Dieter Prokop

Der Medien-Kapitalismus

Das Lexikon der neuen kritischen Medienforschung
Aktualisierte Neuauflage 2002

360 Seiten | 2002 | EUR 20.40 | sFr 36.00
ISBN 3-87975-870-0

 

Dieter Prokop hat sein Buch vor allem mit Blick auf den Zusammenbruch des Kirch-Imperiums und die Veränderungen unter den größten Medienkonzernen (den Global Players) der Welt aktualisiert.


Ein verständlich geschriebenes Lexikon, das zeigt, wie die Medien heute funktionieren, im Guten wie im Schlechten. Dieter Prokop ergreift Partei für populäre Kreativität und Aufklärung.

Der Medien-Kapitalismus wirft viele Fragen auf:
Warum gibt es die Medien? Warum gibt es Werbung? Warum sehen Menschen fern? Sind Einschaltquoten ein Spiegel der Publikumsbedürfnisse? Was macht Medienprodukte populär? Wie frei sind die Medien politisch und ökonomisch? Werden die Medien durch supranationale Konzerne gleichgeschaltet? Wie stark ist die Wirkung der Medien?

Gemeinhin wird unter Medienforschung nur Marketing, PR und Zielgruppenforschung für die Werbung verstanden. Dieses Buch versteht sich als Plädoyer gegen die Konzentration der Medienforschung auf die Manipulation der Konsumenten. Prokop zeigt die Ansätze einer unabhängigen und kritischen Medienforschung, die Menschen vor allem als handelnde Bürger sieht. Auch unter kapitalistischen Bedingungen gibt es populäre Kreativität und Aufklärung – sie muss bewahrt und gefördert werden.

Der Autor:
Dieter Prokop ist seit 1989 Professor für kritische Medienforschung an der Universität Frankfurt. Davor war er ab 1980 freier Fernsehjournalist, u.a. im Bereich Innenpolitik des ZDF. Er publizierte viele Bücher über Massenmedien.

Inhalt:

Vorwort

Die Politik
Pauschale Toleranz
Globalisierung
Modern, Neoliberal, Traditionalistisch, Sozial, Demokratisch
Gegenreform, Postfordismus, Angstgesellschaft
Blutbad
Kriegsberichterstattung, Opfer-Bilder
Praktischer Positivismus als erfolgreiches medienkulturelles Muster
Gerechter Krieg überall. Eine Satire

Die Gesellschaft
Wandel, Entstehung
Informationsgesellschaft, Postindustrielle Dienstleistungsgesellschaft, Wertewandel, Postmoderne
Aktivierung der Menschen
Zielgruppen, soziale Milieus, Individualisierung
Public Journalism
Selbstbeobachtung der Gesellschaft durch Medien
Funktionen
Komplexität
Kritische Theorie
Öffentlichkeit, Kreativität der »Massen«, rationaler Diskurs
Human Interests
Menschenrechte, richtiges und falsches Bewusstsein
Lebendiges im »falschen Bewusstsein«
Multikultur, Machtkampf mittels Opfer-Mythen. Eine Polemik

Die Wirtschaft
Digitales Zeitalter, Interaktives Multimedia
Internet, Web-Fernsehen, Pay-Internet, E-Commerce
Intelligenter Agent, Gläserner Mensch
Größte kommerzielle Fernsehkanäle in Deutschland. Einige Daten
Kommerzielles Fernsehen
Werbung. Einige Daten
Werbung, Oligopol-Kapitalismus
Einschaltquoten
Öffentlich-rechtliches Fernsehen
Meritorisch
Emotionalität des Bilds
Regulierung, Deregulierung, Gewerbefreiheit, Meinungsfreiheit
Charts
Formatradio
Kulturindustrie
Network-System in USA
Deregulierung in USA
Global Players, Größte Medienkonzerne der Welt. Einige Daten
Medien-Oligopol-Kapitalismus
Neue Freiheit durch Web-Fernsehen
Problempunkte beim Welt-Medien-Oligopol
Monopol
Streit zwischen einem Neoliberalen und einem sozialen Demokraten. Eine Geschichte

Das Publikum
Medienpublikum. Einige Daten
Rationalität und Vernunft des Publikums
Zappen
Glück
Tiere auf dem Fernseher
Grenzen, Grenzüberschreitung
Populäre Universen, Sicheres Spiel mit dem Unvertrauten
Gesellschaftlicher Druck, Ventilsitten
Ichstarke Grenzerweiterung
Vielseher
Leiden
Tränen
Fantasiearbeit zwischen Realitätstüchtigkeit, regressivem Tanz und Formalisierung
Lachen
Wirkungen von Gewalt
Gewalt-Chip
Notwendigkeit von Regulierung trotz geringer Medienwirkung
Wirkungen von Werbung
Markengierige Fernseh-Kids
Akzeptanz von Werbung
Warum Medienwirkungsforschungs-Cowboys Rinderherden durch Gatter treiben. Eine Satire

Die Produkte
Erfolgreiche Medienprodukte. Einige Daten
Erfolgreiche und postmoderne Produktstruktur, Ebenen der Gestaltung
Ich schau dir in die Augen, Kleines
Lindenstraße
Simulation, Fraktale, Viren
Waren, Gebrauchswert, Tauschwert
Warenästhetik
Disneyworld
Kult, Fetischcharakter
Erfolgreiche medienkulturelle Muster, entmystifiziert
und materialistisch erklärt
Liebe als erfolgreiches medienkulturelles Muster
Super-Sein
Action
Welt-Medienkultur, Subjektwerdung im Falschen, Verachteten
Pedantisches und Utopisches am Maschendrahtzaun. Ein Versuch

Die Praxis
Pianist im Mozartstüberl
Kreative Kräfte, Produktivkräfte, Produktionsverhältnisse
Produktivkräfte in Popmusik und Techno
Pool-System, Package-Deal-System
Fernsehproduktion. Einige Daten
Fernsehjournalismus
Sachbezogenheit des Fernsehjournalismus
Popularität des Fernsehjournalismus
Klarheit des Fernsehjournalismus
Praxisnahe Wissenschaft – fast unmöglich. Ein realistischer Blick

Literatur
Lexikon-Stichwörter und Index


Lexikon-Stichworte u.a.:
Aktivierung des Publikums, Blutbad, Charts, Deregulierung, Digitales Zeitalter, Disneyworld, E-Commerce, Einschaltquoten, Erfolgreiche medienkulturelle Muster, Fantasiearbeit, Fernsehjournalismus, Formatradio, Gewalttätigkeiten, Globalisierung, Global Players, Human Interests, Individualisierung, Informationsgesellschaft, Interaktives Multimedia, Internet, Kirch-Konzern, Kommerzielles Fernsehen, Kriegsberichterstattung, Lachen, Leiden, Liebe, Lifestyle, Medien-Oligopol-Kapitalismus, Öffentlichkeit, Opfer-Mythen, Pay-Internet, Popmusik, Populäre Universen, Postindustrielle Gesellschaft, Postmoderne Produktionskosten erfolgreicher Medienprodukte, Produktstruktur, Praxis, Privatfernsehen, Rationalität des Medienpublikums, Regulierung, Selbstbeobachtung der Gesellschaft durch Medien, Simulation, Stimmungsjournalismus, Techno, Warencharakter der Medienprodukte, Werbung, Wertewandel, Zappen, Zielgruppen.

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