Dorothea Müller / Holger Menze / Jörg Wollenberg (Hrsg.)

Das Wunder von Hörste

50 Jahre politische Bildung.
Ein Lese-Bilder-Buch

240 Seiten | 2004 | EUR 14.80 | sFr 26.60
ISBN 3-89965-084-0 1

Titel nicht lieferbar!

 

Redaktionelle Mitarbeit: Wolfgang Benning und Heinrich Hollmann


Vorwort

Fünf Jahrzehnte nach der Einweihung des "Bergheims Hörste" liegt mit diesem Band ein eindrucksvolles Zeitzeugnis über 50 Jahre gewerkschaftlicher Bildungsarbeit vor. Initiiert durch die "Grafische Jugend" des Bezirks Bielefeld, unterstützt durch den Vorstand der Industriegewerkschaft Druck und Papier entstand damals ein eigenes Bildungs- und Freizeitheim, dessen Angebote in der Folge seiner erfolgreichen, aber auch sehr wechselvollen Geschichte nicht mehr wegzudenken sind.

Hörste hat – als staatlich anerkannte und geförderte Einrichtung nach dem NRW-Weiterbildungsgesetz – immer auch für gewerkschafts- und gesellschaftspolitische Innovation gestanden, im besten Sinne des Wortes und weit über einen eng gefassten Bildungsauftrag hinaus. So wurden hier die Koordinierungsstelle gewerkschaftliche Arbeitslosenarbeit "erfunden" und ihr Trägerverein gegründet, beide hatten in ihren Anfängen ihren Sitz in Hörste. Später ging dann auch von hier ein bundesweit beachteter Plakatwettbewerb aus, der sich professionell mit dem Thema Arbeitslosigkeit befasste. Die daraus entstandene Ausstellung fand ihren Weg bis in ostdeutsche Supermärkte.

Als andere gerade mal wussten, dass es Computer gab, legte Hörste sich eine veritable Computerschule zu, in der neben dem Angebot von konkreter Weiterbildung auch über die gesellschaftspolitischen Dimensionen von EDV nachgedacht wurde. Als in Nordrhein-Westfalen Bürgerfunk möglich und gefördert wurde, gab es in Hörste bald ein Tonstudio, aus dem heraus junge Kolleginnen und Kollegen ihre eigenen Radiosendungen ausstrahlten.

Mit der kürzlich erfolgten Fusion der beiden Bildungseinrichtungen "Institut für Arbeitnehmerbildung" (IfAB) und "Institut für Technik und Gesellschaft" (ITeG) zum ver.di-Institut für Bildung, Medien und Kunst wird die in vielen Passagen des Buches erfahrbare Wandlungs- und Erneuerungsfähigkeit des Bildungshauses einmal mehr unter Beweis gestellt. Als Bildungsverein, zentrale Bildungsstätte, Heimvolkshochschule und Einrichtung der politischen Bildung beschreiben die Chronisten ihre "erlebte Geschichte", die Kämpfe, Erfolge und Niederlagen. Das vorliegende Buch ist Ergebnis eines kollektiven Erinnerungsprozesses, Geschichtsschreibung von unten.

"Hörste war mein Gewerkschaftsabitur": Dieses Resümee eines Zeitzeugen fasst in eindrucksvoller Klarheit den Charakter und die Bedeutung der ver.di-Bildungsstätten und ihrer Vorläufer-Einrichtungen für die gewerkschaftliche Sozialisation der Kolleginnen und Kollegen zusammen: Bildungsstätten sind Orte der Begegnung, häufig erster Kontakt zur Gewerkschaft und für viele, die heute in ver.di aktiv sind, zugleich Ausgangspunkt und Anknüpfungspunkt für ihre Gewerkschaftsarbeit.

Das ver.di-Institut für Bildung, Medien und Kunst ist mit seiner inhaltlichen Orientierung ein Garant für die Fortsetzung einer erfolgreichen Bildungstradition. Das Institut ist den gemeinsamen Zielen der gewerkschaftlichen Bildung in ver.di verpflichtet. Kunst und Kultur nehmen dabei eine besondere Stellung in der Vermittlung von Lebenswirklichkeit, Toleranz im Umgang mit anderen und bei der Betrachtung der gesellschaftlichen Wirklichkeit ein.

Derzeit sehen sich die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit den aus der Agenda 2010 resultierenden Verschlechterungen der sozialen Sicherung bei weiterhin steigenden Arbeitslosenzahlen und den Versuchen von CDU/CSU, FDP und Teilen der Arbeitgeber konfrontiert, die Tarifautonomie abzuschaffen, um darüber willkürlich und flächendeckend die Löhne senken zu können. Entsprechend heftig werden auch die Gewerkschaften als organisierte Interessenvertretung der Beschäftigten angegriffen.

Damit steigen natürlich auch die Anforderungen an die gewerkschaftliche Bildungsarbeit als Katalysator für die Durchsetzungsfähigkeit gewerkschaftlicher Positionen.

Es gilt nach wie vor, die Demokratisierung aller gesellschaftlichen Bereiche voran zu treiben. Dafür sind die Wissensvermittlung und eine Einsicht in gesellschaftliche Zusammenhänge und Strukturen unverzichtbar, nur darüber ist es möglich, so etwas wie Chancengleichheit in den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen herzustellen. Das galt in der Vergangenheit und das gilt um so mehr für die heutige "Medien- und Wissensgesellschaft" – deren Schnelllebigkeit es erschwert, "up to date" zu bleiben.

Meine besten Wünsche für die Fortsetzung der erfolgreichen Bildungsarbeit gerade vor diesem Hintergrund verbinden sich mit dem Dank an die Autoren, den Chronisten und Archivar Heinrich Hollmann, die Referenten, Beschäftigten und an den wissenschaftlichen Begleiter Prof. Jörg Wollenberg.

Frank Bsirske

Inhalt:

Vorwort (Franz Bsirske)
I. Das Wunder von Hörste
1. Vom Bergheim Hörste zur Heimvolkshochschule Heinrich-Hansen (Holger Menze)
2. Das Wunder von Hörste: Ein anderer Blick auf die Gründungsgeschichte
2.1. Ein Bezirk mit Wagemut: Das "Bergheim Hörste" entsteht (Heinrich Hollmann)
2.2. Heinrich Hollmann – Von Anfang an dabei (Franz Kersjes)
2.3. Hans – der Spielverderber. Einweihung des Bergheimes ohne den Gründungsvater Hans Tabat (Jörg Wollenberg)
2.4. Hans Tabat, der Gründungsvater von Hörste (Heinrich Hollmann)
II. Vom Bergheim zum Verbund gewerkschaftlicher Bildungsträger
1. Gewerkschaftliche Bildungsarbeit in politisch schwieriger Zeit (Hans-Erich Bremes)
2. Ein Ende ohne Schrecken: die "Hörste Kommission" gründet die Heimvolkshochschule (Jörg Wollenberg)
2.1. Helmut Westerwelle, der Retter von Hörste (Franz Kersjes)
2.2. Christian Rosenbohm – Krisenmanager und Wegbereiter (Jörg Wollenberg)
2.3. Holger Menze – der Turbo von Hörste (Frank Schweppe)
2.4. Vom kleinen zum großen Verbund – Kooperation der gewerkschaftlichen Bildungsträger in Hörste
– Aus einer Idee wird Wirklichkeit (Barbara Scheiter)
– Die Kooperation zwischen der Gewerkschaft Handel, Banken, Versicherungen und dem Institut für Arbeitnehmerbildung Lage / Hörste (Horst Kraft)– Betriebsnahe und regionale Bildungsarbeit (Reinhard Seiler)
III. "Geistiges und Kulturelles Zentrum für unsere Industriegewerkschaft
1. Bildungsarbeit als Anhängsel der Jugendpolitik (Egon Lutz)
2. Von der Arbeiterbildung zur gewerkschaftlichen Kulturarbeit (Eberhard Kremer)
3. Was verstehen wir unter gesellschaftlicher Bildung? (Rudolf Herbig)
4. Aufgaben gewerkschaftlicher Bildungsarbeit – Grundsätze der IG Druck und Papier von 1980
5. Leonard Mahlein zu 25 Jahre Arbeitnehmerbildung in Hörste, 1981
6. Notizen des Vorsitzenden für ein Pressegespräch am 22.9.1983 anlässlich der Beiratssitzung in Hörste
7. Institut für Arbeitnehmerbildung Heinrich-Hansen, Lage-Hörste (aus Geschäftsbericht zum 14. ordentlichen Gewerkschaftstag der IG Druck und Papier)
8. Bildungsarbeit aus der Sicht des Landesbezirks NRW (Franz Kersjes)
IV. Die der Sicht der Teilnehmer
1. Huber Bittner: "Unser Ziel ist eine Verbesserung und Veränderung der Gesellschaft" (Jörg Wollenberg)
2. Claus Grobeckers "Gewerkschaftsabitur" (Jörg Wollenberg)
3. Hans-Jörg Hennecke: eine neue Wohnstube in Hörste
4. Erinnerung an meine Bildungsstätte (Melanie Mörchen)
5. Carlo – ein Katzenblick (Heinrich Müller)
6. Was kennzeichnet unseren Arbeitsplatz? Die Sicht von Betriebsrat und Beschäftigten (Oliver Müller / Wolfgang MacGregor)
V. Die Sicht der Teamer
1. Ein Ritt durch die Jahrzehnte – Bildungsarbeit in Hörste (Jürgen Schwiers)
2. Laut zu sagen: Nein! Jugendarbeit in den 1970er und 80er Jahren (Dirk Toepper)
3. Blick zurück nach vor: die Geschichtsarbeit (Thomas Gorsboth / Melanie Mörchen)
4. Kohle ist nicht alles. Geschichte von unten (Jörg Wollenberg)
VI. "Mit uns zieht die Neue Zeit..."
1. Entstehung und Konzept der Hörster Kulturtage (Norbert Thom)
2. Tage der Typografie (Wolfgang MacGregor)
3. Bildung als Gesamtkonzept (Ursula Bruns)
4. Das Tonstudio im Institut für Bildung, Medien und Kunst (Wolfgang Benning)
5. Kreativ-Urlaub zum Jahreswechsel – mit uns zieht auch die alte Zeit (Wolfgang MacGregor)
VII. Außerhalb des Kursbetriebs
1. Antifa-Arbeit: Stalag 326 (Elfriede Haug)
2. Muckmäuser – keine Duckmäuser (Bernd Nitschke)
2.1. Was aus einer Fete werden kann... (Anette Hein)
3. Zentrum gewerkschaftlicher Arbeitslosenarbeit (Uwe Kantelhardt)
4. Hoch die internationale Solidarität! (Holger Menze)
5. Als die ersten Ossis kamen (Henrik Müller)
5. Die Welt ist Klein: Joe Holmes in Hörste (Jürgen Schwiers)
6. Wie das Heinrich-Hansen-Haus die Gewerkschaftsarbeit bei Melitta prägte(VK-Melitta)
7. Der Kampf der Heinze-Frauen (Gisela Kessler)
VIII. Zukunftsperspektiven
1. Der Aufbau der ver.di-Bildungsarbeit als Rahmen für die Verortung von Lage-Hörste (Dorothea Müller)
2. Die Entwicklung der Bildungsstätten in ver.di (Dorothea Müller)
3. Das IMK als Teil des Bildungsstättenkonzeptes (Dorothea Müller / Karl-Wolfgang Seithümmer)
Schlusswort (Detlef Hensche)
Autorenverzeichnis

Autorenreferenz

Wolfgang Benning, geb. 1947 in Detmold. Nach dem Besuch der Volksschule Ausbildung als Schriftsetzer. Während der Wandlung des Berufes vom Bleisatz zum Fotosatz in den 70er Jahren engagiert in der Betriebsratsarbeit. Betriebsrats-vorsitzender in einem größeren Druckbetrieb. Langjährige Mitarbeit im OV-Vorstand. 1982 Verlust des Arbeitsplatzes durch Konkurs. Ab 1988 angestellt im damaligen IfAB-Institut für Arbeitnehmerbildung. Aufgaben in der Medientechnik und Gestaltung von Publikationen des Instituts. Seit 1991 bis heute Betreuung des Tonstudios für Bürgerfunk. Hans-Erich Bremes, geb. 1932 in Rheydt als Sohn eines Samtwebers. Nach dem Besucht der Volks- und Handelsschule Lehre als Industriekaufmann in einem Metallbetrieb. Berufliche Tätigkeit in einem gemeinwirtschaftlichen Unternehmen. Betriebsratsvorsitzender, Studium an der Hochschule für Wirtschaft und Politik, Hamburg. Praktikant an einer DGB-Bundesschule, Geschäftsführer bei der Gewerkschaft Textil-Bekleidung, Leiter der Schule der IG Druck und Papier in Lage-Hörste, seit 1969 Leiter der Abteilung Bildung des DGB-Landesbezirks Nordrhein-Westfalen. Frank Bsirske, geb. 1952 in Helmstedt. Nach dem Abitur 1971 bis 1978 Studium der Politikwissenschaft, danach Bildungssekretär im Bezirk Hannover der Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken (1978-1987), Fraktionsmitarbeiter der Grünen Alternativen Bürgerliste im Rat der Landeshauptstadt Hannover (1987-1989), Sekretär der ÖTV-Kreisverwaltung Hannover (1989-1990), stellvertretender Geschäftsführer der ÖTV-Kreisverwaltung Hannover (1990-1991), stellvertretender Bezirksvorsitzender des ÖTV-Bezirks Niedersachsen (1991-1997), Stadtrat, Personal- und Organisationsdezernat der Landeshauptstadt Hannover (1997-2000), Vorsitzender der Gewerkschaft ÖTV (2000-2001), ab 2001 Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Thomas Gorsboth, geb. 1961 in Wuppertal-Elberfeld. Studium der Geschichtswissenschaft, Soziologie und Philosophie an der Universität Bielefeld, dort viele Jahre Mitarbeiter im Bereich Neuere und Neueste Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Technikgeschichte, seit 1988 Referent und Teamer in politischen und Betriebsräteseminaren bei der Gewerkschaft hbv, 1991-2002 Lehrbeauftragter für Medizingeschichte am ÖTV-Institut in Duisburg, 2001-2002 pädagogischer Mitarbeiter in Lage-Hörste, seit Juli 2002 hauptamtlicher Referent in der Bildungsstätte der IG Bauen-Agrar-Umwelt in Steinbach/Ts. Veröffentlichungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung und Tuberkuloseforschung. Elfriede Haug, geb. 1930 in Wilhelmshaven. Ausbildung zur Industriekauffrau im grafischen Gewerbe. Studium der Journalistik in Leipzig (1951-1954). Redakteurin einer Tageszeitung in Hannover. Ab 1959 Buchhalterin in Industriebetrieben in Bielefeld. Seit 1949 Mitglied der IG Druck und Papier, später der IG Metall. Betriebsrätin und Mitglied der Delegiertenversammlung der IG Metall Bielefeld. 1967 Gründungsmitglied des Arbeitskreises BLUMEN FÜR STUKENBROCK. Hans-Jörg Hennecke, geb. 1942, (Gau-)Landesbezirksjugendleiter der IG Druck und Papier in Niedersachsen 1962-1964, arbeitete als Journalist in Dortmund und Hannover. Jetzt Autor lokal orientierter Satiren, Geschichten und Theaterstücken im hannoverschen Traditionsstadtteil Linden. Anette Hein, geboren 1970 in Detmold. Nach der Hauptschulzeit in Lage, Besuch der Hauswirtschaftsschule in Detmold. Danach Arbeit in einer Bäckerei. Über den Bildungsverein Muckmäuser Wechsel zum Heinrich-Hansen-Haus. Zunächst tätig im Putzbereich und anderen Bereichen des Hauses. Anschließend Ausbildung zur Bürokauffrau. Heute im Personalbüro. Mitglied des Betriebsrats. Detlef Hensche, geb. 1938, arbeitete im Anschluss an die juristische Ausbildung bis 1969 als Assistent an der Universität Bonn. Nach Abschluss der Promotion wechselte er zum wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Institut des DGB und arbeitete dort als wissenschaftlicher Referent. Ab 1971 war er Leiter der Abteilung Gesellschaftspolitik beim DGB-Bundesvorstand. 1975 Wahl in den geschäftsführenden Vorstand der IG Druck und Papier. Dort unter anderem zuständig für die Publikationen, für die Fachgruppen der Deutschen Journalistenunion (DJU) sowie des Verbandes Deutscher Schriftsteller (VS). Später einer der beiden stellvertretenden Vorsitzenden der IG Druck und Papier. 1992 Vorsitzender der IG Medien. Im März 2001, mit Gründung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Beendigung der hauptamtlichen Gewerkschaftsarbeit. Zur Zeit Rechtsanwalt in Berlin. Heinrich Hollmann, geb. am 16. März 1921, Volksschule von 1927-1935, Schriftsetzerlehre von 1935-1939 bei F.L. Wagener in Lemgo, Schriftsetzer/Maschinensetzer von 1939-1950 (unterbrochen von 1940-1945 durch Wehrdienst) bei W. Bertelsmann Verlag KG Bielefeld, 1947 gewerkschaftlicher Vertrauensmann, 1948-1950 Betriebsratsvorsitzender bei W. Bertelsmann Verlag KG Bielefeld, Januar 1950 bis 13. Juni 1950 2. Vorsitzender des Ortsvereins Bielefeld der IG Druck und Papier, 13. Juni 1950 bis 22. Februar 1951 1. Vorsitzender des Ortsvereins Bielefeld der IG Druck und Papier, 23. Oktober 1950 bis 31. August 1965 Sekretär des Ortsvereins Bielefeld der IG Druck und Papier, 14. Juni 1965 bis 29. Mai 1983 2. Vorsitzender der IG Druck und Papier, Landesbezirk NRW. Juli 1952 bis Januar 1975 ehrenamtl. Arbeitsrichter an den Arbeitsgerichten Bielefeld und Köln, Januar 1975 bis Juli 1979 ehrenamtl. Arbeitsrichter beim Landesarbeitsgericht Düsseldorf, 1. August 1979 bis 31. Juli 1983 ehrenamtl. Bundesarbeitsrichter. Viele Jahre (bis 1986) Mitglied der Vertreterversammlung der Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung. Uwe Kantelhardt, geb. 1956 in Göttingen. Studium der Soziologie an den Universitäten Giessen und Bielefeld. Nach seinem Zivildienst im Institut für Arbeitnehmerbildung "Heinrich-Hansen" leitete er das Arbeitslosenzentrum der "Arbeitsloseninitiative Lage-Lippe e.V." in Lage (1983-1986) und die Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen des "Förderverein gewerkschaftliche Arbeitslosenarbeit e.V." mit Sitz in Lage-Hörste und Bielefeld (1986-2002). Seit 2003 ist er Geschäftsführer der "Stiftung Solidarität" in Bielefeld. Mitglied der IG Metall. Franz Kersjes, Jahrgang 1938, geboren in Köln. Realschulabschluss, Berufsausbildung zum Klischeeätzer, Kriegsdienstverweigerer, Facharbeitertätigkeit, Betriebsratsmitglied, Gewerkschaftssekretär seit 1971, Vorsitzender der IG Druck und Papier in NRW von 1980 bis 1989, Vorsitzender der IG Medien in NRW von 1989 bis 2001, Mitglied des Beirates der Bildungsstätte in Lage-Hörste. Gisela Kessler, geboren 1935. Jugendvertreterin und stellvertretende Personalratsvorsitzende der Deutschen Bundespost. Besuch der Sozial-Akademie in Dortmund (1964-1965). Besuch des Rechtsschutzseminars an der Akademie der Arbeit in Frankfurt am Main (1966-1967). Danach 1967 bis 1971 Gewerkschaftssekretärin im Rechtsschutz (Arbeitsrecht). 1971 bis 1991 Frauensekretärin im Hauptvorstand IG Druck und Papier. Bis 1995 stellvertretende Vorsitzende der IG Medien. Horst Kraft, geb. 1943 in Bad Hersfeld. Nach der Mittleren Reife 1959, Ausbildung zum mittleren Postdienst. Bis September 1968, Beamter im mittleren Postdienst in Frankfurt/Main. 1968 bis 1971, Abitur über den 2. Bildungsweg (Hessenkolleg). 1971 bis 1977, Studium der Erziehungswissenschaften an der Universität Frankfurt/Main, Abschluss als Diplompädagoge (Schwerpunkt: außerschulische Jugend- und Erwachsenenbildung). 1966 bis 1977, ehrenamtliches Engagement bei der Deutschen Postgewerkschaft (Jugendarbeit, Jugendbildungsarbeit, Erwachsenenbildungsarbeit). 1977 bis 1981, Jugendbildungsreferent beim DGB-Landesbezirk Hessen (Region Mittelhessen). 1981 bis 2001, Gewerkschaftssekretär in der HBV-Hauptverwaltung (Abteilung Gewerkschaftliche Bildung und Kultur). Seit 1981, Gewerkschaftssekretär im Bereich Gewerkschaftliche Bildung der ver.di-Bundesverwaltung. Eberhard Kremer, geb 1943, hat den Beruf des Chemiegraphen erlernt. Nach langjähriger ehrenamtlichen Jugendarbeit in der Münchner IG Druck und Papier, dem Besuch des 9. und 10. zentralen 5-Wochen-Seminars der IG Druck und Papier in Hörste, besuchte er 1968/69 die Akademie der Arbeit in Frankfurt/M. Von 1969 bis 1973 bekleidete er das Wahlamt des Jugend- und Bildungssekretärs beim Hauptvorstand der IG Druck und Papier. Von 1973 bis 2002 war er Schulleiter der zentralen Bildungsstätte in Springen. 2003 arbeitete er als pädagogischer Leiter im ver.di Bildungszentrum Haus Brannenburg (Oberbayern). Wolfgang MacGregor, geb. 1944 in Hörsingen. 1956 bis 1962 Besuch der Realschule Essen-West mit dem Abschluss Mittlere Reife. 1962 bis 1965 Ausbildung bei der Tiefdruckerei Girardet in Essen, Abschluss Industriekaufmann. 1966 bis 1988 Disponent in der Abteilung Materialeinkauf und Papierverwaltung bei der Tiefdruckerei Girardet in Essen. 1988 Verlust des Arbeitsplatzes durch Konkurs. 1988 bis 1992 Papierkaufmann bei der Firma Flinsch-Papier in Willich. 1969 Eintritt in die IG Druck und Papier. Seit 1974 Betriebsratsmitglied. Vorsitzender des Vertrauenskörpers. Mitglied des Ortsvereinsvorstands und Bezirksvorsitzender in Essen. Mitglied der Großen Tarifkommission. Vorsitzender der Landesberufsgruppe Angestellte NRW. Vorsitzender des Ausschusses für gewerkschaftliche Betriebsarbeit. Teamer des Landesbezirks. Mitglied der Kabarettgruppe UMBRUCH. 1989 bis 1992 Betriebsratsvorsitzender bei Flinsch-Papier in Willich. Seit 1992 Pädagogischer Mitarbeiter im Institut für Bildung, Medien und Kunst in Lage-Hörste und dort Betriebsratsmitglied und zeitweilig Betriebsratsvorsitzender. Melanie Mörchen, geb. 1972 in Castrop-Rauxel, arbeitete im Anschluss an die Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau im Großhandel in Werne bis 1997. Sie war Jugend- und Auszubildendenvertreterin, Betriebsrätin, arbeitete in verschiedenen ehrenamtlichen Gremien der Gewerkschaft HBV auf Orts-, Landes- und Bundesebene mit und war Mitglied des ver.di- Bezirkvorstands in Bielefeld. Seit 1993 ist sie in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit aktiv mit den Schwerpunkten: Jugendbildung, Betriebsrätequalifizierung, Tarifpolitik im Handel, Seminare zu Mitgliederwerbung/ Vertrauensleutearbeit und Geschichtsseminare. Nach dem Abitur auf dem Zweiten Bildungsweg in Dortmund (1997-99) studiert sie seit 2000 Geschichte, Sozialgeschichte und Erziehungswissenschaft in Bielefeld. Holger Menze, geb. 1947, nach Abschluss der Mittleren Reife Lehre als Schriftsetzer bei der Nordsee-Zeitung, Druckhaus Ditzen, in Bremerhaven, drei Semester Studium der Malerei an der Hochschule für Gestaltung in Bremen, Assistent an der zentralen Bildungsstätte der IG Druck und Papier in Springen (1974/75), Hörer und Assistent an der Akademie der Arbeit in Frankfurt/M. (1975-77), Pädagogischer Mitarbeiter der HVHS in Hörste (1977/78), Leiter des Instituts für Arbeitnehmerbildung in Hörste (1979-92), zwischenzeitlich Leitung des HV-Büros der IG Medien in Ost-Berlin (1990/91), Landesbezirksvorsitzender der IG Medien in Niedersachsen-Bremen (1992-2001), danach bei der BV von ver.di in Berlin. Dorothea Müller, geb. 1950 in Frankfrurt am Main. Nach dem Abitur 1969, Studium der Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz (1. Staatsexamen 1974; 2. Staatsexamen 1977). Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Mainz (Lehrstühle für Zivil- und Arbeitsrecht von 1978 bis 1983). Ab 1983 Gewerkschaftssekretärin der DAG, Landesrechtsschutzleiterin und Landesfrauenreferentin im Landesverband Rheinland-Pfalz/Saar. Zusätzlich Landesbildungssekretärin und Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (ab 1984) und ab 1987 Landesverbandsleiterin des Landesverbandes Rheinland-Pfalz/Saar. Mit Gründung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di (2001) Bundesvorstandsmitglied für das Ressort 19 (Bildungspolitik, Bildungsstätten) und Bundesfachbereichsleiterin für den Fachbereich 13 Besondere Dienstleistungen. Henrik Müller, geboren 1955 in Siegen/Westf., nach dem Abitur Redaktionsvolontariat bei der "Siegener Zeitung", mit 19 Jahren Wahl in den Betriebsrat, Lokalredakteur, später Lokalchef bei der "Westfalenpost", stellv. Betriebsratsvorsitzender, Zivildienst in der HVHS Heinrich Hansen, zentrale Lehrgänge der IG Druck und Papier einschließlich Seminar, Redakteur von "die feder", Zeitschrift der IG Druck und Papier für Journalisten und Schriftsteller, pädagogischer Mitarbeiter beim IfAB, Landesbezirkssekretär der IG Medien in Leipzig, verantwortlicher Redakteur von DRUCK+PAPIER, der ver.di-Branchenzeitung, Mitarbeit bei "ver.di NEWS" und "ver.di PUBLIK". Oliver Müller, geboren 1969 in Bremen. Nach dem Abitur zunächst Zivildienst im Heinrich-Hansen-Haus. Paralell zum anschließenden Studium, der Geografie und Philosophie an der Uni Paderborn, teilzeitbeschäftigt als Haustechniker im IMK Lage-Hörste. Nach Beendigung des Studiums Festeinstellung als Leiter der Haustechnik im Institut. Seit 1998 Betriebsrat und ab 2002 Betriebsratsvorsitzender. Seit 2003 teilfreigestellt für den GBR in ver.di als Vorsitzender des Bildungsstättenausschusses. Bernd Nitschke, geb. 1971 in Lage als Sohn eines Maurers. Nach dem Besuch der Grund und Hauptschule Mitwirkender beim Projekt "Die Muckmäuser" in Lage-Hörste. Danach Lehre als Verkäufer, 1996 Umschulung zum Industriekaufmann. Berufliche Tätigkeit in einem großen Einzelhandelsunternehmen, Betriebsratsvorsitzender. Barbara Scheiter, geb. 1959. Studium an der Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie, Schwerpunkte: Organisations- und Personalwesen, Industriesoziologie (Diplom.Soziologin) Von 1985-1989 pädagogische Mitarbeiterin am Institut für Arbeitnehmerbildung der IG Druck und Papier (IG Medien) und Mitarbeit in gewerkschaftlichen Projekten, 1989 Leiterin der Abteilung Bildung beim Hauptvorstand der IG Medien und von 1994-96 Kommissarische Schulleiterin des Instituts für Arbeitnehmerbildung und des Instituts für Technik und Gesellschaft der IG Medien, Fortsetzung der Tätigkeit beim Hauptvorstand und Leiterin des Projektes Personalentwicklung und Qualifizierung in der IG Medien, von 1998 bis zur Gründung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft 2001 Leiterin der Abteilung Gewerkschaftliche Bildung der Deutschen Postgewerkschaft und der IG Medien ( Verbundstelle), zur Zeit: Leiterin des Bereichs Vertrauensleute und Betriebsarbeit beim ver.di Bundesvorstand, Berlin. Jürgen Schwiers, geb. 1958, gelernter Bankkaufmann, Diplom-Sozialökonom, seit 1977 gewerkschaftlich aktiv (HBV, ver.di), 1990 bis 1996 Sekretär in der Abteilung "Gewerkschaftliche Bildungs- und Kulturarbeit" beim Hauptvorstand der Gewerkschaft HBV, seit 1998 freiberuflich bei lernArt Wuppertal als Moderator sowie als Berater und Trainer für Teamarbeit und -entwicklung. Tätigkeiten in ver.di vor allem: Teamendenqualifizierung, Moderation von Sitzungen und Tagungen sowie zur Konfliktklärung in Teams. Reinhard Seiler, geb. 13.5.1952 in Lemgo. Nach dem Besuch der Volksschule, Ausbildung zum Mechaniker in einem Metallbetrieb. Berufliche Tätigkeit als Maschinenschlosser. Ab 1970 ehrenamtlicher Funktionär der IG Metall. 1980 Besuch der Akademie der Arbeit. Anschließend von 1981 bis 1983 pädagogischer Mitarbeiter in Hörste. Ab 1984 Gewerkschaftssekretär der IG Metall, Verwaltungsstelle Detmold. Karl-Wolfgang Seithümmer, geb. 1953, gelernter Radio- und Fernsehtechniker, dann Studium der elektrische Nachrichtentechnik, anschließend Tätigkeit als Entwicklungsingenieur für Funktechnik und Medizintechnik, Neuorientierung und Qualifizierung in der Erwachsenenbildung bei Trägern der außerschulischen Bildung. Arbeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt "Integration beruflicher und politischer Bildung" bei "Arbeit und Leben" Bielefeld von 1987 bis 1990. Seit 1991 Mitarbeiter in der Bildungsstätte Lage-Hörste. Norbert Thom, geb. 1940, gelernter Schriftsetzer, arbeitete als Metteur und Maschinensetzer in mehreren Zeitungsverlagen in Wuppertal und Düsseldorf (1960-1974). Während dieser Zeit gewerkschaftliches Engagement als Jugendvertreter, Vertrauensmann und freigestelltes Betriebsratsmitglied sowie in der Maschinensetzersparte und im Bezirksvorstand der IG Druck und Papier Düsseldorf. Mitautor des Buches "Sozialplan". 1974 Referent für die Bewerberauswahl bei der "Stiftung Mitbestimmung". 1977 Abitur über den 2. Bildungsweg, anschließend 6 Semester Jurastudium in Bochum. 1971-1980 ständige Mitwirkung in der Bildungsarbeit des Landesbezirks NRW, später auf Bundesebene. Ab 1980 hauptamtliche Tätigkeit als Sekretär bei der IG Druck und Papier NRW, zuständig für die Berufs- und Personengruppen, für Bildungs- und Kulturarbeit. 1992-1998 Wahl zu einem der beiden stellvertretenden Landesvorsitzenden der IG Medien NRW, zuständig für die Fachgruppen der Deutschen Journalisten-Union (dju) und Rundfunk/Film/AV-Medien (RFFU). 1998-2001 Sekretär der IG Medien im Bezirk Mittelrhein. Danach Beendigung der hauptamtlichen Gewerkschaftsarbeit über einen Altersteilzeitvertrag. Seit August 2003 in Rente. Dirk Toepper, geb. 1959 in Bielefeld, Buchbinder, Jugendvertreter und Betriebsrat bei Gundlach in Bielefeld. Von 1982 bis 1988 Landesjugendleiter der IG Druck und Papier in NRW. 1989 Bezirkssekretär der IG Druck und Papier/IG Medien in Bielefeld. Von 1995-2001 ehrenamtliches Vorstandsmitglied der IG Medien für NRW. Ab 2001 Fachbereichssekretär Fachbereich 8 in ver.di für Ostwestfalen. VK-Melitta / Cofresco / MSS besteht seit 1974. Er wurde nach dem Melitta-Report durch Günter Wallraff ab 1972 federführend durch den Kollegen Werner Weber aufgebaut. Für die Betriebsratswahlen 1975 stellte er erstmals eine eigene Gewerkschaftsliste auf und errang die Mehrheit bei der Wahl. Bis zum heutigen Tage ist er ein sehr starkes gewerkschaftliches Element im Betrieb. Frank Walensky-Schweppe, geb. 1957, nach Abschluss der Mittleren Reife Lehre als Fernmeldehandwerker bei der Deutschen Bundespost in Bielefeld, Jugendvertreter. Einige Jahre Berufstätigkeit und Personalrat, 1979-1980 Zivildienstleistender in Lage-Hörste, anschl. mit einem Jahr Unterbrechung (Akademie der Arbeit) acht Jahre Pädagogischer Mitarbeiter der HVHS. 1988 Studium der Elektrotechnik mit Schwerpunkt Datentechnik in Hamburg. Seit 1993 Grafiker und Freier Journalist. Jörg Wollenberg, geb. 1937 in Ahrensbök/Ostholstein. Studium der Geschichte, Germanistik, Politikwissenschaft und Philosophie an den Universitäten Hamburg, Göttingen und Paris. Nach dem Studium Lehrtätigkeit an Heimvolkshochschulen, pädagogischer Mitarbeiter bei 'Arbeit und Leben' in Hannover und Göttingen (1965-1971), Leitung der Volkshochschule der Stadt Bielefeld (1971-1978), der Heimvolkshochschule Heinrich Hansen e.V. in Lage-Hörste (1974/75) und des Bildungszentrums der Stadt Nürnberg (1985-1992). Seit 1978 Professor für Weiterbildung mit dem Schwerpunkt politische Bildung an der Universität Bremen – bis zum Ruhestand am 1. Mai 2002. Mitglied der IG Metall und der GEW.

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