Martin Khor / Sunita Narrain /
Lori Wallach / Manfred Max-Neef u.a.

Konsum. Globalisierung. Umwelt.

Mc Planet.com – Das Buch zum zweiten Kongress von
Attac, BUND und Greenpeace
in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung
und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie
Hrsg. von Marc Engelhardt und Markus Steigenberger

192 Seiten | 2005 | EUR 12.80 | sFr 23.20
ISBN 3-89965-136-7 1

Titel nicht lieferbar!

 

Kurztext: Die Fortsetzung der erfolgreichen Plattform McPlanet.com spannt das Drahtseil zwischen der (Konsum-)Verantwortung der Einzelnen, der Macht der Konzerne und den scheinbaren Grenzen der Politik.

Einen Schlüssel für die Erarbeitung konkreter Alternativen zur neoliberalen Globalisierung bietet der persönliche Konsum. Die "globale Konsumentenklasse", also die zwanzig Prozent der reichen Erdbewohner weltweit, die derzeit noch achtzig Prozent der Ressourcen verheizen, haben es in der Hand, Politik und Konzernen die Richtung vorzugeben.

Ihre Eingriffsmöglichkeiten, aber auch die Erfahrungen aus den Ländern des globalen Südens standen im Mittelpunkt des zweiten Kongresses von McPlanet.com: Im Juni 2005 versammelten sich in Hamburg eineinhalbtausend Menschen aus der Ökologie- und globalisierungskritischen Bewegung zu Vorträgen, Diskussionen und phantasievollen Aktionen. Denn eine Lektion haben Ökos und Attacis inzwischen von den Multis und ihren Werbeagenturen gelernt: dass das Lustprinzip auch bei der Konsumkritik im Vordergrund stehen muss.

Leseprobe 1

McPlanet.com
Ein Wort vorweg

Im Juni 2005 trafen sich zum zweiten Mal anderthalb tausend Menschen zu McPlanet.com, einem Kongress, der diesmal unter dem Motto "Konsum. Globalisierung. Umwelt" stand.[*] Die knapp 100 Seminare, Workshops und Podiumsdiskussionen spannten einen weiten thematischen Bogen von der individuellen Verantwortung des Einzelnen bis zu den komplexen Strukturen globaler Politik. In diesem Buch, das nur eine kleine Auswahl der zahlreichen Beiträge enthält, wollen wir die enorme Bandbreite des Kongresses, seine unterschiedlichen Facetten, aber auch seine Widersprüchlichkeit dokumentieren. Kein leichtes Unterfangen – wir hoffen aber dennoch, dass es uns gelungen ist, einen Hauch der motivierenden Atmosphäre, die McPlanet.com ausgemacht hat, in diesem Buch einzufangen. Dass es McPlanet.com gibt, verdanken wir den fünf Trägerorganisationen, Attac, BUND, Greenpeace, der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Wuppertal Institut, denen wir an dieser Stelle unser Lob und unseren Dank aussprechen möchten. Ebenso unersetzlich war das Büroteam, das die gesamte organisatorische Vorbereitung übernommen hat: Stefan Euen, Wiebke Herding, Anke Merziger, Annemie Lindner, Chrissi Pohl, Eva Horn, Eva Schickling und Jesko Eisgruber. Unser besonderer Dank gilt Kristina Berbig für die unermüdliche Unterstützung bei den Arbeiten an diesem Buch und Daniel Mittler für die vielen inhaltlichen Ideen und Anregungen sowie allen anderen, die zu dem Erfolg von McPlanet.com beigetragen haben. Und: McPlanet.com kommt wieder. Aktuelle Infos zu allen künftigen Projekten sind auf www.mcplanet.com zu finden. Marc Engelhardt (Nairobi), Markus Steigenberger (Berlin), im November 2005

[*] Zum ersten Kongress von McPlanet.com im Juni 2003 siehe das Buch von Walden Bello / Nicola Bullard / Wolfgang Sachs / Vandana Shiva u.a., Die Umwelt in der Globalisierungsfalle. Hamburg 2003.

Leseprobe 2

Marc Engelhardt / Markus Steigenberger
Konsum, Globalisierung, Umwelt. Kurz vor dem 6. Gipfel der Welthandelsorganisation (WTO) in Hongkong im Dezember 2005 läuft die Propagandamaschine der Freihandels-Befürworter auf Hochtouren. Die Botschaft lautet: Es geht um Geld, viel Geld. Und es geht um Geld, das schon bald in unserem Portemonnaie landen könnte. Natürlich nur dann, wenn wir bereit sind, die totale neoliberale Globalisierung zu kaufen – ohne Rückgaberecht. 300 Milliarden Dollar jährlich für die kommenden zehn Jahre verspricht etwa die Weltbank an zusätzlichem Einkommen, wenn die Ziele der laufenden Welthandelsrunde erreicht würden. Immerhin 45% davon fließen angeblich in die Entwicklungsländer. Allerdings müssten dafür die Märkte bedingungslos geöffnet werden, warnen die Banker. Sonst bleibe der warme Geldregen aus. Mehr als zehn Jahre nach Gründung der WTO buhlt die an Zuspruch verlierende neoliberale Clique um Unterstützung. Im Norden wirbt sie mit mehr Wohlstand und Arbeitsplätzen, im Süden mit dem Ende der Armut und mit Chancengleichheit auf dem Weltmarkt. Dass von diesen Versprechungen in der Vergangenheit nicht eine eingetreten ist, wird mit lautstarkem Getöse überdeckt. Zu Privatisierung und Marktöffnung gebe es eben keine Alternative, wiederholen Politiker, Industrielle und der im September 2005 gewählte WTO-Generaldirektor Pascal Lamy in der Öffentlichkeit immer wieder. In den Hinterzimmern werden unterdessen denjenigen Daumenschrauben angelegt, die es in der Vergangenheit gewagt haben, sich den von der Industrie geforderten "Reformen" zu widersetzen. Doch all das kann nicht davon ablenken, dass so viele Menschen wie noch nie genau die Alternativen fordern, die es angeblich nicht gibt. Ein Schlüssel dazu ist der persönliche Konsum. Die "globale Konsumentenklasse", die 20% der reichen Erdbewohner weltweit, die derzeit noch 80% der Ressourcen verheizen, haben es in der Hand, Politik und Konzernen die Richtung vorzugeben. Dass dabei der Konsument des Konsumenten größter Feind ist, wie Bernhard Pötter schreibt, muss dem nicht widersprechen. "Konsumenten-Anstiftung" ist gefragt, die die Suche nach Alternativen zum coolen Lifestyle erhebt und über kurz oder lang die Massen mitreißt. Dass sich das lohnt, zeigt der Blick auf die andere Seite der Medaille. Die "marginalisierte Mehrheit", die 80%, die die Verlierer der neoliberalen Globalisierung sind, leiden ganz unmittelbar unter unseren Konsumentscheidungen. Wer im deutschen Supermarkt Billigblumen aus Kenia kauft, dem Land, das derzeit die meisten Schnittblumen in die EU exportiert, sollte an Daniel Suyangu denken. Der Massai-Bauer hat vom Welthandel ebenso wenig Ahnung wie vom Klimawandel. Aber wenn er auf seine Maisfelder guckt, sieht er die Folgen. Früher, sagt er, kam der Regen zuverlässig zweimal im Jahr. Heute bleiben die Regengüsse oft aus, und die Flüsse führen kaum noch Wasser. Aus Suyangus einstigem Farmland ist eine Halbwüste geworden. Einerseits trocknen wasserintensive Monokulturen wie die Blumenzucht die wenigen Wasseradern des afrikanischen Landes systematisch aus. Zum zweiten fördert der menschengemachte Klimawandel die Ausbreitung der Wüsten – Wissenschaftler stützen die Beobachtungen des Farmers. Der Klimawandel bedeutet für Suyangu eine doppelte Ungerechtigkeit: Obwohl er selbst keine Verantwortung trägt, muss er die Folgen ausbaden. Generell gelten die Entwicklungsländer als besonders vom Klimawandel gefährdet, doch fehlt ihnen das Geld, um sich gegen Überschwemmungen, Unwetter oder Dürren zu wappnen. Viele Europäer und Nordamerikaner wollen nicht glauben, dass viele Farmer in afrikanischen, südamerikanischen oder asiatischen Ländern ersteinmal Subsistenzwirtschaft betreiben wollen – dass sie nicht als bezahlte Lohnkräfte auf riesigen Mango-Farmen schuften, sondern auf eigenem Land ihre Großfamilie mit regionalem Gemüse und Obst versorgen wollen. Für solche Lebensweisen ist in den Standardverträgen der WTO kein Platz. Land ist in den meisten Staaten ein knappes Gut, das dem Meistbietenden zugeschlagen wird und nicht den Bedürftigen. Massai wie Suyangu treiben ihre Viehherden bis heute über weite Strecken durch Kenia und seine Nachbarländer, unabhängig davon, ob das Land jemandem "gehört". Mit Privatisierung lässt sich das kaum vereinbaren. In den Städten hat die Handelsliberalisierung auch Kenias Konsumenten erreicht: Warum einheimische Butter kaufen, wenn neuseeländische oder irische so viel billiger ist? Lokale Bauern klagen darüber, dass sie keine Chance gegen die hoch subventionierten Produkte haben, die auf den heimischen Markt geschwemmt werden. Zunehmend bedrohen auch Billigimporte aus China die ohnehin kleinen afrikanischen Binnenmärkte. Nicht umsonst gehörte die kenianische Regierung 2003 zu denen, die den WTO-Gipfel in Cancún zum Scheitern brachten. Zurück in Nairobi, wurde Kenias Handelsminister wie ein Held gefeiert. Doch ob es nach der Rückkehr aus Hongkong wieder Grund zum Feiern gibt, ist ungewiss. Politischer Druck, gerade auf die neue große Koalition hierzulande und ihren Wirtschaftsminister Michael Glos, wird notwendig sein, um eine weitere Ausbreitung des neoliberalen Dogmas zu stoppen und Alternativen eine Chance zu geben. Zugleich ist es aber an uns, die Alternativen schon heute zu leben. "Wir wollen die Welt verändern", rief Meena Raman bei McPlanet.com in Hamburg einem jubelnden Publikum zu. Dass mehr als 1.500 Menschen ein sonniges Wochenende nicht an der Elbe, sondern bei Diskussionen und Aktionen in stickigen Uni-Räumen verbrachten, fand sie schon an sich ein zukunftsweisendes Zeichen: Die Leute, sagte sie, könnten doch auch was anderes tun, "shoppen gehen zum Beispiel". Dass eine sozial und ökologisch gerechte Gesellschaft direkt mit Konsumentscheidungen zusammenhängt, zeigt sich vor allem in der Debatte über internationale Konzerne. Die Macht großer Konzerne ist unmittelbar mit der wirtschaftlichen Globalisierung verbunden. Schon heute übersteigt die Wirtschaftskraft vieler multinationaler Konzerne die ganzer Staaten. Und ihre Macht wächst weiter: Zwischen 1983 und 1999 sind die Profite der 200 weltweit größten Unternehmen um mehr als 350% gestiegen. Während Multis zugleich Propagandisten und Gewinner der wirtschaftlichen Globalisierung sind, gehören kleine und mittelständische Unternehmen überall auf der Welt zu den Verlierern. Sie können im Kampf um Anteile auf dem liberalisierten Weltmarkt nicht mithalten. Verlierer sind aber auch Staaten und Menschen, die kaum eine rechtliche Handhabe gegen die multinationale Konzernmacht haben. So stoßen Unternehmen auf der Suche nach Profit immer weiter in Urwälder, entfernte Gebirge oder andere Randgebiete vor, um bei wachsender Ressourcenknappheit neue Rohstoffquellen zu finden. Werden diese erschlossen, so sind massive Eingriffe in die Natur und damit einhergehend der Verlust von Biodiversität die Folge: Das gilt für die Holzindustrie genauso wie für die großflächige Landwirtschaft, den kommerziellen Fischfang oder den Abbau von Mineralien. Betroffene vor Ort haben oft nicht die Mittel, sich gegen solchen Raubbau zur Wehr zu setzen. Ihnen fehlt die Unterstützung der Zentralregierung, die von den Unternehmensaktivitäten profitiert; die nötige Öffentlichkeit, um effektiv Druck auszuüben, und der Zugang zum Rechtsweg. Verbraucherpolitik, die Standards setzt, zerstörerische und menschenfeindliche Praktiken wie in "Sweat-Shops" verbietet, ist ein sinnvoller Weg, auf dem Konsumentenmacht für einen Politikwechsel kanalisiert werden kann. Berichte und Qualitätssiegel, die zumindest die Produktionsmethodik offen legen, sind nur ein erster Schritt dorthin. Der auch vom zerstörerischsten Konzern produzierte "Umweltbericht" führt alleine zu gar nichts. Eine wertvolle Lektion allerdings haben Ökos und Attacis inzwischen von den Multis und ihren Werbeagenturen gelernt: dass das Lustprinzip auch bei der Konsumkritik im Vordergrund stehen muss. Filme wie "Supersize me", in dem Filmemacher Morgan Spurlock nur knapp seine einmonatige McDonald’s-Diät überlebt, machen Laune. "Guten Tag, ich will mein Leben zurück" von "Wir sind Helden" hat mehr Menschen aufgerüttelt als die meisten Flugblätter. Und "Adbusting", die Verballhornung konsumvergötternder Hochglanzwerbung, ist inzwischen eine eigenständige Kunstform, die immer mehr Anhänger rund um den Globus findet. Mit solchen Ideen und Idealen, mit Freude und Freunden, mit Spaß und Spannung lässt es sich leichter auch mal verzichten. Etwa auf die von der Weltbank versprochenen Milliarden-Ausschüttungen, die es im Falle unseres erfolgreichen Widerstands nicht einmal theoretisch geben wird.

Leseprobe 3

Kristina Berbig
Bewegungsstimmen

Rund 1.500 McPlanetisten aus mindestens zwei Bewegungen haben in Hamburg drei Tage lang diskutiert, nachgedacht und mitgemacht. Was haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mitgenommen – kurz: was bleibt? Fünf von 1.500 haben wir gefragt: Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung; die Wirtschaftsgeographin Monika Dittrich; Christoph Bautz von Attac; Rudi Remm, Energie-Experte beim Bund Naturschutz in Bayern und den Sozialwissenschaftler Karsten Schulz. Waren sie beeindruckt von McPlanet.com?

Barbara Unmüßig: Beeindruckt war ich von der überwältigend hohen Anzahl der jungen Besucherinnen und Besucher. Zu spüren war der Hunger nach Informationen, politischen Analysen und Orientierung. Die Forderung nach politischer Einmischung wurde in allen Plenardebatten überdeutlich; alle hatten den Wunsch, dies bewegungsorientiert zu tun. Das motiviert. Christoph Bautz: Das wichtigste in meinen Augen ist, dass mit McPlanet Organisationen miteinander kooperieren, die früher jeweils ihr eigenes Süppchen geköchelt haben. Das ist zum einen ein Schritt, eine gespaltene und gemeinsam wenig handlungsfähige Umweltbewegung zu überwinden. Durch den Brückenschlag zur globalisierungskritischen Bewegung kommt außerdem eine zentrale inhaltliche Erkenntnis hinzu: Dass Ökologie und soziale Gerechtigkeit sich gegenseitig bedingen. Rudi Remm: Gefehlt haben mir politische Visionen: Was kann ein Parlament machen, was ist für Firmen umsetzbar – mir ist die strategische Debatte wirklich abgegangen. Konzepte sind natürlich auch nicht immer einwandfrei, aber sie hätten da sein müssen. Es war vieles zu unverbindlich. Ich glaube, die Menschen hier brauchen neben Information auch feste Orientierungspunkte. Monika Dittrich: Mein Eindruck hier ist, dass so manches in der Diskussion stagniert, weil an alten Feindbildern festgehalten wird. Beispielsweise werden IWF, Weltbank und WTO ziemlich pauschal verurteilt, anstelle genau zu schauen, wo entwicklungspolitische Ansätze auf globaler Ebene sinnvoll sind und was konkret an diesen Institutionen hinderlich ist. Anstelle die Akteure so stark in den Blick zu stellen, sollte man meiner Ansicht wieder stärker auf die strukturellen Zusammenhänge schauen. So kommt man auch leichter wieder aus der Resignation raus, die ich bei verschiedenen Teilnehmern und Teilnehmerinnen hier beobachte. Christoph Bautz: Ich finde, es werden mehr und mehr Menschen wieder aktiv, die ihre rebellischen Zeiten in den 1970er und 80er Jahren hatten und dann die Hoffnung in politische Veränderung verloren haben. Sie schöpfen wieder neuen Mut und lassen die unpolitischen Neunziger hinter sich. Karsten Schulz: Auf McPlanet fand eine globale Reflexion von Konsum statt – das ist gut und wichtig, aber ich meine, wir sollten unser praktisches Handeln mehr auf regionale Strukturen beziehen: Dinge reparieren anstatt Defektes durch Neues zu ersetzen. Selber Gemüse züchten, Marmelade kochen und den Kochlöffel schwingen, anstatt alles zu kaufen und sich bedienen lassen.

Auf McPlanet.com war viel von der Macht des Verbrauchers die Rede. Wie weit her ist es denn aus Ihrer Sicht mit dieser Macht?

Barbara Unmüßig: Die Verbrauchermacht kann zuschlagen, dafür gibt es viele Beispiele. Sie kann kurzfristig große Absatzeinbußen für einzelne Produkte auslösen. Langfristige Verhaltensänderungen sind offensichtlich nur schwer zu erzielen. "Geiz ist geil"-Kampagnen und die Tatsache, dass VerbraucherInnen sich mehr am niedrigen Preis denn an der Qualität orientieren und soziale und ökologische Kriterien bei Kaufentscheidungen kaum eine Rolle zu spielen scheinen, stimmen mich hier nicht optimistisch. Verbraucher-, Landwirtschafts-, Technologie- und (internationale) Wirtschaftspolitik sind also gefragt, wenn es darum geht, ein ressourcenleichtes, gesundes, faires, tierschutzorientiertes Produzieren und Konsumieren auf den Weg zu bringen. Die Nachfrage alleine wird es nicht richten. Christoph Bautz: Die letzten Jahre Umweltbewegung haben gezeigt, dass das Verbraucherverhalten großer Bevölkerungsteile durch Überzeugungsarbeit allein wenig verändert werden kann. Da ist die Umweltbewegung bis auf wenige Ausnahmen ziemlich gescheitert. Wichtiger ist es, die politischen Rahmenbedingungen so zu ändern, dass umweltfreundliches Verhalten sich auch über den Geldbeutel bezahlt macht – Stichwort Ökosteuer. Dafür müssen wir die politischen Mehrheiten organisieren. Gleichzeitig braucht es auch eine kritischere Haltung zur Konsumgesellschaft. Da muss sich kulturell was ändern. Wenn es cool ist, konsumkritisch zu sein, reagieren auch die jungen Leute. Monika Dittrich: Ich glaube, dass in manchen Diskussionen auf dem Kongress das Potential der Verbraucher hinsichtlich einer globalen Veränderung überschätzt wird. Die Mehrheit kauft nun mal so ein, dass sie möglichst wenig ausgibt. Außerdem ist der Glaube, in jedem stecke ein Gutmensch, der nur von der Richtigkeit der fairen und ökologischen Produkte überzeugt werden müsse, um sein Einkaufsverhalten zu ändern, problematisch: Menschen sollen sich meiner Ansicht auch für nicht-ökologische Produkte entscheiden können, solange sie in der Summe ein bestimmtes Maß an ökologischer Belastung nicht überschreiten. Und sie sollen für nicht-ökologische Produkte dann auch den richtigen, das heißt vor allem: den vollständigen Preis bezahlen. Bislang werden noch zu viele Kosten auf die Allgemeinheit, auf Entwicklungsländer oder auf die Umwelt abgewälzt: Die Preise geben falsche Anreize, das gilt es zu ändern.

Wie weiter nach McPlanet.com? Haben sich Umwelt- und Globalisierungsbewegung jetzt endgültig gefunden?

Christoph Bautz: Umweltschützer beginnen zu realisieren, dass die Menschen sich nur um eine heile Umwelt sorgen, wenn sie in gesicherten Verhältnissen leben. Hartz IV belastet große Bevölkerungsteile mit Abstiegssorgen und wirft Menschen in Armut zurück. Die werden sich kaum für Ökologiethemen mobilisieren lassen. Globalisierungskritiker dürfen dagegen die Endlichkeit der Ressourcen des Planeten nicht aus dem Auge verlieren, wenn sie auf keynesianische Politikkonzepte für mehr Wachstum und Arbeit setzen. Rudi Remm: Es ist eine Wende zu spüren – die Medien nehmen im Vergleich zu früher die komplexen Themen differenzierter auf. Der Zusammenhang von Öl und Krieg zum Beispiel hat vor ein paar Jahren niemanden interessiert, jetzt ist er in aller Munde. Ich habe allerdings den Eindruck, dass in der Umweltbewegung die Bereitschaft gesunken ist, sich mit solchen Themen zu beschäftigen. Stattdessen viel grüner Naturschutz, wenig internationale Politik – alles, was nicht national ist, wird verdrängt. Es ist ein starker Rückzug in den eigenen Reihen spürbar. Barbara Unmüßig: Die konzeptionellen Widersprüche zwischen den Bewegungen müssen viel stärker ausgetragen werden. Viele Forderungen aus den Reihen der globalisierungskritischen Bewegung sind nicht öko-tauglich. Die Debatte zur Überwindung von Nord-Süd-Ungerechtigkeit ist viel zu sehr durch klassische modernisierungstheoretische Überlegungen geprägt. Umgekehrt setzen sich die Umweltorganisationen viel zu wenig mit den (welt)wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen auseinander. Ohne deren Verständnis kann es aber keine gemeinsamen Aktionen und Interventionen zugunsten einer ökologisch und sozial gerechten Welt geben, ist globaler Klimaschutz oder der Schutz der biologischen Vielfalt nicht wirklich möglich. Umweltorganisationen sollten insgesamt wieder stärker lernen, ihre Basis zu mobilisieren und in ökologischen Fragen Macht- und Interessengegensätze zu benennen. Letzteres kann die globalisierungskritische Bewegung besser. Monika Dittrich: Sie sind auf dem Weg! Eine zentrale Herausforderung ist, dass die Preise so sein sollen, dass sie für alle Produkte gleichermaßen vollständig die ökologischen und entwicklungspolitischen Folgekosten integrieren. Christoph Bautz: Generell gibt es sowohl bei der Umwelt- als auch bei der globalisierungskritischen Bewegung das Problem, dass viel zu viele Dinge auf einmal angegangen werden. Damit gräbt man sich häufig gegenseitig das Wasser ab.

Inhalt:

McPlanet.com
Ein Wort vorweg (Leseprobe)
Marc Engelhardt / Markus Steigenberger
Konsum, Globalisierung, Umwelt (Leseprobe)

global & (un)gerecht


Wolfgang Sachs / Tilman Santarius
Der Aufstieg der transnationalen Verbraucherklasse
Sunita Narain
Die Herausforderungen neu definieren
Ailun Yang
Konsum und Nachhaltigkeit – eine chinesische Sicht
Manfred A. Max-Neef
Vom Wissen zum Verstehen: Wege und Alternativen

konsumiert & verführt


Bernhard Pötter
Selbst schuld!
Norbert Bolz
Das konsumistische Manifest
Stefan Flothmann
Verbrauchermacht wählt Marken ab
Margarita Tsomou
Adbusting: Der Bildersturm des 21. Jahrhunderts
Gisela Burckhardt / Gerrit Bopp
Tchibo und Textilarbeiterinnen in Bangladesch – Jede Woche eine neue Welt?

gehandelt & verkauft


Lori Wallach
WTO: Es geht nicht um Handel
Martin Khor
WTO-Regeln und Millenniums-Entwicklungsziele
Jürgen Matthes
Ist Lokalisierung die Alternative?
Barbara Unmüßig
Kultur contra Freihandel
Shailendra Yashwant
McIndia: Eine satirische Reportage aus der Indien GmbH und Co. KG
Andy Bichlbaum
Dow sagt "Ja" zu Bophal

natürlich & wertvoll


Meena Raman / Marc Engelhardt
Mutter Erde verkaufe ich nicht
David Eli
Die Tradition besteht fort – Fischfang in Ghana damals und heute
Philipp Hersel
Kapital aus dem Norden für Umwelt und Entwicklung im Süden?
Gabi Bott
Tiefenökologie: Handeln aus dem Herzen

Klimaschutz – zwischen Trittbrett und Verantwortung


Thorben Becker
Klimakiller mit Umweltbericht – Das Beispiel Vattenfall
Bernd Brouns
Ökologie und Gerechtigkeit im globalen Klimaschutz
Jörg Haas
Zeit für KyotoPlus!

abgeschlossen & vorwärtsorientiert


Martin Rocholl
Gemeinsam einmischen statt einsam konsumieren
Gerd Leipold
Gerechtigkeit, Demokratie und Verbrauchermacht
Oliver Moldenhauer
Umwelt muss wieder links werden
Zum Schluss: Action!
Kristina Berbig
Bewegungsstimmen (Leseprobe)
Die Autorinnen und Autoren

Autorenreferenz

Andy Bichlbaum gründete 1999 zusammen mit Mike Bonanno die Yes Men. Als Witzbold-Aktivisten imitieren sie hochrangige Vertreter großer Konzerne und Organisationen und haben sich auf diesem Weg Zugang zu wichtigen Konferenzen oder Fernsehshows verschafft. Sie wollen die Multis mit ihren eigenen Waffen schlagen und die üblen Aspekte von freiem Handel damit parodieren. Zu ihren bekanntesten Aktionen gehörten die Imitation von hohen Vertretern der WTO wie auch des Großkonzerns Dow Chemicals. Andy Bichlbaum ist von Beruf Programmierer und 41 Jahre alt. Norbert Bolz, Jahrgang 1953, studierte in Mannheim, Heidelberg und Berlin Philosophie, Germanistik, Anglistik und Religionswissenschaften. Er verfasste seine Dissertation über die Ästhetik Adornos und habilitierte über "Philosophischen Extremismus zwischen den Weltkriegen". Von 1992 bis 2002 Lehrstuhl für Kommunikationstheorie am Institut für Kunst- und Designwissenschaften der Universität GH Essen. Seit 2002 ist er Universitätsprofessor an der TU Berlin, Institut für Sprache und Kommunikation, Fachgebiet Medienwissenschaft. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. "Das konsumistische Manifest" (2002). Gabi Bott, Jahrgang 1960, schloss nach ihrem Studium der Landespflege eine Ausbildung in Tiefenökologie u.a. bei Joanna Macy ab. Sie ist Yogalehrerin und freiberuflich im Bildungsbereich tätig. Sie engagiert sich in der Initiative "Aufbruch – anders besser leben" (www.anders-besser-leben.de) und bietet u.a. Seminare an zum Thema "Handeln aus dem Herzen", die tiefe Ökologie in sich entdecken. Zur Zeit organisiert Gabi Bott ein tiefenökologisches Trainingsjahr (gabibott@siebenlinden.de; www.tiefenoekologie.de; www.oekodorf7linden. de). Bernd Brouns studierte Umwelt- und Kulturwissenschaften und ist seit 2000 am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie tätig. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen u.a. auf der Analyse und Fortentwicklung internationaler Klimapolitik sowie der Debatte um "Ökologie & Gerechtigkeit". Er koordinierte zudem die Arbeitsgruppe "Klima" des Forums Umwelt & Entwicklung deutscher Nichtregierungsorganisationen (2002-2004), in deren wissenschaftlichem Beirat er nun Mitglied ist. Gisela Burckhardt, Dr., geb. 1951, ist freie Gutachterin und Trainerin. Sie arbeitete in Nicaragua (1981-84) für das United Nations Development Programme (UNDP), in Pakistan (1985-86) im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und in Äthiopien (1999-2001) für das Institut für Internationale Zusammenarbeit des Deutschen Volkshochschul-Verbands (IIZ/DVV). Sie ist seit 2001 Vertreterin der Frauenrechtsorganisation Terre des femmes (TDF) im Trägerkreis der Kampagne für "Saubere" Kleidung. David Eli absolvierte eine Lehrerausbildung und studierte Kunst in Ghana. Nach seiner Ausbildung arbeitete er als Sozialarbeiter. Er besuchte zahlreiche Seminare und Workshops zum Thema der internationalen und lokalen Fischerei, veröffentlichte Artikel und hielt Vorträge. Zur Zeit arbeitet er für den Verband Technical Services for Community Development. Marc Engelhardt ist Journalist und Autor ("Umwelt: Verhandelt und verkauft", AttacBasistexte 8, mit Markus Steigenberger, Hamburg 2003). Der Diplom-Geograph und langjährige BUND-Sprecher für internationale Umweltpolitik lebt und arbeitet seit 2004 als freier Afrika-Korrespondent in Nairobi. Er schreibt an einer Dissertation über Bürgerhaushalte und Stadtplanung. Stefan Flothmann studierte Biologie an den Universitäten Düsseldorf und Kiel mit dem Schwerpunkt Meeres- und Fischereibiologie. Seit 1994 arbeitet er für Greenpeace, zunächst als Meerescampaigner, seit 1997 im Gentechnikbereich. Seit 1999 ist er Bereichsleiter für Gentechnik, Chemie und Landwirtschaft und Mitglied des Führungsstabs von Greenpeace Deutschland. Im Jahr 2000 übernahm er zudem die Verantwortung für die Weiterentwicklung des EinkaufsNetzes, der Verbraucherbewegung von Greenpeace. Stefan Flothmann leitet seit vielen Jahren auch internationale Greenpeace-Projekte und ist seit 2002 Mitglied im Aufsichtsrat von Greenpeace Indien. Jörg Haas studierte Geographie mit dem Schwerpunkt Landschaftsökologie und Entwicklungsländer in Trier und absolvierte ein Aufbaustudium am Seminar für ländliche Entwicklung in Berlin. Von 1990 bis 1992 arbeitete er im Auftrag der GTZ in Ecuador und von 1993 bis 1997 im Lateinamerikareferat der Heinrich-Böll-Stiftung in Köln. Derzeit ist Jörg Haas Referent für Ökologie und Nachhaltige Entwicklung und Koordinator der abteilungsübergreifenden Projektgruppe Rio+10 der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin. Philipp Hersel, Jahrgang 1972, hat Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre in Berlin und Brighton studiert. Er ist Geschäftsführer der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Umwelt und Entwicklung (BLUE 21) und bearbeitet dort insbesondere die Folgen von Kapitalverkehrsliberalisierung und Verschuldung für die Entwicklungschancen in den Ländern des Südens. Von 2000 bis 2005 vertrat er BLUE 21 im bundesweiten Koordinierungskreis von Attac-Deutschland und arbeitet in der AG Finanzmärkte von Attac mit. Martin Khor ist Direktor des Third World Network, einem Netzwerk von NGOs in Entwicklungsländern. Als Ökonom lehrte er an der Universität von Malaysia und verfasste zahlreiche Bücher und Artikel zu Handels-, Entwicklungs- und Umweltthemen. Martin Khor war Vorsitzender der UN-Expertengruppe für Entwicklung der von der UN eingesetzten Kommission für Menschenrechte. Er ist Ehrenmitglied der Verbraucher-Assoziation in Malaysia und Vorstandsmitglied des International Forum on Globalization. Gerd Leipold ist seit 1982 für Greenpeace aktiv; seit 2001 leitet er die Arbeit von Greenpeace International. Der 52jährige, aus München stammende Physiker engagierte sich früh bei Greenpeace-Aktionen: So startete er im August 1983 als Pilot des Heißluftballons Trinity von Westberlin aus in die DDR, um gegen die Atomwaffentests der vier damaligen Besatzungsmächte zu protestieren. Gerd Leipold übte verschiedene ehrenamtliche Funktionen für Greenpeace aus und war als Mitarbeiter, Trainer und Berater für Greenpeace International und zahlreiche nationale Greenpeace-Büros tätig. Unter anderem leitete er bei Greenpeace International die Abrüstungskampagne und koordinierte über 50 internationale Schiffsaktionen auf See. Vor seiner Greenpeace-Zeit studierte er Physik, Meteorologie und Ozeanographie und arbeitete als Physiker am Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie im Bereich Klimaforschung. Jürgen Matthes studierte Volkswirtschaftslehre in Dortmund und Dublin. Seit Dezember 1995 arbeitet er am Institut der Deutschen Wirtschaft als persönlicher Referent des Direktors. Seit 2000 ist er im Arbeitsbereich "Neue Ökonomie" und seit 2003 im Bereich "Internationale Wirtschaftspolitik" tätig. Er befasst sich mit den Themen Globalisierungsdiskussion, Entwicklungspolitik, Welthandelspolitik, internationales Finanz- und Wechselsystem, Wirtschaftspolitik in einzelnen Ländern und Corporate Governance und Kapitalmarkt. Manfred Max-Neef schilderte 1981 in seinem Buch "Erfahrungen in der Barfuß-Wirtschaft" sein Leben als Ökonom unter den Armen Südamerikas. Im gleichen Jahr gründete er in Chile das "Center for Development Alternatives". Den Right-Livelihood-Preis erhielt er 1983. Nach dem Ende der Pinochet-Diktatur kandidierte er 1993 als grüner Kandidat für die Präsidentschaft. Heute ist er Professor am Institut für Wirtschaft der Universidad Austral de Chile. Oliver Moldenhauer, Dipl.-Phys., Jahrgang 1970, hat nach einigen Jahren als Wissenschaftler am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung Attac mitbegründet und ist seitdem Mitglied des bundesweiten Koordinierungskreises. Inhaltlich ist er in den Attac-AGs Welthandel und Wissensallmende aktiv (siehe auch "Wissensallmende", AttacBasistexte 15, mit Sebastian Bödeker und Benedikt Rubbel, Hamburg 2005). Er hat an zahlreichen Protestaktionen teilgenommen (Castor, Genua, Evian, etc.), war 1988-2002 Mitglied der Grünen und ist seit 1989 Mitglied des BUND. Sunita Narain ist Direktorin des Centre for Science and Environment in Neu Delhi und der Society for Environmental Communications. Vierzehntägig gibt sie das Magazin "Down To Earth" heraus. Zusätzlich ist sie Mitglied in vielen weiteren Organisationen und Regierungskomitees, wie z.B. IUCN – The World Conservation Union, dem Stockholm Environment Institute und dem UNDP Civil Society Organizations Committee. Bernhard Pötter, Jahrgang 1965, ist Umweltredakteur bei der "tageszeitung" in Berlin. Seit 1993 schreibt er dort über Umwelt- und Verbraucherthemen. Im Dezember erscheint im oekom verlag sein Buch zum Thema: "König Kunde ruiniert sein Land". Meena Raman ist Vorsitzende von Friends of the Earth International, Generalsekretärin von Friends of the Earth Malaysia und Mitglied im Third World Network. Nach ihrem Jurastudium gründete sie die erste Anwaltskanzlei für öffentliches Recht in Malaysia und kämpfte gegen multinationale Unternehmen, schützte Indigene, die Biodiversität und Bodenschätze. Sie war Gründungsmitglied von E-LAW, einem weltweiten Netzwerk von Umweltjuristen. Martin Rocholl ist Vorsitzender von Friends of the Earth Europe und stellvertretender Sprecher des AK Internationale Umweltpolitik des BUND. Er war von 1998 bis 2005 Direktor des FoEE Büros in Brüssel und arbeitet heute als freier Berater für Umwelt- und Europapolitik, NRO-Management und Umweltprojekte in Berlin. Nach dem Biologiestudium war er als Molekularbiologie und Rundfunkjournalist tätig. Seit über 25 Jahren ist er in lokalen, nationalen und internationalen Umweltorganisationen engagiert und hat Projekte in den Bereichen Verkehr, Waldsterben, Klimawandel, Gentechnik und nachhaltige Stadtentwicklung (Forum Vauban, Freiburg) geleitet. Er ist Gründer des globalen Umwelt- und Entwicklungsnetzwerks A SEED (Action for Solidarity, Equality, Environment and Development) und war 1997/98 Leiter der bundesweiten Kampagne des Deutschen Naturschutzrings zur Ökologischen Steuerreform. Wolfgang Sachs studierte Soziologie und Theologie. Seit 1993 arbeitet er als Wissenschaftler am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Von 1993 bis 2001 war er Aufsichtsratsvorsitzender von Greenpeace Deutschland. 1999 bis 2001 war Sachs Mitglied des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Seit 1998 ist er im Fachbeirat Süd der Heinrich-Böll-Stiftung und koordinierte die internationale World Summit 2002 Memorandum Gruppe der Heinrich-Böll-Stiftung. Am Wuppertal Institut ist er Leiter des Querschnittprojektes "Globalisierung und Nachhaltigkeit". Seine Arbeitsschwerpunkte liegen auf den Bereichen Globalisierung und Nachhaltigkeit, Nord-Süd-Beziehungen und Neue Wohlstandsmodelle. Markus Steigenberger, Jahrgang 1975, studierte Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Politik und Jura in Marburg und Paris. Er volontierte von 2003-2004 beim oekom Verlag und arbeitet heute als Referent für internationale Umweltpolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zu den Schwerpunkten Klimapolitik und Globalisierung. Margareta Tsomou ist Kulturwissenschaftlerin und Aktivistin in Hamburg und Lüneburg. Sie arbeitet zum Themenkomplex Kultur & soziale Bewegungen und ästhetische Interventionspraktiken. Zur Zeit lebt und arbeitet sie als Veranstalterin in Athen. Barbara Unmüßig studierte Politikwissenschaften an der FU Berlin. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin der Aktion Dritte Welt e.V. in Freiburg, der Abgeordneten Uschi Eid und des Abgeordneten Ludger Volmer im Deutschen Bundestag. Von 1991 bis 1992 leitete sie die Projektstelle UNCED des BUND und des DNR (Deutschen Naturschutzring) zur Vorbereitung der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro. Barbara Unmüßig war 1992 Gründungsmitglied und bis 2002 Sprecherin des Forums Umwelt & Entwicklung und 1993 Gründerin und bis 2002 Geschäftsführende Vorstandsvorsitzende von WEED, außerdem im Jahr 2000 Gründungsmitglied des Deutschen Instituts für Menschenrechte. Seit 2002 ist sie Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung. Lori Wallach, geboren in Wisconsin, ist Rechtsanwältin in den USA und spezialistiert auf Handelsrecht. Sie ist Direktorin von Public Citizen, der von Ralph Nader gegründeten größten Verbraucherschutzorganisation der Welt, und dort auch Leiterin von Global Trade Watch. Sie war maßgeblich beteiligt an der Organisation der Proteste gegen die dritte WTO-Ministerkonferenz 1999 in Seattle. Ailun Yang studierte Finanz- u. Wirtschaftswesen und Soziologie in Shanghai und London und schrieb 2004 ihre Magisterarbeit zu dem Thema "the globalization of Greenpeace". Sie hat unter anderem im Finanzsektor gearbeitet und ist heute Campaingerin für Klima und Erneuerbare Energien bei Greenpeace China. Sie lebt in Guangzhou und ist für das Projekt "Wind Guanghzhou" verantwortlich. Shailandra Yashwant ist Fotograf, Schriftsteller und Journalist und veröffentlicht seine Fotos, Artikel und Essays in führenden indischen Zeitungen und Magazinen. Er war Mitglied in verschiedenen Umweltinitiativen in Indien und Südostasien. Seit Jahren arbeitet er mit Überlebenden des Chemieunglücks in Bhopal zusammen, um Dow Chemicals zur Säuberung der immer noch gesundheitsschädigenden ehemaligen Pestizidfabrik von Bhopal zu zwingen. Der Bhopal-Experte arbeitet als Kampagnendirektor bei Greenpeace Indien.

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