Joachim Rock / Ulrich Schneider (Hrsg.)

Der verrückte Sozialstaat

Zwischen Leistungsverweigerung und Symbolpolitik

176 Seiten | Frühjahr 2012
EUR 14.80 | sFr 23.50
ISBN 978-3-89965-446-2

 

Kurztext: In Deutschland gibt es keinen sozialen Kahlschlag. Wir erleben den systematischen Umbau des Sozialstaates zu Gunsten der Mitte der Gesellschaft. Die Armen gehen leer aus.

Der Um- bzw. Abbau des Sozialstaates der vergangenen Jahre wird meist mit Begriffen wie Ökonomisierung und Neoliberalismus beschrieben. Das – so die Autorinnen und Autoren dieses Bandes – ist nicht ausreichend. Tatsächlich handelt es sich um eine Diversifizierung der Sozialpolitik. Wir erleben eine fortschreitende Marginalisierung der Marginalisierten im Interesse der so genannten Leistungsträger der Gesellschaft.

Diese Neuverteilung der sozialen Leistungsansprüche zu Gunsten der einkommensstärkeren Gruppen geht mit einer Ausweitung der staatlichen Kontrolltätigkeit insgesamt einher. Der Wandel in Richtung eines "aktivierenden" Staates bzw. eines "Gewährleistungsstaates" ist verbunden mit einem "sehr differenzierten Abwurf von Ansprüchen" (Ulrich Schneider).

Diese These wird am Beispiel verschiedener Politikfelder im Detail belegt. Behandelt werden Armuts-, Arbeitsmarkt-, Familien-, Kinder- und Jugendpolitik, Alterssicherung, Krankenversicherung, Migration, Pflegeversicherung sowie Engagementpolitik.

Die Autorinnen und Autoren liefern nicht nur Analysen. Sie entwerfen Alternativen und entwickeln damit Bausteine für eine gerechtere Sozialpolitik.

Die Herausgeber
Joachim Rock ist Leiter Soziale Sicherung und Europa beim Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e.V. in Berlin. 2010 erschien von ihm bei VSA: "Wohlfahrt im Wettbewerb. Europarecht kontra Daseinsvorsorge und soziale Dienste?" Ulrich Schneider ist Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands. Letzte Buchveröffentlichung: "Armes Deutschland. Neue Perspektiven für einen anderen Wohlstand", München 2010.

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