Stephanie Odenwald

Arbeit & Lernen

Das gesellschaftspolitische ABC einer modernen Berufsbildung

278 Seiten | 1999 | EUR 18.90 | sFr 33.40
ISBN 3-87975-757-7

 

Die berufliche Ausbildung genügt den Anforderungen und Bedürfnissen der Jugendlichen in einer sich beständig verändernden Arbeits- und Lebenswelt nicht mehr. Stephanie Odenwald plädiert für eine Aufwertung und Neubestimmung der gesellschaftspolitischen Bildung, um den Zustand lähmender Unzufriedenheit in der Ausbildung zu überwinden und den Jugendlichen neue Perspektiven zu zeigen.
Ihre Grundthese lautet: Ein lebendiges Lernen findet dann statt, wenn die konkreten Probleme des Lebensalltags reflektiert und die Möglichkeiten eingreifenden Handelns erkundet bzw. erfahren werden können.

Wer aktiv seine Lebens- und Arbeitsbedingungen beeinflussen will, benötigt Kenntnisse und Fähigkeiten, wie man sich einmischen kann, am Arbeitsplatz, in zivilgesellschaftlichen Lebensbereichen oder auf den verschiedenen Ebenen politischer Institutionen.

Inhalt:

1. Problemaufriss
Zum Begriff des gesellschaftspolitischen Lernens
Die Krise der gesellschaftspolitischen Bildung
Zur Profilierung gesellschaftspolitischer Bildung in der Berufsschule
Schwerpunkte der Darstellung
2. Jugendliche in der beruflichen Ausbildung als Zielgruppe gesellschaftspolitischer Bildung
Auszubildende als eine besondere Lerngruppe
Alter der Auszubildenden
Vorbildung der Auszubildenden
Ausbildungsbereiche und Ausbildungsberufe nach Vorbildung
Größe der ausbildenden Betriebe
Die Selektion beim Übergang in die berufliche Bildung
Jugendliche mit ausländischer Staatsangehörigkeit als besonders benachteiligte Gruppe
Die Unterschiede in der Höhe der Ausbildungsvergütung
Schlussfolgerungen für gesellschaftspolitische Bildung
3. Erfahrungen und Sichtweisen Jugendlicher nachvollziehen
Die Schwierigkeiten, authentische Erfahrungen zu erfassen
Der Habitus als Erscheinungsweise gesellschaftlich geprägter Subjektivität
Jugendliche auf ihre Art und Weise zu Wort kommen lassen
Zukunftsperspektiven, gesellschaftliches Engagement und politische Orientierungen der Jugend 97 (12. Shell-Jugendstudie)
Jugendliche zwischen Sehnsucht nach Moral, Ohnmachtsgefühlen und Gewaltbereitschaft
Soziale Aufspaltung der Jugend und nationale Orientierungen
Schlussfolgerungen für die Gestaltung gesellschaftspolitischer Bildung
4. Arbeit und Leben im Umbruch: Herausforderungen an gesellschaftspolitisches Lernen
Aufeinandertreffen von alten und neuen Strukturen der Produktionsweise
Stellung der Beschäftigten in der tayloristischen Massenproduktion
Die »schlanke Produktion« nach der MIT-Studie
Veränderte Anforderungen im Rahmen einer verschlankten Arbeitsorganisation
Verbreitung von Gruppenarbeit und Auswirkungen
Flexibilisierung als Deregulierung und Auflösung sozialer Bindungen
Widersprüchliche Bedingungen für Auszubildende und ihre Handlungsorientierung
Schlussfolgerungen
5. Probleme der gesellschaftspolitischen Bildung in der Berufsschule – eine Bilanz
Zu den Rahmenbedingungen des gesellschaftspolitischen Lernens in der Berufsschule
Verständnis vom Lernen
Kritik der Trennung von technischer Ausbildung und höherer geistiger Bildung
Kontinuität der Probleme
Geringe Chancen für selbständiges und emanzipatives Lernen
Fremdbestimmte Stoffvermittlung
Fehlende Anstöße für Handlungsfähigkeit in Konflikten
Defizite im Lernfeld Arbeitswelt – Gewerkschaften
Unzureichende Ausbildung der Politiklehrer
Die Kammerprüfungen als Einflussfaktor für Politikunterricht
Zusammenfassung
6. Zur Zielsetzung politischer Bildung durch Lehrpläne
Regelungen auf Bundes- und Länderebene
Der KMK Beschluss von 1984
Die bundesweiten Rahmenlehrpläne für die Ausbildungsberufe
Die niedersächsischen Rahmenrichtlinien für das Unterrichtsfach Politik in berufsbildenden Schulen
Der Hamburger »Lehrplan Politik« für Berufs- und Berufsfachschulen
Zusammenfassung
7. Konsequenzen für ein handlungsorientiertes berufsbezogenes Lernkonzept für gesellschaftspolitische Bildung
Verständigung über den Bildungsauftrag der Berufsschule
Der Leitgedanke: Arbeit und Leben als veränderbar begreifen
Arbeit / Erwerbstätigkeit als zentrale Orientierung
Bezugnahme auf die Situation der Lernenden
Arbeit und Identität
Der Leitgedanke eines handlungsorientierten praxisbezogenen Lernens
Lerntheoretische Überlegungen
Beispiel einer Handlungsplanung für eine gesellschaftspolitische Problemstellung: Wie können Auszubildende auf ihren Tarifvertrag Einfluss nehmen?
Handlungsfähigkeit in Konflikten
Produktives Gestalten
Öffnung der Schule
Schule als Spielraum für den Ernstfall
Leitgedanke der Würdigung der Individualität
Umgehen mit Unterschieden
Sprachliche Fähigkeiten fördern
Die Freiheit der Kritik fördern
Verantwortliches Handeln als wechselseitiger Prozess
Zum kritischen Gebrauch der Medien befähigen und zur kreativen Selbsttätigkeit anregen
Fazit
8. Perspektiven
Aspekte der Durchsetzung einer wirkungsvollen gesellschaftspolitischen Bildung
Ansätze aus der Unterrichtspraxis – Projekte zum Thema: »Zukunft der Arbeit«
Literatur

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