20. Februar 2020 Frankfurt a.M. | 19:00 Uhr | Club Voltaire, Kleine Hochstr. 5

Heinz Dürrbeck (1912-2001) und die IG Metall

Im Leben von Heinz Dürrbeck, der von 1953 bis 1977 geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall war, bildet sich in vielerlei Hinsicht das 20. Jahrhundert ab. Die Geschichte der alten ArbeiterInnenbewegung, der Linkssozialismus in der Bundesrepublik sowie die Brüche und Zerwürfnisse des Kalten Krieges schrieben sich in das Leben Heinz Dürrbecks ein. Er gehörte (so wie Otto Brenner oder Willi Bleicher) zu einer »sozialistischen Brückengeneration«, die als junge Menschen den Sieg des Nationalsozialismus erlebten und nach der Befreiung 1945 mit sozialistischen Ideen und einer kapitalismuskritischen Grundhaltung die Gewerkschaftsarbeit der frühen Bundesrepublik prägten. Dürrbeck verantwortete unter anderem die Bildungsarbeit der IG Metall. Er entwickelte dort in den 1960er- und frühen 1970er-Jahren – gemeinsam mit Hans Matthöfer – eine auf Selbstermächtigung und gesellschaftliche Emanzipation der Arbeitenden zielende betriebsnahe Bildungsarbeit. Dürrbeck, Matthöfer und viele andere stellten ein Milieu in der Sozialdemokratie und den Gewerkschaften dar, das am Fernziel des Sozialismus festhielt und mit großer Distanz auf die Bonner Republik blickte.
Ab Mitte der 1970er-Jahre sah sich Heinz Dürrbeck dann dem Vorwurf ausgeliefert, für die Staatssicherheit der DDR gearbeitet zu haben und sogar an der Entführung des IG Metall-Redakteurs Heinz Brandt beteiligt gewesen zu sein.
Dr. Stefan Müller, Historiker im Archiv der sozialen Demokratie, arbeitet zur Geschichte der Arbeitswelten und der Gewerkschaften. Seine Biografie zu Heinz Dürrbeck stammt aus dem Jahr 2010. Zuletzt schrieb er gemeinsam mit Lothar Wentzel über die Geschichte der IG Metall-Bildungsarbeit in Jörg Hofmann/Christiane Benner: Geschichte der IG Metall. Zur Entwicklung von Autonomie und Gestaltungskraft, Frankfurt 2019. Gunter Brügmann, ehemaliger Redakteur der »Frankfurter Rundschau«, wird den Abend moderieren.
Eine Veranstaltung des Club Voltaire und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen, der Eintritt ist frei,

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