VSA: liest mit, stellt aus und unterstützt #verlagegegenrechts!

Auch in diesem Jahr sind der VSA: Verlag und die Zeitschrift Sozialismus wieder mit einem eigenen Stand [Halle 5, Gang E, Stand 408] auf der Leipziger Buchmesse vom 14. bis 18. März vertreten. Und der VSA: Verlag beteiligt sich an »Leipzig liest« – mit Veranstaltungen auf Die Bühne, auf weiteren Foren und Studios auf der Messe sowie in der Stadt. Anlässlich des 200. Geburtstag von Karl Marx präsentieren wir zudem die Ausstellung: »DAS KAPITAL in Farbe«.

Außerdem unterstützen der VSA: Verlag und die Zeitschrift die Initiative #verlagegegenrechts, die auf der Messe mit Veranstaltungen und auch sonst aktiv sein wird: »Wir nehmen die Präsenz völkischer, nationalistischer und antifeministischer Verlage nicht wort- und tatenlos hin. Und werden wie in den letzten Jahren Protest organisieren, wo immer wir auf sie treffen.«

Mittwoch, 14. März 2018 | 19:00 Uhr | Liebknecht-Haus, Braustr. 15

Während der gesamten Messezeit und auch danach bis zu Karl Marx’ Geburtstag am 5. Mai präsentiert der VSA: Verlag in den Räumen des Liebknecht-Hauses der Leipziger LINKEN die Ausstellung DAS KAPITAL in Farbe. Gezeigt werden Tafeln mit Zeichnungen aus dem gleichnamigen JARICOMIC. Vorgefeiert wird der 200. Geburtstag von Marx, dessen Opus Magnum – das Original wurde übrigens vor 150 Jahren in Leipzig im Handsatz gesetzt und auf einer Schnellpresse in einer Auflage von 1.000 Exemplaren gedruckt – nun in Farbe vorliegt. Grund genug, dies alles angemessen zu würdigen. Zur Vernissage am Vormesse-Abend laden ein:
VSA: Verlag Hamburg | DIE LINKE Leipzig
19:00 Uhr | Ort: Liebknecht-Haus, Braustr. 15 | 04107 Leipzig

Donnerstag, 15. März 2018 | 13:30 Uhr | Die Bühne [Stand E 402, Halle 5]

Eberhard Schultz
Feindbild Islam und Institutioneller Rassismus
Der autoritäre Hochsicherheitsstaat im permanenten Ausnahmezustand.
Eberhard Schultz stellt unter Rückgriff auf seine Erfahrungen als Menschenrechtsanwalt die bedrückende historische Kontinuität und neue Dimensionen eines systematischen Abbaus demokratischer Rechte seit den Anschlägen am 11. September 2001 in New York dar. Unter dem Vorwand der Bekämpfung von Terrorismus hat sich eine besondere Form des Rassismus immer deutlicher auch in den Institutionen festgesetzt. Eine wesentliche Rolle spielt der »institutionelle Rassismus« in der heute vorherrschenden Form antimuslimischer Ressentiments, die in der politischen Klasse, in der Mitte der Gesellschaft, bei selbsternannten Eliten und am rechten Rand wuchern. Letztlich kann nur durch verstärktes Engagement zivilgesellschaftlicher Akteure und die Vernetzung antirassistischer Kräfte verhindert werden, dass Rassismus sich in offener Gewalt entlädt.

Donnerstag, 15. März 2018 | 15:00 Uhr | Sachbuchforum [Stand C 200, Halle 5]

Alexander Häusler
Völkisch-autoritärer Populismus – der Rechtsruck und die AfD

Zentrale politische Merkmale und Herausforderungen des aktuellen Rechtsrucks.
Alexander Häusler geht unter anderem den Verästelungen des rechtspopulistischen Mediennetzwerks und dessen Unterstützerschaft nach. Zur Sprache kommen außerdem folgende Aspekte:

  • Rechtsruck oder rechte Normalisierung?
  • Die Besetzung der sozialen Frage
  • Neue »Arbeiterpartei« von rechts?
  • Die Netzwerke der AfD
  • Für Volk und Vaterland? Rechte Rekrutierungsräume
  • Mut zur Wahrheit? Die publizistische Achse
  • Wiederkehr des Verdrängten?

Donnerstag, 15. März 2018 | 16:00 Uhr | Die Bühne [Stand E 402, Halle 5]

Alexander Häusler: Neue soziale Bewegung von rechts?
Wie kommt es zum Aufstieg der rechten »Mut«-Bürger?
Die AfD erreicht mit sozialpopulistischen und rassistischen Parolen zunehmend prekarisierte Wählermilieus und bindet enttäuschte Nichtwähler*innen und ehemalige Wählermilieus der LINKEN und der SPD an sich. Sie betreibt einen rechten Kulturkampf, der einhergeht mit einer Normalisierung von völkisch-nationalistischem Gedankengut. Die AfD ist dabei in erster Linie bloßer Profiteur der Krise politischer Repräsentation. Ihr Spiel mit Ängsten und Ressentiments ist deshalb wirkungsvoll, weil es Halt, Zugehörigkeit und emotionale Auffangbecken für angestaute Wut über unverstandene abstrakte Herrschafts- und Konkurrenzverhältnisse vermittelt. Deshalb reicht es von linker Seite auch nicht aus, sich mit bloßen Gegenprotesten an den AfD-Provokationen abzuarbeiten.

Donnerstag, 15. März 2018 | 16:30 Uhr | Die Bühne [Stand E 402, Halle 5]

Björn Allmendinger, Joachim Fährmann,
Klaudia Tietze: Von Biedermännern und Brandstiftern

Rechtspopulismus in Betrieb und Gesellschaft.
Auch Gewerkschaftsmitglieder gehörten zu den Wähler*innen der AfD, die im September 2017 mit 12,6% in den Bundestag einzog. Warum wirkt der Rechtspopulismus bei Arbeitnehmer*innen? Viele Menschen fühlen sich von der herrschenden politischen Klasse nicht mehr vertreten. Durch die fortschreitende Prekarisierung werden immer mehr Kolleg*innen vom regulären Arbeitsmarkt ausgegrenzt. Auch die Entwicklung in Richtung einer digitalen Gesellschaft (Industrie 4.0) schürt Abstiegsängste. Gewerkschaften müssen diese Sorgen aufgreifen und zugleich ihre Kernthemen vorantreiben: betriebliche Mitbestimmung, Teilhabe und Anerkennung, gute Arbeit mit gerechten Löhnen und eine Rente, die zum Leben reicht. Und es geht um die Verteidigung gewerkschaftlicher Grundwerte wie Solidarität, kulturelle Vielfalt und Chancengleichheit. Darüber sprechen die drei Herausgeber*innen Björn Allmendinger (bis Mitte April Studienleiter im Bildungszentrum HVHS Hustedt), Joachim Fährmann (IG Metall Wolfsburg) und Klaudia Tietze (Geschäftsführerin des Vereins »Mach meinen Kumpel nicht an!«).

Donnerstag, 15. März 2018 | 18:00 Uhr | Linxxnet, Bornaische Str. 3d

Alexander Häusler: Völkisch-autoritärer Populismus
Mit dem Einzug der AfD in den Bundestag einher geht ein politischer Rechtsruck in Deutschland: Als erklärte Partei gegen das »rot-grün-versiffte 68er-Deutschland« formiert sich die AfD als parlamentarisches Standbein eines völkisch-autoritären Populismus. Im Vortrag und in der anschließenden Diskussion werden dessen zentralen politischen Merkmale erläutert und die Herausforderungen des aktuellen Rechtsrucks diskutiert.
Ort: Linxxnet, Bornaische Str.  3d, 04277 Leipzig

Donnerstag, 15. März 2018 | 19:00 Uhr | Felsenkeller, Karl-Heine-Str. 32

Foto: picture alliance

Björn Allmendinger, Joachim Fährmann, Klaudia Tietze
Von Biedermännern und Brandstiftern

Die Themen, die auf »Die Bühne« nur gestreift werden konnten, werden auf dieser Abendveranstaltung ausführlicher diskutiert. Denn gezielt sucht die AfD die Konfrontation mit Parteien und Organisationen, die sich in der Tradition der Arbeiterbewegung verorten. Exemplarisch steht hierfür etwa der Slogan »Das neue Rot der Arbeitnehmer ist Blau«, welcher von der Interessengemeinschaft der »Arbeitnehmer in der AfD« (AidA) verbreitet wird. Jürgen Pohl, Gründer des »Alternativen Arbeitnehmerverbandes Mitteldeutschland« (ALARM!), forderte auf einer Veranstaltung der AfD am 1. Mai 2017 in Erfurt unverblümt, »den Tag der Arbeit aus den Händen der Arbeiterverräter [zu] entreißen« und »den Kampf für einen solidarischen Patriotismus« weiter voranzutreiben. Nicht wenige Kolleg*innen fühlen sich von derartigen Slogans durchaus angesprochen. Dagegen muss ein gewerkschaftlicher Diskurs über den Umgang mit und Handlungsmöglichkeiten gegen Rechtspopulisten in Betrieb und Gesellschaft entwickelt werden.
Ort: Felsenkeller, Karl-Heine-Str. 32, 04229 Leipzig

Freitag, 16. März 2018 | 14:30 Uhr | Sachbuchforum [Stand C 200, Halle 5]

Thomas Kuczynski und Jürgen Bönig: Das Kapital – die Neue Textausgabe
Eine neue »Kapital«-Ausgabe, die Marx vorschwebte, die er aber nicht mehr realisieren konnte
Die Ausgabe basiert auf jenem sorgfältigen Vergleich der zweiten deutschen und der französischen Ausgabe des »Kapital«, den Marx gefordert hat, aber nicht mehr vornehmen konnte. Er war der Auffassung, dass er in der französischen Edition »manches Neue zugesetzt und vieles wesentlich besser dargestellt habe«, dass die Ausgabe daher »selbst von Lesern zu Rate gezogen werden (sollte), die mit der deutschen Sprache vertraut sind«, und er verlangte, »dass der Übersetzer stets sorgfältig die zweite deutsche Auflage mit der französischen vergleicht, da die letztere viele wichtige Änderungen und Ergänzungen enthält«. Der Vorzug der Ausgabe ist ihre Lesefreundlichkeit.

Freitag, 16. März 2018 | 14:30 Uhr | Die Bühne [Stand E 402, Halle 5]

Hajo Funke: Sicherheitsrisiko Verfassungsschutz
Staatsaffäre NSU, V-Mann-Desaster & was daraus gelernt werden muss.
Der Mord an Generalbundesanwalt Siegfried ­Buback im April 1977, das Oktoberfestattentat 1980, die Mordserie des NSU, das Attentat von Anis Amri am 19. Dezember 2016. What’s next? Die Kette an Vertuschungen, Blockaden, Schwärzungen und bewussten Vernichtungsaktionen von zentralem Archivmaterial macht den NSU-Fall zu einem politischen Skandal des Verfassungsschutzsystems in der Bundesrepublik. »Es gab und gibt eine im Untergrund agierende gewalttätige Naziszene – einen realen ›Nationalsozialistischen Untergrund‹, der weiter existiert‹, wird der Berliner Politologe und Extremismus-Experte Hajo Funke nicht müde zu betonen.« (Kontext Wochenzeitung)

Freitag, 16. März 2018 | 15:30 Uhr | Die Bühne [Stand E 402, Halle 5]

Jana Seppelt u.a.: Der Aufstand der Töchter
Gemeinsam staatlich organisierte prekäre Beschäftigung überwinden!
Was tun, wenn sich eine öffentliche Einrichtung mit Tariflöhnen zu einer bösen Stieftochter mit Dumpinglöhnen verwandelt? Was tun, wenn bisher betriebsinterne Tätigkeiten über Werkverträge fremd vergeben werden? Was tun, wenn der Ton härter wird und die Angstmache zunimmt? Was tun, wenn der Lohn nur noch die Hälfte des Lohns des direkten Kollegen beträgt und jetzt schon klar ist, dass die Rente nicht zum Leben reicht? Jahrelang haben die Beschäftigten des Botanischen Gartens Berlin, einer 100%igen Tochter der Freien Universität, unter derartigen Zuständen gearbeitet und sich in einer 20monatigen Tarifbewegung den Anschluss an den Flächentarifvertrag zurückerkämpft. Auf dem Weg zu gleichem Lohn für gleiche Arbeit haben die Aktiven sich gewerkschaftlich organisiert, Bündnisse mit Studierenden, Personalvertretungen, ASten und vielen Berliner Beschäftigten in ähnlicher Situation geschmiedet und gemeinsame Strategien erarbeitet. Sie haben über den Tellerrand geschaut und zusammengehalten.

Freitag, 16. März 2018 | 16:00 Uhr | Die Bühne [Stand E 402, Halle 5]

Thomas Kuczynski im Gespräch mit Jürgen Bönig
über die neue Textausgabe des »Kapital«

Warum Marx’ Opus magnum in einer neuen Textfassung?
Diese Frage beantwortet der Herausgeber Thomas Kuczynski im Gespräch mit dem Hamburger Historiker  Jürgen Bönig. Die Ausgabe basiert auf jenem sorgfältigen Vergleich der zweiten deutschen und der französischen Ausgabe des »Kapital«, den Marx gefordert hat, aber nicht mehr vornehmen konnte. Er war der Auffassung, dass er in der französischen Edition »manches Neue zugesetzt und vieles wesentlich besser dargestellt habe«, dass die Ausgabe daher »selbst von Lesern zu Rate gezogen werden (sollte), die mit der deutschen Sprache vertraut sind«, und er verlangte, »dass der Übersetzer stets sorgfältig die zweite deutsche Auflage mit der französischen vergleicht, da die letztere viele wichtige Änderungen und Ergänzungen enthält«. Der Vorzug der Ausgabe ist ihre Lesefreundlichkeit.

Freitag, 16. März 2018 | 16:30 Uhr | Die Bühne [Stand E 402, Halle 5]

Michael Ramminger und Helge Meves
Das gemeinsame Erbe von Christen und Marx

»Alle Verhältnisse umzuwerfen ... und die Mächtigen vom Thron zu stürzen.«
Ist es nicht gewagt, den kategorischen Imperativ von Marx mit einer Zeile aus dem »Magnificat« des Lukas-Evangeliums zusammenzubringen? Wenn anlässlich des 200. Geburtstages von Marx aus christlicher und theologischer Perspektive auf ein gemeinsames Erbe verwiesen wird, dann gibt es dafür gute Gründe: Gerechtigkeitstraditionen in der Bibel und bei Marx, Analogien zwischen dem Fetischbegriff und der biblischen Götzenkritik. Hinzu kommt die Praxis der religiösen und katholischen Sozialisten, Allianzen von Christ*innen und Marxist*innen in den Befreiungsbewegungen in Lateinamerika, Afrika, Asien und auch Europa. Allen gemeinsam geht es um solidarischen Umgang mit Migra­tio­n, gegen soziale Ungleichheit, Krieg und die Zerstörung des Planeten Erde – und um die Überwindung des Kapitalismus. Michael Ramminger und Helge Meves erinnern daran, dass Karl Marx’ Einsichten wichtige Voraussetzung von praktischer Kritik waren und sind – gerade auch für Christ*innen.

Freitag, 16. März 2018 | 17:00 Uhr | Sachbuchforum [Stand C 200, Halle 5]

Hajo Funke: NSU – rückhaltlose Aufklärung?
Über eine Staatsaffäre NSU und das V-Mann-Desaster.
Der NSU konnte auf ein Netzwerk an Unterstützern zurückgreifen; der Verfassungsschutz war den rechten Mördern durch V-Männer zum Greifen nah, ohne das Nötige getan zu haben. An der Aufklärung hapert es seit langem, denn der NSU-Skandal ist kein Einzelfall: Verstrickungen samt beteiligten Verfassungsschützern gibt es seit über 50 Jahren, ohne dass es bis heute zu einer Reform an Haupt und Gliedern gekommen wäre. Weder ist der Mord an Siegfried Buback 1977, das Oktoberfestattentat 1980 noch das Totalversagen der Sicherheitsbehörden im Fall Anis Amri 2016 aufgeklärt.

Freitag, 16. März 2018 | 19:00 Uhr | Liebknecht-Haus, Braustr. 15

Thomas Kuczynski und Jürgen Bönig: Das Kapital | Neue Textausgabe
Thomas Kuczynski und Jürgen Bönig setzen das Gespräch über die neue Textausgabe am Abend im Liebknecht-Haus der Leipziger LINKEN fort. Dabei kommt auch zur Sprache, dass der Herausgeber zugleich ein Projekt verwirklichte, das zwar im damaligen Marx-Engels-Institut in Moskau in Angriff genommen worden war, aber nach dessen Schließung (1931) nie realisiert wurde. Zudem fließen in das Gespräch Erkenntnisse ein, die Jürgen Bönig über den reellen »Produktionsprozess des ›Kapital‹« in Hamburg und Leipzig vor mehr als 150 Jahren gewonnen und in seinem Buch Karl Marx in Hamburg dargestellt hat.
Ort: Liebknecht-Haus, Braustr. 15, 04107 Leipzig

Freitag, 16. März 2018 | 19:00 Uhr | Horns Erben, Arndtstr. 33

Michael Ramminger, Helge Meves und Dick Boer
Das gemeinsame Erbe von Christen und Marx

Wenn der Lutherische Weltbund, der Reformierte Weltbund 2004 in Accra, die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Busan 2013 und Papst Franziskus einmütig den Götzendienst im Kapitalismus kritisieren, dann verwenden sie eine Grundkategorie der Kapitalismuskritik bei Marx. Beschrieben wird mit dem Begriff Götzendienst der Sachverhalt, dass ein Gegenstand von Menschen hergestellt und verehrt wird, dieser sich aber verselbständigt und Macht über den Menschen gewinnt. Götzendienst ist also eine Form der Herrschaft über den Menschen. Marx kritisiert eben dies. Deshalb möchten die Herausgeber und Autor*innen des Buches Alle Verhältnisse umzuwerfen ... und die Mächtigen vom Thron zu stürzen Karl Marx anläßlich seines 200. Geburtstages ehren. Michael Ramminger, Helge Meves und Dick Boer werden das genauer begründen.
Ort: Horns Erben, Arndtstr. 33, 04275 Leipzig

Samstag 17. März 2018 | 14:00 Uhr | Die Bühne [Stand E 402, Halle 5]

Frank Deppe: 1917 | 2017
Revolution & Gegenrevolution.
Frank Deppe stellt die Oktoberrevolution in den Zusammenhang des langen Revolutionszyklus, der mit der Französischen Revolution im Jahr 1789 eröffnet wurde und mit dem Sieg der Bolschewiki 1917 (schließlich auch mit der chinesischen Revolution) immer wieder die Frage nach der Bedeutung der »Großen Revolutionen« bzw. der »Leitrevolutionen« für die Entwicklung der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft aufgeworfen hat. Der Zyklus des Aufstiegs und Niedergangs der Sowjetunion wird im Kontext der großen weltpolitischen und weltgeschichtlichen Widerspruchskonstella­tio­nen des 20. Jahrhunderts untersucht. Was Revolution in den Ländern des entwickelten Kapitalismus heute heißen kann, auch darüber wird Frank Deppe sprechen.

Samstag 17. März 2017 | 15:00 Uhr | Die Bühne [Stand E 402, Halle 5]

Antonia von der Behrens, Anna Luczak und Alexander Hoffmann
Kein Schlusswort

Die Plädoyers im NSU-Prozess.
Der Prozess um die Morde von Angehörigen und Unterstützer*innen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) am Münchener Oberlandesgericht dauert mittlerweile über 400 Verhandlungstage. Im November 2017 begann mit den Plädoyers der über 90 Nebenkläger*innen und ihrer Anwält*innen auch eine Abrechnung mit dem gebrochenen Aufklärungsversprechen der Bundeskanzlerin. Denn die bohrenden Fragen der Betroffenen blieben bislang unbeantwortet: Wie erfolgte die Auswahl der Opfer? Wie groß war das an den Morden und Anschlägen beteiligte Unterstützernetzwerk? Wie konnte der NSU überhaupt entstehen? Diesen und anderen Fragen gehen Antonia von der Behrens, Anna Luczak und Alexander Hoffmann im Gespräch mit der Journalistin Heike Kleffner nach. Sie berichten über ein Buch, in dem die Plädoyers von vier vom NSU-Terror Betroffenen und acht Nebenklagevertreter*innen im NSU-Prozess veröffentlicht sind.

Samstag 17. März 2017 | 16:30 Uhr | taz-Studio [Stand H 408, Halle 5]

Antonia von der Behrens und Alexander Hoffmann: Kein Schlusswort
Die Plädoyers im NSU-Prozess.
Antonia von der Behrens und Alexander Hoffmann gehören zu den Anwält*innen der Nebenkläger*innen, die den Münchner NSU-Prozess aktiv mitgestaltet haben. Sie berichten im Gespräch mit dem taz-Redakteur Konrad Litschko über die bisherigen mehr als 400 Verhandlungstage und machen deutlich, dass das von Bundeskanzlerin Angela Merkel abgegebene Versprechen nach rückhaltloser Aufklärung gebrochen wurde. Ein Fokus liegt auf der Frage, was die Sicherheitsbehörden – insbesondere der Verfassungsschutz – wusste und warum seitens des Staates nicht eingegriffen wurde.
Ort: taz-Studio [Stand H 406a, Halle 5]

Quelle: http://www.vsa-verlag.de/leipziger_buchmesse_2018/messe_leipzig/