Ágnes Heller

Theorie der Bedürfnisse bei Marx

Ein hellrotes Bändchen aus den 1980er Jahren

144 Seiten | Klappenbroschur | Mai 2022 | im Warenkorb vorbestellen | EUR 14.00
ISBN 978-3-96488-149-6

 

Kurztext: »Die Bedürfnisstruktur der kapitalistischen Gesellschaft gehört zur kapitalistischen Gesellschaft. Wenn aber ein Bedürfnissystem zu einem gesellschaftlichen Gebilde gehört, wie können dann die subjektiven Kräfte zustande kommen, die diese Gesellschaft stürzen?«


Wir nehmen unser 50. Jubiläum zum Anlass, aus jedem Jahrzehnt der Verlagsarbeit ein hellrotes Bändchen mit Texten wieder zugänglich zu machen. Für die 1980er Jahre ist das der zuletzt 1980 erschienene Band von Ágnes Heller.

Ausgehend von den Schriften Karl Marx’ entwirft Ágnes Heller eine Theorie der Bedürfnisse. Die kapitalistische Produktion produziert ständig neue Bedürfnisse, die nur durch Konsumtion befriedigt werden können – das Ziel kapitalistischer Produktion allerdings ist die Produktion selbst. Demgegenüber stehen die »radikalen Bedürfnisse«, von denen der Mensch sich entfremdet habe.

Die Radikalität dieser Bedürfnisse liegt in ihrer Funktion, die kapitalistische Gesellschaft zu stürzen. Dabei verfügen die »radikalen Bedürfnisse« über einen dialektischen Charakter: Sie bilden sich im Kapitalismus heraus, welcher sie aber weder integrieren noch befriedigen kann. Durch die Entfremdung von diesen Bedürfnissen könne eine revolutionäre Kraft entstehen, das kapitalistische Gesellschaftssystem zu überwinden. Allerdings werde die »Notwendigkeit des ›Übergangs‹ […] nicht von irgendeinem Naturgesetz ›garantiert‹, sondern von den radikalen Bedürfnissen«.

Hellers Schrift geht nicht nur theoretisch über Marx hinaus, sondern gibt auch Impulse für Handlungsmöglichkeiten angesichts der anhaltenden Ausbeutung von Mensch und Natur.


Aus dem Inhalt:

  • Über den Marxschen Bedürfnis-Begriff
  • Über den allgemeinen philosophischen Begriff der Bedürfnisse. Entfremdung der Bedürfnisse
  • Über den Begriff des »gesellschaftlichen Bedürfnisses«
  • Die sogenannten »radikalen Bedürfnisse«
  • Das »System der Bedürfnisse« und die Gesellschaft der »assoziierten Produzenten«


Die Autorin:

Ágnes Heller
(1929–2019) wurde 1955 von Georg Lukács promoviert und war schließlich seine Assistentin. Die ungarische marxistische Philosophin hatte von 1978 bis 1983an der La Trobe Universität in Melbourne eine Soziologie-Professur inne und wurde 1986 auf den Hannah-Arendt-Lehrstuhl an der Philosophiefakultät der New School for Social Research in New York berufen.

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