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Claus-Jürgen Göpfert

Für Aufklärung, Debatten & Kultur

Eine politische Geschichte über sieben Jahrzehnte Club Voltaire

232 Seiten | zahlreiche Fotos | in Farbe | Hardcover | Mai 2026 | im Warenkorb vorbestellen | EUR 16.80
ISBN 978-3-96488-266-0

 

Kurztext: Der 1962 gegründete Club Voltaire mitten der Innenstadt von Frankfurt am Main ist eine Ikone progressiver Aufklärung. Bisher hat er allen Versuchen getrotzt, ihn mundtot zu machen und zu schließen. Jetzt droht ihm das Aus. Claus-Jürgen Göpfert erzählt die Geschichte des Clubs.


Beginnend mit seiner Eröffnung war und ist der Club mit der Kombination von Lesungen, Diskussionsverantaltungen, Musikabenden und Ausstellungen bei Bier, Brause oder Ebbelwoi sowie kleinen und größeren Speisen in der Kleinen Hochstraße 5 attraktiver Ort für alle Besucher*innen. Insbesondere die politischen Debatten ließen ihn zu einem wichtigen Beförderer von Aufklärung (der Bezug im Namen auf Voltaire drückt dies aus) über fast sieben Jahrzehnte werden.

Bereits früh wurde der Club ein Zentrum gegen die rechte Adenauer-Regierung und pflegte frühe Kontakte zu Autor*innen und Künstler*innen aus der DDR (zu Gast waren u.a. Anna Seghers, Christa Wolf, Erwin Geschonnek). Proteste gegen den Vietnam-Krieg wurden im Club koordiniert, 1968 diskutierte Rudi Dutschke, Autoren wie Günter Grass lasen und Liedermacher wie Hannes Wader sangen gegen die NPD. Geheimdienste aus beiden deutschen Staaten beobachteten intensiv. Mikis Theodorakis protestierte 1972 am Klavier gegen die griechische Militärdiktatur.

Der Club unterstützte den linken Aufbruch an Frankfurts Theatern und hatte u.a. Peter Palitzsch, Heiner Kipphardt und Hilmar Hoffmann zu Gast.

Zu Beginn der 1990er-Jahre gab es eine erste existenzielle Gefährdung durch Druck von rechts und hohe Schulden. Eine Welle der Solidarität mit dem Club enstand, Jazz-Ikonie Emil Mangelsdorff spielte ein Unterstützungs-Konzert. Ein Höhepunkt war 1994 die Feier anlässlich des 300. Geburtstags von Voltaire.

Auch später gab es genug Anlässe für Debatten, vor allem die NSU-Morde und das Erstarken der Rechtspopulisten. Eigene Gesprächsreihen wie Stephan »Hebels aktuelle Stunde« und »Göpferts Gäste« wurden etabliert. Selbst Frankfurter Oberbürgermeister wie Peter Feldmann und Mike Josef kamen in den Club (die unendlich lange Liste der Gäste seit 1962 gibt es hier).

Und nun soll Ende 2026 Schluss sein, weil die Eigentümer das Haus verkaufen wollen? »Frankfurt ohne Club Voltaire? Des gehd ned!« lautet die Antwort, mit der Club und seine Unterstützer*innen für andere Lösungen mobilisieren.


Der Autor:
Claus-Jürgen Göpfert ist Autor und Journalist, von ihm erschien 2025 Zeitung im Kampf. 80 Jahre »Frankfurter Rundschau« oder: Niedergang des linksliberalen Journalismus?

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