Auch 2019 präsentieren linke Publikationsprojekte ihre Autor*innen auf der gemeinsamen Leseinsel Die Bühne in Halle 5, Stand E 404. Mit dabei sind vom 21. bis 24. März 2019
Alibri Verlag Aschaffenburg | Argument Verlag mit Ariadne Hamburg | Dietz Berlin | Verlag Graswurzelrevolution Heidelberg | Kulturmaschinen Verlag Ochsenfurth | Mandelbaum Verlag Wien | Manifest Verlag Berlin | Sozialistische Tageszeitung neues deutschland | PapyRossa Verlag Köln | Promedia Verlag Wien | UNRAST Verlag Münster und VSA: Verlag Hamburg.

Eine Programmübersicht kann später hier als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Den Stand stellt die Leipziger Buchmesse kostenlos zur Verfügung, die Ausstattung wird unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Für beides herzlichen Dank von allen Beteiligten!

Die Bühne-Verlage unterstützen die Initiative #verlagegegenrechts. Sie wird getragen von mehr als 80 Verlagen und über 200 Einzelpersonen und Initiativen aus der Buchbranche: »Wir nehmen die Präsenz völkischer, nationalistischer und antifeministischer Verlage nicht wort- und tatenlos hin. Und werden wie in den letzten Jahren Protest organisieren, wo immer wir auf sie treffen.« Mehr über die Aktivitäten der Initiative während der Messe auf #verlagegegenrechts.

Donnerstag, 21.3.

11:30 Uhr | Reimar Heider, Abdullah Öcalan – Manifest der demokratischen Zivilisation

Öcalans Werk über Kapitalismus, kapitalistische Moderne und Nationalstaat in deutscher Übersetzung.
In etwas mehr als drei Jahren (2007-2010) hat Abdullah Öcalan mit dem »Manifest der demokratischen Zivilisation« ein 5-bändiges Opus Magnum geschrieben, in dem er letztlich seine Erfahrungen und Erkenntnisse aus 35 Jahren radikaler Theorie und revolutionärer Praxis zusammenfügt. Der Übersetzer der Werke und Experte in Kurdistanfragen, Reimar Heider, stellt die neuen Bücher vor und beantwortet Fragen aus dem Publikum.
Unrast Verlag

12:00 Uhr | Lou Marin, Moussas Buch »Wie Muslime erzeugt werden«

Wie Identität und Religion die soziale Frage überlagern.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung in Frankreich warnt der Politologe Nedjib Sidi Moussa vor der Verbreitung identitärer Vorstellungen, die längst alle politischen Lager erfasst haben und die tatsächlichen ökonomischen und sozialen Brüche vernebeln. Wenn Teile der Linken sich mit reaktionären Strömungen verbünden, die von rassischen und religiösen Obsessionen geprägt sind, führt das dazu, dass der Universalismus emanzipatorischer Ansätze infrage gestellt wird. Das Buch wird vom Übersetzer Lou Marin vorgestellt.
Alibri Verlag

12:30 Uhr | Lea Haneberg, Materializing Feminism

Feministische Theorie und Praxis zwischen Vereinnahmung, Antifeminismus und Emanzipation.
Materialize bedeutet manifestieren, verstofflichen, gegenständlich machen. Der Sammelband macht daher Kontroversen und aktuelle Herausforderungen feministischer Theorie und Praxis sichtbar. Feministische Themen sind im Mainstream angekommen: Das Aufbegehren gegen Sexismus wird zunehmend salonfähig, Feminismus verkauft sich nicht nur auf T-Shirts und Frauenförderung und Gleichstellung sind Anliegen staatlicher Politik. Dieser Erfolg ist genauso begrüßenswert wie ambivalent, da soziale Ungleichheit durch die Zurichtungen kapitalistischer Verwertungslogik ausgeblendet oder sogar verschärft wird. Vor diesem Hintergrund fragen wir nach den Herausforderungen und den Kontroversen emanzipatorischer Politik und Theorie, die sich gegen die Vereinnahmung durch Kapitalismus und Antifeminismus wendet. Die Beiträge behandeln das Geschlechterverhältnis im Kapitalismus, Identitätspolitik, intersektionale Perspektiven und die Vereinnahmung feministischer Themen sowie mögliche Gegenstrategien.
Unrast Verlag

13:00 Uhr | Andrea d’Atri, Brot und Rosen – gelesen von Lilly Schön.

Klasse und Geschlecht im Kapitalismus.
Lilly Schön stellt das von ihr übersetzte »Pan y Rosas« der Argentinierin d’Atri vor. Frisches Geschichtsbewusstsein für den Kampf gegen Machismo und Patriarchat: D’Atri skizziert und verlebendigt die internationalen Frauenbewegungen von der Französischen Revolution über Marx, Engels, Russische Revolution und sozialistische Bewegung bis zu modernen Feminismusdebatten und Queer-Theorie. Moderation: Emily Laquer.
Argument Verlag mit Ariadne

13:30 Uhr | Else Laudan liest aus Sara Paretskys »Kritische Masse«

Privatdetektivin V.I. Warshawski stößt auf die unsichtbare Frau in der Geschichte der Physik.
Übersetzt und präsentiert von Ariadne-Verlegerin Else Laudan: Ein Drogenfall verwickelt die legendäre Detektivin V.I. Warshawski in die Machenschaften von Computerindustrie und US-Heimatschutz. Die Spur führt in die Vergangenheit einer jüdischen Kernphysikerin. Großer Schmöker, relevant & politisch.
Argument Verlag mit Ariadne

14:00 Uhr | Clara Wichmann, Vom revolutionären Elan

Beiträge zu Emanzipationsbewegungen 1917-1922. Vorgestellt durch die Übersetzerin und Herausgeberin Renate Brucker.
Die revolutionären Umbrüche nach dem Ersten Weltkrieg in der Frauenbewegung und im revolutionären Syndikalismus der Niederlande und Frankreichs, betrachtet durch Analysen der deutsch-niederländischen Anarchistin und Frauenrechtlerin Clara Wichmann. Renate Brucker bietet mit dieser Auswahl bislang noch nicht übersetzter Texte Clara Wichmanns aus den Jahren 1917-1922 einen prägnanten Einblick in Leben und Werk dieser beeindruckenden und inspirierenden Revolutionärin.
Verlag Graswurzelrevolution

14:30 Uhr | Supernova – Vom Erreichen neuer Zielgruppen

Die Macher*innen des Online Magazins »Supernova« ziehen Bilanz.
Seit September 2018 gibt es unter www.supernovamag.de das vom Verlag »neues deutschland« herausgegebene Onlinemagazin »Supernova«, in dem politische Debatten ausgetragen werden, kritisch auf gesellschaftliche Entwicklungen geblickt und linkes Leben abgebildet wird. Also durchaus Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Denn die Macher*innen haben keinen geringeren Anspruch, als den Journalismus zu retten: links, feminstisch, divers und mit Style. Oder wie sie es auch ausdrücken: Mit der Welt ist es doch so: Wir können sie so lassen, wie sie ist, aber dann ist sie halt Scheiße…
neues deutschland

15:00 Uhr | Renate Dillmann, Der soziale Staat – ein Armutszeugnis im Kapitalismus

Wie der soziale Staat die kapitalistisch produzierte Armut verwaltet und nützlich macht.
Sozialpolitik wird nicht für eine unhinterfragbar gute Errungenschaft moderner Staatlichkeitgehalten , nur weil die »sozial Schwachen« in der »freien Marktwirtschaft« ohne sie kein Auskommen haben. Sie feiern den Sozialstaat nicht dafür, dass er der Garant für den »sozialen Frieden« und die »Nachhaltigkeit« der staatlich etablierten Konkurrenzgesellschaft ist. Weder verurteilen sie die sozialpolitischen Maßnahmen aus der Warte der Betroffenen und Sozialverbände als »unterfinanziert« und »unzureichend«, noch kritisieren sie die aktuelle Sozialpolitik vom Standpunkt der »Leistungs- und Verantwortungsträger« aus Wirtschaft und Politik als »überzogen« und »unbezahlbar«.Sozial­politik in Deutschland ist ein Armutszeugnis über die materielle Lebenslage der Lohnabhängigen, ein notwendig umstrittenes Funktionserfordernis im entwickelten Kapitalismus und zugleich ein Quell für ebenso viele wie falsche Erwartungen an den sozialen Staat.
VSA: Verlag Hamburg

15:30 Uhr | Hajo Funke, Geht Europa nach rechts?

Europawahl im Mai 2019: Weiterer Zulauf für rechte Parteien?.
Inzwischen sind die rechtspopulistischen Bewegungen so stark, dass sie die Parteiensysteme verändern und zu einer wachsenden politischen Instabilität beitragen. Bei der Analyse zu Italien, Frankreich, den Niederlanden, Österreich und Deutschland wurden insbesondere fünf Faktoren berücksichtigt: die sozio-ökonomische Entwicklung im Zuge der Eurokrise, die soziale Ungleichheit und deren Wahrnehmung, die Veränderung der politischen Stabilität des Landes, die Betroffenheit von der Flüchtlingskrise und deren Verarbeitung sowie eine historisch-kulturelle Einflussgröße. Welche Auswirkungen kann die Rechtsverschiebung und die Zunahme der politischen Instabilität in den einzelnen Staaten für die zukünftige Entwicklung der EU haben?
VSA: Verlag Hamburg

16:00 Uhr | Hajo Funke, Kampf um die Erinnerung

NS-Erlösungswahn und Massenmord.
Der weitgehende Konsens über den Zivilisations­bruch wurde nicht erst durch den »Vogelschiss«-Vergleich eines Fraktionsvorsitzenden des Deutschen Bundestages beschmutzt: 80 Jahre nach der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 wird die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus von weit rechts infrage gestellt wie nie zuvor seit den 1950er Jahren. Deshalb ist der Kampf um das Geschichtsbild unumgänglich für den Bestand und die Fortentwicklung der Demokratie in diesem Land. Denn ohne diese Erinnerung gäbe es kein Grundgesetz und keinen sozialen Rechtsstaat. Dass die Erinnerung so umkämpft ist, hängt auch mit der Ideologie des Nationalsozialismus und ihrer fatalen Verankerung in der deutschen Gesellschaft zusammen. Es war die politische Paranoia eines zerstörerischen »Erlösungs«-Antisemitismus und die Faszination für eine neue Herrschaft nach den Krisen der Weimarer Republik, die große Teile der deutschen Bevölkerung in ihren Bann gezogen und nicht nur zur Selbstunterordnung unter das NS-Regime, sondern auch zum Mitmachen bewegt hat. Im Zweiten Weltkrieg organisierte es schließlich eine unvorstellbare Radikalisierung rassistischer Verbrechen.
VSA: Verlag Hamburg

Freitag, 22.3.

11:00 Uhr | Jörn Schütrumpf: Die Mär vom Spartakusaufstand

Der unterschlagene Bericht über die Januar-Unruhen 1919.
Im Januar 1919 greifen Arbeiter in Berlin zu den Waffen. Der vom linken Flügel der Berliner USPD getragene Aufstand wurde von Anfang an der gerade gebildeten KPD zugeschrieben. Sie war für derlei Aktionen allerdings viel zu schwach. Gleichwohl hält sich bis heute die Legende vom Spartakusaufstand. Zu ganz anderen Ergebnissen kommt der Untersuchungsausschuss der verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung über die Januar-Unruhen 1919 in Berlin in seinem Abschlussbericht vom 9. Februar 1921.
Dietz Berlin

11:30 Uhr | Klaus Gietinger, Blaue Jungs mit roten Fahnen

Die Geschichte der einzig wirklich demokratischen und revolutionären Militäreinheit Deutschlands.
Erzählt wird die Geschichte der revolutionären Matrosen, die 1918 in Kiel und auf den Kreuzern meuterten, den Ersten Weltkrieg beendeten, die Revolution in Deutschland hoffähig machten und den Kaiser verjagten. Sie kamen in die Hauptstadt Berlin, um die neue, sozialistisch angemalte Regierung zu schützen und den preußisch-deutschen Militarismus zu zerschlagen. Sie hissten die rote Fahne auf dem Stadtschloss, verhafteten Plünderer und bewachten die Revolution. Schließlich wurden die Blaujacken mit den roten Bändchen gejagt und ermordet. Dabei standen führende Sozialdemokraten nicht nur Schmiere, sondern erließen die Mordbefehle. Klaus Gietinger setzt den Roten Matrosen mit diesem Buch ohne Scheuklappen und ohne Pathos ein Denkmal.
Unrast Verlag

12:00 Uhr | Ludwig Elm: Geschichte eines Historikers

Erinnerungen aus drei deutschen Staaten.
Die Geschichte des Historikers Ludwig Elm ist exemplarisch für einen Gesellschaftswissenschaftler der DDR. Sie umfasst seine Lebensstationen von Kindheit, Schulzeit und Jugendjahren in Thüringen über eine landwirtschaftliche Lehre und ein Studium der Agrar- und danach der Gesellschaftswissenschaften bis zum Professor und zeitweiligen Prorektor für Gesellschaftswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Per Abwicklung wurde er, auch dies exemplarisch, im September 1991 entlassen. Er profilierte sich durch zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte der bürgerlichen Parteien sowie des Konservatismus in Deutschland. Von 1971 bis 1981 war er Mitglied der Volkskammer der DDR und für die PDS 1994 bis 1998 des Bundestags. Er schildert die erlebte Wende von 1989/90 sowie seine Tätigkeit in der Enquete-­Kommission des 13. Deutschen Bundestags zur DDR und gegen die beginnende Militarisierung der bundesdeutschen Außenpolitik. Seit seinem Ausscheiden aus dem Bundestag engagiert er sich neben seiner wissenschaftlichen Arbeit in antifaschistischen Verbänden in den neuen Ländern und auf Bundesebene.
PapyRossa Verlag

12:30 Uhr | Bernd Langer, Die Flamme der Revolution

Die Novemberrevolution 1918 und die Linksradikalen in Deutschland.
Im Jahr 1919 entwickelt sich im Deutschen Reich ein Bürgerkrieg, der nicht als solcher in den Geschichtsbüchern verzeichnet ist. Wie kommt es dazu?
Mit Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 radikalisieren sich die sozialen Verhältnisse. Weil die SPD den Kriegskurs des Kaiserreiches mitträgt, spaltet sich die Partei und es entsteht die Unabhängige Sozialdemokratie. Auftrieb erhält die Antikriegsstimmung durch die Revolution in Russland 1917. Doch erst mit der militärischen Niederlage bricht das Kaiserreich 1918 zusammen, und ein Matrosenaufstand in Kiel wird zum Auslöser der Novemberrevolution. Detailreich und lebendig erzählt Bernd Langer die Geschichte jener Tage, die eine grundlegende politische Weichenstellung bedeuten. Denn die weltweite Spaltung in Kommunistische Parteien mit revolutionärem Anspruch einerseits und eine reformistische Sozialdemokratie andererseits sowie die verhängnisvolle Entwicklung am Vorabend des Faschismus sind ohne die Ereignisse von 1918/19 nicht zu begreifen.
Unrast Verlag

13:00 Uhr | Gudrun Lerchbaum: Wo Rauch ist

Zivilcourage: Buchhändlerin mit MS lässt sich nicht unterkriegen.
Ein für mutige Politreportagen bekannter Journalist stirbt. Olga Schattenberg argwöhnt Mord. Eine Revoluzzerin im Rollstuhl, ein harmoniesüchtiger Grabredner und eine schrullige Straftäterin: Dieses schräge Trio geht auf Wahrheitssuche, während im politisch kriselnden Wien schon gezündelt wird … Moderation: Else Laudan.
Argument Verlag mit Ariadne


13:30 Uhr | Kristina Hänel: Das Politische ist persönlich

Tagebuch einer sogenannten Abtreibungsärztin.
Von einer, die auszog, einen Unrechtsparagrafen zu kippen: Kristina Hänel wurde angeklagt und beschloss, für das Recht auf Information zum Schwangerschaftsabbruch zu kämpfen und gegen den „Naziparagraf“ 219a. In ihrem Tagebuch zeigt die mutige Ärztin, was diese Entscheidung mit sich gebracht hat. Moderation: Emily Laquer.
Argument Verlag mit Ariadne


14:00 Uhr | Jan Ole Arp, Rosa. Die Graphic Novel über Rosa Luxemburg

Der Lebensweg von Rosa Luxemburg neu erzählt.
Seit ihrer Jugend war Rosa Luxemburg davon überzeugt, dass sich die Welt verändern muss. Schon in jungen Jahren kämpfte sie für die Rechte der Arbeiterschaft und die Idee des Sozialismus. Die Graphic Novel "Rosa" von Kate Evans zeigt Luxemburgs intellektuelle Welt und setzt ihre Ideen in den Kontext einer bewegenden Lebensgeschichte. In feinfühligen Bildern wird der historische und biografische Kontext ihres Lebens ausgeleuchtet und ein Einblick in ihr theoretisches Werk gegeben.
Dietz Berlin

14:30 Uhr | Bernd Riexinger, Neue Klassenpolitik

Solidarität der Vielen statt Herrschaft der Wenigen.
Bernd Riexingers – Ko-Vorsitzender der Partei DIE LINKE – ganzes politisches Leben ist mit den betrieblichen und gewerkschaftlichen Entwicklungen, den vielfältigen Kämpfen, Niederlagen und auch Erfolgen der Arbeiter*innenbewegung eng verbunden. Vor diesem Hintergrund entwickelt er einen inklusiven Klassenbegriff: Gegen die Spaltungen und Schwächungen der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaften stellt er das Konzept einer verbindenden Klassenpolitik vor. Es geht um die Neudefinition des Begriffs der Solidarität und die Herausbildung eines politischen Blocks, der für fortschrittliche Politik im 21. Jahrhundert steht. Im Konzept der verbindenden Klassenpolitik sind konkrete Vorschläge zur Neuregulierung der Arbeit und zur Schaffung von humanen und demokratischen Arbeitsbeziehungen enthalten.
VSA: Verlag Hamburg

15:00 Uhr | André Scheer, Che Guevara

Praxis und Theorie im biographischen Kontext.
Ernesto »Che« Guevara ist bis heute eine Legende. Das berühmte Bild des Fotografen Alberto Korda ziert unzählige Devotionalien: T-Shirts und andere Kleidung, Tassen, Rumflaschen, Fahnen und und und. Dennoch ist über seine politischen Ideen zumindest in Deutschland erstaunlich wenig bekannt. Dargestellt wird er zumeist als idealistischer Abenteurer, doch seine Überzeugungen werden entweder kaum beleuchtet oder verkürzt dargestellt. Deshalb ist es trotz unzähliger Publikationen über Che Guevara sinnvoll, auf diese wichtige Persönlichkeit der internationalen sozialistischen Bewegung abermals einzugehen. Dabei geht es André Scheer weniger um die Anekdoten, die über Che kursieren, sondern in erster Linie um seine politischen Positionen und deren Entwicklung im biographischen und im Kontext der jeweiligen Zeit. Zu fragen gilt es zudem, welche Aktualität diese Analysen und Positionen heute noch haben.
PapyRossa Verlag

15:30 Uhr | Volker Hermsdorf: Fidel Castro

Fidel Castro hat sein Land und die Welt verändert.
Er verzichtete auf eine Karriere als Jurist, entschied sich für den Guerilla­krieg und stürzte mit seiner Rebellenarmee 1958/1959 den korrupten Diktator Fulgencio Batista. Als die CIA 1961 eine Invasion organisierte, erklärte er die Kubanische Revolution zu einer sozialistischen. Auf der Weltbühne wurde er zur Stimme der nicht paktgebundenen Länder, unterstützte auch militärisch den Kampf gegen das Apartheid-Regime in Südafrika und entsandte Pädagogen und Mediziner in die entlegensten Teile der Welt. Unverändert aktuell bleibt seine Vision einer gerechteren Gesellschaft für Millionen Menschen im globalen Süden. Volker Hermsdorf schildert die Herausbildung der politischen Persönlichkeit Fidel Castros und beschreibt die Entwicklung dessen Denkens. Castro war zugleich Visionär, pragmatischer Revolutionär, Stratege und Staatsmann, den eine für Politiker ungewöhnliche Einheit von Denken und Handeln auszeichnete. Abschließend folgt die Frage, inwieweit Denkweise und politisches Handeln Fidel Castros auch in Europa nützlich sein könnten.
PapyRossa Verlag

16:00 Uhr | B.-I. Hoff/H. Kleffner,/M. Pichl/M. Renner, Rückhaltlose Aufklärung?

Geheimdienste und Untersuchungs­ausschüsse zwischen Staatsversagen und Staatswohl
Wie viel Kontrolle von Geheimdiensten leisten die Parlamente und ihre Untersuchungsausschüsse? Und wo hat der Schutz des vermeintlichen Staatswohls die Oberhand vor der rückhaltlosen Aufklärung gewonnen? Ein (selbst-)kritisches Resümee. Diskutiert werden die Chancen und Grenzen parlamentarischer Kontrolle und Aufklärungsbemühungen in den drei Geheimdienstskandalen seit der Jahrtausendwende. Dabei geht es um den NSU-Komplex und die massenhafte Kommunikations-Überwachung durch BND und NSA. Im Fokus stehen die NSU-Untersuchungsausschüsse im Bundestag und in ausgewählten Landesparlamenten sowie der NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages. Aber auch der BND-Untersuchungsausschuss zum Fall Murat Kurnaz wird in die Betrachtungen einbezogen. Es wird eine wichtige Lücke gefüllt, um die Hintergründe des offenkundigen Staatsversagens aufzuhellen und denjenigen den Rücken zu stärken, die das Anliegen rückhaltloser Aufklärung mit einem langen Atem weiter verfolgen.
VSA: Verlag Hamburg

16:30 Uhr | Claudia Leonhardt/Felicitas Weck/Katharina Weise, Linke Kommunalpolitik

Für ein besseres Leben vor Ort.
Kommunalpolitik ist ungemein vielfältig, selten langweilig und kann viel bewegen. Sie bringt allerdings auch einige Herausforderungen mit sich. Mit dieser komplett neu verfassten Einführung werden rechtliche und theoretische Grundlagen der Kommunalpolitik und eines kommunalen Mandats sowie das Spannungsfeld zwischen Grenzen und Möglichkeiten dieses Politikfelds aufgezeigt. Anhand aktueller Themenfelder, Beispiele und vieler Verweise stellen die Autorinnen linke kommunalpolitische Handlungsspielräume dar, geben Hinweise zum Weiterlesen und Anregungen zum eigenen linken Agieren in der Kommune – auch damit die eine oder andere »utopische« Idee Realität werden kann!
VSA: Verlag Hamburg

Samstag, 23.3.

11:00 Uhr | nd.Die Woche

Mehr als eine neue Wochenendausgabe.
Seit 20. Oktober 2018 erscheint die Wochenendausgabe der Tageszeitung »neues deutschland« in einem völlig neuen Gewand. Zeit für die Redaktion eine erste Bilanz zu ziehen und einen Ausblick in die Zukunft zu geben. Es war für sie ein Wagnis, über die Wochenendausgabe völlig neu nachzudenken, aus dem Konzept der Tageszeitung auszubrechen, es zu erweitern und diesem Produkt ein neues Gesicht zu geben. Das Layout entspricht stärker dem Charakter einer Zeitung, die das Wochengeschehen analysiert, Hintergründe beleuchtet und als linke Debattenplattform ausgerichtet ist. Es ist modernisiert, aber wiedererkennbar.
neues deutschland

12:00 Uhr | Christine Lehmann: Die zweite Welt

8. März 2019: Anonymer Anruf droht mit Anschlag auf Frauentagsdemo.
Ist die Drohung ernst gemeint? Stecken Rechtspopulisten dahinter? Lisa Nerz mit ihren Kontakten zur Frauenszene wie zur Staatsanwaltschaft muss etwas tun. Aber was? Gemeinsam mit der klugen jungen Muslimin Tuana sucht sie nach dem hasserfüllten Attentäter und trifft überall Groll und Vorurteile an. Moderation: Else Laudan.
Argument Verlag mit Ariadne


12:30 Uhr | André Sebastiani, Anthroposophie

Die Waldorfschule und ihre ideologischen Grundlagen in der Kritik.
Anthroposophische Einrichtungen, ob Waldorfschulen oder Demeter-Höfe, sind etablierter Bestandteil der Gesellschaft. Gleichwohl unterliegt ihre ideologische Grundlage, dargelegt in den zahlreichen Schriften Rudolf Steiners und seiner heutigen Anhänger, seit langem der Kritik. André Sebastiani fasst die Kritikpunkte am anthroposophischen Lehrgebäude zusammen, untersucht ihren Einfluss auf die Politik und wirft einen Blick auf die sogenannten Praxisfelder, auf denen Anthroposophie sich gesellschaftlich niederschlägt: Pädagogik, Medizin und Landwirtschaft.
Alibri Verlag

13:00 Uhr | Rolf Hecker: Springpunkte

Rolf Hecker präsentiert eine Auswahl seiner Beiträge zur Marx-Forschung und »Kapital«-Diskussion.
Seit über 40 Jahren beschäftigt sich Rolf Hecker eingehend mit der Entstehung, Rezeption und Edition von Marx’ Werk. Der Berliner Ökonom und Historiker zeigt, wie Entwicklungs- und Wirkungsgeschichte des »Kapitals« miteinander in Verbindung stehen, und erhellt so Marxens Forschungsprozess. Seine Abhandlungen über Geschichten und Geschichte zum »Kapital« eröffnen einen neuen Zugang zu dem »Springpunkt, um den sich das Verständnis der politischen Ökonomie dreht« (Marx).
Dietz Berlin

13:30 Uhr | Alica Läuger, »da unten«. Ein Aufklärungscomic

Ein Vortrag der aufklärt, warum ein Aufklärungscomic über die weibliche Sexualität notwendig ist.
»da unten« ist ein Aufklärungscomic über Vulven und sogenannte weibliche* Sexualität. Bis heute wird Mädchen* und jungen Frauen* zu wenig über ihre eigene Sexualität beigebracht. Sie* wachsen mit Doppelstandards auf und erleben schon früh Rollenzuschreibungen. "da unten" bietet einen Überblick zu Themen rund um die Vulva an und möchte seine Leser*innen zu selbstbestimmten Entscheidungen empowern. Es wird mit Mythen um die ›Jungfräulichkeit‹ aufgeräumt und über Sex-Positivität, Masturbation und Pornographie gesprochen. Das Buch ist nicht nur für heranwachsende Frauen eine Bereicherung, sondern bietet auch neue Sichtweisen auf Lust, Begehren, Orgasmen und die Vorstellung von ›richtigem‹ Sex für erwachsene Frauen* und hält auch für Jungen* und Männer* wertvolle Informationen bereit.
Unrast Verlag

14:00 Uhr | Tobias Müller, Hier draußen an der Grenze

Repressive Elendsverwaltung auf europäischen Migrationsrouten.
Was nicht nur rechtspopulistische Politiker*innen als »Asyltourismus« denunzieren, bedeutet für jene, die aus verschiedenen Gründen in Europa ein neues Leben beginnen wollen, Erniedrigung und Gewalt, Entbehrung und immer wieder Gefahr für Leib und Leben. Tobias Müllers Reportagen beschreiben die Auswirkungen einer Migrationspolitik, die vor allem repressive Elendsverwaltung betreibt. An verschiedenen Schauplätzen im Norden und Süden, Osten und Westen des Kontinents – von der Nordsee bis nach Lampedusa, von Calais bis nach Tovarnik in Kroatien – reproduziert sich dieser Zustand selbst: Nimmt die Repression an einem Ort besonders zu, verlagert sich das Geschehen an einen anderen, um später zurückzukehren. »Jungles« und Zäune, Polizisten und Soldaten, Volunteers und Schleuser, alle ziehen kreuz und quer durch Europa, als Charakteristika der Routen, die sich beständig ändern. Konstant bleibt nur eines: die extremen Umstände, denen Menschen ausgesetzt sind, die sich dorthin begeben.
VSA: Verlag Hamburg

14:30 Uhr | Werner Rätz, Digitalisierung? Grundeinkommen!

Antworten auf aktuelle Fragen.
Wenn der globale, digitale Kapitalismus das bedingungslose Grundeinkommen auf seine Tagesordnung setzt, dann können die emanzipatorischen Kräfte der Grundeinkommensbewegung nicht einfach zusehen. So hatten das 150 Menschen im »Frankfurter Manifest« für ein emanzipatorisches Grundeinkommen formuliert. Das Buch geht zunächst drei Fragen nach: Wie tut der Kapitalismus das, welche Akteure handeln mit welchen Interessen und wie würde die Realisierung solcher Vorschläge ins gesellschaftliche Gefüge eingreifen? Zweitens wird gefragt, was überhaupt ein emanzipatorisches bedingungsloses Grundeinkommen wäre. Schließlich wird drittens dargestellt, was genau eigentlich als »­Digitalisierung« zu verstehen ist. Erschöpft diese sich in »Arbeit« oder »Industrie 4.0«? Sind die vielfach mit der Entwicklung immer leistungsfähigerer Rechner verbundenen Erwartungen eher Wunsch- oder Albträume? Was darf man als tatsächliche Entwicklung der nächsten Jahre annehmen?
Mandelbaum Verlag

15:00 Uhr | Uwe Hoering, Chinas langer Marsch 2.0

Die Neue Seidenstraßen als Entwicklungsmodell.
China knüpft an die einstige weltpolitische Bedeutung des »Reichs der Mitte« an und entwirft gleichzeitig einen Bauplan zukünftiger Größe. Durch den Ausbau von Verkehrsinfrastruktur, Energieversorgung und Wirtschaftskorridoren zwischen Asien, Afrika und Europa soll ein »neues Goldenes Zeitalter der Globalisierung« eingeleitet werden. Innenpolitisch steht dahinter der Versuch, durch ein Konjunkturprogramm, das von Konzernen voran­getrieben und durch den Staat gefördert wird, das Wachstum innerhalb Chinas aufrechtzuerhalten und die Legitimation der Regierung zu sichern. Außenpolitisch hat Beijing damit zumindest in Asien und Eurasien die Meinungsführerschaft im globalen Entwicklungsdiskurs übernommen. Uwe Hoering zeichnet zentrale Aspekte der ­dadurch ausgelösten Diskurse über Geoökonomie, ­Geopolitik, multipolare Weltordnung, hegemoniale Konkurrenz und Globalisierung nach.
VSA: Verlag Hamburg

15:30 Uhr | Matthias Maschik/Karl-Heinz Gräfe, 100 Jahre ungarische Räterepublik

Die ungarische Räterepublik bestand zwischen dem 21. März und dem 1. August 1919.
Verantwortlich für ihre Ausgestaltung war vor allem der aus Moskau zurückkehrende Béla Kun. Obwohl offiziell nur »Volksbeauftragter für Außenbeziehungen«, entwickelte er die entscheidenden Planungen für die Verstaatlichung von Banken, Betrieben und Gebäuden sowie für eine umfassende Bodenreform. Die Erwartungen waren überzogen; die Umsetzung gelang nicht. Bis heute ist die Geschichte der ungarischen Räterepublik im deutschsprachigen Raum kaum aufgearbeitet. Der vorliegende Band stellt eine übersichtliche Einführung in die Thematik dar. ExpertInnen aus Ungarn, Österreich, der Schweiz, Deutschland und den USA arbeiten das Wissen über die ungarische Räterepublik auf. Dabei werden auch Detailaspekte von der Veränderung des Budapester Stadtbildes während der Räteherrschaft bis zur Beurteilung des Regimes durch Benito Mussolini näher beleuchtet.
Promedia Verlag

16:30 Uhr | Anne Goldmann: Das größere Verbrechen

Ein literarischer Kriminalroman um Versehrung und Ohnmacht.
Selma Sudić hat der Bosnienkrieg beschädigt und zur Einsiedlerin gemacht. Die Wienerin Theres hingegen hat sich ein bürgerliches Leben zurechtgestrickt. Dann wird ihr Kokon mit einem Schlag erschüttert. Ein Mord geschieht und die Vergangenheit dringt ans Licht: das alte Trauma, das eigene Handeln … Moderation: Else Laudan.
Argument Verlag mit Ariadne


Sonntag, 24.3.

11:30 Uhr | Ulrich Schneider, Die Résistance

Antifaschistischer Widerstand in Frankreich 1940-1945.
Wie in anderen unterworfenen Ländern Europas entwickelte sich auch in Frankreich Widerstand gegen die deutsche Besatzungsmacht und gegen die Kollaboration. Der Triumph der Wehrmacht und die Besetzung führten zu einer der schwersten Identitätskrisen des Landes in seiner Geschichte. Es ging somit um mehr als nur um eine militärische Niederlage, es handelte sich um die umfassende politische und moralische Katastrophe einer Nation und um einen kompletten Zusammenbruch jedweder progressiven Perspektive. Doch zugleich markiert dies den Beginn der Résistance gegen die deutsche Okkupation und den Faschismus. Sie gipfelte in der Befreiung von Paris durch französische Einheiten und eröffnete den Weg zur Wiederbelebung eines demokratisch-republikanischen Frankreich nach der Befreiung. Das Buch behandelt nicht nur die Résistance, es stellt auch ausführlich deren Vorgeschichte in den 1930er Jahren dar und geht der Frage nach, wie es überhaupt zur Katastrophe Frankreichs kommen konnte und welche politischen und gesellschaftlichen Kräfte dafür verantwortlich waren.
PapyRossa Verlag

12:00 Uhr | Dick Boer, Wenn nichts mehr stimmt …

Hiob rettet den NAMEN.
Was tun in einer Zeit, in der jede Perspektive auf radikale Veränderung zum Guten abhandengekommen ist? Sollen wir uns mit der Welt, wie sie ist, einfach abfinden? Oder bleiben wir beim Protest gegen eine verkehrte Welt, auch wenn wir damit rechnen müssen, dass es umsonst ist? Eine Antwortsuche im Buch Hiob. Lisa Mangold im Gespräch mit dem Autor.
Argument Verlag mit Ariadne


12:30 Uhr | Winfried Wolf, Kritik der individuellen E-Mobilität

E-Mobilität heißt das neue Zauberwort.
Tesla ist Kult. Winfried Wolf hingegen sieht im Elektroauto nur eine neue Variante zur Intensivierung einer individuellen Auto­mobilität, die für das Klima, die Umwelt und die Städte zerstörerisch ist und jährlich weltweit einen Blutzoll von einer Million Straßenverkehrstoten fordert. Die neue Zauberformel »Elektromobilität« wird Wolf aus drei Gründen in die nächste Sackgasse führen. Erstens, weil unter den gegebenen Bedingungen ein Elektro-Pkw im Lebenszyklus nur maximal 25% weniger CO2 emittiert als ein Benzin- oder Diesel-Pkw. Zweitens, weil Elektroautos meist Zweitwägen sind, die zur Intensivierung des städtischen Verkehrs führen und dabei drei bis vier Mal mehr Fläche beanspruchen als der öffentliche Verkehr. Drittens, weil die damit verbundene zusätzliche Menge an Elektrizität die dringend notwendige Verringerung von Kohlestrom verlangsamt und das Hochfahren der Atomstromerzeugung zur Folge haben wird. Winfried Wolf plädiert eindringlich für die »Wiederentdeckung der Nähe«, die »Stadt der kurzen Wege« und für eine umfassende Förderung des nichtmotorisierten Verkehrs – des Zu-Fuß-Gehens und Radfahrens. Dazu braucht es den Ausbau öffentlichen Verkehrs mit umfassendem Nulltarif.
Promedia Verlag

13:30 Uhr | Lou Marin, Im Kampf gegen die Tyrannei

Gewaltfrei-revolutionäre Massenbewegungen in arabischen und islamischen Gesellschaften.
Die Kriege im Mittleren Osten und in der afrikanischen Sahelzone treffen vor allem ZivilistInnen und zwingen Millionen zur Flucht. Viele Medien stellen als Handelnde nur die bewaffneten Militärs und Milizen dar. Doch in Syrien hat es 2011-2013 eine gewaltfrei-revolutionäre Massenbewegung gegeben und im Sudan ist ein islamistischer Diktator, Numeiri, in den Achtzigerjahren durch eine gewaltfrei-revolutionäre Bewegung gestürzt worden. Das von Buch Guillaume Gamblin, Pierre Sommermeyer und Lou Marin herausgegebene Buch informiert über emanzipatorische soziale Bewegungen in den Herkunftsländern vieler Geflüchteter.
Verlag Graswurzelrevolution

14:00 Uhr | Thomas E. Goes, Klassen im Kampf

Vorschläge für eine populare Linke.
Welche Klassen gibt es im heutigen Kapitalismus und wodurch werden sie bestimmt? Sind alle Lohnabhängigen auch Teil der ArbeiterInnenklasse? Welche strategischen Folgen für mögliche Bündnisse hat das? Wie verhalten sich nationale Klassenverhältnisse und -kämpfe zur Internationalisierung der kapitalistischen Produktion? Was bedeutet das für die Regulierung von Migration? Während andere wie etwa Chantal Mouffe für einen linken Populismus ohne Klassenanalyse werben, plädiert der Autor dafür, die unterschiedlichen Kämpfe miteinander zu verbinden, »populistisch« zu verdichten und so ein populares Bündnis der Ausgebeuteten zu schmieden. Drei theoretische Einsichten sind dafür unerlässlich: Ein solcher »Machtblock von unten« muss ArbeiterInnenklasse, Kleinbürgertum und eine neue lohnabhängige Zwischenklasse umfassen. Hierfür kommt es darauf an, »das Volk« als zentralen strategischen und wissenschaftlichen Begriff für eine emanzipatorische Politik wiederzugewinnen. Dies erfordert ein klares Verständnis darüber, wer die ArbeiterInnenklasse ist, die dieses Bündnis führen kann.
PapyRossa Verlag

14:30 Uhr | Karsten Krampitz: Werk und Wirken von B. Traven

Die Person des B. Traven alias Ret Marut war lange Zeit der große Unbekannte der Weltliteratur.
Anlässlich seines 50. Todestages verbeugen sich die Autorinnen und Autoren des Sammelbandes Der Feuerstuhl vor dem Revolutionär und dem Schriftsteller – und setzen sich mit seinem Werk auseinander. Mitherausgeber Karsten Krampitz stellt einige der sehr unterschiedlichen Perspektiven auf den Autor, seine Bücher und seine Wirkung vor.
Alibri Verlag


© 2019: Die Verlage des Projektes DIE BÜHNE
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Website: Gerd Siebecke, VSA: Verlag Hamburg, St. Georgs Kirchhof 6, 20099 Hamburg