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Clara Zetkin

Der deutsche Stalinismus

Eine politische Abrechnung in zwei Briefen
Herausgegeben von Jörn Schütrumpf
Eine Veröffentlichung der Rosa-Luxemburg-Stiftung

192 Seiten | Oktober 2026 | im Warenkorb vorbestellen | EUR 19.80
ISBN 978-3-96488-280-6

 

Kurztext: Clara Zetkin hatte sich über Jahre zurückgehalten, ihre Kritik an der zunehmend selbstmörderischen Nicht-Politik der »Thälmannschen KPD« schriftlich niederzulegen. Nachdem jedoch alle ihre Freunde, 1918 zumeist Gründer der Partei, 1928/29 aus der KPD ausgeschlossen worden waren, hatte ihre Geduld ein Ende.


Die Politikerin, Friedensaktivistin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin (1857–1933) gehörte bis 1917 der SPD an, engagierte sich unter anderem an der Seite von Rosa Luxemburg für dezidiert linke Positionen der Partei. 1917 schloss sie sich der USPD an, gehörte auch dort zum linken Flügel. Der gründete während der Novemberrevolution 1918 den Spartakusbund, der zusammen mit anderen linken Gruppierungen in der zum Jahreswechsel 1918/1919 neu gegründeten Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) aufging. Als einflussreiches KPD-Mitglied war Clara Zetkin von 1920 bis 1933 Reichstagsabgeordnete und 1932 Alterspräsidentin des Parlaments.

Ernst Thälmann und die von ihm dominierte Gruppe in der Partei betrieben Ende der 1920er-Jahre ihren Ausschluss, der aus Moskau aufgrund ihrer Prominenz – sie war 1927 in ZK der KPD gewählt worden – zwar noch im letzten Moment verhindert wurde. Aber Clara Zetkin ging davon aus, dass es sich nur um einen Aufschub auf Zeit handelte.

Sie nahm sich trotz ihres Alters und ihrer angeschlagenen Gesundheit ein Herz. In einem Brief an Stalin und seine Paladine erklärte sie Ende Oktober 1929 auf 150 Seiten, was für revolutionäre Politik unabdingbar sei: Massenverbundenheit, Öffentlichkeit, Ehrlichkeit. Kommunistische Politik würde jedoch längst das Gegenteil bedeuten.

Kein halbes Jahr später schob Clara Zetkin einen 40-seitigen Brief nach, in dem sie sich – ihren endgültigen Ausschluss erwartend – von der Kommunistischen Internationale auch formell verabschiedete. Doch Stalin scheute einen öffentlichen Bruch.

Kopien beider Briefe wurden erst jüngst im Bundesarchiv Berlin entdeckt und werden hier erstmals veröffentlicht. Eine Abrechnung, die nicht ohne Grund über Jahrzehnte hinter Archivmauern einstaubte.


Der Herausgeber:

Jörn Schütrumpf
war bis 2022 Leiter der Fokusstelle Rosa Luxemburg am Historischen Zentrum der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin. Er hat u.a. die Schriften von Paul Levi und Clara Zetkin herausgegeben. Zuletzt veröffentlichte er im VSA: Verlag im Herbst 2025 den Band »Putsch statt Revolution. Die Kommunistische Internationale in Mitteldeutschland 1921«.

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