Ulrich Brand (Hrsg.)

Lateinamerikas Linke

Ende des progressiven Zyklus?
Eine Flugschrift

120 Seiten | 2016 | EUR 11.00
ISBN 978-3-89965-700-5

 

Kurztext:
Rechte Wahlsiege in Argentinien und Venezuela, die brasilianische und bolivianische Regierung unter Druck. Gibt es noch linke Perspektiven in Lateinamerika? Und was brachten die bisherigen Versuche, auf dem Subkontinent eine andere Politik umzusetzen? Ulrich Brand hat Expert*innen vor Ort befragt und stellt die aktuellen Debatten dar. Ein Beitrag geht der Frage nach, was die europäische Linke von den jüngsten Erfahrungen lernen kann.

Inhalt & Leseprobe:

www.vsa-verlag.de-brand-lateinamerikas-linke.pdf122 K

Mit der Regierungsübernahme durch Hugo Chávez in Venezuela im Jahr 1999 begann ein damals noch kaum zu erahnender politischer und wirtschaftlicher Zyklus, der nach und nach progressive Regierungen linker oder links-liberaler Ausrichtung an die Macht brachte.

Gründe dafür waren die starken sozialen Mobilisierungen der 1990er Jahre gegen neoliberale Politik sowie ein ab 2003 wirksamer Ressourcenboom, der zu hohen Einnahmen der Länder und damit auch der Regierungen führte.

Der aktuelle Einbruch der Ressourcenpreise, aber auch »hausgemachte« Probleme führen dazu, dass das neo-desarrollistische Entwicklungsmodell sich in einer ökonomischen Funktions- und politischen Legitimationskrise befindet. Kritik von links nimmt in den letzten Monaten deutlich zu.

Die Ausprägungen der Krise in den einzelnen Ländern sind dabei sehr unterschiedlich; die von der rechten Opposition formulierten Projekte und deren Machtoption ebenfalls.

Dazu kommt, dass die Antwort der progressiven Regierungen weniger in einer Ausweitung der Demokratie und engeren Bindung an soziale Bewegungen besteht, sondern in einer tendenziellen Stärkung autoritärer Tendenzen wie etwa der Kriminalisierung der linken Bewegungen.

Die Flugschrift enthält Interviews mit  Alberto Acosta, Mónica Baltodano, Edgardo Lander, Camila Moreno, Alejandra Santillana, Maristella Svampa und Luis Tapia sowie einen Beitrag von Tobias Boos und Etienne Schneider.


Der Herausgeber:

Ulrich Brand arbeitet als Professor für Internatio­nale Politik an der Universität Wien.

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