Die schwierigen Zeiten halten an. Pablo Nerudas »Ode an das Buch« hilft weiterhin.

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Jane McAlevey

Macht. Gemeinsame Sache.

Gewerkschaften, Organizing
und der Kampf um die Demokratie
Gemeinsam herausgegeben von der IG Metall Jugend und der Rosa-Luxemburg-Stiftung
Aus dem Amerikanischen von Jan-Peter Herrmann

280 Seiten | Juni 2021 | im Warenkorb vorbestellen | EUR 14.80
ISBN 978-3-96488-115-1

 

Kurztext: In ihrem neuen Buch zeigt Jane McAlevey, warum und wie die potenziell wichtigste Kraft im Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit und den Rechtsruck gestärkt werden kann: »In einer Welt der massiven Einkommensungleichheit und ausufernder sexueller und ethnischer Diskriminierung ergreife ich mit diesem Buch für die Gewerkschaften Partei. Die Auswirkungen wirtschaftlicher, politischer und sozialer Ungleichheit sind real, gefährlich und unbestreitbar. Dieses Buch handelt davon, wie wir mithilfe der Gewerkschaften aus dem Schlamassel herauskommen können, in dem wir uns gegenwärtig befinden.«


Welche gesellschaftliche Kraft könnte in der Lage sein, die Umverteilung des Reichtums von unten nach oben umzukehren, dem Klimawandel und der Umweltzerstörung Einhalt zu gebieten und sozial und ökologisch nachhaltige Verhältnisse zu erkämpfen? Für die Autorin gibt es darauf eine klare Antwort: Die Gewerkschaften.

Die US-amerikanische Organizerin zeichnet die großen Erfolge der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung in den 1930er Jahren nach, als es unter schwierigsten Bedingungen gelang, einen »New Deal« durchzusetzen und so deutliche Erfolge für arbeitende Menschen zu erreichen: der »amerikanische Traum« konnte für viele Realität werden. Sie schildert aber auch, wie die großen Konzerne begannen, einen zunächst heimlichen, später offenen und immer rücksichtsloseren Krieg gegen die Arbeiterbewegung zu führen. Systematisch wurden die Gewerkschaften in die Defensive gedrängt, immer aggressiver wurde und wird noch heute Union Busting praktiziert. Jede Schwächung ihrer Organisationsmacht bedeutete mehr Ungleichheit und Ungerechtigkeit für die Beschäftigten und Arbeitslosen.

Trotz dieser massiven Behinderungen blieben und bleiben die Gewerkschaften die wichtigsten Organisationen, um sich erfolgreich gegen die Klasse der Superreichen zu wehren. Sie haben das Potenzial, der sexuellen Belästigung und rassistischen Diskriminierung am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft ein Ende zu setzen und sich der Zerstörung von Klima und Umwelt entgegenzustellen. Dafür muss die Macht der arbeitenden Klasse und ihrer Organisationen in den Betrieben genutzt und das politische Mandat der Gewerkschaften offensiv in Anspruch genommen werden. Die Gewerkschaften – so das Fazit vieler Jahre Organinzig-Erfahrungen der Autorin – haben nichts an Aktualität und ihr Kampf nichts an Relevanz verloren.

Hoffnung machen ihr Erfolge der vergangenen Jahre, an denen sie oft federführend beteiligt war. Vorgestellt werden Beispiele innovativer Organizing-Methoden, mit denen ein effektiver Aufbau von Gegenmacht gelang. So berichtet sie vom Kampf der Krankenschwestern in Pennsylvania, die ihre Gewerkschaft erneuerten und die Interessen von Patienten in ihre Auseinandersetzung einbezogen. Den Leser:innen begegnen Tech-Arbeiter:innen im Silicon Valley, die das Versprechen von einer angeblich besseren, modernen Arbeitswelt satt haben und stattdessen in »altmodischen« kollektiven Aktionen für ihre Interessen eintraten. Und auch von der Rebellion der amerikanischen Lehrer:innen gegen die Spar- und Privatisierungspolitik im Bildungsbereich kann gelernt werden: Macht! Gemeinsame Sache! Ihre Schlussfolgerung lautet: Gestärkte und erneuerte Gewerkschaften gewinnen im Kampf um höhere Einkommen, gute Arbeit und gesellschaftlichen Fortschritt nicht nur neue Mitglieder, sondern werden auch den Rechtspopulismus zurückdrängen und die Demokratie stärken.


Die Autorin

Jane McAlevey
ist Autorin, Wissenschaftlerin und seit mehr als 20 Jahren Organisatorin von Gewerkschaftskampagnen, lebt in den USA. 2019 erschien von ihr im VSA: Verlag Keine halben Sachen. Machtaufbau durch Organizing, herausgegeben von Florian Wilde.

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