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Karin Kulow/John P. Neelsen/Achim Wahl (Hrsg.)

Die BRICS (+)

Auf dem Weg zu einer multipolaren Weltordnung

Eine Veröffentlichung der Rosa-Luxemburg-Stiftung

240 Seiten | Dezember 2026 | im Warenkorb vorbestellen | EUR 16.80
ISBN 978-3-96488-287-5

 

Kurztext: Die BRICS (+) repräsentieren keine »Peripherie« (mehr), sie sind vielmehr Ausdruck der Emanzipation des globalen Südens vom westlichen Modell des Kapitalismus. Die Vielfalt der Beziehungen zwischen den Mitgliedsstaaten und die Strategien, die einzelne von ihnen in einem geopolitisch zunehmend konfrontativen Umfeld mit ihrem Engagement in diesem Netzwerk verbinden, sind zu klären.


Betrachtet man die deutsche Politik entsteht der Eindruck, dass die BRICS (+) ein marginaler Faktor in der Weltpolitik seien. Ein Faktor, der allerdings auch als Bedrohung betrachtet wird. Man kann und sollte diesen offensichtlichen Widerspruch als Ausdruck von Hilflosigkeit verstehen. Denn mit den BRICS (+) ist ein Netzwerk entstanden, das sich der traditionellen Logik internationaler Beziehungen verweigert. Ohne Führungsmacht und ohne fassbare Institutionalisierung koordiniert ein heterogener Verbund von Staaten ökonomische, kulturelle, wissenschaftliche und sicherheitspolitische Initiativen über zum Teil tiefgreifende Differenzen hinweg.

Deren Entwicklung fordert dazu heraus, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Mehr noch als das gewachsene Gewicht von Ländern wie China und Indien in Wirtschaft und Wissenschaft sollte man die BRICS (+) als Emanzipation des globalen Südens von den Mechanismen des traditionellen westlichen bürgerlich-kapitalistischen Systems verstehen. Das hat auch Konsequenzen für das Verhältnis zwischen den linken Bewegungen in Nord und Süd.

Die Autor*innen dieses Buches konzentrieren sich auf die mit BRICS (+) entstandene neue und andere Qualität internationaler Beziehungen. Den Schwerpunkt bilden Länderstudien zu Brasilien, China, Indien, Russland, Südafrika und den Mitgliedern aus der muslimisch geprägten Welt. Es wird herausgearbeitet, wie die Partner des Netzwerkes dessen Ressourcen für ihre ganz spezifischen Ziele nutzen und trotzdem Gemeinsamkeiten bewahren können. Ein abschließender Beitrag widmet sich den Konsequenzen des sich durch die BRICS (+) manifestierenden Umbruchs internationaler Machtverhältnisse für die zukünftige Weltordnung.

Der Band ist das Ergebnis von Diskussionen in der AG Frieden und Sicherheit der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Die HerausgeberInnen sind langjährige Mitglieder dieses Arbeitskreises.


Die Herausgeber*innen:

Karin Kulow ist habilitierte Arabistin und Islamwissenschaftlerin mit der Spezialisierung auf Entwicklungsprobleme Westasiens.
John P. Neelsen ist Professor im Ruhestand an der Universität Tübingen, seine Forschungsgebiete sind Entwicklungssoziologie, Nord-Süd-Beziehungen und Menschenrechte.
Achim Wahl ist Lateinamerikaspezialist, er war von 2001 bis 2004 Leiter des Büros der Rosa Luxemburg Stiftung in Sao Paulo.

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