Michael Brie/Judith Dellheim (Hrsg.)

Nulltarif

Luxus des Öffentlichen im Verkehr:
Widersprüchlicher Fortschritt einer Idee im ÖPNV
Eine Veröffentlichung der Rosa-Luxemburg-Stiftung

240 Seiten | Januar 2020 | im Warenkorb vorbestellen | EUR 16.80
ISBN 978-3-96488-011-6

 

Kurztext: Wie sehen die internationalen Erfahrungen mit Forderungen nach einem ÖPNV-Nulltarif und mit praktizierten Gratis-Modellen aus? Das große ­öffentliche Interesse an dem Thema in Deutschland erfordert einen Blick über den nationalen Tellerrand.


Laut Infratest dimap sind in Deutschland über 70% der Bürgerinnen und Bürger für die Gratis-Nutzung des ÖPNV. Das war nicht immer so, obwohl bereits bei den Protesten gegen die ÖPNV-Fahrpreiserhöhung 1971 in Dortmund ein Nulltarif gefordert wurde.

Auch der Schriftsteller Josef Reding argumentierte damals dafür und die Gruppe »Ton Steine Scherben« ermutigte 1972 in Westberlin zum »schwarz-Fahren«. 1962 probte Commerce, ein Vorort von Los Angeles, den Nulltarif. Der wurde dann 1971 im französischen Colomiers und bald darauf in Rom und Bologna getestet.

Heute haben ca. 100 Städte und Gemeinden jegliche ÖPNV-Tarife abgeschafft. Davon befinden sich 27 in den USA und 56 in Europa. Aber die Zahl der produzierten und genutzten PKW wächst weiter, die sozialen Probleme und die Zerstörung der natürlichen Lebensbedingungen nehmen dramatisch zu.

Es geht also beim Nulltarif um die Frage nach einem Einstieg in eine sozial-ökologische Verkehrswende im Kontext mit einer tiefgreifenden sozialökologischen Transformation. Die Produktions-, Konsumtions- und Gesellschaftsstrukturen müssen grundsätzlich umgestaltet werden.


Aus dem Inhalt:

  • Michelle DeRobertis und Maurizio Tira: Vom Roten Bologna lernen
  • Rosalie Ray: Von Seattle nach New York: Auf der Suche nach Transportgerechtigkeit
  • Wojciech Kębłowski: Aubagne – ein neuer »Mai 1968«?
  • Anna Nygård: Mit »Planka.nu« Kontrollschranken überspringen
  • Allan Allaküla: Über Tallinn zum Nulltarif


Die Herausgeber*innen:

Michael Brie und Judith Dellheim arbeiten am Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

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