30. November 2017 Frankfurt a.M. | 19:00 Uhr | Bürgerhaus Bockenheim, Schwälmerstr. 28

Alle reden vom Kapitalismus – wir auch!

Ulrich Duchrow (Professor für systematische Theologie an der Universität Heidelberg) stellt sein neues Buch Mit Luther, Marx & Papst den Kapitalismus überwinden vor, Frank Deppe (Professor für Politologie an der Universität Marburg) und Pfarrerin Jutta Jekel (Hoffnungsgemeinde in Frankfurt) kommentieren, Franz Segbers (Universität Marburg) moderiert.
Die Thesen von Ulrich Duchrow: Luther lehnt den Frühkapitalismus als System ab. Genau deshalb lobt Karl Marx den Reformator Martin Luther als »ersten deutschen Nationalökonom«. »Akkumuliert, akkumuliert, akkumuliert – das ist Moses und die Propheten«, so fasst Marx den Wachstumszwang des Kapitalismus zusammen. Die kapitalismuskritische Dimension der Reformation wurde in all den Feierlichkeiten kaum bedacht. Für Luther war der Frühkapitalismus ein »weiter Stall von großen Dieben« und diese Diebe sind Mörder, weil sie den Menschen die Nahrung rauben. Das gleiche sagt heute Papst Franziskus mit seinem Wort »Diese Wirtschaft tötet«. So fasst der Papst die mörderische Unmenschlichkeit des Kapitalismus zusammen und dringt auf die Überwindung einer Gesellschaftsordnung, die den Profit über den Menschen stellt. Der Kapitalismus hat eine große Legitimationskrise, weil er Menschheit, andere Mitgeschöpfe und die Erde insgesam in eine immer gefährlichere Krisen stürzt. Zwei seiner schärfsten Kritiker waren Luther und Marx, deren Anklagen von Papst Franziskus zugespitzt werden.
Eine gemeinsame Veranstaltung von Martin-Niemöller-Stiftung, Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen und der Leserinitiative Publik-Forum e.V.

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