Li Jun / Jan Turowski (Hrsg.)

Kann man den Tiger reiten?

Chinas Entwicklungsmodell als Synthese von Moderne und Sozialismus
Linker ChinaDiskurs 3
Eine Publikation des Beijing-Büros
der Rosa-Luxemburg-Stiftung

224 Seiten | Herbst 2022 | im Warenkorb vorbestellen | EUR 16.80
ISBN 978-3-96488-142-7

 

Kurztext: Das moderne China unterscheidet sich wesentlich vom westlichen Modell. Was heißt das für die Idee eines neuen Sozialismus?


China ist zweifellos in der Moderne angekommen. Es hat eine funktional differenzierte Gesellschaft, eine dynamische und innovative Wirtschaft, eine effiziente Verwaltung und ist einem offenen Prozess permanenter Selbstveränderung unterworfen. Es ist jedoch ebenso klar, dass sich in der Volksrepublik eine eigene neuartige Version der Moderne entfaltet hat, die sich über andere historische Kämpfe, anderen Widersprüche und Krisen, anderen kulturellen Werten und geopolitischen Zwängen entwickelt hat und das westliche Moderne-Monopol, das seit mehr als 200 Jahren hegemonial ist, zu beenden scheint.

Chinas Modernisierungsweg ermöglicht es, die Theorie der westlichen Moderne zu reflektieren. Was sind die Wesensmerkmale der Moderne und inwiefern stellt Chinas Weg einen Wechsel und eine entscheidende Transformation der Moderne selbst dar?

China blickt auf eine lange Geschichte des sozialistischen Erbes der Revolution und der Entstehung und Transformation des Sozialismus chinesischer Prägung zurück. Wie könnten die Auseinandersetzung mit intellektuellen Quellen und Sichtweisen dieser Geschichte unter den gegenwärtigen Bedingungen neue theoretische und praktische Bezugspunkte für alternative Konzeptionen der Moderne bieten? Kurz: Wie kann Sozialismus auf der Grundlage der Moderne neu gedacht und diskutiert werden?


Aus dem Inhalt:

  • Prinzipien moderner Entwicklung
  • Sozialismus und Moderne, Sozialismus als Moderne, Sozialismus gegen Moderne
  • Marx’ Kritische Theorie der Moderne und ihr zeitgenössischer Wert
  • China und die Debatten zur Moderne in der Zweiten Internationalen
  • »Vierte Mai«- und »Neue Aufklärungs«-Bewegung
  • Moderne und Chinesische Revolution
  • Chinas Erkundungen eines eigenen Sozialismus-Pfades von 1949 bis 1970
  • Das chinesische Modell einer gelenkten Wirtschaft
  • Konstruktion eines chinesischen Diskursystems der Moderne


Die Herausgeber:

Liu Jun
ist Professor und stellvertretender Direktor der Schule für Marxismus an der Peking-Universität.
Jan Turowski ist Büroleiter der Rosa-Luxemburg Stiftung in Beijing.

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