Domenico Losurdo

Der Marxismus Antonio Gramscis

Von der Utopie zum »kritischen Kommunismus«
Aus dem Italienischen von Erdmute Brielmayer
Herausgegeben von Harald Neubert

176 Seiten | 2000 | EUR 15.30 | sFr 27.40
ISBN 3-87975-792-5 1

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Der von Gramsci geprägte Begriff der »Zivilgesellschaft« ist in aller Munde; seine »Gefängnisschriften« liegen inzwischen in deutscher Übersetzung vor. Die theoretische Bedeutung des großen italienischen Marxisten ist jedoch bislang kaum erschlossen. Domenico Losurdo macht mit diesem Buch den Marxismus Antonio Gramscis zugänglich. Beleuchtet werden nicht nur die theoretischen Einflüsse, die den jungen Gramsci prägten. Losurdo setzt sich zudem mit der Theorie der Revolution und Gramscis Solidarität mit den »subalternen Klassen« auseinander und analysiert zentrale Konzeptionen (Hegemonie, organische Intellektuelle, Absterben des Staates etc.) des »Marxisten zwischen Ost und West«.

Der Autor:
Domenico Losurdo ist Professor für Philosophie an der Universität Urbino / Italien und Präsident der Internationalen Gesellschaft für dialektische Philosophie – Societas Hegeliana.

Inhalt:

Kapitel 1
Zwischen Krieg und Revolution. Der Weg Gramscis zum Kommunismus

1. Der Werdegang des jungen Gramsci
2. Reformen, Revolution und Krieg
3. Der Krieg, die Eliten und die »kindlichen Massen«
4. Krieg, social engineering und »Staatssozialismus«
5. Moral, Krieg und Revolution
6. Zwischen Liberalismus und Faschismus
7. Renegaten des Liberalismus, Kommunismus und liberales Erbe
8. Liberalismus, Sozialismus und Kolonialfrage
9. »Integraler Humanismus« und Kommunismus
Kapitel 2
Legitimität und Kritik der Moderne: Gramsci, Marx und der Marxismus im 20. Jahrhundert

1. Gramsci, Marx und die Revolutionstheorie
2. Der komplexe und Langzeitcharakter der Revolution
3. Marx, Engels und die »ideologische Dekadenz«
4. Probleme historischer Periodisierung
5. Ideologische Dekadenz oder passive Revolution?
6. Ideologische Dekadenz, mechanistisches Denken und revolutionäre Ungeduld
7. Anarchismus und Delegitimierung des Modernen
8. Ideologische Dekadenz der Bourgeoisie und Fäulnis des Imperialismus bei Lenin
9. Gramsci und die Distanzierung von der These der »Fäulnis« und des »Zusammenbruchs« des Imperialismus
10. Negierung der Moderne, Eschatologie und Anarchismus im Marxismus des 20. Jahrhunderts
11. Gramsci und der Marxismus im zwanzigsten Jahrhundert
12. Von Fichte zu Hegel oder von der Eschatologie zum Kommunismus
Kapitel 3
Absterben des Staates? Der Kommunismus ohne Utopie

1. Marx, Engels und der Staat
2. Politische Gewalt und Verwaltung
3. Lenin und die mühsame Distanzierung von der Eschatologie und vom Anarchismus
4. »Sittlicher Staat«, »regulierte Gesellschaft« und Kommunismus
5. Kritik des Liberalismus und Kritik des Anarchismus in der Entwicklung Gramscis
6. Anarchismus, mechanistisches Denken und permanenter Ausnahmezustand: die Tragödie der Sowjetunion
7. Staat, Nation, Markt, »neuer Mensch«: jenseits der Utopie
Kapitel 4
Proletarisches Erbe und bürgerliches »Elixier«: Ein Langzeit-Vergleich

1. Ideologiekritik und Problem des Erbes
2. »Kritischer« Marxismus und Kampf um die Hegemonie
3. Bürgerliches Ancien régime und ideologische Doppelzüngigkeit
4. Proletariat, Bourgeoisie und reziproke ideologische Beeinflussung
5. Eine »doppelte Revision«
6. Der proletarische Aufbau einer »eigenen Gruppe unabhängiger Intellektueller«
7. Die organischen Intellektuellen
Kapitel 5
Gramsci: Exponent des »westlichen Marxismus«?

1. Osten und Westen bei Lenin und Gramsci
2. Diktatur und Hegemonie zwischen Osten und Westen
3. Gramsci contra Nietzsche
4. Gramsci als Herausforderung und als »Elixier«
Namensregister

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