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Cornelia Hildebrandt / Franz Segbers (Hrsg.)

Mit Dietrich Bonhoeffer gegen Rechts

Haltung, Gewissen und Widerstand gegen Unrecht
Eine Flugschrift

104 Seiten | März 2026 | im Warenkorb vorbestellen | EUR 12.00
ISBN 978-3-96488-265-3

 

Kurztext: »Dietrich Bonhoeffer steht für Haltung, Gewissen und Widerstand gegen Unrecht. Für viele ist er bis heute ein Symbol christlicher Verantwortung in politisch dunklen Zeiten. Gerade deshalb ist er für rechte und rechtspopulistische Kräfte so attraktiv. Sie wollen sich mit seiner moralischen Autorität schmücken – und verdrehen dabei sein Vermächtnis ins Gegenteil. Wer heute Bonhoeffer vereinnahmt, um Ausgrenzung, nationale Überheblichkeit oder religiöse Intoleranz zu rechtfertigen, verrät ihn.« (Petra Pau in ihrem Geleitwort)


Der von den Nazis ermordete evangelische Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer (geboren am 4.2.1906, hingerichtet am 9.4.1945 im KZ Flossenbürg) wird aktuell von rechts in infamer Weise vereinnahmt und umgedeutet. Dagegen wehrten sich nicht nur seine Familienangehörigen in einem Offenen Brief: »Als direkte Nachfahren der sieben Geschwister des Theologen und von den Nazis hingerichteten Widerstandskämpfers können wir aufgrund der Familienüberlieferung bezeugen: Er war ein friedliebender, freiheitlich gesinnter Menschenfreund.«

Auch international renommierte Bonhoeffer-Forscher haben öffentlich unter Verweis auf ein Zitat aus einer Predigt Bonhoeffers in New York aus dem Jahr 1930 protestiert, in dem er die Gefahren des christlichen Nationalismus ansprach: »Christen sollten niemals vergessen, dass sie nicht nur in ihrem eigenen Volk, sondern in jedem Volk Brüder und Schwestern haben. [...] dann hätte die Welt für immer und ewig Frieden.«

Die Autor*innen dieses Bandes wollen daran mitwirken, Bonhoeffers Vermächtnis nahezubringen und zugleich deutlich zu machen, dass die Linke die Bedeutung von Religion für die Neue Rechte analytisch besser in den Blick nimmt, um deren Einfluss zurückdrängen zu können. Dazu aber müssen Linke ihre Religionsblindheit ablegen. »Dietrich Bonhoeffer ist kein Heiliger des Widerstands, sondern ein Mensch, der uns das Denken und Handeln aus Verantwortung zumutete. Ihn gegen rechte Vereinnahmung zu verteidigen heißt, sein Vermächtnis lebendig zu halten - als Ermutigung, als Mahnung und als Verpflichtung.« (Petra Pau)


Aus dem Inhalt:

  • Petra Pau: Dietrich Bonhoeffer – gegen Missbrauch und Vereinnahmung von rechts
  • Cornelia Hildebrandt/Franz Segbers: Religion im Blick beim Kampf gegen rechts
  • Arnd Henze: Wem gehört Bonhoeffer?
  • Rolf Schieder: Im Widerstand. Politische Theologie von rechts und Widerstand gegen die Apokalypse
  • Sabine Plonz: Widerstand wogegen? Der männliche Herrschaftsanspruch als Stolperstein auf Bonhoeffers Weg und Wirkung
  • Jörg Rieger: USA: Widerstand organisieren. Metaxas Bonhoeffer-Deutung und das Projekt 2025
  • Franz Segbers: Christlicher Glaube und völkisches Denken – unvereinbar
  • Heinz-Joachim Lohmann: Bonhoeffer und die Brandmauer
  • Julia Duchrow/Steffen Küßner: Haltung zeigen in autoritären Zeiten
  • Dokumente gegen die Vereinnahmung von Bonhoeffer und zum Thema Kirche und Rechte


Die Heerausgeber*innen:

Cornelia Hildebrandt ist Referentin im Zentrum für Gesellschaftsanalyse und politische Bildung der Rosa Luxemburg Stiftung (RLS). 
Franz Segbers war bis zur Emeritierung außerplanmäßiger Professor für Sozialethik an der Philipps-Universität Marburg und zuletzt Referatsleiter für Arbeit, Ethik und Sozialpolitik im Diakonischen Werk in Hessen und Nassau.

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