Wie in diesen schwierigen Zeiten unsere Arbeit charakterisieren? Eine Zeile aus Pablo Nerudas »Ode an das Buch« hilft.

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Hans-Jürgen Urban (Hrsg.)

ABC zum Neoliberalismus

Von "Agenda 2010" bis "Zumutbarkeit"
Mit einem Vorwort von Jürgen Peters
OBS-Schriftenreihe im VSA-Verlag

248 Seiten | 2006 | EUR 14.80 | sFr 26.60
ISBN 3-89965-195-2

 

Kurztext: Dieses ABC hilft, sich in den Ambivalenzen und Widersprüchen des Neoliberalismus zurechtzufinden, um Gegenwehr entwickeln sowie Alternativen entdecken zu können.

Inhalt & Leseprobe:

VSA_ABC_des_Neoliberalismus.pdf131 K

Was ist eigentlich Neoliberalismus?

Dieser Frage wird in 103 Stichworten – von "Agenda 2010" über "Finanzmarkt-Kapitalismus" und "Lohnnebenkosten" bis hin zu "Zumutbarkeit" – von 67 fachkundigen und ausgewiesenen Autorinnen und Autoren nachgegangen. Allerdings ist dieses Buch kein neutrales Kompendium der neoliberalen Strategien und Theorien. Es geht vielmehr um eine kritische Auseinandersetzung mit dem Neoliberalismus in der Perspektive seiner Überwindung.

 

Das ABC ist vor allem für die politische Bildungs- und Aufklärungsarbeit gedacht – inner- wie außerhalb von Gewerkschaften, Parteien und sozialen Bewegungen.

Inhalt (rot = Leseprobe in der pdf-Datei)

Jürgen Peters: Vorwort
Hans-Jürgen Urban: Was ist eigentlich Neoliberalismus?

ABC zum Neoliberalismus

Agenda 2010 | Aktivierung/Eigenverantwortung | Alltagsreligion | Alterssicherung | Anerkennung/Anerkennungszerfall | Angebotsökonomie | Angst/Aggression/Autoritarismus | Anomie | Anti-Keynesianische Revolution | Arbeitskraftunternehmer | Arbeitsmarkt | Benchmarking | Berater | Bertelsmann-Stiftung | Börse | Bürgergesellschaft | Chicago School | Demografie | Demokratieentleerung | Depression | Deregulierung/Regulierung | Eliten | Employability | Empowerment | Enteignungsökonomie | Erhard, Ludwig | Europäisierung | Finanzialisierung | Finanzinvestoren | Finanzmarkt-Kapitalismus | Flexibilität | Freiburger Schule | Freihandel (WTO/TRIMs/TRIPs/GATS) | Freiheit | Friedman, Milton | "Führe dich selbst!"/Indirekte Steuerung | Gender Mainstreaming | Generation | Gerechtigkeit | Gesundheit/Gesundheitspolitik | Gewerkschaften | Global Governance | Globalisierung | Gouvernementalität | Grundsicherung | Hayek, Friedrich August von | Hegemonie/Passive Revolution | Humankapital/Familie | Informalisierung | Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft | Innovation | Institute of Economic Affairs | Inwertsetzung | Kapitalismus | Konkurrenz/Wettbewerb | Kosten | Laissez faire | Leistung | Lippmann, Walter | Lohnnebenkosten | Lohnpolitik/Mindestlöhne | London School of Economics ... | Markt | Mises, Ludwig von/Mises-Seminar | Monetarismus | Mont Pèlerin Society | Neoklassik | Neoliberalismus | Öffentliche Güter | Öffentlichkeit, formierte/manipulierte | Ordoliberalismus | Prekarität | Privatisierung/Solidarische Ökonomie | Public Choice | Public-Private Partnership | Ranking | Reagonomics | Reformsprech | Reichtum/Armut | Rent-Seeking/Rentierstaat | Risiko | Rule of Law/Rechtsstaat | Sachverständigenrat | Sachzwang/"unsichtbare Hand" | Shareholder value | Sozialstaat | Sparpolitik | Staat (Wettbewerbsstaat/Marktstaat) | Staat (starker/schlanker) | Stagnation | Standortwettbewerb | Steuern | Stiftungen | Stress | Tarifkartell/Flächentarifvertrag | Think Tanks | Unsicherheit | Unternehmen | Vermarktlichung | Vermögen | Washington Consensus | World Economic Forum | Zumutbarkeit

Autorinnen und Autoren

Der Herausgeber:
Hans-Jürgen Urban ist Leiter des Funktionsbereichs Gesellschaftspolitik / Grundsatzfragen / Strategische Planung beim Vorstand der IG Metall.

Rezensionen

Wirtschaftsbücher
Mit offenem Visier
Ein Lexikon über den Neoliberalismus Gemessen an den staatsbürokratischen Realitäten unseres Landes überrascht bisweilen, in welchem Maße sich inzwischen der Begriff Neoliberalismus zur Illustration des Schreckensbildes vom angeblich "totalen Markt", der ebendieses Land beherrschen soll, instrumentalisieren lässt. Was damit wirklich gemeint ist und wie realitätsnah die damit verbundenen Szenarien sind, bleibt oft im Dunkeln. Es ist immerhin das Verdienst des von Hans-Jürgen Urban herausgegebenen "ABC zum Neoliberalismus", dass es ein klares und unverschwommenes Schreckensbild malt. Da werden nicht antietatistische Politiken für mehr Markt mit harten Etatismen amerikanischer Politik beispielsweise unter George Bush vermengt und vermischt, nur weil man sich so eine noch effektivere Diskreditierung des politischen Gegners erhofft. In diesem ABC wird mit offenem Visier gekämpft, wofür auch die Förderung des Buches aus dem gewerkschaftlichen Umfeld (inklusive des Vorworts von IG-Metall-Chef Jürgen Peters) sorgt. Bei dem "ABC" handelt es sich um eine Art Lexikon mit Kampfschriftcharakter. Das Thema wird in etwas mehr als 100 Stichwortartikeln abgehandelt, zu deren Erarbeitung man zahlreiche sozialistisch oder sozialdemokratisch ausgerichtete Autoren - zum Teil von Rang und Namen - verpflichtet hat. Die Qualität der Artikel ist unterschiedlich - wie es bei einem solchen Werk vielleicht auch unvermeidbar ist. So gibt es Artikel, die von hoher Sachkompetenz und echter Sachlichkeit geleitet sind, wie der von Michael Krätke verfasste Beitrag über den österreichischen liberalen Ökonomen Ludwig von Mises. Andere Autoren schlagen gelegentlich über die Stränge, indem sie Sachverhalte in polemischer Absicht vereinfachen. Wenn beispielsweise im Artikel über die "Lohnnebenkosten" behauptet wird, dass Löhne weniger Kosten denn Motor "gesamtwirtschaftlicher Nachfrage" seien, dann fragt man sich, warum der Staat nicht gleich eine allgemeine Gehaltsverfünffachung dekretieren sollte, weil letztlich die Wirtschaft dadurch offenbar nur zur Blüte geführt würde. Wenig schlüssig ist auch die Logik, dass eine Ersetzung der staatlichen Sozialversicherung durch private Versicherungslösungen scheitere, weil private Versicherungen schließlich nach Gewinn strebten - weshalb sie per se zum "Nachteil der Beschäftigten" agierten. Ironisch müsste man ihr zumindest mit der Frage begegnen, ob das dann nicht auch für Brot, Autos oder Hosen gelte. Damit wird das Problem des Buches sichtbar. Zwar wird ganz allgemein zugestanden, dass der Markt "als wirtschaftlicher Mechanismus effektiv" (Jürgen Peters im Vorwort) sein könne, im Einzelfall wird jedoch immer die staatliche Intervention als besser, billiger und/oder wohltätiger dargestellt. Letztlich drängt sich der Verdacht auf, dass die Autoren wohl in der Lage sind, eine teilweise sogar berechtigte Negativkritik zu formulieren, dass sie aber hinter dieser Kritik kein positives Gesamtkonzept zu den Grenzen staatlicher Macht sichtbar machen können. Irgendwie scheint sich ihnen diese Frage weder zu stellen, noch erkennen sie die Gefahren, die sich hinter dem von ihnen hervorgebrachten Staatsoptimismus verbergen. Im Prinzip, steht zu vermuten, dürfte Staatsmacht im Dienste gewerkschaftlicher oder "sozialer" Ziele ziemlich grenzenlos sein. Die neuen "solidarischen Reformalternativen auf die Gestalt des Kapitalismus des 21. Jahrhunderts", die der Herausgeber beschwört, hangeln sich vielmehr an recht alten Rezepten entlang. Was bleibt, ist immerhin ein recht kurzweiliges, weil bewusst populär verfasstes Kompendium eines staatsgläubigen Denkens, das im großkoalitionären Deutschland wieder an Boden gewinnt. Dieses versteht sich auf die Weckung von Ressentiments. Da stört es wenig, dass es wenig Lösungen zu bieten hat. Deshalb sollte man es mit Ernst betrachten. DETMAR DOERING
Liberales Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung, Potsdam (erschienen in der FAZ vom 26.2.2007) Nicht neutral I Das von Hans-Jürgen Urban im VSA-Verlag herausgegebene "ABC zum Neoliberalismus" ist kein Buch allein für Experten. Es richtet sich an alle, die sich mit dem neoliberalen Denken, seinen Strategien und Begrifflichkeiten auseinandersetzen wollen. Allerdings handelt es sich auch nicht um "neutrale" Begriffserklärungen, die man in jedem Lexikon finden könnte. Es geht den Autoren, eine Vielzahl von Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Gewerkschaften, vielmehr "um eine kritische Auseinandersetzung mit dem Neoliberalismus in der Perspektive seiner Überwindung". Um Letztere zu bewerkstelligen, muß die Linke u.a. die Deutungshoheit über zentrale politische Begriffe und Konzepte wieder erlangen, wie IG-Metall-Chef Jürgen Peters in seinem Vorwort zum Band verdeutlicht: "Unsere Bemühungen werden nur erfolgreich sein, wenn wir einen alternativen Mainstream in der Gesellschaft durchsetzen und die Menschen für unsere Sache gewinnen. Das geht nicht auf Knopfdruck, sondern nur mit intensiver Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit. Aufklärung über Denkmuster und Interessen, die hinter neoliberalen Konzepten stehen, und über das Menschenbild des Neoliberalismus und seine riskanten Folgen." Das "ABC zum Neoliberalismus" dürfte einen Beitrag zu dieser Aufgabe leisten. Hans-Jürgen Urban (Hrsg.): ABC zum Neoliberalimus. Von "Agenda 2010" bis "Zumutbarkeit". Hamburg: VSA 2006. 248 Seiten. 14,80 Euro jungeWelt (16.1.2007), Seite 15 Lesetipps

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