Ulrich Cremer

Neue NATO – neue Kriege?

Zivile Alternativen zur Bundeswehr
Mit einem Vorwort von Dieter S. Lutz

156 Seiten | 1998 | EUR 11.80
ISBN 3-87975-712-7 1

Titel nicht lieferbar!

 

Am 24.3.1999 hat die NATO Luftangriffe gegen Jugoslawien und damit gegen einen souveränen Staat begonnen. Am Einsatz, der ohne UN-Mandat und gegen den ausdrücklichen Widerstand Rußlands erfolgte, ist auch die Bundeswehr beteiligt. Der Rubikon ist überschritten. Dieser Krieg ist der Probelauf für die neue NATO-Strategie: In Zukunft sollen Militäreinsätze auch selbstmandatiert erfolgen können, UN-Mandate nicht mehr erforderlich sein. Die Neue NATO nimmt Konturen an.

Der Hamburger GRÜNEN-Politiker Uli Cremer hat bereits im letzten Jahr ein Buch vorgelegt, das den Siegeszug der Neuen NATO vorhergesagt und kritisch beleuchtet hat. Bereits 1991 hat die NATO ein strategisches Konzept verabschiedet, das sie fit für die neue Epoche machte und auf konkrete Kriegsführung angelegt ist. Militärinterventionen in aller Welt sind möglich, sofern die NATO-Staaten ihre Sicherheitsinteressen bedroht sehen. Uli Cremer analysiert, wie die NATO die UNO als erste Adresse bei der Wahrung der internationalen Sicherheit ausgehebelt und sich selbst immer weiter in den Vordergrund gerückt hat. Entscheidende Stationen: der Bosnien-Krieg und jetzt der Krieg gegen Jugoslawien.

Rezensionen

»Ein sachlicher Diskussionsbeitrag eines rationalen Pazifisten für ein breites Publikum.«
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Inhalt:

Dieter S. Lutz
Dem Frieden dienen
Neue NATO – neue Kriege?
Kapitel 1
Aufstieg und Fall der UNO: Nach 52 Jahren am Ende?
1. Anspruch und Wirklichkeit
Wirtschafts- und finanzpolitische Ohnmacht
Militärische Ohnmacht
Finanzielle Ohnmacht
Der Mythos des »demokratischen Friedens«
Instrumentalisierung der UNO
2. Vom Kalten Krieg zum 2. Golfkrieg
Die UNO im Kalten Krieg
Der 2. Golfkrieg: Feuer frei für die USA
3. Das Somalia-Desaster
4. Das Scheitern der UNO in Ex-Jugoslawien
Kapitel 2
Die NATO – ein wandlungsfähiger Militärpakt
1. Die Nato im Kalten Krieg
Die NATO-Erweiterungen nach 1949
2. Die Geburt der Neuen Nato
Das Alte im neuen strategischen Konzept
Neue Feindbilder und Einsatzgebiete
Neue Aufgaben – neue Mittel
Neue Militärdoktrin
3. Militärische Weltmacht Westeuropa?
Militärische Infrastruktur der Westeuropäischen Union (WEU): Das Eurokorps und eigene Spionagesatelliten
Eigenständige WEU-Operationen geplant
Die WEU – ein Papiertiger?
Combined Joint Task Forces als Kompromiß zwischen Westeuropa und USA
NATO-Kooperationsrat und »Partnerschaft für den Frieden«
Der Euro-Atlantische Partnerschaftsrat (EAPR)
4. Kleine oder große NATO-Osterweiterung?
Die kleine NATO-Osterweiterung
Die Kritik an der NATO-Osterweiterung
Die Grundakte NATO-Rußland
Das russische Militärpotential aus NATO-Sicht
Die westliche Rußland-Politik
Konfrontation oder Zusammenarbeit?
Wer bedroht wen? Die »Risiko-Länder«
Kapitel 3
Vorschläge für eine nicht-militärische Stärkung der UNO
1. Demokratisierung der UNO
Demokratieförderung in den Mitgliedsstaaten
Reform des Sicherheitsrats
Internationale Gerichtsbarkeit
2. Aufwertung der UNO durch nicht-militärische Kompetenzen
3. Wirtschaftliche Steuerung
Das Jugoslawien-Embargo
Der internationale Sanktionshilfefonds
4. Friedenspolitische Einwände gegen Sanktionen
Das Gerechtigkeitsproblem
Das ethische Problem
Das Wagenburg-Problem
Embargo als Legitimation von Krieg
Das Demokratieproblem
5. Positive Sanktionen und Waffenstillstandsüberwachung
Überwachung: Das Blaumützen-Modell
Die Kosten nicht-militärischer Konfliktlösungen
Kapitel 4
Großmacht Deutschland?1. Nationale Interessen und nationale Machtpolitik
2. Die Bundeswehr als Instrument der Außenpolitik
3. Atomare Ambitionen
4. Die Bundeswehr – Dein Freund und Helfer?
Kapitel 5
Die Alternative: Deutschland als internationaler Zivildienstleistender
1. Zivilmacht oder internationaler Zivildienstleistender?
2. Einseitige Abrüstung
3. Ziviler Friedensdienst
4. Die Friedensdividende
Anmerkungen
Literaturempfehlungen

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