Klaus Dörre/Julia Haas/Walid Ibrahim/
David J. Petersen/Kirsten Richter (Hrsg.)

Im gesellschaftlichen Interesse

Potenziale einer Öffentlichen Soziologie

288 Seiten | September 2019 | im Warenkorb vorbestellen | EUR 22.80
ISBN 978-3-96488-032-1

 

Kurztext: Öffentliche Soziologie – neue Ansätze in ­For­schung, Wissenstransfer und zivilgesellschaftlicher Aufklärung.


Der Aufstieg rechter Parteien, die Zuspitzung der Konflikte um Klimagerechtigkeit, wachsende soziale Ungleichheiten und die immer noch nachhallenden Effekte der letzten großen Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/9 – zu vielen der gegenwärtig drängenden Themen arbeitet die soziologische Forschung. Doch das Publikum sowie das Interesse an ihren Befunden scheint zu fehlen. Der Soziologie wurde der Rang abgelaufen, eine öffentlich gehörte Wissenschaft zu sein.

Dieser Problematik stellt sich eine »Public Sociology«, zu deren prominentesten Stichwortgebern und Agenda-Settern der ehemalige Präsident der American Sociological Association, Michael Burawoy, gehört. Dabei ist mit Öffentlicher Soziologie mehr gemeint als der Wunsch einer wissenschaftlichen Disziplin, öffentlich anerkannt zu werden. Sie hebt darauf ab, in enger und sichtbarer Weise mit den beforschten Öffentlichkeiten zusammen zu arbeiten und diese aktiv im Forschungsprozess mit zu berücksichtigen. Damit nimmt sie in Opposition zu Staats- und Marktfundamentalismus eine Rolle ein, die zur Stärkung zivilgesellschaftlicher Öffentlichkeit beitragen soll. Ein Teilbereich dieser Öffentlichkeit sind die Universität und die Studierendenschaft selbst.

Wie dort Öffentliche Soziologie betrieben werden kann, zeigt dieser Band anhand folgender Themen:

  • die Dynamik des Rechtspopulismus in Betrieben und öffentlichen Räumen,
  • negative Öffentlichkeit gegen Frauen- und Geschlechterforschung,
  • Strukturwandel von Öffentlichkeit in Zeiten von Informationsflut,
  • gelingender Wissenstransfer in der Weiterbildung und am Beispiel des »Postwachstumsatlas« (analog zum Globalisierungsatlas von Le monde diplomatique),
  • globale Soziologie und kritisches Engagement am Beispiel eines Krankenhauses in Südafrika,
  • Interdisziplinarität statt ärztlichem Wissensmonopol am Beispiel von Demenzerkrankungen,
  • Öffentliche Soziologie: Selbstverständnis, neue Veranstaltungsformate, Grenzen.


Die Herausgeber*innen:

Klaus Dörre ist Professor für Soziologie an der Universität Jena und Geschäftsführender Direktor des DFG-Kollegs »Postwachstumsgesellschaften«.
Seine Mitherausgeber*innen Julia Haas, Walid Ibrahim, David J. Petersen und Kirsten Richter sind Mitarbeiter*innen bzw. Studierende des Master-
Seminars Public Sociology.

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