25. November 2019 Erfurt | 19:00 Uhr | Uni, Raum D08, Lehrgebäude 4, Nordhäuser Str. 63

»Wir wollen alles!« (Post-)Operaismus – eine Einführung

Mit Anna Stiede (Politikwissenschaftlerin, Berlin). »Wir wollen alles« - der Roman von Nanni Balestrini über die große Revolte der 1960er und ´70er Jahre in Italien vermittelt eindrucksvoll jene Bewegung der radikalen Linken, die sich auf die Theorie des »Operaismus« bezog. Diese marxistische Strömung war Theorie und Bewegung zugleich, interpretierte das Werk von Karl Marx neu und orientierte sich vor allem an Arbeitskämpfen und den sozialen Fragen des Alltags. Politik in Parlamenten oder den klassischen Gewerkschaften lehnte die Bewegung ab – und organisierte sich dennoch politisch vor allem rund um die großen Automobil-Fabriken Norditaliens. Bekannte Vertreter waren u.a. Antonio Negri, Mario Tronti oder Sergio Bologna. Mit dem Buch »Empire« (2000) von Negri und Michael Hardt flammte der Theorieansatz als Post-Operaismus wieder auf – das Buch wurde zur »Bibel der Globalisierungskritik« erklärt. Darin geht es um die Fragen, wie Widerstand gegen den Kapitalismus im imperialen und globalen Empire aussehen kann, um Bio-Macht, immaterielle Arbeit und die »Multitude« der Ausgebeuteten als treibende Kraft von Klassenkämpfen.
Eine gemeinsame Veranstaltung von GEW Hochschulgruppe Erfurt und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen.

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