn man den verschachtelten Abhängigkeiten und Distinktionsritualen begegnet, wie sie im Wissenschaftssystem vielfach üblich sind. Dabei ist Frank Deppe niemals »ohne Autorität« gewesen. Stets genügte jedoch seine intellektuelle Ausstrahlung und – nicht weniger wichtig – seine persönliche Integrität, um ihn für uns zu einer Autoritätsperson zu machen. Wenn es um eine wichtige biografische Weichenstellung oder um den Sprung in einen Job geht, können wir uns bis heute auf seinen Rat verlassen. Wie sollen, wie können ehemalige Schüler einen Wissenschaftler, Lehrer und Freund würdigen, dem sie auf diese Weise verbunden sind? Wohl am besten, indem sie sich der Sache zuwenden, mit der sich der Jubilar selbst seit geraumer Zeit beschäftigt. Die – eingangs zitierte – These markiert den vorläufigen Abschluss einer Denkbewegung, die Ende der 60er Jahre mit der Rekonstruktion des Marxismus, der Neudefinition von Arbeiterklasse und Arbeiterbewegung ihren Anfang nahm und die über mehrere Zwischenstationen hinweg bis zur Beschäftigung mit der Krise des fordistischen Kapitalismus reichte. Wenn Frank Deppe inzwischen von einer »neuen Epoche der Weltgeschichte« spricht, in die wir »längst eingetreten sind«, so signalisiert er mit dieser Formulierung auch einen Wendepunkt in seinem eigenen Denken. Eine Periodisierung des Kapitalismus benötigt klare wissenschaftliche Kriterien; für Frank ist sie mit Sicherheit zugleich eine politische Frage. Die Rede von einer neuen Epoche impliziert nicht nur die Vermutung, dass sich mit ihrem potenziellen Subjekt auch ein bestimmter Strang der Kapitalismuskritik erschöpft hat; sie regt auch dazu an, kritische Gesellschaftstheorie neu zu denken, die Konturen und Bruchstellen des zeitgenössischen Kapitalismus auszuloten, um so das Terrain zu vermessen, auf dem eine nachfordistische Linke agieren könnte. II. Vor solchen Bemühungen steht die Schlüsselfrage »Was ist wirklich neu an der jüngsten Epoche der Weltgeschichte und an der Gesellschaft, die sie hervorbringt?« Mit dieser Frage beschäftigt sich der vorliegende Band. Die Idee, an die Debatte über die Herausbildung einer neuen kapitalistischen Formation anzuknüpfen, entstand im Anschluss an eine Reihe kleinerer Marburger Tagungen und Workshops, aus denen bereits einige Publikationen (Bieling / Steinhilber 2000, Candeias / Deppe 2001) hervorgegangen sind. Gleich, um was es bei diesen Tagungen ging – sei es die Rolle von Sozialdemokratie und Gewerkschaften im Prozess der europäischen Integration, seien es Verschiebungen im System der internationalen Beziehungen –, immer wieder war deutlich geworden, dass sich die Krisen- und Umbruchsemantik früherer Deutungsversuche erschöpft hatte. Auch Frank Deppe, der intellektuellen Moden und Neologismen mit gebotener analytischer Skepsis begegnet, spricht seinerseits von einer Zäsur. Das Eingangszitat löst – wohl durchaus beabsichtigte – Assoziationen zu Gramscis Begriff der »passiven Revolution« aus. Gramsci wendete diese Kategorie auf den italienischen Faschismus ebenso wie auf den – für ihn erst im Larvenstadium sichtbaren – fordistischen Kapitalismus an. Als »passive Revolution« bezeichnete er Modifikationen in der ökonomischen Struktur eines Landes, die – hervorgerufen durch Staatsintervention und die korporativen Organisationen – »Elemente der ›Planung der Produktion‹, der Vergesellschaftung und der Kooperation der Produktion begünstigen, ohne überhaupt die individuelle oder kollektive Aneignung des Profits zu berühren« (Buci-Glucksmann 1975: 362). Der Kapitalismus revolutioniert sich selbst, um das Kapitalverhältnis in seiner Grundstruktur zu erhalten. Das Attribut »passiv« betont zunächst die Objektrolle von Arbeiterklasse und Arbeiterbewegung in diesem Prozess. Kritisch gewendet, zielt es aber auch darauf, den subalternen Status des bloßen Erleidens zu überwinden (Deppe 1979: 169). An der Schwelle zum 21. Jahrhundert scheint – diesmal die fordistische – Arbeiterbewegung einer passiven Revolution ausgesetzt. Wiederum revolutioniert der Kapitalismus seine ökonomische und soziale Struktur. Und wiederum geschieht dies unter den Bedingungen einer geradezu »verheerenden Defensive« (Gorz 2000), ja, einer Demoralisierung von Arbeiterbewegung und politischer Linker. Allerdings, und darin liegt ein bedeutsamer Unterschied zum Strukturbruch der 20er Jahre des zurückliegenden Jahrhunderts, zeichnet sich die passive Revolution der Gegenwart nicht – zumindest nicht auf den ersten Blick – durch eine Adaption von Planungselementen im kapitalistischen Reproduktionszusammenhang aus. Eher scheint das Gegenteil zuzutreffen. Wenn etwas die neue Epoche prägt, dann ist es die veränderte Stellung des Marktes in der Gesellschaft. Die Dominanz der Marktvergesellschaftung, wie sie sich seit Mitte der 70er Jahre in den Metropolen wie auch in vielen peripheren Kapitalismen in immer neuen Schüben durchgesetzt hat, zerbricht die staatlich-bürokratischen Planungsmechanismen und die Regulationsweisen fordistischen Typs. In letzter Konsequenz bewirkt sie eine immer weiter voranschreitende Re-Kommodifizierung nicht nur der Arbeitskraft, sondern des Sozialen schlechthin. Während der zurückliegenden Jahre haben viele diese Entwicklung als Ausdruck und Konsequenz einer verfehlten neoliberalen Politik kritisiert. Die Auseinandersetzung mit dem Marktfundamentalismus eint all jene, die sich im weitesten Sinne der politischen Linken zurechnen lassen. Doch woran liegt es, dass die kritischen Interventionen in ihrer Wirkung mehr als begrenzt geblieben sind? Und wie lässt sich das Unvermögen der europäischen Mitte-Links-Regierungen wie auch der Gewerkschaften erklären, dem Marktfundamentalismus eine wirkliche politische Alternative entgegenzusetzen? Eine Antwort bieten Analysen an, die im Neoliberalismus lediglich die Folie sehen, hinter der sich eine neue Gesellschaft, ein Kapitalismus neuen Typs verbirgt. Dabei hat sich auch dieser neue Entwicklungstyp keineswegs der Gebrechen kapitalistischer Vergesellschaftung entledigt. Gerade Frank Deppe hat gegenüber zu optimistischen Erwartungen an die Prosperitäts- und Kohärenzpotenziale immer wieder auf die erheblichen Polarisierungs-, Krisen- und Destruktionsdynamiken der neuen Formation verwiesen. Doch entscheidend ist, dass die neue Realität den Mut zur Entwicklung und Erprobung neuer analytischer Konzepte und politischer Projekte erfordert, will die Linke – in welcher Konstellation auch immer – ihre Interventionsfähigkeit zurückgewinnen. Den Gedanken, dass es sich beim Neoliberalismus nicht um eine ausschließlich destruktiv wirkende Übergangsideologie, sondern um ein politisches Projekt mit institutionellem Fundament handelt, das zur »Revitalisierung« des Kapitalismus beiträgt, indem es neue ökonomische und soziale Strukturen schafft, haben inzwischen Autoren unterschiedlichster theoretischer und politischer Provenienz formuliert. In Italien waren die Bücher von Ingrao / Rossanda (1996) und Revelli (1999) Kristallisationspunkte der linken Debatte. In Frankreich sprechen so unterschiedliche Autoren wie André Gorz (2000) und Michel Aglietta (2000) von einem nachfordistischen Produktions- und Akkumulationsregime. Richard Sennett (1998) zielt mit seinem Essay über den »flexiblen Kapitalismus« auf die Friktionen des neo-amerikanischen Modells. Mit ihrem spezifischen Ansatz haben Autoren der Amsterdam School (van der Pijl 1998) auf den Zusammenhang von Neoliberalismus und kapitalistischer Restrukturierung hingewiesen. Und auch in Deutschland ist die Debatte in Bewegung geraten. Frank Deppe hat selbst wiederholt in diese Diskussion eingegriffen und sich, wenn wir es richtig sehen, Positionen angenähert, die von der Herausbildung eines »Kapitalismus neuen Typs« ausgehen. Aufgrund des ihm eigenen historisch-kritischen Zugangs zur sozialen Realität spricht er mitunter lieber von einer Epoche als von einem sozialen Aggregatzustand, der sich als Regime oder gar als Formation bezeichnen ließe. III. Was zeichnet nun Frank Deppes Blick auf die neue gesellschaftliche Konstellation aus? Wir vermuten, dass diese Frage nur zu beantworten ist, wenn man von den Kontinuitäten im wissenschaftlichen und politischen Denken des Jubilars ausgeht. Die Originalität seines Ansatzes lässt sich nicht an einer bestimmten These oder an einem besonderen Theorem festmachen. Wie wir meinen, ergibt sie sich eher aus einer mehrdimensionalen, die Grenzen wissenschaftlicher Fachdisziplinen bewusst überschreitenden Analyseperspektive. Für diese Perspektive sind wohl vier Prämissen zentral: erstens die Vorstellung, dass die kapitalistische Entwicklung von antagonistischen Vergesellschaftungslogiken angetrieben wird; zweitens die Auffassung, dass diese Vergesellschaftungslogiken zwar einerseits permanent und immanent sozialökonomische, kulturelle und ideologische Spaltungsdynamiken hervorbringen, sie andererseits zugleich aber durch Kämpfe bestimmt sind, in denen sich die Konstituierung der Lohnabhängigen – über die Vermittlung vieler Determinanten – zu einer selbstbewusst handelnden Klasse vollziehen kann; drittens eine theoretisch begründete Konzeption der relativen Eigenständigkeit des Politischen – der sozialen und politischen Kämpfe in Staat und Zivilgesellschaft – im Verhältnis zum kapitalistischen Akkumulations- und Verwertungsprozess; und viertens die methodische und zugleich intellektuellenkritische Annahme, derzufolge eine kritische Perspektive in der Zwitterstellung des Intellektuellen nur durchzuhalten ist, wenn sie sich einerseits auf ein konkretes Subjekt in der Gesellschaft, auf den linken, antikapitalistischen Flügel der Arbeiterbewegung bezieht, und sich andererseits jedoch ein hinreichendes Mindestmaß an wissenschaftlicher Autonomie bewahrt. Für einen Marxisten klingt keine dieser Prämissen sonderlich spektakulär. Es ist die Verschränkung, die Artikulation dieser Analysedimensionen, die das Besondere in Frank Deppes Denken ausmacht. Im Grunde müsste man noch eine weitere Prämisse hinzufügen: die konsequente Historisierung sozialer Realität, das Denken in historischen Phasen, Perioden, Epochen und der Mut zur »großen Erzählung« – eine intellektuelle Fähigkeit, die inzwischen vom Aussterben bedroht ist. Kapitalismus und bürgerliche Gesellschaft begreift er, ganz im Marxschen Sinne, nicht als »festen Kristall«, sondern als einen beständig im Prozess der Umwandlung begriffenen Organismus. Insofern ist es nur konsequent, wenn sich auch seine eigene Beziehung zum Analysegegenstand beständig verschiebt. In den Phasen, die Frank Deppes wissenschaftliche Produktion durchlaufen hat, spiegeln sich die Zyklen der jüngeren bundesdeutschen Geschichte. Seine politische Biografie beginnt Mitte der 60er Jahre, als die ersten politischen und kulturellen Risse in der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft sichtbar werden. Als Vorsitzender der Marburger Gruppe des SDS (1964/65) und später als Mitglied des Bundesvorstandes dieser Organisation (1965-1967) greift er prägend in die Diskussionen der Studentenbewegung ein. Seine in der Hochphase des außerparlamentarischen Protests fertig gestellte Doktorarbeit (Deppe 1968) über den sozialistischen Revolutionär Auguste Blanqui lässt sich auch als Kommentar zu den Strategiedebatten jener Zeit lesen. Die überschießenden Revolutionshoffungen eines großen Teils der Bewegung teilt Frank Deppe nicht. In seiner Auseinandersetzung mit Blanqui kritisiert er indirekt »putschistische« Ambitionen. Zugleich fasziniert ihn an der Gestalt Blanquis alles, was sich als Plädoyer für Organisiertheit und für die Gewinnung von Mehrheiten unter den Arbeitern interpretieren lässt. Die darin aufscheinende Grundhaltung wird in der Ära der sozial-liberalen Koalition zum Forschungsprogramm. Frank Deppe beteiligt sich mit eigenen Beiträgen an den Diskussionen über die »neue Arbeiterklasse« (Deppe u.a. 1970) und das Arbeiterbewusstsein (Deppe 1971). In dieser Zeit habilitiert er sich in Marburg und wird dort am Institut für Politikwissenschaft zum Professor berufen. Aus den 70er Jahren stammen jene Studien, die in der Nachfolge Wolfgang Abendroths, wohl eher in der Außenzuschreibung als im Bewusstsein der so Bezeichneten, den Ruf einer »Marburger Schule« begründeten. In dieser Phase wird die Internationalisierung des Kapitalismus erstmals zum Forschungsgegenstand. Im Kontext eines Arbeitszusammenhangs, der zu einem erheblichen Teil aus Studierenden und Doktoranden besteht, entstehen mehrere Studien, die sich mit der europäischen Integration beschäftigen (Deppe 1975; 1976; Axt / Deppe 1979). Stilbildend für die so genannte »Marburger Schule« sind jedoch vor allem jene Arbeiten, die sich mit dem »Integrationismus« in der Arbeiterbewegung auseinander setzen und die zugleich das theoretische Gerüst für eine »klassenautonome« Gewerkschaftspolitik (zum Autonomiebegriff: Trentin 1978, Deppe 1979) liefern sollen. Hatten die Studien zur Kritik der Mitbestimmung (Deppe u.a. 1969) und zum Arbeiterbewusstsein vor allem nach Indikatoren eines verschütteten, unter veränderten historischen Bedingungen jedoch reaktualisierbaren Klassenbewusstseins geforscht, so geht es nun primär um die Integrationspotenziale des Spätkapitalismus, die dem antagonistischen Vergesellschaftungsprozess inhärent sind. Dabei bestimmt Frank Deppe den Integrationismus nicht einfach als Ausdruck eines falschen Bewusstseins, sondern als Resultat einer Reformpolitik, die auf zwiespältige Weise mit dem Prozess antagonistischer Vergesellschaftung korrespondiert. Einerseits werden die Forderungen der Arbeiterbewegung, die zunächst auf heftigen Widerstand des Kapitals wie auch des »herrschenden Blocks an der Macht« treffen, vermittelt über den sozialen und politischen Kampf aufgegriffen, realisiert, institutionalisiert und so in einen systemischen Bestandteil kapitalistischer Entwicklung verwandelt. Die Tendenz zur politischen Neutralisierung und ideologischen Einbindung oppositioneller Kräfte ist somit allseits präsent. Andererseits konstituiert der Widerstreit der kapitalistischen Logiken zugleich aber auch eine »geschichtliche Struktur, auf die sich die Strategie des Klassenkampfes bewusst beziehen muss« (Deppe 1979: 147), und die die Möglichkeit klassenpolitischer Autonomie bereithält. Frank Deppe versteht das Prinzip der Autonomie nicht formal, etwa im Sinne der organisatorischen Unabhängigkeit von politischen Parteien, er bestimmt es politisch-inhaltlich. Gewerkschaftliche Politik gewinnt in dem Maße an Autonomie, wie sie die sozialen wie politischen Reproduktionsinteressen der Lohnabhängigen zum Ausgangs- und Zielpunkt von Politik macht und gegenüber den Zwängen der Kapitalakkumulation zur Geltung bringt. Die zentrale Voraussetzung für die Realisierung der Möglichkeit autonomer Gewerkschaftspolitik ist die Aufhebung der Konkurrenz unter den Lohnabhängigen. Dies geschieht in Form der proletarischen Solidarität, die sich vor allem in den Abwehrkämpfen gegen die Übergriffe des Kapitals herausbildet. Zu wirklich autonomen Organisationen entwickeln sich die Gewerkschaften jedoch erst dann, wenn ihre Mitglieder in den sozialen Auseinandersetzungen ein politisches Bewusstsein ausbilden, das über soziale Abwehrkämpfe und die bloße Moderation des Klassenkonfliktes hinaus zur politischen Einflussnahme auf die gesellschaftliche Entwicklung drängt. Wo sich eine solche strategische Orientierung durchsetzt, bleibt sie umkämpft. Sie wird sowohl durch eine sozialintegrationistische Politik des Staates, als auch durch sozialpartnerschaftliche Strömungen innerhalb der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung infrage gestellt, die sich ihrerseits auf die systemintegrative Kraft der herrschenden Produktionsverhältnisse beziehen können. Wie viele Marxisten geht Frank Deppe während dieser Phase davon aus, dass der reformistische Integrationismus wirtschaftliche Prosperität zur Voraussetzung hat. Als die tiefe Wirtschaftskrise 1973-75 das unwiderrufliche Ende der »langen Welle« fordistischer Prosperität ankündigt, scheinen die ökonomisch-sozialen Konstitutionsbedingungen des Integrationismus zu verschwinden. In historischen Studien thematisiert Frank Deppe gemeinsam mit anderen die Pendelbewegungen der Gewerkschaften zwischen sozialpartnerschaftlicher Integration und interessenpolitischer Gegenmacht (vgl. Deppe / Fülberth / Harrer 1977). Nicht allein die Geschichtsinterpretation, die eine kritisch-solidarische Sicht auf die kommunistische Bewegung beinhaltet, sondern gerade auch der aktuelle Zeitbezug, der die fatalen Auswirkungen einer lediglich reaktiven Anpassungspolitik der Gewerkschaften an das Krisenmanagement des regierenden Blocks thematisiert, wird zum Gegenstand heftiger Kontroversen in wissenschaftlichen und politischen Öffentlichkeiten (vgl. Hecker / Klein / Rupp 2001). Der Fachbereich Gesellschaftswissenschaften gerät zeitweilig in den Ruf einer kommunistischen Kaderschmiede. In dieser Zeit eskaliert die Auseinandersetzung um das »Marburger Gewerkschaftsbuch«. Die Kontroverse hat viele politisiert, nicht zuletzt in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit. Sie hat aber auch bei allen Beteiligten Wunden hinterlassen, die zum Teil bis heute nicht vernarbt sind. Im Schlachtengetümmel der späten 70er Jahre bleibt zunächst unentdeckt, was Frank Deppes wissenschaftliche Arbeit und auch seine politischen Interventionen während der 80er Jahre bestimmen wird. In den USA, in England und später auch in Kontinentaleuropa setzt die neokonservative »Gegenrevolution« ein. Zugleich treten mit der Ökologie-, Frauen- und später der Friedensbewegung neue oppositionelle Akteure auf den Plan. Beide Entwicklungen werden für Frank Deppe zur theoretischen wie auch zur politischen Herausforderung. Mit dem Neokonservatismus dominiert nun eine politische Formation, die offensiv auf eine Beseitigung von »Planungselementen« im kapitalistischen Produktions- und Akkumulationsprozess drängt. Ihr individualistisches Credo findet in den neuen sozialen Bewegungen einen oppositionell gewendeten Widerhall. Individualistische Wertorientierungen und neue Konfliktfelder in der gesellschaftlichen Reproduktionssphäre reizen viele Intellektuelle zur Abkehr von der in ihren Augen konservativ erstarrten Arbeiterbewegung. André Gorz’ Buch »Abschied vom Proletariat« liefert das Stichwort für diese Bewegung. Frank Deppe selbst hält hingegen an der Zentralität von Kapitalismusanalyse, Arbeits- und Klassenkonflikten fest. Zugleich verändert er jedoch das Koordinatensystem seiner Analyse. Er beschäftigt sich mit den Strukturveränderungen der Arbeiterklasse, dem Bedürfnis- und Wertewandel. Erstmals konstatiert er den »Utopieverlust« der Arbeiterbewegung (Deppe 1984: 258ff; Deppe 1985). In seiner skeptischen Verteidigung des »realen Sozialismus« klingt zudem bereits an, dass auch die Entwicklung in den osteuropäischen Staaten für diesen Utopieverlust mit verantwortlich ist. In der Auseinandersetzung mit der neokonservativen »Gegenrevolution« stellt sich für Frank Deppe erneut und sinnfällig das Problem der Autonomie des Politischen. Planungs- und Kooperationsmomente, vor allem die Staatsintervention haben den kapitalistischen Akkumulationsprozess politisch durchdrungen; daher ist die Selbstverwertung des Kapitals prinzipiell in stark differierenden Entwicklungsvarianten möglich. Folglich gilt es, die politischen Formierungs- und Entscheidungsprozesse in ihrem zeithistorischen Kontext zu analysieren. Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Entwicklungsvarianten des zeitgenössischen Kapitalismus erfolgt u.a. in mehreren Jahrbüchern des IMSF, an denen Frank Deppe direkt oder über Diskussionen (IMSF 1985a, 1985b, 1986, 1987) beteiligt ist. Seine wissenschaftliche Arbeit wird zugleich jedoch von etwas Grundsätzlicherem angetrieben: der Weiterentwicklung einer materialistischen Politik-, Staats- und Intellektuellentheorie, auf die in zeitdiagnostischen Analysen zurückgegriffen werden kann. Vorüberlegungen zu Grundelementen einer materialistischen Politikkonzeption stellte er bereits Anfang der 80er Jahre an (vgl. u.a. Deppe 1982). In der Machiavelli-Studie (Deppe 1987) wurden viele dieser Gedanken dann weiter vertieft und am historischen Material erprobt. Was sich in den Arbeiten der frühen 80er Jahre bereits andeutet, verdichtet sich im Laufe des Jahrzehnts zur Gewissheit. Die anhaltende Krisenperiode der westlichen Kapitalismen bedeutet mehr als das Ende der außergewöhnlich langen Nachkriegsprosperität. Offenbar ist die »Reinigungsfunktion« des ökonomischen Konjunkturzyklus blockiert, so dass die tiefen Kriseneinbrüche Mitte der 70er und Anfang der 80er Jahre nicht in eine neue »lange Welle« ökonomischer Prosperität übergehen können. Offenbar befindet sich das gesamte fordistische Entwicklungsmodell in einem Transformationsprozess, dessen Ausgang offen und ungewiss ist (Deppe 1985). »Umbruchskrise« wird fortan zu einem Schlüsselbegriff in Frank Deppes Analysen. Auch das theoretische Gerüst seiner Argumentation gerät in Bewegung. Wichtige Inspirationen gehen von den Jahrbüchern des Instituts für marxistische Studien und Forschung (IMSF) in Frankfurt aus. Zeitgleich beginnt die Rezeption regulationstheoretischer Arbeiten (Hirsch/Roth 1986), die Auseinandersetzung mit Krisendiagnosen und Umbruchanalysen u.a. von Beck, Habermas, Negt, Wallerstein sowie den Arbeiten von Ernest Mandel und des britischen Marxisten Stuart Hall. In dieser Zeit wird der Marxistische Arbeitskreis (MAK), eine von Frank Deppe mitbegründete Gruppe aus Wissenschaftlern und Studierenden, zu einem wichtigen Diskussionsforum. Auch das ist typisch für den Menschen und Wissenschaftler Frank Deppe. Trotz starker Arbeitsbelastung nimmt er sich die Zeit für eine intensive Diskussion mit theoretisch interessierten Studierenden. Während der Semesterferien finden mehrfach Workshops zu Themen wie »Zukunft der Arbeit« oder »Marxistische Krisentheorie« statt. Die Diskussionen jener Jahre schlagen sich in einer Vielzahl von Diplom- und Doktorarbeiten nieder, die im »Theorieteil« Bezug auf die Krisen- und Umbruchdebatte des MAK nehmen. Ende der 80er Jahre steht für Frank Deppe außer Frage, dass sich marxistische Theorie wie auch die politische Praxis der Linken einer tiefgreifenden Erneuerung unterziehen müssen. Die Problematik der zeitgenössischen Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung konstruiert er analog zu den vorausgegangenen »großen Krisen« kapitalistischer Transformation. Für ihn gibt es kein zwangsläufiges Ende der Arbeiterbewegung, wohl aber die Notwendigkeit einer weitreichenden strategischen Neuausrichtung, die den gesellschaftlichen Umbruch produktiv verarbeitet, indem sie die Aktivitäten von Gewerkschaften und der politischen Linken auf die Widersprüche und Konfliktfelder eines »Kapitalismus im Übergang« bezieht (Deppe / Dörre / Roßmann 1989). Die Auseinandersetzung um die 35-Stunden-Woche steht ihm exemplarisch für die Lernfähigkeit der Arbeiterbewegung, für ihr Vermögen, sich den Anliegen und Themen neuer sozialer Bewegungen zu öffnen und sie in eine autonome Interessenpolitik zu übersetzen. Hatte es zunächst den Anschein gehabt, als würde dieser Erneuerungsprozess durch die Veränderungen in Osteuropa und den Gorbatschow-Effekt Rückenwind erhalten, stellt sich die Situation zu Beginn der 90er Jahre völlig anders dar. Die Implosion des Staatssozialismus, das Ende der DDR und die Auflösung des sozialistischen Staatensystems zwingen erneut zum Umdenken. Der Niedergang des »realen Sozialismus« trifft alle Wissenschaftler, die der »Marburger Schule« zugerechnet werden, an ihrem schwächsten Punkt. Zwar war immer klar, dass sich der »reale Sozialismus« nicht als Modell für Westeuropa würde eignen können. Doch die reale Möglichkeit einer nichtkapitalistischen Entwicklung galt als prinzipiell verteidigenswert. Nun hat der Niedergang des staatsbürokratischen Systems das analytische Gerüst, auf dem diese Einschätzung beruhte, falsifiziert. Rückblickend steht außer Frage, dass die Erdrosselung politischer Freiheiten im Inneren entscheidend zur Reformunfähigkeit des Staatssozialismus beigetragen hat. Für die politische Linke hat diese Entwicklung weitreichende Folgen. Ihre ideologische, programmatische und kulturelle Krise wird ganz im Sinne der These vom »Ende der Geschichte« (vgl. hierzu Anderson 1993) nochmals bestärkt. Auf den ersten Blick spielen in den kapitalistischen Gesellschaften des 21. Jahrhunderts progressive Gegenkräfte kaum noch eine signifikante Rolle. Wohl auch wegen der zugleich drohenden Marginalisierung jeglicher Spielart linker Kapitalismuskritik bleibt Frank Deppe seinem Forschungsgegenstand treu. Während der 90er Jahre beschäftigte er sich vorwiegend mit der Restrukturierung des Metropolenkapitalismus. Der Globalisierungs-Diskussion vorgreifend, analysiert er den Kapitalismus in »Jenseits der Systemkonkurrenz« als internationales System. Ihn interessieren die Möglichkeiten der Politik in diesem System. Folglich beschäftigt er sich mit »Veränderungen und Umbrüchen in den internationalen Machtbeziehungen« (Deppe 1991: 7) und dem – wie es damals schien – Niedergang der US-Hegemonie. Darüber hinaus entdeckt er erneut das Thema »Europa«. In der Auseinandersetzung mit wichtigen Repräsentanten der zeitgenössischen Internationalen Politischen Ökonomie entwickelt er die Umrisse eines Forschungsansatzes, der in der Verknüpfung von regulationstheoretischen und neo-gramscianischen Theorieelementen während der folgenden Jahre für die Analyse der europäischen Integration in Marburg stilbildend wird. Angestoßen durch das Binnenmarktprojekt gründet er gemeinsam mit Klaus Peter Weiner die Forschungsgruppe Europäische Gemeinschaft (FEG). Einer ersten Bestandsaufnahme (vgl. Deppe/Huffschmid/Weiner 1989) folgen – neben kleineren Projekten zur Technologiepolitik und zur Migration – Arbeiten, die sich primär mit der sozialen Dimension des europäischen Integrationsprozesses beschäftigen. In einer Reihe ländervergleichender Untersuchungen wurde der Frage nachgegangen, wie sich die Arbeitsbeziehungen (Deppe / Weiner 1991), Arbeitslosigkeit und Wohlfahrtsstaat (Bieling / Deppe 1997) und die Beschäftigungspolitik (Deppe / Tidow 2000) im europäischen Kontext verändern. Alle Untersuchungen sind dabei mehr oder minder explizit durch die These gekennzeichnet, dass die strukturelle Konvergenz der bestehenden Probleme und politischen Strategien zugleich mit weiterhin fortbestehenden institutionellen Besonderheiten und nationalen Handlungsspielräumen einhergeht. Außerdem versuchen die zahlreichen Bücher, Arbeitspapiere und Artikel, die in diesem Kontext entstanden sind, die Dynamik und auch die Widersprüche der umfassenden Reorganisation der europäischen Mehrebenenregulation theoretisch im Sinne einer kritischen und zeitgemäßen Internationalen Politischen Ökonomie zu verdichten. Parallel zur Europaforschung beginnt Frank Deppe mit Vorarbeiten zur geplanten »Geschichte des politischen Denkens«. Einige Aufsätze und Vorträge verdichtet er zum Grundriss einer »Jahrhundertbilanz« (Deppe 1997), die er – stark beeinflusst von Eric Hobsbawms »Age of Extremes« (1994) – in einer mehrbändig angelegten Auseinandersetzung mit den wichtigsten Theoretikern der Politik des 20. Jahrhunderts bis heute fortführt. Ein erster Band zur Geschichte des politischen Denkens ist erschienen (Deppe 1999), ein zweiter befindet sich in Arbeit. IV. Eine Bilanz der Denkbewegung Frank Deppes, wie sie sich über die – hier notwendig grob und kursorisch beschriebenen – Stationen hinweg abzeichnet, lässt sich für uns an dieser Stelle – wie vorläufig auch immer – nicht ziehen. Seine Analyse- und Interpretationsraster haben sich bereits in den 80er und 90er Jahren zum Teil erheblich verändert. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts beschäftigt ihn ein paradoxer Sachverhalt: Auf der einen Seite gibt sich der Kapitalismus sehr viel offener als in den 60er und 70er Jahren wieder als eine Gesellschaftsformation zu erkennen, die systematisch Ausbeutung, Ungleichheit und Ungewissheit sowie »Finanz- und Wirtschaftskrisen«, die »Gefährdung der Natur«, eine »wachsende Kriegsgefahr und eine Barbarisierung der Kultur« produziert (vgl. Deppe 2001a: 62). Auf der anderen Seite finden all diese Widersprüche, Krisen und Konflikte jedoch »keinen politischen Ausdruck ..., der mit dem Druck einer breiten Sozialbewegung von unten für die Vision bzw. für das Programm einer alternativen Politik und Ordnung verbunden wäre« (Deppe 2001b: 188). Obwohl sich der globale Kapitalismus alles andere als krisenfrei präsentiert, sind nicht nur die politischen Gegenkräfte geschwächt, auch das Bewusstsein einer gesellschaftlichen Krise scheint vorerst erloschen. Lässt sich der Ansatz, der Frank Deppe ausgezeichnet hat, angesichts der neuen Realität weiter durchhalten? Wir wissen nicht, wie das Geburtstagskind diese Frage beantworten wird. Aber wir können selbst einige tastende, sicherlich fragmentarische Überlegungen anstellen. Kapitalismusanalyse: Die Denkfigur antagonistischer Vergesellschaftungslogiken geht ursprünglich auf die Marxsche Dialektik von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen zurück. Danach ist der Widerspruch zwischen einer Produktionsweise, in der Produktionsmittel und Produktion »wesentlich gesellschaftlich geworden« sind, und »einer Aneignungsform, die die Privatproduktion Einzelner zur Voraussetzung hat«, wobei »jeder sein eigenes Produkt besitzt und zu Markte bringt«, eine zentrale Triebkraft kapitalistischer Entwicklung (MEW 20: 252). Der Widerspruch zwischen »gesellschaftlicher Produktion und kapitalistischer Aneignung« (ebd.) ist latent immer vorhanden, in den westlichen Metropolenkapitalismen erfährt er jedoch eine besondere Ausprägung. Frank Deppe knüpft bei der Interpretation dieser Besonderheit an die Arbeiten von Wolfgang Abendroth (1965; 1967) und des italienischen Marxisten Lelio Basso (1975) an. Letzterer hatte in den 60er Jahren eine Staats- und Transformationstheorie erarbeitet, die sich durchaus als die Begründung eines »revolutionären Reformismus« lesen lässt. Wie Marx und Engels sieht Basso den kapitalistischen Vergesellschaftungsprozess von zwei einander antagonistisch gegenüberstehenden Logiken getrieben: Der gesellschaftliche Charakter der Produktivkräfte tendiert letztlich zu einer revolutionären Umwälzung der Produktionsverhältnisse. Die kapitalistischen Produktionsverhältnisse konstituieren selbst zugleich jedoch eine eigene Vergesellschaftungslogik, die auf eine stabile Reproduktion der Aneignungsformen und eine Integration antagonistischer Kräfte zielt. Sozialistische Politik im Spätkapitalismus bewegt sich im Spannungsfeld beider Logiken. Sie kann in jeder Phase kapitalistischer Entwicklung Wirkung entfalten, sofern sie sich positiv auf das Vergesellschaftungspotenzial der Produktivkräfte bezieht. Dabei sieht sie sich jedoch immer wieder dem Integrationssog der »Logik der Produktionsverhältnisse« ausgesetzt. Es gilt also, die Vergesellschaftungslogik der Produktivkräfte zu nutzen und ein »Überschussbewusstsein« zu erzeugen, das über die kapitalistischen Produktionsverhältnisse hinausweist. Aus dieser Perspektive bedeutet der Kampf um soziale, rechtliche und institutionelle Reformen innerhalb des Kapitalismus keineswegs den Abschied vom Ziel einer sozialistischen Transformation. Der Transformationsprozess ist jedoch kein einmaliger, revolutionärer Akt. Eher entspricht er Gramscis Bild eines langwierigen, von punktuellen Erfolgen wie auch von Rückschlägen begleiteten »Stellungskriegs«, bei dem es darauf ankommt, das gegnerische Kasemattensystem nach und nach zu erobern, indem sozialistische Politik der Logik gesellschaftlicher Bedürfnisse zur Reife und schließlich zum Durchbruch verhilft. Es ist ihr impliziter Fortschrittsoptimismus, der diese Denkfigur antagonistischer Vergesellschaftungslogiken schon während der Umbruchs-Diskussion der 80er Jahre mit nur schwer integrierbaren Herausforderungen konfrontiert. Zum einen werfen die »ungesehenen Nebenfolgen industrieller Produktion« (Beck 1986), die ökologischen Risiken globaler Dimension, die Frage auf, ob sich die »Logik der Produktivkraftentwicklung« noch als Referenzfolie einer progressiven Politik eignet. Zum anderen gerät unter den derzeitigen Bedingungen die Entfaltung wissenschaftlich-technischer und organisatorischer Produktivkräfte nicht nur in Gegensatz zu fordistischen Planungsmechanismen und Kooperationsformen, sondern auch zu Regulationsformen, zu sozialen und industriellen Rechten, die dem Kapitalismus u.a. durch die Kämpfe der Arbeiterbewegung aufgezwungen worden sind. Auch Frank Deppe (1997: 20f) hat Neokonservatismus und Neoliberalismus als ideologischen und politischen Hebel begriffen, um die kapitalistische Entwicklungsdynamik und Produktivkraftrevolution von ihren sozialen und politischen Fesseln zu befreien. Doch was bedeutet es, wenn eine marktradikale oder zumindest marktzentrierte Politik die Revolutionierung der Produktivkräfte (die informationstechnologische Durchdringung des Produktionsapparates, der sektorale Wandel, neue Formen der Arbeits-, Betriebs- und Unternehmensorganisation) begünstigt und zugleich für eine Anpassung der Produktionsverhältnisse (Shareholder-Value-Steuerung, Stärkung der Eigentümerinteressen) an die neuen Produktivkräfte sorgt? Wie immer man die gegenwärtigen Mutationen des Kapitalismus bezeichnen mag – als neue Entwicklungsphase, als neues Akkumulationsregime oder eben als neue weltgeschichtliche Epoche –, es ist die politisch organisierte Stärkung der Marktmechanismen in Gesellschaft, Unternehmen und Betrieben, die diese Mutationen antreibt und die im Verlauf der 90er Jahre offenbar ein neues Muster der sozialen (Des-) Integration und Stabilisierung von Macht- und Herrschaftsbeziehungen ermöglicht hat. Diese Form der marktgetriebenen Restrukturierung des Kapitalismus passt insofern nicht so recht in die ursprüngliche Interpretationsfolie antagonistischer Vergesellschaftungslogiken, als vorerst unklar bleibt, auf welche Vergesellschaftungsqualitäten der neuen Produktivkräfte ein progressiver Politikentwurf setzen könnte. Wenn wir es richtig sehen, hat Frank Deppe mit der Aneignung regulationstheoretischer Kategorien zumindest eine implizite Antwort auf dieses Problem gegeben. Zu den Prämissen der Regulationstheorie gehört der Bruch mit der Annahme einer sozialen Neutralität der technisch-organisatorischen Produktivkräfte. Mehr noch, die Produktionsverhältnisse determinieren die Produktivkräfte, nicht umgekehrt (Lipietz 1987). Mit dieser Wendung handelt man sich freilich neue theoretische Probleme ein. Will man nicht in bloßen Voluntarismus abgleiten, stellt sich die Frage nach den Voraussetzungen gesellschaftlicher Kompromissbildungen, nach den Möglichkeiten und Bedingungen eines »neuen Gesellschaftsvertrags« (Deppe 1997), die die Dialektik von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen auf progressive Art und Weise zu beeinflussen vermögen. Klassenanalyse: Damit sind wir bei der zweiten Analysedimension, dem Prozess der Klassenbildung und Klassenpolitik. Im ursprünglichen Konzept antagonistischer Vergesellschaftung ist die progressive Wirkung der Produktivkräfte an die Existenz eines Subjekts gebunden, das den impliziten Vergesellschaftungsbedarf technisch-organisatorischer Apparate in bewusste (sozialistische) Politik zu übersetzen vermag. Für die Existenz eines solchen Subjekts ist der Prozess der Klassenbildung zentral. Frank Deppe hat bis in die Gegenwart analytisch an der Möglichkeit der Klassenbildung festgehalten. Verschiedenste Varianten der Verbürgerlichungs-, später der Fragmentierungs- und Individualisierungsthese konterte er mit einem Ansatz, der die Spaltung und Konkurrenz als »Normalzustand« der Arbeiterklasse begreift (Deppe 1981). Zwar konstituieren sich über die Lohnarbeiterexistenz und ihre Risiken Kollektivinteressen der Lohnabhängigen. Gemeinsam ist das Interesse, existenzielle Unsicherheit, die aus der Abhängigkeit vom kapitalistischen Akkumulationsprozess resultiert, zu minimieren sowie möglichst günstige Bedingungen für den Verkauf der eigenen Arbeitskraft zu erzielen. Die Erfahrbarkeit dieses gemeinsamen Interesses wird jedoch immer wieder durch Spaltungen und Fragmentierungen konterkariert, die dem Akkumulationsprozess des Kapitals selbst innewohnen. Konkurrenzmechanismus, Arbeitsteilung, unterschiedliche Lebensbedingungen und die vielfältigen Verschränkungen von »Klasse, Rasse und Geschlecht« (Balibar / Wallerstein 1990) machen die – zeitweilige – Herstellung von Klasseneinheit zu einem politischen Projekt, das in den verschiedenen Phasen kapitalistischer Entwicklung mindestens zweierlei zu leisten hat. Erstens müssen immer wieder neue Gruppen von Lohnabhängigen an die basalen Formen von – zunächst gewerkschaftlicher – Klassensolidarität herangeführt werden. Zweitens muss die Dialektik von »Einheit und Spaltung (der Klasse, d.A.) als Hegemonieproblem« (Deppe 1981: 39) begriffen werden. Das heißt, es bedarf einer über rein ökonomische Interessen hinausweisenden Arbeit der Zuspitzung und Politisierung, um die Kollektivinteressen der Lohnabhängigen zu aktivieren. Diese dynamische Klassenkonzeption ließ sich trefflich gegen diverse Abschiede vom Proletariat wenden. Noch Mitte der 80er Jahre spiegelt sich in Frank Deppes Analyse ein verhaltener Optimismus. An Arbeiten des schwedischen Marxisten Göran Therborn (1984) anknüpfend, der die Zeit zwischen 1965 und 1975 als eine Periode des qualitativen und quantitativen Wachstums der Arbeiterbewegung charakterisiert hatte, schreibt Deppe (1985: 89): »Die Strategie des Kapitals zielt nunmehr in erster Linie darauf, sowohl die sozialökonomische Macht der Krisenprozesse als auch die politische Macht des Staates zu einem konzentrierten Angriff auf die betrieblichen und politischen Machtpositionen der Arbeiterbewegung zu nutzen. Für die Arbeiterbewegung wird angesichts der Erfahrung der vergangenen Jahre immer deutlicher, dass die bloße Verteidigung dieser Machtpositionen sowie das Festhalten am reformistisch-keynesianischen Politikmodell entweder ihre relative Ohnmacht verstärken oder sie zu weiteren korporatistischen Anpassungsleistungen zwingt, die ihrerseits den Verzicht auf wesentliche Forderungen der Arbeiterbewegung beinhalten und damit deren Defensivposition noch verstärken. Dennoch: Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt hat die Arbeiterbewegung in Westeuropa noch keine Niederlage hinnehmen müssen wie etwa in den 20er und 30er Jahren dieses Jahrhunderts.« Am Beginn des 21. Jahrhunderts hat sich die Situation – zum Teil dramatisch – gewandelt. Wir stoßen auf eine widersprüchliche Gemengelage. Einerseits treten die »groben« sozialen Unterschiede in der Gesellschaft so deutlich hervor, dass gerade auch Nicht-Marxisten vehement die »Rehabilitierung« des Klassenbegriffs einklagen. Andererseits hat die Wiederkehr der »sozialen Frage« bislang nicht zur Revitalisierung eines klassenspezifischen Kollektivbewusstseins geführt (Deppe 2001b). Schon in den 90er Jahren beobachtet Frank Deppe (1997: 20) einen »Zerfall von Gesellschaft«, der sich weder sozioökonomisch noch politisch und ideologisch in die »Logik der Klassenpolarisierung« fügt. Angesichts der Prekarisierung von Arbeit und daraus erwachsender Spaltungslinien scheint es fraglich, ob »proletarische Klasseneinheit« noch ein verbindliches Leitbild progressiver (sozialistischer) Politik sein kann. Zudem ist die Organisations-, Integrations- und Gegenmachtfähigkeit der Arbeiterbewegung einem fortschreitenden Erosionsprozess unterworfen. Dem modernen »Wettbewerbskorporatismus« erscheint der Verlust von Bewegungselementen in der gewerkschaftlichen Politik als irreversibel. Selbst der Modus der Klassenrepräsentation, der Bezug auf kollektive Lohnarbeiterinteressen gilt ihm als antiquiert. An die Stelle tendenziell universalistischer Klassen- setzt er partikulare Arbeitsinteressen, die nur noch innerhalb der dominanten Vertretungslogik wirksam werden. Statt einer Arbeiterbewegung, die sich der »Vergesellschaftungslogik der Produktivkräfte« selbstbewusst zur Durchsetzung ihrer Ziele bedient, fördert er eine von sozialem Forschritt weitgehend abgekoppelte Produktivkraftrevolution, die noch bestehende Bastionen der fordistischen Arbeiterbewegung als Funktionsbedingung kapitalistischer Produktion in sich einsaugt. Denkt man diese Entwicklung zu Ende, so entfällt jene soziale Kraft, die zumindest potenziell in der Lage wäre, auf die Entfaltung technisch-organisatorischer Produktivkräfte im Sinne eines autonom handelnden sozialen Korrektivs einzuwirken. Gegenwärtig ist dieser Prozess des Aufsaugens der Arbeiterbewegung in die Produktivkraftentwicklung weder abgeschlossen noch unumkehrbar. Doch wie lässt sich diese »passive Revolution« im Sinne jener sozialen Gruppen und Klassenfraktionen beeinflussen, deren Lebensgestaltung nach wie vor an die Verrichtung abhängiger Arbeit gebunden ist, und die in ihrer Gesamtheit in den kapitalistischen Zentren noch immer die Mehrheit der Bevölkerung ausmacht? Politik-Analyse: Die Beantwortung dieser Frage führt zur Ebene der Politik: »Die Politik besitzt (...) eine eigenständige Materialität – und zwar nicht allein als institutionelle und diskursive Materialität, sondern als ein System von Akteurskonstellationen und Praxisformen, in denen sich – bezogen auf verbindliche Entscheidungen für die Gesellschaft – der stets umkämpfte ›Stoffwechselprozess‹ zwischen Staat und Gesellschaft organisiert. In diesem Prozess artikulieren sich disparate, kollektive gesellschaftliche Interessen, deren Durchsetzung die Organisierung und Eroberung politischer Macht erfordert. Macht zu haben, bedeutet in diesem Sinne, Einfluss nehmen zu können auf die ›Spielregeln‹, nach denen das Gemeinwesen – oder gar, die Beziehungen von Staaten oder Staatengruppen in der internationalen Politik – funktioniert.« (Deppe 1999: 15) Historisch entfaltet sich die Materialität der Politik in einer widersprüchlichen Doppelbewegung: Auf der einen Seite setzt der kontinuierliche Kampf um Sozialreformen den Staat zunehmend unter Druck, durch Arbeits-, Tarif- und Sozialrechte die gesellschaftlichen Reproduktionsbedingungen der Arbeitskraft zu regulieren. Dies treibt jene Ausdehnung der Staatsintervention voran, die die Bedeutung politischer Regulierung im sozioökonomischen Reproduktionsprozess erhöht und zugleich den politischen Konflikt um die Qualität dieser Regulierung in nahezu alle Gesellschaftsbereiche hineinträgt (Deppe 1982; 1987: 428ff). Auf der anderen Seite ist das Pendant zu dieser Politisierung der Gesellschaft ein historischer Prozess der Vergesellschaftung von Politik. Dieser bindet den Kampf um die Ausrichtung der Staatstätigkeiten an die Akkumulationsbedingungen des Kapitals und die Kräfteverhältnisse zwischen den gesellschaftlichen Akteuren. Zugleich lässt er die staatlichen Institutionen zum Terrain von Interessenkonflikten werden, deren Klassencharakter im politischen Prozess »verschwindet«. Während die Politisierung der Gesellschaft gesellschaftliche Gestaltungsspielräume durch politisches Handeln eröffnet, lässt die Vergesellschaftung der Politik die Apparate des kapitalistischen Staates und dessen Tätigkeiten zu einem wichtigen Konfliktfeld antikapitalistischer Politik werden. In den 80er und 90er Jahren wird es zunehmend schwieriger, diesen Argumentationsgang aufrecht zu erhalten. Frank Deppe (1981; 1985; 1987) hat hierauf schon früh mit einer Konzeption des Politischen reagiert, die – inspiriert von Gramscis Blockkonzeption – Abstand nimmt von der Vorstellung einer »reinen« Klassenpolitik, indem sie divergierende Interessen in einem hegemonialen Projekt »aufhebt«. Ein solches Konzept lässt sich durchaus als »Block ohne Hegemon«, ohne revolutionäre Partei und ohne Zentralität der organisierten Arbeiterbewegung denken. Doch um welche Inhalte soll sich ein solcher Block formieren? Welche sozialen Kräfte soll er umfassen? Und vor allem: Wie ist es mit dem Kampf um die Macht bestellt, wenn die offizielle Politik im Kontext von ökonomischer Globalisierung und Produktivkraftrevolution zu einer Strategie der Selbstentmächtigung greift? Frank Deppe (2001a) hat mit Bezug auf Vertreter einer neogramscianischen Internationalen Politischen Ökonomie (vgl. Cox 1987; van der Pijl 1998) diesen Prozess zuletzt, insbesondere mit Blick auf die europäische Integration, wiederholt als eine transnationale Klassenstrategie »von oben« interpretiert. Das politische Handlungsfeld erodiert nicht einfach im Sinne eines Nullsummenspiels zu Lasten der Marktkräfte, es wird vielmehr im Interesse transnationaler Wirtschaftsakteure reorganisiert und durch einen trans- bzw. supranationalen »neuen Konstitutionalismus« (Gill 1998) – politisch-institutionell und rechtlich – abgesichert. Zudem haben aller Deregulierungs-Rhetorik zum Trotz die marktzentrierten Politiken der zurückliegenden Dekaden den Mechanismus der Staatsintervention nicht generell revidieren können. Teilweise ist das Gegenteil der Fall. Die Staatsintervention wird allerdings mehr oder minder direkt in den Dienst wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit gestellt. Der Übergang zum »nationalen Wettbewerbsstaat« (Hirsch 1995) schwächt zugleich systematisch jene Formen der Staatsintervention, die den Lohnabhängigen eine – begrenzte – Abkoppelung ihrer Lebensverhältnisse von Marktrisiken erlaubte. Die Re-Kommodifizierung der Arbeitskraft macht soziale Unsicherheit zu einer gesellschaftlichen Schlüsselerfahrung. Doch wie lassen sich solche Erfahrungen zu einem alternativen politischen Projekt bündeln? Intellektuellenkritik und -politik: Folgt man dem Analyse-Raster Frank Deppes, liegt ein Teil der Antwort bei den Intellektuellen. Von Gramscis hegemonietheoretischen Arbeiten inspiriert, hat er die politische Funktion der Intellektuellen in seinem Buch über Niccolò Machiavelli (Deppe 1987) prägnant herausgearbeitet. Anhand der Biografie wie auch der Politikkonzeption Machiavellis zeigt er exemplarisch, wie das Denken und Handeln intellektueller Meinungsführer, wenn sie sich im »Vorhof der Macht« bewegen, mit der Stabilisierung oder Erosion des jeweiligen Machtblocks korrespondieren. Gerade die Charakterisierung des »Fürsten« und die Machtzentrierung der »reinen Politik« waren letztlich von der Ambition getragen, die Konturen eines Staates zu entwerfen, der zur Bewahrung einer sich krisenhaft auflösenden Ordnung in der Lage sein sollte. Zerrissen zwischen dem Anliegen, einerseits historischen Veränderungsstrends Ausdruck und aufsteigenden sozialen Klassen ein Bewusstsein ihrer historischen Funktion zu verleihen und anderseits sich in Versuche zur Stabilisierung der alten Machtordnung einbinden zu lassen, gibt sich Machiavelli als früher Repräsentant jenes »modernen Intellektuellen« zu erkennen, der zwischen Kritik- und sozialer Ordnungsfunktion beständig hin- und hergerissen wird. Der entwickelte Kapitalismus hat diese Funktionen des modernen Intellektuellen gleichsam »vermasst«. Aus einer kleinen Gruppe von Mandarinen ist eine – häufig lohnabhängige – »soziale Schicht« mit eigenen Kollektivinteressen (Deppe u.a. 1973) geworden. Zumindest in Teilen nimmt sie jedoch weiterhin eine ideologische Seismographenfunktion wahr. Sie liefert die Deutungsmuster, die Denkschablonen und -schemata, durch die hindurch die soziale Realität wahrgenommen wird. Sie definiert politische Projekte, sie berät politische Eliten und sie liefert mehr oder minder verbindliche Deutungen politischer Entscheidungen und Machtspiele. Gelegentlich findet sie in ihren besseren Teilen auch die Kraft zur Opposition gegen gesellschaftliche Fehlentwicklungen, zur Partizipation an sozialen Bewegungen und zur Definition gegenhegemonialer Projekte. Eine dieser Bewegungen hat den Prä-68er, Marxisten und Hochschullehrer Frank Deppe entscheidend geprägt. Die außerparlamentarischen Proteste der späten 60er Jahre, die sich keineswegs auf die Studentenbewegung beschränkten, haben – nicht nur bei ihm – nachhaltige Spuren hinterlassen, die bis heute nachwirken. Die Erschütterungen in den »ideologischen Staatsapparaten« waren derart heftig, dass manche Repräsentanten der 68er bis heute flott vom Tabubruch zehren können. Immer neue Abrechnungen mit der eigenen Vergangenheit sind für sie zu einem einträglichen Geschäft geworden, das – nicht nur symbolischen – Profit abwirft. Dieser Art der Vergangenheitsbewältigung hat sich Frank Deppe auch emotional widersetzt. Dass man lernfähig ist, dass man eigene Urteile und identitätsstiftende Anschauungen ständig überprüft und korrigiert, ist der »Zwitterstellung« des Intellektuellen eingeschrieben. Selbst der »Verrat« an der eigenen Biografie ist erklärbar; er lässt sich tolerieren. Wenn jedoch immer neue biografische Wendungen in der Diktion absoluter Selbstgewissheit daher kommen, werden sie zum Ärgernis. Nicht wenige – reale oder vermeintliche – Repräsentanten der 68er haben diese Eigenschaft inzwischen perfektioniert. Die Wirkung auf nachwachsende Generationen ist verheerend. Nicht allein das Desaster des »realen Sozialismus« und die Demoralisierung der Arbeiterbewegung haben ein politisches Vakuum geschaffen. Die Entwicklung eines Teils der 68er, denen das apodiktische »Recht haben« zur einzigen Konstante geronnen ist, hat entscheidend zum Glaubwürdigkeitsverlust linker Politik beigetragen. Dieser Glaubwürdigkeitsverlust wird sich nicht leicht korrigieren lassen. Hierin liegt vielleicht die versteckte Botschaft der eingangs zitierten Epochen-These. Besagt sie doch, dass ein Deutungszyklus, der im Vorfeld der 68er-Bewegung einsetzte, unwiderruflich an sein Ende gelangt ist. Die »Überbaurevolution«, die den Beginn der Fordismus-Krise markierte, schlägt in der nachwachsenden Generation keine Funken mehr. Dies mag schmerzlich sein, zugleich liegt darin jedoch auch eine Herausforderung. Die veränderte gesellschaftliche Realität muss neu angeeignet, neu durchdrungen werden. Dazu soll der vorliegende Band einen kleinen Beitrag leisten. V. Mit der Suche nach Indizien für einen »flexiblen Kapitalismus« haben wir uns bewusst auf unsicheres Terrain begeben. Der gewählte kategoriale Zugang soll jedoch nicht mehr Gewissheit suggerieren als vorhanden ist. Die analytische Tragfähigkeit des ursprünglich von Richard Sennett (1998: 10) vorgeschlagenen Begriffs lässt sich durchaus kontrovers diskutieren. Nach unserer Auffassung spiegelt er jedoch den Stand der Debatte trefflich wider. Das Adjektiv ›flexibel‹ zielt auf die Folgen der Marktvergesellschaftung, die zu den konstitutiven Merkmalen des »neuen Kapitalismus« zählt. Die Unbestimmtheit der Kategorie reizt dort zum Weiterdenken, wo fehlende begriffliche Präzision noch unzureichendes Wissen signalisiert. Frank Deppe selbst hat diesen Begriff benutzt, um den Übergang vom korporativen zu einem Kapitalismus »neuen Typs« zu charakterisieren. In seiner »Jahrhundertbilanz« schreibt er: »In den Kapitalmetropolen gibt es am Ende des 20. Jahrhunderts die klassische Arbeiterbewegung nicht mehr. Von ihren alten ›Säulen‹ (Parteien, Gewerkschaften, Genossenschaften, Kulturorganisationen) sind nur die Gewerkschaften übrig geblieben. (...) Es gibt keinen Weg zurück. Das heißt: eine Renaissance jener Organisations- und Politikkonzepte, die die revolutionäre Arbeiterbewegung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beflügelt hatten (...) wird es, als hegemoniefähiges Projekt, nicht geben. (...) Auch in Zukunft werden gewerkschaftliche und politische Organisationen notwendig sein, um in der Arbeiterklasse Widerstand gegen die ›Despotie des Kapitals‹ im Betrieb und in der Gesellschaft zu entwickeln und um sozialen und politischen Druck für eine Alternative zur herrschenden neoliberalen Politik zu erzeugen. Allerdings werden diese Organisationen nicht mehr als jene privilegierten Zentren und als Avantgarden gelten, die nicht nur ein theoretisches Deutungsmonopol, sondern auch einen Führungsanspruch gegenüber anderen sozialen und politischen Kräften und Bewegungen beanspruchten. Der ›Block der progressiven Kräfte‹ wird bunt, pluralistisch, autonom in Bezug auf die Artikulation von Interessen... sein müssen. Es war gerade der monistische Wahrheits- und Führungsanspruch des Marxismus-Leninimus (...), der letztlich seine etatistisch-bürokratische Verknöcherung, seine Reformunfähigkeit, damit auch sein Scheitern bestimmt hat. (...) Alle Überlegungen zur Zukunft des Sozialismus haben davon auszugehen, dass wir auf längere Zeit in einer kapitalistisch dominierten ›One World‹ leben werden.« (Deppe 1997: 173ff) Dieser Band soll nun keine fertigen Antworten auf die Frage präsentieren, wie sich die Rekonstruktion der politischen Linken – analytisch und konzeptionell – heute konkret denken lässt. Es geht vielmehr – sehr viel bescheidener – um eine punktuelle Sondierung des Terrains, auf dem sich eine progressive, kapitalismuskritische Linke zukünftig zu bewegen hat. Die Phänomene, auf die sich die Debatte bezieht, sind rasch aufgeführt:   neue Bio-, Gen- oder IuK-Technologien, dezentralisierte und flexibilisierte Formen der Produktions- und Arbeitsorganisation, Veränderungen in »Logistik« und »Produktionskette«, eine wachsende Bedeutung produktions- und konsumbezogener Dienstleistungen;   die Transnationalisierung makroökonomischer Reproduktionszusammenhänge, eine zentrale Rolle von transnationalen Konzernen, Großbanken und institutionellen Anlegern, global liberalisierte Kapital- und Finanzmärkte – Stichwort: »finanzgetriebenes Akkumulationsregime« (Aglietta 2000) –, das Wachstum von internationalen Direktinvestitionen, zumeist Fusionen und Übernahmen, die Ausrichtung der Corporate Governance am Shareholder Value;   die Durchdringung der (Zivil-)Gesellschaft durch eine »Kultur des Marktes« (Gill 1995), die Diffusion von Aktien und Wertpapieren, eine sich allmählich ausbreitende Rentier-Mentalität, die Expansion der Medien-, Werbe- sowie Musik- und Kulturindustrie sowie eine Kommerzialisierung des Freizeit- und Kulturbereichs;   die Umwälzung der gesellschaftlichen Sozialstruktur, eine »Tertiarisierung« und »Feminisierung« des Arbeitskräftepotenzials, Massenerwerbslosigkeit, verschärfte Ungleichheiten und Ausgrenzungsprozesse, soziale Statusängste und auflebende ethnische bzw. rassistische Konflikte;   und schließlich eine auf den (Welt-)Markt und den Wettbewerb ausgerichtete Modernisierungsstrategie, in diesem Sinne konzipierte internationale Arrangements (z.B. WTO, IWF, Weltbank, G-7, OECD, BIZ oder auch EU, NAFTA, MERCOSUR), eine wirtschaftspolitische Exportförderung, eine stabilitätsorientierte Geld- und Finanzpolitik, eine voranschreitende Deregulierung, Privatisierung und Flexibilisierung wohlfahrtsstaatlicher Versorgungsleistungen sowie die Erosion kollektivvertraglicher Übereinkünfte. Ob und wie sich diese verschiedenen Aspekte zu einem spezifischen Reproduktionsmodus zusammenfügen, ist nach wie vor umstritten. So steht denn auch die Beantwortung wichtiger Fragen nach wie vor aus: Welche Kategorien werden benötigt, um die veränderte Realität zu erfassen? Welche Handlungsspielräume bleiben der Politik? Wie lässt sich die Funktion des kritischen Intellektuellen erneuern? Wo liegen mögliche Bruchstellen des neuen Systems, an denen linke Politik anzusetzen hätte? Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes bemühen sich, Antworten zu geben. Im ersten Teil geht es um die politische Ökonomie des »flexiblen Kapitalismus«. Der zweite Teil konzentriert sich auf die staats- und politiktheoretische Dimension der transnationalen und europäischen Vergesellschaftung. Im dritten Teil geht es um die Rolle der Intellektuellen. Der vierte Teil beschäftigt sich mit Perspektiven linker und gewerkschaftlicher Politik. Natürlich handelt es sich bei dem Band nicht um ein Projekt aus »einem Guss«, das aus einer gemeinsamen Analyseperspektive der versammelten Autorinnen und Autoren hervorgegangen ist. Die Beiträge beinhalten unterschiedliche, zum Teil gegensätzliche Deutungsangebote. Das ist gewollt und in der Auswahl der Beteiligten angelegt. Ob wir bereits von einer neuen kapitalistischen Formation, einem neuen Akkumulationsregime, einer neuen Epoche der Weltgeschichte sprechen können, werden zu gegebener Zeit wohl nicht einmal die Historiker abschließend beurteilen können. Wichtig ist allein, dass die Debatte über die »neuen Zeiten« beginnt. Die »Festschrift« soll zur Diskussion reizen. Gelänge dies, würde es wohl kaum jemandem mehr Freude bereiten als dem Geburtstagskind. Literatur
Abendroth, Wolfgang (1965): Sozialgeschichte der europäischen Arbeiterbewegung (Frankfurt a.M.).
Abendroth, Wolfgang (1967): Antagonistische Gesellschaft und politische Demokratie (Neuwied; Berlin).
Aglietta, Michel (2000): Ein neues Akkumulationsregime. Die Regulationstheorie auf dem Prüfstand (Hamburg).
Anderson, Perry (1993): Zum Ende der Geschichte (Berlin).
Axt, Hans-Jürgen / Deppe, Frank (1979): Europaparlament und EG-Erweiterung. Krise oder Fortschritt der Integration? (Köln).
Balibar, Etienne / Wallerstein, Immanuel (1990): Rasse, Klasse, Nation. Ambivalente Identitäten (Hamburg; Berlin).
Basso, Lelio (1975): Gesellschaftsformation und Staatsform (Frankfurt a.M.).
Beck, Ulrich (1986): Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne (Frankfurt a.M.).
Bieling, Hans-Jürgen / Deppe, Frank (Hrsg.) (1997): Arbeitslosigkeit und Wohlfahrtsstaat in Westeuropa. Neun Länder im Vergleich (Opladen).
Bieling, Hans-Jürgen / Steinhilber, Jochen (Hrsg.) (2000): Die Konfiguration Europas. Dimensionen einer kritischen Integrationstheorie (Münster).
Buci-Glucksmann, Christine (1975): Gramsci et l’Etat. Pour une théorie matérialiste da la philosophie (Paris).
Candeias, Mario / Deppe Frank (Hrsg.) (2001): Ein neuer Kapitalismus? (Hamburg).
Cox, Robert W. (1987): Production, Power, and World Order. Social Forces in the Making of History (New York).
Deppe, Frank (1968): Verschwörung, Aufstand und Revolution. Auguste Blanqui und das Problem der sozialen Revolution im 19. Jahrhundert (Frankfurt a.M.).
Deppe, Frank u.a. (1969): Kritik der Mitbestimmung (Frankfurt a.M.).
Deppe, Frank (1971): Das Bewusstsein der Arbeiter. Studien zur politischen Soziologie des Arbeiterbewusstseins (Köln).
Deppe, Frank (Hrsg.) (1975): Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Zur politischen Ökonomie der westeuropäischen Integration (Reinbek bei Hamburg).
Deppe, Frank (Hrsg.) (1976): Arbeiterbewegung und westeuropäische Integration (Köln).
Deppe, Frank (1979): Autonomie und Integration. Materialien zur Gewerkschaftsanalyse (Marburg).
Deppe, Frank (1981): Einheit und Spaltung der Arbeiterklasse. Überlegungen zu einer politischen Geschichte der Arbeiterbewegung (Marburg).
Deppe, Frank (1982): Vergesellschaftung und Politik. Zur politischen Theorie von Karl Marx; in: IMSF (Hrsg.), » ... Einen großen Hebel der Geschichte.« Zum 100. Todestag von Karl Marx. (Frankfurt a.M.), 86-109.
Deppe, Frank (1984): Ende oder Zukunft der Arbeiterbewegung? Gewerkschaftspolitik nach der Wende. Eine kritische Bestandsaufnahme (Köln).
Deppe, Frank (1985): Arbeiterbewegung in Westeuropa 1945-1985: Von der Bewegung zur Stagnation; in: IMSF (Hrsg.), 1945-1985: Welthistorische Veränderungen. Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik und im ersten Nachkriegsjahrzehnt. Marxistische Studien. Jahrbuch des IMSF 8 (Frankfurt a.M.), 58-91.
Deppe, Frank (1987): Niccolò Machiavelli. Zur Kritik der reinen Politik (Köln).
Deppe, Frank (1991): Jenseits der Systemkonkurrenz. Überlegungen zur neuen Weltordnung (Marburg).
Deppe, Frank (1997): Fin de Siècle. Am Übergang ins 21. Jahrhundert (Köln).
Deppe, Frank (1999): Politisches Denken im 20. Jahrhundert. Die Anfänge (Hamburg).
Deppe, Frank (2001a): Neue Formation – neue Epoche – neue Politik? Anmerkungen zu einer offenen Debatte; in: Candeias, Mario / Deppe, Frank (Hrsg.), Ein neuer

Inhalt:

Hans-Jürgen Bieling / Klaus Dörre / Jochen Steinhilber / Hans-Jürgen Urban / Klaus-Peter Weiner
Am Beginn einer neuen Epoche?
Anmerkungen zur Debatte über den »flexiblen Kapitalismus«

Vital, transnational?
Der flexible Kapitalismus als grenzüberschreitendes Phänomen


Wolfgang Fritz Haug
Die Produktionsweise denken
Joachim Bischoff / Richard Detje
Zukunft: Shareholder-Gesellschaft?
Jörg Huffschmid
Internationale Finanzmärkte – Zentrum des revitalisierten Kapitalismus?
Rainer Rilling
Eine Bemerkung zur Rolle des Internets im Kapitalismus
Dieter Boris
»Peripherer Kapitalismus« oder »aufstrebende Märkte« in Lateinamerika?
Choon-Kweon Koo / Ho-Geun Lee
Die Flexibilisierung des südkoreanischen Modells

Erschöpft?
Staat und Politik im flexiblen Kapitalismus


Kees van der Pijl
Die nationalen Grenzen der transnationalen Bourgeoisie
Oder: Wer sonst wird eine global integrierte Welt herbeiführen?
Bernd Röttger
Das vitale Interesse an der Politik im Zeichen ihres Niedergangs
Aktualität und Aktualisierung materialistischer Staats- und Kapitalismustheorie
Nikos Kotzias
Die transatlantischen Beziehungen aus der Sicht der USA
Michael Felder / Albert Statz / Stefan Tidow
Alter und neuer Intergouvernementalismus

Thorsten Schulten
Barrieren und Perspektiven eines »neuen Internationalismus« der Gewerkschaften

Abgemeldet?
Die Intellektuellen im flexiblen Kapitalismus


Alex Demirovic
Herrschaft durch Kontingenz
Dieter Plehwe / Bernhard Walpen
Gedanken zu einer Soziologie der Intellektuellen des Neoliberalismus
Lothar Peter
Warum sind die französischen Intellektuellen politisch, die deutschen nicht?
Wolfram Burkhardt
Zur jüngeren Geschichte und zur Gegenwart der Intellektuellen
Oder: Was fasziniert Intellektuelle am Neoliberalismus?
Georg Fülberth
In the short run

Wirkungslos?
Gegenmacht im flexiblen Kapitalismus


Joachim Hirsch
Wo bleibt das Subjekt für einen »radikalen Reformismus«?
Reinhard Kühnl / Gerd Wiegel
Die Attraktivität der extremen Rechten für Arbeiter
André Leisewitz / Klaus Pickshaus / Jürgen Reusch
Entgrenzung der Arbeit im flexiblen Kapitalismus
Anforderungen an eine Arbeitspolitik
Gudrun Trautwein-Kalms
Die Paradoxien der neuen Arbeitswelt
Interessenvertretung im IT-Sektor
Sybille Stamm
ver.di – Dienstleistungsgewerkschaft im Praxistest
Franziska Wiethold / Detlef Hensche
Bündnis für Arbeit und Korporatismus in der Bundesrepublik
Wolfgang Hecker
Wirtschaftsdemokratie
Eine Kollage
Michael Wendl
Gewerkschaften und Rot-Grün
Das Beispiel Reform der Betriebsverfassung
Heinz Bierbaum / Horst Schmitthenner
Perspektiven für ein soziales Europa
Witich Roßmann
Gewerkschaften im marktwirtschaftlichen Auflösungsprozess?
Perspektiven der industriellen Beziehungen

Autorenreferenz

Hans-Jürgen Bieling ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft der Universität Marburg Heinz Bierbaum ist Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Saarbrücken Joachim Bischoff ist Redakteur der Zeitschrift Sozialismus, Hamburg Dieter Boris ist Professor für Soziologie an der Universität Marburg Wolfram Burkhardt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am medizinsoziologischen Institut der Universität Frankfurt Alex Demirovic ist Privatdozent für Politikwissenschaft an der Universität Frankfurt, z. Zt. Vertretungsprofessur an der Bergischen Universität / Gesamthochschule Wuppertal Richard Detje ist Redakteur der Zeitschrift Sozialismus, Hamburg Klaus Dörre ist Direktor des Forschungsinstituts für Arbeiterbildung an der Ruhr-Universität Bochum in Recklinghausen Michael Felder ist wissenschaftlicher Assistent am Institut für Politikwissenschaft der Universität Duisburg Georg Fülberth ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Marburg Thomas Gerlinger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) Wolfgang Fritz Haug ist Professor am Philosophischen Institut der Freien Universität Berlin und Herausgeber der Zeitschrift Argument Wolfgang Hecker ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft der Universität Marburg Detlef Hensche ist ehemaliger Vorsitzender der IG Medien Joachim Hirsch ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Frankfurt Jörg Huffschmid ist Professor für Politische Ökonomie und Wirtschaftspolitik an der Universität Bremen Choon-Kweon Koo ist Politikwissenschaftler in Seoul Nicos Kotzias ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im griechischen Außenministerium, z.Zt. Forschungsaufenthalt an der Harvard University Reinhard Kühnl ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Marburg Ho-Geun Lee ist Politikwissenschaftler in Seoul André Leisewitz ist Angestellter in Frankfurt und Redakteur von Z. Zeitschrift Marxistische Erneuerung Uwe Lenhardt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) Lothar Peter ist Professor für Soziologie an der Universität Bremen Klaus Pickshaus ist Gewerkschaftssekretär in der Abteilung Sozialpolitik beim Vorstand der IG Metall in Frankfurt Dieter Plehwe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) Jürgen Reusch ist Redakteur beim Fachinformationsdienst Arbeit & Ökologie-Briefe in Frankfurt Rainer Rilling ist Privatdozent für Soziologie an der Universität Marburg Witich Roßmann ist 1. Bevollmächtigter der IG Metall Verwaltungsstelle Köln Bernd Röttger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Arbeiterbildung an der Ruhr-Universität Bochum in Recklinghausen Horst Schmitthenner ist geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall in Frankfurt Thorsten Schulten ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf Sybille Stamm ist Leiterin des ver.di-Landesbezirks Baden Würtemberg Albert Statz arbeitet im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Berlin Klaus Stegmüller ist Professor für Gesundheitswissenschaft an der Fachhochschule Fulda Jochen Steinhilber ist Doktorand der Friedrich-Ebert-Stiftung an der Universität Marburg Stefan Tidow ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bundestagsfraktion Die Grünen in Berlin Gudrun Trautwein-Kalms ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf Hans-Jürgen Urban ist Leiter der Abteilung Sozialpolitik beim Vorstand der IG Metall in Frankfurt Kees van der Pijl ist Professor für Internationale Beziehungen an der University of Sussex Bernhard Walpen ist Sozialwissenschaftler in Luzern Klaus-Peter Weiner arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Osnabrück Michael Wendl ist stellvertretender Leiter des ver.di-Landesbezirks Bayern Gerd Wiegel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft der Universität Marburg Franziska Wiethold ist Mitglied im ver.di-Bundesvorstand in Berlin

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