Mohssen Massarrat

Braucht die Welt den Finanzsektor?

Postkapitalistische Perspektiven

304 Seiten | 2017 | EUR 24.80
ISBN 978-3-89965-725-8

 

Kurztext: Der gegenwärtige Finanzsektor ist für die wachsende Einkommensungleichheit und viele anderen Miseren in der Welt maßgeblich verantwortlich. Hat er aber überhaupt positive Funktionen für die Menschheit?

Inhalt & Leseprobe:

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Die Krise seit 2008 hat eindrucksvoll die Dominanz des Finanzmarktes bewiesen. Ist es vermessen zu sagen, dass die Menschheit mit einer neuen Formation des Kapitalismus konfrontiert ist. Sie unterscheidet sich auf jeden Fall grundsätzlich von dem Kapitalismus, den Marx seinerseits analysierte.

In der klassischen Analyse wurde Macht als eine selbstständige Kategorie vernachlässigt. Sie ist jedoch für das Verständnis der Geschichte des Kapitalismus, aber auch der Gegenwart, zentral. Die krankhaft irrationale Reichtumskonzentration unserer Zeit ist das Ergebnis einer unvorstellbaren Machtakkumulation.

Der Autor arbeitet die Bedeutung der Macht an Hand der kapitalistischen Entwicklung seit der Industrialisierung heraus. Er zeigt, wie sehr Macht als verborgene Hand der Reichen und Herrschenden den Inhalt und die Ausrichtung kapitalistischer Gesellschaften in ihrem Interesse bestimmt. Imperialismus und Finanzmarktkapitalismus können so als Resultat der Verschmelzung von Macht und kapitalistischer Maschinerie präziser analysiert werden.

Während das Kapital die Grundlage der Wertschöpfung darstellt, übernimmt Macht in der kapitalistischen Geschichte wie ein roter Faden die Funktion der Umverteilung von den Besitzlosen zu den Vermögenden, von den armen zu den reichen Gesellschaften. Im Finanzmarktkapitalismus ist unter der Regie des Neoliberalismus der Versuch erkennbar, die Massenarbeitslosigkeit, den Verschuldeten Staat, den Sozialabbau und die Vermögenskonzentration strukturell zu institutionalisieren.

Hier ist eine Klassenallianz aus Großkonzernen, Immobilien- und Ressourceneigentümern akribisch bestrebt, sämtliche Regierungen kapitalistischer Länder und globale Institutionen unter eigener Kontrolle zu halten und jegliche System überschreitende Reformen im Keime zu ersticken.

Mohssen Massarrat fragt nach Auswegen: Wie kann der Finanzmarktkapitalismus überwunden werden, welche Voraussetzungen müssen postkapitalistische Verhältnisse erfüllen, damit sie den kapitalistischen eindeutig überlegen sind und welche Wege bieten sich für gewaltfreie Veränderungen an?


Aus dem Inhalt:


Der Autor:
Mohssen Massarrat ist Professor für Politikwissenschaft (Politik und Wirtschaft) im Ruhestand an der Universität Osnabrück, lebt heute in Berlin und arbeitet mit im Wissenschaftlichen Beirat von Attac.

Quelle: http://www.vsa-verlag.de/nc/buecher/detail/artikel/maechtiger-reichtum/